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Korrespondenzblatt 571
Wiener Psychoanalytische Vereinigung
II. Quartal 1928
16. Mai 1928. Kleine Mitteilungen und Referate.
1. Frl. Anna Freud: Bericht über eine Berliner Diskussion der Frage
der psychoanalytischen Ausbildung von Pädagogen. (Referent: Dr. S. Bernfeld,
Korreferent: Anna Freud.)
Bernfeld skizzierte die Beziehungen zwischen Pädagogik und Psychoanalyse,
die Abhängigkeit der Pädagogik von soziologischen, statt psychologischen Mo-
menten, die Rolle, welche die Psychoanalyse in der Pädagogik einer sozialistischen
Gesellschaft zu spielen berufen wäre. — Anna Freud schilderte die Erziehung
und Umwandlung der Tätigkeit des Pädagogen durch seine eigene Analyse
analog der Umwandlung eines Patienten nach durchgeführter Analyse. Zukunfts-
bild einer „analytischen Pädagogik“ im Sinne der Anschauungen, wie sie die
„Zukunft einer Illusion“ vertritt. — Die Diskussion in der Berliner Gruppe
ergab große Differenzen in den Ansichten der verschiedenen Mitglieder.
Diskussion: Federn, Kris (a. G.), Nunberg, Steiner, Wälder.
2. Dr. Federn: Zur Zielsetzung der psychoanalytischen Erziehung.
(Autoreferat nicht eingelangt.)
Diskussion: Frl. Anna Freud.