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DIE »KULTURELLE« SEXUALMORAL UND DIE MODERNE NERVOSITÄT
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Erschien in „Sexualprobleme“, der Zeitschrift „Mutterschutz“ neue Folge, IV. Jahrg., 1908, dann in der Zweiten Folge der „Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre“. Die Arbeit erschien in holländischer Übersetzung von A. Stärke, 1914, in russischer von Wyrubow, Moskau 1912.
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In seiner kürzlich veröffentlichten Sexualethik1) verweilt v. Ehrenfels bei der Unterscheidung der „natürlichen“ und der „kulturellen“ Sexualmoral. Als natürliche Sexualmoral sei diejenige zu verstehen, unter deren Herrschaft ein Menschenstamm sich andauernd bei Gesundheit und Lebenstüchtigkeit zu erhalten vermag, als kulturelle diejenige, deren Befolgung die Menschen vielmehr zu intensiver und produktiver Kulturarbeit anspornt. Dieser Gegensatz werde am besten durch die Gegenüberstellung von konstitutivem und kulturellem Besitz eines Volkes erläutert. Indem ich für die weitere Würdigung dieses bedeutsamen Gedankenganges auf die Schrift von v. Ehrenfels selbst verweise, will ich aus ihr nur soviel herausheben, als es für die Anknüpfung meines eigenen Beitrages bedarf.
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Die Vermutung liegt nahe, daß unter der Herrschaft einer kulturellen Sexualmoral Gesundheit und Lebenstüchtigkeit der einzelnen Menschen Beeinträchtigungen ausgesetzt sein können, und daß endlich diese Schädigung der Individuen durch die ihnen auferlegten Opfer einen so hohen Grad erreiche, daß auf diesem Umwege auch das kulturelle Endziel in Gefahr geriete. v. Ehrenfels weist auch wirklich der unsere gegenwärtige abendländische Gesellschaft beherrschenden Sexualmoral eine Reihe von Schäden nach, für die er sie verantwortlich machen muß, und obwohl er ihre hohe Eignung zur Förderung der Kultur voll anerkennt, gelangt er dazu, sie als reformbedürftig zu verurteilen. Für die uns beherrschende kulturelle Sexualmoral sei charakteristisch die Übertragung femininer Anforderungen auf das Geschlechtsleben des Mannes und die Verpönung eines jeden Sexualverkehres mit Ausnahme des ehelich-monogamen. Die Rücksicht auf die natürliche Verschiedenheit der Geschlechter nötige dann allerdings dazu, Vergehungen des Mannes minder rigoros zu ahnden und somit tatsächlich eine doppelte Moral für den Mann zuzulassen. Eine Gesellschaft aber, die sich auf diese doppelte Moral einläßt, kann es in „Wahrheitsliebe, Ehrlichkeit und Humanität“2) nicht über ein bestimmtes, eng begrenztes Maß hinausbringen, muß ihre Mitglieder zur Verhüllung der Wahrheit, zur Schönfärberei, zum Selbstbetruge wie zum Betrügen anderer anleiten. Noch schädlicher wirkt die kulturelle Sexualmoral, indem sie durch die Verherrlichung der Monogamie den Faktor der virilen Auslese lahmlegt, durch dessen Einfluß allein eine Verbesserung der Konstitution zu gewinnen sei, da die vitale Auslese bei den Kulturvölkern durch Humanität und Hygiene auf ein Minimum herabgedrückt werde.3)
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Unter den der kulturellen Sexualmoral zur Last gelegten Schädigungen vermißt nun der Arzt die eine, deren Bedeutung hier ausführlich erörtert werden soll. Ich meine die auf sie zurückzuführende Förderung der modernen, das heißt in unserer gegenwärtigen Gesellschaft sich rasch ausbreitenden Nervosität. Gelegentlich macht ein nervös Kranker selbst den Arzt auf den in der Verursachung des Leidens zu beachtenden Gegensatz von Konstitution und Kulturanforderung aufmerksam, indem er äußert: „Wir in unserer Familie sind alle nervös geworden, weil wir etwas Besseres sein wollten, als wir nach unserer Herkunft sein können.“ Auch wird der Arzt häufig genug durch die Beobachtung nachdenklich gemacht, daß gerade die Nachkommen solcher Väter der Nervosität verfallen, die, aus einfachen und gesunden ländlichen Verhältnissen stammend, Abkömmlinge roher aber kräftiger Familien, als Eroberer in die Großstadt kommen und ihre Kinder in einem kurzen Zeitraum auf ein kulturell hohes Niveau sich erheben lassen. Vor allem aber haben die Nervenärzte selbst laut den Zusammenhang der „wachsenden Nervosität“ mit dem modernen Kulturleben proklamiert. Worin sie die Begründung dieser Abhängigkeit suchen, soll durch einige Auszüge aus Äußerungen hervorragender Beobachter dargetan werden.
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W. Erb: 4) „Die ursprünglich gestellte Frage lautet nun dahin, ob die Ihnen vorgeführten Ursachen der Nervosität in unserem modernen Dasein in so gesteigertem Maße gegeben sind, daß sie eine erhebliche Zunahme derselben erklärlich machen – und diese Frage darf wohl unbedenklich bejaht werden, wie ein flüchtiger Blick auf unser modernes Leben und seine Gestaltung zeigen wird.“
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„Schon aus einer Reihe allgemeiner Tatsachen geht dies deutlich hervor: die außerordentlichen Errungenschaften der Neuzeit, die Entdeckungen und Erfindungen auf allen Gebieten, die Erhaltung des Fortschrittes gegenüber der wachsenden Konkurrenz sind nur erworben worden durch große geistige Arbeit und können nur mit solcher erhalten werden. Die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit des einzelnen im Kampfe ums Dasein sind erheblich gestiegen, und nur mit Aufbietung all seiner geistigen Kräfte kann er sie befriedigen; zugleich sind die Bedürfnisse des einzelnen, die Ansprüche an Lebensgenuß in allen Kreisen gewachsen, ein unerhörter Luxus hat sich auf Bevölkerungsschichten ausgebreitet, die früher davon ganz unberührt waren; die Religionslosigkeit, die Unzufriedenheit und Begehrlichkeit haben in weiten Volkskreisen zugenommen; durch den ins Ungemessene gesteigerten Verkehr, durch die weltumspannenden Drahtnetze des Telegraphen und Telephons haben sich die Verhältnisse in Handel und Wandel total verändert: alles geht in Hast und Aufregung vor sich, die Nacht wird zum Reisen, der Tag für die Geschäfte benützt, selbst die „Erholungsreisen“ werden zu Strapazen für das Nervensystem; große politische, industrielle, finanzielle Krisen tragen ihre Aufregung in viel weitere Bevölkerungskreise als früher; ganz allgemein ist die Anteilnahme am politischen Leben geworden: politische, religiöse, soziale Kämpfe, das Parteitreiben, die Wahlagitationen, das ins Maßlose gesteigerte Vereinswesen erhitzen die Köpfe und zwingen die Geister zu immer neuen Anstrengungen und rauben die Zeit zur Erholung, Schlaf und Ruhe; das Leben in den großen Städten ist immer raffinierter und unruhiger geworden. Die erschlafften Nerven suchen ihre Erholung in gesteigerten Reizen, in stark gewürzten Genüssen, um dadurch noch mehr zu ermüden; die moderne Literatur beschäftigt sich vorwiegend mit den bedenklichsten Problemen, die alle Leidenschaften aufwühlen, die Sinnlichkeit und Genußsucht, die Verachtung aller ethischen Grundsätze und aller Ideale fördern; sie bringt pathologische Gestalten, psychopathisch-sexuelle, revolutionäre und andere Probleme vor den Geist des Lesers; unser Ohr wird von einer in großen Dosen verabreichten, aufdringlichen und lärmenden Musik erregt und überreizt, die Theater nehmen alle Sinne mit ihren aufregenden Darstellungen gefangen; auch die bildenden Künste wenden sich mit Vorliebe dem Abstoßenden, Häßlichen und Aufregenden zu und scheuen sich nicht, auch das Gräßlichste, was die Wirklichkeit bietet, in abstoßender Realität vor unser Auge zu stellen.“
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„So zeigt dies allgemeine Bild schon eine Reihe von Gefahren in unserer modernen Kulturentwicklung; es mag im einzelnen noch durch einige Züge vervollständigt werden!“
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Binswanger:5) „Man hat speziell die Neurasthenie als eine durchaus moderne Krankheit bezeichnet, und Beard, dem wir zuerst eine übersichtliche Darstellung derselben verdanken, glaubte daß er eine neue, speziell auf amerikanischem Boden erwachsene Nervenkrankheit entdeckt habe. Diese Annahme war natürlich eine irrige; wohl aber kennzeichnet die Tatsache, daß zuerst ein amerikanischer Arzt die eigenartigen Züge dieser Krankheit auf Grund einer reichen Erfahrung erfassen und festhalten konnte, die nahen Beziehungen, welche das moderne Leben, das ungezügelte Hasten und Jagen nach Geld und Besitz, die ungeheuren Fortschritte auf technischem Gebiete, welche alle zeitlichen und räumlichen Hindernisse des Verkehrslebens illusorisch gemacht haben, zu dieser Krankheit aufweisen.“
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v. Krafft-Ebing:6) „Die Lebensweise unzähliger Kulturmenschen weist heutzutage eine Fülle von antihygienischen Momenten auf, die es ohne weiteres begreifen lassen, daß die Nervosität in fataler Weise um sich greift, denn diese schädlichen Momente wirken zunächst und zumeist aufs Gehirn. In den politischen und sozialen, speziell den merkantilen, industriellen, agrarischen Verhältnissen der Kulturnationen haben sich eben im Laufe der letzten Jahrzehnte Änderungen vollzogen, die Beruf, bürgerliche Stellung, Besitz gewaltig umgeändert haben, und zwar auf Kosten des Nervensystems, das gesteigerten sozialen und wirtschaftlichen Anforderungen durch vermehrte Verausgabung an Spannkraft bei vielfach ungenügender Erholung gerecht werden muß.“
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Ich habe an diesen – und vielen anderen ähnlich klingenden – Lehren auszusetzen, nicht daß sie irrtümlich sind, sondern daß sie sich unzulänglich erweisen, die Einzelheiten in der Erscheinung der nervösen Störungen aufzuklären, und daß sie gerade das bedeutsamste der ätiologisch wirksamen Momente außer acht lassen. Sieht man von den unbestimmteren Arten, „nervös“ zu sein, ab und faßt die eigentlichen Formen des nervösen Krankseins ins Auge, so reduziert sich der schädigende Einfluß der Kultur im wesentlichen auf die schädliche Unterdrückung des Sexuallebens der Kulturvölker (oder Schichten) durch die bei ihnen herrschende „kulturelle“ Sexualmoral.
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Den Beweis für diese Behauptung habe ich in einer Reihe fachmännischer Arbeiten zu erbringen gesucht7); er kann hier nicht wiederholt werden, doch will ich die wichtigsten Argumente aus meinen Untersuchungen auch an dieser Stelle anführen.
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Geschärfte klinische Beobachtung gibt uns das Recht, von den nervösen Krankheitszuständen zwei Gruppen zu unterscheiden, die eigentlichen Neurosen und die Psychoneurosen. Bei den ersteren scheinen die Störungen (Symptome), mögen sie sich in den körperlichen oder in den seelischen Leistungen äußern, toxischer Natur zu sein: sie verhalten sich ganz ähnlich wie die Erscheinungen bei übergroßer Zufuhr oder bei Entbehrung gewisser Nervengifte. Diese Neurosen – meist als Neurasthenie zusammengefaßt – können nun, ohne daß die Mithilfe einer erblichen Belastung erforderlich wäre, durch gewisse schädliche Einflüsse des Sexuallebens erzeugt werden, und zwar korrespondiert die Form der Erkrankung mit der Art dieser Schädlichkeiten, so daß man oft genug das klinische Bild ohne weiteres zum Rückschluß auf die besondere sexuelle Ätiologie verwenden kann. Eine solche regelmäßige Entsprechung wird aber zwischen der Form der nervösen Erkrankung und den anderen schädigenden Kultureinflüssen, welche die Autoren als krankmachend anklagen, durchaus vermißt. Man darf also den sexuellen Faktor für den wesentlichen in der Verursachung der eigentlichen Neurosen erklären.
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Bei den Psychoneurosen ist der hereditäre Einfluß bedeutsamer, die Verursachung minder durchsichtig. Ein eigentümliches Untersuchungsverfahren, das als Psychoanalyse bekannt ist, hat aber gestattet zu erkennen, daß die Symptome dieser Leiden (der Hysterie, Zwangsneurose usw.) psychogen sind, von der Wirksamkeit unbewußter (verdrängter) Vorstellungskomplexe abhängen. Dieselbe Methode hat uns aber auch diese unbewußten Komplexe kennen gelehrt und uns gezeigt, daß sie, ganz allgemein gesprochen, sexuellen Inhalt haben; sie entspringen den Sexualbedürfnissen unbefriedigter Menschen und stellen für sie eine Art von Ersatzbefriedigung dar. Somit müssen wir in allen Momenten, welche das Sexualleben schädigen, seine Betätigung unterdrücken, seine Ziele verschieben, pathogene Faktoren auch der Psychoneurosen erblicken.
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Der Wert der theoretischen Unterscheidung zwischen den toxischen und den psychogenen Neurosen wird natürlich durch die Tatsache nicht beeinträchtigt, daß an den meisten nervösen Personen Störungen von beiderlei Herkunft zu beobachten sind.
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Wer nun mit mir bereit ist, die Ätiologie der Nervosität vor allem in schädigenden Einwirkungen auf das Sexualleben zu suchen, der wird auch den nachstehenden Erörterungen folgen wollen, welche das Thema der wachsenden Nervosität in einen allgemeineren Zusammenhang einzufügen bestimmt sind.
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Unsere Kultur ist ganz allgemein auf der Unterdrückung von Trieben aufgebaut. Jeder einzelne hat ein Stück seines Besitzes, seiner Machtvollkommenheit, der aggressiven und vindikativen Neigungen seiner Persönlichkeit abgetreten; aus diesen Beiträgen ist der gemeinsame Kulturbesitz an materiellen und ideellen Gütern entstanden. Außer der Lebensnot sind es wohl die aus der Erotik abgeleiteten Familiengefühle, welche die einzelnen Individuen zu diesem Verzichte bewogen haben. Der Verzicht ist ein im Laufe der Kulturentwicklung progressiver gewesen; die einzelnen Fortschritte desselben wurden von der Religion sanktioniert; das Stück Triebbefriedigung, auf das man verzichtet hatte, wurde der Gottheit zum Opfer gebracht; das so erworbene Gemeingut für „heilig“ erklärt. Wer kraft seiner unbeugsamen Konstitution diese Triebunterdrückung nicht mitmachen kann, steht der Gesellschaft als „Verbrecher“, als „outlaw“ gegenüber, insofern nicht seine soziale Position und seine hervorragenden Fähigkeiten ihm gestatten, sich in ihr als großer Mann, als „Held“ durchzusetzen.
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Der Sexualtrieb – oder richtiger gesagt: die Sexualtriebe, denn eine analytische Untersuchung lehrt, daß der Sexualtrieb aus vielen Komponenten, Partialtrieben, zusammengesetzt ist – ist beim Menschen wahrscheinlich stärker ausgebildet als bei den meisten höheren Tieren und jedenfalls stetiger, da er die Periodizität fast völlig überwunden hat, an die er sich bei den Tieren gebunden zeigt. Er stellt der Kulturarbeit außerordentlich große Kraftmengen zur Verfügung, und dies zwar infolge der bei ihm besonders ausgeprägten Eigentümlichkeit, sein Ziel verschieben zu können, ohne wesentlich an Intensität abzunehmen. Man nennt diese Fähigkeit, das ursprünglich sexuelle Ziel gegen ein anderes, nicht mehr sexuelles, aber psychisch mit ihm verwandtes, zu vertauschen, die Fähigkeit zur Sublimierung. Im Gegensatze zu dieser Verschiebbarkeit, in welcher sein kultureller Wert besteht, kommt beim Sexualtrieb auch besonders hartnäckige Fixierung vor, durch die er unverwertbar wird und gelegentlich zu den sogenannten Abnormitäten entartet. Die ursprüngliche Stärke des Sexualtriebes ist wahrscheinlich bei den einzelnen Individuen verschieden groß; sicherlich schwankend ist der von ihm zur Sublimierung geeignete Betrag. Wir stellen uns vor, daß es zunächst durch die mitgebrachte Organisation entschieden ist, ein wie großer Anteil des Sexualtriebes sich beim einzelnen als sublimierbar und verwertbar erweisen wird; außerdem gelingt es den Einflüssen des Lebens und der intellektuellen Beeinflussung des seelischen Apparates einen weiteren Anteil zur Sublimierung zu bringen. Ins Unbegrenzte fortzusetzen ist dieser Verschiebungsprozeß aber sicherlich nicht, so wenig wie die Umsetzung der Wärme in mechanische Arbeit bei unseren Maschinen. Ein gewisses Maß direkter sexueller Befriedigung scheint für die allermeisten Organisationen unerläßlich, und die Versagung dieses individuell variablen Maßes straft sich durch Erscheinungen, die wir infolge ihrer Funktionsschädlichkeit und ihres subjektiven Unlustcharakters zum Kranksein rechnen müssen.
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Weitere Ausblicke eröffnen sich, wenn wir die Tatsache in Betracht ziehen, daß der Sexualtrieb des Menschen ursprünglich gar nicht den Zwecken der Fortpflanzung dient, sondern bestimmte Arten der Lustgewinnung zum Ziele hat.8) Er äußert sich so in der Kindheit des Menschen, wo er sein Ziel der Lustgewinnung nicht nur an den Genitalien, sondern auch an anderen Körperstellen (erogenen Zonen) erreicht und darum von anderen als diesen bequemen Objekten absehen darf. Wir heißen dieses Stadium das des Autoerotismus und weisen der Erziehung die Aufgabe, es einzuschränken, zu, weil das Verweilen bei demselben den Sexualtrieb für später unbeherrschbar und unverwertbar machen würde. Die Entwicklung des Sexualtriebes geht dann vom Autoerotismus zur Objektliebe und von der Autonomie der erogenen Zonen zur Unterordnung derselben unter das Primat der in den Dienst der Fortpflanzung gestellten Genitalien. Während dieser Entwicklung wird ein Anteil der vom eigenen Körper gelieferten Sexualerregung als unbrauchbar für die Fortpflanzungsfunktion gehemmt und im günstigen Falle der Sublimierung zugeführt. Die für die Kulturarbeit verwertbaren Kräfte werden so zum großen Teile durch die Unterdrückung der sogenannt perversen Anteile der Sexualerregung gewonnen.
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Mit Bezug auf diese Entwicklungsgeschichte des Sexualtriebes könnte man also drei Kulturstufen unterscheiden: Eine erste, auf welcher die Betätigung des Sexualtriebes auch über die Ziele der Fortpflanzung hinaus frei ist; eine zweite, auf welcher alles am Sexualtrieb unterdrückt ist bis auf das, was der Fortpflanzung dient, und eine dritte, auf welcher nur die legitime Fortpflanzung als Sexualziel zugelassen wird. Dieser dritten Stufe entspricht unsere gegenwärtige „kulturelle“ Sexualmoral.
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Nimmt man die zweite dieser Stufen zum Niveau, so muß man zunächst konstatieren, daß eine Anzahl von Personen aus Gründen der Organisation den Anforderungen derselben nicht genügt. Bei ganzen Reihen von Individuen hat sich die erwähnte Entwicklung des Sexualtriebes vom Autoerotismus zur Objektliebe mit dem Ziel der Vereinigung der Genitalien nicht korrekt und nicht genug durchgreifend vollzogen, und aus diesen Entwicklungsstörungen ergeben sich zweierlei schädliche Abweichungen von der normalen, das heißt kulturförderlichen Sexualität, die sich zueinander nahezu wie positiv und negativ verhalten. Es sind dies zunächst – abgesehen von den Personen mit überstarkem und unhemmbarem Sexualtrieb überhaupt – die verschiedenen Gattungen der Perversen, bei denen eine infantile Fixierung auf ein vorläufiges Sexualziel das Primat der Fortpflanzungsfunktion aufgehalten hat, und die Homosexuellen oder Invertierten, bei denen auf noch nicht ganz aufgeklärte Weise das Sexualziel vom entgegengesetzten Geschlecht abgelenkt worden ist. Wenn die Schädlichkeit dieser beiden Arten von Entwicklungsstörung geringer ausfällt, als man hätte erwarten können, so ist diese Erleichterung gerade auf die komplexe Zusammensetzung des Sexualtriebes zurückzuführen, welche auch dann noch eine brauchbare Endgestaltung des Sexuallebens ermöglicht, wenn ein oder mehrere Komponenten des Triebes sich von der Entwicklung ausgeschlossen haben. Die Konstitution der von der Inversion Betroffenen, der Homosexuellen, zeichnet sich sogar häufig durch eine besondere Eignung des Sexualtriebes zur kulturellen Sublimierung aus.
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Stärkere und zumal exklusive Ausbildungen der Perversionen und der Homosexualität machen allerdings deren Träger sozial unbrauchbar und unglücklich, so daß selbst die Kulturanforderungen der zweiten Stufe als eine Quelle des Leidens für einen gewissen Anteil der Menschheit anerkannt werden müssen. Das Schicksal dieser konstitutiv von den anderen abweichenden Personen ist ein mehrfaches, je nachdem sie einen absolut starken oder schwächeren Geschlechtstrieb mitbekommen haben. Im letzteren Falle, bei allgemein schwachem Sexualtrieb, gelingt den Perversen die völlige Unterdrückung jener Neigungen, welche sie in Konflikt mit der Moralforderung ihrer Kulturstufe bringen. Aber dies bleibt auch, ideell betrachtet, die einzige Leistung, die ihnen gelingt, denn für diese Unterdrückung ihrer sexuellen Triebe verbrauchen sie die Kräfte, die sie sonst an die Kulturarbeit wenden würden. Sie sind gleichsam in sich gehemmt und nach außen gelähmt. Es trifft für sie zu, was wir später von der Abstinenz der Männer und Frauen, die auf der dritten Kulturstufe gefordert wird, wiederholen werden.
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Bei intensiverem, aber perversem Sexualtrieb sind zwei Fälle des Ausganges möglich. Der erste, weiter nicht zu betrachtende, ist der, daß die Betroffenen pervers bleiben und die Konsequenzen ihrer Abweichung vom Kulturniveau zu tragen haben. Der zweite Fall ist bei weitem interessanter – er besteht darin, daß unter dem Einflusse der Erziehung und der sozialen Anforderungen allerdings eine Unterdrückung der perversen Triebe erreicht wird, aber eine Art von Unterdrückung, die eigentlich keine solche ist, die besser als ein Mißglücken der Unterdrückung bezeichnet werden kann. Die gehemmten Sexualtriebe äußern sich zwar dann nicht als solche: darin besteht der Erfolg – aber sie äußern sich auf andere Weisen, die für das Individuum genau ebenso schädlich sind und es für die Gesellschaft ebenso unbrauchbar machen wie die unveränderte Befriedigung jener unterdrückten Triebe: darin liegt dann der Mißerfolg des Prozesses, der auf die Dauer den Erfolg mehr als bloß aufwiegt. Die Ersatzerscheinungen, die hier infolge der Triebunterdrückung auftreten, machen das aus, was wir als Nervosität, spezieller als Psychoneurosen (siehe eingangs) beschreiben. Die Neurotiker sind jene Klasse von Menschen, die es bei widerstrebender Organisation unter dem Einflusse der Kulturanforderungen zu einer nur scheinbaren und immer mehr mißglückenden Unterdrückung ihrer Triebe bringen, und die darum ihre Mitarbeiterschaft an den Kulturwerken nur mit großem Kräfteaufwand, unter innerer Verarmung, aufrecht erhalten oder zeitweise als Kranke aussetzen müssen. Die Neurosen aber habe ich als das „Negativ“ der Perversionen bezeichnet, weil sich bei ihnen die perversen Regungen nach der Verdrängung aus dem Unbewußten des Seelischen äußern, weil sie dieselben Neigungen wie die positiv Perversen im „verdrängten“ Zustand enthalten.
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Die Erfahrung lehrt, daß es für die meisten Menschen eine Grenze gibt, über die hinaus ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann. Alle, die edler sein wollen, als ihre Konstitution es ihnen gestattet, verfallen der Neurose; sie hätten sich wohler befunden, wenn es ihnen möglich geblieben wäre, schlechter zu sein. Die Einsicht, daß Perversion und Neurose sich wie positiv und negativ zueinander verhalten, findet oft eine unzweideutige Bekräftigung durch Beobachtung innerhalb der nämlichen Generation. Recht häufig ist von Geschwistern der Bruder ein sexuell Perverser, die Schwester, die mit dem schwächeren Sexualtrieb als Weib ausgestattet ist, eine Neurotika, deren Symptome aber dieselben Neigungen ausdrücken wie die Perversionen des sexuell aktiveren Bruders, und dementsprechend sind überhaupt in vielen Familien die Männer gesund, aber in sozial unerwünschtem Maße unmoralisch, die Frauen edel und überverfeinert, aber – schwer nervös.
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Es ist eine der offenkundigen sozialen Ungerechtigkeiten, wenn der kulturelle Standard von allen Personen die nämliche Führung des Sexuallebens fordert, die den einen dank ihrer Organisation mühelos gelingt, während sie den anderen die schwersten psychischen Opfer auferlegt, eine Ungerechtigkeit freilich, die zumeist durch Nichtbefolgung der Moralvorschriften vereitelt wird.
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Wir haben unseren Betrachtungen bisher die Forderung der zweiten, von uns supponierten, Kulturstufe zugrunde gelegt, derzufolge jede sogenannte perverse Sexualbetätigung verpönt, der normal genannte Sexualverkehr hingegen frei gelassen wird. Wir haben gefunden, daß auch bei dieser Verteilung von sexueller Freiheit und Einschränkung eine Anzahl von Individuen als pervers beiseite geschoben, eine andere, die sich bemühen, nicht pervers zu sein, während sie es konstitutiv sein sollten, in die Nervosität gedrängt wird. Es ist nun leicht, den Erfolg vorherzusagen, der sich einstellen wird, wenn man die Sexualfreiheit weiter einschränkt und die Kulturforderung auf das Niveau der dritten Stufe erhöht, also jede andere Sexualbetätigung als die in legitimer Ehe verpönt. Die Zahl der Starken, die sich in offenen Gegensatz zur Kulturforderung stellen, wird in außerordentlichem Maße vermehrt werden, und ebenso die Zahl der Schwächeren, die sich in ihrem Konflikte zwischen dem Drängen der kulturellen Einflüsse und dem Widerstande ihrer Konstitution in neurotisches Kranksein – flüchten.
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Setzen wir uns vor, drei hier entspringende Fragen zu beantworten: 1.) welche Aufgabe die Kulturforderung der dritten Stufe an den einzelnen stellt, 2.) ob die zugelassene legitime Sexualbefriedigung eine annehmbare Entschädigung für den sonstigen Verzicht zu bieten vermag, 3.) in welchem Verhältnisse die etwaigen Schädigungen durch diesen Verzicht zu dessen kulturellen Ausnützungen stehen.
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Die Beantwortung der ersten Frage rührt an ein oftmals behandeltes, hier nicht zu erschöpfendes Problem, das der sexuellen Abstinenz. Was unsere dritte Kulturstufe von dem einzelnen fordert, ist die Abstinenz bis zur Ehe für beide Geschlechter, die lebenslange Abstinenz für alle solche, die keine legitime Ehe eingehen. Die allen Autoritäten genehme Behauptung, die sexuelle Abstinenz sei nicht schädlich und nicht gar schwer durchzuführen, ist vielfach auch von Ärzten vertreten worden. Man darf sagen, die Aufgabe der Bewältigung einer so mächtigen Regung wie des Sexualtriebes, anders als auf dem Wege der Befriedigung, ist eine, die alle Kräfte eines Menschen in Anspruch nehmen kann. Die Bewältigung durch Sublimierung, durch Ablenkung der sexuellen Triebkräfte vom sexuellen Ziele weg auf höhere kulturelle Ziele gelingt einer Minderzahl, und wohl auch dieser nur zeitweilig, am wenigsten leicht in der Lebenszeit feuriger Jugendkraft. Die meisten anderen werden neurotisch oder kommen sonst zu Schaden. Die Erfahrung zeigt, daß die Mehrzahl der unsere Gesellschaft zusammensetzenden Personen der Aufgabe der Abstinenz konstitutionell nicht gewachsen ist. Wer auch bei milderer Sexualeinschränkung erkrankt wäre, erkrankt unter den Anforderungen unserer heutigen kulturellen Sexualmoral um so eher und um so intensiver, denn gegen die Bedrohung des normalen Sexualstrebens durch fehlerhafte Anlagen und Entwicklungsstörungen kennen wir keine bessere Sicherung als die Sexualbefriedigung selbst. Je mehr jemand zur Neurose disponiert ist, desto schlechter verträgt er die Abstinenz; die Partialtriebe, die sich der normalen Entwicklung im oben niedergelegten Sinne entzogen haben, sind nämlich auch gleichzeitig um soviel unhemmbarer geworden. Aber auch diejenigen, welche bei den Anforderungen der zweiten Kulturstufe gesund geblieben wären, werden nun in großer Anzahl der Neurose zugeführt. Denn der psychische Wert der Sexualbefriedigung erhöht sich mit ihrer Versagung; die gestaute Libido wird nun in den Stand gesetzt, irgendeine der selten fehlenden schwächeren Stellen im Aufbau der Vita sexualis auszuspüren, um dort zur neurotischen Ersatzbefriedigung in Form krankhafter Symptome durchzubrechen. Wer in die Bedingtheit nervöser Erkrankung einzudringen versteht, verschafft sich bald die Überzeugung, daß die Zunahme der nervösen Erkrankungen in unserer Gesellschaft von der Steigerung der sexuellen Einschränkung herrührt.
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Wir rücken dann der Frage näher, ob nicht der Sexualverkehr in legitimer Ehe eine volle Entschädigung für die Einschränkung vor der Ehe bieten kann. Das Material zur verneinenden Beantwortung dieser Frage drängt sich da so reichlich auf, daß uns die knappste Fassung zur Pflicht wird. Wir erinnern vor allem daran, daß unsere kulturelle Sexualmoral auch den sexuellen Verkehr in der Ehe selbst beschränkt, indem sie den Eheleuten den Zwang auferlegt, sich mit einer meist sehr geringen Anzahl von Kinderzeugungen zu begnügen. Infolge dieser Rücksicht gibt es befriedigenden Sexualverkehr in der Ehe nur durch einige Jahre, natürlich noch mit Abzug der zur Schonung der Frau aus hygienischen Gründen erforderten Zeiten. Nach diesen drei, vier oder fünf Jahren versagt die Ehe, insofern sie die Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse versprochen hat; denn alle Mittel, die sich bisher zur Verhütung der Konzeption ergeben haben, verkümmern den sexuellen Genuß, stören die feinere Empfindlichkeit beider Teile oder wirken selbst direkt krankmachend; mit der Angst vor den Folgen des Geschlechtsverkehres schwindet zuerst die körperliche Zärtlichkeit der Ehegatten füreinander, in weiterer Folge meist auch die seelische Zuneigung, die bestimmt war, das Erbe der anfänglichen stürmischen Leidenschaft zu übernehmen. Unter der seelischen Enttäuschung und körperlichen Entbehrung, die so das Schicksal der meisten Ehen wird, finden sich beide Teile auf den früheren Zustand vor der Ehe zurückversetzt, nur um eine Illusion verarmt und von neuem auf ihre Festigkeit, den Sexualtrieb zu beherrschen und abzulenken, angewiesen. Es soll nicht untersucht werden, inwieweit diese Aufgabe nun dem Manne im reiferen Lebensalter gelingt; erfahrungsgemäß bedient er sich nun recht häufig des Stückes Sexualfreiheit, welches ihm auch von der strengsten Sexualordnung, wenngleich nur stillschweigend und widerwillig, eingeräumt wird; die für den Mann in unserer Gesellschaft geltende „doppelte“ Sexualmoral ist das beste Eingeständnis, daß die Gesellschaft selbst, welche die Vorschriften erlassen hat, nicht an deren Durchführbarkeit glaubt. Die Erfahrung zeigt aber auch, daß die Frauen, denen als den eigentlichen Trägerinnen der Sexualinteressen des Menschen die Gabe der Sublimierung des Triebes nur in geringem Maße zugeteilt ist, denen als Ersatz des Sexualobjektes zwar der Säugling, aber nicht das heranwachsende Kind genügt, daß die Frauen, sage ich, unter den Enttäuschungen der Ehe an schweren und das Leben dauernd trübenden Neurosen erkranken. Die Ehe hat unter den heutigen kulturellen Bedingungen längst aufgehört, das Allheilmittel gegen die nervösen Leiden des Weibes zu sein; und wenn wir Ärzte auch noch immer in solchen Fällen zu ihr raten, so wissen wir doch, daß im Gegenteil ein Mädchen recht gesund sein muß, um die Ehe zu „vertragen“, und raten unseren männlichen Klienten dringend ab, ein bereits vor der Ehe nervöses Mädchen zur Frau zu nehmen. Das Heilmittel gegen die aus der Ehe entspringende Nervosität wäre vielmehr die eheliche Untreue; je strenger eine Frau erzogen ist, je ernsthafter sie sich der Kulturforderung unterworfen hat, desto mehr fürchtet sie aber diesen Ausweg, und im Konflikte zwischen ihren Begierden und ihrem Pflichtgefühl sucht sie ihre Zuflucht wiederum – in der Neurose. Nichts anderes schützt ihre Tugend so sicher wie die Krankheit. Der eheliche Zustand, auf den der Sexualtrieb des Kulturmenschen während seiner Jugend vertröstet wurde, kann also die Anforderungen seiner eigenen Lebenszeit nicht decken; es ist keine Rede davon, daß er für den früheren Verzicht entschädigen könnte.
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Auch wer diese Schädigungen durch die kulturelle Sexualmoral zugibt, kann zur Beantwortung unserer dritten Frage geltend machen, daß der kulturelle Gewinn aus der soweit getriebenen Sexualeinschränkung diese Leiden, die in schwerer Ausprägung doch nur eine Minderheit betreffen, wahrscheinlich mehr als bloß aufwiegt. Ich erkläre mich für unfähig, Gewinn und Verlust hier richtig gegeneinander abzuwägen, aber zur Einschätzung der Verlustseite könnte ich noch allerlei anführen. Auf das vorhin gestreifte Thema der Abstinenz zurückgreifend, muß ich behaupten, daß die Abstinenz noch andere Schädigungen bringt als die der Neurosen, und daß diese Neurosen meist nicht nach ihrer vollen Bedeutung veranschlagt werden.
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Die Verzögerung der Sexualentwicklung und Sexualbetätigung, welche unsere Erziehung und Kultur anstrebt, ist zunächst gewiß unschädlich; sie wird zur Notwendigkeit, wenn man in Betracht zieht, in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger Geltung und zum Erwerb zugelassen werden. Man wird hier übrigens an den intimen Zusammenhang aller unserer kulturellen Institutionen und an die Schwierigkeit gemahnt, ein Stück derselben ohne Rücksicht auf das Ganze abzuändern. Die Abstinenz weit über das zwanzigste Jahr hinaus ist aber für den jungen Mann nicht mehr unbedenklich und führt zu anderen Schädigungen, auch wo sie nicht zur Nervosität führt. Man sagt zwar, der Kampf mit dem mächtigen Triebe und die dabei erforderliche Betonung aller ethischen und ästhetischen Mächte im Seelenleben „stähle“ den Charakter, und dies ist für einige besonders günstig organisierte Naturen richtig; zuzugeben ist auch, daß die in unserer Zeit so ausgeprägte Differenzierung der individuellen Charaktere erst mit der Sexualeinschränkung möglich geworden ist. Aber in der weitaus größeren Mehrheit der Fälle zehrt der Kampf gegen die Sinnlichkeit die verfügbare Energie des Charakters auf und dies gerade zu einer Zeit, in welcher der junge Mann all seiner Kräfte bedarf, um sich seinen Anteil und Platz in der Gesellschaft zu erobern. Das Verhältnis zwischen möglicher Sublimierung und notwendiger sexueller Betätigung schwankt natürlich sehr für die einzelnen Individuen und sogar für die verschiedenen Berufsarten. Ein abstinenter Künstler ist kaum recht möglich, ein abstinenter junger Gelehrter gewiß keine Seltenheit. Der letztere kann durch Enthaltsamkeit freie Kräfte für sein Studium gewinnen, beim ersteren wird wahrscheinlich seine künstlerische Leistung durch sein sexuelles Erleben mächtig angeregt werden. Im allgemeinen habe ich nicht den Eindruck gewonnen, daß die sexuelle Abstinenz energische, selbständige Männer der Tat oder originelle Denker, kühne Befreier und Reformer heranbilden helfe, weit häufiger brave Schwächlinge, welche später in die große Masse eintauchen, die den von starken Individuen gegebenen Impulsen widerstrebend zu folgen pflegt.
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Daß der Sexualtrieb im ganzen sich eigenwillig und ungefügig benimmt, kommt auch in den Ergebnissen der Abstinenzbemühung zum Ausdruck. Die Kulturerziehung strebe etwa nur seine zeitweilige Unterdrückung bis zur Eheschließung an und beabsichtige ihn dann frei zu lassen, um sich seiner zu bedienen. Aber gegen den Trieb gelingen die extremen Beeinflussungen leichter noch als die Mäßigungen; die Unterdrückung ist sehr oft zu weit gegangen und hat das unerwünschte Resultat ergeben, daß der Sexualtrieb nach seiner Freilassung dauernd geschädigt erscheint. Darum ist oft volle Abstinenz während der Jugendzeit nicht die beste Vorbereitung für die Ehe beim jungen Manne. Die Frauen ahnen dies und ziehen unter ihren Bewerbern diejenigen vor, die sich schon bei anderen Frauen als Männer bewährt haben. Ganz besonders greifbar sind die Schädigungen, welche durch die strenge Forderung der Abstinenz bis zur Ehe am Wesen der Frau hervorgerufen werden. Die Erziehung nimmt die Aufgabe, die Sinnlichkeit des Mädchens bis zu seiner Verehelichung zu unterdrücken, offenbar nicht leicht, denn sie arbeitet mit den schärfsten Mitteln. Sie untersagt nicht nur den sexuellen Verkehr, setzt hohe Prämien auf die Erhaltung der weiblichen Unschuld, sondern sie entzieht das reifende weibliche Individuum auch der Versuchung, indem sie es in Unwissenheit über alles Tatsächliche der ihm bestimmten Rolle erhält und keine Liebesregung, die nicht zur Ehe führen kann, bei ihm duldet. Der Erfolg ist, daß die Mädchen, wenn ihnen das Verlieben plötzlich von den elterlichen Autoritäten gestattet wird, die psychische Leistung nicht zustande bringen und ihrer eigenen Gefühle unsicher in die Ehe gehen. Infolge der künstlichen Verzögerung der Liebesfunktion bereiten sie dem Manne, der all sein Begehren für sie aufgespart hat, nur Enttäuschungen; mit ihren seelischen Gefühlen hängen sie noch den Eltern an, deren Autorität die Sexualunterdrückung bei ihnen geschaffen hat, und im körperlichen Verhalten zeigen sie sich frigid, was jeden höherwertigen Sexualgenuß beim Manne verhindert. Ich weiß nicht, ob der Typus der anästhetischen Frau auch außerhalb der Kulturerziehung vorkommt, halte es aber für wahrscheinlich. Jedenfalls wird er durch die Erziehung geradezu gezüchtet, und diese Frauen, die ohne Lust empfangen, zeigen dann wenig Bereitwilligkeit, des öfteren mit Schmerzen zu gebären. So werden durch die Vorbereitung zur Ehe die Zwecke der Ehe selbst vereitelt; wenn dann die Entwicklungsverzögerung bei der Frau überwunden ist und auf der Höhe ihrer weiblichen Existenz die volle Liebesfähigkeit bei ihr erwacht, ist ihr Verhältnis zum Ehemanne längst verdorben; es bleibt ihr als Lohn für ihre bisherige Gefügigkeit die Wahl zwischen ungestilltem Sehnen, Untreue oder Neurose.
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Das sexuelle Verhalten eines Menschen ist oft vorbildlich für seine ganze sonstige Reaktionsweise in der Welt. Wer als Mann sein Sexualobjekt energisch erobert, dem trauen wir ähnliche rücksichtslose Energie auch in der Verfolgung anderer Ziele zu. Wer hingegen auf die Befriedigung seiner starken sexuellen Triebe aus allerlei Rücksichten verzichtet, der wird sich auch anderwärts im Leben eher konziliant und resigniert als tatkräftig benehmen. Eine spezielle Anwendung dieses Satzes von der Vorbildlichkeit des Sexuallebens für andere Funktionsausübung kann man leicht am ganzen Geschlechte der Frauen konstatieren. Die Erziehung versagt ihnen die intellektuelle Beschäftigung mit den Sexualproblemen, für die sie doch die größte Wißbegierde mitbringen, schreckt sie mit der Verurteilung, daß solche Wißbegierde unweiblich und Zeichen sündiger Veranlagung sei. Damit sind sie vom Denken überhaupt abgeschreckt, wird das Wissen für sie entwertet. Das Denkverbot greift über die sexuelle Sphäre hinaus, zum Teil infolge der unvermeidlichen Zusammenhänge, zum Teil automatisch, ganz ähnlich wie das religiöse Denkverbot bei Männern, das loyale bei braven Untertanen. Ich glaube nicht, daß der biologische Gegensatz zwischen intellektueller Arbeit und Geschlechtstätigkeit den „physiologischen Schwachsinn“ der Frau erklärt, wie Moebius es in seiner vielfach widersprochenen Schrift dargetan hat. Dagegen meine ich, daß die unzweifelhafte Tatsache der intellektuellen Inferiorität so vieler Frauen auf die zur Sexualunterdrückung erforderliche Denkhemmung zurückzuführen ist.
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Man unterscheidet viel zu wenig strenge, wenn man die Frage der Abstinenz behandelt, zwei Formen derselben, die Enthaltung von jeder Sexualbetätigung überhaupt und die Enthaltung vom sexuellen Verkehre mit dem anderen Geschlechte. Vielen Personen, die sich der gelungenen Abstinenz rühmen, ist dieselbe nur mit Hilfe der Masturbation und ähnlicher Befriedigungen möglich geworden, die an die autoerotischen Sexualtätigkeiten der frühen Kindheit anknüpfen. Aber gerade dieser Beziehung wegen sind diese Ersatzmittel zur sexuellen Befriedigung keineswegs harmlos; sie disponieren zu den zahlreichen Formen von Neurosen und Psychosen, für welche die Rückbildung des Sexuallebens zu seinen infantilen Formen die Bedingung ist. Die Masturbation entspricht auch keineswegs den idealen Anforderungen der kulturellen Sexualmoral und treibt darum die jungen Menschen in die nämlichen Konflikte mit dem Erziehungsideale, denen sie durch die Abstinenz entgehen wollten. Sie verdirbt ferner den Charakter durch Verwöhnung auf mehr als eine Weise, erstens, indem sie bedeutsame Ziele mühelos, auf bequemen Wegen, anstatt durch energische Kraftanspannung erreichen lehrt, also nach dem Prinzipe der sexuellen Vorbildlichkeit, und zweitens, indem sie in den die Befriedigung begleitenden Phantasien das Sexualobjekt zu einer Vorzüglichkeit erhebt, die in der Realität nicht leicht wiedergefunden wird. Konnte doch ein geistreicher Schriftsteller (Karl Kraus in der Wiener „Fackel“), den Spieß umdrehend, die Wahrheit in dem Zynismus aussprechen: Der Koitus ist nur ein ungenügendes Surrogat für die Onanie!
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Die Strenge der Kulturforderung und die Schwierigkeit der Abstinenzaufgabe haben zusammengewirkt, um die Vermeidung der Vereinigung der Genitalien verschiedener Geschlechter zum Kerne der Abstinenz zu machen und andere Arten der sexuellen Betätigung zu begünstigen, die sozusagen einem Halbgehorsam gleichkommen. Seitdem der normale Sexualverkehr von der Moral – und wegen der Infektionsmöglichkeiten auch von der Hygiene – so unerbittlich verfolgt wird, haben die sogenannten perversen Arten des Verkehrs zwischen beiden Geschlechtern, bei denen andere Körperstellen die Rolle der Genitalien übernehmen, an sozialer Bedeutung unzweifelhaft zugenommen. Diese Betätigungen können aber nicht so harmlos beurteilt werden wie analoge Überschreitungen im Liebesverkehre, sie sind ethisch verwerflich, da sie die Liebesbeziehungen zweier Menschen aus einer ernsten Sache zu einem bequemen Spiele ohne Gefahr und ohne seelische Beteiligung herabwürdigen. Als weitere Folge der Erschwerung des normalen Sexuallebens ist die Ausbreitung homosexueller Befriedigung anzuführen; zu all denen, die schon nach ihrer Organisation Homosexuelle sind oder in der Kindheit dazu wurden, kommt noch die große Anzahl jener hinzu, bei denen in reiferen Jahren wegen der Absperrung des Hauptstromes der Libido der homosexuelle Seitenarm breit geöffnet wird.
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Alle diese unvermeidlichen und unbeabsichtigten Konsequenzen der Abstinenzforderung treffen in dem einen Gemeinsamen zusammen, daß sie die Vorbereitung für die Ehe gründlich verderben, die doch nach der Absicht der kulturellen Sexualmoral die alleinige Erbin der sexuellen Strebungen werden sollte. Alle die Männer, die infolge masturbatorischer oder perverser Sexualübung ihre Libido auf andere als die normalen Situationen und Bedingungen der Befriedigung eingestellt haben, entwickeln in der Ehe eine verminderte Potenz. Auch die Frauen, denen es nur durch ähnliche Hilfen möglich blieb, ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, zeigen sich in der Ehe für den normalen Verkehr anästhetisch. Die mit herabgesetzter Liebesfähigkeit beider Teile begonnene Ehe verfällt dem Auflösungsprozesse nur noch rascher als eine andere. Infolge der geringen Potenz des Mannes wird die Frau nicht befriedigt, bleibt auch dann anästhetisch, wenn ihre aus der Erziehung mitgebrachte Disposition zur Frigidität durch mächtiges sexuelles Erleben überwindbar gewesen wäre. Ein solches Paar findet auch die Kinderverhütung schwieriger als ein gesundes, da die geschwächte Potenz des Mannes die Anwendung der Verhütungsmittel schlecht verträgt. In solcher Ratlosigkeit wird der sexuelle Verkehr als die Quelle aller Verlegenheiten bald aufgegeben und damit die Grundlage des Ehelebens verlassen.
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Ich fordere alle Kundigen auf zu bestätigen, daß ich nicht übertreibe, sondern Verhältnisse schildere, die ebenso arg in beliebiger Häufigkeit zu beobachten sind. Es ist wirklich für den Uneingeweihten ganz unglaublich, wie selten sich normale Potenz beim Manne und wie häufig sich Frigidität bei der weiblichen Hälfte der Ehepaare findet, die unter der Herrschaft unserer kulturellen Sexualmoral stehen, mit welchen Entsagungen, oft für beide Teile, die Ehe verbunden ist und worauf das Eheleben, das so sehnsüchtig erstrebte Glück, sich einschränkt. Daß unter diesen Verhältnissen der Ausgang in Nervosität der nächstliegende ist, habe ich schon ausgeführt; ich will aber noch hinzusetzen, in welcher Weise eine solche Ehe auf die in ihr entsprungenen – einzigen oder wenig zahlreichen – Kinder fortwirkt. Es kommt da der Anschein einer erblichen Übertragung zustande, der sich bei schärferem Zusehen in die Wirkung mächtiger infantiler Eindrücke auflöst. Die von ihrem Manne unbefriedigte neurotische Frau ist als Mutter überzärtlich und überängstlich gegen das Kind, auf das sie ihr Liebesbedürfnis überträgt, und weckt in demselben die sexuelle Frühreife. Das schlechte Einverständnis zwischen den Eltern reizt dann das Gefühlsleben des Kindes auf, läßt es im zartesten Alter Liebe, Haß und Eifersucht intensiv empfinden. Die strenge Erziehung, die keinerlei Betätigung des so früh geweckten Sexuallebens duldet, stellt die unterdrückende Macht bei, und dieser Konflikt in diesem Alter enthält alles, was es zur Verursachung der lebenslangen Nervosität bedarf.
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Ich komme nun auf meine frühere Behauptung zurück, daß man bei der Beurteilung der Neurosen zumeist nicht deren volle Bedeutung in Betracht zieht. Ich meine damit nicht die Unterschätzung dieser Zustände, die sich in leichtsinnigem Beiseiteschieben von seiten der Angehörigen und in großtuerischen Versicherungen von seiten der Ärzte äußert, einige Wochen Kaltwasserkur oder einige Monate Ruhe und Erholung könnten den Zustand beseitigen. Das sind nur mehr Meinungen von ganz unwissenden Ärzten und Laien, zumeist nur Reden, dazu bestimmt, den Leidenden einen kurzlebigen Trost zu bieten. Es ist vielmehr bekannt, daß eine chronische Neurose, auch wenn sie die Existenzfähigkeit nicht völlig aufhebt, eine schwere Lebensbelastung des Individuums vorstellt, etwa im Range einer Tuberkulose oder eines Herzfehlers. Auch könnte man sich damit abfinden, wenn die neurotischen Erkrankungen etwa nur eine Anzahl von immerhin schwächeren Individuen von der Kulturarbeit ausschließen und den anderen die Teilnahme daran um den Preis von bloß subjektiven Beschwerden gestatten würden. Ich möchte vielmehr auf den Gesichtspunkt aufmerksam machen, daß die Neurose, soweit sie reicht und bei wem immer sie sich findet, die Kulturabsicht zu vereiteln weiß und somit eigentlich die Arbeit der unterdrückten kulturfeindlichen Seelenkräfte besorgt, so daß die Gesellschaft nicht einen mit Opfern erkauften Gewinn, sondern gar keinen Gewinn verzeichnen darf, wenn sie die Gefügigkeit gegen ihre weitgehenden Vorschriften mit der Zunahme der Nervosität bezahlt. Gehen wir z. B. auf den so häufigen Fall einer Frau ein, die ihren Mann nicht liebt, weil sie nach den Bedingungen ihrer Eheschließung und den Erfahrungen ihres Ehelebens ihn zu lieben keinen Grund hat, die ihren Mann aber durchaus lieben möchte, weil dies allein dem Ideal der Ehe, zu dem sie erzogen wurde, entspricht. Sie wird dann alle Regungen in sich unterdrücken, die der Wahrheit Ausdruck geben wollen und ihrem Idealbestreben widersprechen, und wird besondere Mühe aufwenden, eine liebevolle, zärtliche und sorgsame Gattin zu spielen. Neurotische Erkrankung wird die Folge dieser Selbstunterdrückung sein, und diese Neurose wird binnen kurzer Zeit an dem ungeliebten Manne Rache genommen haben und bei ihm genau soviel Unbefriedigung und Sorge hervorrufen, als sich nur aus dem Eingeständnisse des wahren Sachverhaltes ergeben hätte. Dieses Beispiel ist für die Leistungen der Neurose geradezu typisch. Ein ähnliches Mißlingen der Kompensation beobachtet man auch nach der Unterdrückung anderer nicht direkt sexueller, kulturfeindlicher Regungen. Wer z. B. in der gewaltsamen Unterdrückung einer konstitutionellen Neigung zur Härte und Grausamkeit ein Überguter geworden ist, dem wird häufig dabei soviel an Energie entzogen, daß er nicht alles ausführt, was seinen Kompensationsregungen entspricht, und im ganzen doch eher weniger an Gutem leistet, als er ohne Unterdrückung zustande gebracht hätte
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Nehmen wir noch hinzu, daß mit der Einschränkung der sexuellen Betätigung bei einem Volke ganz allgemein eine Zunahme der Lebensängstlichkeit und der Todesangst einhergeht, welche die Genußfähigkeit der einzelnen stört und ihre Bereitwilligkeit, für irgendwelche Ziele den Tod auf sich zu nehmen, aufhebt, welche sich in der verminderten Neigung zur Kinderzeugung äußert, und dieses Volk oder diese Gruppe von Menschen vom Anteile an der Zukunft ausschließt, so darf man wohl die Frage aufwerfen, ob unsere „kulturelle“ Sexualmoral der Opfer wert ist, welche sie uns auferlegt, zumal, wenn man sich vom Hedonismus nicht genug frei gemacht hat, um nicht ein gewisses Maß von individueller Glücksbefriedigung unter die Ziele unserer Kulturentwicklung aufzunehmen. Es ist gewiß nicht Sache des Arztes, selbst mit Reformvorschlägen hervorzutreten; ich meinte aber, ich könnte die Dringlichkeit solcher unterstützen, wenn ich die v. Ehrenfelssche Darstellung der Schädigungen durch unsere „kulturelle“ Sexualmoral um den Hinweis auf deren Bedeutung für die Ausbreitung der modernen Nervosität erweitere.
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1)Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens, herausgegeben v. L. Löwenfeld, LVI, Wiesbaden 1907.
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2)Sexualethik, S. 32 ff.
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3)a. a. O. S. 35.
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4)Über die wachsende Nervosität unserer Zeit. 1893.
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5)Die Pathologie und Therapie der Neurasthenie. 1896.
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6)Nervosität und neurasthenische Zustände, 1895, p. 11. (In Nothnagels Handbuch der spez. Pathologie und Therapie.)
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7)Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. (4. Aufl., 1922.)
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8)Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. (S. 1 ff. dieses Bandes.)
1908-003F:2
Änderung ab 1908-003/1909 und ab 1908-003/1924 und ab 1908-003/1931
| konstituierter Text 1908-003F:2 | Erschien in „Sexualprobleme“, der Zeitschrift „Mutterschutz“ neue Folge, IV. Jahrg., 1908, dann in der Zweiten Folge der „Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre“. Die Arbeit erschien in holländischer Übersetzung von A. Stärke, 1914, in russischer von Wyrubow, Moskau 1912. |
| 1908-003/1908.01:1 | von Prof. Dr. Sigm. Freud - Wien. |
| 1908-003/1908.1:107 | Von Prof. Dr. Sigm. Freud, Wien. |
| 1908-003/1909:175 | [Fußnote zum Titel:] Aus „Sexual-Probleme“, der Zeitschrift „Mutterschutz“ neue Folge. 4. Jahrgang 1908. |
| 1908-003/1912:175 | [Fußnote zum Titel:] Aus „Sexual-Probleme“, der Zeitschrift „Mutterschutz“ neue Folge 4. Jahrgang 1908. |
| 1908-003/1921:175 | [Fußnote zum Titel:] Aus „Sexual-Probleme“, der Zeitschrift „Mutterschutz“ neue Folge, 4. Jahrg., 1908. |
| 1908-003/1924:143 | Erschien in „Sexualprobleme“, der Zeitschrift „Mutterschutz“ neue Folge, IV. Jahrg., 1908, dann in der Zweiten Folge der „Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre“. Die Arbeit erschien in holländischer Übersetzung von A. Stärke, 1914, in russischer von Wyrubow, Moskau 1912. |
| 1908-003/1931:17 | (1908) |
1908-003F:6
Änderung ab 1908-003/1908.1
| konstituierter Text 1908-003F:6 | in unserem modernen Dasein |
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1908-003F:10
Änderung ab 1908-003/1908.1
| konstituierter Text 1908-003F:10 | die Beruf, bürgerliche Stellung, Besitz |
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| 1908-003/1912:179 | die Beruf, bürgerliche Stellung, Besitz |
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Änderung ab 1908-003/1908.1 und ab 1908-003/1924
| konstituierter Text 1908-003F:13 | Bei den ersteren |
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1908-003F:19
Änderung nur in 1908-003/1912
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1908-003F:21
Änderung ab 1908-003/1908.1
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| konstituierter Text 1908-003F:21 | Bei ganzen Reihen von Individuen |
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1908-003F:21
Änderung ab 1908-003/1908.1
| konstituierter Text 1908-003F:21 | die sich zueinander nahezu wie positiv und negativ verhalten |
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| 1908-003/1921:183 | die sich zueinander nahezu wie positiv und negativ verhalten |
| 1908-003/1924:152 | die sich zueinander nahezu wie positiv und negativ verhalten |
| 1908-003/1931:26 | die sich zueinander nahezu wie positiv und negativ verhalten |
1908-003F:21
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| konstituierter Text 1908-003F:21 | ermöglicht, wenn ein oder mehrere |
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1908-003F:22
Änderung nur in 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:22 | an die Kulturarbeit wenden würden |
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| 1908-003/1921:184 | an die Kulturarbeit wenden würden |
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1908-003F:23
Änderung ab 1908-003/1924
| konstituierter Text 1908-003F:23 | äußern sich zwar dann nicht als solche |
| 1908-003/1908.01:9 | äußern sich dann zwar nicht als solche |
| 1908-003/1908.1:117 | äussern sich dann zwar nicht als solche |
| 1908-003/1909:184 | äußern sich dann zwar nicht als solche |
| 1908-003/1912:184 | äußern sich dann zwar nicht als solche |
| 1908-003/1921:184 | äußern sich dann zwar nicht als solche |
| 1908-003/1924:153 | äußern sich zwar dann nicht als solche |
| 1908-003/1931:28 | äußern sich zwar dann nicht als solche |
1908-003F:23
Änderung ab 1908-003/1909
| konstituierter Text 1908-003F:23 | zu einer nur scheinbaren |
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| 1908-003/1931:28 | zu einer nur scheinbaren |
1908-003F:24
Änderung nur in 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:24 | ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
| 1908-003/1908.01:10 | ihre Constitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
| 1908-003/1908.1:117 | ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
| 1908-003/1909:185 | ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
| 1908-003/1912:185 | ihre Konstitution der Kulturanforderungen nicht folgen kann |
| 1908-003/1921:185 | ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
| 1908-003/1924:154 | ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
| 1908-003/1931:29 | ihre Konstitution der Kulturanforderung nicht folgen kann |
1908-003F:28
Änderung nur in 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:28 | nicht gar schwer durchzuführen |
| 1908-003/1908.01:11 | nicht gar schwer durchzuführen |
| 1908-003/1908.1:119 | nicht gar schwer durchzuführen |
| 1908-003/1909:186 | nicht gar schwer durchzuführen |
| 1908-003/1912:186 | nicht gar schwer durchführbar |
| 1908-003/1921:186 | nicht gar schwer durchzuführen |
| 1908-003/1924:156 | nicht gar schwer durchzuführen |
| 1908-003/1931:30 | nicht gar schwer durchzuführen |
1908-003F:29
Änderung nur in 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:29 | Anzahl von Kinderzeugungen |
| 1908-003/1908.01:12 | Anzahl von Kinderzeugungen |
| 1908-003/1908.1:120 | Anzahl von Kinderzeugungen |
| 1908-003/1909:187 | Anzahl von Kinderzeugungen |
| 1908-003/1912:187 | Anzahl von Kindererzeugungen |
| 1908-003/1921:187 | Anzahl von Kinderzeugungen |
| 1908-003/1924:157 | Anzahl von Kinderzeugungen |
| 1908-003/1931:32 | Anzahl von Kinderzeugungen |
1908-003F:31
Änderung ab 1908-003/1908.1
| konstituierter Text 1908-003F:31 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
| 1908-003/1908.01:13 | in wie späten Jahren die jungen Leute gebildeter Stände erst zu selbständiger |
| 1908-003/1908.1:122 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
| 1908-003/1909:189 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
| 1908-003/1912:189 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
| 1908-003/1921:189 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
| 1908-003/1924:159 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
| 1908-003/1931:34 | in wie späten Jahren erst die jungen Leute gebildeter Stände zu selbständiger |
1908-003F:31
Zusatz ab 1908-003/1908.1
| konstituierter Text 1908-003F:31 | zuzugeben ist auch, daß |
| 1908-003/1908.01:14 | zuzugeben ist, daß |
| 1908-003/1908.1:122 | zuzugeben ist auch, dass |
| 1908-003/1909:189 | zuzugeben ist auch, daß |
| 1908-003/1912:189 | zuzugeben ist auch, daß |
| 1908-003/1921:189 | zuzugeben ist auch, daß |
| 1908-003/1924:159 | zuzugeben ist auch, daß |
| 1908-003/1931:34 | zuzugeben ist auch, daß |
1908-003F:32
Änderung ab 1908-003/1924
| konstituierter Text 1908-003F:32 | Erhaltung der weiblichen Unschuld |
| 1908-003/1908.01:15 | Erhaltung der sexuellen Unschuld |
| 1908-003/1908.1:123 | Erhaltung der sexuellen Unschuld |
| 1908-003/1909:191 | Erhaltung der sexuellen Unschuld |
| 1908-003/1912:191 | Erhaltung der sexuellen Unschuld |
| 1908-003/1921:191 | Erhaltung der sexuellen Unschuld |
| 1908-003/1924:160 | Erhaltung der weiblichen Unschuld |
| 1908-003/1931:35 | Erhaltung der weiblichen Unschuld |
1908-003F:32
Änderung nur in 1908-003/1909 und 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:32 | der ihm bestimmten Rolle erhält |
| 1908-003/1908.01:15 | der ihm bestimmten Rolle erhält |
| 1908-003/1908.1:123 | der ihm bestimmten Rolle erhält |
| 1908-003/1909:191 | der ihm bestimmten Rolle enthält |
| 1908-003/1912:191 | der ihm bestimmten Rolle enthält |
| 1908-003/1921:191 | der ihm bestimmten Rolle erhält |
| 1908-003/1924:161 | der ihm bestimmten Rolle erhält |
| 1908-003/1931:35 | der ihm bestimmten Rolle erhält |
1908-003F:34
Zusatz ab 1908-003/1908.1
| konstituierter Text 1908-003F:34 | in der Wiener „Fackel“ |
| 1908-003/1908.01:16 | in der „Fackel“ |
| 1908-003/1908.1:125 | in der Wiener „Fackel“ |
| 1908-003/1909:193 | in der Wiener „Fackel“ |
| 1908-003/1912:193 | in der Wiener „Fackel“ |
| 1908-003/1921:193 | in der Wiener „Fackel“ |
| 1908-003/1924:163 | in der Wiener „Fackel“ |
| 1908-003/1931:38 | in der Wiener „Fackel“ |
1908-003F:34
Änderung ab 1908-003/1909
| konstituierter Text 1908-003F:34 | den Spieß umdrehend |
| 1908-003/1908.01:16 | den Spieß umkehrend |
| 1908-003/1908.1:125 | den Spiess umkehrend |
| 1908-003/1909:193 | den Spieß umdrehend |
| 1908-003/1912:193 | den Spieß umdrehend |
| 1908-003/1921:193 | den Spieß umdrehend |
| 1908-003/1924:163 | den Spieß umdrehend |
| 1908-003/1931:38 | den Spieß umdrehend |
1908-003F:37
Änderung ab 1908-003/1931
| konstituierter Text 1908-003F:37 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1908.01:18 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1908.1:127 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1909:195 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1912:195 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1921:195 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1924:165 | enthält alles, was es zur Verursachung |
| 1908-003/1931:40 | enthält alles, wessen es zur Verursachung |
1908-003F:38
Änderung nur in 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:38 | zärtliche und sorgsame Gattin |
| 1908-003/1908.01:19 | zärtliche und sorgsame Gattin |
| 1908-003/1908.1:128 | zärtliche und sorgsame Gattin |
| 1908-003/1909:195 | zärtliche und sorgsame Gattin |
| 1908-003/1912:195 | zärtliche und gehorsame Gattin |
| 1908-003/1921:195 | zärtliche und sorgsame Gattin |
| 1908-003/1924:166 | zärtliche und sorgsame Gattin |
| 1908-003/1931:41 | zärtliche und sorgsame Gattin |
1908-003F:47
Änderung in jeder Auflage ab 1908-003/1912; Streichung in 1908-003/1931
| konstituierter Text 1908-003F:47 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. (4. Aufl., 1922.) |
| 1908-003/1908.01:5 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. |
| 1908-003/1908.1:111 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. |
| 1908-003/1909:179 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. |
| 1908-003/1912:179 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906, 2. Aufl. 1909. |
| 1908-003/1921:179 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. (3. Aufl., 1920.) |
| 1908-003/1924:148 | Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre. Wien 1906. (4. Aufl., 1922.) |
| 1908-003/1931 | [Fußnote und Zeichen fehlen] |
1908-003F:48
Änderung in jeder Auflage ab 1908-003/1912
| konstituierter Text 1908-003F:48 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. (S. 1 ff. dieses Bandes.) |
| 1908-003/1908.01:7 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie 1905. |
| 1908-003/1908.1:114 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. |
| 1908-003/1909:182 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. |
| 1908-003/1912:182 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905, 2. Aufl. 1910. |
| 1908-003/1921:182 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. (4. Aufl., 1920.) |
| 1908-003/1924:151 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. (S. 1 ff. dieses Bandes.) |
| 1908-003/1931:25 | Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Wien 1905. [Ges. Schriften, Bd. V.] |
1908-003F:2
A. Stärke
A. Stärke
1908-003F:2
Wyrubow
Wyrubow
1908-003F:3
v. Ehrenfels
v. Ehrenfels
1908-003F:3
Sexualethik
Sexualethik
1908-003F:3
Als natürliche Sexualmoral
Als natürliche Sexualmoral
1908-003F:3
„kulturellen“ Sexualmoral
„kulturellen“ Sexualmoral
1908-003F:3
Kulturarbeit
Kulturarbeit
1908-003F:3
kulturellem Besitz
kulturellem Besitz
1908-003F:3
Dieser Gegensatz
Dieser Gegensatz
1908-003F:3
zu intensiver und produktiver
zu intensiver und produktiver
1908-003F:4
Gesundheit
Gesundheit
1908-003F:4
Beeinträchtigungen ausgesetzt
Beeinträchtigungen ausgesetzt
1908-003F:4
Gesellschaft
Gesellschaft
1908-003F:4
Sexualverkehres
Sexualverkehres
1908-003F:4
doppelte Moral
doppelte Moral
1908-003F:4
Vergehungen des Mannes minder rigoros
Vergehungen des Mannes minder rigoros
1908-003F:4
Monogamie
Monogamie
1908-003F:4
virilen Auslese
virilen Auslese
1908-003F:4
lahmlegt
lahmlegt
1908-003F:5
auf sie zurückzuführende Förderung
auf sie zurückzuführende Förderung
1908-003F:5
Nervosität
Nervosität
1908-003F:5
Konstitution
Konstitution
1908-003F:5
Kulturanforderung
Kulturanforderung
1908-003F:5
zu beachtenden Gegensatz
zu beachtenden Gegensatz
1908-003F:5
Großstadt
Großstadt
1908-003F:5
den Zusammenhang der
den Zusammenhang der
1908-003F:6
W. Erb
W. Erb
1908-003F:8
Kulturentwicklung
Kulturentwicklung
1908-003F:9
Binswanger
Binswanger
1908-003F:9
Neurasthenie
Neurasthenie
1908-003F:9
Beard
Beard
1908-003F:10
Krafft-Ebing
Krafft-Ebing
1908-003F:11
ätiologisch
ätiologisch
1908-003F:11
reduziert sich der schädigende Einfluß
reduziert sich der schädigende Einfluß
1908-003F:11
schädliche Unterdrückung des Sexuallebens
schädliche Unterdrückung des Sexuallebens
1908-003F:13
eigentlichen Neurosen
eigentlichen Neurosen
1908-003F:13
Psychoneurosen
Psychoneurosen
1908-003F:13
zwei Gruppen zu unterscheiden
zwei Gruppen zu unterscheiden
1908-003F:13
Symptome
Symptome
1908-003F:13
toxischer Natur zu sein
toxischer Natur zu sein
1908-003F:13
meist als Neurasthenie zusammengefaßt
meist als Neurasthenie zusammengefaßt
1908-003F:13
erblichen Belastung
erblichen Belastung
1908-003F:13
sexuelle Ätiologie
sexuelle Ätiologie
1908-003F:13
korrespondiert die Form der Erkrankung
korrespondiert die Form der Erkrankung
1908-003F:13
den sexuellen Faktor für den wesentlichen
den sexuellen Faktor für den wesentlichen
1908-003F:14
ist der hereditäre Einfluß bedeutsamer
ist der hereditäre Einfluß bedeutsamer
1908-003F:14
Psychoanalyse
Psychoanalyse
1908-003F:14
dieser Leiden
dieser Leiden
1908-003F:14
Hysterie
Hysterie
1908-003F:14
Zwangsneurose
Zwangsneurose
1908-003F:14
usw.
usw.
1908-003F:14
psychogen
psychogen
1908-003F:14
von der Wirksamkeit unbewußter
von der Wirksamkeit unbewußter
1908-003F:14
Vorstellungskomplexe
Vorstellungskomplexe
1908-003F:14
sexuellen Inhalt haben
sexuellen Inhalt haben
1908-003F:14
Sexualbedürfnissen
Sexualbedürfnissen
1908-003F:14
sie entspringen den
sie entspringen den
1908-003F:14
Ersatzbefriedigung
Ersatzbefriedigung
1908-003F:14
stellen für sie eine Art von
stellen für sie eine Art von
1908-003F:14
pathogene Faktoren auch der Psychoneurosen
pathogene Faktoren auch der Psychoneurosen
1908-003F:15
Störungen von beiderlei Herkunft
Störungen von beiderlei Herkunft
1908-003F:17
Unterdrückung von Trieben
Unterdrückung von Trieben
1908-003F:17
ist ganz allgemein auf der
ist ganz allgemein auf der
1908-003F:17
aggressiven
aggressiven
1908-003F:17
Kulturbesitz
Kulturbesitz
1908-003F:17
aus diesen Beiträgen
aus diesen Beiträgen
1908-003F:17
Lebensnot
Lebensnot
1908-003F:17
Außer der
Außer der
1908-003F:17
Erotik
Erotik
1908-003F:17
abgeleiteten
abgeleiteten
1908-003F:17
Familiengefühle
Familiengefühle
1908-003F:17
welche die einzelnen Individuen zu diesem
welche die einzelnen Individuen zu diesem
1908-003F:17
Verzichte
Verzichte
1908-003F:17
ein im Laufe der
ein im Laufe der
1908-003F:17
Religion
Religion
1908-003F:17
sanktioniert
sanktioniert
1908-003F:17
Triebbefriedigung
Triebbefriedigung
1908-003F:17
Gottheit
Gottheit
1908-003F:17
zum Opfer gebracht
zum Opfer gebracht
1908-003F:17
kraft seiner unbeugsamen
kraft seiner unbeugsamen
1908-003F:17
Verbrecher
Verbrecher
1908-003F:17
steht der Gesellschaft als
steht der Gesellschaft als
1908-003F:17
Held
Held
1908-003F:18
Sexualtrieb
Sexualtrieb
1908-003F:18
aus vielen Komponenten
aus vielen Komponenten
1908-003F:18
Partialtrieben
Partialtrieben
1908-003F:18
außerordentlich große Kraftmengen
außerordentlich große Kraftmengen
1908-003F:18
sein Ziel verschieben zu können
sein Ziel verschieben zu können
1908-003F:18
das ursprünglich sexuelle Ziel gegen ein anderes
das ursprünglich sexuelle Ziel gegen ein anderes
1908-003F:18
Sublimierung
Sublimierung
1908-003F:18
Im Gegensatze zu dieser
Im Gegensatze zu dieser
1908-003F:18
Verschiebbarkeit
Verschiebbarkeit
1908-003F:18
Fixierung
Fixierung
1908-003F:18
durch die er unverwertbar wird
durch die er unverwertbar wird
1908-003F:18
Abnormitäten
Abnormitäten
1908-003F:18
ein wie großer Anteil des Sexualtriebes
ein wie großer Anteil des Sexualtriebes
1908-003F:18
einen weiteren Anteil zur Sublimierung zu bringen
einen weiteren Anteil zur Sublimierung zu bringen
1908-003F:18
sexueller Befriedigung
sexueller Befriedigung
1908-003F:18
scheint für die allermeisten Organisationen unerläßlich
scheint für die allermeisten Organisationen unerläßlich
1908-003F:18
Versagung
Versagung
1908-003F:18
straft sich durch Erscheinungen
straft sich durch Erscheinungen
1908-003F:18
Unlustcharakters
Unlustcharakters
1908-003F:19
ursprünglich gar nicht
ursprünglich gar nicht
1908-003F:19
Fortpflanzung
Fortpflanzung
1908-003F:19
Lustgewinnung
Lustgewinnung
1908-003F:19
Kindheit
Kindheit
1908-003F:19
Genitalien
Genitalien
1908-003F:19
sondern auch an anderen Körperstellen
sondern auch an anderen Körperstellen
1908-003F:19
erogenen Zonen
erogenen Zonen
1908-003F:19
Wir heißen dieses Stadium
Wir heißen dieses Stadium
1908-003F:19
Autoerotismus
Autoerotismus
1908-003F:19
weisen der
weisen der
1908-003F:19
Erziehung
Erziehung
1908-003F:19
unbeherrschbar und unverwertbar
unbeherrschbar und unverwertbar
1908-003F:19
geht dann vom
geht dann vom
1908-003F:19
Objektliebe
Objektliebe
1908-003F:19
zur Unterordnung derselben
zur Unterordnung derselben
1908-003F:19
Primat
Primat
1908-003F:19
Sexualerregung
Sexualerregung
1908-003F:19
im günstigen Falle der
im günstigen Falle der
1908-003F:19
der sogenannt perversen Anteile
der sogenannt perversen Anteile
1908-003F:20
Kulturstufen
Kulturstufen
1908-003F:20
alles am Sexualtrieb unterdrückt
alles am Sexualtrieb unterdrückt
1908-003F:20
Sexualziel
Sexualziel
1908-003F:20
Dieser dritten Stufe entspricht
Dieser dritten Stufe entspricht
1908-003F:21
ergeben sich zweierlei schädliche Abweichungen
ergeben sich zweierlei schädliche Abweichungen
1908-003F:21
Entwicklungsstörungen
Entwicklungsstörungen
1908-003F:21
Sexualität
Sexualität
1908-003F:21
Perversen
Perversen
1908-003F:21
bei denen eine infantile Fixierung
bei denen eine infantile Fixierung
1908-003F:21
die Homosexuellen oder
die Homosexuellen oder
1908-003F:21
Invertierten
Invertierten
1908-003F:21
besondere Eignung des Sexualtriebes zur kulturellen
besondere Eignung des Sexualtriebes zur kulturellen
1908-003F:22
Perversionen
Perversionen
1908-003F:22
Homosexualität
Homosexualität
1908-003F:22
gelingt den Perversen die völlige Unterdrückung
gelingt den Perversen die völlige Unterdrückung
1908-003F:22
Konflikt
Konflikt
1908-003F:22
Moralforderung
Moralforderung
1908-003F:22
verbrauchen sie die Kräfte
verbrauchen sie die Kräfte
1908-003F:22
Abstinenz
Abstinenz
1908-003F:23
Mißglücken
Mißglücken
1908-003F:23
Ersatzerscheinungen
Ersatzerscheinungen
1908-003F:23
infolge der Triebunterdrückung auftreten
infolge der Triebunterdrückung auftreten
1908-003F:23
machen das aus, was wir als
machen das aus, was wir als
1908-003F:23
Neurotiker
Neurotiker
1908-003F:23
immer mehr mißglückenden Unterdrückung
immer mehr mißglückenden Unterdrückung
1908-003F:23
nur mit großem Kräfteaufwand
nur mit großem Kräfteaufwand
1908-003F:23
der Perversionen bezeichnet
der Perversionen bezeichnet
1908-003F:23
weil sich bei ihnen die perversen Regungen
weil sich bei ihnen die perversen Regungen
1908-003F:23
Verdrängung
Verdrängung
1908-003F:23
Unbewußten
Unbewußten
1908-003F:24
verfallen der Neurose
verfallen der Neurose
1908-003F:24
eine Neurotika
eine Neurotika
1908-003F:25
Organisation
Organisation
1908-003F:25
die nämliche Führung des Sexuallebens fordert
die nämliche Führung des Sexuallebens fordert
1908-003F:25
Moralvorschriften
Moralvorschriften
1908-003F:26
Sexualbetätigung
Sexualbetätigung
1908-003F:26
in die Nervosität gedrängt wird
in die Nervosität gedrängt wird
1908-003F:26
Sexualfreiheit
Sexualfreiheit
1908-003F:26
weiter einschränkt
weiter einschränkt
1908-003F:26
in ihrem Konflikte zwischen dem Drängen
in ihrem Konflikte zwischen dem Drängen
1908-003F:26
flüchten
flüchten
1908-003F:28
Was unsere dritte Kulturstufe von dem einzelnen fordert
Was unsere dritte Kulturstufe von dem einzelnen fordert
1908-003F:28
Ehe
Ehe
1908-003F:28
gelingt einer Minderzahl
gelingt einer Minderzahl
1908-003F:28
Die meisten anderen werden neurotisch
Die meisten anderen werden neurotisch
1908-003F:28
konstitutionell nicht gewachsen
konstitutionell nicht gewachsen
1908-003F:28
Sexualeinschränkung
Sexualeinschränkung
1908-003F:28
keine bessere Sicherung als die
keine bessere Sicherung als die
1908-003F:28
disponiert
disponiert
1908-003F:28
erhöht sich mit ihrer Versagung
erhöht sich mit ihrer Versagung
1908-003F:28
gestaute Libido
gestaute Libido
1908-003F:28
wird nun in den Stand gesetzt
wird nun in den Stand gesetzt
1908-003F:28
in Form krankhafter Symptome
in Form krankhafter Symptome
1908-003F:28
von der Steigerung der sexuellen Einschränkung herrührt
von der Steigerung der sexuellen Einschränkung herrührt
1908-003F:29
auch den sexuellen Verkehr in der Ehe selbst beschränkt
auch den sexuellen Verkehr in der Ehe selbst beschränkt
1908-003F:29
Verhütung der Konzeption
Verhütung der Konzeption
1908-003F:29
verkümmern den sexuellen Genuß
verkümmern den sexuellen Genuß
1908-003F:29
mit der Angst vor den Folgen
mit der Angst vor den Folgen
1908-003F:29
Zärtlichkeit
Zärtlichkeit
1908-003F:29
nur in geringem Maße zugeteilt
nur in geringem Maße zugeteilt
1908-003F:29
Sexualobjektes
Sexualobjektes
1908-003F:29
als Ersatz des
als Ersatz des
1908-003F:29
Säugling
Säugling
1908-003F:29
an schweren und das Leben dauernd trübenden Neurosen
an schweren und das Leben dauernd trübenden Neurosen
1908-003F:29
Das Heilmittel gegen die aus der Ehe entspringende
Das Heilmittel gegen die aus der Ehe entspringende
1908-003F:29
eheliche Untreue
eheliche Untreue
1908-003F:29
Pflichtgefühl
Pflichtgefühl
1908-003F:29
sucht sie ihre Zuflucht
sucht sie ihre Zuflucht
1908-003F:29
Nichts anderes schützt ihre
Nichts anderes schützt ihre
1908-003F:29
Tugend
Tugend
1908-003F:29
Kulturmenschen
Kulturmenschen
1908-003F:31
Die Verzögerung der
Die Verzögerung der
1908-003F:31
Sexualentwicklung
Sexualentwicklung
1908-003F:31
Charakter
Charakter
1908-003F:31
erst mit der Sexualeinschränkung möglich geworden
erst mit der Sexualeinschränkung möglich geworden
1908-003F:31
zehrt der Kampf gegen
zehrt der Kampf gegen
1908-003F:31
Sinnlichkeit
Sinnlichkeit
1908-003F:31
ist kaum recht möglich
ist kaum recht möglich
1908-003F:31
Künstler
Künstler
1908-003F:31
durch sein sexuelles Erleben mächtig angeregt
durch sein sexuelles Erleben mächtig angeregt
1908-003F:32
dauernd geschädigt erscheint
dauernd geschädigt erscheint
1908-003F:32
Liebesfunktion
Liebesfunktion
1908-003F:32
Eltern
Eltern
1908-003F:32
deren Autorität die
deren Autorität die
1908-003F:32
Sexualunterdrückung
Sexualunterdrückung
1908-003F:32
frigid
frigid
1908-003F:32
anästhetischen Frau
anästhetischen Frau
1908-003F:32
wird er durch die Erziehung geradezu gezüchtet
wird er durch die Erziehung geradezu gezüchtet
1908-003F:32
Liebesfähigkeit
Liebesfähigkeit
1908-003F:33
vorbildlich
vorbildlich
1908-003F:33
Das sexuelle Verhalten eines Menschen ist oft
Das sexuelle Verhalten eines Menschen ist oft
1908-003F:33
versagt ihnen die intellektuelle Beschäftigung
versagt ihnen die intellektuelle Beschäftigung
1908-003F:33
Wißbegierde
Wißbegierde
1908-003F:33
Denkverbot
Denkverbot
1908-003F:33
greift über die sexuelle Sphäre hinaus
greift über die sexuelle Sphäre hinaus
1908-003F:33
ganz ähnlich wie das religiöse
ganz ähnlich wie das religiöse
1908-003F:33
physiologischen Schwachsinn
physiologischen Schwachsinn
1908-003F:33
Moebius
Moebius
1908-003F:33
vielfach widersprochenen Schrift
vielfach widersprochenen Schrift
1908-003F:33
zurückzuführen ist
zurückzuführen ist
1908-003F:33
zur Sexualunterdrückung erforderliche
zur Sexualunterdrückung erforderliche
1908-003F:33
Denkhemmung
Denkhemmung
1908-003F:34
nur mit Hilfe der
nur mit Hilfe der
1908-003F:34
die an die autoerotischen Sexualtätigkeiten
die an die autoerotischen Sexualtätigkeiten
1908-003F:34
sie disponieren zu den zahlreichen Formen
sie disponieren zu den zahlreichen Formen
1908-003F:34
Psychosen
Psychosen
1908-003F:34
für welche die Rückbildung des Sexuallebens
für welche die Rückbildung des Sexuallebens
1908-003F:34
Erziehungsideale
Erziehungsideale
1908-003F:34
Sie verdirbt ferner den Charakter durch Verwöhnung
Sie verdirbt ferner den Charakter durch Verwöhnung
1908-003F:34
in den die Befriedigung begleitenden
in den die Befriedigung begleitenden
1908-003F:34
Phantasien
Phantasien
1908-003F:34
Karl Kraus
Karl Kraus
1908-003F:34
Koitus
Koitus
1908-003F:34
ist nur ein ungenügendes
ist nur ein ungenügendes
1908-003F:34
Surrogat
Surrogat
1908-003F:34
Onanie
Onanie
1908-003F:35
haben die sogenannten perversen Arten des Verkehrs
haben die sogenannten perversen Arten des Verkehrs
1908-003F:35
Ausbreitung homosexueller Befriedigung
Ausbreitung homosexueller Befriedigung
1908-003F:35
wegen der Absperrung des
wegen der Absperrung des
1908-003F:35
Libido
Libido
1908-003F:36
Abstinenzforderung
Abstinenzforderung
1908-003F:36
die Vorbereitung für die Ehe gründlich verderben
die Vorbereitung für die Ehe gründlich verderben
1908-003F:36
entwickeln in der Ehe eine verminderte
entwickeln in der Ehe eine verminderte
1908-003F:36
Potenz
Potenz
1908-003F:36
Infolge der geringen
Infolge der geringen
1908-003F:36
Frigidität
Frigidität
1908-003F:37
in die Wirkung mächtiger infantiler Eindrücke
in die Wirkung mächtiger infantiler Eindrücke
1908-003F:37
überzärtlich
überzärtlich
1908-003F:37
auf das sie ihr
auf das sie ihr
1908-003F:37
Liebesbedürfnis
Liebesbedürfnis
1908-003F:37
weckt in demselben die
weckt in demselben die
1908-003F:37
Frühreife
Frühreife
1908-003F:37
Haß
Haß
1908-003F:37
Eifersucht
Eifersucht
1908-003F:37
dieser Konflikt in diesem Alter
dieser Konflikt in diesem Alter
1908-003F:38
die Kulturabsicht zu vereiteln weiß
die Kulturabsicht zu vereiteln weiß
1908-003F:38
die Arbeit der unterdrückten kulturfeindlichen Seelenkräfte besorgt
die Arbeit der unterdrückten kulturfeindlichen Seelenkräfte besorgt
1908-003F:38
Kompensation
Kompensation
1908-003F:38
Grausamkeit
Grausamkeit
1908-003F:38
dem wird häufig dabei soviel an Energie entzogen
dem wird häufig dabei soviel an Energie entzogen
1908-003F:39
eine Zunahme der
eine Zunahme der
1908-003F:39
Lebensängstlichkeit
Lebensängstlichkeit
1908-003F:39
Todesangst
Todesangst
1908-003F:39
einhergeht
einhergeht
1908-003F:39
stört
stört
1908-003F:39
Genußfähigkeit
Genußfähigkeit
1908-003F:39
Hedonismus
Hedonismus
1908-003F:39
Glücksbefriedigung
Glücksbefriedigung
1908-003F:39
unter die Ziele unserer
unter die Ziele unserer
1908-003F:39
Reformvorschlägen
Reformvorschlägen
1908-003F:41
L. Löwenfeld
L. Löwenfeld
1908-003F:41
Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens
Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens
1908-003F:42
Sexualethik
Sexualethik
1908-003F:44
Über die wachsende Nervosität unserer Zeit
Über die wachsende Nervosität unserer Zeit
1908-003F:45
Die Pathologie und Therapie der Neurasthenie
Die Pathologie und Therapie der Neurasthenie
1908-003F:46
Nervosität und neurasthenische Zustände
Nervosität und neurasthenische Zustände
1908-003F:46
Nothnagels
Nothnagels
1908-003F:48
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
Verknüpfte Quelle:
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie
1908-003F:3
konstitutivem
konstitutivem
1908-003F:3
sich andauernd bei Gesundheit und Lebenstüchtigkeit
sich andauernd bei Gesundheit und Lebenstüchtigkeit
1908-003F:4
auch das kulturelle Endziel in Gefahr
auch das kulturelle Endziel in Gefahr
1908-003F:4
Verpönung eines jeden
Verpönung eines jeden
1908-003F:4
zur Verhüllung der Wahrheit
zur Verhüllung der Wahrheit
1908-003F:4
durch die Verherrlichung der
durch die Verherrlichung der
1908-003F:5
auf ein kulturell hohes Niveau sich erheben lassen
auf ein kulturell hohes Niveau sich erheben lassen
1908-003F:13
ganz ähnlich wie die Erscheinungen
ganz ähnlich wie die Erscheinungen
1908-003F:14
hat aber gestattet zu erkennen
hat aber gestattet zu erkennen
1908-003F:14
(verdrängter)
(verdrängter)
1908-003F:17
abgetreten
abgetreten
1908-003F:17
für „heilig“ erklärt
für „heilig“ erklärt
1908-003F:17
als großer Mann
als großer Mann
1908-003F:18
Periodizität
Periodizität
1908-003F:18
in welcher sein kultureller Wert besteht
in welcher sein kultureller Wert besteht
1908-003F:18
seelischen Apparates
seelischen Apparates
1908-003F:18
infolge ihrer Funktionsschädlichkeit
infolge ihrer Funktionsschädlichkeit
1908-003F:19
Er äußert sich so in der
Er äußert sich so in der
1908-003F:19
in den Dienst der
in den Dienst der
1908-003F:19
als unbrauchbar für die
als unbrauchbar für die
1908-003F:19
Fortpflanzungsfunktion
Fortpflanzungsfunktion
1908-003F:20
auch über die Ziele der Fortpflanzung hinaus frei
auch über die Ziele der Fortpflanzung hinaus frei
1908-003F:20
nur die legitime Fortpflanzung
nur die legitime Fortpflanzung
1908-003F:21
aus Gründen der Organisation
aus Gründen der Organisation
1908-003F:21
aufgehalten hat
aufgehalten hat
1908-003F:21
gerade auf die komplexe Zusammensetzung
gerade auf die komplexe Zusammensetzung
1908-003F:22
jener Neigungen
jener Neigungen
1908-003F:23
unter dem Einflusse der Erziehung
unter dem Einflusse der Erziehung
1908-003F:23
eigentlich keine solche ist
eigentlich keine solche ist
1908-003F:23
aber sie äußern sich auf andere Weisen
aber sie äußern sich auf andere Weisen
1908-003F:23
Mißerfolg
Mißerfolg
1908-003F:23
innerer Verarmung
innerer Verarmung
1908-003F:23
im „verdrängten“ Zustand
im „verdrängten“ Zustand
1908-003F:24
dieselben Neigungen ausdrücken
dieselben Neigungen ausdrücken
1908-003F:24
unmoralisch
unmoralisch
1908-003F:24
schwer nervös
schwer nervös
1908-003F:24
Generation
Generation
1908-003F:26
verpönt, der normal genannte
verpönt, der normal genannte
1908-003F:26
als die in legitimer Ehe verpönt
als die in legitimer Ehe verpönt
1908-003F:28
alle Kräfte eines Menschen in Anspruch nehmen
alle Kräfte eines Menschen in Anspruch nehmen
1908-003F:28
auf höhere kulturelle Ziele
auf höhere kulturelle Ziele
1908-003F:28
desto schlechter verträgt er die
desto schlechter verträgt er die
1908-003F:28
um soviel unhemmbarer geworden
um soviel unhemmbarer geworden
1908-003F:29
nur durch einige Jahre
nur durch einige Jahre
1908-003F:29
versagt die Ehe, insofern
versagt die Ehe, insofern
1908-003F:29
direkt krankmachend
direkt krankmachend
1908-003F:29
Leidenschaft
Leidenschaft
1908-003F:29
Enttäuschung
Enttäuschung
1908-003F:29
Illusion
Illusion
1908-003F:29
bedient er sich nun recht häufig
bedient er sich nun recht häufig
1908-003F:29
ist das beste Eingeständnis
ist das beste Eingeständnis
1908-003F:29
je strenger eine Frau erzogen ist
je strenger eine Frau erzogen ist
1908-003F:31
kulturellen Institutionen
kulturellen Institutionen
1908-003F:31
der Kampf mit dem mächtigen Triebe
der Kampf mit dem mächtigen Triebe
1908-003F:31
Das Verhältnis zwischen möglicher
Das Verhältnis zwischen möglicher
1908-003F:31
freie Kräfte für sein Studium
freie Kräfte für sein Studium
1908-003F:31
Masse
Masse
1908-003F:32
die Sinnlichkeit des Mädchens
die Sinnlichkeit des Mädchens
1908-003F:32
Infolge der künstlichen Verzögerung der
Infolge der künstlichen Verzögerung der
1908-003F:32
jeden höherwertigen Sexualgenuß
jeden höherwertigen Sexualgenuß
1908-003F:33
eher konziliant und resigniert
eher konziliant und resigniert
1908-003F:33
Denken
Denken
1908-003F:34
entspricht auch keineswegs den idealen Anforderungen
entspricht auch keineswegs den idealen Anforderungen
1908-003F:34
in die nämlichen Konflikte
in die nämlichen Konflikte
1908-003F:34
also nach dem Prinzipe der
also nach dem Prinzipe der
1908-003F:34
zu einer Vorzüglichkeit erhebt
zu einer Vorzüglichkeit erhebt
1908-003F:34
Realität
Realität
1908-003F:35
aus einer ernsten Sache zu einem bequemen Spiele
aus einer ernsten Sache zu einem bequemen Spiele
1908-003F:35
die schon nach ihrer Organisation
die schon nach ihrer Organisation
1908-003F:35
oder in der Kindheit dazu wurden
oder in der Kindheit dazu wurden
1908-003F:36
die alleinige Erbin der sexuellen Strebungen
die alleinige Erbin der sexuellen Strebungen
1908-003F:36
für den normalen Verkehr anästhetisch
für den normalen Verkehr anästhetisch
1908-003F:36
Jungfräulichkeit
Jungfräulichkeit
1908-003F:36
schlecht verträgt
schlecht verträgt
1908-003F:36
die Grundlage des Ehelebens verlassen
die Grundlage des Ehelebens verlassen
1908-003F:37
wie selten sich normale Potenz
wie selten sich normale Potenz
1908-003F:37
wie häufig sich
wie häufig sich
1908-003F:37
der Ausgang in Nervosität
der Ausgang in Nervosität
1908-003F:37
Gefühlsleben
Gefühlsleben
1908-003F:37
Liebe
Liebe
1908-003F:37
stellt die unterdrückende Macht bei
stellt die unterdrückende Macht bei
1908-003F:38
Tuberkulose
Tuberkulose
1908-003F:38
Ideal
Ideal
1908-003F:38
wird die Folge dieser Selbstunterdrückung
wird die Folge dieser Selbstunterdrückung
1908-003F:38
Rache
Rache
1908-003F:38
auch nach der Unterdrückung anderer
auch nach der Unterdrückung anderer
1908-003F:38
in der gewaltsamen Unterdrückung einer
in der gewaltsamen Unterdrückung einer
1908-003F:39
in der verminderten Neigung zur Kinderzeugung
in der verminderten Neigung zur Kinderzeugung
1908-003F:39
der Opfer wert ist
der Opfer wert ist
1908-003F:28
gestaute Libido
gestaute Libido
1908-003F:4
Geschlecht – verursacht – Moral, doppelte
natürliche Verschiedenheit der Geschlechter
1908-003F:4
Humanität – hemmt – Auslese
Humanität und Hygiene
1908-003F:7
Kultur – schädigt – Nervensystem
Strapazen für das Nervensystem
1908-003F:10
Lebensweise – schädigt – Gehirn
zunächst und zumeist aufs Gehirn
1908-003F:13
Erkrankung – lässt schließen auf – Ätiologie, sexuelle
ohne weiteres zum Rückschluß
1908-003F:13
Heredität – disponiert zu – Aktualneurosen
ohne daß die Mithilfe
1908-003F:17
Triebverzicht – wird geopfert für – Gottheit
auf das man verzichtet hatte
1908-003F:18
Sexualtrieb – hebt auf – Periodizität
fast völlig überwunden
1908-003F:18
Mensch – hat als Disposition – Sexualtrieb
als bei den meisten höheren Tieren
1908-003F:19
Sexualerregung – geht hervor aus – Körper
vom eigenen Körper gelieferten
1908-003F:22
Triebstärke – reguliert – Triebunterdrückung
absolut starken oder schwächeren Geschlechtstrieb
1908-003F:24
Frau – hat als Disposition – Sexualtrieb
mit dem schwächeren Sexualtrieb als Weib
1908-003F:28
Lebensalter – reguliert – Sublimierung
in der Lebenszeit feuriger Jugendkraft
1908-003F:29
Ehe – schützt vor – Nervosität
das Allheilmittel gegen die nervösen Leiden des Weibes
1908-003F:29
Begierde – steht im Konflikt mit – Pflichtgefühl
zwischen ihren Begierden
1908-003F:31
Kultur – enthält als Teil – Kultureinrichtungen
intimen Zusammenhang aller unserer
1908-003F:31
Berufstätigkeit – reguliert – Sublimierung
für die verschiedenen Berufsarten
1908-003F:31
Masse – ist beeinflusst von – Individuum
den von starken Individuen gegebenen Impulsen
1908-003F:32
Erziehung – verbietet – Sexualverkehr
untersagt nicht nur den sexuellen Verkehr
1908-003F:32
Frigidität – hemmt – Fortpflanzung
des öfteren mit Schmerzen zu gebären
1908-003F:33
Denkarbeit – ist Gegensatz zu – Sexualbetätigung
biologische Gegensatz zwischen intellektueller Arbeit und Geschlechtstätigkeit
1908-003F:34
Onanie – disponiert zu – Psychose
keineswegs harmlos
1908-003F:35
Zone, erogene – vertritt – Genitale
andere Körperstellen die Rolle der Genitalien übernehmen
1908-003F:37
Ehe – schädigt – Kind
Kinder fortwirkt
1908-003F:37
Eltern – steigert – Gefühlsleben
reizt dann das
1908-003F:37
Heredität – verdeckt – Kindheitseindrücke
Anschein einer erblichen Übertragung
1908-003F:38
Neurose – wird verglichen mit – Tuberkulose
etwa im Range einer
1908-003F:38
Erholung – hebt auf – Neurose
einige Monate Ruhe und Erholung
1908-003F:38
Neurose – richtet sich gegen – Mann
an dem ungeliebten Manne
1908-003F:38
Ideal – geht hervor aus – Erziehung
zu dem sie erzogen wurde
1908-003F:39
Todesangst – hemmt – Opfer
den Tod auf sich zu nehmen, aufhebt