• S.

    PROF. DR. FREUD 
    WIEN IX., BERGGASSE 19

    18. X. 1931

    Sehr geehrter Herr

    Ihre Gedanken über 
    Kunst und Kunstschaffen 
    sind geistreich und mögen 
    viel Richtiges enthalten. 
    Wie weit sie im Einzelnen 
    zutreffen und ob sie 
    das Problem erschöpfen, 
    läßt sich natürlich nicht 
    kurzer Hand und ohne 
    besonders darauf gerichtete 
    Untersuchung entscheiden. 
    Das Problem ist in der 
    psychoanalytischen Literatur 
    nicht gründlich behandelt. 
    worden. Ich nenne Ihnen 
    die freilich schon ver¿¿¿¿
    Schrift von Otto Rank, 
    Der Künstler bei Fr. 
    Deuticke, Wien. 

    Die Kokoschkabriefe 
    sende ich Ihnen wieder, 

  • S.

    da sie Ihnen mehr bedeuten 
    müßen als mir.

    Hochachtungsvoll
    Ihr 
    Freud