Sitzung am 18. Juni 1919 1919-512/1919

Reik, Theodor (1919-512/1919): Sitzung am 18. Juni 1919

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  • S.

    Sitzung am 18. Juni 1919.

    Anwesend: Prof Freud, Dr Sadger, Dr F Federn, Dr
    Jekels, Dr Fokschaner, Dr Hug-Hellmuth, Dr Hitschmann,
    Dr Nepallek, Dr Schilder, med. Fokschaner, Dr Kaplan,
    Dr Nunberg, Dr Reik, Dr Rank.

       Wahl Dr Bernfeld einstimmig gewählt. Dr Reik: Einlauf.
    Nächste Sitzung am 2. Juli: Referate und Mitteilun-
    gen.

    Dr Fokschaner hält seinen Vortrag über einen Fall von
    Mondsucht.

    Diskussion:

          Hitschmann: Zusammenhang zwischen Eltern-
    Koitustraum u. Himmelskörpern; vielleicht auch
    hier. Allerdings sollte es sich um den Vater handeln.

          Jekel: Richard III, Anna wird überwältigt
    von seinen Liebesbeteuerungen.

          Hug: Entlastung von Schuld spielt Rolle bei
    Mondsucht. Wecken Motive (Mondsucht tritt auf,
    wenn Entlastung von Schuld. Frauen werden ge-
    schwängert in Mondsucht u. lieben den Mann
    (Sophie Maria v. Ludwig). 14-jähriges Mädchen
    onaniert excessiv in Mondsuchtsanfall. —

          Fenichel: Hauptmann Armer Heinrich
    Eltern-Koitus-Himmelskörper

  • S.

    Schuldbewußtsein wegen Todeswünschen ist ja ein
    Fall von Fokschaner da. —

          Rank: UnterWeltenelternmythen
                Richard III unzureichend
                Problem d. Motilität

    Jekels verteidigt seine Auffassung.
          Himmelskörper — Eltern
          Mond immer weiblich bei allen Völkern

    Nunberg: Problem 1) Mondsucht
                            2) Nachtwandeln
    die nicht immer verknüpft sind. Die Beziehung
    müßte man aufdecken. Problem d. Motilität
    im Schlaf noch nicht gelöst.

    Jekels: Sadger hat die Probleme so gesondert.
          Mond: Identif. mit d. Mutter u. d.
                Mondsucht als Problem

    Prof: Analyse zu wenig ausführlich, daher nicht
       überzeugend. Nicht alles erklären wollen.
       Somnambulismus nur erklären, wenn man neues
       Material hat. Muskelerotik hat etwas für
       sich Pat. der Muskelbäuche d als Fetisch gehabt
       hat. (Brustwarzen an den Oberarmen) Ursprüng-
       lich hat die Fetischistin das Genitale gereizt,
       der hat als Kind an Nachtwandeln gelitten. Immer
       war aber der Inhalt d. Traumes ein motorischer Wunsch.

  • S.

    Das Wandeln muß physiologisch sein —

    Maria v. Ludwig: von Schuld u Entlastung
       ist keine Rede. —

    Himmelskörper richtig. Was persönlich, was vererbt
    müßte man erst untersuchen. Periode wo die
    Menschen begonnen haben, Mythen an den
    Himmel zu projizieren: Zeit d. Gestirn-
    beobachtung. Nicht so alt, aber Weg?
    Moment des Schreckens wirkt disponierend.
    Jede Art von heftiger Gemütserregung sexuell
    erregend wirkt.

    Kaplan: Nachtwandeln als Form d. hyst. Anfalls?

    Hitschmann: Platzangst mit Erleb.

    Hug: Diese Pat. gehen im Dunkeln sicher und haben
    Angst nur bei Tage —

    Fokschaner: über Affektzensur
       Vielleicht Somnamb. Schutz vor Neurose
       gegen Affektdeutung

    Prof. leistet so wenig wie Anfall