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GELEITWORT
Ich habe mit grosser Bereitwilligkeit meine Zustimmung
zu dieser Uebersetzung gegeben, die einen von mir lange ge-
hegten Wunsch verwirklicht. Seit vielen Jahren ist es mir ein
Bedürfnis geworden, die Kräftigung für neue Arbeit aus den
Schönheiten des Landes Italien zu holen, in dessen Literatur
ich nun, Dank der Bemühungen des Uebersetzers, kein Fremder
mehr sein soll. Das ausgezeichnete Verständnis des Herrn Prof.
Levi Bianchini bildet eine Garantie der korrekten Wiedergabe,
deren sich nicht jeder Autor erfreuen kann.
Die Psychoanalyse scheint mir der Aufmerksamkeit der
Aerzte und Gebildeten überhaupt vor allem würdig durch die
engen Beziehungen, die sie zwischen der Psychiatrie und vielen
anderen Geisteswissenschaften herstellt. In einem Aufsatze der
Zeitschrift „Scientia“ (Bologna 1913) habe ich versucht, die-
selben in allgemeinsten Umrissen zu schildern.
Wien 1915.
Freud.
Zum Kontext:
Brief von Sigmund Freud an Sándor Ferenczi vom 30. 10. 1914:
"Ein Italiener Levi Bianchini, Prof. extraord
in Neapel und Direktor des „Manicomio“
will eine internat psychiat Bibliothek
herausgeben u mit einer Übersetzung
meiner „5 Vorlesungen“ beginnen. Er bietet
auch einen Austausch der Journale an.
Angenom̄en."
Brief von Sigmund Freud an Sándor Ferenczi vom 9. November 1914:"Neuigkeiten wenige. Der Italiener aus
Nocera (Bianchini) hat heute schon die
Übersetzung der ersten von den fünf Vor-
lesungen eingeschickt, u ich eine Vorrede
dazu geschrieben."
In einer Fußnote zu diesem Brief in der gedruckten Ausgabe des Briefwechsels von Sigmund Freud mit Sándor Ferenczi von Ernst Falzeder:
"Dieses auf deutsch erschienene Vorwort wurde aufgrund dieser Briefstelle von Ingeborg Meyer-Palmedo ausgeforscht und wird hier zum ersten Mal wieder abgedruckt (in der nächsten Ausgabe der Freud-Bibliographie mit Werkkonkordanz: Freud 1915j)."