• S.

    PROF. DR. FREUDX, Berggasse

    4. [1.1908]

    Hochgeehrte Herren

    Sie forderten mich vor einiger Zeit auf, 
    Ihnen zum hier gehaltenen Vortrag 
    „Der Dichter und das Pantasiren“ zum 
    Abdruck zu überlassen. Ich antwortete 
    damals, daß sich das Manuskript bei 
    der Neuen Rundschau befinden, die 
    die sich schon bei der Ankündigung des 
    Vortrags um dessen Publikation 
    beworben hatte.

    Ich habe das Manuskript indeß von 
    der „Neuen Rundschau“ zurückerhalten 
    unter Bemerkungen, die mich schließen 
    lassen, daß der Inhalt des Vortrags 
    den Beifall der Redaktion nicht 
    gefunden hat. Es ist sehr wol möglich, 
    daß der kleine Aufsatz auch 
    nach seinem Abdruck heftige 
    Gegnerschaft erwerben wird.

    Wenn Sie ihn nun zur Veröffentlichung 
    übernehmen wollen, so bitte ich, mir

  • S.

    […] auf geringfügige Wort- u 
    Satzänderungen bei der Correctur 
    ¿¿¿¿¿¿¿men. Wenn Sie ihn aber aus 
    ähnlichen (oder anderen Gründen wie 
    die Neue Rundschau nicht aufnehmen 
    können, so senden sie ihn mir ohne 
    viel Ausflüchte u möglichst bald 
    zurück.

    Ihr in Hochachtg ergebener 
    Dr Freud

    Siehe dazu und zur Datierung des Briefes: Freud, Sigmund (1908-005): Der Dichter und das Phantasieren.
    Erstveröffentlichung im 2. Märzheft 1908 in der Neuen Revue. 
    Freud, Sigmund (1908-005/1908): Der Dichter und das Phantasieren. Neue Revue 1, 1908, 2.Märzheft, 716-724.