Freud, Sigmund (1916-003/1931): Eine Beziehung zwischen einem Symbol und einem Symptom
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dieses Symbol zu den begreiflichen gehört. In Phantasien
wie in mannigfachen Symptomen erscheint auch der Kopf
als Symbol des männlichen Genitales, oder wenn man will,
als Vertretung desselben. Mancher Analytiker wird bemerkt
haben, daß seine zwangsleidenden Patienten ein Maß von
Abscheu und Entrüstung gegen die Strafe des Köpfens äußern
wie weitaus gegen keine andere Todesart, und wird sich
veranlaßt gesehen haben, ihnen zu erklären, daß sie das
Geköpftwerden wie einen Ersatz des Kastriertwerdens be-
handeln. Wiederholt sind Träume jugendlicher Personen oder
aus jungen Jahren analysiert und auch mitgeteilt worden, die
das Thema der Kastration betrafen, und in denen von einer
Kugel die Rede war, welche man als den Kopf des Vaters
deuten mußte. Ich habe kürzlich ein Zeremoniell vor dem
Einschlafen auflösen können, in dem es vorgeschrieben war,
daß das kleine Kopfpolster rautenförmig auf den anderen
Polstern liegen und der Kopf der Schlafenden genau im
langen Durchmesser der Raute ruhen sollte. Die Raute hatte
die bekannte, aus Mauerzeichnungen vertraute Bedeutung, der
Kopf sollte ein männliches Glied darstellen.Es könnte nun sein, daß die Symbolbedeutung des Hutes
sich aus der des Kopfes ableitet, insofern der Hut als ein
fortgesetzter, aber abnehmbarer Kopf betrachtet werden kann.
In diesem Zusammenhange erinnerte ich mich eines
Symptoms der Zwangsneurotiker, aus dem sich diese Kranken
eine hartnäckige Quälerei zu bereiten wissen. Sie lauern auf
der Straße unausgesetzt darauf, ob sie ein Bekannter zuerst
durch Hutabnehmen gegrüßt hat, oder ob er auf ihren
Gruß zu warten scheint, und verzichten auf eine Anzahl von
Beziehungen, indem sie die Entdeckung machen, daß der Be-
treffende sie nicht mehr grüßt oder ihren Gruß nicht ordent-
lich erwidert. Sie finden solcher Grußschwierigkeiten, die sie
nach Stimmung und Belieben aufgreifen, kein Ende. Es ändertS.
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an diesem Verhalten auch nichts, wenn man ihnen vorhält,
was sie ohnedies alle wissen, daß der Gruß durch Hut-
abnehmen eine Erniedrigung vor dem Begrüßten bedeutet,
daß z. B. ein Grande von Spanien das Vorrecht genoß, in
Gegenwart des Königs bedeckten Hauptes zu bleiben, und
daß ihre Grußempfindlichkeit also den Sinn hat, sich nicht
geringer darzustellen, als der andere sich dünkt. Die
Resistenz ihrer Empfindlichkeit gegen solche Aufklärung läßt
die Vermutung zu, daß man die Wirkung eines dem Bewußt-
sein weniger gut bekannten Motivs vor sich hat, und die
Quelle dieser Verstärkung könnte leicht in der Beziehung
zum Kastrationskomplex gefunden werden.