[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Tausk ›Problemstellung in und aus der Psychoanalyse‹ 1911-428/1911.01

Rank, Otto (1911-428/1911.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Tausk ›Problemstellung in und aus der Psychoanalyse‹

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    P R O T O K O L L

    der

    163 S i t z u n g

    am 18.Oktober 1911.


     

    Dr. Viktor T a u s k :

    Beispiele für Problemstellung in und aus der Psychoanalyse.


     

    Freud: zu Raum – u. Ze[?]

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    -1-

              Der Vortragende teilt mit, dass sein Vortrag nicht in der
    Form und mit dem Inhalt intendiert war, die er heute zum Ausdruck
    bringen wird. Ein wesentlicher Teil seiner Arbeit war polemisch
    angelegt und musste aus bestimmten Gründen entfallen. Die Aufgabe
    zu zeigen, in welcher Weise und an welchen Stellen des Materials
    sich bei der psychoanalytischen Betrachtung Probleme ergeben,
    muss nun auf einem andern als dem ursprünglich vorbereiteten
    Wege erfüllt werden.

              Der Vortragende nimmt zum Ausgangspunkt seiner Darlegungen
    das pädagogische Motiv, die Psychoanalyse auf einem besonders ein,
    fachen Wege, ganz exogen und ohne Voraussetzungen aus der Psa.
    selbst Studenten vorzutragen. Dabei ist zu überlegen, von welchem
    Material aus der Unterricht eingeleitet werden soll. In der Psy-
    chopathologie des Alltags ergeben sich von vorn herein zwei Ar-
    beitshypothesen, die der Psa. selbst entnommen sind: nämlich die Arb.
    beitshypothese des Unbewussten im Freudschen Sinne und die von
    der inneren Kontinuität der Assoziationen, weshalb dieser Weg für
    eine Einführung nicht geeignet erscheint. Die pathologischen Prob-
    leme und die anderen Geistesgebiete werden von vorne herein als zu
    kompliziert abgelehnt. Der Vortragende nimmt aus Gründen, die sich
    am Beispiel selbst als zweckmässige erweisen sollen, seinen Ausgang
    vom Traum. Für den Vortrag führt er jedoch noch eine andere als die
    pädagogische Tendenz ein. Er will nämlich zeigen, in welcher Art und
    Fülle auch bei der Betrachtung des einfachsten Materials sich psy-
    chologische Probleme zur Lösung aufdrängen und wie sie kategori-
    siert werden müssen. Dabei soll sich ergeben, dass von der Psa. aus
    - und mit Rücksicht darauf, dass viele der bisher schon erledigten
    psychologischen Probleme aus der Schulpsychologie im Gegensatz
    zu psa. Resultaten gelöst würden, andere wieder erst in der Psa. selb
    aufgestellt wurden - nicht nur aus der Psa. sondern auch für die Psa.
    eine neue Psychologie von Grund aus aufgebaut werden müsse.

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    -2-

              Der Vortragende bringt nun einen einfachen Kindertraum
    und stellt die Frage auf, welche Probleme an diesem psychischen
    Phänomen ohne Voraussetzung aus der Psa. selbst, auf den ersten
    Blick, aufgestellt werden könnten. Als einzige Arbeitshypothese
    wird dabei nur das Prinzip von der biologischen Einheit des wach-
    en und träumenden Individuums angenommen. Dass diese biologische
    Einheit auch eine psychologische sei, ergibt sich aus der Auffas-
    sung des Psychischen als einer Funktion des Individuums. Dass
    der Traum eine psychische und nicht somatische Funktion sei, er-
    gibt sich aus der Konstatierung, dass im Traum Vorstellungen und
    Affekte, also spezifisch psychische Leistungen vorkommen. Wir ha-
    ben also nur von zwei Funktionsformen der Psyche zu sprechen,
    wenn wir die Traumleistung und Wachleistung der Psyche mitein-
    ander vergleichen. Von selbst ergibt sich die Frage nach dem
    Mechanismus der VerschiedenheitVer- dieser beiden Formen. Damit die
    Verschiedenheit verstanden werden könne, müsse erst eine gemeinsa
    me beiden Formen zugehörige Kategorie aufgedeckt werden. Diese ist
    die Brücke, über welche man aus dem wachen Gebiet in das des Traum
    mes hinübergehen müsse, wobei nochmals betont wird, dass der Traum
    von der Seite des Bewusstseins aus angegriffen werde.

              Da es sichersteht, dass Vorstellungen nur abstrahierte Erfah-
    rungen sind, also einer äusseren Realität entstammen müssen, da es
    ferner sicher ist, dass die schlafende Psyche von der äusseren Rea
    lität keine Vorstellungen gewinnen kann, so ergibt sich von selbst
    die Tatsache, dass die im Traum vorkommenden Vorstellungen im wach-
    en Zustand von der Realität apperzipiert wurden. Die äussere Re-
    alität ist demnach das gemeinsame Stück des Traumes und des Wach-
    bewusstseins. Das gelte auch für ganz komplizierte, vomdem Bewusstsein
    nicht als logisch und inhaltlich zusammengehörige Vorstellungen
    des Traumes, denn diese können in ihre Elemente zerlegt werden und
    für diese Elemente ist das reale Vorbild der Aussenwelt schliess-
    lich jederzeit nachzuweisen.

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    -3-

              In dem vom Vortragenden gewählten Traumbeispiel erscheinen
    die Vorstellungen ganz unverändert dem Wachbewusstsein zu entstam
    men, so dass die Frage nach der gemeinsamen Realität sich als iden-
    tisch erweist mit der Frage nach der Vorgeschichte des Traumes.
    Diese wieder ergibt einen unerfüllten Wunsch vom Vortage, dessen
    Inhalt die Traumvorstellungen sind und dessen Erfüllung der Traum
    mit denselben Vorstellungen darstellt. In ihren Einzelheiten über
    einstimmend, erscheint die Totalität des Traumbildes nicht der To-
    talität der realen Vorgeschichte zu entsprechen - der Vortragende
    zieht die Parallele zum Kunstwerk - ja sie erscheint vielmehr
    als kontradiktorischer Gegensatz. Mit einem Male sind zwei Denk-
    probleme auf den Plan getreten: die logische Kategorie des Gegen-
    satzes zwischen dem Trauminhalt und der realen Vorgeschichte und
    die funktionelle Kategorie in der Formel: der Traum ist eine
    Wunscherfüllung.

              Von hier aus ersteht die Frage: gibt es im Traum Wünsche und
    was sind Wünsche. Die Beziehung des Wunsches zur biologischen Ten-
    denz der Selbsterhaltung, also zum Trieb, ergibt sich als eine Be-
    ziehung von einer Funktion zu einem Funktionierenden. Der Trieb
    sucht Objekte der Befriedigung, der Affekt zeigt an, dass der Tri
    die ihm gebotenen Objekte als geeignet oder ungeeignet für die Be
    friedigung ansieht. Sowohl Trieb als Affekt dulden in ihrer Be-
    ziehung zum Befriedigungsobjekt keinen Aufschub, d.h. sie haben
    kein zeitlichesörtliches Verhältnis zum Befriedigungsobjekt, sondern nur ein
    räumliches. Diese Ausschaltung des zeitlichen Momentes bemerken
    wir in dem Traume an einer auffallenden Stelle, an der Stelle des
    Affektes, der im Traume wirksam wurde, selbst. Der Affekt im Traume
    stellt sich zu der ihm zugehörigen Vorstellung wie zu einem gegen-
    wärtigen Objekte der Aussenwelt, ohne die Bemerkung, dass das reale
    Objekt der Wünsche des Träumers zur Vergangenheit des Träumers vor
    dem Traume gehört. Ein andermal werden zukünftige Realitäten im
    Traum von einem Affekt als gegenwärtig anerkannt. Der Traum lässt
    also auch das Zeitbewusstsein oder die zeitliche Form der Anschau-
    ung vermissen. Er hat dabei, und wie wir bald sehen werden eben des-
    wegen, nicht das Bewusstsein der Irrealität seiner Befriedigung.
    Aber das psychische Zeichen der Befriedigung eines Triebes zeigt

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    sich im Traume wie im Wachbewusstsein: es tritt Euphorie ein. Wenn
    Euphorie als das Zeichen des gut funktionierenden Organismus ange-
    sehen werden muss, dann hat der Traum seine Funktion als taugliche
    Art der Triebbefriedigung im biologischen Sinne erwiesen.

              Wieso gibt sich aber ein Trieb mit einem irreellen Objekt zu
    zufrieden? Es stehen ihm eben im Schlafzustand keine anderen als
    nur illudierte zur Verfügung. Er nimmt, da er kein äusseres Objekt
    hat, das innere zu Hilfe, welches aus Erinnerungen besteht, denen
    er durch ein eigenartiges psychisches Vermögen eine Qualität ver
    leiht, dass sie ihm wie Wahrnehmungen vom realen Objekt erschei-
    nen. Zwei Funktionen kommen dabei zu tage: 1. die Ausschaltung der
    Zeit und 2. die halluzinatorische Plastizierung der Vorstellung.
    Diese letzte ist ein eigenes Problem, welches Freud in seiner Theo-
    rie von der Regression der Psyche zur Wahrnehmung erläutert hat.

              Der Vortragende bricht hier seinen Vortrag mit der Bemerkung ab,
    dass die fernere Problemstellung an diesem einen Beispiel mit
    nur exogenen Mitteln nicht fortgeführt werden könne und dass da-
    zu andere Beispiele gehören, die aber nicht im Rahmen seiner ge-
    genwärtigen Absicht liegen.

    D I S K U S S I O N .

    Rosenstein sieht sich genötigt, dem Vortragenden in den meisten
    Punkten zu widersprechen; seine Ausführungen seien nicht geeig-
    net, den Glauben an die Sinnlosigkeit des Traumes zu erschüttern.
    Den Sinn eines Traumes könne man nur plausibel machen, wenn man
    den Satz akzeptiere, dass die Einfälle zum Traum gehören; dieser
    Satz ist aber aus der Erfahrung nicht zu beweisen, sondern zu-
    nächst nur induktiv gegeben. Viel eher als der Traum liesse
    sich die Determiniertheit der Fehlleistungen plausibel machen.
    Die Pollution sei nicht der einzige Fall einer motorischen
    Leistung zur Triebbefriedigung im Traume; wir machen auch eine
    Anzahl zweckmässiger Reflexe etz. Besser wäre der Hinweis auf
    die Tagträume gewesen, die beweisen, dass eine Wunscherfüllung
    ohne die entsprechenden realen Objekte möglich ist. Für den
    Traum charakteristisch ist, abgesehen von den Geisteskrankhei-

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    -5-

    ten, die Halluzination. Auch die Behauptung, dass dem Traum das
    Zeitbewusstsein fehle, sei nicht richtig.

    Winterstein kann sich im allgemeinen den Ausführungen des Vor-
    redners anschliessen und meint, dass die bestrittene Behauptung,
    alle Träume seien Wunscherfüllungen, nicht erwiesen werde durch
    den NachweisNachweis, dass einzelne Träume Wunscherfüllungen seien.

    Sadger hält für die beste Einführung in das Wesen des Unbewuss-
    ten die Fehlleistungen des Alltags. Der Traum biete besondere
    Schwierigkeiten, denen auch Freud in seinem Buche pädagogisch
    nicht vollauf gerecht zu werden vermochte. Den Vortragenden be-
    hindere noch besonders seine philosophisch-spekulative Ader,
    die ihn nie über die Einleitung hinauskommen lasse.

    Sachs findet die Idee, die Pädagogik der Psa. als Problem aufzu-
    werfen, sehr dankenswert. Die Schwierigkeit, die auch Pfister in
    einem jüngst unternommenen Versuch nicht umgehen konnte, liege
    darin, dass die komplizierten Tatbestände sich nicht zur Ein-
    führung eignen und dass man an den unkomplizierten das Psa. nicht
    lernen könne. Prof. Freud pflege bei seinen von verschiedenen
    Phänomenen ausgehenden Einführungen in die Psa. auf zwei Punkte
    den meisten Wert zu legen: Das Gefühl des Verwunderns hervorzu-
    rufen über Dinge, die uns bisher selbstverständlich erschienen
    sind und das Gefühl der strengen Determination alles psychi-
    schen Geschehens. Aus diesen beiden Voraussetzungen folge alles
    andere von selbst. - Der heutige Vortrag erscheine zu pädagogi-
    schen Zwecken vielleicht zu voraussetzungslos. Die Einschränkung
    der motorischen Leistungen des Träumers auf das Sexuelle sei na-
    türlich zu erweitern. Gegen die Heranziehung des Schopenhaueri-
    schen Begriffes von Raum und Zeit müsse man einwenden, dass die-
    se aprioristischen Anschauungsformen auch bei der Halluzina-
    tion und im Traume vorhanden seien, wenn sie auch der Vortragen-
    de in anderem Sinne herangezogen habe.

    Hitschmann meint, der heutige Vortrag zeige wohin es führe, wenn
                                                      wenig
    man Dinge zusammenbringen wolle, die nichts miteinander zu tun
    haben. Es wäre nichts anderes als eine überflüssige Paraphra-
    sierung von Dingen gewesen, die wir in einer gang und gebe ge-

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    -6-

    wordenen Terminologie kennen. Es sei für den Stand der Dinge und
    das Wissen des Vortragenden vielleicht noch zu früh zu versuchen,
    die Philosophie mit der Psychoanalyse zu verbinden. Die weni-
    gen Dinge, die sich darüber sagen lassen, sind nicht viel weiter
    als Freuds Aufstellungen über das Lustprinzip. Die Begriffe der
    Verdrängung und des Unbewussten, welche am Beispiel bewiesen
    werden, sind noch immer die Voraussetzung für das Verständnis
    des Traumes und der Fehlleistungen.

    | Federn nimmt zunächst Stellung gegen die unberechtigt Mysozo-
    phie und nimmt den Vortragenden gegen den Vorwurf in Schutz, er
    hätte Philosophie getrieben. Er hat den Versuch gemacht, die Grund-
    prinzipien der Freudschen Lehre in einer scharfen begrifflichen
    Form darzustellen. Doch genügt die Feststellung der biologischen
    und psychologischen Identität nicht, wenn wir nicht auch den un-
    bewussten Determinismus postulieren (Sachs). In Ermanglung dessen
    konnte auch das kurze Traumbeispiel nicht zu Ende gedeutet wer-
    den. - Im Traum haben wir dieselben Zeitvorgänge wie im Wachen,
    nur ist die Kritik inbezug auf die Zeit minimal vorhanden. Das
    eigentlich Wertvolle des Vortrags sei die Formulierung der Stel-
    lung des Affektes zur Triebtätigkeit. |

    Reitler findet es ebenfalls nicht praktisch vom Traume auszuge-
    hen. Auch für den Analytiker, der ja genötigt sei, seine Pat. in die
    Psa. einzuführen, eigne sich die "Psychopathologie" besser. - Die Psy-
    chische Identität bestehe nicht, denn die schlafende Psyche ver-
    füge nicht über das gleiche Material, während man bei den Fehlleis-
    tungen immer denselben psychischen Zustand vor sich hat. Ueber-
    dies sei das Beispiel unglücklich gewählt, der Traum ein typischer
    Angsttraum, der schon den ganzen Elternkomplex enthalte.

    Rosenstein möchte sich nicht auf die Seite derer stellen, welche
    die Methode des Vortr. als "Philosophie" verwerfen, er habe nur die
    Ueberzeugungsfähigkeit für Laien in Abrede gestellt. Ohne scharfe
    Begriffsformulierung, die weder Erkenntnistheorie noch Metaphysik
    sei, wäre überhaupt keine Wissenschaft möglich. / Unter Identität
    verstehe der Vortragende die Qualität aber nicht die Quantität
    des psychischen Materials.

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    -7-

    Friedjung hält die Bemühungen des Vortragenden für ausserordent-
    lich dankenswert, wenn auch vieles dabei misslungen ist, als Ver-
    such zur Klärung der Begriffe, mit denen wir uns zu operieren ge-
    wöhnt haben, ,und mit mehr philosophischem Wissen würden wir wahr-
    scheinlich über manches weniger streiten. - Dass den Traumbildern
    die Zeitlichkeit fehle sei sicherlich nicht richtig.

    Stekel erklärt sich als prinzipieller Gegner derartiger Bestre-
    bungen, von denen er eine Erweiterung unseres psychoanalytischen
    Wissens nicht erwarte. Das gewählte Traumbeispiel eigne sich
    ganz und gar nicht, denn es sei äusserst kompliziert und enthalte
    bereits alle Probleme der Traumdeutung.

    | Prof.Freud betont, die Psa. sei so ähnlich das letzte, wofür der
    Mensch geschaffen sei und Versuche, sie pädagogisch darzustellen
    seien sehr interessant und verdienen Dank.

    Gegen das Argument von Lipps, der die Halluzinationsfähigkeit des
    Traumes daraus erklärt, dass die einzelne Vorstellung des Traumes
    isoliert sei und also die andern nicht hemmend wirken können, sei
    einzuwenden, dass es im Traum an einzelnen Denkakten ja nicht feh-
    le. - Zum Problem von Raum und Zeit: Wir kommen zur Einsicht, dass
    das Unbewusste zeitlos ist. Der Traum ist es nicht durchaus, weil
    er ein Vorgang zwischen Bewusstsein und Unbewusstem ist. Ander-
    seits kommt in der Arbeit des Bewusstseins der Raum nicht vor;
    deshalb erscheint uns das Psychische unräumlich. Die Zeitlichkeit
    ist an die Bewusstseinsakte geknüpft, die Arbeit des Unbewussten
    können wir uns nicht zeitlich vorstellen, wohl enthält sie aber
    räumliche Elemente; wir müssen die einzelnen psychischen Akte loka-
    lisieren. So muss z.B. eine bestimmte Stelle der Vorgänge affiziert
    werden, ehe das Wissen, das wir dem Pat. geben, zu wirken imstande
    ist. Das seelische Leben zerfällt uns in zwei Arbeitsweisen, von
    denen die eine unzeitlich die andere unräumlich ist.

    Stekel wünscht Aufklärung über den Ausspruch, das Unbewusste ken-
    ne die Zeit nicht. Die Neurotiker haben zur Zeit ein ganz bestimm-
    tes Verhältnis, das ihnen nicht bewusst ist und das in der Neurose
    eine bedeutende Rolle spielt (Geheime Kalender, Jahrestage etz).

    Das Unbewusste rechnet permanent mit der Zeit, es überschätzt die,

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    Prof.Freud möchte in Anbetracht der Wichtigkeit dem Gegenstand
    einen eigenen Diskussionsabend widmen, der von Stekel eingelei-
    tet werden soll. |

    Reinhold erklärt sich bereit, das Ko-Referat zu übernehmen.

    Hitschmann stellt fest, dass die Bezeihnung Philosophie, die er
    gebrauchte, nicht wörtlich zu nehmen war und dass er darunter
    zum Teil auch die Universitätspsychologie verstanden habe.

    Tausk hebt in seinem Schlusswort hervor, er sei durchaus missver-
    standen worden. Er habe zeigen wollen, an wie viel Probleme man her-
    rangehen müsse, um wissenschaftlich systematisch deduktiv an die
    Psa. heranzukommen. Er wollte das Zeitproblem als ein bei der psa.
    Betrachtung eines Traumes abfallendes Problem andeuten. Scho-
    penhauer habe er nur in dem bestimmten Sinne zitiert, dass die [?]
    reale Wahrnehmung erst aus Raum und Zeit entstehe. Er habe nicht
    gemeint im Traume fehle das Moment der Zeitlichkeit, sondern das
    Verhältnis des Affektes zu seiner Vorstellung das sei das Zeit-
    lose. - Redner geht hierauf auf die Einwendungen der Diskussions-
    redner im einzelnen ein, indem er vielfache Missverständnisse auf-
    klärt, Einwendungen zu widerlegen versucht und nicht in den Zusam-
    menhang gehöriges ausschaltet.


     

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