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INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT
FÜR ÄRZTLICHE PSYCHOANALYSEWien 3 Jan 1915
Dear Dr Burrow
Ihr wie immer herzliches Schreiben hat mich in dieser Zeit der Vereinsamung doppelt wolthuend berührt. Ich danke für Ihre freundlichen Anerbietungen, kann aber den Eindruck nicht überwinden, dass Sie unter dem Einfluss der groben Fälschungen in den amerik. Zeitungen stehen. Niemand denkt hier daran, die Stadt zu verlassen, oder glaubt, dass uns die Feinde einen Besuch abstatten werden. Ein Stück der Zuversicht von der Deutschland beseelt ist, beherrscht auch uns und wir wenden alles auf, um die schwere Prüfung gut zu überstehen. Was das Jahr 1915 bringen wird, kann noch niemand ahnen.
Ihre Bemerkungen über den Stand der Psychoanalyse in Amerika halte ich für durchaus zutreffend. Ich habe mich nie darüber getäuscht, dass die ΨA den allgemeinen Neigungen zuwiderläuft u dass darum Verwässerungen und Verschleierungen die von Jung
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grosse Chancen auf vorübergehenden Erfolg haben. Hoffentlich finden sich überall Männer wie Sie, die für die ganze und strenge Wahrheit einzutreten bereit sind.
Der Verkehr mit Jones ist leider sehr erschwert. Gerade unsere internationale wissenschaftliche Sache leidet unter diesem Krieg sehr viel, unter den Folgen desselben vielleicht noch mehr. Das kommt für die Wissenschaft im ganzen Ablauf nicht sehr in Betracht, für den Einzelnen, wenn er nicht mehr jung ist, aber in hohem Grade. Wenn es wirklich zu Stand kommt, dass Sie irgend einmal die Analyse bei mir nehmen können, so werden wir hoffentlich Genuss und Gewinn aus ernster Arbeit ziehen. Dass ich nach Amerika komme, hat natürlich sehr wenig Wahrscheinlichkeit. Es sind nicht die Zeiten, in denen man seine Familie allein lassen kann. Die Aufforderung müsste eine sehr dringende seni und eine ausgiebige Entschädigung versichern. Zu alledem sehe ich keine Möglichkeit.
Ich grüsse Sie herzlich und werde mich freuen wieder von Ihnen zu hören.
Ihr Freud