[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Landauer ›Zur Psychologie der Schizophrenie‹ 1913-429/1913.01

Rank, Otto (1913-429/1913.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Landauer ›Zur Psychologie der Schizophrenie‹

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S.

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    10. S  i  t  z  u  n  g    
am 10. Dezember 1913

Zur Psychologie der Schizophrenie – [?] Dr. Landauer.

                    Der Vortr. hat, von Bleuler und Jung angeregt, einzelne Fälle
von Schizophrenie psychoanalytisch untersucht und auch gelegentliche Ver-
suche unternommen, an Stelle der bisherigen deskriptiven Betrachtung, sich
einzelne kleine Symptome dynamisch zu erklären.. An einer Reihe von Beispielen
erläutert er diese Versuche, deren therapeutische Hoffnungslosigkeit evident
wurde. Die einzige Chance wäre, eine neue Wunde zu setzen, was entweder durch
frühe Entlassung ins praktische Leben oder durch Analyse möglich sei; in bei-
den Fällen zeigten sich aber meist ungünstige Resultate.

                Hitschmann findet, dass beweisende Analysen bei Schizophrenen nur
unter bes. günstigen Umständen möglich seien; wir müssten ausführlichere Kran-
kengeschichten und Details in grösserem Masstabe haben.
                Federn vermisst die Anwendung des Freudschen Gesichtspunktes von
der dreifachen Symptomwurzel bei der Dem. pr. – Der Vortr. habe immer den krank-
heitsverursachenden Komplex gesucht, das Wesentliche aber sei, bis zu welchem
Grade die Regression eingetreten sei (Tausk und Abraham haben das zu zeigen
versucht) Therapeutisch bewähre sich oft, den Menschen die Enttäuschung, die
sie an ihren infantilen Liebesobjekten erlitten haben, bei anderen Personen
zu ersetzen.
                Freud warnt davor, den Komplex, der das Symptom liefert, auch für den
krankheitsverursachenden zu halten.. Deutlich sei bei der Dem. pr. die Abziehung
der Libido von den äusseren Objekten, daher auch die Unmöglichkeit der Ueber-
tragungstherapie. Diese Libidozurückziehung ist partiell. Von der Paranoia
her lässt sich der Mechanismus der Dem. pr. erraten und folgendes wahrschein-
lich machen:
                    1. Die Aetiologie ist die nämliche wie die der anderen Neurosen
                    2. Die scheinbare Aehnlichkeit mit den anderen Neurosen geht sehr
                       weit; die Pat. reagieren zuerst mit den leichteren Verdrängungs-
                       methoden; den Neurosen mengen sich einzelne Züge von Demenz oder
                       Paranoia bei.
                    3. Charakteristisch ist die Zurückziehung der Libido aufs Ich
                    4. Die Einteilung der Symptome in die drei Quellen: Regressions-,
                       Rest- und Heilungserscheinungen


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