Entstehungsgeschichte und Chronik der Vereinigung »Wien« B’nai B’rith in Wien /1935

Knöpfmacher, Wilhelm (/1935): Entstehungsgeschichte und Chronik der Vereinigung »Wien« B’nai B’rith in Wien

  • S.

    Dr. WILHELM KNOPFMACHER
     

    Entstehungsgefchichte
     

    und Chronik der Vereinigung
    WIEN
     

    Wien.
     

    B'nai B'rith
     

    in
     

    1895-1935
     

    MA 4447
     

  • S.

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  • S.

    KG
     

    WIEN
     

    MA 4447
     

  • S.

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  • S.

    Dr. WILHELM KNOPFMACHER
     

    Entstehungsgefchichte
     

    und Chronik der Vereinigung
    »WIEN<
     

    B'nai B'rith in Wien.
     

    1895-1935
     

    1KG
     

    BI
     

    WIEN
     

    LIOTHE
     

    WIEN, 1935.
     

  • S.

    Eigentum der IKG Wien
     

    Dauerleihgabe an das
     

    Jüdische Museum der Stadt Wien
     

    Museum
     

    isches
     

    der St
     

    r Stadt
     

    Pc87
     

    D
     

    Bibliothek
     

    Wien
     

    Herausgeber und Verlag Verband der israelitischen Humanitätsvereine
     

    B'nai B'rith für Osterreich in Wien, IX., Universitätsstraße 4.
     

    Druck: Carl Pick & Söhne, Wien, V.
     

  • S.

    FESTGABE
     

    des Verbandes der israel. Humanitätsvereine
     

    B'nai B'rith für Österreich
     

    anläßlich der Feier des 40jährigen Bestandes
    der w.,,Wien".
     

  • S.

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  • S.

    Entstehungsgeschichte und Chronik
    der Vereinigung,Wien" B'nai B'rith
     

    in Wien.
     

    Vom Ehren-Vize-Großpräsidenten des österreichischen Distriktes
     

    XII. U. O. B. B. Dr. Wilhelm Knöpfmacher.
     

    Einleitendes Vorwort.
     

    Im Jahre 1843 wurde in New-York ein jüdischer Orden
    gegründet, welchem in Anlehnung an die allen Juden geläufige
    liturgische Bezeichnung der Name B'nai B'rith (Bundessöhne)
    beigelegt wurde.
     

    Die Gründer dieses Ordens waren mehrere edle jüdische
    Männer, welche in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus
    verschiedenen Orten Deutschlands in Amerika eingewandert und
    daselbst zu Ansehen und Anerkennung gelangt waren.
     

    Als Vorbild schwebte ihnen etwa die Organisation der
    Freimaurer und Old-Fellows vor. Da jedoch die Gründung
    solcher Logen, die nur aus Juden bestehen sollten, nach der
    Verfassung dieser Orden unstatthaft war, entschlossen sich
    Henry Jones, eigentlich Heinrich Jonas aus Hamburg, und
    seine näheren Freunde Isak Rosenburg, Wilhelm Renan
    und Ruben Rodacher, die Juden Amerikas zu einem Bunde
    zu vereinigen, mit dem Zwecke, einen innigen Zusammenhang
    unter den amerikanischen Juden herzustellen und den jüdischen
    Sinn unter ihnen zu neuem, kräftigen Leben zu erwecken.
    Allmählich erweiterte sich dann sein Wirkungskreis so, daß
    er seine Aufmerksamkeit und Arbeit sämtlichen Interessen der
    amerikanischen Juden, ja der Judenheit im allgemeinen zuwandte.
    So wuchs der Orden in Amerika zum Mittelpunkte und
    festen Hort aller gemeinnützigen Einrichtungen und Bestrebungen
    heran, die das Wohl unserer Glaubensgenossen erheischten. Ünd
    neben seinem stets bewährten, mannhaften Eintreten für die
    Rechte der Juden zeugen mannigfache humanitäre und kulturelle
    Institutionen, wie Schulen, höhere Lehranstalten, Bibliotheken,
     

  • S.

    2
     

    Kranken- und Waisenhäuser, die alle im Dienste der Allgemein-
     

    heit stehen, für die segensreiche Wirksamkeit, die dieser Orden
    in Amerika entfaltet hat.
     

    Die Begründer des Ordens hatten es verstanden, demselben
    zu geben, welche seine Verbreitung zunächst
     

    eine Organerika und weiterhin dann über den ganzen Erden-
     

    über ganz
    rund ermöglichte.
     

    Zunächst konstituierten sich die Begründer unter der Be-
    zeichnung Sekenim" als eine Zentralstelle, von welcher in den
    7 Vereinigten Staaten von Amerika einzelne Logen errichtet
    wurden. Sohin wurden beim Vorhandensein mehrerer Logen in
    einem Staate diese zu je einem Distrikte unter der Bezeichnung
    Großloge verbunden und die gewesenen Präsidenten dieser Groß-
    logen der Zentralstelle als Repräsentanten ihres Distriktes zu-
    gefügt. Diese Zentralstelle, bestehend aus den Gründer-Sekenim
    und den gewesenen Großlogenpräsidenten, wurde als Konstitutions-
    Großloge bezeichnet.
     

    So entstanden in Amerika die ersten 7 Distrikte des Ordens,
    bevor derselbe nach Europa verpflanzt wurde, und zwar :
     

    1. New York at
    2. Cincinnati
     

    1851
    1851
     

    nabobini 3. Philadelphia
    oglalog robul malls 4. San Franzisko
    (ondesbu) di5. Baltimore
     

    1852 181
     

    1863
     

    1867
     

    6. Chicago
     

    1868
     

    7. New Orleans
     

    1873
     

    Als 8. Distrikt fügte sich sohin 1885 Deutschland, als 9. Rumä-
    nien 1888, als 10. 1895 Österreich und als 11. „Orient" im
    Jahre 1911 an.
     

    Der 10. österreichische Distrikt hatte bei seiner Entstehung
    im Jahre 1895 seinen Sitz in Prag. Als aber infolge des Zu-
    sammenbruches des alten Österreich der Distrikt auseinanderfiel
    und die in der neu gebildeten Čechoslovakei befindlichen Logen,
    welche die Majorität repräsentierten, abgesondert wurden, so
    behielten diese im Rahmen des Ordens die Benennung als
    10. Distrikt, während die in den anderen Teilen des alten Oster-
    reich gewesenen Logen im sogenannten Deutsch-Österreich und
    Polen sich zu neuen Distrikten vereinigen mußten, und zwar der
    neue österreichische im Jahre 1920 als 12. und der polnische im
    Jahre 1924 als 13. Distrikt. Hiezu kamen dann im Jahre 1924
    Palästina als 14. Distrikt und im Jahre 1925 England als
     

    15. Distrikt.
     

    Mit der räumlichen Ausdehnung ging die innere Erstarkung
    des Ordens Hand in Hand und seine über dem ganzen Erden-
    rund verbreiteten Arbeitsstätten (Logen) waren berufen, für das
    leibliche und geistige Wohl unserer Glaubensgenossen zu wirken,
    das soziale, sittliche und kulturelle Niveau unter ihnen zu heben,
     

  • S.

    3
     

    das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu kräftigen und so alle
    Spaltungen zu überbrücken."
     

    In Amerika machte der Orden seinen starken Einfluß auch
     

    auf politischem Gebiete zu Gunsten der Juden geltend, indem
    er alle antijüdischen Maßnahmen bekämpfte. Und es sei hier
    insbesondere hervorgehoben, daß die seinerzeit wegen ungleicher
    Behandlung der Juden erfolgte Kündigung des zwischen Amerika
    und dem Zarenreiche bestehenden Handelsvertrages auf die
    Initiative des Ordens zurückzuführen war.
     

    Besonders hervorzuheben ist aber der glänzende Siegeslauf
    des Ordens im Deutschen Reiche, wo seit der im Jahre 1885
    erfolgten Errichtung der ersten deutschen Reichsloge bisher über
    100 Logen mit einer Mitgliederzahl von ca. 15.000 entstanden sind.
    Über die Zwecke und Ziele des Ordens äußert sich eine
    kurzgefaßte Propagandaschrift zutreffender Weise wie folgt:
     

    Wir bilden einen Bund von Israeliten. In solchem Zusammen-
    schluß liegt aber keinerlei feindselige Absonderung von unserer
    nichtjüdischen Umgebung, keine Lossagung von der Mitarbeit an
    den allgemeinen Kulturaufgaben, keine Trennung von den In-
    teressen, die uns mit dem engeren Vaterland oder mit der
    Menschheit im allgemeinen verbinden. Einen engherzigen ex-
    klusiven Standpunkt kennt unser Orden nicht; er bewahrt den
    toleranten Geist des Judentums, das dem wahrhaft Edlen und
    Guten, auf welchem Boden es auch entsproß, stets Anerkennung
    zollte und sich gerne von den idealen Leistungen anderer Ge-
    meinschaften befruchten ließ.
     

    Schon die geschichtlichen Ursachen, die zur Gründung un-
    seres Ordens führten, beweisen klar, daß wir keinen feindlichen
    Tendenzen gegen andere huldigen, daß wir nicht zum Angriff da
    sind, sondern zur Abwehr, zum eigenen Schutze, zur inneren
    Erstarkung.
     

    Als eine kleine Minorität unter den verschiedenen Völkern
    bedürfen wir Juden an sich schon eines engeren Zusammen-
    schlusses, um nicht in der Mehrheit unterzugehen. Wir bedürfen
    aber eines solchen in umso stärkerem Maße, als, so alt unsere
    Geschichte ist, so alt auch die Angriffe und Anfeindungen sind,
    darunter wir zu leiden haben.
     

    Zu den politischen Zurücksetzungen, die sich auch in den
    Ländern bürgerlicher Gleichberechtigung noch unangenehm fühl-
    bar machen und einen Stachel in der Seele zurücklassen, kommt
    eine dreiste wirtschaftliche Zurückdrängung, die eine Verschlech-
    terung oder gar den Ruin vieler jüdischer Existenzen bedeutet.
    Wenn nun unser Orden prinzipiell alle politischen Aktionen von
    seinem Arbeitsgebiete fernhält, so erachtet er es umsomehr als
    seine Aufgabe, der wirtschaftlichen Not, wo sie unter Juden an-
    getroffen wird, entgegenzuarbeiten, nach Möglichkeit das soziale
    Niveau unserer Glaubensgenossen zu heben, die heranwachsende
    Generation neuen Berufen zuzuführen, Liebe zum Handwerk und
    Gartenbau zu wecken, den Willigen Arbeit zu verschaffen, da-
     

  • S.

    gegen eine gewohnheitsmäßige Bettelei, ein
     

    das Ansehen der
    Gesamtheit schädigendes Schnorrertum möglichst zu bekämpfen.
    Das Recht aber, erzieherisch für andere aufzutreten, hat nur der.
    der sich selbst erzieht. Darum dürfen wir nur die besten Ele-
    mente in unseren Orden aufnehmen, darf nur ein idealer Antrieb
    für den Anschluß an unseren Orden bestimmend sein.
     

    Überhebung liegt uns fern; wir kennen die menschliche
    Unvollkommenheit; darum hören wir mit dem Werke der Selbst-
    erziehung niemals auf. Unsere Losung lautet: Wohltätigkeit,
    Bruderliebe und Eintracht. Wir verlangen wahre Herzensbildung
    und einen makellosen Lebenswandel, im gegenseitigen Verkehre
    der Brüder Freundschaft
     

    dschaft und Wohlwollen, Duldsamkeit und Ver-
     

    kennung der Leistungen anderer, Unterordnung des ose Aner-
     

    träglichkeit. Wir fordern gegenseitige
     

    des Willens und
     

    Interessen des Einz
     

    Einzelnen unter die Gesamtheit.
     

    der
     

    nütziger Bestreben und Anstand, durch Förderung gemein-
     

    Durch
     

    durch Achtung vor dem Gesetze und Liebe
     

    zum Vaterlande wollen wir den Beweis liefern, daß Judentum
    übereinstimmend ist mit der Betätigung der reinsten Grundsätze
    der Ethik und Humanität, daß es eine Religion ist, die offen vor
    aller Welt zu bekennen zur Ehre
    inen zur regereicht.
     

    Unsere Arbeit wurzelt in der Liebe und Treue zum Juden-
    tum. Ohne uns auf
    auf religiöse Erörterungen im engeren Sinne ein-
    zulassen, vielmehr alle trennenden Streitfragen der orthodoxen
    und liberalen Richtung von unseren
    unseren Verhandlungen streng feren
    haltend, sind wir einig in dem Bestreben, alle gemeinsamen
    Ideen und Ziele im Judentum zu fördern. Wir wollen das Juden-
    tum an der Hand seiner Geschichte achten und seinen idealen
    Gehalt begreifen lernen; wir wollen in uns die Überzeugung
    befestigen, daß seine religiösen Lehren es waren, die den Grund
    zur sittlichen Entwicklung der Menschheit gelegt haben. So be-
    wahren wir uns ein vornehmes Selbstbewußtsein und gewinnen
    einen edlen Stolz, der, frei von Überhebung, zur strengsten
    Pflichterfüllung hinleitet.
     

    Seinen hohen Tendenzen entsprechen auch die Leistungen,
    auf die unser Orden mit Stolz hinweisen kann. Eine nicht zu
    unterschätzende Leistung bilden schon die regelmäßigen Sitzungen,
    zu denen die Loge ihre Mitglieder zusammenruft. Nicht ist, wie
    bei den meisten anderen Vereinen, die Arbeit lediglich dem Vor-
    stand überlassen, der nur in jährlichen Generalversammlungen
    Bericht über die Vereinstätigkeit zu erstatten hat, sondern alle
    Brüder sind zur Mitarbeit berufen und sollen in den regelmäßigen
    Zusammenkünften Interesse und Verständnis für alle das Juden-
    tum bewegenden Fragen gewinnen. So erzieht der Orden einen
    tüchtigen Stamm Männer, die auch außerhalb des Ordens in der
    Verwaltung der Gemeinden und der anderen Vereine eine er-
    sprießliche Betätigung versprechen.
     

    Eine weitere Leistung auf geistigem Gebiete bilden die zahl-
    reichen Vorträge und Referate, die in unseren Sitzungen gehalten
     

  • S.

    werden und nicht nur den Gedankenkreis des Judentums behan-
    deln, sondern sich auch auf alle übrigen Gebiete geistiger In-
    teressen erstrecken. Solche Vorträge sollen uns über jeden
    egoistischen Standpunkt emportragen, idealen Sinn und das Be-
    wußtsein unserer Zugehörigkeit zur großen Allgemeinheit unter
    uns fördern.
     

    Deutlicher für die Außenwelt treten die Leistungen des
    Ordens auf dem Gebiete der sozialen Wohltätigkeit in Erscheinung.
    Wir wollen die Armut weniger durch Almosen bekämpfen, als
    durch Arbeitsmöglichkeit, Dementsprechend sind von verschiedenen
    Logen Arbeitsnachweise für jüdische Arbeitslose errichtet worden.
    Durch die Gründung von Kinderhorten, Ferienkolonien und Kinder-
    heilstätten, durch die Errichtung von Waisenhäusern, Toynbee-
    hallen und sonstigen Wohlfahrtsinstitutionen betätigt sich der
    Orden auf fast allen Gebieten humanitärer Bestrebungen.
     

    Überdies halten es sämtliche Logen des Ordens für eine
    Ehrenpflicht, nach besten Kräften alle Vereine und Institutionen.
    zu unterstützen, die für die Förderung des geistigen, sittlichen
    und sozialen Wohles der Juden eine heilsame Tätigkeit entfalten.
    So bringt unser ganzes Wirken deutlich zum Ausdruck, daß
     

    unser Orden nichts anderes bezweckt, als durch seine Betätigung
    im Geiste des Judentums ein Segen zu sein für die ganze
    Menschheit.
     

    Ob die w. Loge,,Wien", deren Chronik die folgenden Blätter
    enthalten, sich im Sinne der hier skizzierten Ordensideen betätigt,
    mögen die Leser entscheiden,
     

    Vorgeschichte.
     

    Die am 13. Oktober 1895 erfolgte Gründung des Isr.
    Humanitäts-Vereines Wien" B'nai B'rith VII Nr. 449 in Wien
     

    hat eine Vorgeschichte, aus welcher folgende Momente hier fest-
    gehalten werden sollen.
     

    Zur Zeit, als diese Gründung in Angriff genommen wurde,
    bestanden in Österreich bereits mehrere Zweigvereine des aus
    Amerika nach Europa verpflanzten, unabhängigen Ordens
    B'nai B'rith. Der erste Verein, welcher diesen Orden in Öster-
    reich zur Geltung brachte, hatte sich bereits im Jahre 1889 in
    Bielitz gebildet und derselbe führte aus diesem Grunde den
    Namen Austria".
     

    Drei Jahre nach Entstehung dieses ersten B'nai B'rith-Ver-
    eines auf österreichischem Boden entstanden im Jahre 1892 fast
    gleichzeitig Pilsen und Krakau zwei weitere Zweigvereine
    dieses Ordens, nämlich die „Union" und die Solidaritas", wäh-
    rend noch drei andere Zweigvereine, nämlich die „Bohemia" in
    Prag, die Karlsbad" in Karlsbad und die Philanthropia" in
    Reichenberg im Laufe der Jahre 1893 und 1894 gegründet
    worden waren.
     

  • S.

    6
     

    Im Jahre 1894, u. zw. am 30. Dezember 1894 bildete sich
    dann unter dem Namen Verband der
     

    isr. Humanitätsvereine
    B'nai B'rith" für Österreich jener Verein, welcher den Zweck
    hatte, alle zu jener Zeit in Österreich bereits ins Leben getretenen,
    sowie auch die fernerhin daselbst noch zu gründenden B'nai
    B'rith-Vereinigungen mit einem gemeinsamen Bande zu um-
    schlingen.
     

    Der Sitz dieses Verbandes ist in Prag.
     

    Nachdem in dieser Weise der B'nai B'rith-Gedanke in Öster-
    reich eine feste Basis gewonnen hatte, ergab es sich von selbst,
    r allmählich auch nach Wien vordrang und hier immer mehr
    Anhänger gewann, so daß schließlich auch hier zur Gründung
    eines Zweigvereines geschritten werden konnte.
     

    daß er
     

    Die ersten Pioniere für die Verpflanzung des B'nai B'rith-
    Gedankens nach Wien waren Kaufleute, welche anläßlich ihrer
    chen Reisen in jene Städte, wo bereits Zweigvereine
    diesen Orden kennen gelernt und sich demselben an-
    geschlossen hatten.
     

    Hie und da
    da mag es auch vorgekommen sein, daß das eine
     

    oder andere Mitglied eines der bestehenden Zweigvereine seinen
    Wohnsitz in der Folge nach Wien verlegt hatte, Tatsache ist,
    daß schon in den letzten 2 Jahren vor der Gründung des Wiener
    des Ordens B. B. in Wien domizilierten, zwischen
    denen, abgesehen von ihrer allfälligen persönlichen Bekanntschaft,
    keine nähere Verbindung aus dem Gesichtspunkte ihrer Bundes-
    zugehörigkeit bestand; es waren dies Mitglieder der „Austria" in
    Bielitz, der Solidaritas" in Krakau, der Union" in Pilsen und
    der „Bohemia" in
    Im in Prag.
     

    es 10 bis 12 Mitglieder verschiedener österreichischer
     

    Im Wintersemester 1894 fanden über Initiative des am
    4. Februar 1894 in die „Bohemia" aufgenommenen Br. Max
    Fleischner, öffentlicher Gesellschafter der Firma
     

    Pick & Fleischner, regelmäßige, gesellige Zusammenkünfte dieser,
    in Wien wohnenden Bundesmitglieder zu dem Zwecke statt, um
    einander näher zu treten und freundschaftliche Beziehungen mit-
    einander anzuknüpfen.
     

    Obzwar an die Gründung eines selbständigen Zweigvereines
    in Wien in diesem kleinen Kreise zunächst gar nicht gedacht
    wurde, konnte es doch bei längerer Fortsetzung dieses regel-
    mäßigen Verkehres nicht ausbleiben, daß dieser Gedanke all-
    mählich zum Durchbruche kam und daß man auf Mittel und Wege
    sann, um denselben in bestmöglichster Weise zu verwirklichen.
    Der sehr würdige Verband, mit welchem zunächst Fühlung
    genommen wurde, zeigte sich dem Unternehmen selbstverständ-
    lich sehr gewogen, nicht minder der Prager Zweigverein
    Bohemia", dessen Mitwirkung zu dem Zwecke erbeten wurde,
    damit die ersten Mitglieder der zu konstituierenden Loge da-
    selbst eingeführt werden.
    new brow
     

  • S.

    7
     

    Sowohl der sehr würdige Verband, als auch der genannte
    Zweigverein haben sich sofort mit freundlichstem Entgegen-
    kommen bereit erklärt, alle zur Konstituierung einer selbständigen
    Vereinigung in Wien erforderlichen Maßnahmen tatkräftigst zu
    nise brodog
     

    unterstützen.
     

    Die „Bohemia" erbot sich insbesondere, alle Wiener Kandi-
    daten bei sich einzuführen und für den Fall, als innerhalb zweier
    Jahre ein Zweigverein in Wien gegründet werden sollte, deren
    Einführungsgebühren an diesen Zweigverein abzutreten.
     

    Die Bohemia" hat aber diese in Aussicht genommene
    Gründung einer Wiener Loge noch tatkräftiger dadurch gefördert,
    daß sie durch ihre eigenen Mitglieder eine zielbewußte Propa-
    ganda für dieses Unternehmen veranlaßte und in dieser Weise
    die Anmeldung von in Wien wohnhaften näheren Freunden der
    dortigen Mitglieder herbeiführte. So wurden im Laufe des Jahres
    1894 außer den bereits in Wien befindlichen Br. Br. Rudolf
    Kohn und Max Fleischner noch folgende Brüder bei der
    „Bohemia" angemeldet und daselbst eingeführt, und zwar Alfred
    Basch, Samuel Bermann, Dr. Edmund Kohn und Adolf
    Pick (am 14. April 1894), Marcus Fischer, Moritz
    Fleischner, Friedrich Lewith (5. Mai 1894), Baurat
    Stiass ny (19. Mai 1894), Ludwig Kolliner (16. Juni 1894),
    Jakob Köhler (30. Juni 1894).
     

    Mit der Aufnahme des Br. Dr. Edmund Kohn hatte der
    Kreis der Wiener Bundesangehörigen ein Mitglied gewonnen,
    welches für die weitere Führung und Entwicklung der Gründungs-
    aktion von maßgebendster Bedeutung war. Und es muß schon
    hier ausgesprochen werden, daß erst die zielbewußte, be-
    geisterungsvolle und unermüdliche Tätigkeit dieses Mitgliedes
    jener Aktion zu ihrem schließlichen Erfolge verholfen hat.
     

    W
     

    Von edelster Begeisterung für die erhabenen Ziele des
    Bundes erfüllt, hat Dr. Edmund Kohn vom Momente seines
    Eintrittes in denselben, seine Persönlichkeit voll und ganz für
    die Verwirklichung der Ordensideen eingesetzt und es muß vor-
    zugsweise als sein Verdienst anerkannt werden, wenn die
    Gründung des Wiener Zweigvereines des Ordens B. B. in einer
    seiner Bedeutung entsprechenden, seinen Bestand und sein Ge-
    deihen verbürgenden Weise erfolgt ist.
    anslia
     

    Bedarf es schon an sich der mühevollsten und ausdauernd-
    sten Tätigkeit, um eine neue Institution auf einen neuen Boden
    zu verpflanzen, so erhöht sich die hiefür notwendige Arbeits-
    leistung noch in bedeutendem Maße, wenn es gilt, vorerst
    Schwierigkeiten zu beseitigen, welche großen Steinen gleich die
    Urbarmachung des Bodens hindern.
     

    ja Und eine solche erhöhte Arbeitsleistung mußte der eigent-
    lichen, auf die Einführung der B. B.-Institution in Wien abzielen-
    den Mühewaltung vorausgehen.
     

    Wie bereits oben erwähnt wurde, setzte sich der Kreis von
    Bundesangehörigen, welche der Zufall in Wien zusammengeführt
     

  • S.

    8
     

    hatte, aus Mitgliedern der verschiedenen, in Österreich damals
    bereits bestehenden Zweigvereinen zusammen.
     

    Wenn nun auch die Grundsätze und Anforderungen, welche
     

    für die Aufnahme von Mitgliedern in den Bund der B. B. maß-
    gebend sein sollen, für alle Zweigvereine die gleichen sind, so
    ist doch deren Anwendung und Verwirklichung nicht überall mit
    den gleichen Kautelen umgeben,
     

    eben, und es ist daher möglich, daß
    in einzelnen Zweigvereinen Mitglieder Einlaß finden, welche
     

    anderswo größeren Schwierigkeiten beigvereinigung ist aber
    die Gründung
    dung einer neuen
     

    bege
     

    würden.
     

    Für
     

    vor allem eine gewisse Homogenität der ersten grundlegenden
    Elemente von besonderer Wichtigkeit. Diese Homogenität war
    aber bei den nicht durch eigene gegenseitige Auswahl, sondern
    bloß durch das Moment der Bundeszugehörigkeit in Wien ver-
    einigten Bundesbrüdern nicht vorhanden.
     

    Überdies gab es unter diesen Bundesangehörigen einzelne
    Elemente, welche bei der Gründung der Vereinigung, Wien" un-
    bedingt im Interesse der Entwicklungsfähigkeit dieser neuen Ver-
    einigung umgangen werden mußten.
     

    Es ist eines der wesentlichsten Verdienste des Br. Doktor
    Edmund Kohn, welcher bei seiner im April 1894 erfolgten Auf-
    in den Bund diese Situation vorfand, daß er sofort die
    Gefahr erkannte, welche für die in Aussicht genommene neue
    Schöpfung aus dem Zusammenwirken dieser disparaten Elemente
    entstehen würde und daß
    daß er sofort auf Mittel und Wege bedacht
    war, um diese Hindernisse zu beseitigen.
     

    nahme
     

    Um keinen Miẞton unter den Wiener Bundesangehörigen
    herbeizuführen, verfiel Br. Dr. Edmund Kohn auf die Idee, für
    die Gründung der Wiener
    iener Zweigvereinigung zunächst bloß die in
    Wien befindlichen Brüder der Bohemia" als maß- und richtung-
    gebend hinzustellen, während die Zuziehung der übrigen, in Wien
    ansässigen Bundesangehörigen einem besonderen Kooptationsakte
    vorbehalten bleiben sollte.
     

    Diese Idee des Br. Dr. Kohn wurde zwar von der Mehr-
    zahl jener in Wien befindlichen Bundesmitglieder im Hinblicke
    auf die ihnen zur Kenntnis gebrachten Beweggründe akzeptiert,
    aber sie begegnete nicht minder dem lebhaftesten Widerspruche
    seitens der Minderzahl, welche sich durch dieselbe von der
    aktuellen Mitwirkung an der neuen Schöpfung ausgeschlossen sah.
    Diese Minderheit war es denn auch, welche beim General-
    komitee des Verbandes entschiedenen Protest gegen diesen Modus
    procedendi erhob und welche mit allem Nachdruck erklärte, daB
    sie alle Hebel in Bewegung setzen wolle, um die Gründungs-
    arbeiten zu stören. Br. Dr. Kohn und die Brüderschar, welche
    sich ihm angeschlossen hatte, ließen sich aber durch keinerlei
    Einwand oder Drohung von dem einmal als richtig erkannten
    Wege ablenken.
     

    resb
     

    bw indilwal na do
     

    listus ab adalow ginodagnsebna
     

  • S.

    29
     

    VII. Beamtenrat.
     

    (Präs. Gottlieb Lederer).
     

    In der am 10. Jänner 1899 abgehaltenen Generalversammlung
    wurden folgende Beamte gewählt und vom Expräs. Dr. Edmund
    Kohn als Delegaten des Verbandes installiert: d
     

    Zum Präs. Br. Gottlieb Le derer,
     

    Vize-Präs. Br. Dr. Wilhelm Knöpf macher,
     

    Prot.-Sekr. Br. Eduard Glaser,
     

    10 20941
     

    Fin.-Sekr. Moritz Silberknopf,
     

    and den
     

    Schatzmeister Josef Toffler,
     

    Mentor wurde der abtretende Präsident Dr. Gustav Lang-
    stein,
     

    zum Marschall wurde Br. Dr. Nandor Singer,
     

    zum Wächter Br. Sigmund Piesen
     

    ernannt und begann somit die VII. offizielle Amtsperiode, welche
     

    bis zum Ende des Jahres 1899 währte.
     

    Einführungsgebühr, Jahresbeitrag und Sitzungstage blieben
     

    unverändert.
     

    Als Repräsentanten im Verbande wurden gewählt die Ex-
    präsidenten Dr. Edmund Kohn, Prof. Dr. Ehrmann und
    Dr. Gustav Langstein.
     

    In dieser Amtsperiode wurde die Aktion zur Kanstituierung
     

    des Vereines für Arbeitsnachweis fortgesetzt und erfolgreich zu
    Ende geführt, indem die Vereinigung "Wien" in der Sitzung vom
    24. Jänner 1899 folgenden Antrag des früher bestellten Komitees
    annahm:
     

    „Die Vereinigung Wien" beschließt, ein Büro für un-
    entgeltlichen Arbeitsnachweis zu errichten unter der Modalität,
    daß ein eigener Verein zu diesem Zwecke gegründet werde,
    zu welchem Behufe der Beamtenrat ein ständiges Komitee
    bestellt, dem die unbeschränkte Vollmacht erteilt wird, alle
    zur Vereinsgründung nötigen Schritte zu tun; das Komitee
    hat dem Plenum Bericht zu erstatten und alle Brüder haben
    das Komitee tatkräftigst zu unterstützen".
     

    Auf Grund der von diesem Komitee getroffenen Vorarbeiten
     

    ist sohin im April 1899 der genannte Verein tatsächlich unter
     

    dem Präsidium des Expräsidenten der Vereinigung „Wien", Dr.
    Alois Klemperer, ins Leben getreten und hat sofort, insbeson-
    dere durch die rastlose und zielbewußte Initiative des Br. Sigm.
    Rosenfeld eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet.
     

    Dem Vereine Ferienheim" wurde für das Jahr 1899 ein
    Beitrag von 50 K zuerkannt.
     

    In der Sitzung vom 14. Februar wurde vom Vizepräsidenten
     

    Dr. Wilhelm Knöpfmacher eine Diskussion „Über Zwecke
     

    und Ziele der B'nai B'rith-Vereinigungen" eingeleitet, welche in
     

    den folgenden 2 Sitzungen fortgesetzt und beendet wurde, da
     

    die Frage nach Besserung der Verhältnisse unserer galizischen
     

  • S.

    10
     

    Nachdem sämtliche, in die Bohemia" eingeführten Wiener
    Brüder in das Gründungskomitee kooptiert waren, wurden die
    Statuten des in Wien zu gründenden Vereines nach eingehender
    Beratung fertiggestellt und der k. k. Statthalterei zur Genehmigung
     

    uber
    überreicht.
     

    Als diese erfolgt war, wurde für den 22. Februar 1895 die
    erste konstituierende Generalversammlung in das Hotel Zillinger
    im 1. Bezirk, Teinfaltstraße Nr. 6, ein
     

    In dieser Versamm-
    lung, welcher der Großsekretär des Verbandes, Br. Adalbert
    Skall aus Prag als Gast beiwohnte, wurde von 22 Mitgliedern
    das an den Verband zu rich
    richtende Aufnahmsgesuch unterzeichnet.
    Diesem Aufnahmsgesuche war schon am 8. Jänner 1895 eine
    Eingabe an das Generalkomitee vorausgegangen, in welcher alle
    Momente dargelegt wurden, welche die Art und Weise des Vor-
    gehens der Freibrief-Petenten motivieren und rechtfertigen sollte.
    Dieselbe hatte folgenden Wortlaut:
     

    einberufen.
     

    „Ehrwürdiges Großlogen-Komitee!"
     

    Nachdem es auffallend sein könnte, daß nur die Brüder der
    ole,Bohemia" und nicht alle in Wien domizilierenden Brüder die Petition
    unterzeichneten und um ihr diesfälliges Vorgehen ins richtige Licht zu
    stellen und zu rechtfertigen, und um eventuelle Schritte der nicht unter-
    zeichneten Brüder zu paralysieren, erlauben sich die Freibriefpetenten
    -in Wien im Nachstehenden zu erläutern, aus welchen Gründen nur sie
    Tum Bewilligung eines Freibriefes zur Gründung einer Loge in Wien
    10 einschritten.
     

    Zu unserem eigenen größten Leidwesen war es uns nicht möglich,
    sämtliche in Wien wohnhaften Brüder zur Unterfertigung der Petition
    aufzufordern, da sich unter denselben solche befanden, welche teils
    vermöge ihrer Qualifikation, teils wegen Mangel an Interesse für die
    1 Sache nicht geeignet erschienen, zur Gründung der Wiener Loge her-
    angezogen zu werden. Wir waren insbesondere mit Rücksicht auf die
    außerordentlich prekären lokalen Verhältnisse gezwungen, im Interesse
    der großen Sache, die wir einzig und allein im Auge hatten, mit größter
    Rigorosität die Auswahl der Petenten und Kandidaten zu treffen und
    gelangten zur Überzeugung, daß wir durch ausnahmslose Heranziehung
    sämtlicher in Wien domizilierender Brüder höchstwahrscheinlich schon
    die Gründung einer Loge, gewiß aber die prosperierende Existenz der-
    selben unmöglich gemacht hätten; ist es doch jedem, der die hiesigen
    Verhältnisse kennt, klar, daß hier eine Loge mit dem gewünschten
    Erfolge nur bestehen kann, wenn sie in den sogenanuten Gesellschafts-
    schichten von oben nach unten wächst, wenn zuerst diejenigen da
    sind, welche sie geistig und moralisch heben und veredeln und nachher
    erst jene hinzukommen, welchen die reinsten Prinzipien der Menschen-
    molliebe, Ehre und Patriotismus eingeprägt werden sollen, wie es sich
    sib unser geliebter Orden zur Aufgabe gemacht hat.
     

    Nun nahm nicht nur ein Teil der Brüder der „Bohemia" mit
    Recht Anstoß an der Mitwirkung gewisser, außerhalb der „Bohemia"
    stehender Brüder, sondern es lag auch die leider begründete Gefahr
    vor, daß es durch die Teilnahme derselben an den Gründungsarbeiten
    nicht gelingen würde, jene Persönlichkeiten für die Sache zu gewinnen,
    deren Mitwirkung uns in hohem Grade wünschenswert erschien. Zur
    Illustration des Gesagten führen wir an, daß selbst fernstehende, hoch-
    angesehene Männer, an welche wir werbend herantreten, ihren Beitritt
    mit dem Hinweise auf einzelne der erwähnten Brüder entschieden ab-
    lehnten.
     

  • S.

    11
     

    Um eine für die betreffenden Brüder möglichst schonende und nicht
    verletzende Form zu wählen, beschlossen wir von dem Ausschluße
    einzelner abzusehen und im Interesse der Sache und der Brüderlichkeit
    zwischen Ordensbrüdern zu erklären, daß wir, Brüder der „Bohemia"
    die Gründung allein durchführen. Diejenigen von den anderen Brüdern,
    auf die sich der Grund unseres Vorgehens nicht bezog, waren prinzi-
    Hopiell mit unseren Anschauungen wohl einverstanden, doch nicht mit
    der Art der Ausführung; unser mehrfaches Verlangen, eine ihnen passen-
    dere Form vorzuschlagen, welche aber für die besagten Brüder eben-
    sowenig verletzend sein muß, wie die von uns gewählte, blieb erfolglos.
    Anstatt einen Vorschlag machen, versuchten gerade diese Brüder
    uns Schwierigkeiten zu bereiten, und trotzdem, um ein brüderliches
    Zusammensein zu ermöglichen, welches uns unerläßlich erscheint, haben
    wir sie in der herzlichsten und freundschaftlichsten Weise eingeladen,
    an unseren Gründungsarbeiten teilzunehmen; diese Einladung wurde all-
    seits ohne Begründung refusiert. Ein letzter Versuch von dritter Seite,
    eine Einigung herbeizuführen, schlug fehl, weil alle Brüder anderer
    Logen verlangten, die Brüder der „Bohemia", resp. das vorbereitende
    Komitee, soll sie alle einladen, und in dieser Versammlung sollten alle
    nüber je einen, der sich absentierte, ballotieren, ob er Mitglied des
    Komitees, resp. der Petenten sein solle oder nicht. Darauf konnten.
    wir füglich nicht eingehen, weil wir in diesem Falle wir waren in
    erdrückender Majorität gewiß hätten erreichen können, was wir
    wollten, doch erst recht persönliche Verletzungen hervorgerufen und
    vor allem ein zum mindesten gänzlich unberechtigtes Vorgehen ein-
    geschlagen hätten. Bei unserer, unter den geschilderten Verhältnissen
    äußerst schwierigen Arbeit vergaßen wir nie die Pflichten der Brüder-
    lichkeit, doch hielten wir uns ebenso vor Augen, daß es sich bei der
    Gründung dieser Loge in erster Linie um die Förderung der Sache
    selbst handeln müsse und wählten zur Erreichung unseres Zieles die
    unseres Erachtens beste und einzig mögliche Form, indem wir uns
    nach vielen eingehenden Beratungen für den von uns eingeschlagenen
    Weg entschieden. Es kam demnach dazu, daß die Petition unterzeich-
    neten nur Brüder der „Bohemia" und ein Karlsbader Bruder, welcher
    die oben erwähnte, auch an ihn ergangene Einladung zustimmend be-
    antwortete.
     

    Die Petenten, denen die geschilderten Verhältnisse unter Ordens-
    brüdern nichts weniger als angenehm und zweckmäßig erscheinen,
    handeln nur den Intentionen gemäß, welche sie von jeher geleitet haben,
    wenn sie sich zu versprechen erlauben, einen Teil der außerhalb der
    "Bohemia" stehenden Brüder, welche in Wien domizilieren, sofort
    nach der Installation der neue Loge „Wien" gerne aufzunehmen, wenn
    sie mit Abgangskarte sich anmelden und den anderen Teil dem brüder-
    lichen Votum der zukünftigen Loge zu überlassen.
     

    Wien, am 8. Jänner 1895.
     

    Im Namen aller Freibrief-Petenten
     

    Dr. Kohn.
     

    Erste Vereinsfunktionäre.
     

    all cob
    Abou
     

    (Präs. Dr. Edmund Kohn).
     

    Als erste Vereinsfunktionäre wurden gleichzeitig gewählt zum
    Präsidenten Br. Dr. Edmund Kohn, zum Vize-Präs. Dr. Richard
    Goldmann, zum Prot.-Sekr. Br. Adolf Pick, zum Fin.-Sekr.
    Br. Max Fleischner und zum Schatzmeister Br. Rudolf Kohn.
    Weiters wurde beschlossen, die Installierung des neuen Ver-
    eines als Mitglied des Verbandes erst dann zu veranlassen, wenn
    derselbe mindestens 40 Mitglieder zählen würde.
     

  • S.

    12
     

    Die Heranziehung neuer Mitglieder wurde in der bisher
    übten rigorosen Weise weiter betrieben, jedoch wurde zur Für
    derung dieser Aktion an den Br. Dr. Hammerschlag in
    Prag, welcher schon zu jener Zeit das Ehrenamt des Großpräsi-
    denten im Verbande der B. B.-Vereine bekleidete, das Ersuchen
    gerichtet, in einer von den Wiener Brüdern zu veranstaltenden
    Versammlung einen Vortrag über die Ziele und Bestrebungen der
     

    ge-
     

    B'nai B'rith-Vereine abzuhalten und zur Teilnahme an dieser Ver-
    sammlung alle jene Persönlichkeiten einzuladen, welche von allen
    damaligen Mitgliedern als würdig bezeichnet und allenfalls von
    einzelnen derselben zum Beitritte zu dem Vereine aufgefordert
    werden konnten.
     

    Br. Dr. Hammerschlag, welcher in seiner glühenden
    Begeisterung für die hehren Bundeszwecke jederzeit bereit war
    und ist, seine Persönlichkeit in den Dienst dieser edlen Sache
    zu stellen, erklärte sich selbstverständlich sofort mit diesem Plane
    einverstanden und hielt sohin am 22. März 1895 im dichtbesetzten
    Festsaale des kaufmännischen Vereines in Wien unter dem Titel
    ,Entwicklung, Ziele und Zwecke der B'nai B'rith-Vereinigungen"
    einen allseits mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag, welcher
    die daran geknüpften Erwartungen der Wiener Brüder vollständig
    erfüllte.
     

    In rascher Folge kamen nunmehr 25 Anmeldungen zum neuen
    Vereine.
     

    Diese wurden in der Vereinigung Wien" selbst geschäfts-
    ordnungsmäßig behandelt, die erste Ballotage der Vereinigung
    Wien" fand am 17. Mai 1895 statt.
     

    Nach günstiger Ballotage wurden die neuen Mitglieder zwar
    Vereinsversammlungen zugezogen, ihre Einführung wurde aber
     

    der Installierungsfeier vorbehalten.
     

    Nur der Br. Edmund Schwarz wurde noch am 6. Mai 1895
     

    als letzter der Wiener Brüder in die „Bohemia" eingeführt.
    Die Vereinsitzungen (Versammlungen) wurden auch im Laufe
    des Jahres
    1895 allwöchentlich
    abgehalten, wodurch sich ein
    inniges freundschaftliches Verhältnis unter diesen ersten Mitgliedern
    des neuen Vereines herausbildete, welches das Fundament für die
    gedeihliche Entfaltung der neuen Schöpfung bildete.
     

    Am 24. Mai 1895 wurde nach langen, vorhergegangenen
    Beratungen und Erwägungen der Beschluß gefaßt, im Mezzanin
    des Hauses IX., Universitätsstraße Nr. eine Wohnung zu mieten
    und dieselbe zum Vereinslokale zu adaptieren. Bei diesem Anlasse
    hat Br. Baurat Stiassny seinen fachmännischen Beirat in selbst-
    loser Weise dem jungen Vereine angedeihen lassen, ebenso hat
    Br. Sam. Bermann für die innere Ausstattung wesentliche
    Dienste geleistet.
     

    Obanebrims!
     

  • S.

    13
     

    Zweite Vereinsfunktionäre.
     

    (Präs. Dr. Edmund Kohn.)
     

    Am 25. Juli 1895 wurden statutenmäßig die Neuwahlen in
    einer Generalversammlung vorgenommen, und zwar
    gewählt:
     

    wurden
     

    zum Präs. Br. Dr. Edmund Kohn,
     

    Vizepräs. Br. Dr. Richard Goldmann,
     

    Prot.-Sekr. Br. Adolf Pick,
     

    Fin.-Sekr. Br. Max Fleischner,
     

    Schatzm. Br. Dr. Alois Klemperer.
     

    (Am 23. November 1895 wurde an Stelle des Br. Dr. Richard
    Goldmann, welcher wegen geschäftlicher Überbürdung resigniert
    hatte, Br. Dr. Albert Kuh zum Vizepräsidenten gewählt.)
     

    Um dieselbe Zeit Juli 1895 traf die Verständigung
    seitens des s. w. Verbandes ein, daß die Aufnahme der Ver-
    einigung Wien" in den Verband der israelitischen Humanitäts-
    vereine B'nai B'rith für Österreich genehmigt sei, daß dieselbe
    im Verzeichnisse sämtlicher Vereinigungen die Nummer 449
    erhalten habe und daß als Tag ihrer Installierung der 13. Ok-
    tober 1895 bestimmt sei.
     

    Es wurden nunmehr die zur Fertigstellung des Vereinslokales
    erforderlichen Arbeiten, sowie überhaupt alle zur Vorbereitung
    der Installierungsfeier notwendigen Maßnahmen in umsichtiger
    Weise in
    Angriff genommen.
     

    Am 13. Oktober 1895 fand sohin in einer überaus feierlichen
    die Installierung der Vereinigung Wien" XII 449 statt.
     

    Sitzung
     

    Den Vorsitz bei der feierlichen Installierungssitzung führte
    der s. w. Großpräsident Dr. Moritz Hammerschlag.
    Dieselbe wurde in Gegenwart von 96 Gästen und 21 Mit-
    gliedern eröffnet und es wurden hiebei folgende Ehrenfunktionäre
    ernannt:
     

    Expräs. Dr. Leon Horowitz aus Krakau,
     

    zum Vize Expräs. Dr. Josef Schanzer aus Pilsen,
     

    Mentor
     

    Fin.-Sekr. Expräs. Dr. Ludwig Lustgarten aus Krakau,
    Schatzm. Expräs. Dr. Josef Ruff aus Karlsbad,
     

    Wächter kais. Rat Alfred Deutsch aus Reichenberg,
    Marschall Expräs. Dr. Sigmund Stein.
     

    Als Prot.-Sekr. fungiert Br. Adolf Pick.
     

    Von den Gästen wurden insbesondere begrüßt:
     

    Br. Rosenstiel aus Berlin als Repräsentant der ameri-
    kanischen Verbände, ferner die Vertreter der Verbände für
    Deutschland und Rumänien Expräs. Adolf Mayer für D. VIII
    und Expräs. Stern für D. IX, weiters die Delegierten der
    deutschen Reichsloge, der „Berthold Auerbach" und „Monte
    Fiore-Loge" in Berlin, der Friedensvereinigung in Ratibor, der
    Victoria"-Loge in Görlitz, der „Fraternitas" in Dresden und der
    Zion-Loge" in Bukarest, ebenso die Delegierten der öster-
    reichischen Vereinigungen "Austria", "Union", "Solidaritas“,
     

  • S.

    14
     

    ,,Karlsbad", „Philanthropia" und "Bohemia", von welcher ins-
    besondere letztere durch nahezu 50 Mitglieder vertreten war.
     

    Es gelangt die, die Aufnahme in den Verband X bescheinigende
    Aufnahmsurkunde zur Verlesung, in welcher folgende Mitglieder.
    als Petenten angeführt sind, und zwar:
     

    Rudolf Kohn, Max Fleischner, Adolf Pick, Alfred
    Basch, Dr. Edmund Kohn, Samuel Bermann, Marcus
    Fischer, Friedrich Lewith, Moritz Fleischner, Wilhelm
    Stiasny, Ludwig Kolliner, Jacob Karpeles (jetzt Köhler),
    Karl Klemperer, Dr. Wilhelm Schneeberger, Dr. Ed-
    mund Sos, Dr. Richard Goldmann, Dr. Alois Klemperer,
    Dr. Albert Kuh, Simon Karpeles, Heinrich Kohn, Josef
    Mauthner, Eduard Schwarz.
    Sohin erfolgte die Einführung folgender 25 Kandidaten der
    B. B.:
    Wilhelm Bachrach, Dr. Richard Back, Albert
    Baruch, Ludwig Bukowitz, Wilhelm Breitenbach,
    Dr. Salomon Ehrmann, Carl Heller, Ludwig Horch, Jacob
    Jaiteles, Wilhelm Jeral, Bernhard Jerusalem, Dr. Josef
    Gottlieb Kantor, Adolf Klein, Dr. Wilhelm
     

    Jerusalem, ot
     

    Knöpfmacher, Wilhelm Markstein, Dr. Julius Monath,
    Gottlieb Lederer,
    Sigmund Piesen, Dr. Alfred Pollak, Béla Sekules,
     

    Josef Kraus, Dr. Gustav Langstein,
     

    Emanuel Winkler, Julius Wolf.
     

    Die Mitgliederzahl der neuen Vereinigung betrug somit 47.
    I. Beamtenrat.
     

    Die
     

    te 4 (Präs. Dr. Edmund Kohn.).
     

    Die hierauf per Akklamation vorgenommene Wahl der
     

    Beamten hatte folgendes Ergebnis:
     

    Es wurden gewählt:
     

    zum Präs. Br. Dr. Edmund Kohn,
     

    Vizepräs. Br. Dr. Albert Kuh, quaV
     

    Prot.-Sekr. Br. Adolf Pick,
     

    Fin.-Sekr. Br. Max Fleischner,
     

    Lous
     

    Schatzm. Br. Dr. Alois Klemperer.
     

    bads,
     

    Weiters wurden ernannt:
     

    zum ersten Mentor Br. Baurat Stiasny.
     

    Marschall Br. Moritz Fleischner,
    Wächter Br. Marcus Fischer.
     

    Aus den Begrüßungsreden des s. w. Großpräsidenten und
    sämtlicher Delegierten, welche anläßlich der Installationsfeier
    gehalten wurden, ist zu entnehmen, daß an die Gründung dieser
    Vereinigung in allen B'nai B'rith-Kreisen die besten Hoffnungen
    für das gemeinsame Ganze geknüpft wurden und daß man ins-
    besondere die zuversichtliche Erwartung hegte, daß diese Ver-
    einigung einst berufen sein solle, die Führung des Verbandes der
    B'nai B'rith-Vereinigungen in Österreich zu übernehmen.
     

  • S.

    15
     

    Als Einführungsgebühr wurde eine Grundtaxe von 240 K
    festgesetzt, welche sich für jedes, das 40. Lebensjahr über-
    schreitende Jahr um je 10 K erhöhen soll.
     

    Der Mitgliedsbeitrag wurde mit 8 K per Monat bestimmt.
    Als Sitzungstage wurden der erste und dritte Montag im Monate
    festgesetzt.
     

    Nach der im Vereinslokale abgehaltenen Festsitzung ver-
    sammelten sich alle Teilnehmer, weit über 120 an der Zahl,
    im Saale des ehemaligen Tiergartens am Schüttel zu einem Fest-
    bankett, welches nach einer photographischen Aufnahme der
    imposanten Tafelrunde mit einem, vom Präsidenten Dr. Edmund
    Kohn ausgebrachten, weihevollen Kaisertoaste eingeleitet wurde
    und infolge zahlreicher, der gehobenen Festesstimmung Ausdruck
    gebender Trinksprüche den animiertesten Verlauf nahm.
     

    So war nun mit der am 13. Oktober 1895 erfolgten
    Installierung der Israelitische Humanitätsverein „Wien" B'nai B'rith
    in Wien als Bundesglied offiziell bestätigt und die Bahn für seine
    Betätigung eröffnet.
     

    Mit diesem Datum beginnt daher, ohne Rücksicht darauf,
    daß der Verein bereits früher zur Existenz gelangt war, seine
    eigentliche Bundestätigkeit.
     

    Wir lassen daher die erste Amtsperiode mit dem 13. Ok-
    tober 1895 ihren Anfang nehmen und bemerken, daß für die
    ersten zwei Jahre ausnahmsweise eine halbjährige Funktionsdauer
    der Beamten in Aussicht genommen war.
     

    Die erste Amtsperiode dauerte sohin vom 13. Oktober 1895
    bis zum 6. Jänner 1896.
     

    Es ist selbstverständlich, daß die erste Betätigung der neuen
    Vereinigung sich auf internem Boden beschränkte, indem der
    Beamtenkörper und insbesondere sein zielbewußtes Prä-
    sidium vor allem auf die Konsolidierung der neuen Schöpfung
    bedacht war und insbesondere die Pflege eines innigen brüderlich-
    freundschaftlichen Verhältnisses unter den Mitgliedern und wo-
    möglich auch deren Angehörigen anstrebte.
     

    Es wurden zu diesem Behufe regelmäßig allwöchentlich Ver-
    sammlungen der Vereinsmitglieder abgehalten, und zwar teils in
    offiziellen Vereinssitzungen, teils in Vortragsabenden, zu welchen
    auch die Gattinnen der Mitglieder Einladungen erhielten. An alle
    diese Versammlungen schlossen sich gemeinsame Brudermahle an,
    welche durch ernste und heitere Trinksprüche belebt und gefördert
    wurden.
     

    Auch fanden wiederholt gesellige Veranstaltungen mit künst-
    lerischen Darbietungen statt, um deren Arrangement sich damals
    und noch lange Zeit hindurch insbesondere der bei solchen An-
    lässen als ausgezeichneter Künstler persönlich mitwirkende
    Br. Wilhelm Jeral in hervorragendem Maße verdient gemacht hat.
    In solcher Weise wurden die freundschaftlichen Beziehungen
    der Vereinsmitglieder untereinander und ihr Zugehörigkeitsgefühl
    zur Vereinigung immer inniger gestaltet. W
     

  • S.

    16
     

    Die während dieses Termines abgehaltenen 9 offiziellen
    Sitzungen wurden durch Beratung der Geschäftsordnung für den
    Verband, sowie durch eine anregende Diskussion über die
    ,,Ethische Bewegung", welche sich an einen von Br. Dr. Josef
    Jerusalem über dieses Thema am 13. November 1895
    gehaltenen Vortrag anschloß, interessant gestaltet.
     

    Dabei wurde die Heranziehung gleichgesinnter Männer stets
    im Auge behalten und wurden schon in dieser kurzen ersten
    Amtsperiode 9 neue Mitglieder der Vereinigung zugeführt, so daß
    ihre Mitgliederzahl sich bis Ende 1895 auf 56 erhöht hatte.
     

    Es traten nämlich in der Zeit vom 13. Oktober bis Ende 1895
     

    der Vereinigung folgende Mitglieder bei:
     

    Br. Heinrich Teltscher, bisher Mitglied der „Philanthropia"
     

    in Reichenberg; Ignaz Glaser, Fabrikant in Biermos; Ignaz
    Scharmann, Kaufmann in Wien; Ignaz Frank, Kaufmann
    in Wien; Robert Bukowits, Kaufmann in Wien; Gustav
    Stiasny, Bankier in Wien; Robert Kolisch, Bankier in Wien;
    Eduard Wiener, Kaufmann in Wien; Emil Askonas, Kaufmann
     

    in Wien.se hod
     

    II. Beamtenrat.
     

    100 ml (Präs. Dr. Edmund Kohn.)
     

    Am 6. Jänner 1896 fand die ordentliche Generalversammlung
     

    statt, in welcher die Neuwahl und Installierung der Beamten
    vorgenommen wurde.
     

    Es wurden gewählt:
     

    ob zum Präs. Br. Dr. Edmund Kohn,
     

    Vizepräs. Br. Dr. Albert Kuh,
     

    bbbpl
     

    Prot.-Sekr. Br. Dr. Gustav Langstein,
     

    Fin.-Sekr. Br. Max Fleischner,
     

    "Schatzm. Br. Dr. Alois Klemperer.
     

    Die Installierung erfolgte durch den Großsekretär Br. Adalbert
     

    Skall als Delegierten des Verbandes.
     

    Zum Mentor wurde Br. Adolf Pick, zum Marschall Br. Moritz
    Fleischner und zum Wächter Br. Marcus Fischer ernannt.
    Hiemit nahm die zweite Amtsperiode ihren Anfang, welche
    wieder eine
    war und bis Ende Juni 1896 dauerte.
     

    Die Eintrittsgebühren, die Jahresbeiträge, sowie die Sitzungs-
    tage blieben
    die zweiten Merändert; letztere wurden ab 16. März 1896 aut
     

    nach dem 1. und 15. verlegt.
     

    Als Repräsentanten der Vereinigung Wien im Verbande
    gewählt der Expr. Dr. Edmund Kohn und der Br. Expr.
    Dr. Theodor Haller von der Vereinigung Philanthropia" in
    Reichenberg.
     

    wurden
     

    (Anmerkung. Die Vereinigung Wien" war nach den
    Verbandsgesetzen berechtigt, 2 Repräsentanten zu wählen
    da aber zu solchen bloß Expräsidenten wählbar sind, die
    Vereinigung Wien" jedoch damals nur einen Expräsidenten
     

  • S.

    17
     

    hatte, so mußte sie ihren zweiten Repräsentanten aus der
    Reihe der auswärtigen Expräsidenten wählen.)
     

    Die Betätigung der Vereinigung erfolgte auch in dieser
    zweiten Amtsperiode, in welcher 11 offizielle Sitzungen abgehalten
    wurden, in gleicher Weise, wie bisher.
     

    Die Geschäftsordnung des Verbandes, deren Vorberatung
    durch die einzelnen Vereinigungen erfolgen sollte, bildete auch
    jetzt noch einen Hauptgegenstand der Verhandlungen. Weiters
    wurde über Anregung des Vizepräsidenten Dr. Albert Kuh eine
    interessante Diskussion „Über die Zwecke und Ziele der B. B.-
    Vereinigungen und über die Mittel zu deren Verwirklichung" in
    mehreren Sitzungen durchgeführt, welche allen Mitgliedern die
    erwünschte Gelegenheit bot, ihre Auffassungen und ihre Ansichten
    über das Wesen des B. B.-Bundes und seiner Intentionen, sowie
    über die an seinen Bestand geknüpften Erwartungen gegenseitig
    auszusprechen.
     

    Mitwirkung an der Gründung der „,,Moravia".
     

    Schon im November 1895 war an die Vereinigung Wien"
    das Ersuchen gestellt worden, sich an der Gründung einer B. B.-
    Vereinigung in Brünn tatkräftig in der Weise zu beteiligen, daß
    die ersten Anmeldungen und Einführungen für jene Vereinigung
     

    hier stattzufinden hätten.
     

    Die Vereinigung Wien" hatte daher bereits in der Sitzung
    vom 13. November 1895 beschlossen, diesem Ersuchen Folge zu
    geben und beteiligte sich seither intensiv an den Vorarbeiten für
    die Gründung jenes Zweigvereines, insbesondere wurde die
    Akquirierung von Mitgliedern für denselben eifrig und umsichtig
    behandelt.
     

    Eine besondere Betätigung nach außen fand auch in dieser
    Amtsperiode nicht statt, jedoch wurden vom Unterstützungs-
    komitee mehrfache Unterstützungen an Außenstehende gewährt,
    außerdem wurde im Wege einer vom Br. Bernhard Jerusalem
    eingeleiteten Privatsammlung unter den Brüdern der jüdischen
    akademischen Lesehalle ein Betrag von zirka 1000 K zugewendet.
    Auch in dieser Amtsperiode fanden mehrere Vorträge statt,
    für welche gewöhnlich besondere Versammlungen, zum Teil mit
    Zuziehung der Damen, einberufen wurden.
     

    Als Vortragende fungierten ausschließlich Vereinsmitglieder,
    so Professor Dr. Ehrmann, Dr. Jerusalem und Dr. Knöpf-
    macher; letzterer hielt einen Vortrag über den „Talmud",
    welcher später in der ersten Vierteljahrschrift veröffentlicht wurde.
    Auch eine Dame, und zwar die geistvolle und gründlich
    gebildete Ehegattin des Br. Ignaz Frank, Frau Jenny Frank,
    führte sich in jener Zeit zum erstenmale als Vortragende mit dem
    Thema „Das jüdische Weib in unserer Vereinigung ein.
     

    2
     

  • S.

    18
     

    Die Aufnahme neuer Mitglieder bot stets Gelegenheit zur
    feierlichen Gestaltung der Sitzungen.
     

    In der Zeit vom 6. Jänner bis Ende Juni 1896 wurden ein-
    schließlich der für die in Aussicht stehende Brünner Zweig-
    vereinigung in die Vereinigung Wien" eingeführten nicht weniger
    als 36 neue Mitglieder dem Bunde zugeführt, so daß die Gesamt-
    zahl derselben, nachdem ein Mitglied, namens Josef Krausz,
    infolge Übersiedlung nach Ungarn ausgeschieden war, sich auf 91
    erhöht hatte.
     

    Die in dieser zweiten Amtsperiode in die Vereinigung „Wien".
    eingetretenen Mitglieder sind folgende: (Die mit * bezeichneten
    sollten der „Moravia" zugeführt werden.)
     

    Dr. Marcus Spitzer, Advokat in Wien;
     

    Josef Adelberg, Kaufmann in Wien;
     

    Carl Zinner, Prokurist der Firma Rothschild;
     

    Ludwig Samek, Kaufmann in Wien;
     

    Moritz Silberkno
    berknopf, Pro
    Prokurist in Wien;
     

    in Brünn;
     

    Josef Bauer, Ka
    Kaufmann in
     

    Adolf Weiner, Kaufmann in Brünn;
    Alexander
    Wilhelm Kux, Bankdirektor in Brünn ;
     

    in Wien;
     

    Jerusalem, Fabrikant in Wien;
    Sigmund Ch
    Chitz, Kaufmann in Wien;
    Carl Goldmann, Kaufmann in Wien;
     

    Josef
     

    Emanuel Taussig, Kaufman in Wien;
    Philipp Löwy, Kaufmann in Wien;
    Dr. Ignaz
     

    Advokat in Wien;
     

    Leopold anger, Advok
     

    Bankier in Wien;
     

    Benno Stroheim, Fabrikant in Wien;
     

    hov glansi
     

    Dr. Karl Maendl, Arzt in Brünn;
     

    *
     

    *Hermann Epler, Station
    Stationsvorstand in Brünn; and on
     

    Maen
     

    *Dr. Em. Löwenstein,
     

    Arzt
     

    in Brünn;
     

    Arthur Pollak, Kaufmann in Wien;
     

    Michael Weisz, Kaufmann in Wien;
    *Dr. Michael Feith, Stadtsekretär in Brünn;
     

    Ignaz Winter, Fab
    Fabrikant in Wien;
    *Ignaz Hönig, Kaufmann in Brünn;
     

    Salomon pet. Kaufmann in Brünn;
     

    Kaufmann in Wien;
     

    Friedrich
     

    carich
     

    Dr. Josef Maend1, Arzt in Brünn;
     

    *Dr. Alexander Sonnenfeld, Arzt in Brünn ;
     

    Eduard Sander, Kaufmann in Brünn;
     

    Sigmund Frank 1, Kaufmann in Wien;
     

    Alois Witrofsky, Kaufmann in Brünn;
     

    *Sigmund Schwarz, Kaufmann in Brünn;
     

    Julius Neumann, Kaufmann in Wien;
     

    Armin Behr, Kaufmann in Wien;
     

    Dr. Karl Müller, Advokat in Wien (damals noch Konzipient).
     

  • S.

    19
     

    III. Beamtenrat.
     

    (Präs. Dr. Albert Kuh.)
     

    Am 9. Juni 1896 fand eine ordentliche Generalversammlung
    statt, in welcher folgende neue Beamte gewählt und vom Groß-
    Schatzmeister Expr. Dr. Sigmund Stein, als Delegaten des Ver-
    bandes installiert wurden:
     

    Als Präs. Dr. Albert Kuh,
     

    Vize-Präs. Br. Heinrich Teltscher,
     

    Prot. Sekr. Br. Dr. Gustav Langstein,
     

    Fin. Sekr. Emanuel Winter,
     

    Schatzm. Br. Gottlieb Lederer.
     

    Der abtretende Präsident Dr. Edmund Kohn nahm die
    Stelle des Mentors ein, zum Marschall wurde Br. Dr. Richard
    Back, zum Wächter Br. Alfred Basch ernannt. Es nahm so-
    mit die dritte Amtsperiode ihren Anfang, welche bis Ende des
    Jahres 1896 dauerte.
     

    In diese Amtsperiode fiel die am 29. November 1896 erfolgte
    Gründung und Installierung der Zweigvereinigung,,Moravia" B. B.
    in Brünn, an welcher unsere Vereinigung sich in hervorragendem
    Maße
    beteiligte.
     

    Weiters sei hier bemerkt, daß die Einführung des neuen,
    seither
    in Anwendung stehenden Rituales zum erstenmale in der
    Sitzung vom 15. Dezember 1896 erfolgte und ferner, daß das
    von Br. Jeral komponierte und der Vereinigung Wien" ge-
    widmete Präludium, welches bei der Installierung der Moravia"
    zum erstenmal exekutiert wurde, über Ersuchen des s. w. Ver-
    bandes allen Vereinigungen Österreichs zur Benützung und Ein-
    führung überlassen wurde.
     

    "
     

    In den 9 offiziellen Sitzungen dieser Amtsperiode wurde
    einerseits die Beratung über die Geschäftsordnung des Verbandes
    fortgesetzt, anderseits wurde eine sehr eingehende und lebhafte
    Diskussion über den Zionismus eröffnet, im Anschlusse an einen
    diesen Gegenstand behandelnden, hochinteressanten und an-
    Vortrag des ausgezeichneten Vereinsmitgliedes Dr.
     

    regungsreichen em; außerdem wurde eine provisorische Ge-
     

    Josef
     

    schäftsordnung für das Unterstützungskomitee festgesetzt.
     

    Es wurden ferner in dieser Amtsperiode noch folgende Vor-
    träge im Vereinslokale abgehalten:
     

    Von Br. Dr. Michael Feit aus Brünn Über die Entwick-
    lung der Gesellschaft" und von Br. Dr. Gustav Karpeles aus
    Berlin Über den Einfluß des Judentums auf die europäische
    Kultur". Zu letzterem Vortrage waren auch die Damen zugezogen.
     

    Die Institution der Brudermahle nach den einzelnen Sitzungen
    wurde sorgsam gepflegt und aufrecht erhalten.
     

    Leider hatte die Vereinigung Wien" in dieser Amtsperiode
    auch schmerzliche Verluste zu beklagen.
    Wen
     

  • S.

    20
     

    Am 12. Juni 1896 wurde unsere Vereinigung durch den ersten
    schweren Trauerfall heimgesucht, indem der im selben Jahre für
    die Moravia" in die Vereinigung Wien" aufgenommene Bruder
    Dr. Josef Mänd 1 in Brünn im kräftigsten Mannesalter plötzlich
    starb. Der Präsident, viele Brüder nahmen an dem Leichen-
    begängnisse teil und Br. Dr. Ehrmann gab der brüderlichen
    Teilnahme der Mitglieder am Grabe nachhaltigen Ausdruck. Aus
    gleichem Anlasse fand sohin am 16. Juni 1896 eine Trauersitzung
    statt, in welcher ebenfalls Dr. Ehrmann die Trauerrede hielt.
    Noch ein herberer Verlust traf die Vereinigung „Wien" am
    25. Juli 1896 durch das Hinscheiden des altbewährten und all-
    beliebten Mitgliedes Dr. Alfred Pollak, Hof- und Gerichts-
    advokaten in Wien, welcher durch seinen makellosen Charakter,
    durch seine vielseitige und umfassende Gelehrsamkeit und durch
    seine wahrhaft selbstlose und edle
    Begeisterung für die großen
    Aufgaben des Bundes eine segensvolle Wirksamkeit in der Ver-
    Wien", in welc
    einigung
    in welcher er sich namentlich für die geistige
    Fortbildung interessierte, erhoffen ließ. Br. Dr. Josef Jerusalem
    gab dem tiefen Schmerze unserer Vereinigung über diesen Ver-
    lust am Grabe des Dahingeschiedenen in ergreifender Rede Aus-
    druck, während in der am 23. September 1896 aus diesem An-
    lasse stattgehabten Trauersitzung Br. Dr. Langstein, der
    intime Jugendfreund des Verstorbenen, dessen Lebenslauf und
    Bedeutung in umfassender Darstellung schilderte.
     

    Neu aufgenommen wurden in dieser Amtsperiode 13 Brüder,
    von welchen der leider allzufrüh dahingeschiedene Br. Sigmund
    Rosenfeld, dessen Einführung am 19. Oktober 1896 stattfand,
    wegen der hervorragenden Verdienste, die er sich um unseren
    Verein später erwarb, schon hier besonders hervorgehoben sei.
    sby Infolge der erwähnten Todesfälle, des Austrittes eines Mit-
    gliedes und des Übertrittes der für die Brünner Vereinigung bei
    uns eingeführt gewesenen 13 Brüder in die nunmehr konstituierte
    ,,Moravia" reduzierte sich der Mitgliederstand der Vereinigung
    "Wien" am Ende dieser Amtsperiode auf 88.
     

    Es muß hier noch erwähnt werden, daß im Jahre 1896 zum
    erstenmale die Dauer der Ferien zur Besprechung gelangte und
    daß mit Rücksicht auf die lokalen Sommerverhältnisse in Wien
    ein Mindestausmaß von 3 Monaten für dieselbe in Aussicht ge-
    nommen wurde. Allerdings wurde aber gleichzeitig ernstlich er-
    wogen, in welcher Weise auch während dieser Ferialzeit ein
    Kontakt zwischen den Brüdern durch regelmäßige, wenn auch
    zwanglose Zusammenkünfte herbeigeführt werden könnte, und es
    wurde dem Geselligkeitskomitee nahegelegt, diesen Gesichtspunkt
    niemals aus den Augen zu lassen.
     

    In der dritten Amtsperiode wurden folgende 13 neue Mit-
    glieder der Vereinigung Wien" zugeführt, während ein Mitglied,
    namens Wilhelm Breitenbach, austrat.
     

  • S.

    21
     

    Josef Lazarus, Kaufmann in Wien, später in Fiume.
     

    Isidor Popper jr., Kaufmann in Wien.
     

    Adolf Frankl, Kaufmann in Wien.
     

    Max Epler, Kaufmann in Wien.
     

    Sigmund Rosenfeld, Bankier in Wien.
     

    Med. Dr. Josef Grünfeld, Univ.-Dozent in Wien.
     

    Moritz Schur, Fabrikant in Wien.
     

    Ludwig Herschmann, Fabrikant in Wien.
     

    Zdenko Wertheimer, Kaufmann in Wien.
     

    Isidor Hirsch 1, Kaufmann in Wien.
     

    Aron Traub, Kaufmann in Wien.
     

    Adolf Schlesinger, Prokurist, derzeit Kaufmann in Wien.
     

    Dr. Isidor Schnabl, Arzt in Wien.
     

    IV. Amtsperiode.
     

    (Präs. Dr. Alois Klemperer.)
     

    Am 12. Jänner 1897 begann die IV. Amtsperiode. Als
     

    Beamten wurden vom Br. Expräs. Dr. Edmund Kohn als Dele-
     

    gaten des Verbandes installiert, u. zw.:
     

    Zum Präs. Br. Dr. Alois Klemperer,
     

    Vizepräs. Br. Heinrich Teltscher,
     

    Prot. Sekr. Br. Dr. Wilhelm Knöpfmacher,
     

    Fin. Sekr. Br. Ignaz Frank,
     

    Schatzmeister Br. Jul. Wolf,
     

    Mentor wurde der abtretende Expräs. Dr. Albert Kuh,
     

    zum Marschall wurde ernannt Br. Wilhelm Bachrach,
     

    zum Wächter Br. Moritz Silberknopf.
     

    Als Repräsentanten der Vereinigung Wien" im Verbande
    wurden die beiden Expräs. Dr. Edmund Kohn und Dr.
    Albert Kuh gewählt.
     

    In dieser Amtsperiode, welche bis Ende 1897 dauerte und
    in welcher 10 offizielle Sitzungen stattfanden, wurde die Geschäfts-
    ordnung des Verbandes auf Grund eines vom Br. Dr. Lang-
    stein namens des hiefür eingesetzten Komitees erstatteten Re-
    ferates zu Ende beraten, es wurde ferner in mehreren Sitzungen
    die bereits unter dem früheren Präsidium eingeleitete Diskussion
    über den Zionismus fortgesetzt und zu Ende geführt. Ein bei
    diesem Anlasse gestellter Antrag, daß die Vereinigung Wien"
    nach außen hin zum Zionismus Stellung nehmen und hierüber
    einen
    Beschluß fassen möge
    wurde
    als statutenwidrig zur
    stimmung nicht zugelassen. Ferner hielt Prof. Br. Ehrmann
    einen Zyklus von Vorträgen Über Vererbung und Entwicklung
    mit Rücksicht auf die Juden", der eine Fülle hochinteressanter
    Tatsachen und Ideen zur Kenntnis der Brüder brachte und ihnen
    Belehrung und geistigen Genuß bereitete.
     

    ur Ab-
     

    In der Sitzung vom 9. März 1897 wurde beschlossen, daß
    die Vereinigung,,Wien" sich an der Gründungsfeierlichkeit der
     

  • S.

    22
     

    München-Loge durch Entsendung der beiden Expräs. Dr. Kohn
    und Dr. Kuh beteilige.
     

    In der Sitzung vom 1. Juni 1897 wurde die Herausgabe
    einer Vierteljahrschrift der Vereinigung Wien" beschlossen,
    welche auch als Organ des Verbandes dienen, von diesem sub-
    ventioniert und von allen Mitgliedern der österr. Vereinigungen
     

    abonniert werden sollte.
     

    Dieser Beschluß wurde nach Zustimmung des Verbandes
    noch in demselben Jahre zur Ausführung gebracht, indem Br.
    Prof. Ehrmann die Redaktion dieser Vierteljahrschrift über-
    nahm, die er seither in äußerst verdienstvoller und erfolgreicher
    Weise fortgeführt hat.
     

    Erwähnenswert ist, daß schon in jener Amtsperiode ein An-
    trag des Br. Prof. Ehrmann auf Errichtung einer Vereins-
    bibliothek angenommen worden ist, ebenso ist zu bemerken, daß
    in der Sitzung vom 6. April 1897 die erste Anregung zur Errich-
    tung eines eigenen Heims für die Vereinigung Wien" gegeben
    wurde und daß ein Komitee zur weiteren Beratung dieser Frage
    eingesetzt worden ist.
     

    Ein von Br. Dr. Josef Grünfeld gestellter Antrag auf
    Errichtung einer Institution für jüdische Krankenpflegerinnen
    wurde nach eingehender Diskutierung und nach Vorberatung
    durch ein hiefür bestimmtes Komitee als dermalen undurchführ-
    bar, einer späteren Zeit vorbehalten.
     

    Am 25. April 1897 fand der Verbandstag in Wien statt, aus
    welchem Anlasse im ehemaligen Tiergartensaale ein Festbankett
    mit Zuziehung der Gattinnen der Vereinsmitglieder abgehalten
    wurde, welches durch einen feierlichen Kaisertoast eingeleitet,
    in sehr animierter Weise verlaufen ist.
     

    Im Mai 1897 wurde die österreichische Großloge in Prag
    durch einen Besuch des Bundespräsidenten Br. Julius Bien aus
    Amerika erfreut und fand zu Ehren desselben ein Festbankett in
    Prag statt, an welchem sich die Vereinigung „Wien" durch Ent-
    sendung einer, aus dem Präsidenten und den zwei Expräsidenten
    Dr. Kohn und Dr. Kuh bestehenden Deputation beteiligte.
     

    Als nun der ehrwürdige Bundespräsident der ihm durch
    diese Deputation übermittelten Einladung der Vereinigung Wien"
    Folge leistend, sich in Prag bereit erklärte, auch dieser Vereini-
    gung einen Besuch abzustatten, wurde vom Präsidenten tele-
    graphisch an den protokollierenden Sekretär Dr. Knöpf-
    macher der Auftrag zur Einberufung einer Festsitzung für den
    1. Juni 1897 erteilt.
     

    Bei dieser Festsitzung, welche unter Beteiligung fast sämt-
    licher Vereinsmitglieder stattfand, wurde der Bundespräsident von
    den beiden Expräs. Dr. Kohn und Dr. Kuh unter feierlichen
    Harmoniumsklängen, eingeführt und auf den, für die Mitglieder
    des Exekutivkomitees bestimmten Platz geleitet.
     

  • S.

    23
     

    Im Laufe der Sitzung, zu welcher auch ein langjähriger
    Freund des Bundespräsidenten, Ex-Großpräs. aus Chicago,
    namens Greeneboom, welcher in Karlsbad zur Kur weilte,
    als Gast erschienen war, richtete sowohl dieser, als insbeson-
    dere Dr. Bien, innige Worte der Begrüßung, Anerkennung und
    Aneiferung an die Vereinigung Wien, welche einen tiefen Ein-
    druck auf die Versammlung machten und mit lebhaftem Beifalle
    aufgenommen wurden.
     

    Das Geselligkeitskomitee veranstaltete in dieser Amtsperiode
    unter der bewährten Leitung des Bruders Jeral einen sehr ani-
    mierten Gesellschaftsabend nebst einem künstlerisch ausgezeichneten
    Konzert.
     

    Auch diese Amtsperiode war bloß für ein halbes Jahr be-
    stimmt, jedoch fand die Installierung des neuen Beamtenkörpers
    erst am 27. September 1897 statt.
     

    Die Anzahl der neu aufgenommenen Mitglieder betrug 18,
    während ein Mitglied (Friedrich Mendel) aus privaten Gründen
    aus der Vereinigung austrat, so daß am Ende der Amtsperiode
     

    die Vereinigung, Wien" im Ganzen 105 Mitglieder zählte.
     

    In der IV. Amtsperiode sind folgende 18 Mitglieder der Ver-
     

    einigung beigetreten:
     

    fe81
     

    Emil Goldberg, Kaufmann in Wien,
     

    Moritz Wagner, Kaufmann in Wien,
     

    Alfred Heinrich Messinger, Kaufmann in Wien,
     

    Filipp Dub, Kaufmann in Wien,
     

    Moritz Sonnenschein, Kaufmann in Wien,
     

    Josef Kowanitz, Kaufmann in Wien,
     

    Siegfried Engel, Kaufmann in Wien,"
     

    Josef Neumann, Kaufmann in Wien,
     

    Leopold Kern, Kaufmann in Wien,
     

    Dr. Julius Bermann, k. k. Notar in Wien,
     

    Marcus Rotter, Prokurist der Länderbank in Wien,
     

    Maximilian Kraus, Prokurist der Länderbank in Wien,
    Salomon Fischer, Direktor des Bankvereines in Wien,
     

    Eduard Glaser, Brauerei-Direktor in Wien,
     

    Sigmund Weis, Kaufmann in Wien,
     

    pigios
     

    bp
     

    Dr. Nandor (Nathan) Singer, Zahnarzt in Wien,
     

    Moritz Steinberger, Juwelier in Wien,
     

    190
     

    bro
     

    Carl Herm. Berger, Kaufamnn in Wien.
     

    holoz
     

    asb 6sb
     

    satinio a
     

    V. Beamtenrat.now
     

    nics an
     

    (Präsident Prof. S. Ehrmann).
     

    i
     

    you
     

    Am 29. September 1897 erfolgte durch den Expräsidenten
     

    Dr. Edmund Kohn, als Verbandsdelegaten die Installierung der
     

    für die V. Amtsperiode gewählten Beamten, und zwar:
     

  • S.

    24
     

    des Präsidenten Br. Dr. S. Ehrmann,
     

    Vizpräsidenten Br. Dr. Gustav Langstein,
     

    prot. Sekretärs Br. Dr. W. Knöpfmacher,
     

    Finanz-Sektetärs Br. Robert Kolisch,
     

    Schatzmeisters Br. Julius Wolf.
     

    Mentor wurde der abtretende Präsident Dr. Alois Klemperer,
    während
     

    zum Marschall Br. Gottlieb Kantor und
     

    Wächter Br. Dr. Nandor Singer ernannt wurde.
     

    "
     

    Die Amtsperiode des Präsidenten Br. Dr. Ehrmann, welche
     

    bis Ende des Jahres 1897 dauerte, wurde durch die Einsetzung
    eines hochwichtigen Komitees eingeleitet.
     

    Über Antrag des verewigten Br. Sigmund Rosenfeld,
    wurde nämlich in der Sitzung vom 12. Oktober 1897, ein
    Komitee gewählt, welches sich mit der Frage befassen sollte,
    welche finanziellen Mittel der Vereinigung für eine allfällige In-
    angriffnahme einer Humanitätsaktion nach außen hin zur Verfügung
    stehen und eventuell, wie diese Mittel beschafft werden sollen.
    Dieses Komitee stellte sohin in der Sitzung vom 26. Oktober
    1897 folgende, von der Versammlung einstimmig genehmigten
    Anträge:
     

    1. Es sei ein besonderer, zur Verwirklichung allfälliger
    Humanitätsaktionen der Vereinigung,,Wien" (nach außenhin) be-
    stimmter Fond aus freiwilligen Beiträgen der Mitglieder zu schaffen.
    2. Die Beiträge der einzelnen Mitglieder seien strengstens
    geheim zu halten.
     

    3. Die Subskriptionen der einzelnen Mitglieder seien durch
    ein besonderes Komitee zu erwirken, welches die Vereinsmitglieder
    unter sich aufzuteilen und seine Aktion derart einzurichten habe,
    daß die im Punkt 2 bestimmte Diskretion vollständig gewahrt
     

    werde.
     

    4. Die Beiträge seien zunächst auf das Jahr 1898 zu be-
     

    schränken.
     

    Die Annahme dieser Anträge führte zur Begründung des so-
    genannten Humanitätsfondes, welchem nach dem im Mai 1900
    erfolgten Ablebens seines Initiators die Bezeichnung Sigmund
    Rosenfeld-Fond beigelegt wurde.
     

    Der Fond erreichte schon auf Grund der im Jahre 1897
    sofort eingeleiteten Subskriptionen die Höhe von 12.926 Kronen
    und es wurde in der Sitzung vom 27. Dezember beschlossen,
     

    daß derselbe separat zu verwalten und daß ein ständiges Komitee
     

    zu seiner weiteren Förderung zu bestellen sei.
     

    In der Sitzung vom 9. November 1897 wurde beschlossen, daß
     

    die Vereinigung,Wien" als solche der,,Gesellschaft für Sammlung
     

    und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des
     

    Judentums" mit einem Jahresbeitrage von 40 Kronen als Mit-
    glied beitrete.
     

  • S.

    25

          In den Sitzungen vom 12. Oktober bis zum 16. November
    1897 fand außer den Beratungen über vielfache, die Betätigung
    der Vereinigung nach außen betreffende Anträge auch eine interes-
    sante Diskussion im Anschlusse an einen, von Br. Sigm. Rosen-
    feld gehaltenen lehrreichen Vortrag über „Finanzielles“ statt. In
    der Sitzung vom 23. November 1897 hielt Br. Dr. Gustav Lang-
    stein einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über die neue
    Personaleinkommensteuer, deren Inkrafttreten bevorstand.

          In der Sitzung vom 7. Dezember 1897, in welcher die Ein-
    führung von 4 neuen Mitgliedern erfolgte, hielt Br. Dr. Freud,
    der rühmlich bekannte Begründer der Psychoanalyse, seinen
    ersten Vortrag in unserer Vereinigung, u. zw. unter dem Titel
    „Traumdeutung“.

          Der überaus geistvolle und das allgemeine menschliche In-
    teresse lebhaft berührende Inhalt des Vortrages, sowie insbe-
    sondere die, trotz der Schwierigkeit des Themas auch dem
    Verständnisse des Laien entgegenkommende, meisterhafte Dar-
    stellungskunst des Vortragenden, gestaltete diesen Abend zu
    einem der genußreichsten und die Versammlung gab ihrer Dankes-
    empfindung durch lebhaftesten Beifall Ausdruck.

          Anläßlich der durch Exzesse gegen die Juden in Prag ver-
    ursachten großen Schäden wurden von der Vereinigung „Wien“
    sofort 1000 K gespendet und überdies eine Sammlung durch
    Mitglieder und unter denselben eingeleitet, welche ein Ergebnis
    von 6300 K hatte.

          In der V. Amtsperiode wurden 9 offizielle Sitzungen abge-
    halten und es wurden in dieser Zeit folgende 7 neuen Mitglieder
    der Vereinigung „Wien“ zugeführt, während 2 Mitglieder, u. zw.
    Br. Albert Baruch aus Gründen privater Natur und Br. Arthur
    Pollak mangels persönlicher Beteiligung freiwillig aus-
    geschieden sind.

          Die Gesamtzahl der Vereinsmitglieder am Schlusse dieser
    Amtsperiode betrug daher 110.

          Eingetreten sind:
          Med. Dr. Sigm. Freud, Univ.-Prof. in Wien,
          Med. Dr. Max Neumann, Arzt in Wien,
          Siegfried Karpeles, Kaufmann in Wien,
          Emanuel Raumann, Prokurist in Wien,
          Alois Weishut, Bankdirektor in Wien,
          Ignaz Gewitsch, beeid. Börsensensal in Wien,
          Armin Kohn, Bankier in Wien.

    VI. Beamtenrat.
    (Präs. Dr. Gustav Langstein).

          In der Generalversammlung vom 11. Jänner 1898 erfolgte
    die Neuwahl und Installierung der Beamten für die VI. Amts-
    periode.

  • S.

    26
     

    Es wurden gewählt:
     

    Zum Präs. Br. Dr. Gustav Langstein,
     

    Vize-Präs. Br. Gottlieb Lederer,
     

    Prot.-Sekr. Br. Bernhard Jerusalem,
     

    Fin.-Sekr. Br. Robert Kolisch,
     

    Schatzm. Br. Alfred Heinrich Messinger.
     

    Als Mentor fungierte der abtretende Präsident Br. Prof. Dr.
     

    Ehrmann,
     

    zum Marschall wurde Br. Eduard Glaser,
     

    Wächter Br. Dr. Nandor Singer ernannt.
     

    Während die ersten 5 Amtsperioden ausnahmsweise bloß
     

    ein halbes Jahr dauerten, nahm nunmehr die normalmäßige, ein
    ganzes Jahr umfassende Dauer der Amtsperiode ihren Anfang.
    Die VI. Amtsperiode dauerte somit vom Jänner 1898 bis zum
    Jänner 1899.
     

    Die Vereinssitzungen, deren im Ganzen 17 stattfanden,
    wurden in dieser Generalversammlung auf die 2 ersten Dienstage
    nach dem 1. und 15. eines Monates verlegt.
     

    Als Repräsentanten der Vereinigung Wien" im Verbande
    wurden die rangsältesten Expräsidenten Dr. Edmund Kohn, Dr.
    Albert Kuh und Dr. Alois Klemperer gewählt.
     

    Schon in der ersten Sitzung dieses Termines brachte Ex-
    präs. Br. Dr. Klemperer einen Antrag auf Gründung eines
    Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis ein.
     

    Dem Wunsche des Antragstellers entsprechend, wurde ein
    24gliedriges Komitee zur Vorberatung dieses Gegenstandes bestellt.
    In derselben Sitzung wurde nach einem, vom Präs. Br. Dr.
    Langstein erstatteten Referate eine Änderung der Vereins-
     

    statuten beschlossen.
     

    In den folgenden Sitzungen wurde über einige prinzipielle
    Fragen der Vereinstätigkeit und über mehrere innere Angelegen-
    heiten beraten und Beschluß gefaßt, so über die Frage der Ver-
    einstätigkeit nach außen hin, über einen Antrag des Expräs. Dr.
    Kohn auf Gründung einer Zeitschrift für die jüdische Jugend,
    über die Verwendung des Humanitätsfondes, über die Ver-
    größerung unserer Vereinslokalitäten (Kündigung des in After-
    bestand befindlichen Teiles derselben), über die allfällige Be-
    günstigung besonders würdiger und zur Aufnahme geeigneter
    Kandidaten bezüglich der Aufnahmsgebühren und Mitglieds-
    beiträge, über einen an den Verband zu richtenden Antrag auf
    Einleitung geeigneter Schritte zur Erforschung des hellenisch-
    jüdischen Geisteslebens in den letzten Jahrhunderten vor unserer
    Zeitrechnung u. dergl.
     

    In der Sitzung vom 25. April wurde von dem zur Vor-
    beratung des Antrages Dr. Klemperer bestellten Komitees
    der Antrag gestellt:
    ohohoq
     

  • S.

    27
     

    27
     

    "Der Humanitätsverein B'nai B'nai erklärt sich bereit,
    die Bildung eines Vereines für Arbeitsnachweis dadurch zu
    fördern, daß er den Präsidenten ermächtigt, einem aus der
    Mitte der Brüder behufs Konstituierung dieses Vereines sich
    bildenden Komitee aus dem Humanitätsfonde einen Kredit
    von 4000 K zur Verfügung zu stellen".
     

    Dieser Antrag, welchem sich Expräs. Dr. Klemperer
    akkomodiert hatte, wurde mit großer Majorität angenommen und
    dadurch die erste Grundlage für das Entstehen dieses segens-
    reich wirkenden Vereines geschaffen.
     

    Die Sitzung vom 20. September 1898 wurde durch eine
    feierlich ernste Trauerkundgebung anläßlich des kurz vorher er-
    folgten jähen Ablebens Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth ein-
    geleitet; hievon wurde auch an die a. h. Kabinettskanzlei
    berichtet.
     

    Über Ansuchen der Vereinigung „,,Solidaritas" B'nai B'rith in
    Krakau wurden zur Unterstützung der in Galizien geplünderten
    Juden von der Vereinigung Wien" 1000 K zu Handen der
    Solidaritas" gespendet.
     

    Zu der am 11. Oktober 1898 anberaumten Installierung der
    Vereinigung Silesia B'nai B'rith in Troppau wurde eine drei-
    gliedrige Delegation entsendet, bestehend aus dem Präsidenten.
    Dr. Gustav Langstein und den Expräsidenten Dr. Edmund
    Kohn und Dr. Alois Klemperer.
     

    In den Sitzungen vom 10. Mai, 20, September und 4. Oktober
    wurde die Geschäftsordnung der Vereinigung „Wien" nach einem
    vom Br. Dr. Knöpfmacher ausgearbeiteten Entwurfe beraten
    einigen
     

    des von demselben erstatteten Referates mit
    angenommen.
     

    und auf
     

    A
     

    In der Sitzung vom 31. Oktober 1898 hielt Br. Dozent Dr.
    Grünfeld einen überaus lehrreichen Vortrag über das Thema
    ,,Historisches über Antiseptik".
     

    In der Sitzung vom 14. November 1898 wurde beschlossen,
    dem Waisenhausvereine in Prag mit einem Jahresbeitrage von
    200 K als Mitglied beizutreten. In derselben Sitzung hielt Br. Dr.
    Klemperer einen instruktiven Vortrag über „Das neue Patent-
    gesetz", an welchen sich eine von Br. Dr. Monat in der
    Sitzung vom 29. November eingeleitete und von den Brüdern
    Rosenfeld und Popper fortgesetzte Diskussion anschloß.
     

    Die Sitzung vom 29. November wurde durch eine feierliche,
    dem auf den 2. Dezember 1898 fallenden 50jährigen Regierungs-
    jubiläum Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. gewidmete An-
    sprache des Präsidenten eingeleitet.
     

    In der Sitzung vom 13. Dezember 1898 wurde beschlossen,
    dem von der israelitischen Kultusgemeinde Wien zu erbauenden
    Siechenhause 2000 K aus dem Humanitätsfonde zuzuwenden;
    eine aus gleichem Anlasse unter den Brüdern vorgenommene
    Sammlung ergab einen weiteren Betrag von 2000 K, so daß zu-
     

  • S.

    28
     

    sammen 4000 K im Namen der Vereinigung dem erwähnter
    Zwecke zugeführt werden konnten.
     

    In der Sitzung vom 27. Dezember 1898 hielt Br. Marcus
    Fischer einen Vortrag über „Brüderlichkeit und Freundschafts
     

    In der Zeit vom November bis Ende 1898 wurden unter
    der Leitung des Br. Sigm. Piesen als Obmann des A-
    schaffungskomitees die neu hinzugekommenen Vereinsräume zu
    Zusammenkünften adaptiert und eingerichtet.
    geselligen
     

    Außerdem wurden im Jahre 1898 noch folgende Vorträge
    unter Zuziehung der Damen im Vereinslokale abgehalten; von
    Br. Dr. Schneeberger über
    Rechtsentwicklung", von Frau
     

    Frank über „Ethik im "alten Judentum", von Br. Dr.
    Königstein über Sprache der
     

    Schwab aus Karlsbad über Frauenges von Br. Alfred
     

    Jenny
     

    der französischen
    Revolution" und vom Rabb. Dr. Max Grunwald, Mitglied der
    Henry Jones-Loge in Hamburg über Spinoza in Deutschland".
    In der Amtsperiode des Präsidenten Br. Langstein
    wurden 24 neue Mitglieder der Vereinigung zugeführt, so daß
    die Mitgliederzahl sich am Schlusse derselben auf 134 stellte.
     

    Die Namen der Eingetretenen sind:
     

    Dr. Moritz Karoly,
     

    Alois Schiditzer, Kaufmann in Wien,
     

    Julius Kohn, Kaufmann in Wien,
     

    zialA
     

    Josef Toffler, Kaufmann in Wien,
     

    Josef Reimann, Kaufmann in Wien,
     

    Carl Seligmann, Kaufmann in Wien,
     

    Ignaz Biach, Kaufmann in Wien,
     

    Adolf Friedländer, Kaufmann in Wien,
    Sigmund Kohn, Kaufmann in Wien,
    Sigmund Seiler, Fabrikant in Wien,
     

    Dr. Salo Löbl, Arzt in Wien.
     

    Ignaz Frank 1, Kaufmann in Wien,
     

    Emil Reich, Direktor in Wien,
     

    Dr. Leopold Königstein, Univ.-Dozent (später Univ.-
     

    Prof. in Wien),
     

    Eduard Woh I, Holzhändler in Wien,
     

    Josef Zucker, Fabrikant in Wien,
     

    Adolf Bär, Privatier in Wien,
     

    Med. Dr. Emil Lŏ wy, Arzt in Wien,
     

    3709
     

    Med. Dr. Marcus Hajek, Univ.-Dozent (jetzt Univ.-Prof.)
    in Wien,
     

    Leo Schloss, Kaufmann in Wien,
     

    Gustav Frank 1, Kaufmann in Wien,
     

    jesi asb orb
     

    Emil Geiringer, Kaufmann in Wien, sal ob nov mo
    Samuel Bing, Kaufmann in Wien,
     

    mustie bi
     

    Albert Winterberg, Privatier in Wien. Saud
     

    2002 nov glad motion nonis dagis, gulmins
     

  • S.

    29
     

    VII. Beamtenrat.
     

    (Präs. Gottlieb Lederer).
     

    In der am 10. Jänner 1899 abgehaltenen Generalversammlung
    wurden folgende Beamte gewählt und vom Expräs. Dr. Edmund
    Kohn als Delegaten des Verbandes installiert: d
     

    Zum Präs. Br. Gottlieb Le derer,
     

    Vize-Präs. Br. Dr. Wilhelm Knöpf macher,
     

    Prot.-Sekr. Br. Eduard Glaser,
     

    10 20941
     

    Fin.-Sekr. Moritz Silberknopf,
     

    and den
     

    Schatzmeister Josef Toffler,
     

    Mentor wurde der abtretende Präsident Dr. Gustav Lang-
    stein,
     

    zum Marschall wurde Br. Dr. Nandor Singer,
     

    zum Wächter Br. Sigmund Piesen
     

    ernannt und begann somit die VII. offizielle Amtsperiode, welche
     

    bis zum Ende des Jahres 1899 währte.
     

    Einführungsgebühr, Jahresbeitrag und Sitzungstage blieben
     

    unverändert.
     

    Als Repräsentanten im Verbande wurden gewählt die Ex-
    präsidenten Dr. Edmund Kohn, Prof. Dr. Ehrmann und
    Dr. Gustav Langstein.
     

    In dieser Amtsperiode wurde die Aktion zur Kanstituierung
     

    des Vereines für Arbeitsnachweis fortgesetzt und erfolgreich zu
    Ende geführt, indem die Vereinigung "Wien" in der Sitzung vom
    24. Jänner 1899 folgenden Antrag des früher bestellten Komitees
    annahm:
     

    „Die Vereinigung Wien" beschließt, ein Büro für un-
    entgeltlichen Arbeitsnachweis zu errichten unter der Modalität,
    daß ein eigener Verein zu diesem Zwecke gegründet werde,
    zu welchem Behufe der Beamtenrat ein ständiges Komitee
    bestellt, dem die unbeschränkte Vollmacht erteilt wird, alle
    zur Vereinsgründung nötigen Schritte zu tun; das Komitee
    hat dem Plenum Bericht zu erstatten und alle Brüder haben
    das Komitee tatkräftigst zu unterstützen".
     

    Auf Grund der von diesem Komitee getroffenen Vorarbeiten
     

    ist sohin im April 1899 der genannte Verein tatsächlich unter
     

    dem Präsidium des Expräsidenten der Vereinigung „Wien", Dr.
    Alois Klemperer, ins Leben getreten und hat sofort, insbeson-
    dere durch die rastlose und zielbewußte Initiative des Br. Sigm.
    Rosenfeld eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet.
     

    Dem Vereine Ferienheim" wurde für das Jahr 1899 ein
    Beitrag von 50 K zuerkannt.
     

    In der Sitzung vom 14. Februar wurde vom Vizepräsidenten
     

    Dr. Wilhelm Knöpfmacher eine Diskussion „Über Zwecke
     

    und Ziele der B'nai B'rith-Vereinigungen" eingeleitet, welche in
     

    den folgenden 2 Sitzungen fortgesetzt und beendet wurde, da
     

    die Frage nach Besserung der Verhältnisse unserer galizischen
     

  • S.

    30

    Glaubensgenossen auf’s Tapet gebracht wurde, welche mehrere
    Sitzungen in Anspruch nahm.
          Für ein von Br. Dr. Gustav Karpeles in Aussicht ge-
    stelltes literarisches Werk wurden 250 Mark gewidmet, der
    Volksküche für jüdische Schulkinder 100 K, für Wohltätigkeits-
    übung nach außen 1000 K zu Handen des Unterstützungskomitees.
          Eine Aktion wegen Beteiligung unserer Vereinigung an der
    Bekämpfung des Ritualmordmärchens durch Widmung eines Be-
    trages für diesen Zweck dienende literarische Schriften wurde
    nach eingehender Beratung und Behandlung seitens eines beson-
    deren Komitees gegen den Vorschlag des letzteren abgelehnt.
          Für die Unterbringung des Rabbiners Dr. Goldberg aus
    Polna wird eine Aktion eingeleitet und von der Vereinigung
    „Wien“ zu diesem Zwecke ein Beitrag von 200 K gespendet.
          An der Installierung der Vereinigung „Leopolis“ B’nai B’rith
    in Lemberg beteiligte sich die Vereinigung „Wien“ durch Ent-
    sendung einer, aus dem Vizepräs. Br. Dr. Wilhelm Knöpf-
    macher und dem Expräs. Dr. Alois Klemperer und Dr.
    Ehrmann bestehenden Delegation.
          Außer den bereits erwähnten Diskussionen wurden im Laufe
    des Jahres 1899 folgende Vorträge gehalten, u. zw.:

          1. am 3. Februar 1899 von Br. Dr. Freud „Über Traum-
             deutung“, Fortsetzung und Schluß.
          2. am 28. März 1899 von Br. Jos. Jerusalem „Über
             kaufmännische Ehre“.
          3. am 30. April 1899 von Br. Sigm. Rosenfeld „Vom
             Egoismus zum Altruismus“.
          4. am 28. April von Br. Prof. Ehrmann „Über die
             Geschichte der Juden zur Zeit der Jagellonen“.

    Verbandstag.

          Gegen Ende April 1899 wurde der Verbandstag in Wien
    abgehalten, bei welchem Anlasse unser erster Expräs. Br. Dr.
    Edmund Kohn in das Generalkomitee gewählt wurde.
          Die Sitzung vom 30. April 1899, in welcher die Einführung
    von 3 Mitgliedern über Einladung des Präsidenten vom Groß-
    präsidenten vorgenommen wurde, war durch die Anwesenheit
    mehrerer Verbandsmitglieder ausgezeichnet und fand nach der-
    selben ein festliches Brudermahl im Hotel „Weißes Roß“ in der
    Taborstraße statt.
          Außer 17 offiziellen Sitzungen und einem Vortragsabend
    wurde am 28. Dezember 1899 auch ein sehr animierter, musi-
    kalisch-deklamatorischer Geselligkeitsabend mit Tanz im Hotel
    „Kreuz“ abgehalten.
          Eingeführt wurden in der VII. Amtsperiode 17 neue Mit-
    glieder, u. zw.:

  • S.

    31
     

    Ignatz Wilh. Schütz, Bankier in Wien,
    Franz Türke 1, Brauereikassier in Wien,
    Heinrich Weiss, Kaufmann in Wien,
    Sigmund Löwy, Kaufmann in Wien,
    Josef Kraus s, Kaufmann in Wien,
    Friedrich Khuner, Kaufmann in Wien,
    Hermann Liebermann, Kaufmann in Wien,
    Max Fleischer, Architekt in Wien,
    Sigmund Schlesinger, Bankier in Wien,
    Norbert Khuner, Kaufmann in Wien,
    Salomon Hum me 1, Optiker in Wien,
    Theodor Meyer, Kaufmann in Wien,"
    Emerich Bondi, Kaufmann in Wien,
    Heinrich Freund, Kaufmann in Linz,
    Adolf Ullmann, Kaufmann in Wien,
     

    Ferdinand Goldstein, Kaufmann in Wien,
     

    Dr. Alfred Winternitz, Arzt in Wien.
     

    Es belief sich daher am Schlusse der VII. Amtsperiode die
    Mitgliederzahl auf 151.
     

    VIII. Beamtenrat.
     

    (Präs. Dr. Wilhelm Knöpfmacher).
     

    In der Generalversammlung vom 9. Jänner 1900 wurden
    folgende neue Beamte gewählt und vom Expräs. Dr. Edmund
    Kohn als Verbandsdelegaten installiert:
     

    Als Präs. Br. Dr. Wilhelm Knöpfmacher,
     

    Vizepräs. Br. Julius Wolf,
     

    "
     

    Prot.-Sekr. Br. Dr. Isidor Schnabl,
    Fin.-Sekr. Br. Moritz Silberknopf,
    Schatzmeister Br. Sigm. Chitz,
     

    Ton Als Mentor hatte der abtretende
     

    Präsident Gottlieb
     

    Lederer zu fungieren; zum Marschall wurde Br. Dr. Karolyi,
    zum Wächter Br. Emanuel Taussig ernannt.
     

    Es begann somit die VIII. Amtsperiode.
     

    Die Sitzungstage, Eintrittsgebühren und Mitgliedsbeiträge
    wurden unverändert belassen.
     

    Als Repräsentanten im Verbande wurden die Expräs. Dr.
    Edmund Kohn, Dr. Kuh und Dr. Klemperer gewählt.
     

    Diese Amtsperiode war einerseits infolge schwerwiegender
    Ereignisse innerhalb der Vereinigung selbst, andererseits infolge
    von Vorkommnissen in der Judenschaft, welche auf dieselbe zu-
    rückwirkten, eine der bewegtesten seit deren Bestande.
     

    Der von der Vereinigung Wien" ins Leben gerufene und
    nun seit mehr als einem Jahre bestehende Verein für Arbeits-
    nachweis, welcher seine segensreiche Tätigkeit unter der Mit-
    wirkung vieler Mitglieder der Vereinigung, Wien" und insbeson-
    dere unter der zielbewußten Führung seines unermüdlichen Or-
     

    13-0
     

  • S.

    32
     

    ganisators Br. Siegm. Rosenfeld fortsetzte, war noch in vielen
    Sitzungen Gegenstand des Interesses, indem die von Br. Rosen
    feld gemachten Vorschläge zur Ausgestaltung und Weiterentwick-
    lung jenes Vereines hier entgegenkommend zur Kenntnis ge-
     

    nommen wurden.
     

    Die in der vorhergehenden Amtsperiode eingeleitete Vorbe-
    reitungsaktion für die Gründung des galizischen Hilfsvereines ge-
    langte durch die am 14. Jänner 1900 im Saale der isr. Kultus-
    gemeinde abgehaltene Delegiertenversammlung in ein aktuelles
    Stadium. Von da ab wurden die vom Prager Komitee vorgelegten
    Statuten in fortgesetzten Komiteeberatungen, an welchen ins-
    besondere die Mitglieder der Vereinigung Wien" hervorragend
    beteiligt waren, durchberaten und festgestellt, sohin der behörd-
    lichen Genehmigung zugeführt; außerdem bot die Anwesenheit
    des Expräs. Bergel aus Berlin, welcher die galizische Frage
    auch namens der österreichischen Logen bei der in demselben
    statt
    stattfindenden Bundes-Versammlung der B. B. in Amerika
    vertreten sollte,
    sollte, Gelegenheit, diesen Gegenstand in einigen
    Sitzungen noch einmal zu behandeln.
     

    Jahre
     

    Infolge der im Sommer 1900 eingetretenen Auswanderer-
    bewegung unter der Judenschaft Rumäniens wurde der von der
    "Alliance Israelite" eingeleiteten Hilfsaktion tatkräftiger Beistand
    geleistet,
    indem die
    Wien" als solche 1000 K und
    Vereinigung
    aus einer, vom Präsidenten unter den Mitgliedern durchgeführten
    Sammlung, wel
    welche ca. 2000 K ergab, weitere 1000 K zu ge-
     

    und
     

    dachtem Zwecke an die Alliance Israelite" ablieferte, während
    her 1000 K
    die restlichen 1000 speziell zur
    zur Unterstützung solcher, aus Ru-
    mänien auswandernder Juden verwendet wurden, welche sich
    als Bundesbrüder legitimierten.
     

    So wurde insbesondere einer aus 10 Mitgliedern bestehen-
     

    den Familie eines Bundesbruders die Möglichkeit gegeben, sich
     

    in Amerika eine neue Existenz zu gründen, wofür sie der Ver-
    einigung Wien" als ihrer Erlöserin in sinniger Weise durch
    Übersendung
    ihres Gruppenbildes den Dank abstattete.
     

    In Bezug auf die Wohltätigkeitsübung nach außenhin wurde
    in der Sitzung vom 27. März prinzipiell die vollständige Aus-
    schließung der kleinen Unterstützungen beschlossen, da unser
    Verein nicht in der Lage ist, die einzelnen Unterstützungsgesuche
    auf ihre Würdigkeit zu prüfen.
     

    In der Sitzung vom 13. März wurde beschlossen, dem Ver-
    eine „Ferienheim" den Betrag von 300 K als einmalige Spende
    und außerdem einen Jahresbeitrag von 100 K für das Jahr 1900,
    weiters dem Dr. Brecher'schen Siechenhause einen Jahres-
    beitrag von 20 K zu widmen.
     

    Behufs Ermöglichung der Herausgabe eines im Manuskript
    vorgelegenen Werkes über die Alexandrinische Epoche von Dr.
    Weinstein Zur Genesis der Agada II, die alexandrinische
    Agada", wurde der Betrag von 300 K durch private Sammlung
    unter den Brüdern aufgebracht. duwadisis 9b 13tu
     

  • S.

    33
     

    An der Einweihungsfeier des neuen Logenhauses in Karls-
    bad beteiligte sich unsere Vereinigung mit einer dreigliedrigen
    Deputation, bestehend aus dem Expräs. Dr. Gustav Langstein,
    Prof. Dr. Ehrmann und Gottlieb Lederer.
     

    Am 8. Mai wurde die vom Präs. Dr. Knöpfmacher aus-
    gearbeitete Geschäftsordnung für das Unterstützungs-Komitee"
    nach Vorberatung in diesem Komitee auf Grund eines vom
    Br. Heinrich Teltscher erstatteten Referates en bloc ange-
    nommen.
     

    In derselben Sitzung wurden über die vom Br. Dr. Edmund
    Kohn bereits früher angeregte Frage betreffend die Gründung
    einer zweiten Zweigvereinigung in Wien, bezw. die Stellung-
    nahme unserer Vereinigung zu einer derartigen Gründung nach
    eingehender Debatte folgende zwei Beschlüsse gefaßt:
     

    1. Die Vereinigung,Wien' beschließt für den Fall, als sich
     

    in Wien eine zweite Zweigvereinigung unseres Bundes bilden
    sollte, dieser ihre Vereinslokalitäten gegen einen später
    festzustellenden Beitrag zum Zins und zur Erhaltung zur
    Verfügung zu stellen".
     

    2. Daß allen für diese Vereinigung angemeldeten Kandidaten,
    falls sie in die Vereinigung,Wien eingeführt werden
    sollten, die Eintrittsgebühren nach Konstituierung der
    neuen Vereinigung zurückerstattet werden."
     

    Durch diese Beschlüsse sollte die Bahn für eine, die Grün-
    dung einer zweiten Bundesvereinigung in Wien abzielende Aktion
    geebnet und deren Inangriffnahme im Laufe des Sommers 1900
    ermöglicht werden.
     

    Da die Bewegung aber in den Sand zu verlaufen drohte,
    mußte die Frage der 2. Logengründung im November 1900
    neuerlich erörtert werden, da in der Sitzung vom 11. November
    1900 eine Zuschrift des s. w. Verbandes zur Verlesung kam, in
    welcher die Inangriffnahme dieser Logengründung dringend
    empfohlen wurde.
     

    Es wurde ein Komitee zur eingehenden Beratung dieser
    Frage bestellt und nach eingehender Diskussion in der Sitzung
    vom 18. Dezember beschlossen, daß die Vereinigung Wien"
    im Prinzip mit der Gründung einer zweiten Vereinigung einver-
    standen sei und den Modus procedendi einer späteren Beschluß-
    fassung vorbehalte.
     

    Infolge des steten Anwachsens der Mitgliederzahl und des
    stetig guten Besuches der Sitzungen war das Bedürfnis nach
    einer räumlichen Ausdehnung des Sitzungssaales und nach Ein-
    richtung einer gut funktionierenden Ventilation in demselben akut
    geworden, ebenso hatte sich anläßlich der provisorischen Ein-
    führung gemeinsamer Imbisse kalter Speisen in den Vereinsloka-
    litäten gezeigt, welch ein erfreuliches Bedürfnis nach längerem
    geselligen Zusammensein unter den Mitgliedern bestand.
     

    3
     

  • S.

    34
     

    Es wurde daher vom Präsidenten ein besonderes Komitee
    bestellt, welches in mehrfachen Sitzungen über alle diese Fragen
    Beratungen pflog und dank der eifrigen Mitwirkung eines geni-
    alen Baukünstlers, des Mitgliedes Architekten Fleischer, eine
    überraschend befriedigende Lösung derselben herbeiführte.
     

    In der Sitzung vom 11. November wurden nach dem Refe
    rate des Architekten folgende Vorschläge des Komitees ange-
     

    nommen:
     

    1. Die Vergrößerung des Beratungssaales durch Wegnahme
     

    einer Wand (die Ausführung dieses Beschlusses wurde
    über nachträglichen Antrag des Beamtenrates auf spätere
    Zeit verschoben).
     

    2. Die Einrichtung einer Ventilation im Beratungssaale.
     

    3. Die Herstellung eines großen Speisesaales durch Vereini-
    gung mehrerer Nebenräume.
     

    Durch diese Beschlüsse, deren Ausführung nahezu drei Mo-
    nate in Anspruch nahm und mit großen materiellen Opfern ver-
    bunden war, wurde das Vereinslokal vollkommen zweck-
    entsprechend umgestaltet und insbesondere die Möglichkeit ge-
    schaffen, die für die Entfaltung der Geselligkeit und Freund-
    schaft unter den Vereinsmitgliedern besonders wichtigen Bruder-
    mahle in den Vereinsräumen selbst regelmäßig abzuhalten.
     

    Von der Vereinsbetätigung nach außen ist noch hervor-
    zuheben der in der Sitzung vom 27. November von Br. Direktor Wil-
    helm Kux gestellte Antrag, daß die Vereinigung Wien" den in Wien
    bereits bestehenden, aber gewissermaßen stagnierenden Verein
    zur unentgeltlichen
    unter seine Fittige Verpflegung Brustleidender auf dem Landen
     

    Dieser Antrag wurde im Beamtenrate einer eingehenden Be-
    ratung
    unterzogen, es w
    es wurde hiebei festgestellt, daß der Beteili-
    gung unserer Vereinigung an dem genannten Vereine vorerst eine
    vollständige Umgestaltung desselben im Wege einer gründlichen
    Statutenänderung vorausgehen müßte.
     

    Es wurde hierüber mit dem Vorstande des genannten Ver-
    eines unterhandelt und nach prinzipiellem Einverständnisse des-
    selben zur Vornahme der erforderlichen Statutenänderung wurden
    auf Grund eines vom Br. Dr. Wilh. Knöpfmacher ausgear-
    beiteten Statutenentwurfes diese neuen Statuten im Wege fort-
    gesetzter längerer Beratungen, an welchen sich außer dem Vor-
    stande des genannten Vereines unsere Mitglieder Expräs. Dr.
    Kohn, Dr. Kuh, Präs. Dr. Knöpfmacher, Dir. Wilh. Kux,
    urat Stiasny, Eduard Glaser und Eduard Schwarz be-
    teiligten, festgestellt und der Statthalterei zur Genehmigung
    überreicht.
     

    Außer dieser Betätigung der Vereinigung nach außen und
    innen wurde in der VIII. Amtsperiode auch auf dem Gebiete der
    geistigen Interessen eine eifrige Tätigkeit entfaltet. Es wurden im
    Laufe derselben 10 selbständige Vorträge, darunter 4 in beson-
    deren Versammlungen abgehalten, und zwar:
     

  • S.

    35

    Editorische Anmerkung: 
    Dies ist der Auszug von eine Bericht aus 2. Hand, verfasst – schon einmal 1932 – von Dr. Wilhelm Knöpfemacher, in dem zwei Vorträge Freuds auf Seite 35 Erwähnung finden. 

      1. Am 23. Jänner 1900 von Br. Architekt Fleischer „Über
         Bruderschaftsbündnisse“.

      2. Am 9. Februar 1900 von Br. Prof. Freud vor Damen
         „Über das Seelenleben des Kindes“.

      3. Am 27. Februar von Br. Bernhard Jerusalem „Über
         die landwirtschaftliche Aktion des zu gründenden Hilfs-
         vereines für Galizien“.
      4. Am 8. März von Br. Architekten Fleischer vor Damen
         „Aus meinen Erinnerungen an den Wiener Rathausbau“.
      5. Am 27. März von Prof. Ehrmann über „Jüdische Denker
         zu Beginn unserer Zeitrechnung“.

     6. Am 24. April von Br. Prof. Freud „Über Fecondité von
         Zola“.

     7. Am 11. November von Br. Dr. Josef Jerusalem „Über
         Haeckels Welträtsel“.
      8. Am 22. November von Br. Dr. Josef Pollak vor Damen
         „Über Friedrich Nietzsche“.
      9. Am 4. Dezember von Br. Dr. Flax von der Cremieux-
         Loge in Borlak (Rumänien) „Über die Aussichten der
         Juden in Rumänien“.
      10. Am 11. Dezember von Br. Dr. Moritz Friedländer
         vor Damen über „Die jüdische Sybille“.

    Leider hatte die Vereinigung im Jahre 1900 den überaus
    schmerzlichen Verlust von drei ausgezeichneten Mitgliedern zu
    beklagen, dreimal in kurzer Aufeinanderfolge mußten die Mit-
    glieder zu feierlichen Trauersitzungen einberufen werden, ins-
    besondere hat das ganz unvermittelte, plötzliche Hinscheiden des
    ob seiner seltenen Tugenden allgemein beliebten und verehrten
    Br. Sigm. Rosenfeld einen geradezu erschütternden und be-
    sonders nachhaltigen Eindruck auf die Vereinigung „Wien“ und
    deren Mitglieder hervorgerufen und es wurde zur ewigen Erinne-
    rung an dieses ausgezeichnete Mitglied in der Sitzung vom
    9. Oktober 1900 beschlossen, daß der Humanitäts-Fond, welcher
    der Initiative des Dahingeschiedenen seine Entstehung verdankt,
    für alle Zeiten den Namen Sigmund Rosenfeld-Fond zu tragen
    habe.

    Im Laufe des Jahres 1900 wurden 18 ordentliche Vereins-
    sitzungen, darunter 3 Trauerversammlungen, und überdies 4 außer-
    ordentliche Vortragsabende mit Zuziehung der Damen abgehalten.

    Der Besuch dieser Versammlungen war sehr erfreulich, in
    dem durchschnittlich 96 Mitglieder, d. i. 60% der Brüder, an
    jeder Versammlung teilnahmen.

    In derselben Zeit wurden 22 neue Mitglieder in die Ver-
    einigung eingeführt, 1 Mitglied (Sigmund Weiss) trat aus, so
    daß sich die Mitgliederzahl der Vereinigung bei Berücksichtigung
    der 3 Todesfälle am Ende des Jahres 1900 auf 169 stellte. 

    Folgende Mitglieder sind der Vereinigung „Wien“ während
    des Jahres 1900 beigetreten: 

  • S.

    36
     

    Dr. Gustav Arens, Kaufmann in Wien.
     

    Paul Lemberger, Kaufmann in Wien.
     

    David Rotter, Vertreter der 1. C. A. in Wien.
     

    Ludwig Abeles, Kaufmann in Mistelbach.
     

    Dr. Franz Schmitz, Advokat Mistelbach.
     

    in
     

    Alois Fischl, Kaufmann in Klosterneuburg.
    Emil Koch, Kaufmann in Wien.
     

    Carl Hirsch, Kaufmann in Wien.
     

    Isidor Mauthner,
     

    her, Fabrikant in Wien.
     

    Bernhard Tollak, Univ.-Dozent in Wien.
     

    Med. Dr.
    Dr Josef
     

    Kaufmann in Linz.
     

    Friedländer,
     

    Dr. Moritz
     

    der, Privatgelehrter in Wien.
     

    Adolf Schwarz, kais.
    s. Rat in Wien.
     

    Winternitz, Kaufmann in Wien.
     

    Rudolf
     

    Ferdinand Goldschmidt, Kaufmann in Wien.
     

    Kais. Rat Dr. Theodor Lieben, I. Sekretär der Isr. Kultus-
    gemeinde in
     

    in Wien.
     

    Dr. Béla Taussig, Bankier in Wien.
     

    Dr. Wilhelm Pappenheim, Advokat in Wien.
     

    Adolf Fürst, Kaufmann in Linz.
     

    Dr. Benjamin Gomperz, Univ.-Dozent in Wien.
     

    Julius Granichstädten, Kaufmann in Wien.
     

    Med. Dr. Ludwig Braun, Univ.-Dozent in Wien.
     

    ho
     

    IX. Beamtenrat.
     

    (Präsident Heinrich Teltscher).
     

    Am 8. Jänner 1901 fand die Generalversammlung statt, in
     

    welcher folgende neue Beamte gewählt und vom Expr. Dr. Edm.
     

    Kohn als Verbandsdelegaten installiert wurden:s
     

    Als Präsident Br. Heinrich Teltscher,
     

    Vize-Präsident Br. Dr. Isidor Schnabl, sin
    prot.
    Sekretär Br. Adolf Frankl, d 0021 odon
     

    "
     

    Finanz-Sekretär Wilhelm Bachrach,vitati
    Schatzmeister Br. Eduard Schwarz.
     

    "
     

    Scha
     

    Mentor wurde der abtretende Präsident Dr. Wilhelm Knöpf-
     

    wurde
     

    macher,
     

    zum Marschall wurde Br. Siegfried Engl und
     

    Wächter Br. Emil Goldberg ernannt
     

    "
     

    und es begann somit die IX. Amtsperiode, welche bis zum
    14. Jänner 1902 dauerte.
     

    Die Sitzungstage, Jahresbeiträge und Eintrittsgebühren
    blieben unverändert, auch wurden dieselben 3 Expräsidenten als
    Repräsentanten für den Verband gewählt.
     

    In dieser Amtsperiode wurden zunächst die in Ausführung
    begriffenen Installierungsarbeiten in den Vereinslokalitäten zu
    Ende geführt, so daß der nach den Plänen des Architekten Br.
    Fleischer hergestellte Speisesaal am 9. März 1901, anläßlich
    eines im Anschlusse an einen Vortrag der Frau Jenny Frank
     

  • S.

    37
    abgehaltenen Festmahles eröffnet werden konnte; die nach den
    Vorschlägen des Br. A. H. Messinger von fachkundiger
    Seite hergestellte Ventilation wurde gleichzeitig vollendet.
     

    Für die Fortsetzung der Beratungen betreffend die Gründung
    einer zweiten Zweigvereinigung in Wien wurde schon in der
    Sitzung vom 28. Jänner ein besonderes Komitee eingesetzt, welches
    in der Sitzung vom 13. Februar durch seinen Referenten Expräs.
    Dr. Klemperer folgenden Antrag zur Annahme empfahl:
     

    Die Vereinigung Wien" beschließt, daß zum Zwecke der
    Ermöglichung der Gründung einer zweiten B'B'-Vereinigung
    in Wien bis auf weiteres die Aufnahme neuer Mitglieder in
    die Vereinigung „Wien" nicht zu erfolgen habe und daß für
    die zu gründende zweite Vereinigung nur solche Mitglieder
    aufgenommen werden, welche das Gründungskomitee hiefür
    in Vorschlag bringt."
     

    Der Antrag wurde angenommen, worauf in der Sitzung vom
    26. Februar ein besonderes Komitee für die Gründung der
    zweiten Vereinigung ernannt wurde. Dieses konstituierte sich
    und wählte den Br. Dr. Josef Jerusalem zu seinem Obmanne
    und den Br. Moritz Silberknopf zu seinem Schriftführer.
    Dieses Gründungskomitee hatte die Weisung, jeweilig die für die
    zweite Vereinigung aufgenommenen Mitglieder zu kooptieren, so
    daß diese sämtlich dem Gründungskomitee angehören sollten.
     

    Die Vorbereitungsarbeiten für die Konstituierung des Hilfs-
    vereines für Galizien wurden ebenfalls bald nach dem Beginne
    der neuen Amtsperiode beendigt, so daß diese Konstituierung
    unter überaus zahlreicher Beteiligung der Mitglieder der Vereini-
    gung „Wien"
    am 24. Februar 1901 im Festsaale des kauf-
    männischen Vereines in Wien erfolgen konnte. In der Sitzung
    vom 26. März wurden diesem Hilfsvereine vorschußweise 10.000 K
    von der Vereinigung „Wien" zur Verfügung gestellt.
     

    Ferner wurden in der Sitzung vom 26. März zur Vorberei-
    tung und Konstituierung von Ortsgruppen für den galizischen
    Hilfsverein in Wien folgende Mitglieder bestellt, und zwar :
     

    Für den I. Bezirk Br. Isidor Popper jr.,
     

    Br. Dr. Wilhelm Knöpfmacher,
     

    II.
     

    III., IV., V. und X. Bezirk Br. Seligmann,
     

    "19"
     

    "
     

    VI., VII., XIV. und XV. Bezirk Br. Architekt
     

    to Fleischer,
     

    VIII., IX., XVI., XVII., XVIII. und XIX. Bezirk Br.
     

    "
     

    Julius Wolf und Br. Granichstädten,
     

    Linz Br. Heinrich Freund.
     

    "
     

    Nicht minder wurde die auf die Beteiligung der Vereinigung
    ,,Wien" an dem „Vereine zur unentgeltlichen Verpflegung Brust-
    leidender auf dem Lande" abzielende Aktion eifrigst fortgesetzt
    und nach erfolgter Genehmigung der neuen Statuten seitens der
    Statthalterei in der Weise erledigt, daß mehrere Mitglieder in
     

  • S.

    Editorische Anmerkung.
    In diesem Bricht der B’nai B’rith Mitteilungen für Österreich aus 1935 findet sich Mitteilungen zu  einer Diskussionseinleitung und einem Vortrag von Sigmund Freud:  

    [Im Jahr 1901:] 
    Freud, Sigmund (1902-411/1935): [Einleitung der Diskussion: Über Ziele und Zwecke der B'nai B'rith-]Vereinigungen]. In: Knöpfmacher, Wilhelm: Entstehungsgeschichte und Chronik der Vereinigung »Wien« B’nai B’rith in Wien. Wien: Verlag Verband der israelitischen Humanitätsvereine »B’nai B’rith« für Österreich 1935:41.

    [Im Jahr 1901:] 
    Freud, Sigmund (1902-411/1935): [Bericht über einen Vortrag: Über Zufall und Aberglauben]. In: Knöpfmacher, Wilhelm: Entstehungsgeschichte und Chronik der Vereinigung »Wien« B’nai B’rith in Wien. Wien: Verlag Verband der israelitischen Humanitätsvereine »B’nai B’rith« für Österreich 1935:41.

    38

    den Vorstand des genannten Vereines delegiert wurden und dem-
    selben ein Jahresbeitrag von 960 K aus den Zinsen des Sigm.
    Rosenfeld-Fondes zugewendet wurde.
    Der diesbezügliche Beschluß wurde in der Sitzung vom
    29. April gefaßt und lautet wörtlich, wie folgt:

          „Dem Vereine zur unentgeltlichen Verpflegung Brust-
          leidender auf dem Lande ist bis auf Weiteres jährlich ein
          Betrag von 960 K zu widmen mit der Weisung, daß hiefür all-
          jährlich drei als zur Aufnahme würdig Befundene seitens des
          genannten Vereines, und zwar für die Dauer einer ganzen
          Kurperiode von drei Monaten in Verpflegung genommen
          werden; die Mittel für die beantragte Beitragsleistung sind
          den Zinsen des Sigmund Rosenfeld-Fondes zu entnehmen.“

    Auch die Betätigung unserer Vereinigung an dem Verein für
    unentgeltlichen Arbeitsnachweis wurde mit regem Eifer, ins-
    besondere seitens der Br. Eduard Wiener, Präs. Heinrich
    Teltscher, Expräs. Dr. Klemperer, Albert Winterberg, 
    Carl Goldmann und anderen fortgesetzt. 
    Gegen Ende April 1901 wurde der Verbandstag in Wien
    abgehalten, welcher die erfreuliche Gelegenheit bot, die Mit-
    glieder desselben im neuen Speisesaale zu vereinigen. 
    Die Sitzungen dieser Amtsperiode haben auch den geistigen
    Interessen der Vereinigung in sehr hervorragender Weise
    Rechnung getragen. 

    So entwickelte sich im Anschlusse an ein vom Br. Josef
    Zucker erstattetes Referat über ein Buch von Sombart eine
    überaus lebhafte und anregende Diskussion über die „Soziale
    Frage“, welche sich über die Sitzungen bis zum 14. Mai 1901
    erstreckte, während die Sitzungen der Wintersaison durch eine
    von Br. Dr. Freud eingeleitete und von zahlreichen Brüdern
    fortgesetzte Diskussion „Über Ziele und Zwecke der B'nai B'rith-
    Vereinigungen“ in interessanter Weise ausgefüllt wurden. 

    Außerdem wurden im Laufe des Jahres noch 6 selbständige
    Vorträge, darunter 3 vor Damen, abgehalten, u. zw.:

          1. Am 26. Februar von Br. Dr. Freud „Über Zufall und
          Aberglauben“.

          2. Am 2. März von Frau Jenny Frank, Ehegattin des Br.
          Ignaz Frank, „Über die Lebensbedürfnisse der Menschen“,
          vor Damen.
          3. Am 12. März von Dr. Braun „Über Pettenkofer“.
          4. Am 29. April von Dr. Isidor Schnabl „Über Heil-
          stätten für Lungenkranke“.
          5. Am 19. November von Br. Prof. Ehrmann über „Ent-
          wicklung der Lebewesen“, vor Damen und
          6. Am 3. Dezember 1901 von Br. Architekten Fleischer
          „Über Bibliotheken“, vor Damen.
    Im Ganzen wurden während des Jahres 1901 15 ordentliche
    Sitzungen und 3 außerordentliche Vortragsabende abgehalten.

  • S.

    39
     

    An alle Versammlungen schloß sich ein gemeinsames Bruder-
    mahl an, welches seit der am 1. März 1901 erfolgten Eröffnung
    des neuen Speisesaales im Vereinslokale stets daselbst ab-
    gehalten wurde.
     

    Auch für die Pflege der Geselligkeit war die durchgeführte
    Adaptierung der Vereinslokalitäten von fördernstem Einflusse.
     

    Der Besuch der Sitzungen war sehr befriedigend, indem
    mehr als 55% der Mitglieder regelmäßig an denselben teil-
    nahmen.
     

    Die Sitzung vom 10. Mai 1901 wurde durch den Besuch
     

    des Großpräsidenten des VIII. Distriktes, Rechtsanwalt Timen-
    dorfer, ausgezeichnet.
     

    Am 29. Dezember 1901 fand eine vom Geselligkeits-Komitee
    veranstaltete Soiree mit musikalisch-deklamatorischen Vorträgen
    und daran sich anschließender Tanzunterhaltung statt, welche
    allgemein als sehr gelungen bezeichnet worden ist.
     

    Im Laufe des Jahres 1901 erfolgte die Aufnahme von 9 Mit-
    gliedern für die Vereinigung Wien", während weitere 10 Mit-
    glieder, welche in dem nachfolgenden Verzeichnisse mit einem *
    versehen sind, für die in Bildung begriffene zweite Vereinigung
    angemeldet und nur provisorisch in die Vereinigung,,Wien" ein-
    geführt wurden.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder der Vereinigung,,Wien" be-
    läuft sich am Schlusse des Jahres 1901 auf 188.
     

    Die Namen der Mitglieder sind folgende:
     

    Wilh. Löbl, Kaufmann in Wien,
     

    Oskar Franckel, beeid. Börsensensal in Wien,
    Hermann Lemberger, Börsensensal in Wien,
    Siegfried Lemberger, Prokurist in Wien,
     

    Simon Frankl, Zucker-Kommissionär in Wien,
     

    Arnold Khuner, Kaufmann in Wien,
     

    Kais. Rat Moritz Hirsch, Kaufmann in Wien,
     

    Sigmund Ratzersdorfer, Kaufmann in Wien,
     

    *Dr. Oskar Rie, Arzt in Wien,
     

    Dr. Alexander Freud, Professor in Wien,
     

    Ignaz Simon, Fabrikant in Wien,
     

    Samuel Steiner, Kaufmann in Wien,
     

    Med. Dr. Julius Zappert, Arzt in Wien,
     

    *Theodor Teichtner, Kaufmann in Wien,
     

    *Benedikt Schwager, Kaufmann in Linz,
     

    *Med. Dr. Isidor Samuely, Sanatorium-Inhaber in Wien,
     

    *Dr. Heinrich Stransky, Advokat in Wien,
     

    Dr. Wilhelm Hersch, em. Advokat in Wien,
     

    Friedrich S. Fischer, Kaufmann in Wien.
     

    Anm. In der Zeit von der Gründung der Vereinigung,,Wien"
     

    bis zum Ende des Jahres 1901 sind in derselben an Spenden
     

    für die verschiedenen Fonde 36.346 Kronen eingegangen.
     

  • S.

    40
     

    X. Beamtenrat.
     

    (Präs. Dr. Isidor Schnabel.)
     

    In der Sitzung vom 14. Jänner 1902 wurde nachfolgender
    Beamtenrat vom Expräs. Dr. Edmund Kohn installiert:
     

    Präs. Dr. Isidor Schnabel,
     

    Vize-Präs. Prof. Dr. Leopold Königstein,
     

    Prot.-Sekr. Dr. Gustav Landstein,
     

    Fin.-Sekr. Hermann Lemberger,
     

    Schatzm. Ludwig Samek,
     

    -Marschall Franz Türkel,
     

    Wächter Adolf Friedländer.
     

    Zu Repräsentanten wurden die Br. Expr. Dr. Kohn, Dr.
    Klemperer und Prof. Dr. Ehrmann gewählt.
     

    Eintrittsgebühren, Jahresbeiträge blieben unverändert, da-
    gegen wurden als Sitzungstage der 1. und 3. Dienstag im Monat
    bestimmt.
     

    Nach vorgängigem Berichte des Finanz-Komitees und des
    Komitees für geistige Interessen wurde in der Sitzung vom.
    4. März 1902 beschlossen, der Gesellschaft zur Sammlung und
    Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des
    Judentums als Stifter mit einer einmaligen Zuwendung von 500 K
    beizutreten.
     

    Für das Jahr 1902 wurde der Gesellschaft noch ein Beitrag
    von 40 K votiert. Die Entsendung eines Logenmitgliedes in das
    Kuratorium soll nur über besonderen Wunsch der Gesellschaft
    erfolgen.
     

    Auf Antrag des Br. Dr. Ehrmann wurde beschlossen, an
    den s. w. Verband das Ersuchen zu richten, daß er die Initiative
    für das Inslebenrufen eines Organs für die freie Wissenschaft
    des Judentums ergreifen möge.
     

    Auf Antrag des Br. Dr. Knöpfmacher wurden 1000
    Exemplare des offenen Schreibens des Rabbiners Dr. Münz,
    betreffend die Blutlüge, angeschafft und an den Reichsratsabgeord-
    neten Liebermann v. Sonnenberg gesendet.
     

    Zur Installierungsfeier der w.,,Praga" in Prag wurden die
    Br. Prof. Königstein, Kuh, Klemperer und Prof. Ehr-
    mann als Delegierte entsendet.
     

    In der Sitzung vom 21. Oktober 1902 stellte Br. Dr. Zappert
     

    namens des Gründungs-Komitees folgende Anträge:
     

    1. Die Installierung der neuen Loge soll erst bei 40 Mit-
    gliedern erfolgen.
     

    2. Bis zur Zahl 32 sollen in die,,Wien", die restlichen 8
     

    bei der Installierung eingeführt werden.
     

    3. Die finanziellen Modalitäten zwischen den beiden Logen
     

    sollen festgestellt werden.
     

  • S.

    Editorische Anmerkung.
    In diesem Bricht der B’nai B’rith Mitteilungen für Österreich aus 1935 findet sich eine Mitteilungen zu  einem Vortrag on Sigmund Freud:  

    [Im Jahr 1902:] 
    Freud, Sigmund (1902-411/1935): [Vortrag und Einleitung der Diskussion zu: Über die Stellung der Frau zu unserer Vereinigung]. in: Knöpfmacher, Wilhelm: Entstehungsgeschichte und Chronik der Vereinigung »Wien« B’nai B’rith in Wien. Wien: Verlag Verband der israelitischen Humanitätsvereine »B’nai B’rith« für Österreich 1935:41.

    41

    4. Die Sistierung von Neuaufnahmen in die „Wien“ soll
    auch nach der Installierung der neuen Loge aufrecht ge-
    halten werden.
    Diese Anträge wurden nach Diskussion teils einstimmig,
    teils per majora angenommen.
    In Ausführung des vorerwähnten Beschlusses wurde in der
    Sitzung vom 4. November 1902 beschlossen, daß die Vereinigung
    „Wien“ nach Konstituierung der neuen Loge folgendes beschließen
    werde: 
    Es werden als gemeinsame Lasten und Ausgaben beider
    Logen zu behandeln sein:

          a) der Mietzins für die Vereinslokalitäten,
          b) die Beleuchtung und Beheizung,
          c) Entlohnung des Vereinsdieners,
          d) Telephon und
          e) die Kosten der Instandhaltung der Lokalitäten und der
          Einrichtung.

          Zu diesen Lasten trägt jede Vereinigung im Verhältnis ihrer
    Mitgliederzahl bei.

          Sobald die Mitgliederzahl der zweiten Vereinigung auf 100
    angewachsen sein wird, sollen obige Lasten zu gleichen Teilen
    getragen werden.

          Auf Antrag des Expräs. Teltscher wird beschlossen, an
    das General-Komitee das Ersuchen zu richten, daß alle öster-
    reichischen Logen aufgefordert werden, sich nach Maßgabe ihrer
    Mittel an dem galizischen Hilfswerke zu beteiligen.

          Die Loge „Wien“ beschließt zugleich, dem galizischen Hilfs-
    verein mit einem Jahresbeitrag von 1000 K beizutreten.

          Auf Anregung des Br. Dr. Kuh wird die Ausarbeitung einer
    Instruktion für den ersten Recherchenten beschlossen und Br.
    Expräs. Dr. Knöpfmacher mit der Ausarbeitung betraut.

          Im Laufe des Jahres 1902 wurden 17 Sitzungen abgehalten
    und in denselben folgende Vorträge gehalten:

          „Über Haeckels Welträtsel“ von Dr. Josef Jerusalem,
          „Über Lazarus’ Ethik des Judentums“ von Dr. Wilhelm
                Knöpfmacher, 

        „Über die Stellung der Frau im Rahmen unseres Vereins-
                lebens“ von Dr. Freud, mit anschließender Diskussion,

          „Über Handelspolitische Revue“ von Ad. Schwarz,
          „Über Berufswahl der Juden“ von Prof. Dr. Ehrmann,
          „Über den Verbandstag“ von Dr. Klemperer,
          „Über Religion und Medizin“ von Prof. Dr. Königstein,
          „Über Bibel und Babel“ von Dr. Ehrmann,
          über „Einiges über die Kunst im Mittelalter“ von Architekt
                Fleischer.

  • S.

    42
     

    Eingeführt wurden im Laufe des Jahres 1902 folgende Brüder:
     

    Dr. Adolf Grüner,
     

    Carl Hirsch,
     

    Dr. Richard Karplus,
     

    Edmund Melcher,
     

    Dr. Julius Neumann,
     

    Ernst Simon, de
    Sandor Wolf,
     

    Max Frank,
     

    Theodor Wantuch,
     

    Isidor Glass,
     

    Siegmund Singer,
     

    Josef Quittner,
     

    Hugo Tugendhat,
     

    Moritz Geiringer.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder belief sich daher Ende 1902
     

    auf 202.
     

    XI. Beamtenrat (1903).
     

    (Präs. Prof. Dr. Leopold Königstein).
     

    In der Generalversammlung vom 5. Jänner 1903 wurden fol-
    gende Beamte gewählt und vom Expräs. Dr. Edm. Kohn in-
    stalliert:
     

    Präs. Prof. Dr. Leopold Königstein,
     

    Vize-Präs. Dr. Gustav Langstein,
     

    Prot.-Sekr. Dr. Julius Monath,
     

    Fin.-Sekr. Hermann Lemberger,
     

    Schatzm. Carl Goldmann,
     

    Marschall Josef Mautner,
     

    Wächter Adolf Friedländer.
     

    Zu Repräsentanten wurden die Expräs. Dr. Edm. Kohn,
     

    Dr. Kuh und Dr. Ehrmann gewählt.
     

    Jahresbeiträge und Sitzungstage blieben unverändert.
     

    Die Debatte über die Anregung einer Logengründung in
    Ungarn wird fortgesetzt und mit der Resolution geschlossen,
    daß von einer Logengründung in Ungarn derzeit abzusehen sei;
    dagegen soll darauf Bedacht genommen werden, würdige, in
    Ungarn domizilierende Personen von Fall zu Fall in Wien auf-
    zunehmen und beim s. w. Verbande zu erwirken, daß solche
    Aufnahmen auf Wien beschränkt werden.
     

    Tod des Br. Jakob Köhler und Trauersitzung für ihn.
    Nachruf des Expräs. Dr. Klemperer.
     

    Im Laufe dieses Jahres fanden 14 Sitzungen und eine Trauer-
    versammlung statt und wurden in denselben folgende Vorträge
    gehalten, an welche sich durch mehrere Sitzungen Diskussionen
    anschlossen:
     

  • S.

    43
     

    1. Die Bibel als Förderer der Assimilation" von Br. Dr.
     

    M. Friedländer.
     

    2. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in beiden Reichshälften"
     

    von Br. Alexander Freud.
     

    3. Das deutsche Volkstum und die deutsche Wirtschaft"
     

    von Br. Dr. Ahrens.
     

    4. Der Br. Perutz aus Prag hielt einen Vortrag über die
    Altneuschule in Prag, zu welchem auch die Damen zu-
    gezogen wurden.
     

    Über ein seitens der seinerzeit von den Zionisten durch
    Dr. Leo Kellner begründeten Toynbee-Halle an die Loge ge-
    richtetes Gesuch um Unterstützung und Förderung entwickelte
    sich eine lebhafte Debatte, welche schließlich damit endigte, daß
    die Beschlußfassung der in Gründung begriffenen Loge „Eintracht"
    vorbehalten wurde.
     

    Die Vorbereitungsarbeiten für die Gründung der zweiten
    Vereinigung in Wien wurden im Laufe des ganzen Jahres bis
    zur Installierung der neuen Loge eifrig fortgesetzt und wurden
    insbesondere die nachfolgenden Br. für diese Loge in der Wien"
    eingeführt:
     

    Adolf Moser,
     

    David Kohn,
     

    Heinrich Pam,
     

    Dr. Felix Schiff,
     

    Ehrenteil,
     

    Ernst Götzl,
     

    nail
    nedel
     

    Theod. Lehner,
     

    Phil. Popper,
     

    -305 30
     

    Isidor Kaufmann,
     

    saasinA
     

    Alfred Waizner.
     

    Ferner wurde die Ballotage über folgende angemeldete Kan-
    didaten für die „Eintracht" durchgeführt:
     

    biw
     

    Dr. Löffler,
     

    Dr. Phil. Schwarz,
    Julius Klein
     

    75/88219 col Arthur Gestettner,
     

    Dr. Arthur Mahler,
     

    ab A
     

    Carl Groak,
     

    Arthur Flaschner.
     

    Am 18. Oktober 1903 fand die feierliche Installierung der
    Loge „Eintracht als XII. des österr. Distriktes und 562. des
    Ordens statt, bei welchem Anlasse 34 in die Wien" eingeführte
    Brüder in die neue Loge übertraten.
     

    sib An dem in diesem Jahre gefeierten 10jährigen Gründungs-
     

    feste der Bohemia" beteiligte sich die Loge durch Entsendung
     

    der Br. Expr. Kohn, Kuh und Klemperer.
     

  • S.

    44
     

    Im Laufe des Jahres hatte die Loge noch den Verlust der
     

    Br. Jakob Köhler, Leopold Kern und Carl Goldmann zu
     

    An die „Alliance Israelite" wurde ein Betrag von 2000 K
     

    beklagen.
     

    für die Kischenewer Juden überwiesen.
     

    Die Mitgliederzahl verminderte sich infolge Übertrittes zur
    Eintracht" um 34 und infolge Todesfälle um 3, sie belief sich
    daher Ende 1903 auf 175.
     

    XII. Beamtenrat (1904).
     

    (Präs. Dr. Gustav Langstein).
     

    In der Generalversammlung vom 7. Jänner 1904 wurde fol-
    gender Beamtenrat gewählt und vom Expräs. Dr. Edmund Kohn
    installiert:
     

    Präs. Dr. Gustav Langstein,
     

    Vize-Präs. Dr. Ludwig Braun,
     

    Prot. Sekr.: Dr. Wilh. Pappenheim
     

    Fin.-Sekr. Friedrich Löwith,
     

    Schatzm.: Moritz Sonnenschein
     

    Marschall: Siegfried Lemberger,
     

    Wächter: Béla Sekules.
     

    Der Jahresbeitrag blieb in gleicher Höhe. Als Sitzungstage
    wurden der 1. und 3. Dienstag im Monat festgesetzt.
     

    Zu Repräsentanten wurden die Br. Expräs. Dr. Edmund
     

    Kohn, Klemperer und Ehrmann gewählt.
     

    Das Jahr wurde mit einer für den Orden bedeutungsvollen
    Todesnachricht, nämlch dem unerwartet eingetretenen Ableben
    des Bundespräs. Leo N. Levi in New York und mit einer ent-
    sprechenden Trauerkundgebung eröffnet. Aus diesem Anlasse
    wurden dem galizischen Hilfsverelne 1000 K zugewendet.
     

    Die w.,,Silesia" hatte in einer Resolution die Tätigkeit des
    galizischen Hilfsvereines bemängelt. Diese Bemängelung wurde
    in eingehendster Weise in einer umfassenden Gegen-Resolution
    widerlegt.
     

    Ein schwerer Verlust traf die Loge,,Wien" in diesem Jahre
    durch das plötzliche Ableben des überaus verdienstvollen Expräs.
    Heinrich Teltscher, für welchen Br. Dr. Josef Jerusalem
    in einer feierlichen Trauersitzung einen ergreifenden Nachruf hielt.
    An der Trauersitzung nahmen als Delegierte der,,Bohemia"
    und der,,Philantropia" die Expräs. Dr. Siegmund Stein, Adalbert
    Skall und Heinrich Pollak, als Delegierter der „,Eintracht"
    Expräs. Dr.
    Dr. Samuely teil.
     

    Es wird ein,,Teltscher-Fond" kreiert mit der Bestimmung
    zur Förderung kunstgewerblicher Studierender etc.
     

    Das Ableben des Begründers des Zionismus, Dr. Theodor
    Herzl, wurde von Dr. Kuh zum Anlasse genommen, um die
    hohe Bedeutung dieses Mannes für das Judentum in einer Trauer-
    kundgebung der Versammlung zu kennzeichnen. 1319
     

  • S.

    45

    Der Toynbeehalle wurde auf Antrag des Br. Dr. Josef Je-
    rusalem 1000 K unter der Voraussetzung zugewendet, daß
    diese Institution in die Leitung der w. „Eintracht“ über-
    tragen wird.
          Die auch in diesem Jahre bestehende Sperre von Neuauf-
    nahmen in die „Wien“ wurde als wesentlicher Grund einer ge-
    wissen Stagnation von mehreren Brüdern beanständet und die
    Öffnung der Loge angeregt. Hierüber erfolgten eingehende Er-
    örterungen unter Zuziehung maßgebender Brüder der w. „Ein-
    tracht“. Der Beschluß wurde erst in einem späteren Zeitpunkte
    gefaßt.
          Zu dem im Oktober 1904 stattgehabten 10jährigen Stiftungs-
    feste der „Philantropia“ in Reichenberg wurden die Expräs. Dr.
    Edmund Kohn und der w. Präs. Dr. Langstein als Dele-
    gierte entsendet.
          Im Laufe des Jahres 1904 wurden in 16 Sitzungen nachfol-
    gende Vorträge gehalten:
          Von Prof. Dr. Ehrmann: „Stand der B'B'-Vereinigungen
                    in Amerika“,
            „    Dr. Freud: „Hammurabi“,
            „    Mor. Friedländer: „Hiob“,
            „    Prof. Dr. Ehrmann: „Die kulturhistorische Bedeutung
                    der Universitäten“,
            „    Dr. Josef Jerusalem: „Staat und Gesellschaft“,
            „    Prof. Dr. Ehrmann: „Der Aufenthalt Israels in
                    Ägypten nach Wilh. Spiegelberg“,
            „    Ad. Schwarz: „Amerikana“,
            „    Monath: „Neue Staatslehre nach Anton Menger“,
            „    Prof. Herm. Cohen: „Innere Beziehungen Kants zum
                    Judentum“,
            „    Dr. Al. Klemperer: „Bericht über den Verbandstag“.
          Eingeführt, bezw. vorgestellt, wurde der Br. Philipp Broch.
    Eine Trauersitzung fand statt. Die Anzahl der Mitglieder erhöhte
    sich um 1 und verminderte sich infolge Todesfalles um 1, sie
    blieb sich also Ende 1904 gleich 1903 auf 175.


      

  • S.

    46
     

    Jahresbeiträge und Sitzungstage bleiben unverändert.
     

    Zu Repräsentanten werden die Expräs. Dr. Kohn, Dr. Ehr
    mann und Dr. Klemperer gewählt.
     

    In der zweiten Sitzung wurde die seit 3 Jahren geübte
    Sperre der Aufnahme von Brüdern in die,,Wien" mit gewissen
    Vorbehalten im Interesse der „Eintracht zunächst aufgehoben.
    Ein Bibliotheks-Komitee wurde vom Präsidenten ernannt, zu
    dessen Obmann Expräs. Dr. Knöpfmacher gewählt wurde:
    derselbe berichtet über die erste erfolgreiche private Sammlung
    unter den Brüdern und über die Einrichtung der Bibliothek.
     

    Über die Verwendung und Verteilung des Heinrich
    Teltscher-Fonds" werden folgende Punkte beschlossen:
     

    1. Der Fond bleibt in Verwahrung und Verwaltung der
     

    ,Wien".
     

    2. Aus den Zinsen desselben werden alljährlich bis auf
    weiteres 500 K zur Unterstützung eines jüdischen Schülers
    einer höheren Staatsgewerbeschule oder Kunstgewerbe-
    schule mit guten Fortgangsnoten in Wien verwendet.
     

    3. Bei der Verleihung sollen in erster Linie arme Verwandte.
     

    eines verstorbenen Bruders berücksichtigt werden.
     

    4. Die Verleihung erfolgt durch das Unterstützungs-Komitee
     

    und ist 4 Wochen vorher in offener Sitzung zur Kennt-
    nis zu bringen.
     

    Das Verhältnis, in welchem der österreichische Verband
    und die zu ihm gehörigen B' B'-Vereinigungen zur Konstitutions,
    Großloge in Amerika steht, wurde anläßlich einer an den Be-
    schluß des Generalkomitees gefaßten Entschließung, zur Kon-
    stitutions-Großloge nach Amerika keinen Delegaten zu entsenden-
    geübten Kritik in folgendem Sinne festgestellt:
     

    Die Statuten des s. w. Verbandes, welche seinerzeit nach
    mehrjähriger Überlegung und nach Erwägung aller einschlägigen
    Fragen und Eventualitäten seitens der einzelnen Zweigvereini-
    gungen und seitens des Generalkomitees im Einvernehmen mit
    dem Exekutivkomitee des Ordens und der Konvention be-
    schlossen wurden und in dieser Fassung die Genehmigung der
    österreichischen Regierung erhalten haben, enthalten keine or-
    ganische Verbindung mit Amerika. Unser Distrikt nimmt demnach
    gegenüber Amerika eine Sonderstellnng ein, indem er wohl
    äußerlich von Amerika getrennt bleibt, jedoch moralisch und
    ideell als vollwertiges Glied des ganzen Bundes anerkannt ist."
    Für die notleidenden Glaubensgenossen in Rußland wurden
    der Allianz" 2500 K überwiesen.
     

    Die Sitzung vom 31. Oktober 1905 wurde als Festsitzung
    anläßlich des 10jährigen Bestandes der w.,,Wien" abgehalten.
    Anwesend war Expräs. Sonnenschein als Delegat des Ver-
    bandes. Die Festrede hielt der Präs. Dr. Edmund Kohn. Ihm
    wurde aus diesem Anlasse eine von sämtlichen Brüdern Wiens
     

  • S.

    47
     

    unterfertigte Adresse und als Geschenk ein von Br. Isidor Kauf-
    mann gemaltes Bild überreicht. Die Feier wurde nur intern ab-
    gehalten.
     

    Infolge der katastrophalen Greueltaten in Rußland wurde
    eine neuerliche Sammlung eingeleitet, welche zunächst 16.000 K
    ergab.
     

    Eine Resolution der w.,,Praga", welche grundlegende Be-
    schlüsse über die interne und externe Betätigung der Logen an-
    regte, bildete den Gegenstand einer sehr lebhaften Diskussion,
    welche sich durch mehrere Sitzungen hinzog und an welcher sich
    sehr viele Brüder beteiligten.
     

    Vorgeschlagen wurden folgende Punkte:
     

    1. Der geschäftliche Teil der Sitzungen soll möglichst kurz
     

    sein, Briefe sollen in der Regel nicht wörtlich verlesen,
     

    sondern nur ihr Inhalt mitgeteilt werden.
     

    2. Die Sitzungen der Komitees, insbesondere des geistigen
     

    Komitees, sollen allen Brüdern zugänglich sein.
     

    3. Jedes Mitglied soll einem Komitee angehören, eventuell
     

    sind hiezu neue Komitees zu schaffen.
     

    4. Die Mitglieder des Geselligkeits-Komitees sollen nicht
     

    bloß mit den Vorbereitungen geselliger Abende, sondern
     

    auch mit dem gegenseitigen Bekanntmachen der Brüder
     

    sich zu beschäftigen haben.
     

    5. Die Frauen sollen zur Mitarbeit herangezogen werden, es
     

    soll ihnen die Überzeugung beigebracht werden, daß die
    Loge auch ihr Heim ist; es sollen Damen-Komitees kreiert
    werden.
     

    6. Die Beamten sind zu wechseln, zur Wahrung der Kon-
    tinuität sind die gewesenen Präsidenten und prot. Sekre-
    täre den Beamtenräten zuzuziehen.
     

    7. Alle Titulaturen sollen im Rahmen der Loge abgeschafft
    werden.
     

    In dem Schlußworte zu dieser Diskussion faßt Br. Dr. Josef
    Jerusalem die Betätigung unserer Vereinigung nach außen in
    folgender Weise zusammen:
     

    Diese soll sich nach 3 Richtungen bewähren, sie habe Wohl-
    tätigkeit im Großen zu üben, dem Judenhasse entgegenzutreten,
    Bildung und Sitte zu propagieren durch Unterstützung von
    Toynbeehallen,
    Volksbildungs- und ähnlichen Vereinen und sie
    habe endlich dahin zu wirken, daß geeignete Brüder in allen
    derartigen Vereinen sowie auch in offiziellen Vertretungskörpern
    gewählt werden und über ihre Tätigkeit bei uns referieren.
    Unsere Vereinigungen sollen sein ein Hort der Bedrängten, eine
    Stätte des Anstandes und der Bildung, ein Bollwerk gegen jede
    Finsternis.
     

    Im Laufe des Jahres 1905 wurden in 18 Sitzungen folgende
    Vorträge und Referate gehalten:
     

  • S.

    Prof. Dr. Königstein, in einer gemeinsamen Sitzung der
    Wien" und,,Eintracht", über:,,Disharmonien der mensch-
     

    48
     

    Direktor Löwy:,,Über den galizischen Hilfsverein",
     

    lichen Natur",
     

    Dr. Ehrmann:,,Religiöse und kulturelle Fragen","
    Prof. Dr. Pollak:,,Statischer Sinn",
     

    Dr. Ehrmann: Referat über die Sitzung des General-
     

    Dr. Monath:,,Ges. und Gesellschaft m. b. H."
     

    Komitees.
     

    Dr. Braun:,,Über Rassentheorie und Rassenromantik",
    Diskussion über die Resolution der w.,,Praga".
    Außerdem fand eine Trauersitzung statt.
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1905 folgende Brüder:
     

    Emil Horner,
     

    Eduard Doktor,
     

    Arnold v. Goldberger,
     

    Arnold Rosenthal,
     

    Ludwig Nettel,
     

    Ernst Lemberger,
     

    Jacques Feitler,
     

    Siegmund Taussig.
     

    Durch den Tod wurden abberufen:
     

    obod
     

    Expräs. Dr. Isidor Schnabel,
     

    Baurat Max Fleischer,
     

    Norbert Khuner.
     

    Die Anzahl der Mitglieder vermehrte sich demnach um 8 und
     

    verminderte sich um 3, sie betrug daher Ende 1905 180.
     

    XIV. Beamtenrat (1906).
     

    (Präs. Br. Prof. Josef Pollak).
     

    In der Generalversammlung vom 3. Jänner 1906 wurden
     

    durch Br. Dr. Ehrmann als Delegaten folgende Beamte in-
    stalliert:
     

    Präs. Prof. Dr. Josef Pollak,
     

    Vize-Präs. Robert Kolisch,
     

    Prot. Sekr.: Hermann Lemberger,
     

    Fin.-Sekr.: Franz Türkel,
     

    Schatzmeister: Gottlieb Kantor,
     

    Marschall: Josef Neumann,
     

    Wächter: Ferdinand Goldstein.
     

    nobis d
     

    Jahresbeiträge und Sitzungstage blieben unverändert.
     

    Zu Repräsentanten wurden die Expr. Dr. Kohn, Dr. Ehr
     

    mann und Dr. Alois Klemperer gewählt.
     

    In der Sitzung vom 20. März 1906 wurden grundsätzliche
    Bestimmungen für die Neugestaltung des ehrenrätlichen Ver
     

  • S.

    49  

    fahrens, worüber in mehreren vorhergegangenen Sitzungen dis-
    kutiert worden war, in 9 Punkten angenommen.

          Zu der am 27. Mai stattgehabten Installierung der Loge
    „Alliance“ in Budweis wurde ein Delegat entsendet.

          Auf Antrag des Br. Prof. Freud wurde folgendes beschlossen:

          1. Alle Angelegenheiten formalen, administrativen und ge-
             schäftlichen Charakters sind in besonderen Sitzungen des
             Beamtenrates, zu denen alle Mitglieder Zutritt haben,
             gründlich zu beraten und nur zur formalen, endgültigen
             Beschlußfassung in die Vollversammlung zu bringen.

          2. Die Entscheidung, welche Angelegenheiten im Sinne
             dieses Antrages zu behandeln sind, trifft im einzelnen
             Falle der Präsident.

          Eine Diskussion über eine anzustrebende Reform des
    jüdischen Religionsunterrichtes an Volks- und Mittelschulen wurde
    unter lebhafter Beteiligung mehrerer Brüder in einigen Sitzungen
    abgehalten.

          In Laufe des Jahres 1906 wurden in 18 Sitzungen folgende
    Vorträge und Referate erstattet, und zwar von den Brüdern:

             Karl Klemperer: Referat über die amerikanische Kon-
                ventions-Großloge.
             Prof. Königstein: „Über Menger’s Neue Sittenlehre“.
             Prof. Ehrmann: „Marannen und Marannenärzte in der
                Inquisition“.
             Dr. Grunwald: „Zum 100 Geburtstag Gabriel Riessers“.
             Dr. Pappenheim: „St. Simonismus und Judentum“.
             Dr. Sos: „Dr. Fromers Wesen des Judentums“.
             Prof. Ehrmann: „Die römische Posse in der jüdischen
                Tragödie“.
             Ernst Lemberger: „Sport und Judentum“.
             David Rotter: „Die Tätigkeit der großen humanitären
                Organisationen“.
             Dr. Grunwald: „Rembrandt und seine Beziehungen zum
                Judentum“.
             Ferner vor Damen, Leopold Spitzer: „Ibsen“.
     

          Eingeführt wurden im Jahre 1906 die Brüder:

    Leopold Spitzer,
    Simon Rendi (Graz),
    Dr. Gustav Gerstl (Linz).

          Gestorben sind im Jahre 1906 die Brüder:

    Rudolf Kohn,
    Sigmund Schlesinger,
    Samuel Bing.

          3 Trauerversammlungen wurden abgehalten.

          Die Gesamtzahl der Mitglieder blieb daher zu Ende 1906
    unverändert gleich 180.

    4  

  • S.

    50
     

    XV. Beamtenrat (1907).
     

    (Präs. Prof. Dr. Josef Pollak).
     

    In der Generalversammlung vom 8. Jänner 1907 wurde
     

    I vom Expr. Dr. Edmund Kohn als Verbands-Delegaten folgend
     

    Beamte installiert:
     

    Präs. Prof. Dr. Josef Pollak,
     

    Vize-Präs.: Robert Kolisch,
     

    Prot. Sekr.: Hermann Lemberger,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
     

    Schatzm.: Karl Hirsch,
     

    Marschall: Ernst Lemberger,
     

    Wächter: Wilhelm Löbl.
     

    Der Jahresbeitrag (120) und die Sitzungstage (1. und 3
    Dienstag) bleiben unverändert.
     

    Repräsentanten werden die Expr. Dr. Kohn, Dr. Ehr
    mann und Dr. Klemperer gewählt.
     

    Zu
     

    Auf Antrag des Br. Gottlieb Lederer wurde nach leb-
    hafter Diskussion beschlossen, daß die dem,,Rosenfeld-Fonds"
    entnommenen Jahresbeiträge für den galizischen Hilfsverein und den
    Verein für Brustleidende am Ende des Jahres aus eventuellen
    Ueberschüssen des Dispositions-Fondes zurückzuerstatten seien.
    Der Isr. Alliance werden für die rumänischen Juden 2000 K
    überwiesen.
    Zur 25
    25 jährigen Jubiläumsfeier der Deutschen Reichsloge in
    wurden die Br. Dr. Kohn und Dr. Knöpf-
    macher delegiert.
     

    Berlin
     

    Ein Ansuchen des Vereines,,Elisabeth-Lehrmädchenheim"
    um Übernahme der Patronanz und Sanierung wurde einem
    Komitee
    zur Vorberatung übertragen, sohin nach eingehender
    Erörterung aller in Betracht kommenden Momente nach Majo-
    ritäts-(Wiener) und Minoritäts- (Dr. J. Jerusalem) Bericht-
    erstattung und eingehender Debatte in der Sitzung vom 5. No-
    vember 1907 derzeit abgelehnt, dagegen pro 1908 eine Sub-
     

    vention von 500 K votiert.
     

    Im Jahre 1907 wurden in 16 Sitzungen folgende Vorträge
     

    und Referate gehalten:
     

    Die Diskussion über die Reform des Religionsunterrichtes.
     

    Prof. Freud:,,Die Psychologie im Dienste der Rechtspflege".
     

    Dr. Samuely: Die Zukunft der auswandernden Juden".
     

    Ad. Schwarz: Correferat über dasselbe Thema.
     

    Dr. Braun:,,Touristik und Gesundheit".
     

    Dr. Knöpfmacher: 2 Vorträge über jüdische Reform-
     

    bestrebungen im 19. Jahrhundert.
     

    Leopold Spitzer: „Aus dem volkswirtschaftlichen Leben
    Amerikas".
     

    Quer
     

    Prof. Dr. Wilh. Jerusalem: „Liebe und Gerechtigkeit".
     

  • S.

    51
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1907 folgende Brüder:
     

    David Horowitz,
     

    Bernhard Glaser (Poysdorf),
     

    Bernhard Biller (Graz),
     

    Wilhelm Hiller,
     

    Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem,
     

    Theodor Schnabel,
     

    Wilhelm Stöckler.
     

    16 Sitzungen wurden abgehalten. Durch den Tod des Br.
     

    Jacob Jaiteles wurde 1 Mitglied verloren, 1 Mitglied trat aus.
    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug daher Ende 1907: 185.
     

    XVI. Beamtenrat (1908).
     

    (Präs. Dr. Alois Klemperer).
     

    Der Beamtenrat bestehend aus den Brüdern:
     

    Präs. Dr. Alois Klemperer,
     

    Vize-Präs. Dr. Bela Taussig,
     

    Prot. Sekr. Ernst Lemberger,
     

    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
     

    Schatzm. Moritz Wagner,
     

    Marschall: Jacques Feitler,
     

    Wächter: Max Fleischner,
     

    wird in der Generalversammlung vom 7. Jänner 1908 vom
     

    Expr. Prof. Dr. Ehrmann als Delegaten installiert.
     

    Eintrittsgebühr, Jahresbeitrag und Sitzungstage bleiben un-
     

    verändert.
     

    Zu Repräsentanten werden die Expr. Dr. Kohn, Dr. Ehr-
     

    mann und Dr. Alois Klemperer gewählt.
     

    Eine Diskussion über die Heranziehung der Jugend zu
    des Bundes nimmt mehrere Sitzungen in Anspruch.
     

    Zwecken
     

    In der Sitzung vom 18. Februar 1908 wird eine Botschaft
     

    des Bundes-Präsidenten Ad. Kraus verlesen, welche die Lage
     

    des Judentums und die Wichtigkeit des Bundes betont und die
    Einrichtung von Informationsstellen anregt.
     

    An dem zehnjährigen Stiftungsfest der w. „Silesia" wird
    teilgenommen.
     

    Eine lebhafte, mehrere Sitzungen durchziehende Debatte
    wurde über eine Anregung des Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem
     

    zur Gründung eines jüdischen Studentenheimes abgeführt und
    endigte mit der Ablehnung des Antrages.
     

    Nach lebhafter Debatte wurde in der Sitzung vom 17. De-
     

    zember 1908 folgende Resolution angenommen :
     

    Der Rosenfeld-Fonds" ist für Errichtung, Unterstützung
    und Förderung gemeinnütziger, humanitärer, jüdischer In-
    stitutionen jederzeit zur freien Verfügung der Loge. b
     

    4°
     

  • S.

    52
     

    Im Laufe des Jahres 1908 wurden in 15 Sitzungen folgende
     

    Vorträge und Referate gehalten:
     

    Prof. Königstein (vor Damen): „Über Wetten".
     

    Dr. Pappenheim: „Berufswahl und Schulreform vo
    Standpunkt der jüdischen Interessen" (mit anschließen
    der lebhafter Diskussion).
     

    Br. Belkind (aus Jerusalem): „Über die Ackerbauschulen in
     

    Fischer: Der Beruf des Kaufmannes vo
    Standpunkt der B'nai B'rith".
     

    Palästina".
     

    Markus
     

    Dr. Béla Taussig: „Über den Berliner Verein f
    Arbeitsnachweis"
     

    Baurat Stiassny: „Über die Notablen-Versammlung in
     

    Berlin".
     

    Karl Klemperer:,,Über jüdische Sprichwörter".
     

    Prof. Freud:,,Kindertaufen".
     

    Aufgenommen und eingeführt wurden folgende Brüder:
    Vorgestellt: Br. Richard Petschek (Übertritt a. d. „Bohemia")
    Eingeführt: Leopold Lourie,
     

    ale
     

    Rudolf Kohn,
     

    sthoma
     

    Max Quittner,
     

    Hermann Pisk,
     

    Dr. Max Eisenstädter,
     

    Rudolf Adler,
     

    Dr. Rudolf Fürth. d3
     

    Ausgetreten ist Benno Stroheim. Die Gesamtzahl der
    Mitglieder betrug Ende 1908: 192. ochotntino
     

    XVII. Beamtenrat (1909).
     

    (Präs. Dr. Béla Taussig).
     

    In der Generalversammlung vom 7. Jänner 1909 wurden
     

    folgende Beamte vom Expr. Dr. Edmund Kohn als Delegaten
     

    installiert:
     

    Präs. Dr. Béla Taussig,
     

    Vize-Präs.: Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem,
     

    Prot. Sekr.: Prof. Dr. Markus Hajek,
     

    Fin.-Sekr.: Franz Türkel,
     

    A b
     

    Schatzm.: Josef Zucker,
     

    Marschall: Josef Mautner,
     

    Wächter: David Horowitz.
     

    Eintrittsgebühren, Jahresbeiträge und Sitzungstage bleiben
     

    unverändert.
     

  • S.

    53
     

    Zu Repräsentanten werden die Expr. Dr. Kohn, Dr. Ehr-
    mann und Dr. Klemperer gewählt.
     

    Die Sitzung vom 18. März 1909 wurde als gemeinsame
    Festsitzung der beiden Wiener Logen anläßlich des Besuches
    des Bundes-Präsidenten Adolf Kraus unter dem Vorsitze der
    Wien" und Eintracht" abgehalten. Der vom
    Vize-Großpräsidenten Dr. Edmund Kohn feierlich eingeführte
    hohe Gast wurde herzlichst begrüßt und hielt im Laufe der
    Sitzung einen Vortrag über „Die Auswanderung der Juden in den
    letzten 7 Jahren nach den Vereinigten Staaten". Hieran schloß
    sich ein
    von 250 Brüdern besuchtes Festbankett im Riedhof"
     

    Präsidenten der
     

    mit Damen.
     

    In einem zweiten, in der Sitzung vom 30. März abgehaltenen
    Vortrag gab der h. w. Bundespräsident die Anregung, daß künf-
    tighin die B'nai B'rith-Logen sich auch mit allgemeinen, das
    ganze Judentum betreffenden Fragen beschäftigen mögen, wobei
    durch geistiges Zusammenwirken aller vorhandenen Logen bei
    Aufrechthaltung der Fühlung untereinander in Zukunft noch viel
    Ersprießliches geleistet werden
    werden könnte.
     

    An diese hochbedeutsame Enunziation knüpft sich eine Dis-
    kussion, in deren Verlauf Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem eine
    sehr eindrucksvolle Rede hält.
     

    Für den „Rosenfeld-Fonds" wird ein besonderes Statut be-
     

    raten und in der Sitzung vom 9. Oktober beschlossen.
     

    Das zehnjährige Gründungsfest der Leopolis" in Lemberg
     

    wurde durch Delegierung dreier Mitglieder gefeiert.
     

    Im Laufe des Jahres 1909 wurden in 16 Sitzungen folgende
     

    Vorträge und Referate gehalten:
     

    Dr. Braun:,,Zum 100. Geburtstag von Darwin".
     

    Ad. Schwarz:,,Wirtschaftliche Betrachtungen".
     

    Dr. M. Grunwald: Jüdische Erfinder und Entdecker".
     

    Prof. Ehrmann:,,Rassenfrage als Machtfaktor".
     

    Dr. M.
     

    1. Hajek:,,Philosophische Plauderei".
     

    Prof. Königstein:,,Die Juden Österreichs".
     

    Prof. Jerusalem: Religion und Philosophie".
    Dr. Grunwald:
     

    Hugo Salus (d. nfänge des Chassidismus“.
     

    vor Damen: Gedichte.
     

    Dr. Knöpfmacher:,,Lazarus, Erneuerung des Judentums".
     

    Dr. Klemperer über seine Amerikareise.
     

    Dr. Leo Kellner:,,Jessika".
     

    Im Laufe des Jahres wurden eingeführt die Brüder Emanuel
     

    Wozasek und Ottokar Hecht, dagegen verlor die Loge
     

    durch den Tod die Brüder Carl Seligmann und Dr. Wilhelm
    Hersch, durch Austritt Oskar Frankl.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder verminderte sich demnach
     

    um 1 und betrug Ende 1909: 191.
     

  • S.

    54
     

    de XVIII. Beamtenrat (1910).
     

    (Präs.: Dr. Wilhelm Knöpfmacher.)
     

    In der Generalversammlung vom 4. Jänner 1910 wurden vom
    Delegaten Expr. Dr. Edmund Kohn folgende Beamte installiert
     

    Präs. Dr. Wilhelm Knöpfmacher,
     

    Vize-Präs. Dr. Markus Hajek,
     

    Prot. Sekr. Richard Petschek,
     

    Fin. Sekr. Franz Türkel,
     

    Schatzm. Rudolf Kohn,
     

    Marschall Dr. Rudolf Fürth,
     

    Wächter Dr. Max Eisenstädter.
     

    Diese Generalversammlung mußte mit einer solennen Trauer-
    kundgebung eröffnet werden, denn am 21. Dezember 1909 war
     

    der zum Bundeskanzler erhobene, ehemalige Bundespräsident
    Julius Bien mit Tod abgegangen.
     

    Die Eintrittsgebühren, Jahresbeiträge und Sitzungstage blei
    ben unverändert.
     

    Zu Repräsentanten werden die Expräsidenten Dr. Kohn,
     

    Dr. Ehrmann und Dr. Klemperer gewählt.
     

    Auf Beschluß des Beamtenrates wird die ständige Ein-
    richtung eines Repräsentations-Komitees zur Vertretung der Loge
    bei traurigen und freudigen Familienereignissen der Brüder
    beschlossen.
     

    Infolge des Ablebens des Expr. Dr. Klemperer, für
    welchen eine feierliche Trauersitzung am 14. April abgehalten
    wurde, wird in der Sitzung vom 19. April Dr. Kuh zum Reprä-
    sentanten und Dr. Langstein zum Stellvertreter gewählt.
     

    Über Anregung des Br. Dr. Ehrmann wird ein Komiteel
     

    zur Beratung über das Jüdische Museum bestellt.
     

    Über Anregung des Br. Prof. Hajek wird ein Komitee zur
    Beratung der Frage der Umgestaltung des jüdischen Religions-
    unterrichtes bestellt.
     

    In der Sitzung vom 20. Oktober 1910 wird nach eingehendem
    Referat des Br. Dr. Taussig beschlossen, das Jüdische Museum
    in die Patronanz der Loge,Wien" zu übernehmen und einzelne
    Brüder in dessen Kuratorium zu entsenden.
     

    Ein von der Moravia" in Brünn veranstalteter Brudertag
    wurde von 5 Brüdern der Wien" besucht; über dessen Verlauf
    referiert Prof. Hajek.
     

    Im Laufe des Jahres 1910 wurden in 19 Sitzungen folgende
    Vorträge und Referate gehalten:
     

    Prof. Jerusalem: „Ist eine Reform des Judentums wün-
    schenswert und durchführbar"? (Mit anschließender
    Diskussion, die mehrere Sitzungen beschäftigt.)
    Adolf Schwarz: „Die soziale Stellung des Kaufmannes"
    (Vor Damen.)
     

  • S.

    55
     

    Prof. Kellner: IX. Zionisten-Kongreß".
     

    Prof. Jerusalem: Epitaphien im Friedhofe in der See-
    gasse".
     

    Dr. Braun: "Zollschan als Erzieher."
     

    Prof. Jerusalem:,,Was ist allgemeine Bildung?" (Vor Damen).
     

    Dr. Sonderling (Hamburg): „Deutsches Logenleben."
     

    Dir. Hecht („Eintracht"): "Wissenschaft und Bibelwort in
    pädagogischer Beleuchtung".
     

    Dr. Taussig: „Das Jüdische Museum".
     

    Gestorben sind im Jahre 1910 folgende Brüder:
     

    Emil Horner,
     

    19 Expr. Dr. Alois Klemperer,
     

    Armin Kohn,
     

    Robow
     

    Dr. Josef Grünfeld,
     

    Wilhelm Hiller,
     

    Wilhelm Stiassny,
     

    Adolf Nussbaum,
     

    Ferdinand Goldschmidt,
     

    mov usb Arnold Kuhner,
     

    Karl Hirsch,
     

    Hermann Liebermann,
    Siegmund Taussig.
     

    Ausgetreten sind:
     

    Isidor Popper und
     

    Emanuel Winkler.
     

    Es haben im Laufe des Jahres außer den 18 normalen
     

    Vereinsversammlungen noch 7 Trauersitzungen stattgefunden.
    Eingeführt wurden im Jahre 1910 folgende Brüder:
     

    Carl Toch,
     

    Viktor Schwadron,
     

    Philipp Kohn,
     

    Sigmund Blau,
     

    Adolf NuB baum,
     

    Julius Schwarz,"
     

    Julius Gerstmann,
     

    Ed. Jonas Schachtitz,
     

    Arthur Baron,
     

    Ludwig Herz,
     

    Dr. Moritz Sternberg,
     

    Dr. Rudolf Schwarz-Hiller,
     

    nab
     

    Dr. Jacob Fischer,
     

    Josef Fischer jun.,
     

    Hofrat Adam Pollitzer,
     

    -Mb Dr. S. Szekely,
    Ignatz Wagner,
     

  • S.

    56
     

    Dir. Edmund Bloch (Linz),
     

    Adolf Haag,
     

    Dr. Rudolf Brichta,
     

    J. Trenschiner, to
     

    Dir. Samuel Brill,
     

    Arthur Lemberger.
     

    Die Gesamtzahl der Brüder verminderte sich durch Todes-
    fälle um 12, durch Austritt um 2, dagegen erhöhte sie sich durch
    Neueinführungen um 23, sie betrug daher Ende 1910 200.
     

    Dazu wäre allenfalls noch zu bemerken, daß dazu noch
     

    10 Brüder zu zählen sind, welche bereits im Jahre 1910 durch
    Ballotage aufgenommen waren, während ihre feierliche Einführung
    durch den abtretenden Präsidenten Dr. Wilhelm Knöpfmacher
    erst in der Sitzung vom 3. Jänner 1911 vorgenommen werden.
    konnte.
     

    XIX. Beamtenrat.
     

    (Präs.: Dr. Edmund Kohn.).
     

    In der Generalversammlung vom 3. Jänner 1911 wurden vom
    Expr. Dr. Ehrmann als Delegaten nachfolgende Beamte
    installiert:
     

    Präs. Dr. Edmund Kohn,
     

    Vize-Präs. Richard Petschek, rit
     

    Prot. Sekr. Dr. Rudolf Fürth,
     

    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
     

    Schatzm. Rudolf Kohn,
     

    Marschall Dr. Max Eisenstädter,
     

    Wächter Markus Fischer.
     

    Vor der Installierung der neuen Beamten erfolgte zunächs
     

    die Einführung folgender Brüder:
     

    Dr. Josef Alt,
     

    Dr. Hans Berger,
     

    Hermann Denes,
     

    Dr. Albert Eisinger, di
     

    Camill Kuranda,
     

    Sigmund Popper,
     

    Eduard Schweinburg, R
     

    Dr. Ludwig Baracs,
     

    Emil Popper,
     

    Leopold Rona.
     

    Die Jahresbeiträge und Sitzungstage bleiben unverändert
     

    Zu Repräsentanten werden zum ersten Mal 4 Expräsidenten
    gewählt und zwar die Expr. Dr. Kohn, Dr. Kuh, Dr. Ehr
    mann, und Dr. Langstein. Das 4. Mandat des Br. Dr. Lang-
    stein wurde jedoch vom s. w. Verbande annulliert, da die Mit-
    gliederzahl am 31. Dezember 1910 nicht die 200 überstieg.
     

  • S.

    57
     

    Es wurde ein Bau-Komitee zur Beratung über einen even-
    Anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers Franz Josef I.
    wird im Seehospiz zu Grado eine in 10 Jahresraten zahlbare
    Bettstiftung von 10.000 K gewidmet.
     

    tuellen Logenbau ernannt.
     

    Infolge einer vom s. w. Verbande abverlangten Äußerung
    wird nach einem Referate des Prof. Jerusalem und nach ab-
    geführter Diskussion folgende Resolution gefaßt:
     

    1. Über sämtliche Angelegenheiten, die unsere Gesamtheit.
    betreffen und von den Verbänden (Großlogen) in den
    Bereich ihrer Tätigkeit gezogen werden, soll ein kon-
    stanter schriftlicher Gedankenaustausch zwischen den
    der Distrikte
    Leitungen
    und 10 stattfinden.
     

    -15
     

    2. Es ist wünschenswert, daß der s. w. Verband und die
    einzelnen Vereinigungen unter sorgfältiger Einhaltung der
    statutenmäßigen Schranken mehr als bisher am öffent-
    odlichen Leben in der Weise teilnehmen, daß sie allen
     

    Wohlfahrts- und allgemein sozialethischen Bestrebungen,
    mögen sie die Judenheit unmittelbar berühren oder nicht,
    ihre Aufmerksamkeit zuwenden und eventuell tatkräftig
    für dieselben wirken.
     

    wis
     

    3. Mindestens einmal im Jahre sollten die Mitglieder des
    Generalkomitees des 8. und 10. Distriktes zu gemein-
    samen Beratungen über Fragen, die das materielle und
    adale geistige Wohl der Gesamtheit betreffen, zusammen-
    abtreten, und über das Ergebnis ihren Logen Bericht
     

    nsbloa
     

    erstatten.
     

    Prof. Wilhelm Jerusalem gibt in der Sitzung vom
    8. Februar 1911 die Anregung, daß die Bestrebungen einiger
    Männer, welche die Gründung einer Jugendvereinigung im
    Geiste unseres Bundes anstreben und welche sich diesbezüglich
    an ihn gewendet haben, von unserer Vereinigung unterstützt
    werden mögen. Er beantragt die Ernennung eines Komitees hie-
    für. Dasselbe wird im Einvernehmen mit der w. „Eintracht er-
    nannt und besteht aus den Brüdern: Prof. Jerusalem, Dr.
    Knöpfmacher der w.,,Wien" und Expr. Dir. Hecht und
    Dr. As cher der w.,,Eintracht". Diese erledigten die Statuten-
    beratung und alle Formalitäten, so daß am 6. April 1911 die
    Konstituierung
    des Jüdischen Jugendbundes" erfolgen konnte.
     

    junger
     

    Prof. Jerusalem beantragt die Ausgestaltung der Zwei-
    Monatsberichte nach Bericht des geistigen Komitees.
     

    Br. Schwarz-Hiller regt die Einrichtung eines Infor-
    mationsdienstes über alle Vorgänge in der Welt, die Judenheit
    betreffend, an. Es wird ein Komitee hiefür eingesetzt.
     

    Zur Gründung der Loge Orient" in Czernowitz wurden Dr.
     

    Langstein und Dr. Kohn als Delegaten entsendet.
     

    Am 30. April findet anläßlich der Übertragung des Sitzes.
     

    der Großloge nach Wien und der Wahl des Expr. Prof. Dr.
     

  • S.

    58
     

    Ehrmann zum Großpräsidenten des österreichischen Distriktes
    ein Festbankett im Saale der Börse statt.
     

    Auf Antrag des Vize-Präsidenten Br. Richard Petschek
     

    wird das Pflegschaftswesen einer neuen Regelung unterzogen
    und unter die Aufsicht eines Pflegerobmannes gestellt. Als
    Pflegerobmann wird Br. Notar Dr. Bermann in der Sitzung vom
    2. Mai ernannt und beeidigt.
     

    In der Sitzung vom 17. Oktober hält Prof. Jerusalem einen
    Vortrag über Wesen und Bedeutung der Brüderlichkeit in un-
    serer Devise, welcher von so grundlegendem Werte ist, daß er
    hier auszugsweise Platz finden möge:
     

    Bedeutungsvoll ist für uns das durch den mittleren Buch-
    staben unserer Devise repräsentierte Wort und es ist wich-
    tig, sich darüber klar zu werden, was man unter Bruder-
    liebe, bezw. Brüderlichkeit zu verstehen habe und was wir
    diesfalls von einander erwarten dürfen.
     

    Dies könne nur durch eine soziologische und psycho-
    logische Zergliederung erreicht werden.
     

    Gegenstand der Soziologie ist eine Menschengruppe,
    die ein ganzes bildet. Eine solche soziologische Gruppe ist
    auch unsere Vereinigung, welche als solche mehr und etwas
    enderes ist als die Summe der sie bildenden Individuen.
     

    Durch das Zusammenwirken der in einer solchen
    Gruppe vereinigten Individuen wird etwas seelisch ge-
    meinsames geschaffen, das den einzelnen in zweifacher
    Richtung beeinflußt, und zwar einerseits fördernd, ander-
    seits hemmend.
     

    Aus dieser Tatsache können wir über das, was wir
    unter Brüderlichkeit" verstehen sollen, Klarheit gewinnen.
    Die Soziologie hat auch die Aufgabe, das Verhältnis des
    Einzelnen zum Einzelnen zu untersuchen, hier ist sie jedoch
    nicht mehr ganz in ihrem Element, weil hier mehr die indi-
    viduelle Eigenart der zueinander in ein Verhältnis tretenden
    Menschen eine Rolle
    spielt.
     

    Das Gefühl unserer Zugehörigkeit zu einem Bunde soll
    uns Anlaß geben, die Seite unseres Innenlebens zu entfalten,
    welche in unserem Berufe
    rute nicht
    zur Geltung kommt.
     

    Dadurch erfahren wir eine Bereicherung unserer Per-
    sönlichkeit.,,Brüderlichkeit" ist eben zunächst nichts anderes,
    als das tiefe, intensive Gefühl der Zusammengehörigkeit,
    welches dadurch in uns geweckt wird, daß möglichst viele
    an den gemeinsamen Aufgaben des Bundes mitarbeiten. Der
    Genosse der gemeinsamen Arbeit wird sich dadurch dem
    einzelnen Bruder von jedem andern, dem Bunde nicht An-
    gehörigen unterscheiden.
     

    Außer dem Gefühle der Zusammengehörigkeit gehört
    aber noch etwas zur Brüderlichkeit.
     

    Hierbei erinnert Br. Jerusalem an einen von ihm früher
    gehaltenen Vortrag über Gerechtigkeit und Liebe".
     

  • S.

    59
     

    Die Vereinigung müsse die Stätte sein, wo mehr als
    Gerechtigkeit gegen den Einzelnen geübt wird, wie dies
    innerhalb der Familie der Fall ist. Aus dem Gefühle der
    Zusammengehörigkeit, welches die Grundlage und Quelle
    der Brüderlichkeit bildet, lasse sich dann eine Reihe von
     

    Verleisten hableiten, welche die Brüder einander zu
     

    haben. Dazu sei allerdings notwendig, daß wir
    uns gegenseitig näher kennen lernen, wozu innerhalb der
    Vereinigung durch entsprechende Maßnahmen Gelegenheit
    geboten werden müsse. Das Wesentlichste sei, daß das
    Gefühl der Zusammengehörigkeit sozusagen den Brüdern in
    Fleisch und Blut eindringen müsse.
     

    Sei
     

    Prof. Braun regt eine Institution für Tuberkulosenfürsorge
     

    in einem Vortrage an.
     

    Im Laufe des Jahres 1911 wurden in 17 Sitzungen folgende
     

    Vorträge und Referate gehalten:
     

    Rabb. Dr. Levy (Brünn): Die jüdische Ehe".
     

    Prof. Sigm. Freud: „Das Hamlet-Problem".
     

    Br. Jonas-Schachtitz: „Das jüdische Element in Heine's
    Werken".
     

    Dr.Schwarz-Hiller: „Die Organisation von Abwehraktionen“.
    Richard Petschek: "Über das Pflegschaftswesen". Dis-
    kussion über Brüderlichkeit", eingeleitet von Prof.
    kussion
    Jerusalem.
     

    Prof. Dr. L. Braun: „Über Tuberkulosenfürsorge".
     

    Ed. Wigstein: „Die Konvention in Amerika i. J. 1911".
    Wiener Über den Verein für unentgeltlichen Arbeits-
    nachweis"
     

    Prof.
     

    Prof. Jerusalem: „Der Kulturwert des Judentums". An-
    sprache bei Gründung des Jüdischen Jugendbundes".
     

    1 Trauerversammlung fand statt.
     

    Im Laufe des Jahres wurden ferner noch folgende Brüder
     

    eingeführt:
     

    Edmund Fanta,
     

    Julius Figdor,
     

    Dr. Hugo Flesch,
     

    Markus Frankl,
     

    Otto Nussbaum,
     

    Felix Pollack v. Parnegg,
     

    shnan Anton Stein,
     

    Moriz Winterstein,
    Moriz
     

    nov
     

    ani bu Isidor Bergel,
    asih
     

    Hermann Freistadtl,
     

    Dr. Arnold Karplus,
     

    Ferdinand Maahs,
     

    Julius Maa hs.
     

    Gestorben ist Br. Adolf Baer; ausgetreten sind: Maximilian
     

    Kraus und Markus Rotter. Die Mitgliederzahl betrug daher
     

    Ende 1911: 237.
     

  • S.

    60
     

    XX. Beamtenrat (1912).
     

    (Präs.: Richard Petschek.)
     

    In der Generalversammlung vom 2. Jänner 1912 wurden
    vom Großpräsidenten Prof. Ehrmann folgende Beamte installiert:
     

    Präs. Richard Petschek,
     

    0918
     

    Vize-Präs. Dr. Rudolf Fürth,
     

    Prot. Sekr. Dr. Max Eisenstädter,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Marschall Dr. Ottokar Hecht,
     

    Wächter Emil Goldberg.
     

    Eintrittsgebühr, Jahresbeitrag und Sitzungstage bleiben un
     

    verändert.
     

    Zu Repräsentanten werden die Expr. Dr. Kohn, Dr. Kuh
    Prof. Ehrmann und Dr. Langstein, zu Ersatzmännern Dr.
    Knöpfmacher und Dr. Pollak gewählt.
     

    Prof. Wilh. Jerusalem hält infolge initiativer Einladung des
    Präsidenten einen Zyklus von Vorträgen über „Einführung in die
    Ethik", wozu auch die Schwestern geladen werden.
     

    Es erfolgt die Übernahme des „Vereines zur Unterstützung
    jüdischer Handwerker und Kleingewerbetreibender" in die Patro
    nanz der Vereinigung.
     

    Die von Br. Dr. Ignaz Ziegler herausgegebenen Volks-
    schriften über Jüdische Religions-Geschichte werden in größerer
    Anzahl angeschafft.
     

    Zum Zwecke der Gründung einer Tuberkulosen-Fürsorge-
    Stelle werden 4000 K aus dem Rosenfeld-Fond gewidmet.
     

    Die Anregung der w.,,Praga" auf Zuziehung einzelner Außen-
    stehender zu offenen Sitzungen wird ablehnend beantwortet.
     

    Im Jahre 1912 hat zum erstenmale eine Tagung des Exekutiv-
    Komitees des Bundes in Europa, und zwar in Berlin statt-
    gefunden; hierüber referiert in der Sitzung vom 16. April Prof.
    Ehrmann.
     

    Im Laufe des Jahres (April) fand ein Besuch des hochw.
    Bundespräsidenten in Wien statt, aus welchem Anlasse ver-
    schiedene Festlichkeiten arrangiert wurden.
     

    Antrag und Beschluß auf Einleitung einer Aktion zur Be-
    freiung des unschuldig verurteilten Leop. Hilsner.
     

    Das gemeinsame Komitee hat den beiden Vereinigungen den
    Beschluß zur Annahme empfohlen, daß die Anmeldungen von
    Kandidaten gegenseitig zur Kenntnis gebracht werden und ins-
    besondere auch Nichtbefürwortung einzelner Kandidaten; dies
    wird in der Sitzung vom 17. Dezember 1912 beschlossen.
     

    Im Jahre 1912 wurden folgende Vorträge und Referate ge-
     

    halten:
     

    Dr. Schwarz-Hiller: Londoner Reise-Eindrücke".
    Karl Klemperer: Zur Geschichte und Entwicklung des
    Ordens B'nai B'rith".
     

  • S.

    61
     

    Prof. Ehrmann: „Warum ist eine zentrale Organisation des
    Judentums in Österreich notwendig".
    Dr. Ehrlich: „Die Sprache der Juden.
     

    Prof. Ehrmann: „Über die Volksschriften des Dr. Ign.
     

    Ziegler.
     

    Leop. Lourie: „Von den Juden in Rußland".
     

    Prof. Jerusalem: „Theodor Gomperz".
     

    Dr. Alb. Eisinger: „Der Mittelschullehrer wie er ist und
     

    wie er sein soll".
     

    Dr. Jenner: „Über die Renegatenseuche".
     

    Dr. Schwarz-Hiller: Über die Hexenprozesse".
     

    Dr. Alb. Kuh:
     

    „Bemerkungen zur Geschichte des Bundes"
     

    Prof. Jerusalem: „Einführung in die Ethik". (Ein Zyklus
     

    10 Vorträgen.)
     

    von 10
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1912 folgende Brüder:
     

    Wilhelm Heller,
     

    boo
     

    Dr. Siegmund Stiassny,
     

    Hitschmann,
     

    Carl
     

    Dr. Siegm. Weiss
     

    Dr. Erwin Kohn.
     

    Camillo Hitschmann,
     

    and Dr. Theodor J. Jenner,
     

    Dr.
     

    Siegm. Defris.
     

    mov
     

    Gestorben sind die Brüder:
     

    Adolf Schlesinger,
     

    Karl Zinner,
     

    sib
     

    Friedrich Khuner.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder beträgt somit Ende 1912: 242.
     

    is 16 Sitzungen und 1 Trauerversammlung fanden statt.
     

    adalaw da
     

    XXI. Beamtenrat (1913).
     

    (Präs. Dr. Rudolf Fürth.).
     

    In der Generalversammlung vom 7. Jänner 1913 wurden vom
     

    Großpräsidenten Prof. Dr. Ehrmann folgende Beamte installiert:
     

    Präs. Dr. Rudolf Fürth,
     

    Vize-Präs. Rudolf Kohn,
     

    Prot. Sekr. Dr. Max Eisenstädter,
     

    nab nov
     

    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
     

    Schatzm. Sigmund Frankl,
     

    Marschall Dr. Albert Eisinger,
     

    Wächter Theodor Mayer.
     

    Einleitend wurde vom Präs. Petschek mitgeteilt, daß der
    Präsident mit dem Beamtenrat den Expr. Dr. Edmund Kohn
    zur Vollendung des 50. Lebensjahres namens der Vereinigung
    beglückwünscht hat.
     

    Die Sitzungstage, Einführungsgebühren und Jahresbeiträge
    bleiben unverändert.
     

  • S.

    62
     

    Zu Repräsentanten werden die Expr. Prof. Ehrmann, Dr.
    Edmund Kohn, Dr. Kuh und Dr. Langstein, zu Ersatz-
    männern Dr. Knöpfmacher und Dr. Pollak gewählt.
     

    einer zweiten Bettstiftung für Meran mit einem sukzessive in
    In der Sitzung vom 21. Jänner 1913 wird die Errichtung
    Jahresraten von 500 K abzustattenden Beitrag von 5000 K be-
    schlossen, gegen Gewährung der Verfügung über diesen Stift-
    platz nach Abzahlung von 2000 K.
     

    Am 18. Jänner fand ein Ausflug von Wiener Brüdern nach
    Linz statt, wo Dr. Bloch einen Vortrag hielt.
    Die Sitzung vom 4, Februar wurde mit einer Trauerkund-
    gebung für den verstorbenen Erzherzog Rainer eröffnet, einen
    Förderer alles Schönen und Guten, der Kunst und Wissenschaft.
    Eine Spende von 1000 K eines Anonymus, überreicht durch
    Dr. Edmund Kohn, wird auf dessen Antrag dem Nationalfond
    zum Bau eines Jemenitenhauses abgeliefert, welches den Namen
    Wien" B'nai B'rith-Haus tragen soll.
     

    "
     

    In der Sitzung vom 18. Februar wird referiert über die Rede
     

    des Präs. Taft anläßlich der an ihn erfolgten Überreichung der
    B'nai B'rith-Plakette.
     

    Br. Philipp Kohn machte eine Spende von 5000 K für eine
    Bettstiftung im Meraner Asyl, wofür ihm in der Sitzung vom
    18. März der Dank ausgesprochen wird.
     

    In derselben Sitzung regt Expr. Dr. Knöpfmacher im
    Anschlusse an seinen Vortrag über Religiöse Strömungen, die
    Bildung eines Vereines für liberales Judentum und eine lebhaftere.
    Beteiligung der B'nai B'rith an religiösen Veranstaltungen an.
     

    Am 17. April wurde im Festsaale des Hotel Continental ein
    literarischer Abend mit glänzendem Verlaufe abgehalten.
     

    Anläßlich einer Brandkatastrophe in Preßburg, durch welcher
    viele Glaubensgenossen betroffen wurden, erbrachte eine in der
    Wien" eingeleitete Sammlung 4000 K, welche an den s. w.
    Verband abgeführt wurden.
     

    Zur Einweihungfeier des neuen Logenhauses in Prag und zum
    20 jährigen Jubiläum der „Bohemia" begaben sich mehr als
    40 Brüder der Vereinigungen Wien" und "Eintracht" nach Prag.
    Dem s. w. Großpräsidenten Prof. E hrmann wurde anläß-
    lich der Feier seiner silbernen Hochzeit gemeinsam von den
    beiden Wiener Vereinigungen ein vom Maler Isidor Kaufmann
    gemaltes Bild überreicht."
     

    Prof. Braun geleiteten Tuberkulosen-Fürsorgestelle
    wurde eine zweite Zuwendung von 4000 K aus dem Rosenfeld-
    Fonde votiert.
     

    von
     

    Der
     

    Die Beteiligung der Vereinigung Wien" an dem zehnjährigen
    Stiftungsfeste der w. „Eintracht", welches in glänzender Weise
    verlief, war eine sehr rege.
     

    Das Informations-Komitee entfaltet unter der Obmannschaft
     

    des Br. Dr. Schwarz-Hiller eine sehr lebhafte Tätigkeit.
     

  • S.

    63
     

    In der Sitzung vom 9. Oktober wird ex praesidio verkündet,
    daß anläßlich der Besetzung des Rabbinats in der Leopoldstadt
    seitens der Vereinigung keinerlei Agitation oder Einwirkung er-
    folgt sei.
     

    In den 18 Sitzungen des Jahres 1913 wurden folgende Vor-
    träge und Referate gehalten:
     

    Dr. Brichta: Über einen neuen Versuch zur Lösung der
    sozialen Frage".
     

    Dr. Jenner: „Die jemenitischen Juden".
     

    Prof. Königstein: „Der Semi-Gotha".
     

    Ernst Lemberger: "Die wirtschaftlichen Verhältnisse Gali-
     

    ziens in der Gegenwart".
     

    Wilh. Knöpfmacher:
     

    Religiöse Strömungen in der
     

    Dr.
     

    Judenheit der Gegenwart".
     

    Dr. Wilhelm Schneeberger: Freie Rechtsfindung".
     

    Prof. Braun: Die Leistungen der 1. jüdischen Fürsorge-
    stelle im
    im Jahre
     

    1912"
     

    Dr. Max Jerusalem: „Die Arbeitsteilung im ärztl. Beruf".
     

    Dr. Jakob Ehrlich: Der XI. Zionistenkongreẞ".
    Klemperer: „Über Ziegler's Volksschriften".
     

    Karl
     

    Prof. Wilh. Jerusalem: „Ein christl. Apologet des Judentum".
    Schw
     

    Dr. Schwarz-Hiller: „Die Reform des jüdischen Ehe-
    eine Kulturfrage". Mit daran anschließender
     

    rechtes
     

    nis
     

    anregender Diskussion.
     

    Frau Annita Müller: "Altes und Neues aus Aegypten". (Mit
    Lichtbildern.)
     

    Außerdem fanden 5 Trauersitzungen statt.
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1913 folgende Brüder:
     

    Dr. Jakob Deutsch,
     

    acb
     

    Ludwig Fränkel,
     

    Dr. Julius Grünwald,
     

    Karl Klein,
     

    Rudolf Kafka,
     

    Maximilian Grünberger,
     

    onis Otto Kellner,
     

    Adolf Rendi,
     

    Julius Pollak,
     

    Dr. Isak Robinsohn,
     

    Dr.
     

    David Stern,
     

    doaiw
     

    Wilhelm Schoen,
     

    Hugo Weltsch,
     

    Albert Tandler,
     

    Ernst Bock,
     

    2018 y
     

    Heinrich Aninger,
     

    Heinrich Bachrich,
     

    Max Eisler,
     

    Leop. Fuchs,
     

    Ludwig Fischer,
     

    ban
     

    Salomon Guttenberg,
     

    ibu Paul Glaser,
     

    Dr. Josef Löwner.
     

    aussib Dr. Hans Königstein,
     

    Paul Mandler,
     

    Ausgetreten ist: Dr. Moritz Sternberg.
     

    Durch Tod verlor die Vereinigung im Jahre 1913 folgende
     

    Brüder:
     

    Emanuel Taussig,
     

    Salomon Fischer,
     

    Leopold Spitzer,
     

    Eduard Glaser,
     

    Heinrich Messinger.
     

    Adolf Pick,
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug demnach Ende 1913:260.
     

  • S.

    64
    XXII. Beamtenrat (1914).
    (Präs.: Rudolf Kohn.)
    In der Generalversammlung am 8. Jänner 1914 wurden vom
    Expr. Dr. Edm. Kohn als Delegaten folgende Beamte installiert:
    Präs. Rudolf Kohn,
    Vize-Präs. Dr. Max Eisenstädter,
    Prot. Sekr. Dr. Albert Eisinger,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzmeister Emmerich Bondi,
    Marschall Dr. Sigm. Stiassny,
    Wächter Adolf Friedländer.
    Eintrittsgebühren, Jahresbeiträge und Sitzungstage bleiben
    unverändert.
    Zu Repräsentanten werden die Expr. Dr. Kohn, Dr. Ehr-
    mann, Dr. Kuh und Dr. Langstein, als Stellvertreter Dr.
    Knöpfmacher und Prof. Pollak gewählt; zum Pfleger-
    obmann Br. Notar Bermann.
    In der Sitzung vom 20. Jänner wird folgender, vom Vor-
    prüfungs-Komitee beantragter Beschluß gefaßt:
    ,,Bei jeder offiziellen Kandidatur muß der Kandidat ein
    von ihm selbst gefertigtes Curriculum vitae dem Anmelde-
    schein anschließen".
    Über Antrag des Expr. Dr. Knöpfmacher wird be-
    schlossen, eine vom Univ.-Dozenten Dr. Stanislaus Pineles
    unter Mitwirkung des Jugendbundes in Angriff genommene Be-
    arbeitung des Talmudischen Zivilrechtes im Rahmen eines, das
    gesamte bürgerliche Recht umfassenden Werkes tatkräftig zu
     

    unterstützen.
    Auf Antrag des Großpräs. Prof. Ehrmann wird eine
    Aktion zur Hilfeleistung für die Juden in Aetiopien, die unter der
    Bezeichnung Fallaschahs aus dem Werke des Dr. Feitlowitsch
    bekannt wurden, eingeleitet.
     

    Der Chewra Kadischa wird anläßlich ihres Stiftungsfestes
    eine Spende von 2000 K votiert.
    In der Sitzung vom 17. Dezember 1914, der ersten nach
    Kriegsbeginn, erstattet Br. Schwarz-Hiller Bericht über die
    von ihm inaugurierte und geleitete Fürsorgeaktion für die aus
    Galizien in Wien einlangenden Flüchtlinge.
     

    In derselben Sitzung wird Bericht erstattet über die zu
    Kriegsdiensten einberufenen Brüder und Mitglieder des Jüdischen
    Jugendbundes, von welch letzteren eines, namens Nußbaum be-
    reits gefallen ist.
     

    In der Sitzung vom 8. Oktober wird beschlossen, einen
    Betrag von 25.000 K aus dem Rosenfeld-Fonds für Kriegs-
    fürsorge zu widmen; diese Spende wird durch Beiträge von
    Brüdern auf 37.000 K erhöht.
     

  • S.

    65
    Die segensreiche Wirksamkeit der Schwestern Annita Müller,
    Lourié und Kadisch wird in derselben Sitzung dankend von
    Dr. Kuh gewürdigt. Die zur Förderung dieser Aktionen unter
    den Brüdern vorgenommene Sammlung ergab einen Betrag von
     

    mehr als 13.000 K.
    Auch die folgenden Sitzungen wurden durch Berichte über
    Fürsorgeaktionen für durch den Krieg betroffene Juden in An-
     

    spruch genommen.
    An der Einweihung des der w. „Eintracht von ihrem Br.
    Mend für Zwecke der Toynbeehalle und der Kinderhorte
    übergegebenen Stiftungshauses nahm unsere Vereinigung leb-
     

    haften Anteil.
    In den 16 ordentlichen Sitzungen des Jahres 1914 wurden
    folgende Vorträge und Referate gehalten:
    Fortsetzung der Diskussion über den Vortrag Dr. Schwarz-
    Hiller über Reform des jüdischen Eherechtes".
    Hans Berger: Die Stellung des Architekten".
     

    Dr. Julius Grünwald:
    technische Beruf und dessen
    Aussichten für die Judener Weg zur inneren Freiheit".
    Prof. Wilh. Jerusalem:
    ma Hofrat Ad. Pollitzer:
    Vater und Sohn".
    Dr. Edmund Kohn vortrag in gemeinsamer
    Sitzung ,Wien" und „Eintracht".
    Jadi Dr. Alb. Kuh: "Die Inschriften des alten Judenfriedhofes in
    sgroet Wien". (Nach dem Werke Wachstein's.)
    Dr. Jenner: „Die Staatsgrundgesetze und die Juden".
    Prof. Ehrmann: „Über die Fallaschahs".
    Dr. Schwarz-Hiller: „Kriegsfürsorge für die galizischen
    Juden".
    -921102
    Dr. Béla Taussig: „Kriegsfürsorge-Aktion mit besonderer
    Rücksicht auf den Arbeitsnachweis".
    Prof.
    Königstein: Kriegsfürsorge-Aktion und Verwun-
    detenfürsorge".
    mov
    Dr. Edmund Kohn:,,Kriegsfürsorgetätigkeit aller Vereini-
    bugungen des Distriktes".
    sib
    and Prof. Jerusalem:,,Die Soziologie des Distriktes". abs
    -Prof. Braun:,,Ärztliche Fürsorge im Kriege".
    Außerdem fanden 2 Trauersitzungen statt.
    Eingeführt wurden folgende Brüder: us modisamb tim
    -andall
    Dr. Emil Krassny,
    Hugo Kadisch,
    Sam. Schlesinger,
    Dr. Rob. Lichtenstern,
    Ludwig Spira,
    Ernst Schönfeld,
    dous nag Bernhard Weber,
    Dr. Julius Richter.
    wildas
    Dr. Hermann Schneeweiss,
    lus Vorgestellt: Br. Emil Baruch (d.,,Union"). Ausgetreten
    ist Arnold v. Goldberger. Gestorben sind die Br. Leopold
    Róna und Wilhelm Bachrach.
    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug Ende 1914: 267.
    5
     

  • S.

    66
     

    XXIII. Beamtenrat (1915).
    (Präs. Dr. Max Eisenstädter).
    In der Generalversammlung vom 5. Jänner 1915 wurden vom
    s. w. Großpräsidenten Prof. Ehrmann folgende Beamte
    installiert:
    Präs. Dr. Max Eisenstädter,
    Vize-Präs. Dr. Gustav Langstein,
    Prot. Sekr. Dr. Albert Eisinger,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzmeister Josef Neumann,
    Marschall Anton Stein,
    Wächter Dr. Julius Grünwald.
    Die Einführungsgebühren, Jahresbeiträge und Sitzungstage
    bleiben unverändert.
    Zu Repräsentanten werden die Expräsidenten Dr. Kohn,
    Dr. Ehrmann, Dr. Kuh und Dr. Langstein, zu Stellvertretern
    Dr. Knöpfmacher und Prof. Dr. Pollak gewählt. Pfleger-
    obmann bleibt Notar Dr. Bermann.
    Die ersten Sitzungen werden abgesehen von den daselbst
    gehaltenen Vorträgen mit Berichten über Flüchtlingsfürsorge
    und sonstigen Kriegsfürsorgen erfüllt.
     

    Ein in der Sitzung vom 13. Jännnr von Br. Rotter gestellter
    Antrag auf
    auf Gründung einer Vorschußkasse für die Flüchtlinge aus
    Galizien und der Bukowina wurde nach vorgängiger Komitee-
    beratung in der Sitzung vom 16. März als undurchführbar ab-
    gelehnt, jedoch den Brüdern eine möglichst starke Förderung der
    Bemühungen des Br. Rotter empfohlen.
     

    Auf Antrag des Abwehr-Komitees wird in der Sitzung vom
    4. Mai beschlossen, dem ins Leben getretenen,,Jüdischen Kriegs-
    archiv", welches sich die Sammlung aller das Judentum und die
    Judenheit betreffenden Vorkommnisse zur Aufgabe gemacht hat,
    mit einer Zuwendung von 150-200 K pro Monat bis zum Be-
    trage von vorläufig 1000 K zu unterstützen und in Fühlungnahme
    mit demselben zu bleiben.
     

    Der im Rahmen der Vereinigung gebildete Wohlfahrts-
    ausschuß und das Kriegsfürsorge-Komitee sowie der Beamtenrat
    werden für die Sommerferien in Permanenz erklärt.
    Im Laufe des ganzen Jahres haben an den Sitzungen auch
    zahlreiche, infolge des Krieges nach Wien verschlagene Brüder
    aus Galizien, Bukowina und Triest teilgenommen.
    In der Sitzung vom 13. Oktober hielt der Präsident eine auf
    den 20 jährigen Bestand der „Wien" und ihre Leistungen bezug-
    nehmende Ansprache und erwähnt mit Bedauern, daß die Zeit-
    umstände eine besondere Feier dieses Ereignisses nicht gestatten.
     

  • S.

    67
    wurden folgende Vorträge und Referate gehalten:
    In den 17 im Laufe des Jahres abgehaltenen Sitzungen
     

    Dr. Schwarz-Hiller: „Bericht über die Flüchtlingsfürsorge
    in Österreich".
    Dr. Pappenheim: „Die rote und noch eine Internationale".
    Prof. Freud:,,Wir und der Tod".
    Dr. Robinsohn: „Die Milderung des Kriegsunglückes durch
    das ärztliche Röntgenverfahren".
    Prof. Ehrmann:,,Betrachtungen über Kriegsseuchen".
    Ernst Lemberger: „Der Krieg und die finanzielle Lage".
    ...Adolf Schwarz: ,,Die wirtschaftlichen Ursachen und
    108 Dr. Schneeberger:,,Recht im Krieg und im Frieden".
    Prof. Ehrmann: „Über die Konvention und die Tätigkeit
    des Bundes in den letzten Jahren".
     

    Folgen des Weltkrieges".
    wist
     

    nadia
    Dr. Schwarz-Hiller:,,Wiederaufbau".
    Prof. Wilh. Jerusalem:,,Was heißt Nächstenliebe".
    Dr. Edmund Kohn:,,Bericht über meine Reise nach Galizien".
    Dr. Löwenstein (Leopolis): Korreferat zu dem vom s. w.
    Großpräsidenten gehaltenen Vortrag Organisationsfragen
    und Organisationsziele im österr. Judentum".
    Dr. Emil Krasny: „Das Ostjudentum und wir".
    Einführungen fanden in diesem Jahre nicht statt.
    Durch Tod verlor die Loge die Brüder: Bernhard Jeru-
    salem, Expr. Dr. Gustav Langstein, Isidor Bergel, Sig-
    mund Seiler.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug Ende 1915: 263, wo-
    bei zu bemerken wäre, daß allerdings 7 Mitglieder bereits durch
    Ballotage aufgenommen erscheinen.
     

    XXIV. Beamtenrat (1916).
    binow
    (Präs. Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem).
    In der Generalversammlung vom 4. Jänner 1916 wurden vom
    s. w. Großpräsidenten folgende Beamte installiert:
    Präs. Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem,
    based Vize-Präs. Expr. Dr. Max Eisenstädter,
    Prot. Sekr. Dr. Albert Eisinger,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzmeister Wilhelm Stöckler,
    Marschall Hugo Weltsch,
    alloWächter Ludwig Herz. 219
    5°
     

  • S.

    68
    Vorher wurden noch vom Präs. Dr. Max Eisenstädter
    folgende 7 Brüder feierlich eingeführt:no
    Dr. Alfred Lanzer,
    Josef Sommer,
    Friedrich Oberländer,
    Dr. Heinrich Löwenstein,
    Heinrich Feldmann,
    Dr. Max Hitschmann,
    Moriz Ballek.
    Zum Mentor wurde vom s. w. Großpräsidenten der Expr.
    Rudolf Kohn bestellt, da der abtretende Präsident für das Jahr
    1916 zum Vizepräsidenten gewählt war, um dem Br. Professor
    Jerusalem die Führung des Präsidialamtes zu erleichtern.
     

    Sitzungstage, Eintrittsgebühren und Jahresbeiträge bleiben
    unverändert.
    Zum Repräsentanten werden die Expr. Prof. Ehrmann,
    Dr. Edmund Kohn, Dr. Kuh und Gottlieb Lederer, zu Stell-
    vertretern Dr. Knöpfmacher und Prof. Pollak gewählt.
    Die Sitzung vom 18. Jänner 1916 wurde durch das Er-
    scheinen eines k. k. Regierungsvertreters überraschend ausge-
    zeichnet. Es war das erste und einzige Mal, daß die Behörde
    sich um unsere Versammlung, deren Anordnung ihr regelmäßig
    zur Anzeige gebracht wird, kümmerte. Dies war vielleicht ver-
    anlaßt durch das in der Anzeige enthaltene Vortragsthema des
    Br. Arthur Lemberger:
    Gesammelte Eindrücke während
     

    meines Aufenthaltes in Belgien".
    Der wohltätig wirkenden städtischen Rechtshilfe wird durch
    eine Sammlung unter mehreren Brüdern ein Betrag von ca. 8000 K
    zugeführt,
     

    Dem berühmten Philosophen Ernst Mach, der kürzlich
    starb, hält der Präsident in der Sitzung vom 7. März einen
    warmherzigen Nachruf.
     

    In den 18 Sitzungen des Jahres wurden folgende Vorträge
    und Diskussionen abgehalten: 8 VIXX
    Arthur Lemberger: "Gesammelte Eindrücke während
    meiner Reise in Belgien".
    Heinrich Mendel: Ernährungsfragen".
    Prof. Freud: La revolte des anges".
    Frau Anitta Müller: Was ich bei der Flüchtlingsfürsorge
    gelernt habe".
    Diskussion über die Anregungen der w. „Praga" betreffend
    die Versorgung der Kriegsinvaliden und Kriegswaisen.
    Ludwig Baracs: „Meine Erlebnisse im Kriege".
    Dir. Alex. Hecht: „Bericht über die letzte Tagung des
    General-Komitees".
    Prof. Wilhelm Jerusalem: „Das auserwählte Volk".
     

  • S.

    69
    Prof. Ehrmann: „Über die Tätigkeit des Vereines zur
    Rettung verlassener jüdischer Kinder aus Galizien und
    der Bukowina".
    Prof. Zappert: „Bericht über die Tätigkeit des Fürsorge-
    Komitees".
    Prof. Hermann Cohen: „Die Messias-Idee in ihrer Ent-
    hobwicklung".
    Diskussionen über unsere innere Aufgaben nach dem Kriege.
    Prof. Balaban („Leopolis“): „Mitteilungen über Wahrnehm-
    gungen in dem von uns okkupierten Teile Polens".
    Prof. Ehrmann: „Gedenkrede auf Kaiser Franz Josef".
    Prof. Isid. Pollak (,,Bohemia“): „Das Judentum im Lichte
    einer neuen wissenschaftlichen Disziplin"..
     

    Weitere Einführungen im Jahre 1916:
    -05
    Die Brüder Karl Plowitz,
    Adolf Sommer,
    Dr. Bernh. Wachstein.
    Durch Tod verlor die Loge folgende Brüder:
    Philipp Loewy, Adolf Klein, Ignaz Glaser, Hermann
    Liebermann, Max Eisler, Leo Schloss, Expr. Prof.
    Josef Pollak.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug Ende 1916: 266, wo-
    bei angemerkt sei, das weitere 7 Mitglieder bereits durch Ballo-
    tage aufgenommen erscheinen,
     

    nobisd
    XXV. Beamtenrat (1917).
    (Präs.: Prof. Dr. Markus Hajek).
    In der Generalversammlung vom 2. Jänner 1917 wurden
    vom Expr. Dr. Edmund Kohn als Delegaten des s. w. Ver-
    bandes folgende Beamte installiert:
     

    -de
    000
    Präs. Prof. Dr. Markus Hajek,
    Vize-Präs. Dr. Albert Eisinger,
    Prot. Sekr. Dr. Julius Grünwald,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzm. Hugo Weltsch,
    nellaut nev
     

    Marschall Otto Katz,
    mob 206
    Wächter Ignaz Wagner.
    Vorher wurden noch vom Präs. Prof. Jerusalem nach-
    folgende 5 Brüder feierlich eingeführt und 2 Brüder vorgestellt.
    Vorgestellt: Expr. Dr. G. Halpern (,,Henry Jones"-Loge),
    Max Glück (,Solidaritas").s
     

  • S.

    70
    Eingeführt: Dr. Max Berliner,
    Dr. Hermann Glaser,
    Gustav Oesterreicher,
    Dr. Desider Friedmann,
    Edmund Immergut.
    Die Sitzungstage und Jahresbeiträge bleiben unverändert.
    Zu Repräsentanten werden gewählt die Expr. Dr. Ehrmann,
    Dr. Kohn, Dr. Kuh, Gottlieb Lederer, zu Stellvertretern
    Dr. Knöpfmacher und Dr. Béla Taussig, zum Pfleger-
    Obmann Notar Dr. Bermann.
    In der Sitzung vom 16. Jänner 1917 wird auf Antrag des
    Br. Petschek beschlossen:
    Die w. Wien" beschließt die Fürsorge-Aktion (Kriegs-
    notfond) im Einvernehmen mit der w. „Eintracht" fortzu-
    führen und allen Brüdern auf schriftlichem Wege die Unter-
    stützung dieser Aktion nahezulegen.
    Die so eingeleitete Sammlung ergab schon bis zur nächsten
    Sitzung ca. 8000 K.
    Dem von Dr. Beham geleiteten Pasteur-Institute in Palä-
    stina werden 1000 K. zugewendet.
    In einer am 21. Juni 1917 abgehaltenen gemeinsamen Sitzung
    Wien" und Eintracht", welche von 135 Brüdern besucht
    wurde nach einem von Br. Dir. Glücksthal erstatteten
    eingehenden Referate und nach daran sich anschließenden Aus-
    führungen der Br. Architekt Fuchs, Dr. Schnabel, Gottlieb
    Lederer, über gegenteilige Äußerungen des Br. Laub und
    Expr. Tugendhat zunächst eine Vertagung des Abschlusses,
    sohin aber in einer fortgesetzten gemeinsamen Sitzung der beiden
    Logen beschlossen:
    der
    war,
     

    Das Haus Türkenstraße 15 um den Preis von ca.
    425.000 K anzukaufen und das hiezu erforderliche Geld
    durch Zeichnungen der Brüder aufzubringen, welchen für die
    gezeichneten Beträge unter Haftung der beiden Logen eine
    3%ige Verzinsung und Rückzahlung in 20 Jahren zuzu-
    sichern sei.
     

    Der Kauf wurde tatsächlich zum Preise von 422.500 K ab-
    geschlossen und zwar zu einem Drittel für die Eintracht und zu
    zwei Drittel für die Wien". Über die Modalitäten der eventuellen
    Rückzahlung in Ablebensfällen werden detaillierte Bestimmungen
    festgesetzt. Ein Haus-Komitee wird eingesetzt.
     

    Der von Prof. Braun geleiteten Tuberkulosen-Fürsorge-
    stelle wird auch für dieses Jahr ein Beitrag von 4000 K aus dem
    Rosenfeld-Fond voliert.
    Eine vom Vorprüfungs-Komitee beschlossene Geschäftsord-
    nung wird in der Sitzung vom 20. November bis zum Para-
    graph 9 beraten und nach einigen Abänderungen angenommen.
    Dem Vereine für Jüdisch-Pädagogische Kurse" werden auf
    Antrag Prof. Jerusalem 1500 K votiert.
     

  • S.

    71
    Aus einem vom Expr. Petschek in der Sitzung vom
    Komitees erstatteten Berichte geht hervor, daß in den beiden
    18. Dezember über die Tätigkeit des gemeinsamen Fürsorge-
    Jahren 1916 und 1917 zusammen 54.000 K aufgebracht und
    segensreich verwendet worden sind.
     

    Im Laufe des Jahres 1917 wurden in 17 Sitzungen folgende
    Vorträge und Referate gehalten:
    Prof. Balaban (,,Leopolis"): Von Ghetto zu Ghetto".
    Dr. Albert Eisinger: Über Eugenik".
    Prof. Sigm. Freud: Phantasie und Kunst".
    Dr. Löwenstein: "Sozialhygienische Probleme nach dem
    Kriege".
    Alois Schwarz (Silesia): „Verhältnisse der jüdischen Be-
    völkerung in Osterreichisch Polen".
    Prof. Ehrmann: „Vererbungsfragen"
    Leopold Jerusalem (,,Bohemia"): „Über Agrarwirtschaft".
    Ernst Lemberger:,,Uber Volksvermögen".
    Prof. Wilh. Jerusalem: „Moralische Richtlinien nach dem
    Kriege
     

    Dr. Julius Grünwald: Gedankensplitter über die wirt-
    schaftliche Organisation in den wichtigsten kriegführen-
    tadong den Staaten".
    Dr. Wilh. Pappenheim:,,Berufswahl und Berufsberatung“.
    Eingeführt wurden folgende Brüder:
    Alfred Winter,
    Isidor Rosenberg,
    vedo Emanuel Braun,
    Ignaz Adler (Graz),
    Gustav Jacob,
    Simon Laufer,
    Jacques Modern,
    Viktor Taussig,
    new Vorgestellt wurde: Br.
    Durch Tod verlor die
    Otto Simon.
    mule
    Taussig (,,Allianz").
    Wien" folgende Brüder:
    Jacques Feitler,
    Samuel Rosenthal,
    musa
    Dr. Theodor Lieben.
    Philipp Kohn,
    19291b
    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug daher Ende 1917: 279.
    bows
    XXVI. Beamtenrat (1918).
    (Präs. Prof. Dr. Ludwig Braun).
    In der Generalversammlung vom 8. Jänner 1918 wurden vom
    s. w. Großpräs. Prof. Ehrmann folgende Beamte installiert:
    Präs. Prof. Dr. Ludwig Braun,
    Vizepräs. Expr. Richard Petschek,
    Prot. Sekr. Hugo Weltsch,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzmeister Anton Stein,
    O Marschall Dr. Emil Krasny,
    Wächter Markus Fischer.
     

  • S.

    72
    Die Jahresbeiträge und Sitzungstage bleiben unverändert.
    Zu Repräsentanten werden die Expr. Prof. Ehrmann, Dr.
    Kohn, Dr. Kuh nnd Gottlieb Lederer, zu Stellvertretern Dr.
    Knöpfmacher und Dr. Béla Taussig gewählt.
    In der Sitzung vom 22. Jänner findet eine Trauerkundgebung
    um den um den deutschen und auch österreichischen Distrikt
    hochverdienten Ex-Großpräsidenten des VIII. Distriktes Dr.
    Maretzki statt.
    Die vier ersten Sitzungen wurden durch eine lebhafte und
    anregungsreiche Diskussion über das von Br. Dr. Pappen-
    heim in der Sitzung vom 4. Dezember 1917 erstattete Referat
    über: Berufswahl und Berufsberatung" erfüllt, welche schließ
    lich ohne eine konkrete Beschlußfassung mit Überweisung an
    den s. w. Verband endigte, trotzdem sie sehr wertvolle Gesichts-
    punkte und Meinungsäußerungen der Br. Prof. Jerusalem,
    Hofrat Löwner, Max Fleischner, Dr. Fürth, Dr. Béla
    Taussig, Prof. Hajek und Richard Petschek zu Tage
    brachte.
     

    In der Sitzung vom 9. April fand eine Trauerkundgebung
    für den hingeschiedenen Br. Geheimrat Prof. Hermann Cohen
    statt und in der darauf folgenden Sitzung vom 13. April wurde
    ein die Bedeutung des Dahingeschiedenen für die Wissenschaft,
    für das Judentum und für unseren Orden würdigender Nachruf
    von Prof. Jerusalem gehalten.
    In der Sitzung vom 1. Oktober erfolgte eine Trauerkund-
    gebung für den in den Ferialmonaten dahingeschiedenen Ober-
    rabbiner Dr. Moriz Güdemann.
    Am 16., 19., 23. und 26. November fanden gemeinsame
    Sitzungen der beiden Logen Wien" und Eintracht" statt, in
    welchen eine vom Großpräsidenten durch das Thema „Judentum
    und gegenwärtige Lage" eingeleitete Diskussion abgehalten
    wurde; bei diesem Anlasse wurde auch die Gründung einer
    dritten Vereinigung in Wien angeregt. Die Stellungnahme zum
    jüdischen Nationalismus bildete einen wesentlichen Inhalt dieser
    Diskussion.
     

    Die Tätigkeit des Kriegsfürsorge-Komitees wurde unter der
    bewährten Führung des Expr. Richard Petschek in zweck-
    entsprechender Weise fortgesetzt und die nicht unbeträchtlichen
    hiezu erforderlichen Mittel von der Vereinigung beigestellt.
    Im Laufe des Jahres 1918 wurden folgende Diskussionen
    und Vorträge gehalten:
    Diskussion über das Thema,,Berufswahl und Berufsberatung"
    (in 4 Sitzungen).
    Philipp Broch;,,Bulgarien und wir".2
    Dr. Alb. Kuh: „Die Inschriften des alten Judenfriedhofes"
    (II. Teil).
    Prof. Wilh. Jerusalem; Nachruf auf Hermann Cohen.
    Artur Lemberger:,,Meine Reise nach Serbien".
     

  • S.

    73
    Dr. Robinsohn;,,Die Tuberkulose und wir".
    Prof. Ehrmann;,,Über die gegenwärtige Lage des Juden-
    tums", mit daran sich anschließender Diskussion.
    Prof. Wilh. Jerusalem:,,Ethische Aufgaben".
     

    Dr. Georg Halpern: „,Bemerkungen zum Problem des
    bat Zionismus und Nationalismus".
    deal silses
    Jan Eingeführt wurden in diesem Jahre folgende Brüder:
    -19 Dr. Hugo Arnstein, Emil Bruder (Linz),
    Jisait
    -elus Emil Dub,
    Richard Kafka (Linz),
    Julius Lindenberg, Leo Neuschüler,
    Julius Urbach,
    San Stefan Quittner,
    Bernhard Steinhart.
     

    els Durch Tod verlor die Vereinigung die Brüder:
    Paul Mantler,
    ni
    Ignaz Frankl,
    Alfred Basch,"
    -8010
    Theoder Fleischner.
    int
    baside Expr. Dr. Béla Taussig,
    299 Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug sohin Ende 1918: 283.
    W nabiad XXVII. Beamtenrat (1919).
    ado a aq
    luchy (Präs.; Dr. Albert Eisinger).
    In der am 6. Jänner 1919 abgehaltenen Generalversammlung
    wurden vom Expr. Dir. Alexander Hecht als Delegierten des
    General-Komitees folgende Beamte installiert.
    Präs. Dr. Albert Eisinger,
    Vize-Präs. Max Fleischner,
    ganabage Prot.-Sekr. Dr. Emil Krasny,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    abantes Schatzm. Anton Stein,
    sm Marschall Dr. Josef Alt,
    Wächter Julius Gerstmann.
    Die Sitzungstage und Jahresbeiträge bleiben unverändert.
    Zu Repräsentanten werden die Expr. Prof. Ehrmann,
    Dr. Kohn, Dr. Kuh und Gottlieb Lederer, zu Stellvertretern
    Dr. Knöpfmacher und Prof. Dr. Königstein gewählt.
     

    In der Sitzung vom 17. April wird auf Antrag des Komitees
    für geistige Interessen beschlossen, daß in jeder Sitzung obli-
    gatorisch eine Berichterstattung von wissenswerten, die Juden-
    schaft betreffenden Tages- und sonstigen Ereignissen stattzu-
     

    finden habe. nagmusti
    In der Sitzung vom 20. Mai wurden als Werbebrüder für
    Fürth, Josef Neumann, Otto Katz und Karl Klemperer.
    die III. Vereinigung bestellt die Brüder: Dr. Edm. Kohn, Dr.
     

  • S.

    74
    In der Sitzung vom 8. Juli wird über Antrag des Beamten-
    Monarchie eingetretenen Änderungen folgende Beschlüsse zur
    rates im Hinblicke auf die durch den Zerfall der österreichischen
    Unterbreitung bei dem bevorstehenden Karlsbader Verbandstage
    gefaßt:
    Die Wiener Vereinigungen halten die Autonomie der deutsch-
    österreichischen Vereinigungen und ihre formelle Unab-
    hängigkeit von den Vereinigungen in den neuen National-
    staaten für ein Gebot der Klugheit und Notwendigkeit.
    2. Zu diesem Zwecke schlagen sie vor, den Sitz des Ver-
    1.
     

    X in Wien zu belassen, als Verband für Deutsch-
    Österreich.
    bandes
    Für die Vereinigungen in den Nationalstaaten mögen neue
    Verbände errichtet werden.
    3. Sollte dies gegen alles Erwarten nicht möglich sein, so
    erklären sich die Vereinigungen von Deutsch-Osterreich, als
    außerhalb jeder Großloge nur dem Exekutiv-Komitee in
    Amerika direkt unterstehend, treten aber mit der Groß-
    loge in Prag in ein ähnliches Freundschaftsverhältnis,
    wie die Schweizer Logen zur Großloge in Deutschland,
    durch Bildung eines gemeinsamen Collaborations-Komitees
    oder einer ähnlichen Einrichtung.
     

    In der darauffolgenden gemeinsamen Sitzung der beiden Wiener
    Vereinigungen vom 23. September wurde vom Expr. Dr. Kohn
    ein Bericht über die Karlsbader Tagung und deren Verlauf ge-
    halten, nach welchem tatsächlich die 3. Eventualität des vorbe-
    zeichneten Beschlusses eingetreten war, daher der Antrag an
    beide Vereinigungen gerichtet wurde, die bisherigen Funktionäre
    des General-Komitees als Vertreter der österreichischen Vereini-
    gen nach außenhin zu bestellen, mit dem Rechte der Kooptierung
    anderer Mitglieder.
    Dieser Antrag wird angenommen und somit die Absonderung
    vollzogen.
     

    An den Festlichkeiten anläßlich des 25 jährigen Bestandes
    der Loge,Karlsbad" wird durch Delegation teilgenommen.
    Im I Laufe des Sommers war der Groß-Sekretär des Bundes
    Br. Seelenfreund im Auftrage des hochw. Bundes-Präsidenten
    in Wien erschienen und überbrachte Grüße und Spenden aus
    Amerika.
    In der Sitzung vom 18. November wird über die rege Teil-
    nahm der Wien an der Sonntags vorher stattgehabten In-
    stallierung der Vereinigung Wahrheit" berichtet.
    In der Sitzung vom 2. Dezember stellt Expr. Dr. Knöpf-
    macher einen Antrag auf Gründung eines Humanitäts-Fondes.
    Im Laufe des Jahres wurden in 20 Sitzungen folgende Vor-
    träge und Referate abgehalten:
    Simon Frankl; Ziele und Zwecke des Bundes".
    Dr. Ehrlich:,,Die Ostjuden" (Kriegserinnerungen).
     

  • S.

    76
    Präs. Expr. Dr. Edmund Kohn,
    Vize-Präs. Expr. Dr. Albert Kuh,u
    Prot. Sekr. Dr. Sigmund Stiassny,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzm. Max Fleischner, al
    Marschall Dr. Julius Bermann,
    Wächter Dr. Richard Back.
    Vorher erfolgte noch durch Präs. Dr. Albert Eisinger
    die feierliche Einführung folgender Brüder:
    Dr. Jakob Thaler, Otto Richard Hermann, Dr. Béla
    Rosenthal, Adolf Wiener und Heinrich Bottwin.
    Die Sitzungstage und Jahresgebühren bleiben unverändert.
    Die Wahl von Repräsentanten unterbleibt, da ein Verband
    noch nicht konstituiert ist.
    Schon in der ersten Sitzung wird die Herausgabe einer
    Festschrift anläßlich des 25 jährigen Jubiläums der Vereinigung be-
    schlossen und deren Redaktion dem Expr. Prof. Dr. Jerusalem
     

    übertragen.
    In der Sitzung vom 20. Jänner wird der vom Expr. Dr.
    Knöpfmacher in einer Sitzung des Vorjahres gestellter Antrag
    auf Gründung eines Humanitäts-Fondes prinzipiell angenommen,
    die Detailbestimmungen vorbehalten.
     

    Am 2. Feber fand eine gemeinsame offene Sitzung aller drei
    Wiener Vereinigungen statt, in welcher Expr. Dir. Hecht einen
    Vortrag,,Sprache ohne Worte" hält.
    In der Sitzung vom 3. Feber teilte der Vorsitzende Vize-Präs.
    Dr. Kuh mit, daß aus Anlaß des 70. Geburtstages des Bundes-
    Präsidenten Adolf Kraus am 26. Feber die Gründung der
    4. Wiener Vereinigung erfolge.
     

    In der Sitzung vom 3. Feber wurden folgende Detail-
    bestimmungen über den Humanitäts-Fond angenommen:
    1. Der Humanitäts-Fond hat die Bestimmung, daß aus ihm
    alle im Laufe des Jahres von der Vereins-Versammlung
    beschlossenen Subventionen und sonstigen Zuwendungen
    bestritten werden.
    2. Derselbe wird gebildet:
    a) aus den Spenden der Mitglieder, welche ohne aus-
    drückliche anderweitige Zweckbestimmung der Ver-
    einigung oder deren Präsidenten zur Verfügung ge-
    stellt werden;
     

    b) aus freiwilligen Jahresbeiträgen der Vereinsmitglieder,
    welche vom Fin.-Sekr. anläßlich des Inkassos der
    1. Quartalsrate der Jahresbeiträge eingehoben werden.
    Generalversammlung wurde die Erhöhung der Eintrittsgebühr au
    am 17. Feber stattgehabten außerordentlichen
    250 K und die Verdoppelung der Jahres- und sonstigen Beiträge
     

    In einer
    beschlossen.
    hollisteni
     

  • S.

    77
    In derselben Sitzung wird von Br. Prof. Jerusalem eine
    Aktion der B'nai B'rith gegen die antisemitische Bewegung an-
    Sitzungen bis zum 18. Mai 1920 fortgesetzt wird und in deren Ver-
    geregt. Hieran knüpft sich eine Diskussion, welche in mehreren
    lauf mehrere längere Reden und insbesondere eine großangelegte
    gehalten wurden; es wurde eine Reaktivierung des Informations-
    Rede des Br. Dr. Josef Jerusalem über den Antisemitismus
    und Abwehr-Komitees beschlossen.
     

    In der Sitzung vom 4. Mai wurde die Feier des 70. Geburts-
    tages des Expr. Prof. Dr. Königstein mitgeteilt.
    In der Sitzung vom 18. Mai erstattet Expr. Dr. Knöpf-
    macher Bericht über die Betätigung des Abwehr-Komitees und
    die dafür aufgewendeten Geldbeträge.
    In der Sitzung vom 15. September referiert Expr. der Ein-
    tracht" Dr. Ascher über die am 5. August 1920 in Karlsbad
    stattgehabte Welthilfekonferenz.
    In der Sitzung vom 6. Oktober wird vom Präs. Dr. Edmund
    Kohn, die Kreierung eines Jungbrüder-Komitees in Aussicht gestellt.
    In der Sitzung vom 19. Oktober wird vom Vorsitzenden des
    General-Komitees Prof. Ehrmann zur Feier des Ordensgrün-
    dungstages (13. Oktober) ein ausführlicher Bericht über die
    Konventions-Großlogen-Tagung in Cleveland erstattet und bei
    diesem Anlasse die Intervention des Ordens in Washington durch.
    Br. Wolf für die Friedensverhandlungen gewürdigt.
     

    In der Sitzung vom 2. November findet eine feierliche
    Trauerkundgebung für den dahingeschiedenen Groß-Präsidenten
    des X. Distriktes Dr. M. Hammerschlag statt.
    Am 14. November findet die Festsitzung anläßlich
    des 25jährigen Bestandes der „Wien" im mittleren Konzerthaus-
    saale statt. 1918
    An dieser Sitzung nahmen außer den Brüdern der Wien",
    auch die der „Eintracht", "Wahrheit" und Massadah" nebst den
    Damen teil. Es waren außerdem Delegierte der Großloge des
    X. Distriktes, der Schweizer, Konstantinopler, Bohemia" und
    Praga" sowie Vertreter der Isr. Kultusgemeinde, des Rabbinats,
    der Allianz" und der Baron Hirsch-Stiftung erschienen.
    Festrede hielt Prof. Dr. Wilh. Jerusalem. Daran reihten sich
    die Gratulationsreden des General-Komitees durch Prof. Ehrmann,
    des X. Distriktes durch den Delegaten Dr. Sonnenschein,
    der Isr. Kultusgemeinde durch Baurat Kempler, der drei Wiener
    Vereinigungen durch Präs. Dr. Ernst Weiss der „Eintracht".
    des Jüdischen Jugendbundes durch Ing. Sonnenschein, der
    Augustin Keller-Loge durch Dr. Pollak.
    Die
     

    Mit dem Vortrage der „Allmacht" von Schubert_durch Frl.
    Leonie Peigl, begleitet von Br. Jeral wird die Festsitzung
    geschlossen.
    In der Sitzung vom 7. Dezember wird die Einführung der
    gemeinsamen,,Mitteilungen" der Wiener Vereinigungen an Stelle
    der separaten Sitzungs-Einladungen bekanntgegeben.
     

  • S.

    79
    Anlaßlich der Gründung der Vereinigung,,Wahrheit" sind
    folgende Brüder der,,Wien" in diese neubegründete Loge über-
    Dr. Hugo Arnstein, Dr. Max Berliner,
    getreten u. zw.: (core
    Dr. Hugo Flesch,
    Dr. Theodor Jenner.
    Klemperer,
    Karl
    und anläßlich der Gründung der ,,Massadah" sind zwei Brüder
    der Wien" in diese Loge übergetreten:
    Ignaz Wagner und Hugo Weltsch.
    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug daher Ende 1920: 310.
    Bei der festlichen 25 jährigen Jubiläumsfeier gelangte auch
    eine von Prof. Dr. Wilh. Jerusalem redigierte Festschrift zur
    Ausgabe. Dieselbe wurde eingeleitet durch eine geistvolle Ab-
    handlung über den Logen-Gedanken „Du sollst zum Segen
    in welcher der als Philosoph rühmlichst bekannte
    Verfasser den tiefen haltsvollen Sinn dieses Logengedankens
    und seine mannigfachen Deutungs- und Anwendungsmöglichkeiten
    in eindrucksvoller Darlegung beleuchtete und diesen Grund-
    gedanken unseres Ordens als die treffendste und kürzeste und
    zugleich als die wirksamste und für das Leben brauchbarste
    Formulierung der allgemeinen menschlichen Ethik bezeichnete;
    eine Formulierung, welche dem vom Philosophen Kant vorge-
    schriebenen Kategorischen Imperativ und den ethischen Lebens-
    regeln anderer Philosophen kühn an die Seite gestellt werden könne.
    Die Festschrift enthält sohin weiters eine zusammenfassende
    geschichtliche Darlegung der Gründung, Entwicklung und Betäti-
    gung der Vereinigung Wien" während ihres 25 jährigen Bestandes
    und eine Würdigung des hohen Ansehens und der vollwichtigen
    Bedeutung, welche sie im Rahmen der Wiener, ja der österrei-
    chischen Judenheit sich erworben hat.
     

    werden",
     

    Diese überaus klare und inhaltsreiche Darlegung zerfällt in
    mehrere Abteilungen, welche folgende, ihren Inhalt andeutende
    Überschriften tragen:
    I. Die Gründung der Vereinigung „Wien".
    II. Entwicklungsperioden der Vereinigung,Wien", welche
    der Verfasser in folgende drei Perioden teilte.
    a) Die erste Periode (1895-1903)
    welche von der Installierung bis zur Gründung der Ver-
    einigung
    Eintracht" reichte und welche der Verfasser
    sehr richtig als die Phase der inneren Konsolidierung
    und zugleich des kraftvoll-schöpferischen Wachstums
    charakterisiert.
    b) Die zweite Periode (1903-1911),
    welche von der Gründung der Vereinigung „Eintracht bis
    zur Übertragung des Sitzes der österr, Großloge nach Wien
    und Wahl des Prof. Dr. Ehrmann zum Groß-
    wpräsidenten derselben reichte, kennzeichnet sich durch
    das Wirksam werden des von den nunmehr bestehenden
     

  • S.

    80
    2 Wiener Vereinigungen vertretenen Logengedankens
    nach außen.
    c) Die dritte Periode (1911-1920),
    nisse die Logen der Tschechoslovakei sich zu einem von
    dauert bis zu der Zeit, wo infolge geschichtlicher Ereig-
    Ein weiteres Kapitel enthält einen Überblick über die
    Österreich abgesonderten Verbande zusammenschließen.
    Bestandes und daran schließen sich Detailberichte der Br.
    Schöpfungen und Leistungen der Wien" während ihres 25 jährigen
    Eduard Wiener, Dr. Wilh. Löwy, Dr. Ed. Kohn und
     

    Richard Petschek an.
    Das Schluß-Kapitel mit der Überschrift Rückblick und
    Ausblick" enthält zunächst die ohne Überhebung berechtigte
    daß die Vereinigung Wien" während ihres
    25 jährigen Bestandes ihren Mitgliedern, dem Bunde, dem Judentum
    Feststellung,
    und der Menschheit zum Segen geworden sei.
    Daran knüpft aber der Verfasser eine sehr eingehende
    Auseinandersetzung über die großen und schwierigen Aufgaben,
    die unsere Vereinigung nach innen und außen noch zu erfüllen hätte,
    er skizziert in überaus eindrucksvollen Schlagworten die wichtige
    Bedeutung dieser Aufgaben und schließt mit einem sehr beher-
    zigenswerten Appell an alle Brüder, ihre Kräfte diesen Aufgaben
     

    zuzuwenden.
    Es soll an dieser Stelle nicht verabsäumt werden, allen
    Brüdern die aufmerksame Lektüre dieser Festschrift und ins-
    besondere deren erstes und letztes Kapitel, welche das Gepräge
    des hohen Geistes des Verfassers ganz besonders aufzeigen,
    aufs angelegentlichste zu empfehlen.
     

    W sb nathiles
    XXIX. Beamtenrat (1921).
    (Präs.: Max Fleischner).
    In der Generalversammlung vom 4. Jänner 1921 wurden.
    folgende Beamte vom s. w. Großpräs. Dr. Ehrmann installiert:
    sqagnub
    Präs.: Max Fleischner,
    Vize-Präs.: Leopold Lourié,
    Prot. Sekr.: Dr. Arnold Karplus, ov
    Schatzm.: Otto Nußbaum,
    199
    Fin. Sekr.: Franz Türkel,
    Marschall: Dr. Moritz Karolyi,
    Wächter: Ludwig Abeles.
    ialgus
    Vorher wurden noch vom abtretenden Präs. Dr. Edmund
    Kohn folgende Brüder eingeführt:
    Rudolf Hecht, Moriz Alkalay, Dr. Herm. Oppenheim,
    Die Einführungsgebühren, Jahresbeiträge und Sitzungstage werden
    unverändert beibehalten, jedoch wird eine freiwillige Erhöhung
    von den besser situierten Brüdern erwartet. W
     

  • S.

    81
    Paula Kolisch-Fond durch Zuwendung von 25.000 K, welche
    In der Sitzung vom 18. Jänner wird der bereits bestehende
    von Ernst Lemberger und anderen Freunden gesammelt wurden,
    in einen Paula und Robert Kolisch-Fond" erweitert.
     

    In der Sitzung vom 1. März beantragt Expr. Dr. Edm.
    Kohn die Einsetzung eines Palästina-Komitees, welches die Auf-
    haben soll, die Brüder über den jeweiligen Stand der
    Palästina-Frage zu informieren.
    gebe
    In der Sitzung vom 15. März wird nach eingehendem Berichte
    des Expr. Dr. Fürth die Auflösung des von der Vereinigung
    Wien" gegründeten Vereines für Arbeitsnachweis" beschlossen;
    derselbe wird der Gewerbe-Sektion des jüdischen Nationalrates
    übertragen, worüber sowie über die finanzielle Regelung von
    Petschek in der Sitzung vom 17. Mai referiert wird.
    In der Sitzung vom 5. April wird die im Interesse der
    Brüder und ihrer Angehörigen erfolgreich wirkende Fürsorge des
    bestehenden Wirtschafts-Komitees hervorgehoben.
     

    Expr.
    einer außorordentlichen Generalversammlung
    vom
    5. Oktober wurden zur Deckung des sich ergebenden Defizits
    von ca. 200.000 K folgende Beschlüsse gefaßt:
    1. Die Brüder leisten pro 1921 einen Zuschuß von je 1000 K.
    (Für Fixangestellte, Pensionisten und Privatiers werden
    diskrete Ausnahmen vorgesehen.)
    -b 2. Neueintretende Mitglieder haben ohne Unterschied des
    Alters eine Einführungsgebühr von 5000 K zu entrichten.
    (Auch hier sind Ausnahmen für besonders wertvolle
    Kandidaten vorgesehen, deren materielle Lage dies nötig
    macht.)
    grubla
    bensl
    - In der Sitzung vom 5. Oktober wird zur zahlreichen Teil-
    nahme an der Feier des 25 jährigen Jubiläums der „,,Moravia"
    aufgefordert.
    In der Sitzung vom 2. November wurde von Prof. Wilh.
    Jerusalem die Zuwendung einer Ehrengabe für Popper-
    Lynkeus mit Erfolg angeregt, welche zunächst mit 50.000 K
    bestimmt wurde.
    Für den langjährigen Sekretär des aufgelösten Vereines für
    Arbeitsnachweis, Josef Weiss, wurde eine Pension von 8000 K
    pro Monat und im Falle seines Ablebens 5000 K monatlich für
    seine Frau beschlossen.
    Dem Baurat Wilh. Stiassny-Fond werden zum Zwecke
    einer Reorganisation 30.000 K zugewiesen.
    In derselben Sitzung vom 16. November wird der in Gründung
    begriffenen Linzer Vereinigung ein Gründungs-Beitrag von
    100.000 K, im Bedarfsfalle erhöhbar auf 120.000 K votiert.
    Expr.
     

    Dr. Knöpfmacher gestellten und von Notar Dr. Julius
    Bermann unterstützten Antrag folgender Beschluß gefaßt:
    6
     

  • S.

    82
    „Der Präsident ernennt aus der Mitte der Versammlung
    w sechs Beiräte, die mit beratender Stimme in den Beamten-
    rat entsendet werden".
    In der Sitzung vom 20. Dezember wird der offizielle Titel
    der Großloge in Prag mit,,Großloge für den tschechoslowakischen
    Staat X. J. O. B. B." bekanntgegeben.
    Im Laufe des Jahres wurden folgende Vorträge und Referate
    gehalten:
    Ing. Max Schanzer:,,Neinsager".
    Prof. Wilh. Jerusalem: „Das Judentum im Lichte der
    Völkerkunde".
    Wilh. Kempler: Betätigung der Juden auf dem Gebiete
    der bild: Das Logenleben in Amerika".
    Kunst".
    Dr. Fürth: Referat über die Lage des Vereines für Arbeits-
    nachweis und Antrag auf Auflösung".
    Dr. Grunwa
     

    Jerusalem: „Nachträge und Wünsche zur Festschrift".
    Prof.
    Dr. Lowenstein:,,Die Auslandaktion und deren soziale
    Bedeutung".
    Dr. Robinsohn:,,Naturwissenschaftliche Gedanken zur
    Frage des jüdischen Rassengeistes".
    Responsenliteratur der Juden".
    Dr.
    ,,Keren Hajessod".
    Dr.
    Königstein: Die wissenschaftlichen Grund-
    Hans
    lagen der Verjüngungsversuche".
    18./X. Festrede zum Ordenstag,, Entstehung und Entwicklung
    des Ordens" von Prof. Ehrmann.
    Prof. Jerusalem: Josef Popper-Lynkeus, Der Mensch
    und sein Werk".
    Dr. Desider Friedmann:,,Bericht über den XII. Zionisten-
    kongreß"du
     

    Eingeführt wurden außer den in der ersten Sitzung bereits
    eingeführten Brüdern noch folgende:
    Joab Friedmann,
    plsw Gustav Schnitzer,
    Dr. Max Bloch,
    Arthur Herschmann,
    Heinrich Neurath,
    Dr. Ludwig Werner,
    Benno Kahane,
    Dr. Sigmund Strach,
    am 19. IV.: l bnu
    Eugen Lenhoff,
    Louis Salter,basd
    Arthur Glass,
    Carl Stumm, iss
    Ign. Geiringer,
    Dr. Oskar Silberknopf,
    Dr. Paul Klemperer,
    Otto Schickler,
    Dr. Eugen Kalmus,
    Oskar Rosner,
    Oswald Lowy,
    Otto Lowy,
    Rudolf Löwy,
    Jacob Pollak,
    Rudolf Pollak.
    Vorgestellt: Josef Nass (,,Silesia"), Dr. Korner (,,Moravia"),
     

  • S.

    83
    ardasiyam 16. XI.:
    Heinr. Weissmann,
    Hermann Rubin,
    Dr. Adolf Jos. Strisower,
    Dr. Berthold Spiegler,
    Anton Schönfeld,
    Gustav Löbl.
    Dr. Sigmund Fuchs,
    Ausgetreten ist: Max Epler und Hermann Glaser (letzterer
    übergetreten zur „Freundschaft").
    Gestorben sind die Brüder:
    Franzesco Breitmann,
    Ignaz Frank,
    Adolf Schwarz,
    Josef Krausz,
    Alex. Simon, h
    Ludwig Spira,
    Rudolf Winternitz.
    Dr. Ign. Stiedry, W
    Eduard Wohl,
    Es betrug somit die Gesamtzahl der Mitglieder Ende 1921: 334.
    basdia 25b guns
    19x3 lb dwXXX. Beamtenrat (1922).
    o
    dbars (Präs.: Prof. Dr. Leopold Königstein).
    In der Generalversammlung vom 3. Jänner 1922 wurden
    vom s. w. Großpräsidenten Prof. Ehrmann folgende Beamte
    installiert:
    Präs. Prof. Dr. Leopold Königstein,
    Vize-Präs. Dr. Arnold Karplus,
    Prot. Sekr. Dr. Josef Alt,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel,
    Schatzm. Karl Mautner,
    Marschall Dr Felix Kohn,
    Wächter Karl Plowitz..
    Vorher wurden noch vom abtretenden Präs. Max Fleischner.
    folgende Brüder eingeführt:
    Will. Karpeles, balw s
    Bruno Buchwald,
    Dr. Josef Glaser,
    Robert Horecki,
    Otto Krasny,ib, us
    Julius Robitschek,
    Rudolf Möstel,
    Julius Weiss.
    Die Sitzungstage, Eintrittsgebühren und Jahresbeiträge bleiben
    unverändert. Pflegerobmann bleibt Notar Dr. Julius Bermann;
    zu Beiräten des Beamtenrates werden folgende Brüder ernannt:
     

    Dr. Löwner, Dr. Lieben, Dubsky, Grünwald und
    Dr. Bermann.
    Zur Ehrung des verstorbenen jüdisch-ungarischen Dichters
    Josef Kiss wird ein Gedicht desselben vorgetragen.
    In den Sitzungen vom 7. und 21. Februar, sowie 7. und
    21. März, welche drei letzteren als gemeinsame der Wiener vier
    Logen einberufen waren, wurden im Anschlusse an einem Vor-
    trag des Br. Kempler die Lage der Wiener Kultusgemeinde
    und die Mittel und Wege zu deren Sanierung in lebhafter Dis-
     

    kussion behandelt.do
    6°
     

  • S.

    aufgefordert, welche für den 25. März in Aussicht genommen ist.
    der Brüder an der Gründung der Vereinigung „Ehrmann" in Linz
    In der Sitzung vom 7. März wird zur zahlreichen Beteiligung
    Robinsohn eingeleitete Thema: "Wie erhalten wir unsere
    durch eine anregungsreiche Diskussion über das von Br. Dr.
    Die Sitzungen vom 4. und 24. April, 2. und 16. Mai werden
    Kinder dem Judentum" vollauf in Anspruch genommen.
    In der Sitzung vom 19. September wird auf Antrag des
    gemeinsamen Komitees folgender Beschluß gefaßt:
    1. Für das laufende Jahr einen weiteren Regiebeitrag von
    2. Auf Antrag des Beamtenrates der Beschluß auf Zusammen-
    legung der kleineren Fonde unter Wahrung der Namen
    84
     

    20.000 K einzuheben.
    der Gründer.
    In derselben Sitzung werden infolge der für den 25. Novem-
    Deutschösterreich wieder zu Repräsentanten gewählt die Expr.
    ber in Aussicht stehenden Konstituierung des Verbandes für
    Dr. Edmund Kohn, Dr. Kuh, Gottlieb Lederer, Prof. Ehr-
    mann und Dr. Wilh. Knöpfmacher, sowie Richard Petschek
     

    und Dr. Fürth als deren Stellvertreter.
    Die segensvolle Tätigkeit des Fürsorge-Komitees wird unter
    der zielbewußten Leitung des Expr. Petschek, fortgesetzt und
    auf seine Anregung in der Sitzung vom 3. Oktober folgender
    Beschluß gefaßt:
    Dem Komitee für allgemeine Fürsorge wird die Verwaltung
    der hiefür gewidmeten Fonde übertragen; dieses hat im
    eigenen Wirkungskreise unter Zustimmung des jeweiligen
    Präsidenten den Fond zu verwenden; der Vereinigung selbst
    wird das Recht gewahrt, im Bedürfnisfalle Spenden aus diesem
    Fond anzuweisen; dem Komitee steht es frei, Kooptierungen
    vorzunehmen; es ist verpflichtet, von Zeit zu Zeit über
    seine Tätigkeit Bericht zu erstatten."
     

    In der Sitzung vom 21. November wird bekannt gemacht,
    daß die Installierung des Verbandes für Deutschösterreich am
    25. November und am 26. November aus diesem Anlasse eine.
    Festsitzung stattfindet.
    In der Sitzung vom 5. Dezember wird die von Br. Dario-
    Rappaport angeregte Gründung eines Künstler-Unterstützungs-
    Fondes bekanntgegeben.
    Im Laufe des Jahres wurden folgende Vorträge und Dis
    kussionen durchgeführt:
    Prof. Jerusalem: „Mein Bruder Josef und der Logen-
    gedanke".
    Wilh. Kempler: „Die Lage der jüdischen Kultusgemeinde"
    mit anschließender Diskussion in mehreren gemeinsamen
    Sitzungen.
    Prof. Simon:,,Esperanto und die Juden“.
    Dr. Robinsohn:,,Wie erhalten wir unsere Kinder dem
    Judentum", mit anschließender lebhafter Diskussion.
     

  • S.

    85
    Dr. Krasny:,,Über das Palästinamandat", mit anschließen-
    Dr. Hugo Knöpfmacher (,,Massadah"): Vom russischem
    Judentum", Historisches und Aktuelles.
    der Diskussion.
     

    Dr. Sonderling (,,Hamburg"):,,Alte Ziele, neue Wege".
    Dr. B. Wachstein: „Die antisemitischen Strömungen
     

    unserer Tage", in 2 Sitzungen.
    Dr. Felix Kohn:,,Wilhelm von Humboldt und die Juden".
    Eingeführt wurden im Jahre 1922 folgende Brüder:
    am 24. April;
    Dr. Adolf Adler,
    Max Brodheim,
    Ignaz Blum,
    Dr. Walther Eckstein,
    Dr. Wilh. Herzka,
    Karl Fröhlich,
    Hinko Kaufmann,
    Dr. Julius Kraus,
    Ing. Georg Spielmann,
    Dr. Ernst Moser,
    I am 21. November:
    ni Sib zo
    Sigm. Eckstein,
    Dr. Ed. Deutsch,
    Dr. Hans Bermann,
    Dr. Ferd. Arnstein,
    Dr. Gustav Dienold,
    Rudolf Fantl,
    Dr. Felix Kardegg,
    Paul und Wilhelm Halporn,
    Oskar Katz,
    Arthur Katz,
    Richard Kronstein,
    Dr. Josef Nebenzahl,
    Dario Rappaport,
    Oskar Pfeiffer,
    Egon Bondy,
    Erwin Winter,
    Adalbert Forbath,
    Josef Fischer,
    Dr. Franz Oehler,
    Dr. Theodor Ruhig,
    Gabriel Grünwald,
    Ignaz Maier,
    A. Spritzer, hous
    Wilh. Adler,
    Vorgestellt: Dr. Lamberg.
    Ausgetreten ist: Gustav Frankel.
    Übergetreten in die Loge „Ehrmann" sind folgende Brüder:
    Heinr. Anninger,
    Robert Abeles,
    Dr. Ed. Bloch,
    Emil Bruder,
    Ludwig Fischer,
    Heinr. Freund,
    Josef Harband,l/
    Egon Kafka,
    Richard Kafka,
    Rudolf Kafka,
    Oswald Löwy,
    abodab
    Otto Kapper,
    Otto Lowy,
    Rudolf Löwy,
    Dr. Gusta Morgenstern,
    Emil Müller,
    Dr. Hermann Schneeweiss, Alb. Tandler,
    Bernh. Taussig,
    Viktor Taussig.
    Gestorben sind die Brüder:
    Carl Herm. Berger,
    Adolf Fürst,
    Dr. Josef Jerusalem,
    Theodor Meyer,
    Hermann Pisk.
    Dr. Julius Richter,
    Simon Wachtel,
    Julius Wolf.
    Emanuel Wozasek,
    ston
    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug demnach Ende 1922: 348-
     

  • S.

    86
    XXXI. Beamtenrat (1923).
    (Präs.: Baurat Dr. Arnold Karplus).
    In der Generalversammlung vom 2. Jänner 1923 wurden
    vom Groß-Vize-Präs. Dr. Edmund Kohn als Delegaten des
    Verbandes folgende Beamte installiert:
    Präs. Dr. Arnold Karplus,
    Vize-Präs. Dr. Julius Grünwald,
    Prot. Sekr. Dr. Josef Alt,
    Fin.-Sekr. Franz Türkel, ab Oktober Ludwig Abeles,
    Schatzm. Heinrich Weiss,
    Marschall Arthur Dubsky,
    Wächter Prof. Otto Simon.
    Als Sitzungstage werden der 1. und 3. Dienstag im Monat
    unverändert belassen, ebenso bis auf Weiteres die Einführungs-
    gebühren und Jahresbeiträge.
     

    Zu Repräsentanten werden gewählt die Expr. Prof. Ehrmann,
    Dr. Edmund Kohn, Dr. Alb. Kuh, Gottlieb Lederer und Dr.
    Wilh. Knöpfmacher, zu Stellvertretern Richard Petschek
    und Dr. Rudolf Fürth.
    Zum Pflegerobmann wird der bisherige, Notar Dr. Julius
    Bermann ernannt.
    In der Sitzung vom 16. Jänner wird dem Br. Dr. Wach-
    stein
    zur Herausgabe seiner Bibliographie der Trauervorträge
    eine Subvention von 200.000 K votiert.
    In der Sitzung vom 6. Februar wird für den dahingeschie-
    Dr. Max Nordau eine feierliche Trauerkundgebung ver-
    denen
    anstaltet.
    In derselben Sitzung wird mitgeteilt, daß der Fürsorge-Fond
    auf 70,430.000 K angewachsen sei.
    Zugleich wurde in dieser Sitzung vom 6. Februar nach ein-
    gehenden Referaten der Br. Petschek und Anton Stein und
    nach lebhafter Diskussion folgender von Br. Petschek gestellte
    Antrag beschlossen:
     

    Unter der Bedingung, daß die Majorität der Vorstands-
    mitglieder des Vereines für hilfsbedürftige Waisen der
    israelitischen Kultusgemeinde in Wien" aus dem Kreise der
    Brüder besetzt wird, übernimmt die Vereinigung Wien" die
    Patronanz über diesen Verein und beauftragt das Komitee für
    allgemeine Fürsorge je nach Bedarf den Betrag von K 60,000.000
    aus seinem Fonde zur Auszahlung zu bringen.
     

    In der Sitzung vom 20. Februar erstattet Br. Expr. Petschek
    Bericht über die erfolgte Neuwahl des Vorstandes im Waisen-
    vereine und über die in Durchführung begriffene Aktion. - Zum
    Präsidenten sei er selbst, zum 1. Vize-Präsidenten Herr Hans
    Gutmann, zum 2. Vize-Präsidenten Notar Dr. Bermann, zu
    Schriftführern G. Fuchsgelb und Dr. Strach, zum Kassier
     

  • S.

    Anton Stein gewählt worden. Dieser Bericht wird mit gro-
    Bem Beifall zur Kenntnis genommen.
    Kohn über die von ihm zusammen mit Expr. Dr. Ascher vor-
    genommenen Schritte zur Gründung der Loge Hollandia" in
    In der Sitzung vom 3. April berichtet Expr. Dr. Edmund
    Amsterdam, wobei die Br. Rud. Hecht und Rappaport als
    In der Sitzung vom 15. Mai werden auf Antrag des Beamten-
    rates folgende Beschlüsse gefaßt:
     

    87
     

    Charter-Brüder fungierten.
     

    Zu der vom Verbande für die Deutsche Großloge gewid-
    meten Spende von K 10,000.000 werden von der Vereinigung
     

    Wien" K 3,500.000 beigetragen.
     

    Der Gesellschaft vom Roten Kreuz, Zweigstelle Leopold-
    stadt, wird eine Spende von K 2,000.000 gewidmet.
     

    Der Regiebeitrag für das 2. Halbjahr wird mit K 50.000
    festgesetzt.
     

    In der Sitzung vom 18. September wird eine Trauerkund-
    gebung für die im Laufe des Sommers verstorbenen hervor-
    ragenden amerikanischen Ordensbrüder Expr. Simon Wolf
    (Washington) und Groß-Sekr. Seelenfreund veranstaltet.
     

    In derselben Sitzung wird berichtet, daß anläßlich des am
    20. Juni stattgehabten 70. Geburtstages des Expr. Dr. Wilh.
    Knopfmacher am 19. Juni abends ein intimes, von allen
    Expräsidenten besuchtes Brudermahl in unserem Bibliotheks-Saal
    stattfand und es wurde aus gleichem Anlaß von einigen Brüdern
    ein Fond begründet, der den Namen „Dr. Wilhelm Knöpf-
    macher-Fond" führen sollte. Als dann im Laufe des Jahres
    Expr. Prof. Dr. Wilh. Jerusalem mit Tod abging, wurde
    diesem Fonde, welcher zur Förderung jüdisch-literarischer Be-
    strebungen dienen sollte, auch der Name des Prof. Dr. Wilh.
    Jerusalem zugefügt, so daß er jetzt diese beiden Namen trägt.
     

    Am 18. Oktober 1923 starb der langjährige, überaus verdienst-
    volle Br. Fin.-Sekr. Franz Türkel und es wurde für den Rest
    des Jahres Br. Ludwig Abeles zum Finanz-Sekretär gewählt,
    der dieses Amt auch in den folgenden Jahren bekleidet.
     

    In der Sitzung vom 20. November wurde berichtet, daß eine
     

    größere Zahl reichsdeutscher Kinder angekommen ist und in
     

    Familien der Brüder untergebracht wurden.
     

    In der Sitzung vom 18. Dezember wurde mitgeteilt, daß die
     

    Bohemia" ihr 30 jähriges Stiftungsfest gefeiert hat.
     

    Aus dem Künstler-Hilfsfonde wurden 4 Preise verteilt, wozu
    die Vereinigung noch einen Zuschuß von K 2,000.000 votierte.
     

    Im Laufe des Jal:res wurden folgende Vorträge und Referate
     

    gehalten:
     

    Prof. Simon:,,Über Josef Bloch's Erinnerungen aus meinem
     

    Leben".
     

    Dr. Pappenheim:,,Andere Gründe des Antisemitismus".
     

  • S.

    Prof. Dr. Wilh. Jerusalem;,,Einige Gedanken über Moral
    Dr. Wilh. Knöpfmacher: „Referat über die Großlogen-
    Prof. Ober-Rabb. Dr. Chajes: „Die jüdische Welthilfe-
     

    88
     

    und Politik
     

    Tagung
     

    konferenz".
     

    Dr. Robinsohn:,,Hatewa Verein zur Verbreitung natur-
    wissenschaftlicher Kenntnisse unter den Juden".
    Dr. Ed. Deutsch: (Fritz Kahn's Werk),,Die Juden als
    Rasse- und Kulturvolk." (In 2 Sitzungen).
    Dr. Jos. Bloch:,,Reise-Erinnerungen aus Amerika".
     

    Ed. Jonas-Schachtitz: „Osterreichische Marannen des
     

    XIX. Jahrhunderts".
     

    Prof. Ehrmann:,,Mitteilungen aus dem Bunde"
     

    Dr. Max Jerusalem:,,Christliche Philosemiten".
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1923 folgende Brüder; in der
     

    Sitzung vom 20. Februar:
     

    Dr. Julius Bunzl,
     

    Dr. Alfons Adler,
     

    Adolf Fürst,
     

    Dr. Otto Freund,
     

    Dr. Bernh. Hahn,
    Jakob Holzer,
     

    Siegfr. Graubart, almo
     

    Dir. Jos. Hofmann,
     

    Jedans Fritz Lang,
     

    Erwin Kohn,
     

    Julius Morawetz,
    Gustav Pollak,
     

    Abraham Metzger,
     

    abasd
     

    Dir. Ign. Neumann,
     

    Siegfried Sekules,
     

    Dr. Benno Schallinger,
     

    Dr. Emil Strauss.
     

    Erich Ernst Simon,
     

    Stefan Weiner,
     

    In der Sitzung vom 20. November:
     

    Louis Rosen,
     

    Dr. Julius Spieler,
     

    Ernst Goldschmidt,
     

    Otto Reimann,
     

    Dr. Emil Eisler,
     

    Richard Beer,
     

    Dr. Deszö Koloman,
     

    Eduard Ehrenwald,
     

    Samuel Diamant,
     

    Dr. Ignaz Hübsch,
     

    Dr. Ferdinand Rosenthal,
     

    Edgar Wiener,
     

    Dr. Jacob Ornstein,
     

    Ignaz Glück,
     

    Dr. Leo Münzer,
     

    Johann Lichtenstein.
     

    Ausgetreten ist: Otto Kellner.barber
     

    Gestorben sind die Brüder:
     

    Ignaz Blum,
     

    obwodm Friedrich Fischer,
     

    Maximilian Glück,
     

    slay Expr. Prof. Dr. Wilh. Jerusalem,
     

    Siegfr. Karpeles,
     

    Josef Kowanitz,
     

    Friedrich Lewith,
     

    Wilh. Löbl,
     

    Julius Neumann,
     

    Emanuel Raumann,
     

    Josef Reimann,
    Aron Taub,
     

    Alois Schnitzer,
     

    Franz Türkel,
     

    Eduard Wiener.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug demnach Ende 1923: 367.
     

  • S.

    89
     

    i mandel atlas XXXII. Beamtenrat (1924).
     

    (Präs.: Dr. Julius Grünwald bis 11. März,
     

    Dr. Josef Alt ab 15. April).
     

    -In der Generalversammlung vom 8. Jänner 1924 wurden vom
    s. w. Großpräs. Prof. Ehrmann folgende Beamte installiert:
     

    Präs. Dr. Julius Grünwald,
     

    Vize-Präs. Dr. Josef Alt, ab 15. IV. Ludwig Herz,
    Prot. Sekr. Dr. Sigmund Strach,
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzm, Julius Schwarz,
     

    Marschall Dr. Max Jerusalem,
     

    Wächter Bruno Färber.
     

    In dieser Sitzung wird die Trauerkunde vom Hinscheiden
     

    des Expr. Dr. Leopold Königstein bekannt gemacht.
     

    Als Sitzungstage werden die bisherigen festgesetzt.
     

    Als Jahresbeitrag wird im Rahmen von 150.000-1,000.000 K
     

    nach Selbsteinschätzung der Brüder festgesetzt.
     

    Zu Repräsentanten werden die Expr. Prof. Ehrmann,
     

    Dr. Edmund Kohn, Dr. Alb. Kuh, Gottlieb Lederer, Dr.
    Knöpfmacher, zu Stellvertretern Richard Petschek und Dr.
    Fürth gewählt.
     

    Zum Pflegerobmann wird Notar Dr. Bermann ernannt.
    und leistet die Angelobung.
     

    Zu Beiräten im Beamtenrat werden folgende Brüder ernannt:
     

    Heinrich Weiß,
     

    Arthur Dubsky,
     

    Dr. Lieben, al
     

    Porges Philipp.
     

    Hofr. Werner,
     

    Siegfried Adler,
     

    Dr. Hans Königstein,
     

    Dr. Berthold Kardegg.
     

    Am 12' Februar fand eine gemeinsame Sitzung der vier Wiener
    Vereinigungen statt, um über die Erwerbung eines neuen Heims
     

    für unsere Vereinigungen zu beraten.
     

    Nach eingehendem Referate des Br. Baurat Dr. Karplus
    und des Expr. Dr. Schnabel und nach lebhafter, hieran sich
    knüpfender Diskussion wurde folgender Beschluß gefaßt:
    mabl Die Wiener B'nai B'rith-Vereinigungen anerkennen
    die Schaffung eines eigenen Heims für eine zwingende Not-
    wendigkeit, sie begrüßen das Projekt Karplus als zweck-
    entsprechend, sie ermächtigen das gemeinsame Komitee nach
    Rücksprache mit den Bausachverständigen der Vereinigungen
    das Haus IX., Währingerstraße 20 anzukaufen und das Eigen-
    sib tum der vier Vereinigungen im Verhältnis zu den von den ein-
    inzelnen Vereinigungen aufgebrachten Mitteln einverleiben zu
    lassen. Die Vereinigungen haben das erforderliche Geld durch
    Aufnahme von unverzinslichen Darlehen bei ihren Mitgliedern
    zu beschaffen. Die Rückzahlung hat nach Ablauf von fünf
     

  • S.

    90
     

    Jahren zu beginnen und ist binnen weiteren zehn Jahren im
    Wege der Verlosung oder Amortisierung zu beenden.
    Betrag an seine Witwe oder seine Kinder sofort, an entfernte
    Verwandte innerhalb Jahresfrist rückzuzahlen. Die Rück-
    Im Falle des Todes eines Bruders ist der gezeichnete
    hat im gegenwärtigen Wertverhältnis der Krone zum
     

    zahlung
     

    Dollar zu erfolgen.
     

    Übertragungen unter Lebenden sind nur zwischen Logen-
    Die Subskription ist sofort einzuleiten, die Einzahlung
     

    brüdern zulässig.
     

    hat möglichst bald zu erfolgen."
     

    Trotzdem dieses Projekt nicht realisiert wurde, möge der
    seinerzeit gefaßte Beschluß zum ewigen Gedächtnisse fest-
     

    gehalten werden.
     

    In der Sitzung vom 4. März wird mitgeteilt, daß am 16. März
    in Haag eine neue Loge unseres Bundes, d. i. die Hillel-Loge"
    und in Saaz eine neue Loge des X. Distriktes, die Veritas"
     

    installiert werden.
     

    Die Sitzung vom 18. März steht unter dem düsteren Ein-
    drucke des am 11. März plötzlich erfolgten Ablebens des Präsi-
    denten Dr. Julius Grünwald, für dessen Andenken eine
    besondere Trauersitzung auf den 1. April anberaumt wurde, in
    welcher Prof. Hajek die Trauerrede hält und Prof. Ehrmann
    namens des Verbandes das Beileid ausspricht.
     

    In der Sitzung vom 15. April wird an Stelle des verstorbenen
    Präsidenten Br. Dr. Josef Alt zum Präsidenten und Br. Ludwig
    Herz zum Vize-Präsidenten gewählt. Beide neugewählten
    Beamten werden von Dr. Edmund Kohn als Delegaten des
    Verbandes installiert.
     

    In der Sitzung vom 4. Mai erfolgt eine solenne Trauerkund-
    gebung für den dahingeschiedenen Expr. Dr. Isidor Samuely.
    der w.,,Eintracht".
     

    In der Sitzung vom 20. Mai erschienen zum letztenmal die
    Brüder aus Bratislava, deren Uebertritt aus der Wien" in eine
    eigene, demnächst zu begründende Loge Fides" bevorstand. -
    Gegenseitige Versicherung bleibender Anhänglichkeit.
     

    Am 3. Juni findet eine solenne Trauerversammlung für den
    am 26. Mai dahingeschiedenen Expr. Dr. Albert Kuh statt, dem
    Dr. Felix Kohn eine sehr gehaltvolle Gedenkrede hält, die im
    Sitzungsprotokolle niedergelegt erscheint.
     

    In derselben Sitzung wird auf Antrag des Beamtenrates
     

    beschlossen: bus
     

    1. Die Vereinigung spricht sich grundsätzlich für die
    Schaffung einer Zentralstelle für alle einlangenden Unter-
    stützungsgesuche aus, die Geschäftsordnung dieser Stelle und
    die quotenmäßige Aufteilung der Beiträge der einzelnen Ver-
    einigungen bleibt späterer Beschlußfassung vorbehalten.
     

  • S.

    91
     

    2. Die Vereinigung,Wien" spricht sich grundsätzlich für
    den Ankauf von Grund und Boden in Palästina im Einver-
    nehmen mit der Groß-Loge aus, sie ermächtigt den Präsi-
    Betrag bis zur Höhe von K 20,000.000 der Groß-Loge zur
    denten, einen der Bedeutung der Vereinigung entsprechenden
     

    Verfügung zu stellen.
     

    In der Sitzung vom 16. September lädt der Präsident die
    Brüder ein, sich zahlreich an den für den 1. November in Aus-
    sicht genommenen Gründungsfeierlichkeiten der Loge Fides" in
    Bratislava zu beteiligen und teilt ferner mit, daß die Vereinigung
    Wien" der neu zu begründenden Loge zwei Armleuchter für den
    Präsidententisch im Werte von 2000 Kč zum Geschenk gemacht
    die Installierung fand tatsächlich am 16. November statt.
    habers teilt der Präsident mit, daß der Beamtenrat für den
    Abhaltung einer Vereinssitzung in Graz
    woran sich soviel Brüder als möglich
    Dozent Dr. Hans Königstein wird daselbst
    Dem Schriftsteller Dr. Hebroni wird zur Ermöglichung der
    Herausgabe eines wissenschaftlichen Werkes durch sechs Monate
    eine Unterstützung von je 500.000 K gewährt.
     

    7. Dezember die
     

    habe,
    mögen;
     

    beschlossen
     

    beteiligen
     

    einen Vortrag halten.
     

    Dem
     

    Für die Opfer des Bergwerksunglückes in Hart wird eine
    Spende von K 1,000.000 bewilligt und der Mittelstandsfürsorge
    zur Unterbringung von 60 Kindern in Neuwaldegg K 2,000,000.
     

    In der Sitzung vom 6. Oktober erfolgt eine Trauerkund-
     

    gebung für den hochverdienten Juden Dr. Julius Ofner.
     

    Der Mensa academica wird zur Eröffnung eine Subvention
     

    von K 4,000.000 bewilligt und die Br. Prof. Hajek und Dr. Emil
     

    Eisler in den Vorstand delegiert.
     

    Am 7. Dezember erfolgte die Installierung der Loge „Ostravia"
     

    in Mährisch-Ostrau, was in der Sitzung vom 18. November
    berichtet wird.
     

    In der Sitzung vom 2. Dezember wird bekannt gemacht, daß die
    Jury der Künstlerstiftung K 4,000.000 zur Verteilung gebracht hat.
    Der von der Vereinigung „Wahrheit für den Verbandstag
    auf Verlegung des Geschäftsjahres auf das
     

    vorbereitete
     

    jüdische Kalenderjahr wird in der Vereinigung „Wien" am 2. De-
    zember abgelehnt.
     

    In der Sitzung vom 16. Dezember hatte die Vereinigung die
    Freude, den Ex-Groß-Präsidenten des VIII. Distriktes, Dr. Time n-
     

    dorfer als Gast zu begrüßen.
     

    Laufe des Jahres wurden folgende Vorträge und Referate
     

    Im
     

    gehalten:
     

    Dr. Hans Berger, „Die Juden in der Karrikatur."
     

    19. Februar, Prof. Dr. Ehrmann, Böhmische Dorfjuden."
     

    1. März, Jonas-Schachtitz, „Die Juden in der mittel-
     

    alterlichen österreichischen Vergangenheit."
     

    Dr. Edmund Kohn, Bericht über den am 24. März statt-
     

    gefundenen Verbandstag.
     

  • S.

    92
     

    15. April, Dr. Thieberger, "Erziehung in unserem Knaben-
     

    cher,
    Ueber den Logengedanken nach der
     

    waisenhause
     

    4. Mai, Dr. Nebenzahl, Referat über wissenswerte Vor-
     

    gänge in der Judenheit.
     

    Dr. Wilhelm Herzka,,,Steuerschöffen."
     

    20, Mai, Dr. Feuchtwang,,,Über Religion im Allgemeinen
    und über das gleichnamige Buch von Popper-Lynkeus,"
     

    16. September, Prof. Simon,,,Unser Interesse an der
    6. Oktober, Prof. Ehrmann,,,Eindrücke aus der jüdischen
     

    Schulreform."
     

    Welthilfe-Konferenz in Karlsbad."
     

    oktober. Dr. Walther Eckstein, Wilhelm Jerusalem."
     

    21.
     

    Dr.
     

    4. November, Prof. Urbach, „Der tschechische Dichter
     

    Machar und die Juden."
     

    18. November und 6. Dezember, Dr. Wachstein, „Spinoza."
    16. Dezember, Dr. Hugo Knöpfmacher „Massadah",
     

    Tschernichowsky und seine Werke."
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1924 folgende Brüden, u. zw.
    am 15. April;
    Manfred Adler,, Graz,
    Isidor Deutsch, Graz,
     

    Arthur Bader,
     

    Dr. Leopold Gerstmann,
     

    Heinrich Riegler,
     

    Dr. Eugen Pollak, Graz,
     

    Dr. Robert Sonnenwald,
     

    Richard Schick, Graz,
     

    Armin Spitz, Graz,
     

    Siegfried Kubie,
     

    Leo Fürst,
     

    Dr. Paul Raumann,
    Dr. Leopold Stein,
     

    or
     

    Ernst Löbl,
     

    Dr. Hugo Redlich,
     

    Stulz,
     

    anital Heinrich Tauss,
     

    Adolf
     

    und am 21. Oktober:
     

    Dr. Ernst Felber,
     

    Philipp Bettelheim,
     

    Moriz Fischer,lod briw 1 Gustav Gelb,
     

    000 Dr. Leopold Landau,
     

    Arthur Herzl,
     

    Dr. Rudolf Scharmann,
    Paul Wolf.
     

    Dr. Heinrich Redisch,
     

    Hugo Soudek,
     

    Ausgetreten ohne Abgangskarte ist: Dr. Ignaz Abeles,
     

    ferner infolge Übertrittes zur Loge „Fides" in Bratislava die
     

    Dr. Ludwig Baracs, Egon Bondy,
     

    Dr. Koloman Dezső,
     

    Samuel Diamant,
     

    Eduard Ehrenwald, broylot
     

    Dr. Ernst Fischer,
     

    Josef Fischer jun.,
     

    Josef Fischer sen.,
     

    Adalbert Forbath,
     

    ni as Markus Frankl,
     

    Julius Fuchs,
     

    Albert Gstettner.
    Alexander Neurath,
    Oskar Pfeffer,
     

    na
     

    Dr. Ignaz Hübsch,
     

    Dr. Franz Oehler,
     

    Emil Popper,
     

    Dr. Theodor Ruhig.
    Vingoweb
     

    uboda
     

    Dionys Trebitsch,
     

  • S.

    93
     

    Durch den Tod verlor die Vereinigung im Jahre 1924
    Arthur Katz, notsobnogado Prof. Dr. Leopold Königstein,
    Siegmund Meyer, Gustav Schnitzer,
     

    folgende 19 Brüder:
     

    Dr. Julius Monath,d
     

    Siegmund Piesen,
     

    Dr. Julius Grünwald,
     

    Ignaz Scharmann,
     

    Theodor Schnabel,
    Expr. Dr. Albert Kuh,
     

    Wertheimer,y
     

    Paul Lemberger, An
    Josef Zucker, mov nodise
    S. Hummel,
     

    Zdenko
     

    Moritz Wertheimer,
     

    Wilhelm Markstein,
    Alexander Zirner.
     

    Simon Karpeles,
     

    Bernhard Werber, T
     

    Die verbleibende Gesamtzahl der Brüder betrug demnach
     

    Ende 1924: 355.xM
     

    -Istant 19boaib ride h
     

    XXXIII. Beamtenrat (1925).
     

    (Präs.: Dr. Josef Alt).
     

    b
     

    In der Generalversammlung vom 6. Jänner 1925 wurden
     

    vom s. w. Großpräsidenten Prof. Ehrmann folgende Beamte
    installiert:
     

    Präs. Dr. Josef Alt,
     

    Vize-Präs. Anton Stein,
     

    ds
     

    Prot. Sekr. Dr. Felix Kohn,
     

    silde
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzm. Julius Schwarz,
     

    fim
     

    Marschall Dozent Dr. Hans Königstein,
     

    -10V
     

    almeng Wächter Bruno Färber.
     

    Als Sitzungstage werden der 1. und 3. Dienstag im Monat
    beibehalten.
     

    Der Jahresbeitrag wird mit K 500.000 bis 1,000.000 mit Be-
    rücksichtigung der Vermögensverhältnisse der Brüder beschlossen.
     

    Zu Repräsentanten werden folgende Expräsidenten gewählt:
    Prof. Dr. Ehrmann, Dr. Edmund Kohn, Dr. Knöpfmacher,
    Gottlieb Lederer, und Richard Petschek, zu Stellvertretern:
    Dr. Fürth und Rudolf Kohn.
     

    Zu Beiräten des Beamtenrates werden ernannt:
     

    Siegfried Adler,
     

    Dr. Jakob Deutsch,
     

    Markus Fischer,
     

    Dr. Max Jerusalem,
     

    Ludwig Herz,
     

    Dr. Berthold Kardegg,
     

    Dr. Siegmund Strach,
     

    Hofrat Dr. Werner.
     

    Zum Pflegerobmann wird wie bisher Notar Dr. Julius Ber-
     

    mann ernannt.
     

    In der Sitzung vom 3. Februar wird ein Beschluß des
     

    gemeinsamen Komitees mitgeteilt, daß jede Wiener Vereinigung
     

  • S.

    94
     

    Delegierte zum Zwecke des Besuches der Sitzungen der
     

    Schwestervereinigungen bestellen möge.
     

    B'rith Mitteilungen für Oesterreich" bestellt, ferner wurde von
    In derselben Sitzuug wurden Korrespondenten für die B'nai
    der Feier des 30jährigen Jubiläums der Reichenberger Loge
     

    ,Philanthropia" berichtet.
     

    In der Sitzung vom 17. Februar wird die Feier des 75. Ge-
    burtstages des Ex-Bundes-Präsidenten Adolf Kraus hervor-
    gehoben und ein Charakterbild desselben vom w. Präsidenten
     

    gezeichnet.
     

    In der Sitzung vom 17. Februar wird von Prof. Dr. Braun
    Wien-Meran angeregt; in dieses Komitee wurden in der folgenden
    die Bildung eines Zentralkomitees für Tuberkulosen-Fürsorge
    Sitzung vom 3. März die Brüder Dr. Max Jerusalem, Ing.
     

    Soudek und Tauss entsendet.
     

    In der Sitzung vom 7. April wird über die Feier der Instal-
    lation der Loge,Humanitas" in Prag berichtet.
     

    In der Sitzung vom 21. April wird für den bevorstehenden
     

    Zionisten-Kongreß (August) ein Komitee eingesetzt, welches die
    aus diesem Anlasse nach Wien kommenden Brüder begrüßen
     

    und beraten sollte.
     

    Für die Institution in Seebenstein wird auf Antrag Dr.
    Knöpfmacher ein Betrag von K 1000 gewidmet und ein
    Br. Jakob Pollak spendet zu gleichem Zwecke K 500.
     

    Am 9. Mai wird eine Sitzung der Wien" in Graz abge-
    halten, bei welcher 58 Mitglieder anwesend sind; daran schließt
    sich eine offene Versammlung unter Zuziehung der Damen, mit
    einem Gesangsvortrage der Frau Hofr. Bunzl und einem Vor-
    trage des Dr. Hans Königstein: „Die jüdische Physiognomie."
    Am 26. August wurde zu Ehren der zum Zionisten-Kongreẞ
    nach Wien gekommenen B. B. Brüder ein Begrüßungsabend ab-
    gehalten.
     

    Am 13. Oktober findet eine Festsitzung als Gedenktag der
    Bundes-Gründung statt, bei welcher Präsident Dr. Alt die Fest-
    rede hält und auch der Groß-Präsident Dr. Ehrmann und
     

    einzelne Vertreter anderer Logen das Wort ergreifen.
     

    In der Sitzung vom 20. Oktober wird ein aus acht Mit-
    gliedern bestehendes Komitee ernannt, welches für Meran und
    den Verein zur Verpflegung Brustleidender Mitglieder werben solle.
    In der Sitzung vom 3. November wird die Gründung einer
     

    Jugend-Wandergruppe von Prof. Simon angeregt.
     

    In der Sitzung vom 17. November wird auf Antrag des
    Prof. Hajek für einen vor Vollendung seiner Studien stehenden
    Mediziner sofort eine Sammlung eingeleitet, welche 940 S ergibt.
     

    In der Sitzung vom 1. Dezember wird die Gründung eines
    Kunst-Komitees beschlossen, welchem die Beratung und Behand
    lung aller auf Kunst und Künstler bezüglichen Fragen zugewiesen
    wird. In das erste Komitee werden berufen die Br. Baurat Dr.
     

  • S.

    95
     

    Karplus, Glückselig, Dr. Felix Kohn, Stefan Quittner
     

    und Rapaport.
     

    In der Sitzung vom 1. Dezember wird der Beschluß des
     

    Beamtenrates verlautbart, wonach für die am 13. Oktober ein-
    geführten Brüder und sohin für alle in der Folgezeit neuein-
    tretenden sog. einführende Brüder bestellt werden, welchen die
    Aufgabe zufällt, die jungen Brüder mit den Mitgliedern der Ver-
    einigung bekannt zu machen, ihren Logenbesuch zu kontrollieren
    und ihre Neigungen zu erforschen, damit sie entsprechend zur
     

    Mitarbeit herangezogen werden können.
     

    Im Laufe des Jahres wurden folgende Vorträge und Referate
    gehalten:
     

    20. Jänner, Jonas-Schachtitz, „Die Juden Österreichs
     

    im Zeitalter der Ferdinande."
     

    3. Februar, Dr. Jakob Ornstein, „Zieglers sittliche Grund-
    lagen des Judentums."
     

    17. Februar, Dr. Siegm. Fuchs, „Die Geschichte der Liturgie."
     

    3. März, Fuchs gelb, „Geschichte und Entwicklung des
    Logentums."
     

    17. März, Jonas-Schachtitz, „Die Juden Österreichs
    unter Leopold I. bis zu ihrer letzten Vertreibung."
     

    7. April, Dr. K'n öpfmacher, Bericht über die Großlogen-
    Tagung.
     

    Dr. Nebenzahl, "Aktuelles aus der Judenheit."
     

    21. April, Dr. Redisch,,,Sachgemäße und falsche Apologetik."
     

    5. Mai, Dr. Leopold Stein, „Vom Werden der Sprache.
     

    9. Mai, Dr. Hans Königstein, "Die jüdische Physiog-
    nomie. (In der Sitzung in Graz.)
     

    19. Mai, Dr. Rudolf Schramm, Das Problem dest
    deutschen Juden."
     

    2. Juli, Diskussionen hierüber.
     

    15. September, Dr. Em. Krasny,,,Der 14. Zionisten-Kongreẞ."
     

    29. September, Jonas-Schachtitz, „Die Juden ster-
    reichs im Zeitalter der Hoffaktoren."
     

    stak
     

    13. Oktober, Präs. Dr. Alt, Festrede anläßlich des Ordenstages.
     

    20. Oktober, Dr. Bunzl, „Die soziale Umschichtung der
    Juden."
     

    3. November, Dr. Redisch, „Gedankengänge des Juden-
    tums in den einzelnen Epochen seiner Geschichte."
     

    17. November, Dr. Rud. Brichta, Wandlungen der Handels-
     

    moral im Kriege und nach dem Kriege."
     

    1. Dezember, Dr. Viktor Kellner, Vom lebendigen
     

    Hebräisch."
     

    15. Dezember, Dr. Walther Eckstein, „Vom Wesen der
    Philosophie."
     

    in
     

  • S.

    96
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1925 folgende Brüder:
     

    Albin Engelsmann,
     

    Alois Donnebaum,
     

    Ing. Max Fischer,
     

    Dr. Paul Eichenwald,
     

    Ernst Herlinger,"
     

    Bernhard Goldberg,
     

    Dr. Friedrich Kornfeld,
     

    Dr. Viktor Kellner,
     

    Dr. Viktor Lichtenstein,
     

    Geza Krausz,
     

    Dr. Paul Neurath,
     

    Dr. Max Meissner,
     

    Otto Taussig.
     

    David Stern,
     

    Alfred Wiener,
     

    Dr. Rudolf Hecht ist in die Hollandia" übergetreten,
     

    Dr. Anton Stein trat infolge Ubersiedlung nach Palästina aus.
     

    Durch Tod verlor die Vereinigung Wien" im Jahre 1925
     

    folgende Brüder:
     

    Bernhard Glaser,
     

    Dr. Leo Landau,
     

    Eduard Schwarz,
     

    Markus Fischer,
     

    Wilh. Dannhauser,
     

    Moriz Silberknopf,
     

    Philipp Porges,
     

    Emil Lederer,
     

    Karl Hitschmann.
     

    Camillo Hitschmann,
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug demnach Ende 1925: 358.
     

    XXXIV. Beamtenrat (1926).
     

    (Präs. Dr. Felix Kohn.)
     

    -ngo
     

    In der Generalversammlung vom 5. Jänner 1926 wurden
     

    vom s. w. Vize-Großpräsidenten Dr. Edmund Kohn als Dele-
     

    gaten folgende Beamte installiert:
     

    blogos.l
     

    Präs. Dr. Felix Kohn, no ens
    Vize-Präs. Dr. Siegmund Strach,
    Prot. Sekr. Dr. Hans Königstein,
    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,bul, nod
    Schatzm. Rafael Halporn, noizzux
    Marschall Bruno Färber,
    Wächter Heinrich Bottwin.
     

    10.19
     

    Als Sitzungstage werden der 1. und 3. Dienstag im Monate
     

    festgesetzt.
     

    Der Jahresbeitrag wird mit 100 S bemessen.
     

    Zu Beiräten des Beamtenrates werden ernannt die Brüder:
     

    Dr. Löwner,
     

    Anton Stein,
     

    Jul. Schwarz,
     

    Hofr. Fuchs,
     

    Guttenberg,
     

    Kadisch,
     

    bu
     

    Ludwig Herz,
     

    Dr. E. Deutsch,
     

    Dr. B. Kardegg.
     

    Dr. H. Bermann,
     

    Als Repräsentanten werden gewählt die Expräsidenten:
     

    Hofr. Prof. Ehrmann, Dr. Edm. Kohn, Gottlieb Lederer.
    Dr. Knöpfmacher, und Richard Pet's chek, als Ersatz-
     

    männer: Dr. Fürth und Rudolf Kohn.
     

  • S.

    97
     

    Beamtenrates Vize-Präs., Prot. Sekr. und Marschall zu Bericht-
    19b In der Sitzung vom 19. Jänner werden die Mitglieder des
    mit der Aufgabe ernannt, allmonatlich der Redaktion dieser
    erstattern für die von Dr. Ascher redigierten „Mitteilungen"
    Mitteilungen" über die Logenvorgänge zu berichten.
     

    In der Sitzung vom 2. März wird mitgeteilt, daß Expr. Prof.
    Dr. Josef Pollak die Vereinigung Wien" zu seiner Universal-
     

    erbin eingesetzt hat.
     

    In der Sitzung vom 22. März werden nachstehende Vor-
    schläge zur Ubermittlung an den s. w. Verband vom Beamten-
    satia Der s. w. Verband werde ersucht,
     

    rate vorgelegt:
     

    1. Die in Beratung stehende Abänderung der Statuten und
    Geschäftsordnung der einzelnen Vereinigungen unseres
    Distriktes mit tunlichster Beschleunigung durchzuführen.
    Die durch den Krieg unterbrochene Herausgabe der Volks-
    schriften über die jüdische Religion wieder aufzunehmen.
    3. Eine Propagandaschrift für Aufnahme suchende Kandi-
    daten zu verfassen und drucken zu lassen..
     

    19b
     

    4. Ein Preisausschreiben für ein zeitgemäßes jüdisches Thema
     

    zu veranstalten.
     

    5. In Erwägung zu ziehen, ob und wie unsere Schwestern
     

    zu Logenarbeiten herangezogen werden sollen.
     

    Den Vereinigungen des Distriktes zu empfehlen, bei allen
    freudigen und traurigen Anlässen auf eine Stärkung des
    Witwen- und Waisen-Dispositionsfondes bed acht zu sein,
    derart, daß beim Ableben eines Bruders seinen Angehörigen
    ein entsprechender Geldbetrag aus diesem Fonde zuge-
     

    6.
     

    ondewiesen werden könnte.
     

    7. Im Einvernehmen mit den anderen Großlogen Ferial-
    zusammenkünfte der Brüder in österreichischen, tschecho-
    slovakischen und deutschen Kurorten im Wege der Ver-
    bandszeitschrift zu ermöglichen.
     

    ains 8. Das Exekutivkomitee zu ersuchen, der Ordens-Zeitschrift
    ,B. B. Magazin" eine deutsche Beilage anzuschließen."
     

    Am 8. Mai fand im Festsaale des Industriehauses eine Fest-
    sitzung anläßlich des 70. Geburtstages des Prof. Dr. Sigmund
    Freud statt, an welcher die Brüder und ihre Angehörigen sich
    beteiligten. Festreden hielten aus diesem Anlasse der s. w.
    Großpräsident und die Br. Dr. Hitschmann und Prof.
     

    Dr. Ludwig
     

    Braun.
     

    In der Sitzung vom 17. Mai wird berichtet, daß am 16. Mai
    das Bild unseres Br. Expr. Petschek im Knaben-Waisenhause
    in der Probusgasse angebracht worden sei; ferner daß der ver-
    storbene Expr. Max Fleischner einen Teil seiner Bücherei
    unserer Bibliothek vermacht habe. - Der verstorbene Br. Friedrich
     

    Oberländer widmete unserer Vereinigung ein Legat von
     

    20.000 čK.88 ra
     

    7
     

  • S.

    98
     

    In der Sitzung vom 21. September wird berichtet, daß der
    Beamtenrat anläßlich der hohen jüdischen Feiertage eine „Pro
    memoria"-Sammlung zur Stärkung des Witwen- und Waisen-
    Dispositionsfondes eingeleitet habe. Ergebnis ca. S 5000.
     

    Am 3. Oktober hat unter Führung des Br. Dr. Wachstein
    des Friedhofes in der Seegasse stattgefunden.
     

    eine Besichtigung
     

    Am 9. Oktober findet eine Sitzung der Wien" in Graz
    statt, in welcher Br. S. Rendi über die in Vorbereitung
     

    befind-
     

    liche Bildung der Grazer Vereinigung eingehenden Bericht erstattet.
    Am 2. November findet im Saale des Industriehauses die
    Trauersitzung nach dem am 14. Oktober dahingeschiedenen Groß-
    präsidenten Prof. Dr. Salomon Ehrmann unter dem Vorsitze
    des Vize-Großpräsidenten Dr. Edmund Kohr
     

    statt, in welcher
    nach einem ergreifenden Gesangsvortrage des Br. Heim der
    Braun die Gedenkrede hält.
    Br. Prof. Dr. Ludwig
     

    In der Sitzung vom 30. November richtet Br. Dr. Eichen-
    wald die Aufmerksamkeit der r Vereinigung auf die judenfeindlichen
    Plakate in den Universitätsräumen, worauf der Beamtenrat die
    Angelegenheit in Beratung zieht und in der Sitzung vom 21. De-
    zember mitteilt, daß die erforderlichen Maßnahmen durch Mit-
    wirkung der Union" getroffen worden seien und eventuell die
    Mithilfe der dem Universitätslehrkörper angehörigen Brüder in
    Anspruch genommen werden soll.
     

    Im Laufe des Jahres 1926 wurden folgende Vorträge und
    Referate gehalten:
     

    19. Jänner, Dr. Viktor Kellner, Jüdische Erziehung."
     

    2. Februar, Dr. Hugo Redlich, Jüdische Ärzte im
    Mittelalter."
     

    17. Februar, Dr. Ismar Freund (Berlin), „Zur Geschichte
     

    und Psychologie des Judenhasses."
     

    März, Jonas-Schachtitz,,Hoffaktoren in Deutschland."
     

    2.
     

    22. März, Dr. Robinsohn, „Der Jude als Beobachter
    und Deuter."
     

    euter.
     

    nun
     

    6. April, Dr. Redisch, „Die Gedanken des Judentums
     

    in den einzelnen Epochen seiner Geschichte."
     

    20. April, Dr. Pappenheim, Wesen und Technik dest
    Salomonischen Urteils."
     

    Mai
     

    1. Mai, Dr. Knöpfmacher,,Bericht über den Verbandstag."
     

    Dr. chmann, S. Freud und seine Lehre."
     

    Mai,
     

    8.
     

    Dr
     

    Oeud als Persönlichkeit."
     

    8. Mai, Prof.
     

    'un
     

    Mai,
     

    Einleitung einer Diskussion
     

    17. Mai, Dr. Edm.
     

    über interne Vereinsangelegenheiten.
     

    1. Juni, Dr. M. Jerusalem, „Paneuropa."
     

    7. September, Jonas-Schachtitz, Jüdische Ver-
     

    gangenheit im Burgenland.
     

    21. September, Dr. Fuchs, „Zur Geschichte der synago-
    galen Poesie."
     

    5. Oktober, Dr. Viktor Kellner, Jüdisches Wesen."
     

    9. Oktober, Dr. Bader (Graz), Heine und Börne."
     

  • S.

    99
     

    19. Oktober, Dr. H. Redisch, Fortsetzung der Gedanken-
    16. November, Dr. Robinsohn, Diskussions-Einleitung
     

    gänge.
     

    über Jüdisches Wesen."
     

    30. November, Dr. Walther Eckstein, „Zur Erinnerung
     

    an Wilhelm Jerusalem."
     

    4. Dezember, Dr. Eichenwald, „Über das Problem
    oder Unsterblichkeit in Glaube und Wissenschaft." (In
    einer gemeinsamen Sitzung.)
     

    7. Dezember, Dr. Erich Saxi („Massadah“), „Recht und
    Gerechtigkeit auf Grund des Buches von Br. Walther
    Eckstein „Das antike Naturrecht"."
     

    21. Dezember, Diskussions-Fortsetzung über Jüdisches
    Wesen."
     

    -find
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1926 folgende Brüder:
    Dr. Hans Bauer,
     

    Am 2. März:
     

    Dr. Heinrich Haase,
     

    Dr. Friedrich Klinger,
     

    Dr. Alfred Kestenbaum,
     

    Dr. Arthur Kolban,
    Dr. Jacob Schmelz.
     

    Karl Kohn,
     

    Dr. Hugo Löwy,
     

    Bernhard Wolkenberg,
     

    Am 30. November:
     

    Dr. Adolf Feldschuh,
    Ignaz Lascher.
     

    Theodor Ehrenstein,
     

    Oskar Littmann,
     

    Dr. Hermann Thaler,
     

    Durch den Tod verlor die Loge folgende Brüder:
     

    Gottlieb Kantor,
     

    Dr. Max Diamant,
     

    Josef Porges,
     

    David Rotter,
     

    Expr. Max Fleischner,
     

    Mor. Herm. Reich,
     

    Dr. Emil Weißkopf,
     

    Emil Dub,
     

    Heinrich Kohn,
     

    Dr. Max Neumann,
     

    Eduard Doktor,
     

    Theodor Leitner,
     

    Friedr. Oberländer,
     

    Emil Askonas,
     

    Großpr. Prof. Dr. S. Ehrmann, Prof. Dr. Fritz Hitschmann.
     

    euil Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug sohin Ende 1926: 356.
     

    bnu b
     

    asb mob XXXV. Beamtenrat (1927).
     

    (Präs. Dr. Felix Kohn.)
     

    In der Generalversammlung vom 4. Jänner 1927 wurden
     

    vom Vize-Großpräsidenten Dr. Moriz Schnabel folgende
     

    Beamte installiert:
     

    Präs. Dr. Felix Kohn,
     

    Vize-Präs. Dr. Hans Königstein,
     

    Prot. Sekr. Dr. Sigmund Fuchs,
     

    od
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzm. Adolf Wiener,
     

    Marschall Georg Spielmann,
     

    Wächter Johann Lichtenstein.
     

    7"
     

  • S.

    100
     

    Die Sitzungstage bleiben unverändert; als Jahresbeitrag wird
     

    Zu Repräsentanten werden folgende Expräsidenten gewählt:
    Dr. Edmund Kohn, Gottlieb Lederer, Dr.W. Knöpfmacher,
     

    S 100 festgesetzt.
     

    Richard Petschek, Dr. Rudolf Fürth, zu Ersatzmännern:
    Rudolf Kohn und Prof. Dr. Markusz Hajek.
     

    Zu Beiräten des Beamtenrates werden ernannt:
     

    Moriz Fleischner, Wilh. Herzka,
     

    Richard Back,
     

    Josef Löwner, Jacob Ornstein,
    Sigmund Strach,
     

    Hugo Kadisch,
     

    Anton Stein,
     

    Julius Schwarz,
     

    Ludwig Werner.
     

    Zum Pflegerobmann wird Notar Dr. Julius Bermann
     

    der Sitzung vom 18. Jänner wird dem verewigten Schrift-
    steller Achad Ha am ein ehrenvoller Nachruf vom Präsidenten
    gehalten.
     

    bestellt.
     

    In der Sitzung vom 1. Februar wird mitgeteilt, daß zu Ehren
    unseres verewigten Br. Prof. Wilh. Jerusalem eine Straße im
     

    XIX. Bezirk seinen Namen erhalten habe; ferner wird mitgeteilt,
     

    daß die w. „Ostravia" in Mährisch-Ostrau ein neues Logenheim
    eröffnet habe, bei welcher Feier unsere Vereinigung durch Expr.
    Dr. Karplus und Br. Krasny vertreten war.
     

    w
     

    Bei der Begräbnisfeier nach dem I. Expräsidenten der „Ehr-
    mann"-Loge, Bernh. T Taussig, ließ sich die Vereinigung durch
    mehrere Brüder vertreten.
     

    In der Sitzung vom 1. März wird von der Prämiierung
    mehrerer jüdischer Künstler durch das Kunstkomitee Mitteilung
    gemacht (Gesamtbetrag S 900).
     

    In der Sitzung vom 5. April wird mitgeteilt, daß an dem am
    19. März abgehaltenen Verbandstage Dr. Edmund Kohn zum
    Großpräsidenten, Dr. Moriz Schnabel (,,Eintracht“) und
    Dr. Wilhelm Knöpfmacher zu Vize-Großpräsidenten, Dir.
    Hecht (Eintracht) zum Groß-Sekretär, Ernst Simon (Ein-
    tracht) zum Groß-Schatzmeister und die Br. Expr. Karl Klem-
    perer (, Wahrheit"), Richard Petschek (Wien), Prof. Julius
    Zappert (Eintracht"), Hans Karg (,,Massadah") und
    Dr. Hermann Schneeweiß (Ehrmanzu Mitgliedern des
     

    Generalkomitees gewählt worden sind.
     

    In der Sitzung vom 19. April wird der Beschlus des geistigen
    Komitees zur Kenntnis gebracht, in diesem Komitee aktuelle
    Fragen des Judentums zu behandeln und allen Brüdern den Zu-
    zu ihren Sitzungen zu gestatten.
     

    tritt zu
     

    In der Sitzung vom 3. Mai wird mitgeteilt, daß unser Groß-
    präsident Dr. Edmund Kohn mit dem Offizierskreuz des Ordens
    Polonia restituta" dekoriert worden sei und Expr. Dr. Ascher
    der w.,,Eintracht" mit dem Ritterkreuz desselben Ordens, wegen
     

    ihrer großen Verdienste um die Baron Hirsch-Stiftung.
     

    Die Vereinigung beteiligt sich an der Sammlung zur Errich-
     

    tung eines Dr. Julius Ofner-Denkmals.
     

  • S.

    101
     

    In der Sitzung vom 4. Oktober wird der Beschluß des Be-
    amtenrates verkündet, daß in geschäftlichen Ankündigungen
    (Zirkularen) jede Bezugnahme auf die Zugehörigkeit zu den B. B.
    zu unterbleiben habe.
     

    In den Sitzungen vom 1. und 15. November wird berichtet,
    daß der Beamtenrat über Anregung des Repräsentations-Komitees
    eine energische Aktion gegen jene Brüder in Aussicht nehme,
    welche seit längerer Zeit ohne jede Entschuldigung von unseren
    Sitzungen fernbleiben und auch sonst keinerlei Interesse für
    unsere Tätigkeit bekunden; ferner sollen alle durch Alter am
    Sitzungsbesuche verhinderten Brüder von Zeit zu Zeit auf-
    gesucht werden.
     

    Am 8. Dezember nahm die Vertretung der Wien" an dem
    feierlichen Akte der Grabsteinenthüllung nach dem Groß-Präsi-
    denten Prof. Dr. S. Ehrmann teil.
     

    Am 3. Dezember nahm sie teil an der Einweihung des
    neuen Logenheims der w. „Ehrmann" in Linz durch Expr.
    Petschek und Dr. Schell.
     

    In der Sitzung vom 20. Dezember erfolgte eine tiefergreifende
    Trauerkundgebung für den plötzlich dahingeschiedenen Ober-
    rabbiner Br. Dr. Perez Zwi Chajes.
     

    Im Laufe des Jahres 1927 wurden folgende Vorträge und
     

    Referate gehalten:
     

    18. Jänner, Adolf Böhm, „Der gegenwärtige Stand des
     

    palästinensischen Aufbauwerkes.
     

    1. Februar, Dr. Viktor Kellner, „Achad Haam."
     

    15. Februar, Walther Eckstein, Spinoza."
     

    Dr. Friedr. Kornfeld, Referat über die Tätigkeit
     

    anderer Distrikte.
     

    biw
     

    1. März, Dr. Heinrich Haase, Judentum und Christentum."
     

    15. März, Dr. Max Jerusalem,,,Ein Blick ins heilige Land."
     

    5. April, Dr. W. Knöpfmacher, Referat über den Ver-
    bandstag.
     

    19. April, Prof. Otto Simon, Moses Hess."
     

    Ludwig Werner, Referat über aktuelle Palästinafragen.
     

    3. Mai, Prof. Urbach, „Masaryk und Juden."
     

    17. Mai, Dr. Nebenzahl, „Aktuelles aus der Judenheit."
     

    20. September, Emil Krasny, „Der XV. Zionistenkongreß."
     

    ba
     

    4. Oktober, Dr. Viktor Kellner, Religiöses Welterleben."
     

    10
     

    20. Oktober, Dr. Max Eisler, "Rembrandts Judenbilder."
     

    1. November, Prof. Braun, "Vom Herzen zur Seele."
     

    15. November, Felix Weltsch,,,Eitelkeit."
     

    WIEN
     

    6. Dezember, Dr. Oswald Schwarz, „Die männliche
    Persönlichkeit."
     

    BLIOTHE
     

    20. Dezember, Präs. Dr. Felix Kohn, Gedenkrede auf Ober-
    rabbiner Perez Zwi Chajes.
     

  • S.

    102
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1927 folgende Brüder:
    Louis Adler (Graz),
     

    Fritz Blaskopf (Graz),
     

    Dr. Karl Eisinger,
     

    Otto David,
     

    Martin Fleischmann (Graz), Max Jaritsch,
     

    Felix Klaber,
     

    Dr. Alfred Kent,
     

    Heinrich Neumann (Graz),
     

    Albert Leicht,
     

    Bernh. Schwarz (Graz),
     

    Dr. Josef Schell,
     

    Salomon Schwarz (Graz),
     

    Adolf Wasservogel,
     

    Straßmann (Graz), Othmar Weiß (Graz),
    Eduard Trautmann (Graz).
     

    Dr. Siegm.
     

    Ausgetreten sind: Ludwig Herz ohne Abgangskarte und
    Richard Bass.
     

    Durch den Tod wurden der Vereinigung Wien" folgende
    Brüder entrissen: Dr. Hans Bauer, Edmund Immergut,
    Ferdinand Goldstein, Max Quittner, Julius Maahs."
    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug daher Ende 1927: 366,
     

    XXXVI. Beamtenrat (1928).
     

    Präs. Prof. Dr. Hans Königstein.)
     

    In der Generalversammlung vom 10. Jänner 1928 wurden
     

    vom Groß-Vizepräsidenten Dr. Wilhelm Knöpfmacher als
    Delegaten des s. w. Verbandes folgende Beamte installiert:
     

    Präs. Prof. Dr. Hans Königstein,
     

    Vize-Präs. Hofrat Dr. Sigmund Fuchs,
     

    Prot. Sekr. Ing. Georg Spielmann,
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzm. Johann Lichtenstein,
     

    Marschall Dr. Paul Eichenwald,
     

    Wächter Ing. Max Fischer.
     

    Die Sitzungstage bleiben unverändert, der Jahresbeitrag wird
     

    mit 100 S festgesetzt.
     

    Zu Repräsentanten werden die Expr. Dr. Edm. Kohn, Gott-
     

    lieb Lederer, Dr. Wilh. Knöpfmacher, Richard Pet-
    schek und Dr. Rudolf Fürth, zu Ersatzmännern Rudolf Kohn
     

    Prof.
     

    Hajek gewählt.
     

    und
     

    Zu Beiräten des Beamtenrates werden ernannt die Brüder:
     

    Dr. Hans Bermann, Dr. Jacob Deutsch, Dr. Max Jeru-
    salem, Dr. Josef L'owner, Dr. Moriz Maritschek, Dr.
    Jos. Nebenzahl, Julius Schwarz, Anton Stein und
    Ludwig Werner
    Pfleger-Obmann wird Br. Notar Dr.
    Julius Zum
     

    Dr.
     

    ernannt und leistet die Angelobung.
     

    Sohin
     

    die Ernennung, bezw. Wahl der Komitees.
     

    In den Sitzungen vom 7. und 21. Februar wird auf eine zu
    Gunsten des Vereines für Brustleidende veranstaltete Kino-
    vorstellung aufmerksam gemacht und zu deren Besuch aufgefordert.
    Das Kunst-Komitee hat Preise im Gesamtbetrage von 630 S
    zur Verteilung gebracht.
     

  • S.

    103
     

    Der Verein zur Unterstützung mittelloser israel. Studierender
    ist unter der Leitung des Notar Dr. Julius Bermann wieder
    reaktiviert worden und hielt am 27. Februar seine General-
     

    versammlung in unserem Heime ab.
     

    Am 5. April fand in unseren Räumen ein von der w.
    Massadah" veranstalteter Seder-Abend unter der Leitung des
    Vize-Großpräsidenten Dr. Wilhelm Knöpfmacher statt.
     

    Im Laufe der Jahre 1927 und 1928 wurden mehrfache Pro-
    gebracht und eingehend behandelt; die Verwirklichung derselben
    Scheiterte stets an dem Mangel der verfügbaren Mittel.
     

    jekte
     

    Am 6. Mai fand die Feier der Installierung unserer Tochter-
    vereinigung "Graz" in Graz unter zahlreicher Beteiligung der
    Brüder statt. Expr. Dr. Felix Kohn wurde zum Repräsentanten
    dieser Vereinigung gewählt.
     

    Am 14. Mai fand ein sogenannter Jungbrüder-Abend statt,
    zu dem alle in den letzten 3 Jahren aufgenommenen Brüder zu
    erscheinen hatten.
     

    Am 16. Oktober fand anläßlich des 25 jährigen Jubiläums
    der w.,,Eintracht" eine Festsitzung statt, an welcher sich die
    ,,Wien" lebhaft beteiligte.
     

    Im Laufe des Jahres 1928 wurden folgende Vorträge und
    Referate gehalten:
     

    24. Jänner, Dr. Walther Eckstein:,,Die Idee der Wieder-
    vergeltung des Gleichen mit Gleichem".
     

    7. Februar, Dr. Hugo Hermann:,,Engländer und Juden".
     

    21. Februar, Dr. Isak Robinsohn:,,Erez Jisroël und der
    Amerikanismus".
     

    6. März, Dr. Wilh. Pappenheim:,,Lebendes jüdisches
    Recht".
     

    20. März, Dr. Bernh. Wachstein: „Über die Haskala
    (Aufklärung)".
     

    3. April: Dr. Viktor Kellner: „Über die Lage in Palästina".
    Jonas-Schachtitz: Judenordnungen von Kaiser
    Josef II. bis Kaiser Ferdinand".
     

    17. April, Adolf Kapralik: "Prinzipien und Ausstrahlungen".
     

    3. Mai, Dr. Knöpfmacher: „Über den Verbandstag".
     

    15. Mai: Prof. Dr. Frankfurter: "Wechselwirkungen
    zwischen Judentum und Umwelt", nach dem Werke
    von Gutman.
     

    12. Juni: Großpräs. Jellin von Palästina: „Die Verhält-
     

    nisse in Palästina".
     

    2. Oktober, Dr. Viktor Kellner:,,Vom Wohltun".
     

    23. Oktober, Dr. Josef Schell:,,Gerechtigkeit".
     

    6. November, Prof. Dr. Braun:,,Letzte Hilfe".
     

    20. November, Dr. Walther Eckstein:,,Lebenshilfe".
     

    Dr. Rudolf Fürth: Korreferat über,,Letzte Hilfe".
     

  • S.

    104
     

    4. Dezember: Dr. Sigm. Fuchs: „Der Aberglaube bei
     

    den Juden".
     

    18. Dezember, Felix Salten: Vorlesung aus seinen Werken.
     

    Eingeführt wurden im Jahre 1928 folgende Brüder:
     

    Arthur Feldmann,
     

    Dr. Fritz Deutsch,
     

    Otto Hoffmann I Arch.,
     

    Siegfried Herzog,
     

    Otto Hoffmann II.
     

    Josef Schur
     

    Oskar Stössl,
     

    Vorgestellt: Dir. Simon Thieberger.
     

    Ausgetreten sind: Dr. Isidor Schwarzman und Max
     

    Grünberger.
     

    In die Vereinigung,,Graz" übergetreten sind folgende Brüder:
     

    Ignaz Adler,
     

    Dr. Alphons Adler,
     

    Louis Adler,
     

    Manfred Adler,
     

    Bernhard Biller,
     

    Dr. Arthur Bader,
     

    Isidor Deutsch,
     

    Fritz Blaskopf,
     

    Martin Fleischmann,
     

    Albin Engelsmann,
     

    Dr. Leopold Gutmann,
     

    Adolf Fürst,
     

    Géza Kraus,
     

    Ernst Herlinger,
     

    Heinrich
     

    Neumann,
     

    Fritz Langer,
     

    Eugen Pollak.
     

    Dr. Paul Neurath,
     

    Dr.
     

    Adolf Rendi,
     

    Gustav Pollak,
     

    Heinrich Riegler,
     

    Simon Rendi,
     

    Richard Schick,
     

    Bernhard Schwarz,
     

    Salomon Schwarz,
     

    Dr. Robert Sonnenwald,
     

    Armin Spitz,
     

    Dr. Julius Spieler,
     

    David Stern,
     

    Dr. Sigm. Strassmann,
     

    Dr. Emil Strauss,
     

    Edm. Trautmann,
     

    Dr. Alfred Weiss,
     

    Othmar Weiss.
     

    Paul Wolf,
     

    Durch den Tod wurden der Vereinigung Wien" folgende
     

    Brüder entrissen:
     

    Sigmund Blau,
     

    Sigmund Frankl,
     

    Josef Mautner,
     

    Ludwig Nettel,
     

    Sigmund Ratzersdorfer,
     

    Carl Stumm,
     

    Josef Sommer,
     

    Stefan Weiner.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug daher Ende 1928: 329.
     

    ST
     

    XXXVII. Beamtenrat (1929).
     

    (Präs.: Hofrat Dr. Siegmund Fuchs.)
     

    In der Generalversammlung vom 15. Jänner 1929 wurden
     

    vom Groß-Schatzmeister Ernst Simon als Delegaten des s. w.
     

    Verbandes folgende Beamte installiert: Heb
     

  • S.

    105
     

    movs Präs. Hofrat Siegmund Fuchs,
     

    iMm Prot. Sekr. Johann Lichtenstein,
    MFin. Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzmeister Gustav Oesterreicher,
    Marschall Stefan Quittner,
     

    Wächter Richard Weiss.
     

    Der Vizepräs. Dr. Siegmund Stiassny konnte wegen Orts-
    abwesenheit erst in der Sitzung vom 29. Jänner 1929 vom Groß-
    präs. Dr. Edmund Kohn installiert werden.
    Die Sitzungstage bleiben unverändert. Der Jahresbeitrag
    S 120 festgesetzt.
     

    wurde mit
     

    Zu Repräsentanten für das Jahr 1929 wurden einhellig ge-
    wählt die Expräsidenten: Dr. Edmund Kohn, Dr. Wilhelm
    Knöpfmacher, Richard Petschek, Rudolf Fürth, Rudolf
    Kohn und als Ers.-Stellvertreter Dr. Markus Hajek und Dr.
    Arnold Karplus. Zum Pflegerobmann wird wieder Br. Dr.
    Julius Bermann ernannt und leistet die Angelobung.
     

    Zu Beiräten des Beamtenrates werden folgende Brüder be-
    stellt: Dr. Hans Bermann, Arthur Dubsky, Dr. Max Jeru-
    salem, Dr. Benno Schallinger, Kom.-Rat Julius Schwarz,
    Ing. Georg Spielmann, Dir. Anton Stein, Hofrat Dr.
    Ludwig Werner, Hofrat Dr. Josef Löwner, Dr. Isak
    Robinsohn.
     

    Sohin erfolgt die Ernennung, bezw. Wahl sämticher Komitees.
    In der Sitzung vom 19. Februar wurde beschlossen, zur
    Herbeiführung eines näheren Kontaktes zwischen den Wiener
    Vereinigungen zwei Brüder zu den Sitzungen der w.,Ein-
    Yacht Wahrheit und Massadah zu delegieren.
     

    Das Kunst-Komitee bringt einen Betrag von S 850 zur Ver-
    an 9 Künstlerschüler.
     

    teilung
     

    Am 23. März fand ein vom Geselligkeits-Komitee unter Zu-
    ziehung eines Damen-Komitees veranstalteter Geselligkeitsabend
    mit ziemlich guter Beteiligung statt.
     

    Am 10. April fand ein Jungbrüder-Abend unter Zuziehung
     

    aller in den Jahren 1924-1928 eingeführten Brüder statt.
     

    In der Sitzung vom 2. April stellt Br. Hofrat Dr. Löwner
    einen Antrag auf intensivere Behandlung von aktuellen Prob-
    lemen der Judenheit wie Zionismus und Abwehr des Antisemi-
    und nach dessen wird dem geistigen Komitee zur Beratung
    Beschlußfassung an den s. w. Verband
     

    tismus. Der
     

    geleitet.
    Ver-
     

    Am 12. Mai wurde in dem unter der Patronanz der
    einigung Wien" stehendem Waisenhause eine sehr würdige
    Gedächtnisfeier für die Stifter Wilhelm und David Gutmann
    unter Vorsitz des Präsidenten Richard Petschek und zahl-
    reicher Beteilung der Brüder abgehalten. Die Gedächtnisrede
    hielt Br. Notar Dr. Julius Bermann.
     

    Am 11. Mai starb nach mehrmonatlicher schwerer Krankheit
    der allverehrte Begründer der Vereinigung,,Wien" und nunmehrige
    Großpräsident des s. w. Verbandes, Expr. Dr. Edmund Kohn.
     

  • S.

    106
     

    Die Trauersitzung zur Ehrung seines Andenkens wurde vom
     

    s. w. Verbande im großen Saale des Industriehauses am 21. Mai
    unter dem Vorsitze des Vize-Großpräsidenten Dr. Moriz
    Schnabel mit zahlreicher Beteiligung sämtlicher Vereinigungen
    des österr. Distriktes und der Distrikte VIII, X und XI abgehalten.
    Prof. Dr. Ludwig Braun hielt hierbei eine überaus eindrucks-
    volle Trauerrede, in welcher er die hohen Verdienste des Ver-
    blichenen um die Verpflanzung des Ordens nach Wien und um
    dessen Erstarkung in beredter Weise würdigte.
     

    gene dieser
    Beschluß wird in der Sitzung vom 4. Juni
     

    In der Sitzung vom 4. Juni wurde Br. Expr. Richard
    Petschek zum Pfleger für die Witwe nach dem verewigten
    Großpräs. Dr. Edmund Kohn bestellt und vereidigt.
     

    Am 23. Mai wurde im Beamtenrat beschlossen, an sieben
     

    Gewerbeschüler Stipendien von je S 60, zusammen S 420-
     

    zu
     

    werden folgende Subventionen in derselben Sitzung
     

    beschlossen:
     

    S 1000-
     

    Verein für hilfsbedürftige Waisen
     

    Handwerkerverein
     

    200°
     

    Brustleidende auf dem Lande
     

    500-
     

    Verein mittelloser Studierender
     

    300
     

    Asyl für mittellose Kranke in Meran
     

    500
     

    Seehospitz
     

    150
     

    Mittelstandsfürsorge
     

    500
     

    Jüdisches Museum
     

    300
     

    Verein zur Rettung verl. jüdischer Kinder
     

    500
     

    Seebenstein
     

    500
     

    Blinde in der Darwingasse
     

    100-
     

    Hiezu kommt noch der 39 Prozent Anteil der „Wien" an den
    von allen vier Wiener Vereinigungen gemeinsam bewilligten Sub-
    ventionen an diverse jüdische Institutionen und Vereine in der
    Höhe von S 6150-.
     

    Von den Kranzablösungsspenden (ca. S 3000-) zur Ehrung
    des verewigten Expr. Dr. Edmund Kohn wurde ein Teilbetrag
    (S 400-) für die Anlegung eines auf seinen Namen lautenden
    Gartens im Chajeswalde in Palästina bestimmt, 30 Prozent der
    Chewra Kadischah, 30 Prozent der Mittelstandsfürsorge.
     

    Die Sitzung vom 17. September wird mit einer eindrucks-
    vollen Trauerkundgebung für die Opfer der Araber-Revolte in
    Palästina, weiters für den um das Zustandekommen der Jewish
    Agency hochverdienten Louis Marshall, ferner für den dahin-
    geschiedenen Gr. Bundessekretär Boris Bogen in Amerika und
    für die im Laufe des Sommers verstorbenen Br. Emil Gold-
     

    berg und Expr. Gottlieb Lederer eröffnet.
     

    In der Sitzung vom 15. Oktober wurde die Beteiligung an
     

    der 70. Geburtstagsfeier des Prof. Dr. Alois Pick, derzeitigen
     

    Präsidenten der Kultusgemeinde, bekanntgegeben.
     

  • S.

    107
     

    Am 29. Oktober hält der Großpräsident Dr. Leo Baeck aus
    Berlin im Festsaale des Industriehauses unter dem Vorsitz des
    Vize-Großpräsidenten Dr. Schnabel einen Vortrag über das
    Thema Der Orden B'nai B'rith, wie ich ihn sehe." Die Beteili-
    gung der Brüder aller vier Wiener Vereinigungen war sehr zahl-
    reich. Der Vortrag bildete die Grundlage einer lebhaften Diskus-
    sion in der w.,,Eintracht."
     

    Am 16. November beteiligte sich die Vereinigung an der
    Festlichkeit, welche die w. "Wahrheit" anläßlich ihres zehn-
    jährigen Bestandes veranstaltete.
     

    Am 26. November hielt Expr. Dr. Ignaz Ziegler über
    Einladung des Verbandes im Saale des Niederösterreichischen
    Gewerbevereines einen Vortrag über das Thema: „Judentum und
    Menschheit."
     

    Am 3. Dezember wurde eine außerordentliche Generalver-
    sammlung zu dem Zwecke abgehalten, um eine zweckentsprechende
    Statutenänderung zu beschließen. Das hohe Verdienst, welches
    sich der w. Präsident bei der Vorbereitung und Stilisierung der
    neuen Statuten um die Vereinigung erworben hat, soll ganz
    besonders hervorgehoben werden.
     

    In der Sitzung vom 3. Dezember wurde zur Kenntnis gebracht,
    daß an dem am 23. November stattgehabten Verbandstage
    folgende Expräsidenten in das Generalkomitee gewählt worden.
     

    seien:
     

    Zum Groß-Präs. Dr. Moriz Schnabel,
     

    Vize-Großpräs. Prof. Dr. Ludwig Braun und Kom.-Rat
     

    Karl Klemperer,
     

    TODAY
     

    Groß-Sekr. Dir. Alexander Hecht,
     

    "
     

    Groß-Schatzm. Ernst Simon,
     

    Zu Mitgliedern Richard Petschek,
     

    Dr. Felix Kohn,
     

    Prof. Dr. Julius Zappert,
     

    Ob.-Med.-Rat Dr. Moriz Laub,
     

    Hofrat Prof. Dr. Salomon Frankfurter,
     

    Dr. Erich Saxl,
     

    Dr. Hermann Schneeweiß,
     

    Kom.-Rat S. Rendi.
     

    Der bisherige Vize-Großpräs. Dr. Wilhelm Knöpfmacher,
    welcher wegen seines vorgeschrittenen Alters eine Wieder-
    wahl abgelehnt hatte, wurde seiner Verdienste wegen zum Ehren-
    komitee ernannt. Der w. Präsident begrüßt die neugewählten
    Vizegroßpräsidenten mit ständigem Sitz und Stimme im General-
    Funktionäre und gibt der Genugtuung der Vereinigung über die
    dem Br. Dr. Knöpfmacher zuteil gewordene Auszeichnung
     

    Ausdruck.
     

    des Br. Ehren-Vizegroßpräsidenten Dr. Wilhelm Knöpfmacher
    In der Sitzung vom 17. Dezember wurde nach einem Referate
     

  • S.

    108
     

    eine neue Geschäftsordnung für die Vereinigung und gleichzeitig
    eine Geschäftsordnung für das Vorprüfungskomitee beschlossen.
     

    Nicht unerwähnt bleibe die wie alljährlich auch in diesem
    Jahre im Waisenhause am 26. Dezember abgehaltene schöne
    Chanukah-Feier, deren eindrucksvolle heitere und sinnvolle Dar-
    bietungen den zahlreich erschienenen Besuchern die besten Ein-
    drücke vermittelten und die daran sich anschließende Beteilung
     

    der Kinder zu einem schönen Feste gestalteten.
     

    Im Laufe des Jahres wurden folgende Vorträge und Diskus-
    sionen abgehalten:
     

    Am 29. Jänner, Dr. Josef Nebenzahl, „Die weltpolitische
    Lage der Juden im Jahre 1928".
     

    5. Februar, Dr. Ludwig Werner, Referat des Komitees
     

    für geist. Int. über Ziele und Zwecke des Bundes.
     

    19. Februar, Dr. Berthold Kardegg, Über York
     

    Steiner's Buch „Die Kunst als Jude zu leben".
     

    "
     

    5. März, Dr. Heinrich Haase, „Lessing".
     

    19. März, Dr. Max Meissner, Körper und Geist".
     

    "
     

    April, Dr. Jakob Ehrlich, „Die Minderheitsrechte
     

    2.
     

    in den Friedensverträgen".
     

    16. April, Dr. Viktor Kellner, „Über H. B. Gordon".
     

    7. Mai, Theodor Ehrenstein, „Über die Hagadah
    von Sarajewo".
     

    4. Juni, Dr. Georg Weiner,,,Die Wiener Juden im
    Jahre 1848-1849"
     

    17. September, Ernst Simon, „Über die Züricher
     

    "
     

    Tagung
     

    der Arbeitsgemeinschaft und Dr. Viktor
     

    Kellner,,,Züricher Eindrücke".
     

    1. Oktober, Dr. Isak Robinsohn,,,Über einen
    jüdisch-sozialen Selbstschutz".
     

    "
     

    13. Oktober, Dr. Wilhelm Pappenheim,,,Israel und
    Ismael"
     

    5. und 19. November, Diskussion über vorstehenden
    Vortrag.
     

    "
     

    5. Dezember, Dr. Josef Schell,,,Stammesgemein-
    schaft".
     

    17. Dezember, Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Ge-
    schäftsordnungen der Vereinigung und des Vor-
    prüfungskomitees.
     

    "
     

    Außerdem fanden im Komitee für geistige Interessen am
    21. März und 14. Mai Diskussionen über die von den Br.
     

    Dr. Werner und Hofrat Dr. Löwner angeregten Themen
    statt und am 11. November ein Vortrag des Br. Dr. Hermann
    Strieser der w.,,Silesia" über,,Die Nationalität, deren Wesen
    und Beziehung zum Judentum".
     

    Im Jahre 1929 wurde keine Einführung neuer Brüder vor-
     

    genommen.
     

  • S.

    109
     

    Ausgetreten sind; ge
     

    Expr. Georg Halpern mit Abgangskarte,
    Friedrich Klinger,
     

    Oskar Pfeifer.
     

    Durch den Tod verlor die Vereinigung Wien" im Jahre
     

    1929 folgende Brüder:
     

    Bernhard Goldberg,
     

    Emil Baruch,
     

    Armin Behr,lly disEmil Goldberg,
    Michael Weiß, Expr. Gottlieb Lederer,
    Robert Rosenfeld,
    Bernhard Wolkenstein.
     

    Benno Kahane,
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder betrug Ende 1929: 316.
     

    hadan
     

    XXXVIII. Beamtenrat (1930).
     

    In der Generalversammlung vom 7. Jänner 1930 wurden
     

    vom Br. Expr. Prof. Dr. Julius Zappert als Delegaten des
     

    s. w. Verbandes folgende Beamte installiert:
     

    timo Als Präs, Hofrat Dr. Siegmund Fuchs,
     

    Vize-Präs. Dr. Siegmund Stiassny,
     

    mov Hode
     

    Prot. Sekr. Dr. Richard Weiss,
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzmeister Alfred Tausig,
     

    Marschall Dr. Josef Nebenzahl.
     

    bead
     

    Der Br. Wächter, Med.-Rat Dr. Heinrich Haase wurde in
     

    der Sitzung vom 21. Jänner 1930 ernannt.
     

    Die Sitzungstage bleiben unverändert 1. und 3. Dienstag
     

    im Monat.
     

    Der Jahresbeitrag wurde mit S 120 festgesetzt.
     

    Zu Repräsentanten wurden gewählt die Expräsidenten
    Richard Petschek, Dr. Rudolf Fürth, Rudolf Kohn, Prof.
    Dr. Markus Hajek, Prof. Dr. Ludwig Braun, Dr. Albert
    Eisinger, Baurat Dr. Arnold Karplus, Dr. Josef Alt, Prof.
    Dr. Hans Königstein und Hofrat Dr. Sigm. Fuchs. Zum
    Pflegerobmann wird wieder Br. Notar Dr. Julius Bermann
     

    zu seinem Stellvertreter Br. Dir. Ernst Goldschmidt
     

    und
     

    bestellt; beide leisten die Angelobung.
    Zu Beiräten im Beamtenrate wurden vom Präsidenten fol-
     

    gende Brüder ernannt:
     

    Hans Bermann, Dr. Walter Eckstein, Johann Lichten-
    Zunächst die Obmänner sämtlicher Komitees, ferner Dr.
    stein, Hofrat Dr. Josef Löwner, Dr. Wilhelm Pappen-
    heim, Dr. Benno Schallinger, Kom.-Rat Julius Schwarz,
    Ing. Georg Spielmann, Dr. Siegmund Strach und Hofrat
     

    Dr. Ludwig Werner.
     

  • S.

    110
     

    Die Wahl, bezw. Ernennung sämtlicher Komitees wird wegen
     

    vorgerückter Zeit auf die nächste Sitzung verschoben.
     

    In der Sitzung vom 21. Jänner stellt Br. Dr. Wilhelm
    Knöpfmacher den Antrag, daß dem Kranken-Komitee auch
     

    die Agenden einer inneren Propaganda übertragen werden mögen.
    Dieser Antrag sollte dem Kranken-Komitee zur Durchführung
     

    überwiesen werden.
     

    Dem Br. Prof. Dr. Alois Pick wurde das große Ehren-
    zeichen für Verdienste um die Republik verliehen, wozu ihm in
    der Sitzung vom 4. Februar die Glückwünsche der Vereinigung
    ausgesprochen wurden.
     

    Die Statutenänderung wurde vom Magistrat der Stadt Wien
    genehmigt.
     

    Am 27. Februar fand eine Festsitzung der Massadah" an-
    läßlich ihres 10jährigen Bestandes statt, an welcher sich neben
    auswärtigen Gästen und Brüdern aller österreichischen Vereini
    gungen auch unsere Vereinigung mit Beglückwünschung beteiligte.
    Veranstaltung regelmäßiger geselliger Zusammenkünfte im
    Café Colonnaden an jedem Mittwoch-Abend.
     

    Über Antrag des Kunst-Komitees werden an mehrere Kunst-
    anwärter Subventionen im Gesamtbetrage von S 1160 zuerkannt.
    Änderung der Geschäftsordnung des Vorprüfungs-Komitees
    nach Antrag des Br. Dr. Knöpfmacher laut Protokoll vom
    18. März 1930.
     

    In der Sitzung vom 1. April findet eine Trauerkundgebung
     

    für Lord Balfour und für den Präsidenten Taft statt.
     

    Am 22. März Geselligkeitsveranstaltung in den Vereinsräumen.
    Am 12. April wurde im Vereins-Speisesaal ein Seder-Abend
    unter Leitung des Br. Dr. Knöpfmacher abgehalten, welcher
    von 87 Teilnehmern besucht war und einen sehr würdigen Ver-
    lauf nahm.
     

    In einer vom s. w. Großpräsidenten im April einberufenen
    Sitzung sämtlicher Expräsidenten wurde die Lokalfrage einer ein-
    gehenden Erörterung unterzogen und hieran anknüpfend wurde
    in der Sitzung vom 15. April eine von Br. Dr. Knöpfmacher
    eingeleitete Diskussion über Lokalfragen abgehalten.
     

    In der Sitzung vom 6. Mai wurden folgende Brüder in die
    Vereinigung eingeführt: Alfred Feuerstein, Dr. Walter
    Hausmann, Wilhelm Modley, Ignaz Pollach, Dr. Arthur
    Zacharias Schwarz und Wilhelm Weinberger.
     

    Am 9. Mai fand auf dem Zentralfriedhofe die Enthüllung des
    Grabsteines für weiland Großpräsident Dr. Edmund Kohn statt.
    Die Sitzung vom 20. Mai wurde als außerordentliche Gene-
    ralversammlung abgehalten, weil in derselben eine Erhöhung von
    S 80 auf den Jahresbeitrag beschlossen wurde.
     

    In dieser Sitzung wird berichtet, daß anläßlich der Ein-
    weihung des Grazer Logenheims vom s. w. Verbande im Vereine
     

    mit den Wiener Vereinigungen ein vom Br. Stössel gemaltes Bild
     

  • S.

    111
     

    des Br. Expräs. Simon Rendi, des Begründers dieses Logenheims,
    der w. Vereinigung „Graz" zum Geschenke gemacht wurde.
     

    Weiters wäre eine in derselben Sitzung stattgehabte leb-
    hafte Erörterung über Information- und Abwehrbetätigung der
    Vereinigung (eingeleitet von Br. Dr. Jakob Ornstein) her-
     

    vorzuheben.
     

    In Laufe der Sommerferien 1930 wurde eine gründliche
    Renovierung der Vereinslokalitäten, namentlich des Sitzungs- und
    Speisesaales unter der Leitung des Br. Architekt Josef Hahn
    der w. Wahrheit" durchgeführt; hierüber wurde in der Sitzung
    vom 25. September 1930 berichtet.
     

    In der Sitzung vom 8. Oktober wurde auf Antrag des Br.
    Expr. Dr. Felix Kohn beschlossen, zur Ehrung des Andenkens
    unseres verewigten Br. Prof. Dr. Wilhelm Jerusalem einen
    Wettbewerb auszuschreiben über das Thema, das ungefähr zu
    lauten hätte „Die Entwicklung der Soziologie des Erkennens
    und des Wissens seit Wilhelm Jerusalem", und diesen Wett-
    bewerb mit einem Preise von S 1000 zu dotieren, welcher
    eventuell durch die Vereinigung,,Wien" zu leisten sein sollte.
    In der Sitzung von 21. Oktober fand eine vom Br. Expr. Dr.
    Wilhelm Knöpfmacher zur Feier des 35. Jahrestages der
     

    Gründung der Vereinigung Wien" gehaltene Ansprache mit
    irzem Überblick über diese Gründungsepoche statt."
     

    In der letzten Sitzung vom 16. Dezember wurde in loben-
     

    den Worten die im Waisenvereine stattgehabte Chanuka-Feier
    hervorgehoben. (ree
     

    Im Laufe des Jahres 1930 wurden folgende Vorträge und
     

    Diskussionen abgehalten:
     

    Am 21. Jänner, Br. Dr. Isak Robinsohn:,,Die Reform-
     

    bedürftigkeit unseres Aufnahmeverfahrens".
     

    Dr. Walther Eckstein: Jüdisches im
     

    Chm".
     

    4.
     

    4. März, Dr. Jakob Ornstein: Die Tätigkeit der
     

    "
     

    Israel. Kultusgemeinde, erläutert durch ihr Budget."
     

    18. März, Dr. Viktor Kellner:,,Die religiöse Lyrik
    Gabirols".
     

    "
     

    1. April, Dr. Josef Nebenzahl: Die derzeitige
     

    "
     

    weltpolitische Lage der Juden"
     

    April, Expr. Dr. Wilhelm Knöpfmacher: „Über
     

    15.
     

    "
     

    interne Logenfragen".
     

    6. Mai, Vize-Großpräs. Dr. Ludwig Braun:,,Volks-
     

    und Wunderglaube".
     

    medizin und
     

    25. September, Arch. Otto Hoffmann: „Die mo-
     

    derne Synagoge".
     

    8. Oktober, Dr. Heinrich Haase:,,Das vatikanische
     

    Konzil vom Jahre 1870 und die Juden".
     

    21. Oktober, Dr. Julius Bunzel:,,Zur Soziologie der Loge".
     

  • S.

    112
     

    Am 4. November, Dr. Leo Deutschländer: „Die
     

    religiöse Krise im Judentum".
     

    18. November, Dr. Arthur Zacharias Schwarz: „Jü-
     

    dische Parallelen im Dante".
     

    16. Dezember, Ob.-Ing. Otto Krasny:,,Das Weiß-
    buch der englischen Regierung".
     

    Im Laufe des Jahres sind folgende 10 Brüder gestorben :
     

    Ludwig Fränkel (2. März), Isidor Mautner (13. April).
    Ludwig Samek (20. April), Anton Schönfeld (21. Mai).
    Dr. Julius Bermann (28. Mai), Julius Lindenberg
    (9. August), Emanuel Braun (10. August), Arnold Rosen-
     

    thal (14. September), Dr. Siegmund Strach (30. Oktober),
    Heinrich Pollak (26. November).
     

    Ausgetreten sind folgende 9 Brüder:
     

    Dozent Paul Biach,
     

    Wilhelm Adler,
     

    Arthur Lemberger,
     

    Dr. Paul Klemperer,
     

    Rudolf Pollak,
     

    Eugen Lenhoff,
     

    Dr. Berthold Winter,
     

    Richard Schwarz,
     

    Isidor Weil.
     

    Die Zahl unserer Brüder betrug Anfangs 1930: 316; ge-
    storben sind 10, ausgetreten sind 9, eingeführt wurden 6, so daß
    wir am Ende des Jahres 1930 einen Mitgliederstand von 303
     

    ausweisen.
     

    XXXIX. Beamtenrat (1931).
     

    In der Generalversammlung vom 6. Jänner 1931 wurden
     

    vom Br. Expr. Primarius Dr. Josef Bondi als Delegaten des
     

    s. w. Verbandes folgende Beamte installiert:
     

    Als Präs. Dr. Siegmund Stiassny,
     

    Vize-Präs. Kom.-Rat Julius Schwarz,
     

    "
     

    Prot. Sekr. Johann Lichtenstein,
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzm. Dr. Paul Raumann,
     

    Marschall Ob.-Med.-Rat Dr. Heinrich Haase,
     

    Wächter Max Jaritsch.
     

    Als Sitzungstage wurden wie bisher der 1. und 3. Dienstag
     

    im Monat bestimmt. Der Jahresbeitrag wird mit S 200 festgesetzt.
    Als Repräsentanten für den Verbandstag wurden gewählt die
    Expräsidenten: Alt, Braun, Eisinger, Fuchs, Fürth,
    Hajek, Karplus, Kohn, Königstein und Petschen
    Zu Beiräten im Beamtenrat wurden vom w. Präsidenten
    außer den Obmännern sämtlicher Komitees folgende Brüder ek
    nannt: Dr. Hans Bermann, Arthur Dubsky, Walther Eck-
    stein, Theodor Ehrenstein, Dr. Josef Nebenzahl, Dr.
    Wilhelm Pappenheim, Dr. Benno Schallinger, Georg
     

  • S.

    113
     

    Zum Pfleger-Obmann wurde Dir. Ernst Goldschmidt bestellt.
    Spielman n, Dr. Richard Weiss und Dr. Ludwig Werner.
     

    Sohin erfolgt die Wahl und die Ernennung sämtl. Komitees.
    In der Sitzung vom 3. März stellt Br. Dr. Knöpfmacher
    den Antrag, daß die Vereinigung,,Wien" an dem bevorstehenden
    Verbandstag eine Abänderung der Verbandsstatuten dahingehend
    Zuge-
    hörigkeit zum Bunde besondere Verdienste um ihre Vereinigung
    haben, ohne das Amt des Präsidenten bekleidet zu haben,
    erworber die Rechte eines Expräsidenten und somit die Zu-
    gehörigkeit zur Grologe verliehen werden könnte. (Dieser in
    der Sitzung vom 17. März angenommene und sohin namens der
    Vereinigung,Wien" am Verbandstage des Jahres 1931 gestellte
    Antrag wurde abgelehnt).
     

    In der Sitzung vom 21. April wurde beschlossen, für die
    Preisausschreibung zum Gedächtnisse unseres verewigten Br.
    Prof, Wilhelm Jerusalem über das Thema: Soziologie des
    Erkennens und Wissens" einen Betrag von S 1000 aus den
    Mitteln des Dr. Wilhelm Knöpfmacher- und Dr. Wilhelm
    Jerusalem-Fondes" zur Verfügung zu stellen.
     

    Auf Anregung des Br. Prof. Eisler von der w.,Wahr-
    heit" würde einvernehmlich mit den anderen Vereinigungen eine
    Hilfsaktion zur Versendung von Lebensmittelpaketen an unsere
    Glaubensbrüder nach Rußland eingeleitet.
     

    Am 1. April wurde im Logenraume unter dem Vorsitze des
    Br. Expr. Dr. Knöpfmacher ein Seder-Abend abgehalten,
     

    an welchem sich zahlreiche Brüder mit ihren Angehörigen be-
    teiligten.
     

    Am 11. April fand im Kursalon der Stadt Wien ein von
    den Geselligkeits-Komitees aller vier Vereinigungen veranstalteter
    heiterer Abend statt, der einen sehr gelungenen Verlauf nahm.
    Am 6. Dezember fand wie alljährlich in den unter der Patro-
    nanz der Vereinigung,,Wien" stehenden Waisenhäusern, in welchen
    111 Waisenkinder verpflegt und erzogen wurden, eine schöne
    Chanuka-Feier statt, welche den zahlreichen Besuchern neuerlich
    Gelegenheit bot, die musterhafte Leitung dieses unter dem Prä-
    sidium des Br. Expr. Richard Petschek stehenden Vereines
     

    kennen und schätzen zu lernen.
     

    Im Laufe des Jahres 1931 wurden von den Brüdern für
    wohltätige und kulturelle Zwecke insgesamt S 36.495-77 ge-
    spendet, welche diversen Fonden und Institutionen zugute kamen.
     

    S 81.745-98 von der Vereinigung,,Wien" verausgabt, hievon
    Insgesamt wurden im Jahre 1931 für Wohltätigkeitszwecke
    entfielen ca. S 40.000- auf Unterstützungen nach innen.
    unentgeltlichen Verpflegung Brustleidender auf dem Lande hat
     

    Der unter der Patronanz der Wien" stehende Verein zur
    dank der segensreichen Betätigung seines Obmannes Prof. Dr.
     

  • S.

    114
     

    Ludwig Braun und seines besonders rührigen und pflicht-
    eifrigen Schriftführers, des Br. Johann Lichtenstein, gute
     

    Erfolge erzielt.
     

    Insbesondere ist zu erwähnen, daß es den Bemühungen des
    Obmannes gelungen ist, den Dichter Jacob Wassermann zur
    Abhaltung einer Vorlesung zu gewinnen. Diese Vorlesung fand
    am 7. Mai im Mittleren Konzerthaussaale statt und gestaltete den
    Abend zu einem gesellschaftlichen Ereignisse mit einem schönen
    finanziellen Ergebnisse für den vorbezeichneten Verein,
     

    Im Laufe des Jahres 1931 wurden folgende Vorträge und
    Diskussionen abgehalten:
     

    Am 21. Jänner, Br. Dr. Wilhelm Pappenheim: „Revo-
    lution in der Wüste".
     

    1. Februar, Br. Rabb. Dr. Erich Bienheim aus Darm-
     

    11
     

    stadt:,,Die Bibel und das moderne Lebensgefühl".
     

    17. Februar, Br. Prof. Dr. Viktor Kellner: „Die
    prophetische Sendung"
     

    3. März, Br. Dr. Walther Eckstein: „Egoismus
    und Altruismus"
     

    17. März, Br. Expr. Dr. Adolf Altmann, Rabbiner in
     

    Triest: ,,Das früheste Vorkommen der Juden in Deutsch-
    land, Juden in Trier"
     

    21. April, Br. Adolf Böhm:,,Zur Palästinafrage".
     

    " 5.
     

    Br. Univ.-Prof. Dr. Walter Hausmann:
     

    lichtwirkungen auf den Menschen".
     

    nailed
     

    19. Mai, Br. Prof. Julius Urbach:,,Die Lüge im
    Lichte der modernen Psychologie und Pädagogik".
     

    -sd >>
     

    2. Juni, Br. Dr. Eduard Hitschmann:,,Zu Br. Sig-
    mund Freud's 75. Geburtstag" und Referat des Ehren-
    Vizegroẞpräsidenten Dr. Wilhelm Knöpfmacher
    über den Verbandstag.
     

    hey "
     

    mil
     

    15. September: Diskussion über eine Anregung des Br.
     

    Dr. Siegmund Weiss betreffs Ausbildung jüdischer
    Pflegerinnen.
     

    6. Oktober, Br. Dr. Viktor Kellner:,,Zionismus
    nach dem Kongreẞ".
     

    20019
     

    19. Oktober, Schriftsteller Dr. Hans Kohn:,,Bolsche-
    wismus und Religion".
     

    3. November, Br. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Braun:
     

    ,,Eine Plauderei über den Shylock von Shakespeare".
     

    17. November, Br. Johann Lichtenstein: „Rußland
     

    und die Weltwirtschaft".
     

    1. Dezember, Br. Dr. Josef Schell: „Über die an-
     

    gebliche Justizkrise"
     

    15. Dezember, Br. Präs. Dr. Siegmund Stiassny:
    ,,Aus meinem Leben, Dichtung und Wahrheit".
     

  • S.

    115
     

    Außerdem fand am 6. Mai für die Mitglieder aller 4 Wiener
    Vereinigungen ein Vortrag des Herrn Heinrich York Steiner
    statt: Neue Wege der Orientwirtschaft".
     

    Weiters wurde am 25. November von Br. Dr. Wilhelm
    Knöpfmacher ein Jungbrüder-Abend abgehalten, mit dem
    Thema: Ziele und Zwecke des Ordens B'nai B'rith und
     

    Chronik der Vereinigung,,Wien".
     

    Im Laufe des Jahres wurden folgende 3 Brüder in die Vereini-
    gung eingeführt, und zwar: Univ.-Prof. Dr. Heinrich Schur, Dr.
     

    Stefan Bondi, Dir. Wilhelm Roth.
     

    Im Laufe des Jahres 1931 hat die Vereinigung Wien" folgende
    13 Brüder durch den Tod verloren: Ignaz Gewitsch, Alois
    Fischl, Ernst Lemberger, Moriz Steinberger, Karl
    Heller, Moritz Fischer, Gustav Stiassny, Dr. Franz
    Schmitz, Dr. Edmund Sos, Moritz Winterstein, Wilhelm
    Heller, Wilhelm Karpeles, Edmund Fanta.
     

    Ausgetreten sind folgende 8 Brüder: Karl Fantl, Ignaz
    Glück, Siegfried Sekules, Dr. Viktor Bloch, Dr. Hans
    Berger, Adolf Sommer, Julius Kraus, Ignaz Neumann.
    Die Anzahl unserer Brüder betrug Anfangs 1931: 303; ein-
    geführt wurden 3, gestorben sind 13, ausgetreten sind 8, so daß
    die Loge am Ende des Jahres 1931 einen Mitgliederstand von
    285 ausweist.
     

    XL. Beamtenrat (1932).
     

    (Präsident Kom.-Rat Julius Schwarz.)
     

    In der Generalversammlung vom 5. Jänner wurden durch
     

    den Vize-Großpräsidenten Karl Klemperer als Delegaten des
     

    s. w. Verbandes folgende Beamte für das Jahr 1932 installiert:
     

    Als Präsident Kom.-Rat Julius Schwarz,
     

    mis
     

    Vize-Präsident Dir. Johann Lichtenstein,
     

    Prot. Sekr. Dr. Josef Nebenzahl,
     

    Fin.-Sekr. Ludwig Abeles,
     

    Schatzm. Dr. Paul Raumann,
     

    115851
     

    Marschall Leo Neuschüler,
    Wächter Dr. Jakob Schmelz.
     

    Als Sitzungstage wurden wie bisher der 1. und 3. Dienstag
     

    im Monat bestimmt und der Jahresbeitrag wurde mit S 200-
    festgesetzt.
     

    Zu Repräsentanten für den s. w. Verband wurden gewählt
    die Expräsidenten Dr. Josef Alt, Prof. Dr. Ludwig Braun,
    Dr. Albert Eisinger, Dr. Rudolf Fürth, Prof. Dr. Markus
    Hajek, Dr. Arnold Karplus, Rudolf Kohn, Prof. Dr. Hans
    Hofrat Dr. Sigmund Fuchs, Dr. Sigmund Stiassny.
    Königstein und Richard Petschek; zu Ersatzmännern:
     

    Zu Beiräten für den Beamtenrat ernannte der w. Präsident
    folgende Brüder: Dr. Hans Bermann, Bernhard Bottwin,
     

  • S.

    116
     

    Ing. Arthur Dubsky, Dr. Walther Eckstein, Theodor
    Ehrenstein, Dr. Heinrich Haase, Dir. Max Jaritsch,
    Hofrat Löwner, Stefan Quittner, Dr. Wilhelm Pappen-
    heim, Dr. Benno Schallinger, Dr. Josef Schell, Ing.
    Georg Spielmann, Kom.-Rat Josef Toffler, Dr. Richard
    Weiß und Hofrat Dr. Ludwig Werner.
     

    Pflegerobmann verblieb Dir. Ernst Goldschmidt.
     

    Sohin erfolgte die Wahl und Ernennung sämtlicher Komitees.
    Im Laufe des Jahres 1932 wurden 20 Vollversammlungen
    abgehalten, welche durchschnittlich von 80 Brüdern besucht waren.
    Am 31. Mai fand eine Trauersitzung zum ehrenden Gedenken
    unseres verewigten Br. Hofrat Dr. Josef Löwner statt, in
    welcher Br. Expr. Dr. Felix Kohn die Trauerrede hielt.
     

    In den Sitzungen würden folgende Vorträge und Referate
    gehalten:
     

    Am 19. Jänner, Br. Adolf Böhm (d. w.,,Wahrheit"), „Die
    Volkswirtschaftskrise".
     

    2. Februar, Br. Dozent Dr. Oswald Schwarz (d. w.
    Eintracht"), „Schuld und Krankheit".
     

    16. Februar, Frau Dr. Ida Kestenbaum-Berger
     

    und Frau Dr. Heny Rapaport-Lichtenstern,
     

    Ziele und Leistungen der jüdischen Frau".
     

    1. März, Br. Prof. Dr. Heinrich Schur,,,Wandlungen
     

    "
     

    in der Medizin in den letzten Jahrzehnten".
     

    März, Br. Rabbiner Dr. David Feuchtwang
    Eintracht Kulturhistorische Bedeutung der
     

    15.
     

    "
     

    klassischen Übersetzungen der Bibel".
     

    5. April, Br, Johann Lichtenstein,,,Die Bezie-
     

    hungen Goethes zum Judentum".
     

    19. April, Br. Dr. Alfred Kestenbaum,,,Goethe als
     

    "
     

    Naturforscher" und Br. Dr. Wilhelm Pappenheim,
    Goethe und kein Ende".
     

    3. Mai, Br. Dr. Rudolf Brichta,,,Mitteleuropa, Pläne
    und Tatsachen".
     

    "
     

    31. Mai, Br. Expr. Dr. Wilhelm Knöpfmacher:
     

    "
     

    1. Bericht über den Verbandstag. 2. Diskussion über
     

    das Thema „Mittel und Wege zur Abwehr".
     

    7. Juni, Fortsetzung der Diskussion über ,,Mittel und
    Wege zur Abwehr".
     

    20. September, Br. Prof. Dr. Viktor Kellner,,,Juden-
     

    tumsnot"
     

    4. Október, Br. Prof. Dr. Edm. Jerusalem (,,Wahr-
    heit"), Zur Erinnerung an meinen Vater, Prof.
    Wilhelm Jerusalem".
     

    aint
     

    20. Oktober, Br. Rabbiner Dr. Arthur Z. Schwarz,
    Das Judentum als Gegenstand der Wissenschaft"
     

    :039
     

    1. November, Br. Prof. Dr. Max Eisler (,,Wahrheit"),
    absplo!
     

    wo,,Der Maler Josef Israel"
     

  • S.

    117
     

    Am 16. November, Br. Dr. Walther Eckstein,,,Spinoza,
     

    der Mensch und Denker".
     

    A SICT
     

    6. Dezember, Br. Dr. Paul Eichenwald,,,Das
    Weltbild im Spiegel des Mythos".
     

    20. Dezember, Br. Expr. Dr. Wilh. Knöpfmacher,
    Die Anträge der w.,,Massadah" vom Standpunkte
     

    mab 02-188 des Logengedankens"
     

    - Außerdem sprach am 27. Jänner 1932 auf Einladung des
     

    s. w. Verbandes der rühmlich bekannte hebräische Dichter
     

    Chajim N. Bialik in unserem Logensaal über die von ihm
    propagierte Idee eines Verlages hebräischer Werke.
     

    Eine im Anschlusse an diesen Vortrag veranstaltete Sammlung
    in unserer Vereinigung ergab ca. S 300-, welche zur Anschaffung
    hebräischer Bücher verwendet wurden.
     

    In offenen, auch den Frauen zugänglichen Versammlungen
    sprach überdies noch der ausgezeichnete Publizist Dr. Hans
    Kohn am 10. Jänner über „Modernes Leben im Orient" und
    am 5. November über,,Das Judenproblem in Deutschland".
     

    stol
     

    Außerhalb unserer Vereinsräume hielten zwei Brüder unserer
    Vereinigung Vorträge und zwar der Br. Dr. Jakob Ornstein am
    9. Jänner im Niederösterreichischen Gewerbeverein über,,Das
    Toleranzpatent Josefs Il." und Br. Ob.-Med.-Rat Dr. Heinrich
    Haase am 28. Februar im Wissenschaftlichen Klub über
    ,,Roma israelitica".
     

    Nach allen in unseren Vereinsräumen abgehaltenen Sitzungen
    fanden die üblichen Brudermahle statt, welche zur Hebung der
    Geselligkeit unter den Brüdern beitrugen.
     

    Außerdem wurden auf Initiative des w. Präsidenten sogenannte
    Heimabende bei einzelnen Brüdern veranstaltet, um gegenseitigen
    freundschaftlichen Anschluß und Gedankenaustausch zu fördern.
    Am 21. März wurde von allen Wiener Vereinigungen
    gemeinsam ein geselliger Abend im Café,,Freyung" veranstaltet,
    welcher sehr gut besucht war und sehr angenehm verlief.
     

    Dem Zwecke einer innigeren Gestaltung der Beziehungen
    unter den Brüdern diente auch die Veranstaltung eines Zusammen-
    treffens der Wiener, Salzburger und Linzer Brüder in Salzburg.
    Die unter der Patronanz der Vereinigung,,Wien" stehenden
    humanitären Vereine und Institutionen wurden auch in diesem
    Jahre von Brüdern geleitet und gefördert; hierbei sei insbesondere
    das segensreiche Wirken des Bruders Richard Petschek als
    Präsident des,,Waisenvereines", und der Brüder Prof. Dr. Ludwig
    Braun und Johann Lichtenstein als Leiter des ,,Vereines
    zur Verpflegung Brustleidender" besonders hervorgehoben.
     

    Ein Sederabend im Logenraume wurde unter großer Beteili-
     

    gung der Brüder und ihrer Angehörigen abgehalten.
     

    Ebenso erfreute sich die in diesem Jahre im Mädchenwaisen-
    hause abgehaltene Chanukafeier einer überaus lebhaften Beteili-
     

    gung der Vereinsmitglieder.
     

  • S.

    118
     

    Für wohltätige und kulturelle Zwecke sind von der Vereini-
    gung insgesamt S 67.739-31 aufgewendet worden.
     

    Die Auf-
    wendungen der Vereinigung für interne Fürsorge beliefen sich
    auf S 36.674-61; für Wohltätigkeit nach außen wurden S 31.064-70
    verausgabt.
     

    Außerdem wurde für ein Werk zum Andenken an unseren
     

    Br. Prof. Wilhelm Jerusalem ein Betrag von S 831-50 dem
    Dr. Wilhelm Knöpfmacher- und Dr. Wilhelm Jerusalem-
    Fonde entnommen.
     

    Von der Mitgliederbewegung ist zu berichten:
     

    Es wurden im Jahre 1932 folgende vier Brüder eingeführt:
    Dr. Erich Singer, Dozent Dr. Erich Urbach, lisidor Eisen-
    bruch, Fritz Reisner.
     

    Dagegen wurden uns 16 Mitglieder durch den Tod entrissen,
    nämlich: Jakob Holzer, Dr. Richard Goldmann, Hofrat
    Dr. Wilhelm Herzka, Hofrat Dr. Josef Löwner, Alois
    Liebermann, Primarius Dr. Isak Robinsohn, Adolf
    Wiener, Dr. Rudolf Schwarz-Hiller, Otto Reimann,
    Felix Pollak-Parnegg, Dir. Otto Schickler, Dir. Anton
    Stein, Ing. Max Fischer, Dr. Sal. Lö bl, Adolf Frankl
    und Landesrabbiner Dr. Josef Link.
     

    Ausgetreten sind folgende fünf Mitglieder: Ing. Arnold
    Spritzer, Erich Ernst Simon, Dr. Felix Kardegg, Bruno
    Buchwald und Samuel Glückselig.
     

    Die Anzahl unserer Brüder betrug Anfang 1932 285, einge-
    führt wurden 4, gestorben sind 16, ausgetreten 5, so daß die
    Loge am Ende des Jahres 1932 einen Mitgliederstand von 268
     

    ausweist.
     

    bol us d
     

    apninginios
     

    binw
     

    10gill mis manis
     

    - el nuen oib nous ainsib arab b
     

    dzież a bill boundslanib enllest
     

    moesib al dous
     

    bonoitua ben soins
     

    bresden ist deidad bm totily mobing nove
    als dedalo bi aband
     

    gwbl for
     

    billab bouesnisnavnesWeb usbla
     

    nododagon
     

    3
    brozed "bebis gallus
     

    dou blow menggol mi bosdabe2
     

    inledande magidan adi ham sobib yog
    -avelswerab&Model mariboi sib dala atualas omad
    -alune antierlagds out
    bailytimenians 15 20
     

  • S.

    16
     

    119
     

    mladliW terus cab satantan
    Hamil
     

    dus sy by
     

    XLI. Beamtenrat (1933).
     

    sm
     

    In der Generalversammlung vom Jänner 1933 wurden durch
     

    den Expräsidenten Hofrat Dr. S. Frankfurter als Delegaten
    des S. w. Verbandes folgende Beamte für den Termin 1933
     

    installiert:
     

    Als Präsident: Johann Lichtenstein,
     

    Vizepräsident: Hofrat Dr. Ludwig Werner,
     

    prot. Sekretär: Gustav Gelb,
     

    Finanzsekretär: Ludwig Abeles,
     

    Schatzmeister: Joab Friedmann,
     

    Marschall: Dr. Friedrich Kornfeld,
     

    "
     

    Wächter: Arch. Otto Hoffmann.
     

    "
     

    Als Sitzungstage wurden wie bisher der 1. und 3. Dienstag
     

    im Monat bestimmt, der Jahresbeitrag wurde mit S 200.
    festgesetzt.
     

    Zu Repräsentanten für den s. w. Verband wurden folgende.
    Expräsidenten gewählt: Dr. Josef Alt, Prof. Dr. Ludwig Braun,
    Dr. Albert Eisinger, Dr. Rudolf Fürth, Prof. Dr. Markusz
    Hajek, Dr. Arnold Karplus, Rudolf Kohn, Prof. Dr. Hans.
    Königstein, Richard Petschek; zu Ersatzmännern: Expr.
    Hofrat Dr. Sigmund Fuchs, Dr. Sigmund Stiassny und
    Julius Schwarz.
     

    Zu Beiräten in den Beamtenrat folgende Brüder: Dr. Hans
    Bermann, Alois Donne baum, Artur Dubsky, Theodor
    Ehrenstein, Dr. Emil Eisler, Dr. Heinrich Haase, Otto
    Hoffmann, Max Jaritsch, Dr. Josef Nebenzahl, Stefan
    Quittner, Dr. Wilhelm Pappenheim, Dr. Paul Raumann,
    Dr. Benno Schallinger, Georg Spielmann, Josef
    Toffler, Dr. Josef Schell, Dr. Richard Weiss.
     

    Am 26. Jänner fand in unseren Räumen auf Initiative des
    Präsidenten Johann Lichtenstein eine Besprechung von
    25 Frauen statt, welche die Gründung einer Schwestern-
    vereinigung ins Auge faßten. Diese Vereinigung wurde dann im
    März 1933 ins Leben gerufen und Frau Dozent Sofie Grün-
    feld zur Präsidentin gewählt. Ihr Zweck sollte sein, die Zu-
    sammengehörigkeit zwischen den Familien der Brüder zu stärken
    und die Vereinigung in ihrem humanitären Wirken zu unterstützen.
    Am 31. Jänner fand ein geselliger Abend im Kaffee Landt-
    mann statt, welcher einen sehr schönen Verlauf nahm und auch
    von Mitgliedern der anderen Wiener Vereinigungen besucht war.
     

  • S.

    120
     

    Am 16. Februar fand die Neukonstituierung des Baurat Wilhelm
     

    Stiassny-Vereines zur Unterstützung israelitischer Handwerker
    und Kleingewerbetreibender unter dem Vorsitze des Expr. Dr.
    Sigmund Stiassny statt. Es wurden gewählt zum :
     

    Obmann: Dr. Sigmund Stiassny,
     

    Obmann-Stellvertreter: Arch. Georg Spielmann,
     

    1. Schriftführer: Adolf Wasservogel,
     

    2. Schriftführer: Arch. Otto Hoffmann,
     

    1. Kassier: Alfred Feuerstein,
     

    2. Kassier: Dr. Richard Weiss,
     

    zu Mitgliedern des Vorstandes: Richard Petschek, Karl
    Klemperer, Heinrich Glücksthal und Frau Malvine Stein.
    Am 10. April wurde in unserem Speisesaale unter der
    Leitung des s. w. Ehren-Vizegroßpräsidenten Dr. Wilhelm
    Knöpfmacher ein Sederabend abgehalten, an welchem
    60 Brüder mit ihren Angehörigen teilnahmen.
     

    Im April 1933 wurde die Vereinigung durch das Hinscheiden
    ihres langjährigen, hochgeschätzten Finanzsekretärs Ludwig
    Abeles in tiefe Trauer versetzt. Die Trauersitzung, in der
    Präsident Johann Lichtenstein die Trauerrede hielt, fand
    am 2. Mai in Gegenwart der Angehörigen des Verewigten statt.
    In der Sitzung vom 3. Oktober wurde in einer Zuschrift des
     

    s. w. Verbandes mitgeteilt, daß der Großpräsident Dr. Schnabl
    sich aus Gesundheitsrücksichten genötigt sah, auf
     

    auf sein
     

    Ehrenamt
    welche
     

    als Großpräsident des XII. Distriktes zu verzichten,
    Kunde mit lebhaftem Bedauern zur Kenntnis genommen wurde.
    Mit der Führung der Geschäfte des s, w. Verbandes wurde pro-
    visorisch Vizegroßpräsident Karl Klemperer betraut.
     

    Am 20. Juni wurden dem Ehren-Vizegroßpräsidenten Dr.
    Wilhelm Knopfmacher anläßlich der Feier seines 80. Ge-
    burtstages in seinem Sommerheime in Ober-St. Veit die Glück-
    wünsche der Vereinigung Wien" übermittelt; an dieser
    Gratulationsfeier nahmen alle Vereinigungen des XII. Distriktes
    unter Führung des s. w. Verbandes lebhaften Anteil, da sich der
    Jubilar nicht nur um die Vereinigung, sondern um den ganzen
    Distrikt in höchstem Maße verdient gemacht hat. Dem Jubilar
    wurden bei diesem Anlasse auch schöne Ehrengaben
     

    Am 1. Oktober wurde im Waisenhause in der gewidme
     

    zur Ehrung des Expr. Richard Petschek,
    ek, welcher
    Oktober seinen 70. Geburtstag begehen sollte, eine schöne
    Feier abgehalten, in welcher die hohen Verdienste des Jubilars
    um die Erhaltung und das Gedeihen der beiden israelitischen
    Waisenhäuser in
    in gehaltvollen Reden der Brüder Dr. Paul
    Raumann, Dir. Ernst Goldschmidt, Hofrat Werner,
    Dr. Jakob Ornstein sowie des Präsidenten der Israelitischen
    Kultusgemeinde Dr. Desider Friedmann in eindrucksvoller
    Weise gerühmt wurden. Tiefgerührt und ergriffen dankte Br.
    Richard Petschek allen Rednern und der Versammlung für
     

    am
    alli
     

    4.
     

    Paul
     

  • S.

    121
     

    letzte Lebensäußerung dieses unseres unersetzlichen Bruders, da
    die ihm erwiesene Ehrung. Leider war diese Dankesrede die
    er unmittelbar darauf in eine schwere Krankheit verfiel, welche
    in wenigen Tagen seinen Tod herbeiführte.
     

    Br. Regierungsrat Dr. Wachstein feierte sein 30 jähriges
    Dienstjubiläum, aus welchem Anlasse ihn der Vorstand der
    Israelitischen Kultusgemeinde durch Herausgabe einer Festschrift,
    enthaltend ein Verzeichnis sämtlicher literarischen Arbeiten des
     

    Jubilars ehrte.
     

    Zu erwähnen ist, daß im Jahre 1933 die Br. Dr. Feucht-
    wang der w. „Eintracht“ und Br. Dr. Taglicht der w.
    "Wahrheit" zu Oberrabbinern und der Br. Dr. Arthur Zacharias
    Schwarz der
    „Wien" zum Kultusrabbiner
    worden sind.
     

    W.
     

    ernannt
     

    Am 31. Oktober wurde zur Ehrung des verewigten Br. Expr.
    Richard Petschek, im Beisein seiner Familienmitglieder, eine
    feierliche Trauersitzung abgehalten, in welcher der Präsident die
    hohen Verdienste des Verblichenen würdigte und Expr. Dr.
    Rudolf Fürth das Lebensbild des Br. Petschek in ein-
    drucksvoller, von tiefster Wehmut erfüllter Rede entwickelte.
     

    In der Sitzung von 24. November wurde berichtet, daß in
    der am 18. November stattgehabten außerordentlichen Tagung
    des s. w. Verbandes unser Br. Prof. Dr. Ludwig Braun zum
    Großpräsidenten und die Brüder Hofrat Fuchs und Komm.-Rat
    Simon Rendi zu Vizegroßpräsidenten gewählt worden seien,
    wozu der Präsident die genannten Brüder namens der Ver-
    einigung herzlichst beglückwünschte.
     

    Im Laufe des Jahres fanden 15 ordentliche Sitzungen, 3 mit
    Zuziehung der Frauen statt, in welchen folgende Vorträge ge-
    halten wurden:
     

    Am 17. Jänner von Dr. Hugo Knöpfmacher: Zum
    60. Geburtstage Bialiks", und Dr. Josef Schell:
    ,,Demokratie und Judentum".
     

    7. Februar von Hofrat Dr. Ludwig Werner: „Unsere
    Tätigkeit in der Vereinigung“.
     

    "
     

    21. Februar von Dr. Max Jerusalem: „Utopien
     

    "
     

    von heute".
     

    7. März von Dr. Leo Deutschländer: „Jüdische
     

    ”
     

    Probleme in der Literatur der Gegenwart".
     

    21. März von Dr. James Herbert: „Ernstes und
    Heiteres aus der Steuer- und Gebührenpraxis".
     

    "
     

    4. April von Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter:
     

    "
     

    Lion Feuchtwanger und Flavius Josephus".
     

    18. April von Arch. Otto Hoffmann: „Über jüdische
     

    Siedlungsprobleme".
     

    2. Mai von Komm.-Rat Theodor Ehrenstein:
     

    "
     

    ,,Wirtschaftsgeschichtliches".
     

    16. Mai von Prof. Dr. Ludwig Braun: „Jacob
    Bernays, Siegmund Freud und der Zufall".
     

  • S.

    122
     

    Am 29. Mai von Dir. Dr. Viktor Kellner: „Palästinen-
    sische Eindrücke".
     

    Dr. Oskar Grünbaum: „Der
     

    3. Oktober von
     

    18. Zionistenkongreß und die jüdische Weltkonferenz".
     

    17. Oktober von Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter:
     

    „Die Worte unseres Bundes" (anläßlich des 90 jährigen
    Ordensjubiläums).
     

    7. November von Dr. Walther Eckstein:,,Wilhelm
    Jerusalem"
     

    "
     

    21. November von Dr. Arthur Zacharias Schwarz:
    ,,Zentren jüdischer Kultur".
     

    "
     

    Außerdem wurden im Komitee für geistige Interessen in-
    teressante und belehrende Referate gehalten, u. zw.:
     

    von Prof. Dr. Heinrich Redisch über: Ägyptische und
    israelitische Altertümer" und von Br. Dr. Arthur Zacharias
    Schwarz über:,,Hebräische Dichtungen".
     

    Nicht unerwähnt bleibe auch ein am 16. November unter
    der bewährten Leitung des Ehren-Vizegroßpräsidenten Dr. Wilhelm
    Knöpfmacher abgehaltener Instruktionsabend für die in den
    letzten Jahren eingeführten Brüder, welcher sich einer starken
    Beteiligung erfreute.
     

    Im Berichtsjahre hat die Vereinigung folgende 12 Brüder
    durch den Tod verloren: Dr. Karl Müller, Moritz Schur,
    Bela Sekules, Oskar Rosner, Dr. Jakob Thaler, Moritz
    Wagner, Jakob Trenschiner, Ludwig Abeles, Samuel
    Bermann, Adolf Friedländer, Richard Petschek und
    Heinrich Weiss.
     

    Ausgetreten sind 9 Brüder, u. zw.: Sigmund Lö wy, Adolf
    Stulz, Oskar Engel, Rudolf Fant1, Dario Rappaport,
    Louis Rosen, Heinrich Tauss, Alfred Winter, Leo Winter.
    Eingeführt wurden 10 Brüder, u. zw. am 7. Februar die
    Brüder: Dr. J. Borak, Dr. Dorian Eisenklamm, Karl
    Grossbard, Dr. Fritz Pordes und am 17. Oktober die
    Brüder Dr. Robert Brand, Hugo Friedmann, Dr. Max
    Reich, Dr. Felix Roth, Dr. Wilhelm Schloss und Eduard
    Widrich.
     

    Die Gesamtzahl der Mitglieder beträgt demnach am Ende
     

    des Jahres 1933 249.
     

    XLII. Beamtenrat (1934).
     

    In der, durch die politischen Verhältnisse verzögert, erst
     

    am 23. Jänner 1934 abgehaltenen Generalversammlung wurden
     

    durch den Vizegroßpräsidenten Simon Rendi als Delegaten des
     

    s. w. Verbandes folgende Beamte installiert:
     

  • S.

    123
     

    Als Präsident: Direktor Ernst Goldschmidt,
    Vizepräsident: Dr. Josef Schell,
     

    prot. Sekretär: Architekt Otto Hoffmann,
    Finanz-Sekretär: Dr. Paul Raumann,
    Schatzmeister: Adolf Wasservogel,
    Marschall: Dr. Stephan Bondy,
     

    "
     

    "
     

    "Wächter: Dr. Alfred Feuerstein.
     

    Als Sitzungstage wurden wie bisher der 1. und 3. Dienstag
    Monat bestimmt; der Jahresbeitrag wurde mit S 200.-
    festgesetzt:
     

    im
     

    Zu Repräsentanten wurden gewählt die Expräsidenten: Dr.
    Alt, Prof. Dr. Braun, Dr. Albert Eisinger, Dr. Fuchs, Dr.
    Fürth, Prof. Dr. Hayek, Dr. Karplus, Rudolf Kohn und
    Prof. Dr. Königstein; zu Ersatzmännern: Dr. Stiassny,
    Schwarz und Lichtenstein.
     

    Zu Beiräten des Beamtenrates ernannte der Präsident die
    Brüder: Donnebaum, Komm.-Rat Otto Hoffmann, Dr.
    Nebenzahl, Dr. Wilhelm Pappenheim, Quittner,
    Roth, Schallinger, Spielmann, Toffler, Dr. Richard
    Weiss, Dr. Werner.
     

    Als Präsident wie bisher zu fungieren, behielt
     

    sich der w.
     

    vor.
     

    In der Sitzung vom 6. März wurde der zahlreichen Opfer
    der Februar-Revolte trauernd gedacht und ein warmer Appell
    an die Brüder gerichtet, die unglücklichen Hinterbliebenen dieser
    Opfer nach Kräften zu unterstützen und die von der Regierung
    hiefür eingeleitete Hilfsaktion zu fördern. In dieser Sitzung wird
    berichtet, daß sich die Vereinigung an einer, am 3. März in der
    Vereinigung Graz in Graz abgehaltenen Festsitzung anläßlich
    der siebzigjährigen Geburtstagsfeier ihres mehrjährigen Präsi
    denten und Gründers Br. Simon Rendi durch den w. Präsi-
    denten Goldschmidt und Finanzsekretär Dr. Raumann
    als Delegaten beteiligt habe.
     

    Am 30. März wurde im Speisesaale ein feierlicher Seder-
    abend unter dem Vorsitze des Br. Ehren-Vizegroẞpräsidenten
    Dr. Wilhelm Knöpfmacher abgehalten, an welchem sich
     

    viele Brüder mit ihren Angehörigen (96) beteiligten.
     

    Am 28. März hielt die Präsidentin der Schwesternvereinigung
     

    der w.,,Wien", Frau Sofie Grünfeld, in unseren Räumen
    einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag unter dem Titel:
     

    ,,Aus meiner Werkstatt".
     

    Das Werk des Br. Dr. Zollschan der w.,,Eintracht"
    über Kulturmorphologie wird in einer Sitzung besprochen und
    dringend zur Anschaffung empfohlen.
     

    In der Sitzung vom 17. April berichtet Br. Dr. Raumann,
    der gegenwärtige Präsident des unter dem Protektorate der w.
    Wien" stehenden Waisenvereinss über die Initiierung einer Ver-
    waltungsgemeinschaft zwischen dem Mädchen-Waisenhause in
    der Ruthgasse und dem Mädchen-Waisenhause der Charlotte
     

  • S.

    124
     

    Merores-Itzeles-Stiftung, durch welche Maßnahme eine bedeutende
    Erparnis erzielt und das Haus in der Ruthgasse, welches dem
    Waisenhausverein gehört, eventuell für andere jüdische Zwecke ver-
    fügbar wäre.
    Der Bericht wird mit Befriedigung zur Kenntnis
    genommen und dem Br. Dr. Raumann der lebhafteste Dank
    abgestattet.
     

    In der Sitzung vom 15. Mai wird berichtet, daß an dem am
     

    12. und 13. Mai abgehaltenen Verbandstage folgende Verbands-
     

    beamte einhellig gewählt worden sind:
     

    Zum Großpräsidenten: Prof. Dr. Ludwig Braun,
     

    zu Großvizepräsidenten: Hofrat Dr. Sigmund Fuchs, Hof-
     

    rat Prof. Dr. Salomon Frankfurter, Komm.-Rat
    Simon Rendi,
     

    zum Großsekretär, an Stelle des wegen seines hohen Alters
     

    zurückgetretenen Br. Alexander Hecht, der Br. Karl
    Klemperer,
     

    Großschatzmeister: Br. Ernst Simon.
     

    "
     

    Dem Br. Alexander Hecht wurde der lebhafteste Dank
     

    für sein vieljähriges, erfolgreiches Wirken abgestattet und der
     

    Titel eines Ehren-Großsekretärs mit ständigem Sitze im Beamten-
     

    rate des s. w. Verbandes verliehen.
     

    In der Sitzung vom 29. Mai wird bekanntgegeben und mit
    Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß unsere Brüder Leopold
    Langer und Dr. Jakob Ehrlich vom Bürgermeister zu Räten
    der Stadt Wien ernannt worden sind.
     

    In der Sitzung vom 2. Oktober wurde nach eingehendem
    Berichte und Vorschlage des Beamtenrates beschlossen, das der
    W.,, Wien" gemeinschaftlich mit der w.,,Eintracht" gehörige Haus
     

    in der Türkenstraße unter den bekanntgegebenen Bedingungen
    zu verkaufen.
     

    In der Sitzung vom 16. Oktober wurde mitgeteilt, daß der
    Kaufvertrag abgeschlossen worden sei. Als Kaufpreis wurden
    S 95.000.- erzielt, welche der w.,,Wien" zu zwei Drittel zu-
    kommen und als Hausfond verwaltet werden sollen.
     

    In der Sitzung vom 6. November wird mitgeteilt, daß der
    Präsident der Kultusgemeinde, unser Br. Dr. Desider Fried-
    mann in den Staatsrat und Br. Vizegroßpräsident Hofrat Dr.
    S. Frankfurter in den Bundeskulturrat berufen worden seien.
     

    Es sind demnach sämtliche mit der neuen Verfassung ver-
    knüpften Ehrenstellen Mitgliedern der Wiener B. B. Vereinigungen
    zugeteilt.
     

    Am 1. Dezember fand, wie üblich, im Waisenhause eine
    stark besuchte Chanukafeier statt.
     

    In der Zeit vom 8. bis 12. Dezember fand in unseren Ver-
    einsräumen eine Ausstellung kunstgewerblicher Arbeiten der
    Frauen statt.
     

    In der Sitzung vom 4. Dezember berichtet Br. Prof. Dr.
    Kellner, daß das Direktorat des Chajes-Gymnasiums in den
     

  • S.

    125
    Bundeslehrdienst übernommen worden sei, was jedenfalls als
    Anerkennung zu buchen wäre.
    In der letzten Sitzung wurde gemäß der Bestimmung der
    Geschäftsordnung die interne Wahl der Beamten für das
    Jubiläumsjahr 1935 vorgenommen. Es wurden nach Vorschlag
    des Br. Dr. Fuchs als Obmann des Wahlkomitees einhellig
    gewählt:
    Zum Präsidenten: Hofrat Dr. Ludwig Werner,
    Vizepräsidenten: Dr. Richard Weiss,
     

    prot. Sekretär: Direktor Robert Horecki,
    Finanzsekretär: Dr. Paul Raumann,
    Schatzmeister: Komm.-Rat Adolf Wasservogel,
    Marschall; Dr. Moritz Maritschek,
    Wächter: Dir. Fritz Reisner.
    In der Sitzung vom 18. Dezember erstattet der Ehren-Vize-
    großpräsident Dr. Wilhelm Knöpfmacher einen längeren
    Bericht über die in den Vereinsräumen befindliche, von den
    vier Wiener B. B. Vereinigungen gemeinsam benützte Bibliothek.
    Aus diesem Berichte mögen in dieser Chronik folgende
    Reminiszenzen festgehalten werden: Die Bibliothek wurde im
    Jahre 1902 auf Initiative des Br. Dr. Wilhelm Knöpfmacher
    durch eine unter den Brüdern vorgenommene Spendensammlung
    begründet und zunächst mehrere Jahre durch freiwillige Zu-
    wendungen der Brüder an Geld- und Bücherspenden geführt.
    In den folgenden Jahren wurden von der Vereinigung,,Wien"
    alljährlich größere Beträge für die Anschaffung der Bücher-
    schränke und für die sonstigen Erfordernisse der Bibliothek ge-
    widmet und das Privatkomitee, welches unter Leitung des Br.
    Dr. Knöpfmacher die Bibliothek verwaltete, in den offi-
    ziellen Dienst der Vereinigung übernommen.
     

    Wien"
    So befand sich die Bibliothek im alleinigen Besitze der
    Vereinigung,,Wien", als nacheinander die anderen drei Wiener
    B. B. Vereinigungen ins Leben traten.
    Die Benützung der Bibliothek wurde selbstverständlich allen
    Brüdern der Wiener Vereinigungen, sowie auch dem von diesen
    begründeten jüdischen Jugendbunde überlassen und es wurde an
    die Präsidenten der Vereinigungen das Ersuchen gerichtet, aus
    ihrer Mitte Brüder in das Bibliotheks-Komitee zu delegieren,
    welche daselbst mitzuarbeiten und insbesondere bei den Bücher-
    entlehnungen und deren Einmahnungen behilflich sein sollten.
    In Anerkennung der Leistungen der Bibliothek hat die w.
    "Eintracht seit dem Jahre 1910 und die w. "Wahrheit" seit
    ihrem Inslebentreten der Bibliothek jährlich eine namhafte Spende
    gewidmet und haben beide Vereinigungen auch bei Anschaffung
    neuer Schränke mitgeholfen. Auch die w. Massadah hat, nach
    Maßgabe ihrer beschränkten Mittel, den Bibliotheksfond bedacht.
    Die Gesamtheit der Wiener Brüder hat sich aber an einer Samm-
    lung beteiligt, welche anläßlich des 80. Geburtstages des Br. Dr.
     

  • S.

    126
    Knöpfmacher am 20. Juni 1933 zur Förderung der Biblio-
    thek veranstaltet wurde.
    So war es möglich, die Bibliothek, deren gegenwärtiger
    Bücherstand ungefähr 4000 Bände beträgt, in acht schönen
    Schränken unterzubringen und zu einer wertvollen, das geistige
    und gesellige Leben der Wiener Vereinigungen fördernden In-
    stitution zu
    zu gestalten.
     

    Im Jahre 1927 wurde unter dem Präsidium des Br. Dr.
    Felix Kohn in aller Stille der 25 jährige Bestand der Bibliothek
    damit gefeiert, das ein Exlibris mit dem Bildnis des Begründers
    der Bibliothek (ausgeführt von dem Maler Jacques Sternfeld)
    deren Einrichtung zugefügt wurde.
     

    An den mannigfachen Arbeiten im Bibliotheksbetriebe be-
    teiligen sich Brüder aller Wiener Vereinigungen und halten
    wöchentlich an Samstag-Abenden Bibliothekstunden ab.
     

    Voll und ganz widmet sich aber dieser Institution unser
    Br. Expr. Johann Lichtenstein, welcher sich insbesondere
    durch Fertigstellung eines neuen Kataloges und durch die An-
    lage zweckentsprechender Drucksorten für den Entlehnungs-
    vorgang große Verdienste erworben hat.
    Im Laufe des Jahres 1934 wurden folgende Vorträge gehalten:
    Am 6. Februar von Br. Dr. Zimmels der w.,,Frankl"-
    Loge: „Aus dem Leben der Marannen" (in offener
    Sitzung).
    6. März von Br. Dr. Max Eisler der w.,,Wahrheit":
    „Das jüdische Jahr und die Kunst".
    20.
    März von Br. Dr. Schell: Ordnung und Freiheit".
    3. April von Br. Dr. Viktor Kellner: Worte des
    Talmud".
    17.
    April von Br. Reg.-Rat Ludwig Singer der
    w. „Eintracht": "Judaisierende Sekten in Böhmen".
    3. Mai von Br. Doz. Erich Urbach: „Dienst am
    "
    jüdischen Volke, neue Ziele und Wege des Ordens-
    gedankens".
    15. Mai von Br. Dr. Heinrich Haase: Hygiene der
    Juden und ihre Bedeutung".
    29. Mai von Br. Prof. Dr. Ludwig Braun: Biologie
    des Alltags"; ferner von Br. Johann Lichtenstein:
    Bericht über den Verbandstag.
    5. Juni von Br. Hofrat Prof. Dr. S. Frankfurter
    der w.,,Wahrheit": "Die 5 biblischen Rollen".
    20. September: Trauerfeier für den verewigten Bundes-
    "
    kanzler Dr. Engelbert Dollfuss. Vortrag des Br.
    Prof. Dr. Viktor Kellner über Bialik.
    16, Oktober von Br. Dr. Eichenwald:,,Gesinnung
    und Tradition".
    "
    6. November von Br. Dr. Wilhelm Stein der w.
    ,Wahrheit": "Die Juden und das neue Weltbild".
     

  • S.

    127
    Br. Dr. Max Jerusalem:
    Am 20. November
    von
    Was ist ?"
    von Br. Dr. Walther Eckstein:
    4. Dezember
    ,,Idealismus und Wirklichkeit".
    Für wohltätige, soziale und kulturelle Zwecke wurden
    ca. S 60.000.- ausgegeben. Dem unter der Patronanz der
    Wien" stehenden Waisenvereine, welcher 65 Knaben und
    45 Mädchen betreut und mehr als S 100.000.-an Kosten er-
    fordert, wurde unter der Obmannschaft des Br. Dr. Paul Rau-
    mann die größte Fürsorge zugewendet.
     

    Von der Mitgliederbewegung ist zu berichten:
    Eingeführt wurden im Jahre 1934 7 Brüder, und zwar:
    Emil Kraus, Dr. Max Ticho, Erwin Simonowits und
    die Br. Dr. Bernhard Bergglas, Dr. Hugo Bojko, Leopold
    Gottlieb und Dr. Robert Grossbard.
    Gestorben sind 7 Brüder, und zwar: Dr. Ludwig
    Körner, Salomon Guttenberg, Julius Gerstmann,
    Josef Neumann, Emil Koch, Dr. Emil Löwy und
    Wilhelm Stöckler.
     

    Ausgetreten sind 9 Brüder, und zwar: Dr. Julius
    Bunzl, Josef Schur, Dr. Adolf Feldschuh, Moritz
    Alkalay, Arthur Feldmann, Dr. Ernst Felber, Dr.
    Rudolf Scharmann, Dr. Adolf Strisower und Karl Kohn.
    Die Anzahl unserer Brüder betrug Anfang 1934 249, ein-
    geführt wurden 7, gestorben sind 7, ausgetreten sind 9,
     

    o daß
    die Vereinigung Ende des Jahres 1934 einen Mitgliederstand von
    240 aufweist, mit welchem sie in das Jahr 1935 eintritt.
    Im Hinblick auf das mit diesem Jahre verbundene 40 jährige
    Jubiläum wird diese Chronik, deren Fortsetzung vorbehalten
    bleibt, vorläufig abgeschlossen.
     

    IK
    G
    WIEN
    THE