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ZUR GEWINNUNG DES FEUERS
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Zuerst erschienen in „Imago“, Bd. XVIII, 1932.
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In einer Anmerkung meiner Schrift „Das Unbehagen in der Kultur“ (S. 57) habe ich – eher beiläufig – erwähnt, welche Vermutung über die Gewinnung des Feuers durch den Urmenschen man sich auf Grund des psychoanalytischen Materials bilden könnte.
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Ich meine nämlich, daß meine Annahme, die Vorbedingung der Bemächtigung des Feuers sei der Verzicht auf die homosexuell-betonte Lust gewesen, es durch den Harnstrahl zu löschen, lasse sich durch die Deutung der griechischen Prometheussage bestätigen, wenn man die zu erwartenden Entstellungen von der Tatsache bis zum Inhalt des Mythus in Betracht zieht. Diese Entstellungen sind von derselben Art und nicht ärger als jene, die wir alltäglich anerkennen, wenn wir aus den Träumen von Patienten ihre verdrängten, doch so überaus bedeutsamen Kindheitserlebnisse rekonstruieren. Die dabei verwendeten Mechanismen sind die Darstellung durch Symbole und die Verwandlung ins Gegenteil. Ich kann es nicht wagen, alle Züge des Mythus in solcher Art zu erklären; außer dem ursprünglichen Sachverhalt mögen andere und spätere Vorgänge zu seinem Inhalt beigetragen haben. Aber die Elemente, die eine analytische Deutung zulassen, sind doch die auffälligsten und wichtigsten, nämlich die Art, wie Prometheus das Feuer transportiert, der Charakter der Tat (Frevel, Diebstahl, Betrug an den Göttern) und der Sinn seiner Bestrafung.
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Der Titane Prometheus, ein noch göttlicher Kulturheros,4) vielleicht selbst ursprünglich ein Demiurg und Menschenschöpfer, bringt also den Menschen das Feuer, das er den Göttern entwendet hat, versteckt in einem hohlen Stock, Fenchelrohr. Einen solchen Gegenstand würden wir in einer Traumdeutung gern als Penissymbol verstehen wollen, wenngleich die nicht gewöhnliche Betonung der Höhlung uns dabei stört. Aber wie bringen wir dieses Penisrohr mit der Aufbewahrung des Feuers zusammen? Das scheint aussichtslos, bis wir uns an den im Traum so häufigen Vorgang der Verkehrung, Verwandlung ins Gegenteil, Umkehrung der Beziehungen erinnern, der uns so oft den Sinn des Traumes verbirgt. Nicht das Feuer beherbergt der Mensch in seinem Penisrohr, sondern im Gegenteil das Mittel, um das Feuer zu löschen, das Wasser seines Harnstrahls. An diese Beziehung zwischen Feuer und Wasser knüpft dann reiches, wohlbekanntes analytisches Material an.
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Zweitens, der Erwerb des Feuers ist ein Frevel, es wird durch Raub oder Diebstahl gewonnen. Dies ist ein konstanter Zug aller Sagen über die Gewinnung des Feuers, er findet sich bei den verschiedensten und entlegensten Völkern, nicht nur in der griechischen Sage vom Feuerbringer Prometheus. Hier muß also der wesentliche Inhalt der entstellten Menschheitsreminiszenz enthalten sein. Aber warum ist die Feuergewinnung untrennbar mit der Vorstellung eines Frevels verknüpft? Wer ist dabei der Geschädigte, Betrogene? Die Sage bei Hesiod gibt eine direkte Antwort, indem sie in einer anderen Erzählung, die nicht direkt mit dem Feuer zusammenhängt, Prometheus bei der Einrichtung der Opfer Zeus zugunsten der Menschen übervorteilen läßt. Also die Götter sind die Betrogenen! Den Göttern teilt der Mythus bekanntlich die Befriedigung aller Gelüste zu, auf die das Menschenkind verzichten muß, wie wir es vom Inzest her kennen. Wir würden in analytischer Ausdrucksweise sagen, das Triebleben, das Es, sei der durch die Feuerlöschentsagung betrogene Gott, ein menschliches Gelüste ist in der Sage in ein göttliches Vorrecht umgewandelt. Aber die Gottheit hat in der Sage nichts vom Charakter eines Über-Ichs, sie ist noch Repräsentant des übermächtigen Trieblebens.
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Die Umwandlung ins Gegenteil ist am gründlichsten in einem dritten Zug der Sage, in der Bestrafung des Feuerbringers. Prometheus wird an einen Felsen geschmiedet, ein Geier frißt täglich an seiner Leber. Auch in den Feuersagen anderer Völker spielt ein Vogel eine Rolle, er muß etwas mit der Sache zu tun haben, ich enthalte mich zunächst der Deutung. Dagegen fühlen wir uns auf sicherem Boden, wenn es sich um die Erklärung handelt, warum die Leber zum Ort der Bestrafung gewählt ist. Die Leber galt den Alten als der Sitz aller Leidenschaften und Begierden; eine Strafe wie die des Prometheus war also das Richtige für einen triebhaften Verbrecher, der gefrevelt hatte unter dem Antrieb böser Gelüste. Das genaue Gegenteil trifft aber für den Feuerbringer zu; er hatte Triebverzicht geübt und gezeigt, wie wohltätig, aber auch wie unerläßlich ein solcher Triebverzicht in kultureller Absicht ist. Und warum mußte eine solche kulturelle Wohltat überhaupt von der Sage als strafwürdiges Verbrechen behandelt werden? Nun, wenn sie durch alle Entstellungen durchschimmern läßt, daß die Gewinnung des Feuers einen Triebverzicht zur Voraussetzung hatte, so drückt sie doch unverhohlen den Groll aus, den die triebhafte Menschheit gegen den Kulturheros verspüren mußte. Und das stimmt zu unseren Einsichten und Erwartungen. Wir wissen, daß die Aufforderung zum Triebverzicht und die Durchsetzung desselben Feindseligkeit und Aggressionslust hervorruft, die sich erst in einer späteren Phase der psychischen Entwicklung in Schuldgefühl umsetzt.
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Die Undurchsichtigkeit der Prometheussage wie anderer Feuermythen wird durch den Umstand gesteigert, daß das Feuer dem Primitiven als etwas der verliebten Leidenschaft Analoges – wir würden sagen: als Symbol der Libido – erscheinen mußte. Die Wärme, die das Feuer ausstrahlt, ruft dieselbe Empfindung hervor, die den Zustand sexueller Erregtheit begleitet, und die Flamme mahnt in Form und Bewegungen an den tätigen Phallus. Daß die Flamme dem mythischen Sinn als Phallus erschien, kann nicht zweifelhaft sein, noch die Abkunftsage des römischen Königs Servius Tullius zeugt dafür. Wenn wir selbst von dem zehrenden Feuer der Leidenschaft und von den züngelnden Flammen reden, also die Flamme einer Zunge vergleichen, haben wir uns vom Denken unserer primitiven Ahnen nicht so sehr weit entfernt. In unserer Herleitung der Feuergewinnung war ja auch die Voraussetzung enthalten, daß dem Urmenschen der Versuch, das Feuer durch sein eigenes Wasser zu löschen, ein lustvolles Ringen mit einem anderen Phallus bedeutete.
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Auf dem Wege dieser symbolischen Angleichung mögen also auch andere, rein phantastische Elemente in den Mythus eingedrungen und in ihm mit den historischen verwebt worden sein. Man kann sich ja kaum der Idee erwehren, daß, wenn die Leber der Sitz der Leidenschaft ist, sie symbolisch dasselbe bedeutet wie das Feuer selbst und daß dann ihre tägliche Aufzehrung und Erneuerung eine zutreffende Schilderung von dem Verhalten der Liebesgelüste ist, die, täglich befriedigt, sich täglich wiederherstellen. Dem Vogel, der sich an der Leber sättigt, fiele dabei die Bedeutung des Penis zu, die ihm auch sonst nicht fremd ist, wie Sagen, Träume, Sprachgebrauch und plastische Darstellungen aus dem Altertum erkennen lassen. Ein kleiner Schritt weiter führt zum Vogel Phönix, der aus jedem seiner Feuertode neu verjüngt hervorgeht, und der wahrscheinlich eher und früher den nach seiner Erschlaffung neu belebten Phallus gemeint hat als die im Abendrot untergehende und dann wieder aufgehende Sonne.
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Man darf die Frage aufwerfen, ob man es der mythenbildenden Tätigkeit zumuten darf, sich – gleichsam spielerisch – in der verkleideten Darstellung allgemeinbekannter, wenn auch höchst interessanter seelischer Vorgänge mit körperlicher Äußerung zu versuchen ohne anderes Motiv als bloße Darstellungslust. Darauf kann man gewiß keine sichere Antwort geben, ohne das Wesen des Mythus verstanden zu haben, aber für unsere beiden Fälle ist es leicht, den nämlichen Inhalt und damit eine bestimmte Tendenz zu erkennen. Sie beschreiben die Wiederherstellung der libidinösen Gelüste nach ihrem Erlöschen durch eine Sättigung, also ihre Unzerstörbarkeit, und diese Hervorhebung ist als Trost durchaus an ihrem Platz, wenn der historische Kern des Mythus eine Niederlage des Trieblebens, einen notwendig gewordenen Triebverzicht behandelt. Es ist wie das zweite Stück der begreiflichen Reaktion des in seinem Triebleben gekränkten Urmenschen; nach der Bestrafung des Frevlers die Versicherung, daß er im Grunde doch nichts ausgerichtet hat.
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An unerwarteter Stelle begegnen wir der Verkehrung ins Gegenteil in einem anderen Mythus, der anscheinend sehr wenig mit dem Feuermythus zu tun hat. Die lernäische Hydra mit ihren zahllosen züngelnden Schlangenköpfen – unter ihnen ein unsterblicher – ist nach dem Zeugnis ihres Namens ein Wasserdrache. Der Kulturheros Herakles bekämpft sie, indem er ihre Köpfe abhaut, aber die wachsen immer nach, und er wird des Untiers erst Herr, nachdem er den unsterblichen Kopf mit Feuer ausgebrannt hat. Ein Wasserdrache, der durch das Feuer gebändigt wird – das ergibt doch keinen Sinn. Wohl aber, wie in so vielen Träumen, die Umkehrung des manifesten Inhalts. Dann ist die Hydra ein Brand, die züngelnden Schlangenköpfe sind die Flammen des Brandes, und als Beweis ihrer libidinösen Natur zeigen sie wie die Leber des Prometheus wieder das Phänomen des Nachwachsens, der Erneuerung nach der versuchten Zerstörung. Herakles löscht nun diesen Brand durch – Wasser. (Der unsterbliche Kopf ist wohl der Phallus selbst, seine Vernichtung die Kastration.) Herakles ist aber auch der Befreier des Prometheus, der den an der Leber fressenden Vogel tötet. Sollte man nicht einen tieferen Zusammenhang zwischen beiden Mythen erraten? Es ist ja so, als ob die Tat des einen Heros durch den anderen gutgemacht würde. Prometheus hatte die Löschung des Feuers verboten, – wie das Gesetz des Mongolen, – Herakles sie für den Fall des Unheil drohenden Brandes freigegeben. Der zweite Mythus scheint der Reaktion einer späteren Kulturzeit auf den Anlaß der Feuergewinnung zu entsprechen. Man gewinnt den Eindruck, daß man von hier aus ein ganzes Stück weit in die Geheimnisse des Mythus eindringen könnte, aber freilich wird man nur für eine kurze Strecke vom Gefühl der Sicherheit begleitet.
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Für den Gegensatz von Feuer und Wasser, der das ganze Gebiet dieser Mythen beherrscht, ist außer dem historischen und dem symbolisch-phantastischen noch ein drittes Moment aufzeigbar, eine physiologische Tatsache, die der Dichter in den Zeilen beschreibt:
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„Was dem Menschen dient zum Seichen, Damit schafft er Seinesgleichen.“ (Heine).
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Das Glied des Mannes hat zwei Funktionen, deren Beisammensein manchem ein Ärgernis ist. Es besorgt die Entleerung des Harnes und es führt den Liebesakt aus, der das Sehnen der genitalen Libido stillt. Das Kind glaubt noch, die beiden Funktionen vereinen zu können; nach seiner Theorie kommen die Kinder dadurch zustande, daß der Mann in den Leib des Weibes uriniert. Aber der Ewachsene weiß, daß die beiden Akte in Wirklichkeit unverträglich miteinander sind – so unverträglich wie Feuer und Wasser. Wenn das Glied in jenen Zustand von Erregung gerät, der ihm die Gleichstellung mit dem Vogel eingetragen hat, und während jene Empfindungen verspürt werden, die an die Wärme des Feuers mahnen, ist das Urinieren unmöglich; und umgekehrt, wenn das Glied der Entleerung des Körperwassers dient, scheinen alle seinen Beziehungen zur Genitalfunktion erloschen. Der Gegensatz der beiden Funktionen könnte uns veranlassen zu sagen, daß der Mensch sein eigenes Feuer durch sein eigenes Wasser löscht, Und der Urmensch, der darauf angewiesen war, die Außenwelt mit Hilfe seiner eigenen Körperempfindungen und Körperverhältnisse zu begreifen, dürfte die Analogien, die ihm das Verhalten des Feuers zeigte, nicht unbemerkt und ungenützt gelassen haben.
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1) E. H. Erlenmeyer. Notiz zur Freudschen Hypothese über die Zähmung des Feuers. Imago, XVIII, 1932.
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2) Wohl auf heiße Asche, aus der man noch Feuer gewinnen kann, nicht auf erloschene.
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3) Der Widerspruch von Lorenz in „Chaos und Ritus“ (Imago XVII, 1931, S. 433 ff.) geht von der Voraussetzung aus, daß die Zähmung des Feuers überhaupt erst mit der Entdeckung begonnen habe, man sei imstande, es durch irgendeine Manipulation willkürlich hervorzurufen. – Dagegen verweist mich Dr. J. Hárnik auf eine Äußerung von Dr. Richard Lasch (in Georg Buschans Sammelwerk „Illustrierte Völkerkunde“, Stuttgart 1922, Bd. I, S. 24): „Vermutlich ist die Kunst der Feuererhaltung der Feuererzeugung lange vorausgegangen; einen entsprechenden Beweis hiefür liefert die Tatsache, daß die heutigen pygmäenartigen Urbewohner der Andamanen wohl das Feuer besitzen und bewahren, eine autochthone Methode der Feuererzeugung aber nicht kennen.“
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4) Herakles ist dann halbgöttlich, Theseus ganz menschlich.
F:2
Zusatz ab 1932-001/1934
| konstituierter Text 1932-001F:2 | Zuerst erschienen in „Imago“, Bd. XVIII, 1932. |
| 1932-001/1932:8 | Von |
| 1932-001/1932.01:1 | Zur Gewinnung des Feuers. 1000. von Sigm. Freud |
| 1932-001/1932.2:28 | Von Sigm. Freud Aus dem XVIII. Band (1932) der „Imago. Zeitschrift für die Anwendung der Psychoanalyse auf die Natur‑ und Geisteswissenschaften.“ (Siehe auch die Bemerkung zu dem Aufsatz von Albrecht Schaeffer, S. 14.) |
| 1932-001/1934:141 | Zuerst erschienen in „Imago“, Bd. XVIII, 1932. |
F:7
Änderung ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:7 | untrennbar |
| 1932-001/1932:9 | untrennbar |
| 1932-001/1932.01:2 | unabtrennbar |
| 1932-001/1932.2:30 | untrennbar |
| 1932-001/1934:143 | untrennbar |
F:8
a Änderung ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:8 | geschmiedet |
| 1932-001/1932:10 | geschmiedet |
| 1932-001/1932.01:3 | angeschmiedet |
| 1932-001/1932.2:31 | geschmiedet |
| 1932-001/1934:143 | geschmiedet |
F:8
b Änderung ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:8 | , |
| 1932-001/1932:10 | , |
| 1932-001/1932.01:3 | aber |
| 1932-001/1932.2:31 | , |
| 1932-001/1934:143 | , |
F:8
c Zusatz ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:8 | zunächst |
| 1932-001/1932:10 | zunächst |
| 1932-001/1932.01:3 | ∅ |
| 1932-001/1932.2:31 | zunächst |
| 1932-001/1934:143 | zunächst |
F:8
d Zusatz ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:8 | ein |
| 1932-001/1932:10 | ein |
| 1932-001/1932.01:3 | ∅ |
| 1932-001/1932.2:31 | ein |
| 1932-001/1934:143 | ein |
F:9
Streichung ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:9 | durch den |
| 1932-001/1932:10 | durch den |
| 1932-001/1932.01:5 | durch noch den |
| 1932-001/1932.2:32 | durch den |
| 1932-001/1934:144 | durch den |
F:10
Zusatz ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:10 | ist, |
| 1932-001/1932:11 | ist, |
| 1932-001/1932.01:5 | ∅ |
| 1932-001/1932.2:32 | ist, |
| 1932-001/1934:145 | ist, |
F:12
Änderung ab 1932-001/1934
| konstituierter Text 1932-001F:12 | des |
| 1932-001/1932:12 | der |
| 1932-001/1932.01:7 | der |
| 1932-001/1932.2:34 | der |
| 1932-001/1934:146 | des |
F:15
Änderung ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:15 | und |
| 1932-001/1932:12 | und |
| 1932-001/1932.01:7 | mit |
| 1932-001/1932.2:35 | und |
| 1932-001/1934:147 | und |
F:17
Zusatz ab 1932-001/1934
| konstituierter Text 1932-001F:17 | E. H. Erlenmeyer |
| 1932-001/1932.01:1 | ∅ |
| 1932-001/1932:8 | ∅ |
| 1932-001/1932.2:28 | ∅ |
| 1932-001/1934:141 | E. H. Erlenmeyer. Notiz zur Freudschen Hypothese über die Zähmung des Feuers. Imago, XVIII, 1932. |
F:19
Zusatz ab 1932-001/1932
| konstituierter Text 1932-001F:19 | Der Widerspruch von Lorenz |
| 1932-001/1932.01:1 | ∅ |
| 1932-001/1932:8 | Der Widerspruch von Lorenz in „Chaos und Ritus“ (Imago XVII, 1931, S. 433 ff.) geht von der Voraussetzung aus, daß die Zähmung des Feuers überhaupt erst mit der Entdeckung begonnen habe, man sei imstande, es durch irgendeine Manipulation willkürlich hervorzurufen. – Dagegen verweist mich Dr. J. Hárnik auf eine Äußerung von Dr. Richard Lasch (in Georg Buschans Sammelwerk „Illustrierte Völkerkunde“, Stuttgart 1922, Bd. I, S. 24): „Vermutlich ist die Kunst der Feuererhaltung der Feuererzeugung lange vorausgegangen; einen entsprechenden Beweis hiefür liefert die Tatsache, daß die heutigen pygmäenartigen Urbewohner der Andamanen wohl das Feuer besitzen und bewahren, eine autochthone Methode der Feuererzeugung aber nicht kennen.“ |
| 1932-001/1932.2:28 | Der Widerspruch von Lorenz in „Chaos und Ritus“ (Imago XVII, 1931, S. 433 ff.) geht von der Voraussetzung aus, daß die Zähmung des Feuers überhaupt erst mit der Entdeckung begonnen habe, man sei imstande, es durch irgendeine Manipulation willkürlich hervorzurufen. – Dagegen verweist mich Dr. J. Hárnik auf eine Äußerung von Dr. Richard Lasch (in Georg Buschans Sammelwerk „Illustrierte Völkerkunde“, Stuttgart 1922, Bd. I, S. 24): „Vermutlich ist die Kunst der Feuererhaltung der Feuererzeugung lange vorausgegangen; einen entsprechenden Beweis hiefür liefert die Tatsache, daß die heutigen pygmäenartigen Urbewohner der Andamanen wohl das Feuer besitzen und bewahren, eine autochthone Methode der Feuererzeugung aber nicht kennen.“ |
| 1932-001/1934:141 | Der Widerspruch von Lorenz in „Chaos und Ritus“ (Imago XVII, 1931, S. 433 ff.) geht von der Voraussetzung aus, daß die Zähmung des Feuers überhaupt erst mit der Entdeckung begonnen habe, man sei imstande, es durch irgendeine Manipulation willkürlich hervorzurufen. – Dagegen verweist mich Dr. J. Hárnik auf eine Äußerung von Dr. Richard Lasch (in Georg Buschans Sammelwerk „Illustrierte Völkerkunde“, Stuttgart 1922, Bd. I, S. 24): „Vermutlich ist die Kunst der Feuererhaltung der Feuererzeugung lange vorausgegangen; einen entsprechenden Beweis hiefür liefert die Tatsache, daß die heutigen pygmäenartigen Urbewohner der Andamanen wohl das Feuer besitzen und bewahren, eine autochthone Methode der Feuererzeugung aber nicht kennen.“ |
F:3
Gewinnung des Feuers
Gewinnung des Feuers
F:3
Urmenschen
Urmenschen
F:5
Verzicht
Verzicht
F:5
homosexuell
homosexuell
F:5
Harnstrahl
Harnstrahl
F:5
Prometheussage
Prometheussage
F:5
Entstellungen
Entstellungen
F:5
Mythus
Mythus
F:5
Kindheitserlebnisse
Kindheitserlebnisse
F:5
rekonstruieren
rekonstruieren
F:5
Darstellung durch Symbole
Darstellung durch Symbole
F:5
Verwandlung ins Gegenteil
Verwandlung ins Gegenteil
F:5
Frevel
Frevel
F:5
Bestrafung
Bestrafung
F:6
Kulturheros
Kulturheros
F:6
Penissymbol
Penissymbol
F:6
Verkehrung
Verkehrung
F:6
Umkehrung der Beziehungen
Umkehrung der Beziehungen
F:6
Wasser
Wasser
F:7
Menschheitsreminiszenz
Menschheitsreminiszenz
F:7
Opfer
Opfer
F:7
Götter
Götter
F:7
Inzest
Inzest
F:7
Triebleben
Triebleben
F:7
das Es
das Es
F:7
Über-Ichs
Über-Ichs
F:8
Leber
Leber
F:8
Vogel
Vogel
F:8
Leidenschaften
Leidenschaften
F:8
Begierden
Begierden
F:8
Verbrecher
Verbrecher
F:8
Feindseligkeit
Feindseligkeit
F:8
Aggressionslust
Aggressionslust
F:8
Schuldgefühl
Schuldgefühl
F:9
Primitiven
Primitiven
F:9
Libido
Libido
F:9
sexueller Erregtheit
sexueller Erregtheit
F:9
Phallus
Phallus
F:11
mythenbildenden Tätigkeit
mythenbildenden Tätigkeit
F:11
Darstellungslust
Darstellungslust
F:11
Trost
Trost
F:11
gekränkten
gekränkten
F:12
Schlangenköpfen
Schlangenköpfen
F:12
manifesten Inhalts
manifesten Inhalts
F:12
Kastration
Kastration
F:15
Glied des Mannes
Glied des Mannes
F:15
Entleerung des Harnes
Entleerung des Harnes
F:15
Liebesakt
Liebesakt
F:15
genitalen Libido
genitalen Libido
F:15
nach seiner Theorie
nach seiner Theorie
F:15
Genitalfunktion
Genitalfunktion
F:15
Körperempfindungen
Körperempfindungen
F:15
Außenwelt
Außenwelt
F:15
Analogien
Analogien
F:5
Feuergewinnung – setzt voraus – Triebverzicht
die Vorbedingung der Bemächtigung des Feuers sei der Verzicht
F:5
Feuergewinnung – verlangt Verzicht auf – Harnerotik
es durch den Harnstrahl zu löschen
F:5
Harnerotik – hat als Merkmal – Homosexualität
homosexuell
F:5
Feuergewinnung – wird bestätigt durch – Sage
lasse sich durch die Deutung der griechischen Prometheussage bestätigen
F:5
Mythus – wird verglichen mit – Traum
Diese Entstellungen sind von derselben Art
F:5
Entstellung – enthält als Teil – Symbolik
Die dabei verwendeten Mechanismen sind die Darstellung durch Symbole
F:5
Entstellung – enthält als Teil – Verwandlung ins Gegenteil
und die Verwandlung ins Gegenteil
F:5
Kindheitserlebnis – wird erschlossen aus – Traum
wenn wir aus den Träumen von Patienten ihre verdrängten
F:6
Feuer – geht durch Verkehrung hervor aus – Wasser
Nicht das Feuer beherbergt der Mensch in seinem Penisrohr
F:6
Verkehrung ins Gegenteil – verdeckt – Sinn
der uns so oft den Sinn des Traumes verbirgt
F:7
Feuergewinnung – hat als Merkmal – Frevel
der Erwerb des Feuers ist ein Frevel
F:7
Sage – bewahrt – Reminiszenzen
der wesentliche Inhalt der entstellten Menschheitsreminiszenz
F:7
Götter – hat als Merkmal – Befriedigung
Den Göttern teilt der Mythus bekanntlich die Befriedigung aller Gelüste zu
F:7
Gott – vertritt – Es
der durch die Feuerlöschentsagung betrogene Gott
F:7
Götter – geht durch Verkehrung hervor aus – Triebleben
ein menschliches Gelüste ist in der Sage in ein göttliches Vorrecht umgewandelt
F:7
Gottheit – wird unterschieden von – Über-Ich
nichts vom Charakter eines Über-Ichs
F:7
Gottheit – vertritt – Triebleben
Repräsentant des übermächtigen Trieblebens
F:8
Strafe – geht durch Verkehrung hervor aus – Triebverzicht
in der Bestrafung des Feuerbringers
F:8
Leber – symbolisiert – Leidenschaft
der Sitz aller Leidenschaften und Begierden
F:8
Strafe – richtet sich gegen – Verbrecher
das Richtige für einen triebhaften Verbrecher
F:8
Triebverzicht – ist Voraussetzung für – Kultur
wie unerläßlich ein solcher Triebverzicht in kultureller Absicht ist
F:8
Sage – stellt dar – Feindseligkeit
unverhohlen den Groll aus
F:8
Feindseligkeit – richtet sich gegen – Kulturheros
gegen den Kulturheros verspüren mußte
F:8
Triebverzicht – verursacht – Feindseligkeit
die Aufforderung zum Triebverzicht und die Durchsetzung desselben Feindseligkeit
F:8
Triebverzicht – verursacht – Aggressionslust
Feindseligkeit und Aggressionslust hervorruft
F:8
Aggressionslust – verwandelt sich in – Schuldgefühl
erst in einer späteren Phase der psychischen Entwicklung in Schuldgefühl umsetzt
F:9
Feuer – symbolisiert – Libido
als Symbol der Libido
F:9
Feuer – dient als Vergleich für – Sexualerregung
die den Zustand sexueller Erregtheit begleitet
F:9
Feuer – symbolisiert – Phallus
dem mythischen Sinn als Phallus erschien
F:9
Harnerotik – hat als Objekt – Phallus
ein lustvolles Ringen mit einem anderen Phallus
F:10
Phantasie – ist Teil von – Mythus
rein phantastische Elemente in den Mythus eingedrungen
F:10
Leber – symbolisiert – Libido
sie symbolisch dasselbe bedeutet wie das Feuer selbst
F:10
Vogel – symbolisiert – Penis
die Bedeutung des Penis zu
F:10
Vogel – symbolisiert – Phallus
den nach seiner Erschlaffung neu belebten Phallus
F:11
Darstellungslust – liegt latent zugrunde – Mythenbildung
ohne anderes Motiv als bloße Darstellungslust
F:11
Mythus – stellt dar – Libido
Sie beschreiben die Wiederherstellung der libidinösen Gelüste
F:11
Trost – entschädigt für – Triebverzicht
ist als Trost durchaus an ihrem Platz
F:11
Mythus – handelt von – Triebverzicht
einen notwendig gewordenen Triebverzicht behandelt
F:11
Mythus – antwortet auf – Kränkung
der begreiflichen Reaktion des in seinem Triebleben gekränkten Urmenschen
F:12
Verkehrung ins Gegenteil – tritt auf bei – Mythus
der Verkehrung ins Gegenteil in einem anderen Mythus
F:12
Schlange – symbolisiert – Feuer
die züngelnden Schlangenköpfe sind die Flammen des Brandes
F:12
Phallus – ist Objekt von – Kastration
seine Vernichtung die Kastration
F:12
Mythus – antwortet auf – Feuergewinnung
der Reaktion einer späteren Kulturzeit auf den Anlaß der Feuergewinnung
F:13
Feuer – ist Gegensatz zu – Wasser
Für den Gegensatz von Feuer und Wasser
F:15
Exkretionsfunktion – ist Gegensatz zu – Sexualfunktion
die beiden Akte in Wirklichkeit unverträglich miteinander sind
F:15
Geschlechtsakt – befriedigt – Genitalität
der das Sehnen der genitalen Libido stillt
F:15
Sexualtheorien, infantile – handelt von – Exkretionsfunktion
daß der Mann in den Leib des Weibes uriniert
F:15
Sexualerregung – hemmt – Exkretionsfunktion
ist das Urinieren unmöglich
F:15
Körperempfindung – dient als Vergleich für – Außenwelt
die Außenwelt mit Hilfe seiner eigenen Körperempfindungen
F:4
Albrecht Schaeffer
Albrecht Schaeffer
F:4
Erlenmeyer
Erlenmeyer
F:7
Hesiod
Hesiod
F:14
Heine
Heine
F:19
Lorenz
Lorenz
F:19
Hárnik
Hárnik
F:19
Richard Lasch
Richard Lasch
F:19
Georg Buschans
Georg Buschans
F:3
Das Unbehagen in der Kultur
Das Unbehagen in der Kultur
Verknüpfte Quelle:
Das Unbehagen in der Kultur
F:4
Die Psychoanalytische Bewegung
Die Psychoanalytische Bewegung
F:17
Notiz zur Freudschen Hypothese über die Zähmung des Feuers
Notiz zur Freudschen Hypothese über die Zähmung des Feuers
F:19
Chaos und Ritus
Chaos und Ritus
F:19
Illustrierte Völkerkunde
Illustrierte Völkerkunde
F:5
Kindheitserlebnis – wird entstellt durch – Entstellung
ihre verdrängten, doch so überaus bedeutsamen Kindheitserlebnisse
F:6
Penissymbolik – tritt auf bei – Mythus
Einen solchen Gegenstand würden wir in einer Traumdeutung gern als Penissymbol
F:6
Wasser – ist gleichbedeutend mit – Urin
das Wasser seines Harnstrahls
F:6
Harnerotik – steht im Zusammenhang mit – Feuer
reiches, wohlbekanntes analytisches Material
F:7
Frevel – tritt auf bei – Sage
Dies ist ein konstanter Zug aller Sagen über die Gewinnung des Feuers
F:7
Götter – ist Angriffsziel von – Frevel
Also die Götter sind die Betrogenen
F:7
Triebverzicht – hat als Objekt – Inzest
wie wir es vom Inzest her kennen
F:7
Triebleben – ist gleichbedeutend mit – Es
das Triebleben, das Es
F:8
Vogel – tritt auf bei – Sage
Auch in den Feuersagen anderer Völker spielt ein Vogel eine Rolle
F:8
Frevel – wird verursacht durch – Begierde
unter dem Antrieb böser Gelüste
F:8
Kulturheros – ist Gegensatz zu – Verbrecher
Das genaue Gegenteil trifft aber für den Feuerbringer zu
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Triebverzicht – wird gedeutet als – Frevel
als strafwürdiges Verbrechen behandelt
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Sage – bestätigt – Feuersymbolik
noch die Abkunftsage des römischen Königs Servius Tullius zeugt dafür
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Feuer – symbolisiert – Leidenschaft
von dem zehrenden Feuer der Leidenschaft
F:10
Libido – wird befriedigt durch – Sättigung
täglich befriedigt, sich täglich wiederherstellen
F:10
Penissymbolik – tritt auf bei – Traum
wie Sagen, Träume, Sprachgebrauch und plastische Darstellungen
F:11
Mythus – hat als Merkmal – Tendenz
eine bestimmte Tendenz zu erkennen
F:11
Triebverzicht – schädigt – Triebleben
eine Niederlage des Trieblebens
F:11
Strafe – richtet sich gegen – Kulturheros
nach der Bestrafung des Frevlers
F:11
Triebverzicht – verursacht – Kränkung
des in seinem Triebleben gekränkten Urmenschen
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Umkehrung – tritt auf bei – Traum, manifester
die Umkehrung des manifesten Inhalts
F:12
Schlange – symbolisiert – Libido
als Beweis ihrer libidinösen Natur
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Wasser – hebt auf – Feuer
Herakles löscht nun diesen Brand durch
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Mythus – hebt auf – Triebverzicht
Herakles sie für den Fall des Unheil drohenden Brandes freigegeben
F:15
Penis – dient – Exkretionsfunktion
Es besorgt die Entleerung des Harnes
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Penis – dient – Sexualfunktion
und es führt den Liebesakt aus
F:15
Vogel – symbolisiert – Erektion
der ihm die Gleichstellung mit dem Vogel eingetragen hat
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Exkretionsfunktion – hemmt – Sexualfunktion
wenn das Glied der Entleerung des Körperwassers dient
F:15
Urin – hebt auf – Sexualerregung
sein eigenes Feuer durch sein eigenes Wasser löscht
F:15
Körperempfindung – dient als Vergleich für – Feuer
die Analogien, die ihm das Verhalten des Feuers zeigte
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Feuergewinnung – geht voraus – Feuerbereitung
Vermutlich ist die Kunst der Feuererhaltung der Feuererzeugung lange vorausgegangen