Reik, Theodor (1920-502/1920): Protokoll der (XVIII. / 5.) Sitzung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 18. Januar 1920. Fortsetzung der Diskussion
S.
Sitzung am 28./I 1920
Anwesend: Dr Rank, Dr Hug, Dr Bernfeld, Kohn (als Gast) Dr Winter-
stein, Silberer, Storfer, Dr Federn, Dr Nepallek,Dr Federn, Dr Reik
Schmideberg, Prof. Freud, Dr Hitschmann, Nunberg, Dr Fokscha-
ner, Frau Dr Fokschaner, Dr Schilder
Dr Marcinowski wird einstimmig zum MitgliedFrageDr Reik wirft die Frage des Mitgliedsbeitrages auf
Dr Rank: Preis der Zeitschriften 80 K. ab neuen Jahr. Stellt den
Antrag, 200 K. pro Jahr als Mitgliedsbeitrag anzunehmen.
Einstimmig angenommen.
Prof. Freud leitet die Diskussion ein, die welche über die
Comitébildung entscheiden soll.
Dr Bernfeld spricht als Proredner für einen Laienkreis, der für
die Psa. Interesse zeigt, und zwar für eine gesonderte Orga-
nisation.
(Dr Storfer bittet, Mitglied der Wiener Vereinigung zu werden)
Dr Schilder gibt kontra & einige Bedenken kund.Gegengegen die Form eines Vereins, für Kurstätigkeit
an Universität, Ausgestaltung in Seminarien.
Für Verein: 9 Stimmen
Gegen Verein: 4 "
1.) Name Dr Federn schlägt für Verein vor: Vereinigung für
Verbreitung der Psychoanalyse
Dr Kaplan: Institut für Psychoanalyse, Dr Bernfeld schlägt
"Imago" vor, Silberer schlägt nur die Bezeichnung Ge=
sellschaft vor, Freud schlägt Laiengesellschaft vor, Rank:
Gesellschaft fürPsycholPflege der Pa. Nunberg: Der Punkt
wird aufgeschoben
2.) Punkt: Leitung des Vereines. Freud schlägt vor, Comité
solle Verein leiten.DrSchilder soll eintreten, Dr Bernfeld
schlägtfalsAnna Freud vor.S.
3.) Verhältnis zum Verein: Die Leitung soll referieren. Dr Fe=
dern erwartet, Statuten solle dem Plenum der Vereinigg. vorge=
legt werden soll.
3.) Seminarien, Vorlesungen, Kursen. Dr Hug schlägt Beratungs-
stelle für Erziehung vor. Das Vereinsmitglied hat Recht, an
allem, was Verein bietet, teilzunehmen gegen Beitrag, Frem=
den aber gegen speziellen Entgelt. Dr Bernfeldssodie
Mitglieder sollen auch Verpflichtung haben, Dr Federn:Dr FedernSilberer schlägt vor, den Unterschied zwischen
Laien und Fachleuten im Titel zu eliminieren.
4.) Wo und wann will der Verein arbeiten? Wird im Verein
entschieden. Zahl: 30-40 Mitglieder. Dr Rank: Biblio-
thek gehört zum Wesen des Vereins, unsere Vereins=
bibliothek stellt Duplikate zur Verfügung. Auch die Leh=
rer brauchen Bibliothek. Freudschschlägt vor, unsere Ver=
einsbibliothek dem Vereinzur Verfzur Verfügung
zu stellen. Prof: mahnt, sich im Anfang mitetWenig-
gem zu begnügen.
Storfer zu Name: "Gesellschaft der Freunde der Psychonau-
lyse.Dr Bernfeld:Dr Federn " Ein merkwürdiger Fall von
Umkehrung im Traume" Zusammenhang zwischen Ho=
mosexualität und Umkehrung. Mitteilungen von Franz
Moshammer und Wilh. Fliess.
Dr Hitschmann: Links und rechts. Umkehrung ist nicht das=
selbe.
Dr Schilder: Bei Migränefälle, auch Hinterhauptsschüssen solche
Umkehrungen vor. Im Traume: bei Erinnerungsbildern
Spiegeldrehung oft zu finden.Freud
Dr Reik weist auf eine Stelle der Traumdeutung hin.Dr SchilderDr Schilder: ein archaischer Mechanismus kann
auch ein physiologischer Mechanismus sein.
Dr Fokschaner hat eine Umkehrung bei einem Falle der
Zwangsneurose gesehen.S.
Professor: es ist wohl Organisches und Psychogenes hier verbunden.
Es sind Beimengungen in wechselndem Verhältnis.
Silberer teilt mit, dass neue psychoanalytische Zeitschrift in
New York gegründet werden soll. Dr Tannenbaum ist Mitheraus-
geber, ebenso Dr Stekel. Die Zeitschrift will Pa nicht einseitig
pflegen. Einladung zur Mitarbeiterschaft: soll freundschaft-
liche Tendenz haben.
Dr Federn gegen das Unternehmen, Dr Hitschmann hält ein Zusammen=
gehen mit Stekel für historisch total unmöglich.
Dr Rank: sachlich: Herausgabe "Journal of Psychoanalysis". Wir
haben ein eigenes amerikanisches Journal.
Dr Storfer: gegen die Briefkastenonkelmanier Dr Stekel.XXXXXXXXXXSonntag d 1. Februar: Beiträge und Referate