Rank, Otto (1913-502//1913-766): 13. Sitzung am 15. Januar 1913. Prof. Freud: Animismus, Magie und Allmacht der Gedanken
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Korrespondenzblatt der Intern. Psychoanalyt. Vereinigung.
infantile Sexualbefriedigung, dabei eine Kompromisaktion von libidinösen und anderen Wünschen und der Abwehr dagegen darstellt.
Was hat nun die am Menschen geändert und wie wird die Libido durch die versohoben?
1. Die Psychoanalyse hat die auslösenden Momente dem Bewußtsein
richtig erklärt.
2. Die unbewußten Phantasien, die zum Asthma geführt hatten, wurden
bewußt gemacht und dabei malartige Affekte zur Erledigung gebracht.
3. Dadurch wurde der Patient befähigt, dort, wo er vorher zu einem Scha-den in ungeeigneter Weise das Lust-Unlust-Prinzip herrschen ließ, nach dem
Realitätsprinzip zu reagieren und seine Stimmungen rechtzeitig zu erkennen
und zu beherrschen.
4. Die Verschiebung der Libido von der Genitalzone auf die Riech-und
Mundzone wurde rückgängig gemacht.
5. Durch diese Rückverschiebung wurde es dem Patienten ermöglicht,
sich von den infantilen Fixierungen an ungeeignete Objekte zu lösen: Er kam
von der unbewußten Herrschaft der Mutterimago los.
In der Diskussion hob Prof. Freud hervor, daß es zweckentsprechend
ist, solche Sexualneurosen, denen ein gleichlich psychischer Mechanismus wie
die Hysterie haben, aber die Symptome nicht durch eigentliche Konversion
bilden, sondern dazu eine organisch präformierte, abnorme somatische Reaktion
benützen, als Fixierungs-hysterien zu bezeichnen und als besondere
Gruppe der Konversions- und Angst-hysterien bei zuordnen.
Im Schlußwort hält es der Vortragende zum für wahrscheinlich, daß
alle Fälle von Bronchialasthma psychogen ausgelöst werden, aber mit Rück-sicht auf die relativ geringe Anzahl von psychoanalysierten Fällen sei diese
Frage noch unerledigt. (Autoreferat.)
13. Sitzung am 15. Januar 1913.
Prof. Freud: Animismus, Magie und Allmacht der Ge-
danken (erschien in „Imago“, Februar 1913).
14. Sitzung am 22. Januar 1913.
Dr. Lorenz (als Gast): Die Geschichte des Bergmannes von
Falun.
Nach einer historischen und literarischen Orientierung über die zu
Grunde liegende Begebenheit, ihre Überlieferung und die dichterische Aus-gestaltung der Vorgeschichte durch Arnim, E. T. A. Hoffmann, Richard Wagner
und H. v. Hoffmannsthal gibt der Vortragende mit besonderer Berücksichtigung
der Bearbeitungen Hoffmanns und Hofmannsthals eine Analyse des Wahnes
und der Träume des Helden, aus der sich dessen infantile Fixierung an die
Mutter mit ihrer neurotischen Darstellung in einer Mutterleibphantasie (das
Berg-innere) ergibt.
15. Sitzung am 29. Januar 1913.
Kasuistische Mitteilungen und Referate.
1. Rosenstein: Nichts zu Daten: Zahlenanalyse.
2. Hitschmann: Übereinstimmungen zwischen Neurotikern.
3. Rank: Demonstration einer Zeichnung.
Mitteilung zweier Träume.
4. Sadger: Über die Notwendigkeit, die Gefäß-erotik von der Anal-erotik zu trennen.
5. Tausk: Traummechanismen und -symbole.