Rank, Otto (1906-503/1906): Das Inzest-Drama und seine Komplikationen (Manuskript). Zweiter Teil: Das inzestuöse Verhältnis zwischen Geschwistern. Vortragender Otto Rank
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Das Inzest-Trauma und seine Hauptreactionen.
(Manuscript).Zweiter Teil: der unvollendete Arbeitskreis zwischen Geschwistern.
Vortragender: Otto RankDie Wiedergabe des Vortrages ist mit dem Hinweis auf sein
heutiges Erscheinen in Buchform enthalten.
Rank geht zunächst auf die Diskussion vom Feuilleton ein.
Die meisten nervenleidigen Eltern sind die Form des Vortrages zunächst
den Zweck betroffen; dieser Mangel beruht auf dem Wesen der
Arbeit begründet. Rank lege zunächst das Hauptgewicht auf
die Vereinzelung seiner Erscheinungen in Zahlen und dann
auf den Text der Papier-Auszüsse. Die kleinen Athemaserungen würde
man an den Text nur mit aufführen, sondern man müsse von
einer heute allgemein anerkannten Basis – wirteren falls der
seine literaturgeschichtlichen Forschung aufgegeben und der
Leser nur die leeren die Grenze der Psychoneurosen suchen,
jedoch selbst in den Text hinein, sei eher geneigt. Er sei
aber die Arbeit einerseits eine Zusammenstellung der meisten
in der Literatur verstreuten Zufallsfälle unterseite.
Er bemerkte er habe lieber Zeitungsberichte; ansonsten habe
diese keinen höheren Wahrheitsgehalt herangezogen, sei bei
den klinischen Fällen schwierig gewesen und konnte natürlich
die konzentrierten Form des Vortrages nur mit wenig verwirken.
Dieser Vartismus war aber leicht analytisch gezeigt werden.
Rank geht kaum verborgene der einige Erwägungen in
Angrengen. Er verwechselt geigte unbrauchbare Veranlaßung
der Mitte der Bewegung heute auf einen weiterführenden Stand
den Wille damit will die absoluteste Behauptung sondern dieS.
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in seiner Sexual-Psychologie im Gegensatz dazu „unabsichtlich“
genannte Verdrängung, die einen wesentlichen Faktor in der
normalen Entwicklung des Individuums bilde. Die Einwendung
Federns, wonach es sich in den Mythen und in den Geschichten
der Königshäuser meist zwischen Vater und Sohn nur um
einen Kampf um die Herrschaft handle, sucht Rank mit
dem Hinweis auf seine Ausführungen zu entkräften, wonach
das Motiv des Kampfes um die Herrschaft dem tiefer wurzelnden
sexuellen Motiv nur vorgeschoben sei.
Zu Adlers Bemerkung über das Verbrechen, gibt Rank noch die
Aufklärung für die Kindermorde, Gattenmorde und Doppel-
selbstmorde.
Nun folgt der Vortrag des zweiten Teils, woran sich dann der Beginn der
Diskussion schließt:Graf hält die ihm bekannten Tatsachen für richtig; das ihm unbe-
kannte Material könne er nicht kontrollieren. Er erwähnt
seinen Versuch, auch im Tasso die verhüllte Neigung Goethes
zu seiner Schwester Cornelie nachzuweisen, auf Grund der
Tatsache, das auch Tassos geliebte Schwester Cornelie
geheißen habe und im Zusammenhang mit der Sexualab-
lehnung des Helden in Goethes Drama der Eleonore gegenüber.
Er erwähnt dann, dass Wagner seine jüngere Schwester geliebt
habe; als Kind habe er an ängstlichen Träumen gelitten,
sei in der Nacht plötzlich schreiend aufgewacht und habe
nach seiner Schwester verlangt. Das geheimnisvolle
Dunkel, das um die beiden Gestalten der Erda und Kundry
gehüllt sei, könne er nicht lichten; er vermutet aber dahinter
verdrängte unbewußte Regungen.
Adler zollt zunächst der fleißigen MaterialsammlungS.
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und der einheitlichen Durchführung des Gedankens, nämlich
die infantilen und sexuellen Regungen überall aufzuzeigen,
seine Anerkennung. Er halte die Arbeit im grossen und
ganzen für einwandfrei und könne den Vorwurf, dass Rank,
zu weit gegangen sei, nicht berechtigt finden. Er kommt
noch einmal auf das Verbrechen zurück und bemerkt, er
habe den Eindruck gehabt, als ob der Vortragende das Verbrechen
in jeder Form im Rahmen des Inzests unterbringen wollte;
das könne er natürlich nicht billigen. Er erwähnt dann,
dass Ranks Resultate eine Bestärkung und Bekräftigung
für die Mitglieder der Gesellschaft, an ihren bisherigen
Auffassungen festzuhalten, seien.
An den Gesamteindruck über das Buch knüpft er vornehmlich
zwei Gedanken: die Bedeutung der Kunst für die Entwicklung
(die kulturelle und geistige) eines Volkes sei bisher überschätzt
worden. Untersuchungen, wie die von Rank, seien der
Entwicklung der Kunst nicht förderlich; ja diese Untersuchung,
weiter fortgesetzt, könnten dem Volksgeist gefährlich werden. Die
Produktionskraft des Künstlers werde durch den übergrossen An-
teil des Bewußtseins gehemmt, er werde unfähig zum schaffen,
was natürlich einen Untergang der Kunst bedeute: dafür
könne aber die Erweiterung des Bewußtseinskreises auf
andere Gebieten ein Äquivalent bieten.
Eine zweite Befürchtung spricht Adler für die Haltbar-
keit der Familie aus. Das hohe Bewußtsein des Volkes könne
die Kinder vor Inzest-Regungen nicht bewahren; die
Frage ist, ob die Pädagogik das können wird und dadurch
die Familie vor dem Untergang im Dualismus (zwischen dem
hohen Bewußtsein der Eltern und den unbewußten RegungenS.
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der Kinder) bewahren wird, so dass sie die Familie gleichsam
als pädagogische Zelle wird aufrechterhalten können.
Im Anschluß daran verweist Adler auf seinen vor Jahren
unternommenen Versuch, die Psychologie des Politikers
zu ergründen, durch den Nachweis, dass die Ansicht, die
der Politiker vertritt (insbesondere bei Reformfragen usw.)
in persönlichen Motiven wurzelt. So glaubt Adler auch, dass
die Sozialpolitiker, die sich in ihrem Programm gegen den
Bestand der Familie wenden, eine dunkle Ahnung von
den inzestuösen Zusammenhängen haben.
Schließlich bedauert Adler seinem Lieblingsgedanken
nicht folgen zu können und die organischen Wurzeln der
Inzest-Regungen nachzuweisen; er wolle nur soviel
sagen, dass sich aus medizinischen Untersuchungen bei
den Dichtern jedesmal eine abnorme Frühreife kon-
statieren lasse, deren Ursache aber nicht ohne weiters
verständlich sei. Als Beispiel führt er an, dass es
ihm gelungen ist Jean Paul als einen Bettnässer nachzu-
weisen. –