S.
Sigm. Freud.
An Romain Rolland:
Unvergeßlicher, durch welche Mühen und Leiden haben
Sie sich wohl zu solcher Höhe der Menschlichkeit emporgerungen!
Lange Jahre, ehe ich Sie sah, hatte ich Sie als Künstler und als
Apostel der Menschenliebe geehrt. Der Menschenliebe hing ich selbst
an, nicht aus Motiven der Sentimentalität oder der Ideal forderung,
sondern aus nüchternen, ökonomischen Gründen, weil ich sie, bei derS.
ort für ebenso unerlässlich erklären musste wie etwa die
Technik.
Als ich Sie dann endlich persönlich kennen lernte, war
ich überrascht zu finden, dass Sie Stärke und Energie so hoch
einzuschätzen wissen und dass in Ihnen selbst so viel Willens-
kraft verkörpert ist.
Möge Ihnen das nächste Jahrzehnt nur Erfüllungen
bringen. Herzlichst Ihr
S i g m . F r e u d , aetat. 70.
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Dichter und Denker über Romain Rolland
1926-071/1926.2
1926-071/1926.2