-
S.
Wien 25. XI. 25.
Verehrter Herr Professor! Ich habe Ihren
Brief meiner armen Mutter und meinen
Geschwistern gezeigt, und wir alle danken
Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Teilnahme.
Es ist lange her, dass Sie meinen Vater
nicht mehr gesehen und gesprochen haben; es
ist in der Zeit, da Sie ihm nicht mehr be-
gegnet sind, noch vieles zu dem hinzu-
gekommen, was Sie kannten; viel Weisheit
und noch mehr, immer noch mehr unend-
liche werktätige Güte, - aber wer ihn
einmal so viel und so gut gesehen hat
wie Sie in den Jahren Ihrer gemeinsamen
Arbeit, der wusste und weiss gut, was -
S.
für ein Mensch er gewesen ist.
Ihre Arbeit, verehrter Herr Professor, hat er mit
nie ermüdendem Interesse und oft mit heller
Freude verfolgt, und wenn er auch manchmal
vielleicht sachliche Einwände zu machen hatte,
so habe ich ihn doch immer und immer
wieder mit Worten der höchsten, fast be-
wunderenden Anerkennung für die Fülle
von Begabung und für die Grösse der Leistung
Ihren Namen nennen hören.Ich weiss, dass Sie seiner immer gedenken
werden; und dafür danke ich Ihnen
von Herzen.In aufrichtiger Verehrung
Ihr
Robert Breuer