Reik, Theodor (1919-424/1919.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Generalversammlung
S.
Generalversammlung am 30. November 1919.
Prof. Freud, Dr Sadger, Dr Nepallek, Dr Steiner Dr Fokschaner Dr Nunberg
Dr Bernfeld, Dr Jokl (als Gast), Dr Hug-Hellmuth, R. Schmiedeberg (als
Gast), Frl. Freud (als Gast), Frl. Schott (als Gast), Dr Hitschmann, Dr Reik
Doz. Dr Schilder.
Dr Schilder wird einstimmig
wgewählt, Dr Hattingberg angemeldet
nächste Mal abgestimmt R. Schmiedeberg.Dr Steiner hält Rechenschaftsbericht. Wird zur Kenntnis genommen.
Neuwahlen: Dr Steiner will zurücktreten.Der alte Ausschuss
wird wiedergewählt Dr Steiner statt Dr Nepallek als Kassier gewählt.AbonnementpreisMitgliedsbeitrag wird diskutiert. Erhöhung des Mitglieds-
beitrages wird nächstens entschieden.DrDr Steiner schlägt vor zu er-
höhen. unterdessen soll 100 K. für das II. Semester eingezahlt werden.
21. Dezember nächste Sitzung. Dr Nunberg fragt ob Ermäßigung der Bib-
liothek für Mitglieder möglich ist Dr Reik gibt Antwort. Dr Bernfeld
fragt wegen Modus der Einführung der Psychoanalyse. Dr Hug gegen
Einführung derPaGäste aus Laienkreisen, Dr Nunberg ebenso.
Dr Sadger teilt mit, dass sich auf Universität ein Verein für Sexuo-
logie gebildet, in dem er Vorträge hält. Vorschlag der Comitéent-bildung. Dr Hitschmann soll Komité bilden, Dr Bernfeld, Dr Hug,
Dr Reik soll zu Komité zusammentreten.Dr Bernfeld hältDr Bernfeld hält einen Vortrag „Psychoanaly-
tische Probleme aus der Geschichte der Pädagogik“. Geschichte der Pä-
dagogik ist eine Abwechslung weniger Einstellungen u. Erwägun-
gen. Die Pädagogen stehen in einer Diskrepanz von Realität undIdeeBlindheit der Theorie gegen Tatsachen. Das Ziel ist Erzeugung
des Idealmenschen. Es kehrt eine merkwürdige Typik bei pädagogi-
schen Theoretikern: die einein dersieht das Heil in der Erziehung
der Mutter (Pestalozzi), der 2. Typus (Rousseau) will Mann als Mentor.
Seine Aufgabe wäre die Entwicklung zu beobachten. Der dritte Ty-
pus (Plato, Fichte) hat Ideal Loslösung von Familie u. Kinder-
dererziehung in pädag. Provinz.S.
Männliche Erzieher an der Spitze. Charaktereigenschaften der Schulmeister in
Verzerrung; ist anal-sadist. Typus. Bei allen Pädagogen Unzahl solcher
Züge (Fichte) Nach Verheiratung Theorien. Pädagogen anderen Typus narzis-
tisch, oppositionell, freiheitsliebend.EEntwicklung der Pädagogik ist
fortschreitende Versuch, anal-sadistische Typus durch narzisti-
sche Fixierung zu ersetzen. Die Maßnahmen gegen Kinder sind
konstant. Diese Maßregeln sind in ein System eingeordnet. Sicherheit
des Erfolges subjektiv merkwürdig. Nachwirkung der narzisstischen und
Selbstbestrafungstendenzen. Der Wunsch: Mein Kind soll werden wie ich
bin und Mein Kind soll besser werden als ich bin. Der naive Begriff
der Jugend: das Kind unterscheidet sich nicht wesentlich von
Erwachsenen.WWichtig (Trachtenkunde), wann sich sexuelle Diffe-
renzen in Tracht und Literatur, Kunst und in wirtschaftlicher Beo-
wertung des Kindes kennzeichnen. In Kulturgeschichte Gesetz-
mäßigkeit;andereNötig sind wichtig psa. Auffassung anderer
Wissenschaften.Dr Bernfeld.Dr Hitschmann macht auf das homosexuelle Moment
aufmerksam.Dr Nunberg macht aufmerksam auf die beiden Grundtypen.
Dr Reik Geschichte der Pädagogik.
Sowohl alsHomosexuelle
Pädagogen sind im narzisstischen Typ sehr häufig.HomosexuXXX. Dr HitschmannProf. Freud: macht auf Männerbünde aufmerk-
sam.Dr Schilder Der Erwachsene fasst seine Zorn als Erziehungsmaßregel
auf.Prof Freud: Störung in der Erfüllung der päd. Aufgabe durch ei-
gene Komplexe. Kindermisshandlungen als pädagogische Mass-
nahmen.Schlusswort Dr Bernfeld: Geschichte der Erziehungsziele!