S.
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Gedankenassoziation eines 4jährigen Kindes
Aus dem Brief einer amerikanischen
Mutter: „Ich muß Dir erzählen, was die
Kleine gestern gesagt hat. Ich kann mich
noch gar nicht fassen darüber. Kousine
Emily sprach davon, daß sie sich eine
Wohnung nehmen wird. Da sagte das
Kind: Wenn Emily heiratet, wird sie
ein Baby bekommen. Ich war sehr über-
rascht und fragte sie: Ja, woher weißt
Du denn das? Und sie darauf: Ja, wenn
jemand heiratet, dann kommt immer ein
Baby. Ich wiederholte: aber wie kannst
Du das wissen? Und die Kleine: Oh, ich
weiß noch sehr viel, ich weiß auch, daß
die Bäume in der Erde wachsen (in
the ground). Denk Dir die sonderbare
Gedankenverbindung! Das ist ja gerade
das, was ich ihr eines Tages zur Aufklär-
ung sagen will. Und dann setzt sie
noch fort: Ich weiß auch, daß der
liebe Gott die Welt schafft (makes
the world). Wenn sie solche Reden führt,
kann ich mir’s kaum glauben, daß sie
noch nicht einmal vier Jahre alt ist.“Es scheint, daß die Mutter den Über-
gang von der ersten Äußerung des
Kindes zur zweiten selbst verstanden
hat. Das Kind will sagen: ich weiß, daß
die Kinder in der Mutter wachsen,
und drückt dies Wissen nicht direkt
sondern symbolisch aus, indem es
dieMutter durch die „MutterErde
Erde“ ersetzt. Wir haben bereits
aus vielen unzweifelhaften Beob-
achtungen erfahren, wie frühzeitig
sich die Kinder der Symbole
zu bedienen wissen. Aber auch die
dritte Äußerung der KleinenS.
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verläßt den Zusam̄enhang nicht. Wir
können nur annehmen, daß das Kind
als ein weiteres Stück seines Wissens
über die Herkunft der Kinder mit-
teilen wollte: Ich weiß auch, das ist
alles das Werk des Vaters. Aber
diesmal ersetzt sie den direktenAus-Gedanken durch die dazugehörige Sub-druck
limirung, daß der liebe Gott die
Welt schafft.Freud
S.
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Gedankenassoziation eines vierjährigen Kindes
1920-003/1920.01