Reik, Theodor (1921-515/1921.2): 2. Sitzung am 26.Oktober 1921. Siegfried Bernfeld: Einige Bemerkungen über die Sublimierung
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530 Korrespondenzblatt der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung
Zweite Sitzung am 26. Oktober 1921.
Dr. Bernfeld: „Einige Bemerkungen über die Sublimierung.“ Der
Vortragende gab zunächst eine Übersicht über die in der psychoanalytischen
Literatur enthaltenen Formulierungen des Begriffes der Sublimierung, vor
allem aus den F r e u d schen Schriften: Sublimierung ist das der Verdrängung
entgegengesetzte Triebschicksal, dem die Objektlibido unterliegen kann und
das eine Zielablenkung auf ein vom sexuellen entferntes, kulturell wertvolles
Ziel beinhaltet. Auf Grund von Untersuchungen, die an den Dichtungen und
an dem Vereinsleben Jugendlicher und an Kinderspielen vorgenommen
wurden, versucht der Vortragende, den Begriff der Sublimierung etwas präziser
zu fassen, wobei auf zwei Hauptpunkte Gewicht gelegt wird: 1. Es muß
versucht werden, die Bewertung, die stillschweigend im Begriff der Subli-
mierung mitgedacht wird, zu ersetzen durch einen deskriptiven Begriff; der
Vortragende schlägt vor, als diesen die Ichgerechtheit der Zielablenkung
anzunehmen, das heißt nur jene Zielablenkungen des genannten Mechanismus
„Sublimierung“ zu nennen, die im Dienst der Ichziele (Ichtrieb oder Ich-
libido) stehen. 2. Die Sublimierungsfähigkeit steht offenbar in einer direkten
Beziehung zum Maß der libidinösen Besetzung der Ichtriebe.
An der Diskussion beteiligten sich: Federn, Kolnai, Deutsch,
Reik, Nunberg, Freud.