Champollion
30 Dez. Champollion sehr interessant. Ein wirkliches Genie nicht von Gnaden seiner Anhänger, wie ich es jetzt für eine Zeit lang werde. Bekräftigt meine Meinung, daß zum Entdecker allein die fixe Idee befähigt „Überall sehe ich mich in Aegypten“. Das Festhalten am Jugendwunsch gibt allein dem Vorsatz die Stärke, also wie bei Schliemann. Man könnte eine Sammlung anstellen: Die Bedeutung infantiler Wünsche.
CT: Am 7. Dezember war von Leopold von Schröter in der NFP ein ausführliche Besprechung des Buches Champollion. Sein Leben und sein Werk von Hermine Hartleben erschienen. Freud kaufte sich das Buch sofort und strich vier stellen im Buch an, darunter auf S. 64 den Ausspruch „Überall glaube ich in Ägypten zu sein!", den er offensichtlich nicht ganz korrekt erinnerte.
Verrat
Verrat. Prof. Tandler gibt bei einer Zeugenvernehmg seine „Confession“ an als mo-katholisch. Dr Fleischmann bei ähnlichem Anlaß mosaisch, obwol er seit Jahren Protestant ist. Jeaik sagt in einer Rede: wenn sie gehei(ratet) sein wird anstatt (geheilt). Er ist einige Wochen vor der Heirat, von der er Heilung für sich erhofft.
CT: Julius Tandler (1869-1936), österreichischer Anatom und Sozialpolitiker. Karl Fleischmann ((1859–1941), Wiener Gynäkologe.
1897-113/oD/1r/3: Die Wissenschaft macht das Individuum demütig
Die Wissenschaft macht das Individuum demütig, vor den Schwierigkeiten des realen Erken̄ens schrumpfen die individuellen Größen ein; jeder kann nur ein Stückchen bewältigen, jeder muß von einem gewißen Punkt an irren; nur die aufeinander folgenden Generationen können es ordentlich machen. Und dieß war der Fehler in L's Arbeit, daß er glaubte, es direkt u als Einzelner ergründen zu können. Der Hinweis auf fortgesetzte Arbeit fehlt ihm ganz, er hat keine rechten Schüler u kein Bedürfnis zur Mittheilung.
1897-113/oD/1r/4: Der schönst Fall von Syhandlung
Der schönst Fall von Syhandlung – v. D. geht mit der Geliebten ihrem Mann u einem indifferenten Bekannten vom Gasthaus nach der Wohnung des Ehepaares. Vor dem Hausthor wendet sich die Frau an den Fremden, verabschiedet sich von ihm, dann in gleicher Weise von ihrem Mann, der scherzend darauf eingeht u sagt dann als sie es bemerkt: Gott wie entsetzlich Ein anderer, dem ichs erzäle, hat einen ähnlichen Fall von Verabschiedung an einer Straßenkreuzung beobachtet.
1897-113/oD/1r/5: Der Fuß koitiert die Erde
Der Fuß koitiert die Erde. Kann das bestehen?
1897-113/oD/1r/6: Die sadistischen Antriebe
sind eigentlich gemein sexuelle dank dem Misverständnis der infant. Theorie des Coitus von der Libido abgesprengt. Natürlich zeigt sich in ihnen ein Stück Constitution – der Sadismus ist die Anlehnung der Libido an die aggressive Komponente des Ichtriebs, u nicht an sich Grausamkeit.
1897-113/oD/1r/7: Die Undankbarkeit der Menschen gegen ihre Wolthäter
Die Undankbarkeit der Menschen gegen ihre Wolthäter erklärt sich daraus, daß diese die einzigen sind, an denen sie sich in ihrer Verbitterung rächen können; die anderen machen sich auch nichts daraus.
1897-113/oD/1r/8: Die allerersten Sexualregungen
Die allerersten Sexualregungen haben doch den Vorzug vor anderen, da kann nicht die Konstitution das Entscheidende sein.
[alle Dum̄heiten bedauert]
[…] ja der […] schiebe. Wie Garantien geben, wenn jemand […] Die Kollmann war beruhigt u geklärt bei mir u hat mich um Verzeihung gebeten, alle Dum̄heiten bedauert, die bei ihr vorgekom̄en sind. Die unzusam̄enhängenden Einfälle der Rellersnom sind etwas ganz typisches. Man merkt dasselbe bei seinen eigenen […] wenn man sich ganz gehen läßt u ganz […] verschiedensten Fäden hat […]
[das beschnittene Glied ihres Geliebten]
[…] nämlichen Element […] u in der Zeitfolge scheinen alles 31.1. Frieda nach ihrer infantilen Neugierde auf das m. Genitale muß natürlich an der Frage scheitern, wie das beschnittene Glied ihres Geliebten aussieht, ist vielleicht nicht als Künstlerin [bei] den Aktstudien daran gescheitert. […] sich die Aussicht, daß Infantilscenen […] Zustände ergeben. […]
CT: Frieda Doppler (1878-1912), Grafikerin und Illustratorin
[Ich kann Adler von der minderwertigen Anlage]
[…] stehen – […] Es lauert etwas der Hyper¿¿¿. […] ein alle mögliche durch Symbolik an sich zu ziehen es auf sich zu überschreiben. Dazu als Bedingung, daß die inf. Beweggslust sich vorzeitig misbräuchlich erschöpft hat oder daß dieser Apparat von vorne herein insufficient ist. Ich kann Adler von der minderwertigen Anlage und den kompensirenden Überbau für die Neurose nicht bestätigen. Ferner die hervorragende Bedeutung des unerfüllten Ehrgeizes (weit bringen) u das Liebesehrgeizes […] Prostitution) bei Frauen. […] der zum Sonntag von […] […]
Adler, minderwertige Anlage: Datierung verweist auch auf um 1910
[Alle Glücksbringer positiv sexuell]
[…] Anbetung des […] zu stehen. Eine andere […] des Moments. Der Kaminfeger, sagt mir Pat. Reitlers ist wegen seiner sex. Symbolik ein glücksbringendes Omen. Alle Glücksbringer positiv sexuell. Zu den Apotropaeischen Symbolen. Oppenheim, der neue, scheint mir nicht viel hoffnungsvoller als der alte. Selbstgefällig u wenig fähig etwas zu lernen. Prahlt auch im̄er mit dem Vielen, was er zu thun hat. Von der Stiege […] er nichts. Es ist hier doch kein ordentlicher […]kommen, oder sie kommen nicht […]Umgang ist jetzt […]
CD: Ein Apotropaion (von altgriechisch ἀποτρόπαιος apotrópaios, deutsch ‚[Unheil] abwendend‘; insbesondere Beiname der Unheil abwendenden Götter)[1] oder Apotropäum ist ein magischer Gegenstand oder ein Bild zum Schutz gegen böse Kräfte. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Apotropaion Oppenheim siehe zu: 1911-101: Träume im Folklore CT: „Oppenheim, der neue“ bezieht sich wohl auf den Umstand, dass David Oppenheim am 11. Oktober 1911 auf einer ünfaußerordentliche Sitzung der WPV gemeinsam mit fünf weiteren Adler-Anhängern die WPV verlassen hatte.
1909.12.23[ca.]
[Komposition der]
[…] haben. […] […] ist die Komposition der J. […] […] bleibt […]
[Verliebtheit ins eigene Genitale]
[…] in Entwicklungsjahren […] verschiedenheit wie beim [Wegfall] männlichen Elternteils. Mädchen wie Knaben waren unter diesen Misständen leicht homosexuall dh: Mädchen sehnen sich nach dem Weib, Knaben nach ihrem Ebenbild. Es scheint das wirklich mit der […] zweier ¿¿¿ Objekte: Weib u Ich zu […] Verliebtheit ins eigene Genitale […] [Fixirung.] Dazu dann […]
CT: Notizbücher, S. 104
[Das Ubw vielleicht für die Ferien]
[…] über […] vor, wartet auf irgend etwas. Das Ubw vielleicht für die Ferien u dann getrost Kunstworte prägen. Überhaupt mehr Sicherheit […]noch zusam̄enbringt.
[Worcester IV]]
[…] Montag […] fast befriedigt. Ich ahne […] daraus machen könnte. Auch ¥[…] […] Worcester IV ist halbwegs gelungen. Ich suche jetzt […] Stim̄ung bwiderzubekekom̄en; ich […] besonders […]
2r
Signatur: 1901-111/1901:2v:1 Datierung CT: 1909-12-22
[Die Angst der H ein Kind zu überfahren]
Die Angst der H ein Kind zu überfahren läßt sich übersetzen in den Anteil eines Rachewunsches (wie im Urteil Salomonis) und eines infantil libid. Wunsches, gleichfalls sadistischer Natur. Überfahren ist Coitussymbol wie Bügeln, Wunsch ein Kind zu coitiren hat nur Sinn wen̄ sie das Kind ist und sich mit Vater identificirt. Es bedeutet das, Bedauern, daß der Vater sie nicht als Kind gebraucht hat, damit sie in Kind bekom̄e. Ein Wunsch, der als älteste von 5 Schwestern, die durchaus den Messias gebären wollte, ihre Kindheit erfüllt hat. Daher bei Dr P. der ihr Vater wurde, plötzlich der auftauchende Wunsch ein Kind von ihm zu haben.
CT: WPV, Protokolle
Signatur: 1901-111/1901:2v:2 Datierung CT: 1909-12-13
[Das soll man nun erraten]
Montag 13 Dez. Das soll man nun erraten! Wenn die Maggie über ihren Zustand klagt, bei dem ihr die Luft überallhin in Kopf, Nase, Ohren steigt u dabei fortwährend jam̄ert, u diese Luft sich auf das Mißverständnis von „Wehen“ bei der Geburt zurückführt!
CT: Maggie Haller (1869–1950), auf Vermittlung von Fliess bei Freud in Behandlung seit dem 19. November 1899 (bis 1901, und von Oktober 1910 bis Juli 1911. Siehe Freuds Reisejournal vom 21.8.1909.
Signatur: 1901-111/1901:2v:3 Datierung CT: 1910.04.22[ca.]
Erste Sam̄lung zum Liebesleben
Erste Sam̄lung zum Liebesleben. Rätsel der Liebe ist Erweckung des Infantilen – – Das rätselhaft Gesuchte der ersten Liebe wie blutsverwandt, speziell wie zwischen Mutter u Kind. – Verliebtsein ist die Normalpsychose – – Infantiles Benehmen in Liebe, weitergeben des Kosenamen, Herstellg aller Perversionen, Überwindg aller Reaktionsbildungen. – Ursprünglichkeit der zwei Sexualobjekte – Liebesbedingungen, gleich dem Treten auf Minen – – Phänomene des m. Liebeslebens bei protrahirter Ablösung von Mutter: ¿ Charaktere. – Übergang des Größenwahns in Sexualüberschätzg beim Manne. Fehlen derselben beim Weib. – Genitaleitelkeit analog dem Penisnarzissmus. – Schätzungen der Geschlechter für einander zu versch. Lebenszeiten. – Koketterie als Verweilen bei der Vorlust. Das Meiste fehlt noch, aber es ist nicht systematisch zu machen, sondern bei guter Gelegenheit aufzuspüren. – Über Liebesempfindungen mit Zielhem̄ung – – Beziehungen u Übergang von Liebe in Haß.
Zweifel ob es überhaupt die anderen Arten von Konflikt gibt außer dem zwischen Ich und Libido? der zwischen Liebe u Haß ist doch für Zwang charakteristisch.
CD: Zur Datierung dieser Sammlung: Wann gebraucht Freud den Begriff des Narzißmus erstmals? 1912-005/1912: Psychologie des Liebeslebens.
Signatur: 1901-111/1901:3v:1 Datierung CT: 1909-12-22[ca.]
[Der Narzißmus macht den Mann homosexuell]
[…] Sonntag […] Behagen u ohne die sonstige Unruhe. Ein Italiener fragt wegen Übersetzungen. Ein schönes Anzeichen. Das Zwischenreich der Phantasie bei den Verdrängung sehr zu beachten. Was wir von der Homosexualität bisher ψα kennen, ist das Stück Mechanismus, welcher vom Weib wegdrängt. Nicht das, was sich an die Stelle setzt und dessen Bedingungen.– Die wichtigste Unterscheidg ist die, ob Inversion ganze Person betrifft oder nur das Objekt. Der Narzißmus macht den Mann homosexuell, nicht über das Weib, bei dem wird er zum Träger [einer] Sehnsucht nach dem Mann, wie es selber […] war. Dieselbe unerwartete […]
Signatur: 1901-111/1901:3v:2 Datierung CT: 1909-12-15[ca.]
[Worcesterverträge, H.]
[…] wo eine […] die Kritik v Jones, der Brief von Putnam u die Erlaubnis von St. Hall zur Publikation der Worcesterverträge diese Funktion erfüllt. Mit der Hirschfeld komme ich wirklich entscheidend weiter. Neugierig ob es hier ein Erfolg wird. Kaum war die volle Gleichgiltigkeit für den […] Bedingung […]
CD: Geht es um: 1910-001: Fünf Vorlesungen über Psychoanalyse: Über die Entstehung und die Entwicklung der Psychoanalyse Oder Freuds Übersetzung von: Putnam, James J[ackson] ›On the Etiologie and Treatment of the Psychoneuroses‹ unter dem Titel ›Über Ätiologie und Behandlung der Psychoneurosen‹ CT: Elfriede Hirschfeld (1873–1938), Freuds „Großpatientin“ in Freuds Behandlung seit Oktober 1908; vgl. Falzeder (1995); Skues (2019).
Signatur: 1901-111/1901:3v:3 Datierung CT: 1910-04-22
[Solche Einsichten haben doch noch etwas Befriedigendes]
[…] Gegensatz nicht […] ¿¿¿ wir das Entwicklgs[…] Es ergäbe ein sehr bemerkenswertes aetiolog. Schema. Die Impotenz und andere Hem̄ungen müßten da Platz finden. Noch sehr dunkel – Non liquet. Das Hervortreten der Homosex bei Paranoia könnte hier auch anders gedeutet werden, als Rückbildung der Sublimirungen, von denen die homosex die bedeutendste u häufigste ist. Auch die Kombinationen u Aufeinanderfolgen müßten dabei Erklärung finden. Bei der Hirschfeld unterdeß erkannt, daß ihre Fröm̄igkeit bereits Reaktionsbildg uz.war auf Todeswünsche gegen die Mutter, wohinter die Pt. den Messias zu gebären, die dann Neigung zum Christentum begründete, u später daß ihr fast angstfreies Jahr vor Ausbruch der Splitterangst darauf gieng, daß sie sich zur Mutter zurückwandte u ihre kleine Schwester als Kind anzunehmen beschloß. Ihre Unheilbarkeit kam davon, daß sie die Beeinflußung durch die Ärzte als richtig erkannte Untreue ablehnte, so zur Regression gezwungen kam sie zum Vater, den sie in P. fand. Sie lehnte aber ab, weil sie bereits längst mit anderen Männern in der Ph intim geworden war u der Realisirung der Ph auswich.– Die Fröm̄igkeit die B für alles. Solche Einsichten haben doch noch etwas Befriedigendes.
CD: Fall Schreber 1910-1911
Signatur: 1901-111/1901:3v:3r:1 Datierung CT: 1912-12-22
1897-113/oD/3r/1: Schöne Erklärung der Splitterangst
Schöne Erklärung der Splitterangst vor ihr selbst gegeben. Sie glaubt als Kind gehört zu haben, daß der Storch durchs Fenster kom̄t u es muß zufällig ein Fenster zu einer solchen Zeit zerschlagen gewesen sein, was sie als Beweis dafür nahm. Splitter beweisen also, daß es ein Kind gibt. Das Symptom gehört also zur inf. Sexualforschung.
Signatur: 1901-111/1901:3v:3r:2 Datierung CT: 1910-01-16[ca.]
1897-113/oD/3r/2: Übertragung und Hindernis
Übertragung und Hindernis. Das muß schärfer genom̄en werden. 1). Erstens die Ü ist so lange nicht anzugreifen solange sie kein Hindernis ergibt. 2). Sie wird früher zum Hindernis, als in sponatanen Fällen wegen der Hinlenkung der Aufmerksamkeit, 3). wegen der Neigung Widerstände zu bilden, die von der Arbeit ausgeht, u wegen ihrer ausgezeichneten Eignung dazu 4). wegen ihrer Intensität oder sobald sie eine zu große Intensität erreicht 5). wegen ihrer negativen Seiten die mehr oder minder gut ausgebildet sind. Es bestand bei mir die Neigung die Hindernisnatur der Übertragg überhaupt auf das letzte Moment zu schreiben, allein dies nicht haltbar, viel komplizierter. Im Ganzen setzt sich die ψα in Nachtheil gegen die Suggestivbehandlg, indem sie frühzeitig die Üb negativ macht, Konflikte hervorruft, aber durch deren Überwindung wirkt sie heilend.
Signatur: 1901-111/1901:3v:3r:3 Datierung CT:
1897-113/1910/3r/3: Beeinflußung des Sextriebes
Sonntag 9 Jan. 10 Es ist ein wahrsch. gerechtfertigter Gefühlspunkt, daß wir bei der Beeinflußung des Sextriebes nichts anderes zu Stande bringen als Vertauschungen u Verschiebungen, so daß ein Pat., der uns einen Komplex eröffnet, gleichzeitig eine entsprechende Übertragg gebildet hat, die ihm Ersatz dafür bietet. Bei dem Tausch ist allerdings viel zu profitiren. Aber das Verhalten stellt die Analogie mit der Dem. praecox her.
Signatur: 1901-111/1901:3v:3r:4 Datierung CT:
1897-113/oD/3r/4: Die Menschen vertragen die Elternlosigkeit nicht
Die Menschen vertragen die Elternlosigkeit nicht u so schaffen sie sich ein neues Elternpaar aus Gott und der Natur: Grund, letzter Grund der Religion die Hilflosigkeit des Menschen.
Signatur: 1901-111/1901:3v:3r:5 Datierung CT:
1897-113/oD/3r/5: die Leute auf der Gasse zu stoßen
Die Angst der Hirschf. die Leute auf der Gasse zu stoßen heißt: Wenn ich ein Mann wäre, würde ich mit dem Penis zustoßen (Er an Stoß mit Eisenstange fast ins Auge als sie 12j. Kind war), so daß keine Frau unbefriedigt oder kinderlos bliebe. Diese Libido tritt als Wut auf, erstens wegen des sadistischen Misverständnißes, zweitens in Folge der Unterdrückg der realen Wut.
Signatur: 1901-111/1901:3v:3r:6 Datierung CT:
1897-113/oD/3r/6: Die Wissenschaft ist die Grübelsucht der Menschheit
Die Wissenschaft ist die Grübelsucht der Menschheit. Fehlen des sozialen Moment, Eigenständigkeit bei der Zwangsneurose.
Signatur: 1901-111/1901:3v:3v:1 Datierung CT:
[Charakterverkehrung]
[…] sam̄enhängen. […] ist ein ¿¿¿¿ der Punkt der […] in feminine Charakterverkehrung? Und wo die fehlt? Drei Momente bis jetzt: Verdrängg der Leibe z. Mutter Narzißmus z. eig. Genitale weibliche Charakterverkehrg Objektfindung vom Ich aus anstatt von der Mutter […], die auch normal neben einander be[…]
Signatur: 1901-111/1901:3v:3v:2 Datierung CT: 1910-01-16[n]
[Aufsatz von Robert Scheu in der Fackel]
[…] Binswanger ist nicht […] Frau ist welk u grantig. Ziel dieses Jahres ist mit einem Vermögen von […] gegen 60 des vorigen abzuschließen. Es droht mir angeblich ein persönlicher Aufsatz von Robert Scheu in der Fackel. Sonderbar, wie sich nun mein Ehrgeiz dazu verhält.– Ganz deutlich, daß ich mich sehr darauf freue u sehr empfindlich gegen die zu erwartende Kritik sein werde. Dahinter der Ärger über solche Popularität u eigene Dum̄heit. Am besten wäre es, wenn das Kraus persönliche Empfindlichkeit nach unserer Fackeldebatte den Artikel verhüten würde, und arg, wenn er ihn verhunzen würde. Zu Haussymbolik gehört, daß Haus ein Weib ist Vagina das Hausthor u die Treppe der Coitus, so bei einem Manne, der sich als Haustraum begreifend u Agorophob ist (Robitsek). Bei einem Weib könnte Haus ohne weiteres auch Mann bezeichnen, ich […] die Phantasien könnten auch in […]
CD: Vor 100 Jahren erschien die erste Nummer der "Fackel ... Wien liebt seinen Karl Kraus ungefähr so wie seinen Sigmund Freud. ... " schrieb Robert Scheu 1909 Quelle: https://www.furche.at/feuilleton/eine-jahrhundert-instanz-1304403 Robert Scheu, * 11. Juli 1873 Schönau, Niederösterreich, † 25. Jänner 1964 Wien, Jurist, Journalist, Schriftsteller, Sozialist. Von 1906 bis 1909 erschienen mehrere Artikel von ihm in der "Fackel. Robert Scheu: Karl Kraus. Geschrieben zum zehnten Jahrestag des Erscheinens der "Fackel". Wien: Jahoda & Siegel 1909 CT: Robert Scheu (1873–1964), ein Wiener Jurist und Journalist (er war Redakteur der Arbeiter-Zeitung, und Mitarbeiter der "Fackel" und des "Simplicissimus") hatte Im Jahre 1901 in Wien eine "Kulturpolitische Gesellschaft" gegründet und war ihr erster Präsident. Dieser Robert Scheu war seit seiner Studienzeit mit Eduard Hitschmann und Paul Federn befreundet. Er hatte eine Freundin namens Helene Stiassny, die er eigentlich heiraten wollte. Sie war die Tochter des bekannten Handschuhfabrikaten Franz Clemens Stiassny. Im Jahr 1895 eröffnete ihm Helene, dass sie seit einem Jahr bei Professor Freud in Behandlung sei. Ihre Krankheit sei so schlimm, dass sie ihn nicht heiraten könne. Von da ab begann sich Robert Scheu für Freud und die Psychoanalyse zu interessieren. Es kam wohl auch zu kürzeren Begegnungen mit Freud. Am 8. März 1904 veröffentlichte Scheus Kulturpolitische Gesellschaft im Illustrierten Wiener Extrablatt ein „Kommuniqué“, in dem sie für eine Reform der Ehegesetzgebung eintrat. Im April 1904 wurde dann von der österreichischen Regierung eine Kommission zur Revision des bürgerlichen Gesetzbuches eingesetzt und im Januar 1905 startete die Kulturpolitische Gesellschaft eine Eherechtsenquete (SFG 10, S. 199-204) Robert Scheu: Karl Kraus. Geschrieben zum zehnten Jahrestag des Erscheinens der "Fackel". Wien: Jahoda & Siegel 1909 Alfred Robitsek (1871-1937), Patient Freuds von 1904 – Mai 1912 Mai
Signatur: 1901-111/1901:3v:3v:3 Datierung CT: 1910-01-09[ca.]
[auf Vater wartete]
[…] Rechte […] nicht mehr weiß, wer […] wahrsch. doch der Vater, daß sie erst mit 10 J […] Geburt der Kleinen sich selbst zu waschen begann, daß sie bei Verwandten nicht allein zu Bett gehen wollte, sondern auf Vater wartete, sie weiß nicht, zu welcher Hilfeleistung
Signatur: 1901-111/1901:3v:3v:4 Datierung CT: 1910-01-02[ca.]
[ihr Kinderwunsch]
[…] ihr Kinderwunsch kam auch […] die Rittersp ist deutl. Masochistin, was sich in Kur zuerst durchsetzt. Später umschlägt in volle Rücksichtslosigkeit, ein masochist. Zug auch bei Maggie […] Sadismus […]
Signatur: 1901-111/1901:3v:3v:5 Datierung CT: 1909-12-25[ca.]
[japanische Zwergtanne]
Samstag 25 Dez Schönster […] etwas Kraft zur Frechheit in mir. So war ich denn frech in den polemischen sTellen der Verträge in Worcester. Es ist doch ein ganz kolossales Gebäude u eigentlich durchaus von mir. Die japanische Zwergtanne in der Mitte des Zim̄ers gibt mir auch heitere Stim̄ung. Sie wird leider nicht bei mir […] Mit der Verausgabung von soviel […] [kenne] ich mich eigentlich wider […]
CD: 1909 fiel der 25. Dezember auf einen Samstag
Signatur: 1901-111/1901:3v:3v:6 Datierung CT: 1910-02-13[v]
[Koprophilie]
[…] für die […] u die Wißbegierde für […] […] [alles] sein, an der Koprophilie ist ja […] […] anderes aber Analerotik. […] die unterbliebene […]
Signatur: 1901-111/1901:4r.1 Datierung CT:1909-12-27[ca.]
[Da ich steril bin]
Da ich steril bin, soll alles steril sein, sagt sie zur Begründung ihrer Bakterienangst. Das alle Leute umbringen, die Unbestim̄theit der Personen in den Wahn‑ u Zwangsvorstellgen spiegelt die Gleichgiltigkeit des Objekts im Unbw u bei der Übertragg. In den Produktionen der stümperhaften Dichter geben gerade die Mängel, Fehler der Motivirg etc den Ausblick auf die unbw. Motive.
Signatur: 1901-111/1901:4r.2 Datierung CT: 1911-12-08[ca.]
[Die Metapsychologie des Jenseits]
Die Metapsychologie der Jenseits. Der Mesch wird genötigt, das Lustprinzip, nach dem er sonst arbeitet, zu durchbrechen, und die momentane Vorlust einer späteren Endlust zu opfern. Diesen großen Schritt projicirt er als die Existenz eines Jenseits, in dem man für solchen Verzicht entschädigt wird, in die Weltordnung. Dazu die Stellung der Wissenschaft.
1910/11?
Signatur: 1901-111/1901:4r.3 Datierung CT: 1910-10-26
[Die Ungebildeten u Wilden]
Die Ungebildeten u Wilden überschätzen ψ Leistungen, die ihnen wenig geläufig sind: Symbolisirg, Wortfindung, Phantasiebildung wie bei uns das Volk das Gedruckte und schreiben all diesen Effekten Zauberwirkung zu. Die geringere reale Bedeutung u die größere Ehrung fallen zusammen.
Signatur: 1901-111/1901:4r.4 Datierung CT: 1910-09-02[n]
[Das Fahren des Zuges durch den Tunnel]
Das Fahren des Zuges durch Tunnel, wobei er zeitweise unsichtbar wird, ohne sonst sein Wesen zu ändern, u worauf er sich streckenweise auf sichtbarem offenen Geleise fortsetzt, ist das beste Gleichnis für das Passiren eines Gedankenganges aus dem Bw ins Ubw u wider herauf ins Bw.
Signatur: 1901-111/1901:4r.5 Datierung CT: bei CT noch offen
[Die neue Arbeit]
Die neue Arbeit soll a) den Nachweis erbringen, daß nicht der Gegensatz der Geschlechter, sondern der Triebe das Wesen der Neurose aufklärt. 2). daß die Neurosenwal auf den infantilen Fixirungen beruht und von den Entwicklgsphasen des Ichs und der Libido in ihren Mechanismen bestim̄t wird.
Signatur: 1901-111/1901:4r.6 Datierung CT: 1910-09-02[ca.]
[Daß der Moralist gerade so unrecht hat]
Daß der Moralist gerade so unrecht hat, wenn er die Eitelkeit von Schönheit, Reichtum, Macht behauptet, wie der Philosoph, wenn er die Realität von Zeit, Stoff und Raum bestreitet, u daß die gemeine menschliche Schätzung gerade so recht behält wie der sog. gesunde Menschenverstand. Banal ist die Wahrheit. Die Wissenschaft hat die Aufgabe, im Banalen die Wahrheit nachzuweisen.
Signatur: 1901-111/1901:4r.7 Datierung CT: 1910-09-17
[Der Schlafzustand]
Der Schlafzustand aber giebt das Ebenbild der ψ vor der Anerken̄ung der Realität, denn er besteht in einer absichtlichen bew. Verläugnung derselben.
Signatur: 1901-111/1901:4v:1 Datierung CT:
[Ich habe die ewigen Widerholungen satt]
[…] bleiben können […] ¿¿¿¿¿ zu Weihnachten […] zur Arbeitsbereitschaft. Ich bin ganz entwöhnt einmal eine Stunde zur […] Arbeit zu haben. Soll ich mich über meinen theuren Leonardo machen? Amerika ist im Concert die Sexualtheorie fertig bei Seite gelegt, beides sehr füchtig behandelt. Ich habe die ewigen Widerholungen satt.
CD: Datierung: Vor Leonardo, Montag 27. Dezember war 1909
NEUE NOTIZ Signatur: 1901-111/1901:4v:2 Datierung CT:
[…] Montag 27 Dez. Th. Beer ist nicht so großartig […] aus der Ferne […]
CT. Montag 27. Dezember war 1909 Datierung: Vor Leonardo; Montag 27. Dezember war 1909 Theodor Beer (1866–1919) war ein jüdischer Arzt und Physiologe und leidenschaftlicher Aktfotograf. Der Millionär galt als Lebemann. Seit 1903 war er Dozent an der Wiener Universität. 1904 wurde er beschuldigt, minderjährige Knaben bei Fotoaufnahmen unsittlich berührt zu haben. Die Urteilsverkündung fand am 25. und 26. Oktober 1905 statt. Beer wurde zu „drei Monaten Kerker“ verurteilt (Neues Wiener Tagblatt, 27.10.1905, S. 11). Im Zusammenhang mit dem Prozess wurden Beers akademische Titel aberkannt. Nachdem er nach dem Ersten Weltkrieg den größten Teil seines Vermögens verloren hatte, beging er 1919 Selbstmord (SFG 10, S. 209f.)
Signatur: 1901-111/1901:4v:3 Datierung CT:
[Zum Holztraum]
[…] Namen aus der […] Bedeutung verloren. […] Verrichtungen können nun rückgreifend […] fürs Sexuelle eintreten u so auf ihrem Ursprung zurückgeführt werden. Zum Holztraum: Im Spanischen heißt Holz = madera wahrsch. Portug: Madeira, dh: nach Materie überhaupt […] der wird dem Namen nach der […] Geist u Materie = Vater
CT: Siehe Notizbücher, S. 156
Signatur: 1901-111/1901:4v:4 Datierung CT:
[Lust u Realitätsprinzip]
[…] völlige […] Lohn zur letzten die so gegen […] werden.– Göttliche Rechtfertigungen. –––––––––––– 3. Ideen – Erziehung u Vorlust – – Lust u Realitätsprinzip – Mythol. Projektion – […] – mit ¿¿¿ des Kindes
1910/11
Signatur: 1901-111/1901:4v:5 Datierung CT: 1910-09-02
[weil mit 21 Jahren]
[…] weil mit 21 Jahren , aber ich […] wie unlösbar ist für das eigene Ich die Verknüpfung von Somatischem u Realistischm u ein Anderer weist doch eigentlich nie etwas rechtes von einem.
Signatur: 1901-111/1901:4v:6 Datierung noch offen, weil neue, zusätzliche Notiz
[Gestern im Zug]
Freitag 2 Sept. Gestern im Zug. konnte also nichts notiren. […] also nicht in Paris, auch nicht wie […] nach Lyon, das ich […]
Signatur: 1901-111/1901:4v:7 Datierung CT: noch offen
[Im Gespräch erwähnte ich]
[…] stopfung scheint […] klären sich. Die Widerstände, […] an Fer habe, hängen mit den Schwierigkeiten selbst zusam̄en. Das geht so zu: Im Gespräch erwähnte ich, daß ich in der Auffassung des […] unsicher bin, weil ich fürchte, durch ubw. […] Fliess dh Gegnerschaft zu […] heute Nacht hatte ich
Signatur: 1901-111/1901:4v:8 Datierung CT: 1910-09-02[ca.]
[Sizilien, Fliess]
[…] verschob […] Daß ich Ehrmann ja durch […] mit seiner Tochter gewinnen könnte, daß ich […] aber bei einer Wertung von seiner Seite sage, ich mag die alte Lues u die ganze Familie nicht. Eingeschoben weil dazischen eingefallen. Ich weiß nicht warum […] die hebende Wirkg der Reise nach Sizilien jetzt woraus […] völlige Befreiung von Fliess (jetzt nach der Ab[reise] […] mit seiner Frau anstatt […] […] ¿¿¿ Moment. Ich […]
CD: Ehrmann Forscher zu Lues, Siehe Ehrmann: Salomon Ehrmann (1854-1926) Quelle: https://ub.meduniwien.ac.at/blog/?p=31811 Text: Dr. Walter Mentzel Salomon Ehrmann wurde am 19. Dezember 1854 in Ostrowetz in Böhmen (heute: Ostrovec/Tschechien) als Sohn vom Marcus Ehrmann und Franziska Fanny Ehrmann, geborene Sachsel, geboren. Nachdem er 1874 sein in Prag begonnenes Studium der Kunstgeschichte abbrach, begann er im Semester 1874/75 an der Universität Wien mit dem Studium der Medizin, das er am 31. Juli 1880 mit der Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde abschloss.[1] Bereits während seines Studiums arbeitete er von 1879 bis 1883 an dem unter der Leitung von Carl Friedrich Claus (1835-1899) stehenden Zoologischen Institut in Wien. Hier wurde der Physiologe Ernst Brücke (1819-1892) auf ihn aufmerksam, der sein zeichnerisches Talent erkannte und ihn am Physiologischen Institut als Demonstrator engagierte. Nach seinem Studienabschluss arbeitete er bis 1884 als Sekundararzt u.a. bei Moriz Kaposi (1837-1902) und von 1884 bis 1888 bei dem Dermatologen Isidor Neumann (1832-1906) als dessen Assistent. Als Assistent von Neumann beschäftigte er sich mit dem Studium über die „Wege des syphilitischen Virus“ und hielt zu diesem Thema in seinem Laboratorium in der Buchfeldgasse in Wien 8 Vorlesungen. Sizilien-Reise
Signatur: 1901-111/1901:4v:9 Datierung CT: 1910-09-17
[Schönheit]
[…] Verzagen. Erst mit […] bekom̄t Schönheit Bedeutg u wird ' Anlaß der Neurose […] das Weib vor, Neurose wie die Kunst […] des Weibes. All die Schön[…] Genitals
CT: Notizbücher S. 151.