Die Form, in der die Textzeugnisse vorliegen, wird über die Faksimiles, in denen sie nach Möglichkeit in dieser Edition vorgestellt werden, abgebildet, aber in den Metadaten nur zum Teil beschreiben.
Zu den typografischen Aspekte des Druckwerkes
Die Beschreibung von Lettern, Satz, Schriftgröße, Zeilenabstand, sowie der Umschlags- und Seitengestaltung und der verwendeten Papiersorten sind noch zu leisten. An dieser Stelle kann vorerst nur auf die Untersuchungen von Christof Windgätter zur Umschlaggestaltung der Veröffentlichungen des ›Internationalen Psychoanalytischen Verlages‹ hingewiesen werden, den Freud 1918 angeregt und mitbegründet hatte.
Christof Windgätter (2010): Ansichtssachen: zur Typographie und Farbpolitik des internationalen Psychoanalytischen Verlag 1919-1938. In: Typographie und Literatur. Beiheft zu TEXT. Kritische Beiträge 1. Hg. von Thomas Rahn und Rainer Falk. Frankfurt/M: Stoemfeld. 2010.
Christof Windgätter (2009): Zu den Akten. Verlags- und Wissenschaftsstrategien der frühen Wiener Psychoanalyse. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Organ der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte e.V. Hg. von Cornelius Borck. Bd. 32, 2009, 3:246–274, Lübeck 2009, S
Christof Windgätter (2010): Wissen im Druck. Zur Epistemologie der modernen Buchgestaltung. Buchwissenschaftliche Beiträge Bd. 80. Wiesbaden: Harrassowitz.
Christof Windgätter(2010): Die Farbe des Unbewussten oder: Wie Design zu einer Bedingung auch wissenschaftlichen Wissens geworden ist. In: Entwerfen – Wissen – Produzieren. Designforschung im Anwendungskontext. Hg. von Claudia Mareis, Gesche Joost, Kora Kimpel. Bielefeld (transcript) 2010, S. 233–271.
Christof Windgätter (2012): Epistemogramme. Vom Logos zum Logo in den Wissenschaften. Leipzig: Institut für Buchkunst, 2012Aus der Ankündigung: "Kaum zufällig sind die Anfänge modernen Wissenschaftsmarketings mit der Geschichte eines Verlags verbunden, dessen einziges Ziel die Verbreitung der Freud’schen Psychoananalyse war. Der 1919 von Freud initiierte ›Internationale Psychoanalytische Verlag‹ gehört zu den Wegbereitern moderner Buchgestaltung."
Christof Windgätter (2016): Wissenschaft als Marke. Schaufenster, Buchgestaltung und die Psychoanalyse. Berlin: Brinkmann & Bose.
Drucksorten
Seine Briefe schrieb Freud meist auf Briefpapier mit gedrucktem Briefkopf, der in unterschiedlicher Ausformung jedenfalls Titel und Name, oder stattdessen ein Monogramm, meist dazu auch Adresse, Ordinationszeiten beinhaltet. Diese Drucksorten (Briefkopf und Papierformat) werden kategorisiert, die Angaben dazu werden sich in den Metadaten der betreffenden Briefe finden. Briefumschläge werden bei den Schreiben mit aufgenommen; nicht immer ist ihre korrekte Zuordnung zu einem konkreten Brief gesichert.
Schrift
Deutsche Texte wurden seit dem 16. Jahrhundert meist in Fraktursatz gedruckt, fremdsprachige im Antiquasatz. Zur Zeit Freuds fanden im deutschen aber auch im skandinavischen Sprachraum analog zu den beiden Druckschriften in Handschriften sowohl die Kurrentschrift als auch die Lateinschrift Anwendung und die Menschen waren in der Regel mit beiden Schriften vertraut. Außerhalb dieser Sprachräume fand die Kurrentschrift keine Verwendung.
Freud benützte in Texten, die er in Kurrentschrift verfasste, die lateinische Schrift meist für Hervorhebungen, Überschriften und Eigennamen. Für die Verwendung der lateinischen Handschrift zur Verfassung deutschsprachiger Texte hatten sich in der lateinischen Schrift deutsche Umlaute, das lang ſ und das scharfe ß entwickelt.
Zu Freuds Schreibgepflogenheiten
Freud schrieb mit Vorliebe in Kurrentschrift. Es gibt eine Textstelle in den Fließ-Briefen, in der er betont, dass er nur gut denken und schreiben könne, wenn er in dieser Schrift seine Gedanken zu Papier bringt. Briefe an Personen aus dem deutschen Sprachraum sind ebenfalls in Kurrentschrift verfasst.
Zitate und Symbole in altgriechischer Schrift werden in den Transkriptionen im Original übernommen.
In Notizen finden sich auch Eintragungen in Stenografie, die noch entziffert werden müssen.
Manche Schreiben sind nach Diktat als Typoskript erhalten. Das wird in den Metadaten zur Quelle vermerkt und ist im Faksimile ersichtlich.
Freud schrieb meist mit Füllfeder, selten sind Texte mit Bleistift geschrieben. Es wäre im Einzelfall zu prüfen, welche Markierungen und Zusätze, die etwa mit Bleistift, rotem, grünem oder blauem Fettstift erfolgten, von Freud stammen und inwieweit etwa Angaben zur Schrift, zur Schriftgröße und zu Fußnoten sowie Einfügungen vom Drucker gesetzt sind.
Hinzufügungen, die eindeutig von fremder Hand (Unterstreichungen, Anmerkungen, Stempel, Angaben zu Schrifttypen, Seitenzahlen, etc.) stammen, werden in der diplomatischen Umschrift in der Regel nicht berücksichtigt; im Zweifel sind sie mit einem Kommentar versehen.
In den gedruckten Werken folgt die Interpunktion nach Regeln, die sich nicht allzusehr von heutigen Gepflogenheiten unterschieden, das gilt – mit Ausnahme ganz früher Texte – auch für die Orthografie. In seinen Briefen und Handschriften nimmt es Freud mit der Interpunktion nicht so genau und er hat auch lange die in seinen jungen Jahren gebräuchliche Rechtschreibung beibehalten. Diese Eigenheiten werden in den diplomatischen Umschriften zeichengenau berücksichtigt.
Christine Diercks, 2014-2025; 2026-05-01.