1. Richtlinien zur Erstellung von diplomatischen Umschriften für Druckvorstufen, die als Autografen vorliegen.
Diese Umschriften enthalten stillschweigende Änderungen:
- Die Umlautzeichen werden ergänzt.
- Die Interpunktion (An- und Abführungszeichen, Apostroph, Bindestrich, Gedankenstrich, Dreipunktzeichen) wird stillschweigend typografisch korrekt gesetzt.
- Zusätze in fremder Hand (z. B. vom Drucker) werden nicht übernommen.
- Zur Seitennummerierung siehe den entsprechenden Abschnitt in den Richtlinien.
- Bei den Autografen, die Druckvorstufen von Werken sind, die Freud selbst veröffentlicht hat, werden Überschriften und Kapitelüberschriften nicht stillschweigend hervorgehoben und entsprechend ihrer Hierarchie formatiert.
- Diese Transkriptionen beinhalten meist Binnenkorrekturen (Streichungen, Einfügungen direkt im Text, Einfügungen mittels eingeklebter Zettel, Änderungen der Wortfolge), die entsprechenden Textstellen sind als Einfügung, Streichung, Änderung der Wortfolge gekennzeichnet.
- Hervorhebungen sind von mittels Schriftwechsel (so werden etwa Namen von Freud im Manuskript meist in lateinischer Schrift geschrieben) oder mittels Unterstreichung angezeigt. In der diplomatischen Umschrift wird der Schriftwechsel über Kursivsetzung angezeigt, Unterstreichungen werden übernommen. (In späteren Druckversionen finden sich an diesen Stellen zumeist Sperrungen.)
- Die Fußnoten finden sich zum Teil am Ende einer Seite, zum Teil mitten im Text und zum Teil auf eingeklebten Zettel. Unleserliche Stellen und Unsicherheit in der Lesung sind markiert.
Diese Qualitäten werden im synoptischen Variantenapparat nicht ausgewiesen. Daher ist diese diplomatische Umschrift eines Entwurfes oder einer Reinschrift jeweils selbst integraler Bestandteil des Variantenapparates.
2. Weitere Bearbeitung der Autografen für die Kollationierung
- Textgrundlage für die Bearbeitung ist erforderlichenfalls eine zweite Version der Umschrift, die durch ein die Signatur ergänzenden “f“ (formatiert) gekennzeichnet ist.
- Darin finden sich die Einfügungen bereits an dem vom Autor vorgesehen Stelle im Text.
- Die Fußnoten finden sich am Seitenende – noch mit den originalen Bezeichnungen.
3. Erstellung eines internen "Editortextes"
Im sogenannten „Editortext“, der in die Kollationierung einfließt, sind die Fußnoten in fortlaufende Endnoten umgewandelt, die Absatznummern dieses Textes wurden mit denen der anderen Textvariante synchronisiert, die Zeilen und Seitenumbrüche wurden aufgehoben. Einfügungen, Streichungen, Änderungen der Wortfolge sind ohne Kennzeichnung in den Text eingearbeitet. Hervorhebungen werden in der Kollationierung nicht ausgewiesen.
Christine Diercks 2024-2026 [2026-04-16]