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1. ausserordentliche Generalversammlung.
1. März 1911Dr.Hitschmann eröffnet die Sitzung mit der Mitteilung,dass
Adler aus Inkompatibilitätsgründen seiner wissenschaftlichen Stel-
lung und seiner Stellung im Vereine von seiner Funktion als Obmann
des Vereines zurückgetreten sei und dass Stekel sich ihm mit dem
Verzicht auf seine Funktion als Obmannstellvertreter angeschlossen
habe.Da auch der übrige Ausschuss in statu demissionis getreten sei
habe der Vereinsvorstand eine Generalversammlung einberufen,deren
Beschlussfähigkeit der Vorsitzende konstatiert.Da Herr Prof.Freud
nicht abgeneigt sei,die Obmannstelle anzunehmen,so schlage er des-
sen Wahl per Akklamation vor.-Herr Prof.Freud wird per Akklamation
zum Obmann der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung gewählt und
übernimmt sogleich den Vorsitz.
Prof.Freud dankt für die Wahl und bittet um Vorschläge zur
Wahl der übrigen vier Ausschussmitglieder.
Dr.Friedjung schlägt als Obmannstellvertreter HerrnDr.Hitsch-
mann,als Bibliothekar Herrn Dr.Sachs,als Kassier und Schriftführer
die beiden früheren Funktionäre Dr.Steiner und Rank vor.-Bei der
Abstimmung dringt dieser Wahlvorschlag mit überwiegender Mehrheit
durch.
Dr.Furtmüller möchte Wert darauf legen,dass bezüglich der von
Adler behaupteten Inkompatibilität der Verein nun seinerseits er-
klären solle,dass er dieser Ansicht nicht sei,dem bisherigen Ob-
mann für seine Tätigkeit danke und sein Scheiden bedauere.
Stekel findet es selbstverständlich,die Verdienste Adlers um
die Organisation des Vereines durch einen derartigen Beschluss fest
zulegen.
Grüner G. möchte auch Stekel in diesen Vorschlag einbeziehen.
Heller,Sachs,Federn,Hilferding schliessen sich dem Vorschlag
Furtmüllers an.
Prof.Freud ist genau derselben Meinung wie Furtmüller und die,
die sich ihm angeschlossen haben,aber er halte die Verneinung der
Inkompatibilität in diesem vorgeschrittenen Studium für eine Kritik,
die wir Adler und für uns eine Werbung,die wir uns ersparen können.
Heller stellt den Modifikationsantrag den beiden Herren für ih-
re bisherige Tätigkeit zu danken und ihnen mitzuteilen,dass wir auf
ihre weitere Mitarbeiterschaft den grössten Wert legen.
Der Vorsitzende bringt diesen Vorschlag zur Abstimmung,der ein-
stimmig akzeptiert wird.Die Abstimmung bezüglich eines event.Zusatz
es,worinderrVerein die Inkompatibilität nicht anerkenne,ergibt ei-
ne Mehrheit zu Gunsten dieses Zusatzes.-
Der Schriftführer wird in diesem Sinne mit der Abfassung der
beiden Schreiben betraut.
Prof.Freud macht schliesslich die erfreuliche Mitteilung,dass
sich in Amerika die zweite psychoanalytische Ortsgruppe konstitu -
iert habe.Die erste,an deren Spitze Putnam und Jones stehen,umfasst
ganz Amerika und zählt gegen 20 Mitglieder,welche wegen der Grösse
der Entfernungen nur einmal im Jahre zusammenkommen.Nun hat sich als
zweite Gruppe ein Zweigverein in der Stadt New-York unter Führung
von Brill konstituiert,der auch bereits 16 Mitglieder zählt.Im gan-
zen hat die "Internationale" nunmehr 5 Ortsgruppen.*o*o*o*o*o*o*o*o*o*o*
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V O R T R A G .
Prof.Freud hat die Absicht einzelne Abfälle von den Dingen vor-
zutragen,die sich beieinerNeubearbeitung der Traumdeutung ergeben
I. haben:Zunächst zwei neue Sexualsymbole,ein männliches und ein weib-
liches,von denen jedes aber auch umgekehrt verwendet werden kann.
1.Das Symbol der Kravatte als männliches Sexualsymbol des Penis
In einem besonders überzeugenden Beispiel träumt ein junger Mann,
dass er eine Kravatte in die Höhe hebt und dahinter eine andere be-
merkt.Die Deutung ergibt,dass es sich um die Darstellung seiner in-
fantilen Sexualtheorie handelt.Er hatte zu einer Zeit der Frau ei-
nen Penis zugeschrieben,dann aber die Spaltöffnung des weiblichen
Genitales entdeckt und diese beiden Theorien so kombiniert,dass er
annahm,in der Öffnung befände sich der Penis drin,was ja in gewis-
sem Sinne der Wahrheit entspricht.Der Traum stellt die Kombination
seiner beiden Sexualtheorien vor.
Wie kommt nun die Kravatte zu dieser symbolischen Verwertung?
Diese Leute,die derart von Kravatten träumen,treiben auch im Leben
oft eine Art Fetischismus mit Kravatten,deren sie ganze Sammlungen
besitzen.Die Kravatte ist bei ihnen entschieden etwas sexuell Beton-
tes.-Ein Symbol des Penis ist sie wohl,weil sie 1/ein Charakteristi-
kum der männlichen Kleidung ist;2.weil sie etwas lange herunterhän-
gendes ist,woher sie auch ihren Namen hat,und 3. wirkt dabei als der
im Unbewussten stärkste Grund mit,dass sie etwas ist,was man sich
aussuchen kann,was man so schön haben kann als man will,was beim
Penis leider nicht der Fall sei.
2.Ein Symbol,das vorwiegend weiblich gebraucht wird und meist
das Weib überhaupt bedeutet,ist das Holz.Besonders interessant sind
hier die sprachlichen Beziehungen.In manchen Sprachen ,z.B.im Grie-
chischen,ist der Name für Holz der für Stoff überhaupt,für Materie,
was zweifellos auf die Mütterlichkeit hinweise.Im Portugiesischen
heisst die Insel Madeira so wegen ihres Holzreichtums.Von dieser
Bedeutung des Holzes als mütterlicher Substanz führt vielleicht ein
Weg in die Mythologie.
II. Wenn jemand träumt,dass er schon einmal irgendwo war,so sind wir ge-
wohnt,das auf das Genitale der Mutter zu deuten.-Nun träumt ein jun-S.
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ger Mann,er befinde sich in
einerWohnung,wo er sich sehr gut aus-
kenne,obwohl er erst zweimal dort gewesen sei.Nun hatte der Pat.
zufällig viele Jahre vor Mitteilung dieses Traumes eine Reminiszenz
verraten,die ihn sehr wohl dazu berechtigte,davon zu träumen,er sei
zweimal dort gewesen,wo andere gewöhnlich nur einmal waren.Im Alter
von 6 Jahren lag er einst neben der Mutter im Bette und hat ihr den
Finger in die Vagina gesteckt.
III. Eine Kleinigkeit zur Technik,der Umkehrung im Traume.Es gibt Träu-
me,die man zweimal umkehren muss,um zu ihrem Verständnis zu gelangen.
Einmal etwa eine persönliche Relation und ein andermal den Inhalt.
Ein einfaches Beispiel ist folgendes.Ein junger Mann träumt,sein V
Vater schimpft mit ihm,weil er so spät nachhause kömmt.Die Deutung
und der ganze Zusammenhang ergibt,dass er böse ist auf den Vater,
weil er so früh nach Hause kommt.Das gehört zu den zentralen Trau-
men seiner Kindheit.Mit 3bis 4Jahren machte er in Abwesenheit sei-
nes Vaters eine Aggression auf seine Schwester und die Gouvernante
hatte ihm mit der Heimkehr des Vaters gedroht.Vom 6.bis 8.Jahr ent
wickelte sich bei ihm eine schwere Zwangsneurose und seine Träume
hatten immer die Beseitigung des Vaters zum Inhalte;der Vater soll
te eigentlich seinem Wunsche gemäss nie nach Hause kommen.
IV. Als eine theoretische Bereicherung wäre es anzusehen,wenn die von
Swoboda auf das psychische Geschehen übertragene Fliess'sche Perio-
dizitätslehre sich auch im Sinne Swobodas auf die Träume anwenden
liesse.Für die Traumdeutung selbst ist diese Theorie natürlich auf
jeden Fall insuffizient.Aber als eine neue Traumquelle käme sie für
das Traummaterial event.in Betracht.Der Vortragende hat selbst vor
zwei Jahren einige derartige Versuche angestellt,die jedoch unbefri
digende Resultate ergaben;es zeigten sich alle möglichen Zeitinter-
valle.Jetzt habe er diese Untersuchung erneuert und möchte die Re-
sultate vorlegen.Er wolle an drei Träumen einzelne besonders auf-
fällige,singuläre Elemente herausgreifen und auf ihre Periodizität
hin prüfen.
Im ersten Beispiel(ausführliche Publikation in der 3.Auflage
der Traumdeutung)ergibt sich allerdings zwischen dem (Auftauchen des) auffälligen
Elementes im Traume und dem dazugehörigen Erlebnis ein Zeitinter-
vall von 28 Tagen,also eine weibliche Periode.Aber es zeigt sich,S.
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dass am Traumtag ein Erlebnis vorgefallen war,welches geeignet er-
scheint,das ganze 28Tage zurückliegende Erlebnis wieder rezent zu
machen in der Erinnerung.
Aehnlich verhält es sich in einem zweiten Falle,wo auch die Pe-
riode(23 Tage,männlich)stimmt,wo aber gleichfalls die Motivierung
vom Traumtage an und für sich ausreichend ist.
In einem dritten Beispiel endlich betrug der Zeitintervall 38,
event.37(=23+14,eine männliche und eine halbe weibliche Periode)Ta-
ge,der Traum fand aber ebenso in einem rezenten Anlass des Vortages
seine Erklärung wie die beiden auffälligen Elemente in den beiden
vorigen Beispielen.
Noch zweifelhafter wird das Ergebnis derartiger Untersuchungen
dadurch,dass Swoboda diese Zahlen von den Tagen auf Stunden über-
tragen hat;immerhin lohnte die Sache einer eingehenden,objektiven
Prüfung.
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D I S K U S S I O N .
Silberer erinnert zur Symbolik des Holzes an den Ausdruck lig-
num vitae und an unsere Redensart:Er ist aus gutem oder echtem Holz
geschnitzt.Aus dem Holz hat man Feuer gerieben(Kuhn) und diesen Vor
gang als Symbol des Koitus aufgefasst.Redner erwähnt schliesslich
eine syrische Parallele zu Materie=Mütterlichkeit und verweist auf
den Brauch der Maibäume etz.
Stekel schickt voran,dass jedes Symbolik bisexuell sei.Auch müs
sen die Symbole nicjt immer,wie Freud meine,Sexualsymbole sein;er
gibt ein Beispiel eines kriminellen Symbols.Holz ist ein ausgespro-
chen bisexuelles Symbol.Zur Holzauktion gehen heisst in Berlin eine
Dirne aufsuchen.Das Tertium komparationis ist wohl die leichte
Brennbarkeit.
"Ich war schon zweimal dort" könnte auch eine andere Bedeutung
haben;es könnte einmal die Geburt als Tatsache,ein andermal die Mut
terleibsphantasie darstellen.Was den umgekehrt zu lesenden Traum be
treffe,so heisse nicht nur vom Hause weggehen sterben,sondern auch
das nach Hause kommen werde in diesem Sinne gebraucht.Uebrigens
müsse jeder derartige Traum auch in seiner nicht umgekehrten FormS.
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einen Sinn ergeben.
Die Perioden haben für die Deutung des Traumes gar keine Bedeu-
tung und wichtiger seien die Wunscherfüllungen. Er erblicke in der
Periodenforschung eine Tendenz,den Traumdeuter von der psychologi-
schen Deutung abzubringen.Der Traum von Savonarola(Beispiel I)ist ein
typischer Onanistraum,wie es überhaupt fast keinen Traum gebe,der
nicht einen Hinweis auf die Onanie enthielte und zwar meist in dem
Namen(Sav-o n a -rola).
Dr.F.S.Krauss verweist auf einen Roman,den er gemeinsam mit
Kulke unter dem Titel :Um holder Frauen Gunst veröffentlicht habe
und der eine Anzahl echter Träume mit versuchter Deutung(nach Arte-
midorus)enthalte.Zu den Fliesschen Zahlentheorien verweist er auf
eine interessante Abhandlung von Lenhossek über die Mystik der Zah-
len.-Was die Identifizierung von Holz und Weib betreffe,so hänge
der Baumsseelenglaube innig damit zusammen.In den Baum einkehren
heisst sterben,heisst zur Mutter zurückkehren.Baum und Holz sind
dasselbe.Man sagt auch der Penis steht wie ein Holz.
Steiner verweist auf die sexualsymbolische Verwertung der Kra-
vatte in der Form des Selbstbinders.Ferner auf das hölzerne Pferd
vor Troia,in dem die Helden sich aufhalten.Endlich im 2.Beispiel
auf die Beziehung von Archimedes zur Alchimie und Chemie.
Rosenstein erwähnt,dass Swoboda die Freudsche Deutung des
Traumes anerkenne;er glaubt nur,dass das Material durch die Perio-
den erklärt werden könne.Redner hat selbst zahlreiche Beweise da -
für gefunden.Es ist allerdings behauptet und eingewendet worden,
dass diejenigen,die von der Periodenlehre Kenntnis haben und nach
Bestätigungen derselben im Unbewussten mitrechnen.
Grüner G.meint,der zweimalige Aufenthalt im Genitale der Mut-
ter könne auch so aufgefasst werden,dass das eine mal bedeute wie
er hineingekommen ist,das andere wie er herausgekommen sei.-Prinzi-
piell kann natürlich jedes Element sowohl im weiblichen wie im männ
lichen Sinne gebraucht werden.Ueberhaupt ist in jedem Traum alles
zu finden,was überhaupt im Menschen vorkommt und man könne auch in
jedem Traum die Geburtsphantasie aufsuchen..
Auf dieser Phantasie schon irgend wo einmal gewesen zu sein,
basieren ganze philosophische Systeme des Inhalts,dass man schonS.
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alles erlebt habe.etz.
Federn findet in der Kravatte auch eine Anspielung auf die
herabhängenden Hoden,auf die viele Neurotiker grossen Wert legen.
Die Weste habe er als webliches Sexualsymbol angetroffen,wohl wegen
des Knöpfelns.Zum Holz:Neben der Storchfabel gibt es bei den Völ-
kern eine zweite Fabel,dass die Kinder auf den Bäumen wachsen.
Das Wort Umkehrung habe Freud vielleicht nicht ganz korrekt
bei der zweiten Art von Traumentstellung angewendet.Die erste sei
direkt eine Umkehrung,die zweite müsse man als Ersetzung durchs
Gegenteil bezeichnen.
Bei der Periodizität wäre es möglich,dass vielleicht der Traum
bildende Gedanke periodisch auftritt,und dass vielleicht die Neuro-
tiker häufiger periodische Träume bringen. Es wäre auch hier heran-
zuziehen,dass die Frauen zur Zeit der Periode typische Träume produ
zierenReitler.
Reitler kann die Genitalsymbolik der Kravatte bestätigen.Wenn
auch die Pat.zur Symbolik keine Einfälle bringen,so sagen sie doch,
wenn man sie auffordert statt des einen Symbols ein anderes und die
se Ersetzungen werden meist immer deutlicher.
Beispiel eines Mannes,der vom Koitus träumt,ohne dabei eine
Pollution zu haben.Es ist dies wohl möglich,da es sich ja in den
eigentlichen Pollutionsträumen immer nur um die Vorakte(Ejakulatio
praecox) und nicht um den eigentlichen Koitus handelt.In diesem
Falle ohne Pollution wird der Koitus symbolisch für etwas anderes
stehen.
Dr.Müller(Basel) ergänzt zur Symbolik des Holzes,dass in der
Schweiz Holz den weiblichen Busen bedeutet und dass die verschiede-
nen Formen desselben als Tannenes,Buchenes,Eichenes bezeichnet werd.
Dr.Sachs weist auf einen ihm bekannten Fall von Kravattenfeti-
schismus hin bei einem Manne,der eine sehr kleine Gestalt habe und
darüber sehr gekränkt sei,wenn man darauf anspiele.Er verweist da-
rauf,dass am Anfang des 18.Jahrh.die Kravatte als Symbol der männ-
lichen Tatkraft galt.
Dattner verweist zur Holzsymbolik auf die Ausdrücke Stammbaum,
Abstammung,sowie auf das Sprichwort:der Apfel fällt nicht weit vom
Stamm.-Um die ausbleibenden Einfälle zur Sexualsymbolik zu ersetzenS.
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bediene er sich des Hilfsmittels,sich die betreffenden Symbole ge -
nau beschreiben zu lassen,wobei sich dann die besonderen Eigenschaf
ten deutlich hervorgehoben finden.
Rank verweist auf das der Kravatte entsprechende gleichfalls
männliche Symbol der Kravattennadel(Beispiel soll im Zentralbl.er-
scheinen).Die Pat.verstehen ihre Symbolik nur im Traume nicht,wä-
rend sie dieselbe sonst meist eher wohl kennen,bis auf einige sehr
tief und weitverzweigte Bedeutungen.Sonst genügt aber eine leise
Andeutung oft,um sie die Symbolik leicht durchschauen zu lassen.
Zu dem Glauben an die Baumseele stimmt die Volksvorstellung,dass die
Kinder in Sachsen an den Bäumen wachsen,sowie die Bestattungsart
bei den alten Germanen,die ihre Toten in hohle Bäume legten,die sie
auch als Boote benützten.Im Boot kommt aber im Mythus von der Geburt
des Helden das Kind angeschwommen,auf die Welt.
In der Periodenfrage sollte man wohl auch dieTräume der Frauen
zur Zeit der Periode heranziehen.Ein Versuch,den Redner gelegent -
lich machte,ergab jedoch kein einheitliches Resultat.
Friedjung erzählt zur Periodizität der Träume,dass ein Kollege
aus drei aufeinanderfolgenden gleichen Träumen die Gravidität seiner
Frau,die von ihrem Zustand noch nichts wusste,erraten konnte.
Hitschmann macht beim Symbol der Kravatte auf die Verschiebung
von unten nach oben aufmerksam.Es sei ihm bekannt,dass das Binden-
lassen der Kravatte bei manchem eine erotische Empfindung hervorru-
fe,weswegen sich viele Männer ihre Kravaten von Frauenhand binden
lassen.Auffällig sei auch,dass homosexuelle in der Regel keine lan-
gen Kravatten,sondern (weibliche)Maschen tragen.
Wagner möchte Herrn Grüner einwenden,dass es noch zu prüfen
wäre,ob jeder Traum ein Universalgebilde des Unbewussten sein müss-
te.Ein Traum muss sich immer nur mit Rücksicht auf ein singuläres
Erlebnis deuten lassen.
Prof.Freud wendet sich in seinem Schlusswort zunächst gegen die
unberechtigte Verallgemeinerung Stekels,dass jedes Symbol bisexuelle
sei.-Wenn das zweimalige Dortsein bloss auf den Wunschzurückginge,
dann müsste man es öfter in Träumen finden.-Dass auch die Traumfas-
sade einen Sinn haben müsse(Stekel)könnte man nicht verlangen und das
widerspreche völlig unseren Grundanschauungen über den Traum.-S.
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Dagegen möchte er der Deutung des Traumes von Savonarola als Onanie-
traum nicht widersprechen.Wenn Stekel behauptete,es finde sich in fast
jedem Traum ein Hinweis auf die Onanie,so deckt sich mit der Auffas-
sung von Rank,dass die meisten unserer Träume eigentlich verhüllte
Pollutionsträume seien.
Herrn Grüner könne man nicht gut widersprechen;man habe jedoch
die Empfindugn,dass diese Art von Verallgemeinerung überflüssig sei
Bei der Periodizität wäre wirklich zu erwägen,ob nicht viel-
mehr zu bestimmten Zeiten Gedanken mit bestimmtem Sinn wiederkehre
Die von Reitler und Dattner angegebenen Wege,um der Schwierig-
keit bei der Deutung der Symbolik Herr zu werden,seien recht gute .
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Vortrag: Materialien zur Traumlehre
1900-001/1911.01
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