Sitzung am 2. Juli 1919 1919-513/1919

Reik, Theodor (1919-513/1919): Sitzung am 2. Juli 1919

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  • S.

    Sitzung am 2./VII. 1919.

    Anwesend: Prof. Freud, Dr Rank, Dr Reik, Dr Sadger, Dr
    Winterstein, Dr Weiss, Dr Kaplan, Dr Nunberg, Dr Fokschauer,
    Dr Hitschmann, Dr Nepallek, Dr Hug-Hellmuth, Dr Federn.
                                                                                Dr Bernfeld.

    Frau Dr Hug über einen besonderen Fall von Verdrängung
    bei einem jungen Mädchen, 3. Lyzeumklasse, kommt
    in die Analyse. Starke Fixierung an Familie. Zeichen=
    talent groß. Lacht in der Schule, weil sie sich die
    Damen mit grossen oder kleinen Hüten vorstellen muss.
    Intensive Klagen über das Elternhaus. In den Zeich=
    nungen gibt sie Karikaturen die sie sofort zerreist.
    Im 4. Jahr hatte sie ausgedehnte Sexualstudien gemacht,
    später hat sie war sie sexuell anscheinend unauf=
    geklärt. Mit 5–6 Jahren lernt sie exhibitionierende
    Knaben kennen. Angst vor dem Vater. Nabel statt
    Nabel sagt sie in der Analyse Na. Einstellung gegen
    Kind (kleine Schwester). Möchte nur Bestätigung über
    sexuelle Aufklärung haben. Wortentstellungen. Gewitterfurcht
    Furcht vor Nasswerden. Familienprüderie. Fräulein M.
    Hat keine Spur von Schuldgefühl. Die Analyse heilt
    den Fall.

    Dr Hitschmann versu glaubt, dass die Psychologie des
    Komischen.

    Prof. Freud: oft wird von Neurotikern das Sexuelle als
    das Komische bezeichnet. Das Mädchen hat sich mit
    Mutter identifiziert.

    Dr Federn fragt, ob sich das Mädchen auch über den
    Vater lustig macht.

  • S.

    Dr Weiss: Aus der Analyse geht die Analyse der Tier=
    liebe stellt hervor. Das Zwangslachen bei kleinen Kin=
    dern, wenn Eltern böse sind.

    Freud: Das Zwangslachen ist ein Symptom von gro=
    ßer Ambivalenz. Die sexuelle Aufklärung soll ratio=
    niert überliefert werden.

    Dr Weiss erzählt Fall eines merkwürdigen Schauens.
    (unter den Augenbrauen hervor.)

    Dr Federn: der Ekel erstreckt sich nicht nur auf sexuel=
    le Sensationen in Urethra oft bei Fällen von Ertappt=
    werden.

    Dr Rank: Aus der Kinderpsychologie 9 jähriges Mädchen
    von grossem Tanztalent. Hat Entwurf zu einem Theater=
    stück nach aktuellen Ereignissen niedergeschrieben, die
    in Komplexen des kleinen Kindes wurzeln.

    Dr Nunberg zeigt Zeichnungen einer Dame.

    Dr Federn erzählt einen klinischen Fall von schwerer
    Zwangsneurose bei einem Mann nach einem leichten
    Schlaganfall. Zwang besteht in Zwangs Erinnerung von Na=
    men.

    Freud sah einen Fall von Zwangsneurose bei einem Mann ü=
    ber 70 Jahre. Nach Verlust des Sexuallebens tritt die Re=
    gression ein. Das Alter, das eine 2. Kindheit prädisponiert wie
                                                                   andere Kindheit zu Neurose.

    Dr Hitschmann nimmt doch Zusammenhang mit Ar=
    teriosklerose. Das Alter das

    Freud: Dr Federn erzählt merkwürdigen Traum einer
               homosexuellen Frau.

  • S.

    Prof. Freud: Hat keinen Traumcharakter.