Rank, Otto (1911-518//1911-772): 30. Sitzung, am 10. Mai 1911. Dr. Viktor Tausk: Ein Beitrag zur Psychologie des Masochismus.
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Aus Vereinen und Versammlungen.
und schließlich die Erscheinungen der Muskel-Erotik (Strampeln, Springen, Raufen
der Buben; Bedürfnisse nach Küssen, Tanzen, Umarmungen etc. bei Mädchen). Als
eine Neurose der Muskelerotik wird der Tic aufgefasst.
Die Bedeutung der Haut-, Schleimhaut- und Muskel-Erotik für den Kultur-
fortschritt wird geltend gemacht und auf ihre Beziehung zum rapiden Anwachsen
der Sportbewegung in unseren Jahrhunderten hingewiesen. Diese extragenitale Erotik
wird dadurch wertvoll, dass sie die gefahrlose Aufspeicherung einer enormen
Menge von Sexualität gestattet, zugleich aber in ganz ausserordentlichem Masse
sublimierbar ist.
30. Sitzung, am 10. Mai 1911.
Dr. Viktor Tausk: Ein Beitrag zur Psychologie des Maso-
chismus.
In den seit dem 6. Lebensjahre bestehenden masochistischen Phantasien
des auch leicht zwangsneurotischen Patienten spielt die Mutter eine tragende Rolle:
mit der Patient bis zu seinem 9. Lebensjahr in inniger Liebe lebte, die sich aber
von da an feindselig gegen das Kind einstellte, das auf diese Weise enttäuscht,
sich nach einem schweren Konflikt von der Mutter abwendet, die er heute direkt
hasst. Es hat aber nicht diese eigentümliche Einstellung der Mutter zum Maso-
chismus geführt, der ja schon zur Zeit der liebevollen Behandlung der Mutter
bestand.
Zum Verständnis der masochistischen Lustempfindung gelangt man beim
Patienten auf zweierlei Weise: 1. beisst er sich nach Wutanfällen selbst, eine
Form der Abreagierens abnormal sadistischer Anwendungen, die möglicherweise
vorzutäuschen vermag, dass der Schmerz selbst es ist, der wohltut; 2. vom
Komplex der Analerotik aus, die beim Patienten ganz besonders betont und durch
Reizungen aller Art gesteigert erscheint. Patient vermag nur passiv, von der
Altersperson, sexuelle Lust zu geniessen und da ihm die päderastische Be-
friedigungsmöglichkeit unbewusst bleibt, so muss er sich vermittels der Kastrations-
phantasie zum Weibe machen. Die Kastrationsphantasie ist aber ausserdem eine
vom Vater ausgehende Strafe für die auf die Mutter gerichteten aggressiven
Wünsche.
31. Sitzung, am 17. Mai 1911.
Referate und kleinere kasuistische, sowie sonstige Mit-
teilungen.
1. Dr. Sachs: Beiträge zu steteel'schen Symbolen.
2. Dr. Graf: Eine kleine aktuelle Mitteilung.
3. Dr. Tausk: Eine funktionelle Fehlleistung;
Analyse eines Wortwitzes;
Eine intentonale Determinierung.
4. Dr. Hitschmann: Goethe über Kleist,
Belege aus der Literatur;
Freud: einer beweiskaftigen Symbolik.
5. Prof. Freud: Traumdarstellungen im Witzblatt.
6. Hugo Heller: Ein Beitrag zum Inzestthema.
7. O. Rank: Buchreferat:
Zur Sagenbedeutung;
Aus Schopenhauer.
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Onanie. — 7. Prof. Freud: Über Traumdarstellung. 10. Sitzung am 7. Dez.
1910. 8. Baron Winterstein: Aus Lichtenberg. — 9. Dr. Sachs: Referat
über Spitzer, Wortbildung als stilist. Mittel. — 10. Franz Grüner: Über
Chamoissierspiessspitzen. — 11. Rank: Referat über Hirschfeld: Die
Transvestiten, über die Rettungsphantasie, zur Traumdeutung. 11. Sitzung
am 14. Dez. 1910. 12. Frau Dr. Hilferding: Ein Traum Rosseggers. —
13. Dr. R. Reitler: Sexualphantasie und ihre Beziehung zur Selbstmord-
symbolik. — 14. Dr. E. Hitschmann: Über einen Fall von Melancholie