[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Kurze Referate der Literatur und kasuistische Mitteilungen aller Anwesenden 1908-420/1908.01

Rank, Otto (1908-420/1908.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Kurze Referate der Literatur und kasuistische Mitteilungen aller Anwesenden

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    Zwanzigster Vortragsabend
    am 4. März 1908. —





     

                                aus der Literatur

    Kurze Referate und Kasuistische Mitteilungen

    aller Anwesenden.

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    Kurze Referate aus der Literatur:

        Adler erwähnt anschließend an den Bericht von Friedländer das
    Referat über eine Versammlung in Frankfurt a/M., wo Friedländer das—
    selbe wie in dem Bericht sagte, wo aber Auerbach, der einiges von
    unseren Dingen kennt, namentlich gegen Aschaffenburg Stellung
    genommen hat. —

        Aus den Folia neurobiologica führt er ein Ref. des Krakauer Prof.
    Orszanski über Genese und Natur der Hysterie (gehalten am Amsterdamer
    Kongress 1907) an, der die Wurzel der Hysterie in Entwicklungsanomalien
    der Sexualorgane sucht. —

        Der Auszug eines engl. Psychiaters sei ihm zu Gesicht gekommen,
    der eine merkwürdige Einteilung der Neurosen vornimmt; eine davon
    nennt er die Geizneurose.

        Schließlich ein Ref. Bümkes über Muthmann.

    Bücher: Paul Albrecht: Fritz Reuters Krankheit.
                    Szöllössy      : Mann und Weib (Zwei grundpichol. Unters.)
                    Ziehen        : Das Gedächtnis
                    Kassowitz    : Welt, Leben, Seele (Auszu aus d. allg. Biologie).
                    Zeitschrift f. angewandte Psychologie: der Menschenkenner,
                                                              Wigand, Leipzig.

    Rank bringt aus einem Briefe Schillers an Körner (vom 1. Dez. 1788)
    eine Stelle zur Verlesung, die in treffender Weise das Wesen und die
    Bedeutung des Einfalls im Freudschen Sinne charakterisiert.—

        Bücher:    Hoche: Moderne Analyse psychischer Erscheinungen.

    Hitschmann verweist, anschließend daran, auf die tiefe psychologische
    Erkenntnis in Nietzsches Genealogie der Moral (3ter Abschn. vom
    asketischen Ideal) und schlägt es zum Referat und zur Disk. vor.—

        In einem Aufsatz der Z. f. d. ges. Strafrechtswissenschaft (Bd 27, S. 601)
    über die Grundlagen der physiolog. Tatbestandsdiagnostik lässt
    Karl Heilbronner Zweifel an Jungs Versuche laut werden.—

        Zu erwähnen sei schließlich noch ein Aufsatz von M. Rosenfeld

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    über die prophetischen Störungen bei der vasomotorischen Neurose. —

        Bücher:    Hellpach: Geistige Epidemien
                            Ehrenfels: Sexual-Ethik
                            Stoll       : Das Sexualleben in der Völkerpsychol.


     

    Stekel erwähnt zunächst einen Roman: Edele Prangen von
    Otto Gysae, wo der Konflikt der Inzest-Gedanken gegen die
    Schwester durch Heirat einer Cousine gelöst wird. —

        Aus Emil Luckas Buch über die Phantasie bringt er einzelne
    Stellen aus dem Kapitel zur Grundlegung der Charakterologie
    zur Verlesung.

        Schließlich weist er noch auf Adlers Deutung der Träume einer
    Prostituierten in d. Z. f. Sex. Wis. hin.

        Von Büchern, die sich mit der Psychologie des Genies beschäftigen
    erwähnt er: eines von dem Giessener Psychiater Sommer, ferner
    Reibmayr: Genie u. Talent, eine soziol. Studie, — die
                                    er sich zu referieren entbietet. —

    Federn erwähnt zwei lobende Rezensionen von Ellis über die Bücher
    Freuds im Brain, ferner ebenda eine Arbeit von Johns, der
    behauptet, die Rezidive bei Geistesgestörten hängen von den soc.
    Bedingungen ab. — Auch eine Arbeit Boltons über die
    Beziehungen der propr. Paralyse post-luet. zur senilen
    Demenz sei erwähnenswert: es bekämen nur jene Paralyse, die,
    wenn sie nicht infiziert wären, dement würden. —

    Deutsch referiert kurz Manns Herzogin von Assy und
    Ginzkeys Roman: Jakobus und die Frauen. —

        Zum Beweise wie im Stadium der höchsten Ekstase Liebe sich
    mit der Kunst berührt erzählt er eine Wagneranekdote.

    Heller schlägt Hauptmanns Drama: Kaiser Karls Geisel zum Ref. vor.—

    Prof. Freud erwähnt kurz Löwenfelds Buch: Homosexualität u. Strafgesetz,
        das eine ausführliche Ref. wert sei, worin L. die Ansichten Freuds

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    über Homosexualität nachdrücklich zur Geltung gebracht habe —
    (Verschmupff Blocks in der Hefts d. Z. f. d. S. Wis.). — |


     

    Kasuistik.

        Rank versucht mit dem Hinweis auf den Mythos vom blinden
    Treffschützen und Heranziehung einiger charakteristischer
    Stellen aus Schillers Tell-Dichtung, eine Wurzel derselben,
    die Minderwertigkeit von Schillers Augen (Kurzsichtigkeit, Bindehaut-
    Entzündung, Vererbung) nachzuweisen.—

            Daran knüpft sich eine weitläufige Diskussion:

    Stekel empfindet die Universalisierung der Minderwertigkeitslehre
    schon peinlich. Der Mythos vom blinden Schützen sei gar kein
    Beweis für ihre Richtigkeit, denn man wisse nicht, ob der
    Schütze von Geburt blind war oder erst später erblindete u.
    voran er erblindete. — Treffender dünke ihm die Erklärung
    des blinden Schützen als Gott Amor; der Schütze sei ein Liebes-
    schütze, der auch der Blinde anführen könne. Das Kleine
    (Tell knabe) bedeute das Genitale und auch der Apfel sei ein
    bekanntes Sexualsymbol. —

    Hitschmann findet die Erklärung paradox & gezwungen u.
    die Minderwertigkeit an den Haaren herbeigezogen.—

    Adler kann den Widerstand gegen die Minderwertigkeitslehre
    nur daraus erklären, dass sie nicht verstanden worden sei.
    Das Einschlagen des Eberhardes bei Schiller ist natürlich
    nicht das treibende Motiv der Dichtung. — Er glaube aber,
    dass überhaupt keinen Dramatiker ohne minderwertigen
    Sehapparat geben könne: er schaffe ja im Gehirn die Scene
    und müsse sie so sehen, wie sie dann auf dem Theater wirklich
    aufgeführt werde. Einen kleinen Übergang zur Karose bilden die
    Geistererscheinungen (Shakespeare).

    Graf bemerkt, er kenne Adlers Buch noch nicht; man müsse sich

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    aber verwahren gegen die Anwendung der Theorie, wo sie nicht
    hingehöre — Ranks Darstellung werde auch der Einzelzüge
    nur mit Kopfschütteln anhören. Der Tell-Mythos hänge
    mit dem Odyssee-Mythos innig zusammen. Hinter Odysseus
    steht ursprünglich Apollo, der Sonnengott, der zur Zeit der
    Wintersonnenwende zurückkehrt.

        Bei der Apfelschuss-Scene sei vielleicht ein Einschlag der
    „Augenminderwertigkeit“ zuzugeben.

        Aber gegenüber bemerkt er, er könne sich keinen Dichter
    ohne vollkommen organisierte Auge vorstellen; der Dichter
    denke mit dem Auge. Die größten Dichter hätten ein feines
    Sehorgan. — Die Dichter zweiten Ranges, die innerlichen
    (zb. Novalis) dürften eher ein schwaches Auge haben. —

    Federn nimmt entgegen Rank Erklärung Stellung.
    Die Wahl des Schützen könne wohl leicht mit der Minderwertig-
    keit zusammenhängen; aber die Beweise seien nicht
    stichhaltig.

    Prof. Freud hebt hervor, dass vom Standpunkt der ver—
    gleichenden Mythenforschung, auf der ja Ranks Deutung
    fuße, sich eine Reihe von Einwendungen erledigen.
    Die vergl. Mythenforschung halte sich nur an das Motiv und
    berücksichtige die Anordnungen gar nicht. — Ranks
    Deutung sei eine sehr schöne mythologische Bestätigung
    des Adlerschen Prinzips und gesichert in wenige Züge.
    Der Mythos vom Schützen sei uralt und hänge mit dem
    Sternbild des Schützen zusammen. Neben dieser astralen
    Bedeutung darf man gleichberechtigt die psycholog.
    hinstellen. — Verwerflich sei nur Stekels Methode. —


     

    Federn berichtet über die Auflösung eines schweren Einzel-
    symptoms bei Hysterie, es handelte sich um Magenschmerzen,

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    die sich auflösten als herauskam, dass Pat. als Kind in Zeit
    starker Onanie die Eicheln wieder verschluckte, da er gehört
    hatte, der Verlust schwäche den Organismus. | cont. next page.

    Steiner erzählt zwei Fälle von Impotenz. — Im ersten handelt
    sich um einen 30 jähr. Mann, der plötzlich aus unerklärlicher
    Ursache impotent wurde. — Der Pat. trieb Koitus mit einer
    Dame, die er verehrte, bewältigte mit der Sexualablehnung
    auch die Impotenz. — Im zweiten handelt es sich um einen Mann,
    der seit 10 Jahren ein Verhältnis hat, Koitus einmal in 2 Wochen;
    er ist d. Verhältnisses überdrüssig und möchte gern ein anderes
    mit einem jungen Mädchen anfangen. — Angstzustände.—
    Vermutung, die ein Pat. ihm eingegeben hat, ob die Platzangst
    nicht mit dem Gefühldes kleinen Knies in einem riesengroßen Loch
    zusammenhänge. —

        In allen Fällen hatten Pat. keine Schwestern oder 10 Jahre Differenz.

    Hitschmann als Belege zu seiner früheren Behauptung von der
    „Schädlichkeit der Hysterie“ zwei Fälle aus dem Leben an, die
    sich kürzlich zugetragen haben. Ein Kind bei einer
    Schauspielerin, das sie ihn haben wollte, die Nase ab —

        Dann die Affäre des Hauptmanns v. Goeben, der die hysterische
    Spielerei der Frau v. Schönebeck ernst nahm.

        Beide Fälle zeigen wie aus dem Zusammenstoss eines
    phantastischen Lebens mit den tatsächlich bestehenden
    Verhältnisses traurige Vorfälle resultieren. —

        (Zum Fall Goeben bemerkt Rank, dass das Ganze wie ein
    Fall von Unterstufe aussehe: Verehrung der dornenhaften
    Frau wie eine Heilige; Tötung des Mannes, um sie zu erobern.)

    Hitschmann berichtet von einem Mädchen, das an Herzklopfen
    litt. Ein platonischer Liebhaber hat sich, als sie auf dem Sofa
    lag, auf sie geworfen; er muss ihr dabei, wie sie sagt, ein
    Ganzer voll getan haben. — Dieser Mann spielt in ihrer Jugend
    eine große Rolle. —

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        Sie musste das Klavierspiel wegen Schmerzen in der Hand auf-
    geben und erzählt dann einfallsartig, das sei dieselbe Hand,
    an der er sie vor 25 Jahren einmal beiüst angefasst habe. —

    Heller berichtet von seinem Buben einen kleinen Beitrag zur
    Kindersexualität. — Er schreckt zuweilen in der Nacht auf, spricht
    verworren u sagt schließlich, er habe nicht mit dem Hunde
    gespielt. Die Abgewöhnung gehe schon monatelang zurück. —

    Stekel berichtet einen Fall, wo die ersten Worte des Traumes fast die
    ganze Lösung ergaben. Pat. träumt, er habe die dunkle Empfindung,
    an der Ermordung der Frau von Biedermann beteiligt zu sein.
    Einfälle: Lucrezia von Musäus. — Lucrezia Borgia, die mit Vater
    u Bruder Inzest trieb. — Sein Vater ist ein „Biedermann“.

        Dann fällt ihm das Grimmsche Märchen Itzers Vogel auf das
    sich ziemlich mit „Blaubart“ deckt, wo der Zauberer eine
    Jungfrau sucht, die das Verbot (eine Kammer zu betreten) volle Folgen
    einhält. — Die beiden ersten Schwestern unterliegen es und werden
    abgeschlachtet (entjungfert), die dritte weiss es zu umgehen, sie ist bestellt u
    ohne entdeckt zu werden (sie macht es braf). —

        Auch Pat. hat hier die Empfindung seine Schwester ermordet
    zu haben, d. h. entjungfert als er noch ein Knabe war. —

        Der zweite Fall ist ein Pendant zu Federns Mitteilung. Ein Patient
    Kinderträumen, schlagen d. Hunde etc. — Beim W. b. hat er keinen
    Genuss, er hat jetzt ein Verhältnis ist aber relativ impotent. In der
    Jugend hatte er einen Hund, der ihn nachts weckte u. schleckte.
    Heute ist der Wunsch danach unbewusst. — Das Schlagen
    geht auf den ersten Eindruck des Koitus der Eltern d. Fleisch-
    scene zurück (Freud: sadistische Auffassung d. Koitus).

    Prof. Freud bemerkt anschließend, die Deutung des Mythes sei im
    ersten Teil voll richtig. — Später aber könne das Märchen sich
    ebenso auf Onanie wie auf Ergeben beziehen; er sucht
    vielleicht ein Mädchen, das nicht onaniert hat. — |

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    < Beitrag zur Telepathie, die Adler rationell zu erklären versprochen
    habe. Ein Mann, der wichtige Ereignisse, besonders Todesfälle, voraus—
    sieht; natürlich ein Zwangsneurotiker. —

        1) eine prophetische Vision. Er hat ein Verhältnis mit einer Haus—
        schneiderin, der er das Antwortschreiben auf eine Inserat—
        Zuschrift aufsetzt und sie dabei um ihre Forderung an Tages—
        lohn befragt; sie sagt 1,60 & er schlägt ihr vor auf K 2.— zu gehen,
        was auch geschieht. Sie soll an einem bestimmten Tage also in der Nähe
        Wiens die Arbeit antreten, da die Arbeitgeberin mit dem Lohn ein—
        verstanden, sie eingeladen hatte. Bei der Lektüre dieses Einladungs—
        briefes hat Pat. aber sagt deutlich die Vision 1,20 gehabt. —
        Das Mädchen fährt ab; überrascht ihn aber am Tage, da sie hätte
        dort bleiben sollen, in Wien & sagt, die Frau habe ihr als sie drüben
        angekommen sei 1,20 geboten, was sie ausgeschlagen habe. —

        Die Vermutung, das sei eine Erinnerungsstäuschung, er habe
        wahrscheinlich 1,60 visionniert, weist er zurück. —

        Später nimmt das Mädchen doch die Arbeit dort an und es
        stellt sich heraus, dass das Ganze erlogen war; sie war gar—
        nicht draußen gewesen. — Was er also prophetisch voraus—
        sehen hatte, war gar nicht wahr. —

        (Dazu bemerkt Adler, dass viel derartige Begebenheiten gewöhnlich
        als Schwindel erscheinen. Das Mädchen habe wahrscheinlich auf
        die telepathische Neigung des Mannes spekuliert. —)

        Prof. Freud: der Mann habe ihr nichts von der Vision ge—
        sagt; es stellte sich dann heraus, dass er doch 1,60
        visionniert habe. — 1,20 war der Mindestlohn. —

    2) von demselben Pat. der eines morgens in der Elektrischen
        einen alten Herrn (der ihm persönlich unbekannt war) für den Vater einer befreundeten Dame
        ansprach u. sich nach ihrem Befinden erkundigt. —
        Zwei Tage später fragt ihn seine Mutter, ob er schon der
        Erkrankung dieser Frau (nach der er sich erkundigen wollte)

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    wisse, was er verneint. Am selben Tage erfährt er dann von
    einem Freunde, dass die Betreffende an diesem selben Tage be—
    graben worden sei. Er rechnet also aus, dass sie ungefähr
    um dieselbe Zeit gestorben sein müsse, als er jenen alten
    Herrn als ihren Vater ansprach. — Die Erklärung, die Pat.
    selbst gab war die, dass er, der die Zeitung nur unordentlich
    liest, sondern nur durchfliegt & zwar immer am Abend,
    wahrscheinlich die Todesanzeige (in der der Vorname
    fett gedruckt war) am Tage vor dem Ansprechen flüchtig
    gesehen, unbewussterweise wahrgenommen hat. —

    Ein anderer Fall betrifft eine ältere Dame, die für ihren Sohn,
    Sohn gelegentlich eine kindische Angst äußert, wenn er
    nämlich lange auf dem Abort sitzt — das ist eine
    ererbte Familiengewohnheit — so kommt die Mutter an die
    Tür und klopft ängstlich an, um sich von seinem Wohl—
    befinden zu überzeugen. — Der Pat. ist Bruder dieses jungen Mannes.
    erfuhr vom Vater die Geschichte der Entstehung des jüngeren
    Sohnes. Als seine Mutter mit ihm gravid war, versuchte
    sie alles mögliche, um das Kind nicht zur Welt kommen
    zu lassen, es zu töten. — Sie wollte einfach damals
    abortieren und hat heute die Angst, dass ihr Sohn auf
    dem Abort sterben könnte. —

    Dieser jüngere Sohn, der ganz in altmodischen Empfindungen
    und Handlungen aufgeht hat ebenso wie sein älterer
    Bruder, der egoistisch ist, eine merkwürdige Vorge—
    schichte. — Seine Übergüte ist bestimmt für etwas
    Büsser zu tun. Er hatte im Alter von 5 Jahren einen Pakt
    mit dem Teufel geschlossen, in dessen Namen er viele
    Schlechtigkeiten verübte (Reizung d. Hunde auf Passanten),
    die er später zwangsweise büßte. — In der Bogenheit d. seiner
    heutigen Güte nimmt der Sadismus einen großen Platz ein. —

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    Der ältere Bruder dagegen, der heute diesen altmodischen
    Interessen fremd gegenübersteht, hatte in seinen Buben—
    jahren (mit 10–11 Jahren) Phantasien der Milde und Wohl—
    thätigkeit. In seinem phantastischen Reiche, das er be—
    herrschte, gab es öffentliche Speisehäuser, in denen jeder, der
    sich meldete gespeist werden musste. — Heute ist er in der
    Richtung ganz abgestumpft. — Diese Regungen vergehen
    wahrscheinlich durch die Vorzeitigkeit, ähnlich wie beim
    Homosexuellen die heterosexuelle Regung. #