[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Sachs ›Swift‹ 1913-420/1913.01

Rank, Otto (1913-420/1913.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Sachs ›Swift‹

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S.

13. I.  2 W. 13    / Sachs: Swift        23. Sitzung am 2. IV. 1913

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D I S K U S S I O N  .


 

            Dr? Krauss möchte  davor warnen, aus dem Werken derartige Schlüsse

auf den Charakter zu ziehen. So Z.B. gefielen sich die Engländer damals
in skatologischen Schriften, eine Neigung, der Swift Rechnung trug. Es
würde sorgfältigerer Studien der damaligen Literatur (bes. Reisebeschrei
bungen) bedürfen, um festzustellen, was Swift aus eigenem dazu gegeben ha

            Hitschmann findet es naheliegend, Swift als Impotenten zu bezeich-
nen.- In der Phantasie von Leuten mit kleinen Genitalien  findet man
oft das Riesenhafte. Redner erwähnt einen Pat., der nur von männlichen
Individuen angezogen werden wollte, erfand es beschämend, von Frauen
zum urinieren angehalten zu werden.

            Prof. Freud bemerkt, dass der Vortr. bei Swift infantile Genitalien
angenommen habe, wobei sich ja die Impotenz von selbst versteht.- Die
Betonung der Zahl 11 in den Gulliver-Phantasien könnte etwa die Gren-
ze bedeuten, bis zu der sich der Dichter selbst glücklich gefühlt hat-
te.- Einzig die Genitalminderwertigkeit spiele eine Rolle.

            Federn betont, dass jede Abnormität der Pubertätsentwicklung ein
Minderwertigkeitsgefühl erzeuge. Das narzisstische Ueberwertigkeits-
gefühl des Kindes widerspreche allerdings dem Adlerschen Minderw.- Im
Falle einer Genitalminderw. wird der Narzissmus gestört.- Fraglich sei,
ob die grausamen Regungen, die jedes Kind zeige, bei Swift als Sadismus
zu bezeichnen sind. Gewiss ist das eine Wurzel des Satirikers, wie eine
zweite das kleine Genitale ist.- Die Verschämtheit Swifts den Frauen
und den Werken gegenüber geht auf die Scham zurück das Genitale zu
zeigen. Menschen mit infantilen Genitalien behalten auch sonst Infan-
tilismen.

            Kasaxxxxxxx

            Jekels findet eine Parallele zwischen dem Kinderhass und der Ver-
leugnung der Autorschaft, indem beids auf die Ablehnung der Vaterschaft
zurückzuführen sind.

            Prof. Freud bemerkt, es gebe eine besondere Beziehung des Adler-
schen Minderwertigkeitsgefühls zur Neurose macht. In der Charakter bil-
dung spiele sie gewiss eine Rolle, aber Adler hat die Grenze xxxxxx
gegen die allgemeine Psychologie verwischt. Das psychologische Minder-
wertigkeitsgefühl kommt nur als Widerspruch gegen den Narzissmus in Be
tracht.


 

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