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Dostojewski und die Vatertötung
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Zuerst erschienen im Herbst 1928 als einleitende Studie des Bandes „Die Urgestalt der Brüder Karamasoff“, der, herausgegeben von Fritz Eckstein und René Fülöp-Miller, vom Verlag R. Piper & Co., München, im Anschluß an seine 23bändige deutsche Dostojewski-Ausgabe veröffentlicht wurde.
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An der reichen Persönlichkeit Dostojewskis möchte man vier Fassaden unterscheiden: Den Dichter, den Neurotiker, den Ethiker und den Sünder. Wie soll man sich in der verwirrenden Komplikation zurechtfinden?
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Am Dichter ist am wenigsten Zweifel, er hat seinen Platz nicht weit hinter Shakespeare. Die Brüder Karamasoff sind der großartigste Roman, der je geschrieben wurde, die Episode des Großinquisitors eine der Höchstleistungen der Weltliteratur, kaum zu überschätzen. Leider muß die Analyse vor dem Problem des Dichters die Waffen strecken.
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Am ehesten angreifbar ist der Ethiker in Dostojewski. Wenn man ihn als sittlichen Menschen hochstellen will, mit der Begründung, daß nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der durch die tiefste Sündhaftigkeit gegangen ist, so setzt man sich über ein Bedenken hinweg. Sittlich ist jener, der schon auf die innerlich verspürte Versuchung reagiert, ohne ihr nachzugeben. Wer abwechselnd sündigt und dann in seiner Reue hohe sittliche Forderungen aufstellt, der setzt sich dem Vorwurf aus, daß er sich’s zu bequem gemacht hat. Er hat das Wesentliche an der Sittlichkeit, den Verzicht, nicht geleistet, denn die sittliche Lebensführung ist ein praktisches Menschheitsinteresse. Er erinnert an die Barbaren der Völkerwanderung, die morden und dafür Buße tun, wo die Buße direkt eine Technik wird, um den Mord zu ermöglichen. Iwan der Schreckliche benimmt sich auch nicht anders; ja dieser Ausgleich mit der Sittlichkeit ist ein charakteristisch russischer Zug. Auch ist das Endergebnis von Dostojewskis sittlichem Ringen kein rühmliches. Nach den heftigsten Kämpfen, die Triebansprüche des Individuums mit den Forderungen der menschlichen Gemeinschaft zu versöhnen, landet er rückläufig bei der Unterwerfung unter die weltliche wie unter die geistliche Autorität, bei der Ehrfurcht vor dem Zaren und dem Christengott und bei einem engherzigen russischen Nationalismus, eine Station, zu der geringere Geister mit weniger Mühe gelangt sind. Hier ist der schwache Punkt der großen Persönlichkeit. Dostojewski hat es versäumt, ein Lehrer und Befreier der Menschen zu werden, er hat sich zu ihren Kerkermeistern gesellt; die kulturelle Zukunft der Menschen wird ihm wenig zu danken haben. Es läßt sich wahrscheinlich zeigen, daß er durch seine Neurose zu solchem Scheitern verdammt wurde. Nach der Höhe seiner Intelligenz und der Stärke seiner Menschenliebe wäre ihm ein anderer, ein apostolischer Lebensweg eröffnet gewesen.
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Dostojewski als Sünder oder Verbrecher zu betrachten ruft ein heftiges Sträuben hervor, das nicht in der philiströsen Einschätzung des Verbrechers begründet zu sein braucht. Man wird bald des wirklichen Motivs gewahr; für den Verbrecher sind zwei Züge wesentlich, die grenzenlose Eigensucht und die starke destruktive Tendenz; beiden gemeinsam und Voraussetzung für deren Äußerungen ist die Lieblosigkeit, der Mangel an affektiver Wertung der (menschlichen) Objekte. Man erinnert sich sofort an den Gegensatz hiezu bei Dostojewski, an seine große Liebesbedürftigkeit und seine enorme Liebesfähigkeit, die sich selbst in Erscheinungen der Übergüte äußert und ihn lieben und helfen läßt, wo er selbst das Recht zum Haß und zur Rache hatte, z. B. im Verhältnis zu seiner ersten Frau und ihrem Geliebten. Dann muß man fragen, woher überhaupt die Versuchung rührt, Dostojewski den Verbrechern zuzurechnen. Antwort: Es ist die Stoffwahl des Dichters, die gewalttätige, mörderische, eigensüchtige Charaktere vor allen anderen auszeichnet, was auf die Existenz solcher Neigungen in seinem Inneren hindeutet, ferner einiges Tatsächliche aus seinem Leben, wie seine Spielsucht, vielleicht der sexuelle Mißbrauch eines unreifen Mädchens (Geständnis).1) Der Widerspruch löst sich durch die Einsicht, daß der sehr starke Destruktionstrieb Dostojewskis, der ihn leicht zum Verbrecher gemacht hätte, im Leben hauptsächlich gegen die eigene Person (nach innen anstatt nach außen) gerichtet ist und so als Masochismus und Schuldgefühl zum Ausdruck kommt. Seine Person behält immerhin genug sadistische Züge übrig, die sich in seiner Reizbarkeit, Quälsucht, Intoleranz, auch gegen geliebte Personen, äußern und noch in der Art, wie er als Autor seine Leser behandelt, zum Vorschein kommen, also in kleinen Dingen Sadist nach außen, in größeren Sadist nach innen, also Masochist, das heißt der weichste, gutmütigste, hilfsbereiteste Mensch.
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Aus der Komplikation der Person Dostojewskis haben wir drei Faktoren herausgeholt, einen quantitativen und zwei qualitative: Die außerordentliche Höhe seiner Affektivität, die perverse Triebanlage, die ihn zum Sado-Masochisten oder zum Verbrecher veranlagen mußte, und die unanalysierbare, künstlerische Begabung. Dies Ensemble wäre sehr wohl ohne Neurose existenzfähig; es gibt ja nicht-neurotische Vollmasochisten. Nach dem Kräfteverhältnis zwischen den Triebansprüchen und den ihnen entgegenstehenden Hemmungen (plus der verfügbaren Sublimierungswege) wäre Dostojewski immer noch als ein sogenannter „triebhafter Charakter“ zu klassifizieren. Aber die Situation wird getrübt durch die Mitanwesenheit der Neurose, die, wie gesagt, nicht unter diesen Bedingungen unerläßlich wäre, aber doch um so eher zustande kommt, je reichhaltiger die vom Ich zu bewältigende Komplikation ist. Die Neurose ist doch nur ein Zeichen dafür, daß dem Ich eine solche Synthese nicht gelungen ist, daß es bei solchem Versuch seine Einheitlichkeit eingebüßt hat.
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Wodurch wird nun im strengen Sinne die Neurose erwiesen? Dostojewski nannte sich selbst und galt bei den anderen als Epileptiker auf Grund seiner schweren, mit Bewußtseinsverlust, Muskelkrämpfen und nachfolgender Verstimmung einhergehenden Anfälle. Es ist nun überaus wahrscheinlich, daß diese sogenannte Epilepsie nur ein Symptom seiner Neurose war, die demnach als Hysteroepilepsie, das heißt als schwere Hysterie, klassifiziert werden müßte. Volle Sicherheit ist aus zwei Gründen nicht zu erreichen, erstens, weil die anamnestischen Daten über Dostojewskis sogenannte Epilepsie mangelhaft und unzuverlässig sind, zweitens, weil die Auffassung der mit epileptoiden Anfällen verbundenen Krankheitszustände nicht geklärt ist.
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Zunächst zum zweiten Punkt. Es ist überflüssig, die ganze Pathologie der Epilepsie hier zu wiederholen, die doch nichts Entscheidendes bringt, doch kann man sagen: Immer hebt sich noch als scheinbare klinische Einheit der alte Morbus sacer hervor, die unheimliche Krankheit mit ihren unberechenbaren, anscheinend nicht provozierten Krampfanfällen, der Charakterveränderung ins Reizbare und Aggressive und der progressiven Herabsetzung aller geistigen Leistungen. Aber an allen Enden zerflattert dies Bild ins Unbestimmte. Die Anfälle, die brutal auftreten, mit Zungenbiß und Harnentleerung, gehäuft zum lebensbedrohlichen Status epilepticus, der schwere Selbstbeschädigung herbeiführt, können sich doch ermäßigen zu kurzen Absenzen, zu bloßen rasch vorübergehenden Schwindelzuständen, können sich ersetzen durch kurze Zeiten, in denen der Kranke, wie unter der Herrschaft des Unbewußten, etwas ihm Fremdartiges tut. Sonst in unfaßbarer Weise rein körperlich bedingt, können sie doch ihre erste Entstehung einem rein seelischen Einfluß (Schreck) verdankt haben oder weiterhin auf seelische Erregungen reagieren. So charakteristisch die intellektuelle Herabsetzung für die übergroße Mehrzahl der Fälle sein mag, so ist doch wenigstens ein Fall bekannt, in dem das Leiden intellektuelle Höchstleistung nicht zu stören vermochte (Helmholtz). (Andere Fälle, von denen das gleiche behauptet wurde, sind unsicher oder unterliegen denselben Bedenken wie Dostojewski selbst.) Die Personen, die von der Epilepsie befallen sind, können den Eindruck von Stumpfheit, behinderter Entwicklung machen, wie doch das Leiden oft greifbarste Idiotie und größte Hirndefekte begleitet, wenn auch nicht als notwendiger Bestandteil des Krankheitsbildes; aber diese Anfälle finden sich mit allen ihren Variationen auch bei anderen Personen vor, die eine volle seelische Entwicklung und eher übergroße, meist ungenügend beherrschte Affektivität bekunden. Kein Wunder, daß man es unter diesen Umständen für unmöglich findet, die Einheit einer klinischen Affektion „Epilepsie“ festzuhalten. Was in der Gleichartigkeit der geäußerten Symptome zum Vorschein kommt, scheint eine funktionelle Auffassung zu fordern, als ob ein Mechanismus der abnormen Triebabfuhr organisch vorgebildet wäre, der unter ganz verschiedenen Verhältnissen in Anspruch genommen wird, sowohl bei Störungen der Gehirntätigkeit durch schwere gewebliche und toxische Erkrankung als auch bei unzulänglicher Beherrschung der seelischen Ökonomie, krisenhaftem Betrieb der in der Seele wirkenden Energie. Hinter dieser Zweiteilung ahnt man die Identität des zu Grunde liegenden Mechanismus der Triebabfuhr. Derselbe kann auch den Sexualvorgängen, die im Grunde toxisch verursacht sind, nicht ferne stehen; schon die ältesten Ärzte nannten den Koitus eine kleine Epilepsie, erkannten also im sexuellen Akt die Milderung und Adaptierung der epileptischen Reizabfuhr.
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Die „epileptische Reaktion“, wie man dies Gemeinsame nennen kann, stellt sich ohne Zweifel auch der Neurose zur Verfügung, deren Wesen darin besteht, Erregungsmassen, mit denen sie psychisch nicht fertig wird, auf somatischem Wege zu erledigen. Der epileptische Anfall wird so ein Symptom der Hysterie und von ihr adaptiert und modifiziert, ähnlich wie vom normalen Sexualablauf. Man hat also ganz recht, eine organische von einer „affektiven“ Epilepsie zu unterscheiden. Die praktische Bedeutung ist die: wer die eine hat, ist ein Gehirnkranker, wer die andere hat, ein Neurotiker. Im ersteren Fall unterliegt das Seelenleben einer ihm fremden Störung von außen, im anderen ist die Störung ein Ausdruck des Seelenlebens selbst.
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Es ist überaus wahrscheinlich, daß Dostojewskis Epilepsie von der zweiten Art ist. Strenge erweisen kann man es nicht, man müßte denn imstande sein, das erste Auftreten und die späteren Schwankungen der Anfälle in den Zusammenhang seines seelischen Lebens einzureihen, und dafür weiß man zu wenig. Die Beschreibungen der Anfälle selbst lehren nichts, die Auskünfte über Beziehungen zwischen Anfällen und Erlebnissen sind mangelhaft und oft widersprechend. Am wahrscheinlichsten ist die Annahme, daß die Anfälle weit in Dostojewskis Kindheit zurückgehen, daß sie zuerst durch mildere Symptome vertreten waren und erst nach dem erschütternden Erlebnis im achtzehnten Jahr, nach der Ermordung des Vaters, die epileptische Form annahmen.2) Es wäre sehr passend, wenn sich bewahrheitete, daß sie während der Strafzeit in Sibirien völlig sistiert hätten, aber andere Angaben widersprechen dem.3) Die unverkennbare Beziehung zwischen der Vatertötung in den Brüdern Karamasoff und dem Schicksal von Dostojewskis Vater ist mehr als einem Biographen aufgefallen und hat sie zu einem Hinweis auf eine „gewisse moderne psychologische Richtung“ veranlaßt. Die psychoanalytische Betrachtung, denn diese ist gemeint, ist versucht, in diesem Ereignis das schwerste Trauma und in Dostojewskis Reaktion darauf den Angelpunkt seiner Neurose zu erkennen.
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Wenn ich es aber unternehme, diese Aufstellung psychoanalytisch zu begründen, muß ich befürchten, allen denen unverständlich zu bleiben, die mit den Ausdrucksweisen und Lehren der Psychoanalyse nicht vertraut sind.
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Wir haben einen gesicherten Ausgangspunkt. Wir kennen den Sinn der ersten Anfälle Dostojewskis in seinen jungen Jahren lange vor dem Auftreten der „Epilepsie“. Diese Anfälle hatten Todesbedeutung, sie wurden von Todesangst eingeleitet und bestanden in lethargischen Schlafzuständen. Als plötzliche, grundlose Schwermut kam sie (die Krankheit) zuerst über ihn, da er noch ein Knabe war; ein Gefühl, so erzählte er später seinem Freunde Solowjoff, als ob er sogleich sterben müßte; und tatsächlich folgte dann auch ein dem wirklichen Tode vollkommen ähnlicher Zustand . . . Sein Bruder Andree hat berichtet, daß Fedor schon in jungen Jahren vor dem Einschlafen Zettelchen hinzulegen pflegte, er fürchte in der Nacht in den scheintodähnlichen Schlaf zu verfallen und bitte darum, man möge ihn erst nach fünf Tagen beerdigen lassen. („Dostojewski am Roulette“, Einleitung Seite LX.)
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Wir kennen den Sinn und die Absicht solcher Todesanfälle. Sie bedeuten eine Identifizierung mit einem Toten, einer Person, die wirklich gestorben ist, oder die noch lebt und der man den Tod wünscht. Der letztere Fall ist der bedeutsamere. Der Anfall hat dann den Wert einer Bestrafung. Man hat einen anderen tot gewünscht, nun ist man dieser andere und ist selbst tot. Hier setzt die psychoanalytische Lehre die Behauptung ein, daß dieser Andere für den Knaben in der Regel der Vater ist, der – hysterisch genannte – Anfall also eine Selbstbestrafung für den Todeswunsch gegen den gehaßten Vater.
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Der Vatermord ist nach bekannter Auffassung das Haupt- und Urverbrechen der Menschheit wie des Einzelnen.4) Er ist jedenfalls die Hauptquelle des Schuldgefühls, wir wissen nicht, ob die einzige; die Untersuchungen konnten den seelischen Ursprung von Schuld und Sühnebedürfnis noch nicht sicherstellen. Er braucht aber nicht die einzige zu sein. Die psychologische Situation ist kompliziert und bedarf einer Erläuterung. Das Verhältnis des Knaben zum Vater ist ein, wie wir sagen, ambivalentes. Außer dem Haß, der den Vater als Rivalen beseitigen möchte, ist regelmäßig ein Maß von Zärtlichkeit für ihn vorhanden. Beide Einstellungen treten zur Vateridentifizierung zusammen, man möchte an Stelle des Vaters sein, weil man ihn bewundert, so sein möchte wie er und weil man ihn wegschaffen will. Diese ganze Entwicklung stößt nun auf ein mächtiges Hindernis. In einem gewissen Moment lernt das Kind verstehen, daß der Versuch, den Vater als Rivalen zu beseitigen, von ihm durch die Kastration gestraft werden würde. Aus Kastrationsangst, also im Interesse der Bewahrung seiner Männlichkeit, gibt es also den Wunsch nach dem Besitz der Mutter und der Beseitigung des Vaters auf. Soweit er im Unbewußten erhalten bleibt, bildet er die Grundlage des Schuldgefühls. Wir glauben hierin normale Vorgänge beschrieben zu haben, das normale Schicksal des sogenannten Ödipuskomplexes; eine wichtige Ergänzung haben wir allerdings noch nachzutragen.
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Eine weitere Komplikation stellt sich her, wenn beim Kinde jener konstitutionelle Faktor, den wir die Bisexualität heißen, stärker ausgebildet ist. Dann wird unter der Bedrohung der Männlichkeit durch die Kastration die Neigung gekräftigt, nach der Richtung der Weiblichkeit auszuweichen, sich vielmehr an die Stelle der Mutter zu setzen und ihre Rolle als Liebesobjekt beim Vater zu übernehmen. Allein die Kastrationsangst macht auch diese Lösung unmöglich. Man versteht, daß man auch die Kastration auf sich nehmen muß, wenn man vom Vater wie ein Weib geliebt werden will. So verfallen beide Regungen, Vaterhaß wie Vaterverliebtheit, der Verdrängung. Ein gewisser psychologischer Unterschied besteht darin, daß der Vaterhaß aufgegeben wird infolge der Angst vor einer äußeren Gefahr (der Kastration); die Vaterverliebtheit aber wird als innere Triebgefahr behandelt, die doch im Grunde wieder auf die nämliche äußere Gefahr zurückgeht.
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Was den Vaterhaß unannehmbar macht, ist die Angst vor dem Vater; die Kastration ist schrecklich, sowohl als Strafe wie auch als Preis der Liebe. Von den beiden Faktoren, die den Vaterhaß verdrängen, ist der erste, die direkte Straf- und Kastrationsangst, der normale zu nennen, die pathogene Verstärkung scheint erst durch den anderen Faktor, die Angst vor der femininen Einstellung, hinzuzukommen. Eine stark bisexuelle Anlage wird so zu einer der Bedingungen oder Bekräftigungen der Neurose. Eine solche ist für Dostojewski sicherlich anzunehmen und zeigt sich in existenzmöglicher Form (latente Homosexualität) in der Bedeutung von Männerfreundschaften für sein Leben, in seinem sonderbar zärtlichen Verhalten gegen Liebesrivalen und in seinem ausgezeichneten Verständnis für Situationen, die sich nur durch verdrängte Homosexualität erklären, wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen.
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Ich bedaure es, kann es aber nicht ändern, wenn diese Ausführungen über die Haß- und Liebeseinstellungen zum Vater und deren Wandlungen unter dem Einfluß der Kastrationsdrohung dem der Psychoanalyse unkundigen Leser unschmackhaft und unglaubwürdig erscheinen. Ich würde selbst erwarten, daß gerade der Kastrationskomplex der allgemeinsten Ablehnung sicher ist. Aber ich kann nur beteuern, daß die psychoanalytische Erfahrung gerade diese Verhältnisse über jeden Zweifel hinaushebt und uns in ihnen den Schlüssel zu jeder Neurose erkennen heißt. Den müssen wir also auch an der sogenannten Epilepsie unseres Dichters versuchen. So fremd sind aber unserem Bewußtsein die Dinge, von denen unser unbewußtes Seelenleben beherrscht wird. Mit dem bisher Mitgeteilten sind die Folgen der Verdrängung des Vaterhasses im Ödipuskomplex nicht erschöpft. Es kommt als neu hinzu, daß die Vateridentifizierung sich am Ende doch einen dauernden Platz im Ich erzwingt. Sie wird ins Ich aufgenommen, stellt sich aber darin als eine besondere Instanz dem anderen Inhalt des Ichs entgegen. Wir heißen sie dann das Über-Ich und schreiben ihr, der Erbin des Elterneinflusses, die wichtigsten Funktionen zu.
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War der Vater hart, gewalttätig, grausam, so nimmt das Über-Ich diese Eigenschaften von ihm an und in seiner Relation zum Ich stellt sich die Passivität wieder her, die gerade verdrängt werden sollte. Das Über-Ich ist sadistisch geworden, das Ich wird masochistisch, d. h. im Grunde weiblich passiv. Es entsteht ein großes Strafbedürfnis im Ich, das teils als solches dem Schicksal bereit liegt, teils in der Mißhandlung durch das Über-Ich (Schuldbewußtsein) Befriedigung findet. Jede Strafe ist ja im Grunde die Kastration und als solche Erfüllung der alten passiven Einstellung zum Vater. Auch das Schicksal ist endlich nur eine spätere Vaterprojektion.
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Die normalen Vorgänge bei der Gewissensbildung müssen so ähnlich sein, wie die hier dargestellten abnormen. Es ist uns noch nicht gelungen, die Abgrenzung beider herzustellen. Man bemerkt, daß hier der größte Anteil am Ausgang der passiven Komponente der verdrängten Weiblichkeit zugeschrieben wird. Außerdem muß als akzidenteller Faktor bedeutsam werden, ob der in jedem Fall gefürchtete Vater auch in der Realität besonders gewalttätig ist. Dies trifft für Dostojewski zu, und die Tatsache seines außerordentlichen Schuldgefühls wie seiner masochistischen Lebensführung werden wir auf eine besonders starke feminine Komponente zurückführen. So ist die Formel für Dostojewski: ein besonders stark bisexuell Veranlagter, der sich mit besonderer Intensität gegen die Abhängigkeit von einem besonders harten Vater wehren kann. Diesen Charakter der Bisexualität fügen wir zu den früher erkannten Komponenten seines Wesens hinzu. Das frühzeitige Symptom der „Todesanfälle“ läßt sich also verstehen als eine vom Über-Ich strafweise zugelassene Vateridentifizierung des Ichs. Du hast den Vater töten wollen, um selbst der Vater zu sein. Nun bist du der Vater, aber der tote Vater; der gewöhnliche Mechanismus hysterischer Symptome. Und dabei: jetzt tötet dich der Vater. Für das Ich ist das Todessymptom Phantasiebefriedigung des männlichen Wunsches und gleichzeitig masochistische Befriedigung; für das Über-Ich Strafbefriedigung, also sadistische Befriedigung. Beide, Ich und Über-Ich, spielen die Vaterrolle weiter. – Im ganzen hat sich die Relation zwischen Person und Vaterobjekt bei Erhaltung ihres Inhalts in eine Relation zwischen Ich und Über-Ich gewandelt, eine Neuinszenierung auf einer zweiten Bühne. Solche infantile Reaktionen aus dem Ödipuskomplex mögen erlöschen, wenn die Realität ihnen keine weitere Nahrung zuführt. Aber der Charakter des Vaters bleibt derselbe, nein, er verschlechtert sich mit den Jahren und so bleibt auch der Vaterhaß Dostojewskis erhalten, sein Todeswunsch gegen diesen bösen Vater. Nun ist es gefährlich, wenn die Realität solche verdrängte Wünsche erfüllt. Die Phantasie ist Realität geworden, alle Abwehrmaßregeln werden nun verstärkt. Nun nehmen Dostojewskis Anfälle epileptischen Charakter an, sie bedeuten gewiß noch immer die strafweise Vateridentifizierung, sind aber fürchterlich geworden wie der schreckliche Tod des Vaters selbst. Welchen, insbesondere sexuellen, Inhalt sie dazu noch aufgenommen haben, entzieht sich dem Erraten.
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Eines ist merkwürdig: in der Aura des Anfalles wird ein Moment der höchsten Seligkeit erlebt, der sehr wohl den Triumph und die Befreiung bei der Todesnachricht fixiert haben kann, auf den dann sofort die um so grausamere Strafe folgte. So eine Folge von Triumph und Trauer, Festfreude und Trauer, haben wir auch bei den Brüdern der Urhorde, die den Vater erschlugen, erraten und finden ihn in der Zeremonie der Totemmahlzeit wiederholt. Wenn es zutrifft, daß Dostojewski in Sibirien frei von Anfällen war, so bestätigte dies nur, daß seine Anfälle seine Strafe waren. Er brauchte sie nicht mehr, wenn er anders gestraft war. Allein dies ist unerweisbar. Eher erklärt diese Notwendigkeit der Strafe für Dostojewskis seelische Ökonomie, daß er ungebrochen durch diese Jahre des Elends und der Demütigungen hindurchging. Dostojewskis Verurteilung als politischer Verbrecher war ungerecht, er mußte das wissen, aber er akzeptierte die unverdiente Strafe von Väterchen Zar, als Ersatz für die Strafe, die seine Sünde gegen den wirklichen Vater verdient hatte. An Stelle der Selbstbestrafung ließ er sich vom Stellvertreter des Vaters bestrafen. Man blickt hier ein Stück in die psychologische Rechtfertigung der von der Gesellschaft verhängten Strafen hinein. Es ist wahr, daß große Gruppen von Verbrechern nach der Strafe verlangen. Ihr Über-Ich fordert sie, erspart sich damit, sie selbst zu verhängen.
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Wer den komplizierten Bedeutungswandel hysterischer Symptome kennt, wird verstehen, daß hier kein Versuch unternommen wird, den Sinn der Anfälle Dostojewskis über diesen Anfang hinaus zu ergründen.5) Genug, daß man annehmen darf, ihr ursprünglicher Sinn sei hinter allen späteren Überlagerungen unverändert geblieben. Man darf sagen, Dostojewski ist niemals von der Gewissensbelastung durch die Absicht des Vatermordes frei geworden. Sie hat auch sein Verhalten zu den zwei anderen Gebieten bestimmt, auf denen die Vaterrelation maßgebend ist, zur staatlichen Autorität und zum Gottesglauben. Auf ersterem landete er bei der vollen Unterwerfung unter Väterchen Zar, der in der Wirklichkeit die Komödie der Tötung mit ihm einmal aufgeführt hatte, welche ihm sein Anfall so oft vorzuspielen pflegte. Die Buße gewann hier die Oberhand. Auf religiösem Gebiet blieb ihm mehr Freiheit, nach anscheinend guten Berichten soll er bis zum letzten Augenblick seines Lebens zwischen Gläubigkeit und Atheismus geschwankt haben. Sein großer Intellekt machte es ihm unmöglich, irgendeine der Denkschwierigkeiten, zu denen die Gläubigkeit führt, zu übersehen. In individueller Wiederholung einer welthistorischen Entwicklung hoffte er im Christusideal einen Ausweg und eine Schuldbefreiung zu finden, seine Leiden selbst als Anspruch auf eine Christusrolle zu verwenden. Wenn er es im ganzen nicht zur Freiheit brachte und Reaktionär wurde, so kam es daher, daß die allgemein menschliche Sohnesschuld, auf der sich das religiöse Gefühl aufbaut, bei ihm eine überindividuelle Stärke erreicht hatte und selbst seiner großen Intelligenz unüberwindlich blieb. Wir setzen uns hier dem Vorwurf aus, daß wir die Unparteilichkeit der Analyse aufgeben und Dostojewski Wertungen unterziehen, die nur vom Parteistandpunkt einer gewissen Weltanschauung berechtigt sind. Ein Konservativer würde die Partei des Großinquisitors nehmen und anders über Dostojewski urteilen. Der Vorwurf ist berechtigt, zu seiner Milderung kann man nur sagen, daß die Entscheidung Dostojewskis durch seine Denkhemmung infolge seiner Neurose bestimmt erscheint.
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Es ist kaum ein Zufall, daß drei Meisterwerke der Literatur aller Zeiten das gleiche Thema, das der Vatertötung, behandeln: Der König Ödipus des Sophokles, der Hamlet Shakespeares und Dostojewskis Brüder Karamasoff. In allen dreien ist auch das Motiv der Tat, die sexuale Rivalität um das Weib, bloßgelegt. Am aufrichtigsten ist gewiß die Darstellung im Drama, das sich der griechischen Sage anschließt. Hier hat der Held noch selbst die Tat vollbracht. Aber ohne Milderung und Verhüllung ist die poetische Bearbeitung nicht möglich. Das nackte Geständnis der Absicht zur Vatertötung, wie wir es in der Analyse erzielen, scheint ohne analytische Vorbereitung unerträglich. Im griechischen Drama wird die unerläßliche Abschwächung in meisterhafter Weise bei Erhaltung des Tatbestandes dadurch herbeigeführt, daß das unbewußte Motiv des Helden als ein ihm fremder Schicksalszwang ins Reale projiziert wird. Der Held begeht die Tat unabsichtlich und scheinbar ohne Einfluß des Weibes, doch wird diesem Zusammenhang Rechnung getragen, indem er die Mutter Königin erst nach einer Wiederholung der Tat an dem Ungeheuer, das den Vater symbolisiert, erringen kann. Nachdem seine Schuld aufgedeckt, bewußt gemacht ist, erfolgt kein Versuch, sie mit Berufung auf die Hilfskonstruktion des Schicksalszwanges von sich abzuwälzen, sondern sie wird anerkannt und wie eine bewußte Vollschuld bestraft, was der Überlegung ungerecht erscheinen muß, aber psychologisch vollkommen korrekt ist. Die Darstellung des englischen Dramas ist indirekter, der Held hat die Handlung nicht selbst vollbracht, sondern ein anderer, für den sie keinen Vatermord bedeutet. Das anstößige Motiv der sexualen Rivalität beim Weibe braucht darum nicht verschleiert zu werden. Auch den Ödipuskomplex des Helden erblicken wir gleichsam im reflektierten Licht, indem wir die Wirkung der Tat des anderen auf ihn erfahren. Er sollte die Tat rächen, findet sich in merkwürdiger Weise unfähig dazu. Wir wissen, es ist sein Schuldgefühl, das ihn lähmt; in einer den neurotischen Vorgängen durchaus gemäßen Weise wird das Schuldgefühl auf die Wahrnehmung seiner Unzulänglichkeit zur Erfüllung dieser Aufgabe verschoben. Es ergeben sich Anzeichen, daß der Held diese Schuld als eine überindividuelle empfindet. Er verachtet die anderen nicht minder als sich. „Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher?“ In dieser Richtung geht der Roman des Russen einen Schritt weiter. Auch hier hat ein anderer den Mord vollbracht, aber einer, der zu dem Ermordeten in derselben Sohnesbeziehung stand wie der Held Dmitri, bei dem das Motiv der sexuellen Rivalität offen zugestanden wird, ein anderer Bruder, dem bemerkenswerterweise Dostojewski seine eigene Krankheit, die vermeintliche Epilepsie, angehängt hat, als ob er gestehen wollte, der Epileptiker, Neurotiker in mir ist ein Vatermörder. Und nun folgt in dem Plaidoyer vor dem Gerichtshof der berühmte Spott auf die Psychologie, sie sei ein Stock mit zwei Enden. Eine großartige Verhüllung, denn man braucht sie nur umzukehren, um den tiefsten Sinn der Dostojewskischen Auffassung zu finden. Nicht die Psychologie verdient den Spott, sondern das gerichtliche Ermittlungsverfahren. Es ist ja gleichgültig, wer die Tat wirklich ausgeführt hat, für die Psychologie kommt es nur darauf an, wer sie in seinem Gefühl gewollt, und als sie geschehen, willkommen geheißen hat, und darum sind bis auf die Kontrastfigur des Aljoscha alle Brüder gleich schuldig, der triebhafte Genußmensch, der skeptische Zyniker und der epileptische Verbrecher. In den Brüdern Karamasoff findet sich eine für Dostojewski höchst bezeichnende Szene. Der Staretz hat im Gespräch mit Dmitri erkannt, daß er die Bereitschaft zum Vatermord in sich trägt und wirft sich vor ihm nieder. Das kann nicht Ausdruck der Bewunderung sein, es muß heißen, daß der Heilige die Versuchung, den Mörder zu verachten oder zu verabscheuen, von sich weist und sich darum vor ihm demütigt. Dostojewskis Sympathie für den Verbrecher ist in der Tat schrankenlos, sie geht weit über das Mitleid hinaus, auf das der Unglückliche Anspruch hat, erinnert an die heilige Scheu, mit der das Altertum den Epileptiker und den Geistesgestörten betrachtet hat. Der Verbrecher ist ihm fast wie ein Erlöser, der die Schuld auf sich genommen hat, die sonst die anderen hätten tragen müssen. Man braucht nicht mehr zu morden, nachdem er bereits gemordet hat, aber man muß ihm dafür dankbar sein, sonst hätte man selbst morden müssen. Das ist nicht gütiges Mitleid allein, es ist Identifizierung auf Grund der gleichen mörderischen Impulse, eigentlich ein um ein Geringes verschobener Narzißmus. Der ethische Wert dieser Güte soll damit nicht bestritten werden. Vielleicht ist dies überhaupt der Mechanismus der gütigen Teilnahme am anderen Menschen, den man in dem extremen Falle des vom Schuldbewußtsein beherrschten Dichters besonders leicht durchschaut. Kein Zweifel, daß diese Identifizierungssympathie die Stoffwahl Dostojewskis entscheidend bestimmt hat. Er hat aber zuerst den gemeinen Verbrecher, – aus Eigensucht, – den politischen und religiösen Verbrecher behandelt, ehe er am Ende seines Lebens zum Urverbrecher, zum Vatermörder, zurückkehrte und an ihm sein poetisches Geständnis ablegte.
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Die Veröffentlichung seines Nachlasses und der Tagebücher seiner Frau hat eine Episode seines Lebens grell beleuchtet, die Zeit, da Dostojewski in Deutschland von der Spielsucht besessen war. („Dostojewski am Roulette.“) Ein unverkennbarer Anfall von pathologischer Leidenschaft, der auch von keiner Seite anders gewertet werden konnte. Es fehlte nicht an Rationalisierungen für dies merkwürdige und unwürdige Tun. Das Schuldgefühl hatte sich, wie nicht selten bei Neurotikern, eine greifbare Vertretung durch eine Schuldenlast geschaffen und Dostojewski konnte vorschützen, daß er sich durch den Spielgewinn die Möglichkeit erwerben wolle, nach Rußland zurückzukommen, ohne von seinen Gläubigern eingesperrt zu werden. Aber das war nur Vorwand, Dostojewski war scharfsinnig genug, es zu erkennen, und ehrlich genug, es zu gestehen. Er wußte, die Hauptsache war das Spiel an und für sich, le jeu pour le jeu.6) Alle Einzelheiten seines triebhaft unsinnigen Benehmens beweisen dies und noch etwas anderes. Er ruhte nie, ehe er nicht alles verloren hatte. Das Spiel war ihm auch ein Weg zur Selbstbestrafung. Er hatte ungezählte Male der jungen Frau sein Wort oder sein Ehrenwort gegeben, nicht mehr zu spielen oder an diesem Tag nicht mehr zu spielen, und er brach es, wie sie sagt, fast immer. Hatte er durch Verluste sich und sie ins äußerste Elend gebracht, so zog er daraus eine zweite pathologische Befriedigung. Er konnte sich vor ihr beschimpfen, demütigen, sie auffordern, ihn zu verachten, zu bedauern, daß sie ihn alten Sünder geheiratet, und nach dieser Entlastung des Gewissens ging dies Spiel am nächsten Tag weiter. Und die junge Frau gewöhnte sich an diesen Zyklus, weil sie bemerkt hatte, daß dasjenige, von dem in Wirklichkeit allein die Rettung zu erwarten war, die literarische Produktion, nie besser vor sich ging, als nachdem sie alles verloren und ihre letzte Habe verpfändet hatten. Sie verstand den Zusammenhang natürlich nicht. Wenn sein Schuldgefühl durch die Bestrafungen befriedigt war, die er selbst über sich verhängt hatte, dann ließ seine Arbeitshemmung nach, dann gestattete er sich, einige Schritte auf dem Wege zum Erfolg zu tun.7)
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Welches Stück längst verschütteten Kinderlebens sich im Spielzwang Wiederholung erzwingt, läßt sich unschwer in Anlehnung an eine Novelle eines jüngeren Dichters erraten. Stefan Zweig, der übrigens Dostojewski selbst eine Studie gewidmet hat („Drei Meister“), erzählt in seiner Sammlung von drei Novellen „Die Verwirrung der Gefühle“ eine Geschichte, die er „Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau“ betitelt. Das kleine Meisterwerk will angeblich nur dartun, ein wie unverantwortliches Wesen das Weib ist, zu welchen es selbst überraschenden Überschreitungen es durch einen unerwarteten Lebenseindruck gedrängt werden kann. Allein die Novelle sagt weit mehr, stellt ohne solche entschuldigende Tendenz etwas ganz anderes, allgemein Menschliches oder vielmehr Männliches dar, wenn man sie einer analytischen Deutung unterzieht, und eine solche Deutung ist so aufdringlich nahe gelegt, daß man sie nicht abweisen kann. Es ist bezeichnend für die Natur des künstlerischen Schaffens, daß der mir befreundete Dichter auf Befragen versichern konnte, daß die ihm mitgeteilte Deutung seinem Wissen und seiner Absicht völlig fremd gewesen sei, obwohl in die Erzählung manche Details eingeflochten sind, die geradezu berechnet scheinen, auf die geheime Spur hinzuweisen. In der Novelle Zweigs erzählt eine vornehme ältere Dame dem Dichter ein Erlebnis, das sie vor mehr als zwanzig Jahren betroffen hat. Früh verwitwet, Mutter zweier Söhne, die sie nicht mehr brauchten, von allen Lebenserwartungen abgewendet, geriet sie in ihrem zweiundvierzigsten Jahr auf einer ihrer zwecklosen Reisen in den Spielsaal des Kasinos von Monaco und wurde unter all den merkwürdigen Eindrücken des Orts bald von dem Anblick zweier Hände fasziniert, die alle Empfindungen des unglücklichen Spielers mit erschütternder Aufrichtigkeit und Intensität zu verraten schienen. Diese Hände gehörten einem schönen Jüngling, – der Dichter gibt ihm wie absichtslos das Alter des ersten Sohnes der Zuschauerin, – der, nachdem er alles verloren, in tiefster Verzweiflung den Saal verläßt, voraussichtlich um im Park sein hoffnungsloses Leben zu beenden. Eine unerklärliche Sympathie zwingt sie, ihm zu folgen und alle Versuche zu seiner Rettung zu unternehmen. Er hält sie für eine der am Orte so zahlreichen zudringlichen Frauen und will sie abschütteln, aber sie bleibt bei ihm und sieht sich auf die natürlichste Weise genötigt, seine Unterkunft im Hotel und endlich sein Bett zu teilen. Nach dieser improvisierten Liebesnacht läßt sie sich von dem anscheinend beruhigten Jüngling unter den feierlichsten Umständen die Versicherung geben, daß er nie wieder spielen wird, stattet ihn mit Geld für die Heimreise aus und verspricht, ihn vor Abgang des Zuges auf dem Bahnhof zu treffen. Dann aber erwacht in ihr eine große Zärtlichkeit für ihn, sie will alles opfern, um ihn zu behalten, beschließt, mit ihm zu reisen, anstatt von ihm Abschied zu nehmen. Widrige Zufälligkeiten halten sie auf, so daß sie den Zug versäumt; in der Sehnsucht nach dem Verschwundenen sucht sie den Spielsaal wieder auf und findet dort entsetzt die Hände wieder, die zuerst ihre Sympathie entzündeten; der Pflichtvergessene ist zum Spiel zurückgekehrt. Sie mahnt ihn an sein Versprechen, aber von der Leidenschaft besessen, schilt er sie Spielverderberin, heißt sie gehen und wirft ihr das Geld hin, mit dem sie ihn loskaufen wollte. In tiefster Beschämung muß sie fliehen und kann später in Erfahrung bringen, daß es ihr nicht gelungen war, ihn vor dem Selbstmord zu bewahren.
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Diese glänzend erzählte, lückenlos motivierte Geschichte ist gewiß für sich allein existenzfähig und einer großen Wirkung auf den Leser sicher. Die Analyse lehrt aber, daß ihre Erfindung auf dem Urgrund einer Wunschphantasie der Pubertätszeit ruht, die bei manchen Personen selbst als bewußt erinnert wird. Die Phantasie lautet, die Mutter möge selbst den Jüngling ins sexuelle Leben einführen, um ihn vor den gefürchteten Schädlichkeiten der Onanie zu retten. Die so häufigen Erlösungsdichtungen haben denselben Ursprung. Das „Laster“ der Onanie ist durch das der Spielsucht ersetzt, die Betonung der leidenschaftlichen Tätigkeit der Hände ist für diese Ableitung verräterisch. Wirklich ist die Spielwut ein Äquivalent des alten Onaniezwanges, mit keinem anderen Wort als „Spielen“ ist in der Kinderstube die Betätigung der Hände am Genitale benannt worden. Die Unwiderstehlichkeit der Versuchung, die heiligen und doch nie gehaltenen Vorsätze, es nie wieder zu tun, die betäubende Lust und das böse Gewissen, man richte sich zugrunde (Selbstmord), sind bei der Ersetzung unverändert erhalten geblieben. Die Zweigsche Novelle wird zwar von der Mutter, nicht vom Sohne, erzählt. Es muß dem Sohne schmeicheln zu denken: wenn die Mutter wüßte, in welche Gefahren mich die Onanie bringt, würde sie mich gewiß durch die Gestattung aller Zärtlichkeiten an ihrem eigenen Leib vor ihnen retten. Die Gleichstellung der Mutter mit der Dirne, die der Jüngling in der Zweigschen Novelle vollzieht, gehört in den Zusammenhang derselben Phantasie. Sie macht die Unzugängliche leicht erreichbar; das böse Gewissen, das diese Phantasie begleitet, setzt den schlechten Ausgang der Dichtung durch. Es ist auch interessant zu bemerken, wie die der Novelle vom Dichter gegebene Fassade deren analytischen Sinn zu verhüllen sucht. Denn es ist sehr bestreitbar, daß das Liebesleben der Frau von plötzlichen und rätselhaften Impulsen beherrscht wird. Die Analyse deckt vielmehr eine zureichende Motivierung für das überraschende Benehmen der bis dahin von der Liebe abgewandten Frau auf. Dem Andenken ihres verlorenen Ehemannes getreu, hat sie sich gegen alle ihm ähnlichen Ansprüche gewappnet, aber – darin behält die Phantasie des Sohnes Recht – einer ihr ganz unbewußten Liebesübertragung auf den Sohn war sie als Mutter nicht entgangen, und an dieser unbewachten Stelle kann das Schicksal sie packen. Wenn die Spielsucht mit ihren erfolglosen Abgewöhnungskämpfen und ihren Gelegenheiten zur Selbstbestrafung eine Wiederholung des Onaniezwanges ist, so werden wir nicht verwundert sein, daß sie sich im Leben Dostojewskis einen so großen Raum erobert hat. Wir finden doch keinen Fall von schwerer Neurose, in dem die autoerotische Befriedigung der Frühzeit und der Pubertätszeit nicht ihre Rolle gespielt hätte, und die Beziehungen zwischen den Bemühungen, sie zu unterdrücken, und der Angst vor dem Vater sind zu sehr bekannt, um mehr als einer Erwähnung zu bedürfen.8)
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1) Siehe die Diskussion hierüber in „Der unbekannte Dostojewski“ 1926. – Stefan Zweig: Er macht nicht halt vor den Zäunen der bürgerlichen Moral und niemand weiß genau zu sagen, wie weit er in seinem Leben die juristische Grenze überschritten, wieviel von den verbrecherischen Instinkten seiner Helden in ihm selbst zur Tat geworden ist. („Drei Meister“ 1920.) Über die intimen Beziehungen zwischen Dostojewskis Gestalten und seinen eigenen Erlebnissen siehe die Ausführungen René Fülöp-Millers im einleitenden Abschnitt zu „Dostojewski am Roulette“ 1925, die an Nikolai Strachoff anknüpfen.
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2) Vgl. hiezu den Aufsatz „Dostojewskis Heilige Krankheit“ von René Fülöp-Miller in „Wissen und Leben“ 1924, Heft 19/20. Besonderes Interesse erweckt die Mitteilung, daß sich in des Dichters Kindheit „etwas Furchtbares, Unvergeßliches und Qualvolles“ ereignet habe, auf das die ersten Anzeichen seines Leidens zurückzuführen seien (Suworin in einem Artikel der „Nowoje Wremja“ 1881, nach dem Zitat in der Einleitung zu „Dostojewski am Roulette“ p. XLV). Ferner Orest Miller in „Dostojewskis autobiographische Schriften“: „Es gibt über die Krankheit Fjodor Michailowitschs allerdings noch eine besondere Aussage, die sich auf seine früheste Jugend bezieht und die Krankheit mit einem tragischen Fall in dem Familienleben der Eltern Dostojewskis in Verbindung bringt. Doch obgleich mir diese Aussage von einem Menschen, der Fjodor Michailowitsch sehr nahe stand, mündlich mitgeteilt worden ist, kann ich mich nicht entschließen, da ich von keiner Seite eine Bestätigung dieses Gerüchts erhalten habe, die erwähnte Angabe hier ausführlich und genau wiederzugeben“ (S. 140). Biographik und Neurosenforschung können dieser Diskretion nicht zu Dank verpflichtet sein.
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3) Die meisten Angaben, darunter Dostojewskis eigene Auskunft, behaupten vielmehr, daß die Krankheit erst während der sibirischen Strafzeit ihren definitiven, epileptischen Charakter angenommen habe. Leider hat man Grund, den autobiographischen Mitteilungen der Neurotiker zu mißtrauen. Die Erfahrung zeigt, daß ihre Erinnerung Verfälschungen unternimmt, die dazu bestimmt sind, einen unliebsamen Kausalzusammenhang zu zerreißen. Doch scheint es gesichert, daß der Aufenthalt im sibirischen Kerker auch den Krankheitszustand Dostojewskis eingreifend verändert hat. Vgl. hiezu: „Dostojewskis Heilige Krankheit“ (S. 1186).
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4) Siehe des Verf. „Totem und Tabu“ (Ges. Schriften, Bd. X).
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5) Siehe „Totem und Tabu“. Die beste Auskunft über den Sinn und Inhalt seiner Anfälle gibt Dostojewski selbst, wenn er seinem Freunde Strachoff mitteilt, daß seine Reizbarkeit und Depression nach einem epileptischen Anfall darin begründet sei, daß er sich als Verbrecher erscheine und das Gefühl nicht los werden könne, eine ihm unbekannte Schuld auf sich geladen, eine große Missetat verübt zu haben, die ihn bedrücke („Dostojewskis Heilige Krankheit“, S. 1188). In solchen Anklagen erblickt die Psychoanalyse ein Stück Erkenntnis der „psychischen Realität“ und bemüht sich, die unbekannte Schuld dem Bewußtsein bekannt zu machen.
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6) „Die Hauptsache ist das Spiel selbst“, schrieb er in einem seiner Briefe. „Ich schwöre Ihnen, es handelt sich dabei nicht um Habgier, obwohl ich ja freilich vor allem Geld nötig hatte.“
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7) Immer blieb er so lange am Spieltisch, bis er alles verloren hatte, bis er vollständig vernichtet dastand. Nur wenn sich das Unheil ganz erfüllt hatte, wich endlich der Dämon von seiner Seele und überließ dem schöpferischen Genius den Platz. (René Fülöp-Miller, „Dostojewski am Roulette“ p. LXXXVI.)
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8) Die meisten der hier vorgetragenen Ansichten sind auch in der 1923 erschienenen trefflichen Schrift von Jolan Neufeld, „Dostojewski, Skizze zu seiner Psychoanalyse“ (Imago-Bücher, Nr. IV), enthalten.
1928-002F:4
Zusatz ab 1928-002/1934
| konstituierter Text 1928-002F:4 | Zuerst erschienen im Herbst 1928 als einleitende Studie des Bandes „Die Urgestalt der Brüder Karamasoff“, der, herausgegeben von Fritz Eckstein und René Fülöp-Miller, vom Verlag R. Piper & Co., München, im Anschluß an seine 23bändige deutsche Dostojewski-Ausgabe veröffentlicht wurde. |
| 1928-002/1927:1 | ∅ |
| 1928-002/1928:XI | ∅ |
| 1928-002/1929:9 | ∅ |
| 1928-002/1934:7 | Zuerst erschienen im Herbst 1928 als einleitende Studie des Bandes „Die Urgestalt der Brüder Karamasoff“, der, herausgegeben von Fritz Eckstein und René Fülöp-Miller, vom Verlag R. Piper & Co., München, im Anschluß an seine 23bändige deutsche Dostojewski-Ausgabe veröffentlicht wurde. |
1928-002F:24
a Zusatz ab 1928-002/1934
| konstituierter Text 1928-002F:24 | in der Wirklichkeit |
| 1928-002/1927:15 | in Wirklichkeit |
| 1928-002/1928:XXVII | in Wirklichkeit |
| 1928-002/1929:23 | in Wirklichkeit |
| 1928-002/1934:19 | in der Wirklichkeit |
1928-002F:26
a Änderung ab 1928-002/1934
| konstituierter Text 1928-002F:26 | geschaffen |
| 1928-002/1927:19 | geschafft |
| 1928-002/1928:XXXI | geschafft |
| 1928-002/1929:27 | geschafft |
| 1928-002/1934:22 | geschaffen |
1928-002F:26
b Änderung ab 1928-002/1929
| konstituierter Text 1928-002F:26 | bemerkt |
| 1928-002/1927:21 | gemerkt |
| 1928-002/1928:XXXII | gemerkt |
| 1928-002/1929:27 | bemerkt |
| 1928-002/1934:23 | bemerkt |
1928-002F:27
c Streichung ab 1928-002/1934
| konstituierter Text 1928-002F:27 | ihn vor |
| 1928-002/1927:23 | ihn noch vor |
| 1928-002/1928:XXXIV | ihn noch vor |
| 1928-002/1929:29 | ihn noch vor |
| 1928-002/1934:25 | ihn vor |
1928-002F:28
b Änderung ab 1928-002/1929
| konstituierter Text 1928-002F:28 | wird zwar von der Mutter, nicht vom Sohne, erzählt. Es muß |
| 1928-002/1927:24 | ist vom Standpunkt der Mutter, nicht des Sohnes erzählt. Es mag |
| 1928-002/1928:XXXV | ist vom Standpunkt der Mutter, nicht des Sohnes, erzählt. Es mag |
| 1928-002/1929:30 | wird zwar von der Mutter, nicht vom Sohne, erzählt. Es muß |
| 1928-002/1934:26 | wird zwar von der Mutter, nicht vom Sohne, erzählt. Es muß |
1928-002F:28
c Änderung ab 1928-002/1929
| konstituierter Text 1928-002F:28 | , hat |
| 1928-002/1927:25 | hatte |
| 1928-002/1928:XXXV | , hatte |
| 1928-002/1929:31 | , hat |
| 1928-002/1934:26 | , hat |
1928-002F:33
Zusatz ab 1928-002/1929
| konstituierter Text 1928-002F:33 | (Ges. Schriften, Bd. X) |
| 1928-002/1927 | ∅ (Fußnote fehlt) |
| 1928-002/1928:XXI | Siehe des Verf. »Totem und Tabu«. ∅ |
| 1928-002/1929:17 | (Ges. Schriften, Bd. X) |
| 1928-002/1934:14 | (Ges. Schriften, Bd. X) |
1928-002F:37
Zusatz ab 1928-002/1929
| konstituierter Text 1928-002F:37 | (Imago-Bücher, Nr. IV) |
| 1928-002/1927 | ∅ (Fußnote fehlt) |
| 1928-002/1928:XXXVI | ∅ |
| 1928-002/1929:31 | (Imago-Bücher, Nr. IV) |
| 1928-002/1934:26 | (Imago-Bücher, Nr. IV) |
1928-002F:7
a Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:7 | ihn als sittlichen Menschen hochstellen will, mit der Begründung, daß nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der durch die tiefste Sündhaftigkeit gegangen ist |
| 1928-002/1927:2 | ihn mit der Begründung als sittlichen Menschen hochstellen will, dass nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der der tiefsten Sündhaftigkeit fähig ist |
| 1928-002/1928:XIII | ihn als sittlichen Menschen hochstellen will, mit der Begründung, daß nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der durch die tiefste Sündhaftigkeit gegangen ist |
| 1928-002/1929:9 | ihn als sittlichen Menschen hochstellen will, mit der Begründung, daß nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der durch die tiefste Sündhaftigkeit gegangen ist |
| 1928-002/1934:7 | ihn als sittlichen Menschen hochstellen will, mit der Begründung, daß nur der die höchste Stufe der Sittlichkeit erreicht, der durch die tiefste Sündhaftigkeit gegangen ist |
1928-002F:7
b Zusatz ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:7 | , denn die sittliche Lebensführung ist ein praktisches Menschheitsinteresse |
| 1928-002/1927:2 | ∅ |
| 1928-002/1928:XIII | , denn die sittliche Lebensführung ist ein praktisches Menschheitsinteresse |
| 1928-002/1929:10 | , denn die sittliche Lebensführung ist ein praktisches Menschheitsinteresse |
| 1928-002/1934:8 | , denn die sittliche Lebensführung ist ein praktisches Menschheitsinteresse |
1928-002F:7
c Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:7 | daß er durch seine Neurose zu solchem Scheitern verdammt wurde |
| 1928-002/1927:3 | dass keine Neurose ihn zu solchem Scheitern verdammt hat |
| 1928-002/1928:XIV | daß er durch seine Neurose zu solchem Scheitern verdammt wurde |
| 1928-002/1929:10 | daß er durch seine Neurose zu solchem Scheitern verdammt wurde |
| 1928-002/1934:8 | daß er durch seine Neurose zu solchem Scheitern verdammt wurde |
1928-002F:8
a Zusatz ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:8 | vielleicht |
| 1928-002/1927:4 | ∅ |
| 1928-002/1928:XV | vielleicht |
| 1928-002/1929:11 | vielleicht |
| 1928-002/1934:9 | vielleicht |
1928-002F:8
b Streichung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:8 | unreifen Mädchens (Geständnis) |
| 1928-002/1927:4 | unreifen Mädchens (Geständnis), was allerdings nur den Sünder und nicht den Verbrecher rechtfertigt |
| 1928-002/1928:XV | unreifen Mädchens (Geständnis) |
| 1928-002/1929:11 | unreifen Mädchens (Geständnis) |
| 1928-002/1934:9 | unreifen Mädchens (Geständnis) |
1928-002F:8
c Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:8 | im Leben hauptsächlich |
| 1928-002/1927:4 | fast gänzlich |
| 1928-002/1928:XV | im Leben hauptsächlich |
| 1928-002/1929:11 | im Leben hauptsächlich |
| 1928-002/1934:9 | im Leben hauptsächlich |
1928-002F:12
Streichung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:12 | ganz recht, eine organische |
| 1928-002/1927:8 | ganz recht, wie Balabar, eine organische |
| 1928-002/1928:XIX | ganz recht, eine organische |
| 1928-002/1929:15 | ganz recht, eine organische |
| 1928-002/1934:12 | ganz recht, eine organische |
1928-002F:13
Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:13 | Die unverkennbare Beziehung zwischen der Vatertötung in den Brüdern Karamasoff und dem Schicksal von Dostojewskis Vater ist mehr als einem Biographen aufgefallen und hat sie zu einem Hinweis auf eine „gewisse moderne psychologische Richtung“ veranlaßt. Die psychoanalytische Betrachtung, denn diese ist gemeint, ist versucht |
| 1928-002/1927:8 | Bezeichnend für die analytische Blindheit unserer Zeit, wenn einer der Biographen Dostojewskis [geschwärzt] die unverkennbare Beziehung zwischen der Vatertötung in den Brüder Karamasoff und dem Schicksal von Dostojewskis Vater mit dem Hinweis auf eine gewisse moderne psychologische Richtung abtun will, die psychoanalytische Betrachtung ist versucht |
| 1928-002/1928:XX | Die unverkennbare Beziehung zwischen der Vatertötung in den Brüdern Karamasoff und dem Schicksal von Dostojewskis Vater ist mehr als einem Biographen aufgefallen und hat sie zu einem Hinweis auf eine »gewisse moderne psychologische Richtung« veranlaßt. Die psychoanalytische Betrachtung, denn diese ist gemeint, ist versucht |
| 1928-002/1929:16 | Die unverkennbare Beziehung zwischen der Vatertötung in den Brüdern Karamasoff und dem Schicksal von Dostojewskis Vater ist mehr als einem Biographen aufgefallen und hat sie zu einem Hinweis auf eine „gewisse moderne psychologische Richtung“ veranlaßt. Die psychoanalytische Betrachtung, denn diese ist gemeint, ist versucht |
| 1928-002/1934:13 | Die unverkennbare Beziehung zwischen der Vatertötung in den Brüdern Karamasoff und dem Schicksal von Dostojewskis Vater ist mehr als einem Biographen aufgefallen und hat sie zu einem Hinweis auf eine „gewisse moderne psychologische Richtung“ veranlaßt. Die psychoanalytische Betrachtung, denn diese ist gemeint, ist versucht |
1928-002F:14
Zusatz ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:14 | Wenn ich es aber unternehme, diese Aufstellung psychoanalytisch zu begründen |
| 1928-002/1927:9 | ∅ (der ganze Absatz fehlt) |
| 1928-002/1928:XX | Wenn ich es aber unternehme, diese Aufstellung psychoanalytisch zu begründen |
| 1928-002/1929:16 | Wenn ich es aber unternehme, diese Aufstellung psychoanalytisch zu begründen |
| 1928-002/1934:13 | Wenn ich es aber unternehme, diese Aufstellung psychoanalytisch zu begründen |
1928-002F:15
Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:15 | Wir haben einen gesicherten Ausgangspunkt |
| 1928-002/1927:9 | ∅ – an Stelle der Absätze 14 und 15 („Wir haben einen gesicherten Ausgangspunkt …“ bis „… gegen den gehaßten Vater.“) steht: Hatten auch die frühzeitigen Anfälle Dostojewskis Todesbedeutung [geschwärzt] so waren sie selbstverhängte Strafen für einen Todeswunsch der nur, oder in erste Linie gegen den bösen Vater gerichtet war, von dem Dostojewski die perverse Triebanlage geerbt hatte |
| 1928-002/1928:XX | Wir haben einen gesicherten Ausgangspunkt |
| 1928-002/1929:16 | Wir haben einen gesicherten Ausgangspunkt |
| 1928-002/1934:13 | Wir haben einen gesicherten Ausgangspunkt |
1928-002F:17
a Zusatz ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:17 | Haupt- und Urverbrechen der Menschheit wie des Einzelnen |
| 1928-002/1927:9 | Haupt- und Urverbrechen |
| 1928-002/1928:XXI | Haupt- und Urverbrechen der Menschheit wie des einzelnen |
| 1928-002/1929:17 | Haupt- und Urverbrechen der Menschheit wie des einzelnen |
| 1928-002/1934:14 | Haupt- und Urverbrechen der Menschheit wie des Einzelnen |
1928-002F:17
b Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:17 | den seelischen Ursprung von Schuld und Sühnebedürfnis noch nicht sicherstellen |
| 1928-002/1927:9 | den Ursprung von Schuld und Sühne noch nicht klarstellen |
| 1928-002/1928:XXI | den seelischen Ursprung von Schuld und Sühnebedürfnis noch nicht sicherstellen |
| 1928-002/1929:17 | den seelischen Ursprung von Schuld und Sühnebedürfnis noch nicht sicherstellen |
| 1928-002/1934:14 | den seelischen Ursprung von Schuld und Sühnebedürfnis noch nicht sicherstellen |
1928-002F:17
c Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:17 | Die psychologische Situation ist kompliziert und bedarf einer Erläuterung |
| 1928-002/1927:9 | an Stelle von Absatz 16 „Die psychologische Situation …“ bis zum Ende von Absatz 17: Es braucht aber nicht die einzige zu sein, ist auch wohl kaum so. Es geht so, dass der Vaterhass – die Absicht den Vater zu beseitigen – durch den Einfluss zweier entgegenstehender Momente in die Verdrängung getrieben wird, diese beiden stärkeren Mächte sind; die Kastrationsangst, also eine äussere Gefahr und die feminine Liebe zu diesem gehassten Vater also eine innere, eine Triebgefahr, die im Grunde wieder auf die Kastrationsangst zurückgeht, denn man hat verstanden: um vom Vater geliebt zu [geschwärzt] sein, muss man Weib werden, muss man die Kastration über sich ergehen lassen. Die Motivierung die sich gespalten hatte, kommt also wieder in einem zusammen |
| 1928-002/1928:XXII | Die psychologische Situation ist kompliziert und bedarf einer Erläuterung |
| 1928-002/1929:17 | Die psychologische Situation ist kompliziert und bedarf einer Erläuterung |
| 1928-002/1934:14 | Die psychologische Situation ist kompliziert und bedarf einer Erläuterung |
1928-002F:19
Streichung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:19 | wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen |
| 1928-002/1927:10 | (Beispiel aus seinen Novellen). Wenn wir den Sachverhalt nochmals vom Standpunkt der Geschlechtlichkeit betrachten, können wir sagen, der Vaterhass ist eine tröstliche, männlich-destruktive Regung. Daneben besteht zunächst konfliktlos die gegensätzliche, feminine zärtliche Einstellung zum Vater. Wenn einmal die Kastrationsdrohung aufgetaucht ist, ergibt sich für das Ich die Notwendigkeit den Vaterhass zu verdrängen, also auf ein Stück Möglichkeit zu verzichten, im Interesse der Erhaltung dieser Männlichkeit. In dieser Verdrängung leiht die feminine Einstellung ihre Hilfe. Damit ist der Konfliktfall gegeben. Jetzt läge die Möglichkeit vor, aus purer Kastrationsangst auf die [geschwärzt] ganze Männlichkeit zu verzichten, ganz Weib zu werden. Aber dieselbe Kastrationsangst die sich gegen den Vaterhass wenden musste, sträubt sich nun auch gegen die passive Einstellung und so wird diese, die eben dem Ich behilflich war, doch mitverdrängt. Es bleibt doch ein Weg der Männlichkeit. Das Ergebnis ist fürs Ich eine Identifizierung mit dem Vater, wie sie als männliche Einstellung im Oedipuskomplex schon bisher bestanden hatte. Aber jetzt hat sie auch den Platz der früheren Objektbeziehung zu ihm eingenommen. Das Resultat fürs Unterbewusstsein ist, dass dort Vaterhass und feminine Einstellung verdrängt fortbestehen. Vielleicht ist es gerade die Gegensatzbeziehung beider, die dem Vaterhass Bestand sichert gegen den Abbau der ihm normalerweise wiederfahren sollte. Aber wir wissen, mit beiderlei Folgen für Ich und Unterbewusstsein sind die Wirkungen dieser Verdrängung nicht erschöpft. Es geschieht ausserdem eine Introjektion des Vaters ins Ueber-Ich oder diese nimmt wohl die Stelle der Vateridentifizierung des Ich ein. |
| 1928-002/1928:XXIII | wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen |
| 1928-002/1929:19 | wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen |
| 1928-002/1934:16 | wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen |
1928-002F:20
Zusatz ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:20 | Ich bedaure es, kann es aber nicht ändern |
| 1928-002/1927:10 | ∅ (Absatz fehlt; vgl. die Passage zu Absatz 18) |
| 1928-002/1928:XXIII | Ich bedaure es, kann es aber nicht ändern |
| 1928-002/1929:19 | Ich bedaure es, kann es aber nicht ändern |
| 1928-002/1934:16 | Ich bedaure es, kann es aber nicht ändern |
1928-002F:23
a Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:23 | Trauer |
| 1928-002/1927:14 | Depression |
| 1928-002/1928:XXVI | Trauer |
| 1928-002/1929:21 | Trauer |
| 1928-002/1934:18 | Trauer |
1928-002F:23
b Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:23 | Allein dies ist unerweisbar. Eher |
| 1928-002/1927:14 | Vielleicht |
| 1928-002/1928:XXVI | Allein dies ist unerweisbar. Eher |
| 1928-002/1929:22 | Allein dies ist unerweisbar. Eher |
| 1928-002/1934:18 | Allein dies ist unerweisbar. Eher |
1928-002F:24
b Streichung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:24 | unüberwindlich blieb. Wir setzen uns |
| 1928-002/1927:15 | unüberwindlich blieb. Ob die Kenntnis der „Analyse“ ihn hätte befreien können? Wir setzen uns |
| 1928-002/1928:XXVIII | unüberwindlich blieb. Wir setzen uns |
| 1928-002/1929:23 | unüberwindlich blieb. Wir setzen uns |
| 1928-002/1934:19 | unüberwindlich blieb. Wir setzen uns |
1928-002F:25
a Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:25 | Reale |
| 1928-002/1927:16 | Brutale |
| 1928-002/1928:XXVIII | Reale |
| 1928-002/1929:24 | Reale |
| 1928-002/1934:20 | Reale |
1928-002F:25
b Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:25 | beim Weibe |
| 1928-002/1927:17 | bei der Mutter |
| 1928-002/1928:XXIX | beim Weibe |
| 1928-002/1929:24 | beim Weibe |
| 1928-002/1934:20 | beim Weibe |
1928-002F:25
c Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:25 | Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher |
| 1928-002/1927:17 | Wenn jeder nach Verdienst behandelt würde, wer könnte denn dem Auspeitschen entgehen |
| 1928-002/1928:XXIX | » Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher |
| 1928-002/1929:25 | Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher |
| 1928-002/1934:21 | Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher |
1928-002F:25
d Streichung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:25 | sein poetisches Geständnis ablegte |
| 1928-002/1927:19 | sein poetisches Geständnis ablegte. Man möchte wissen, ob dies eine kathartische Wirkung gehabt, ob nach den Brüder Karamasoff die epileptischen Anfälle aufgehört haben oder schwach und selten geworden sind, für die Aufgabe des analytischen Biographen ist immer noch zu wenig aus Dostojewskis Leben bekannt. |
| 1928-002/1928:XXXI | sein poetisches Geständnis ablegte |
| 1928-002/1929:26 | sein poetisches Geständnis ablegte |
| 1928-002/1934:22 | sein poetisches Geständnis ablegte |
1928-002F:27
a Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:27 | unschwer |
| 1928-002/1927:21 | unsicher |
| 1928-002/1928:XXXII | unschwer |
| 1928-002/1929:28 | unschwer |
| 1928-002/1934:23 | unschwer |
1928-002F:27
b Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:27 | Drei Meister |
| 1928-002/1927:22 | Kampf mit dem Dämon |
| 1928-002/1928:XXXII | » Drei Meister « |
| 1928-002/1929:28 | Drei Meister |
| 1928-002/1934:23 | Drei Meister |
1928-002F:28
a Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:28 | Urgrund |
| 1928-002/1927:24 | Untergrund |
| 1928-002/1928:XXXIV | Urgrund |
| 1928-002/1929:30 | Urgrund |
| 1928-002/1934:25 | Urgrund |
1928-002F:28
d Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:28 | Liebesübertragung |
| 1928-002/1927:25 | Liebeserregung |
| 1928-002/1928:XXXVI | Liebesübertragung |
| 1928-002/1929:31 | Liebesübertragung |
| 1928-002/1934:26 | Liebesübertragung |
1928-002F:28
e Änderung ab 1928-002/1928
| konstituierter Text 1928-002F:28 | keinen |
| 1928-002/1927:25 | kaum einen |
| 1928-002/1928:XXXVI | keinen |
| 1928-002/1929:31 | keinen |
| 1928-002/1934:26 | keinen |
1928-002F:4
Fritz Eckstein
Fritz Eckstein
1928-002F:4
René Fülöp-Miller
René Fülöp-Miller
1928-002F:5
Dostojewskis
Dostojewskis
1928-002F:5
Neurotiker
Neurotiker
1928-002F:6
Shakespeare
Shakespeare
1928-002F:6
Die Brüder Karamasoff
Die Brüder Karamasoff
1928-002F:6
muß die Analyse vor dem Problem des Dichters die Waffen strecken
muß die Analyse vor dem Problem des Dichters die Waffen strecken
1928-002F:7
als sittlichen Menschen
als sittlichen Menschen
1928-002F:7
den Verzicht, nicht geleistet
den Verzicht, nicht geleistet
1928-002F:7
in seiner Reue
in seiner Reue
1928-002F:7
wo die Buße direkt eine Technik wird, um den Mord zu ermöglichen
wo die Buße direkt eine Technik wird, um den Mord zu ermöglichen
1928-002F:7
Iwan der Schreckliche
Iwan der Schreckliche
1928-002F:7
die Triebansprüche des Individuums mit den Forderungen der menschlichen Gemeinschaft zu versöhnen
die Triebansprüche des Individuums mit den Forderungen der menschlichen Gemeinschaft zu versöhnen
1928-002F:7
geistliche Autorität
geistliche Autorität
1928-002F:8
für den Verbrecher
für den Verbrecher
1928-002F:8
die grenzenlose Eigensucht
die grenzenlose Eigensucht
1928-002F:8
die starke destruktive Tendenz
die starke destruktive Tendenz
1928-002F:8
die Lieblosigkeit
die Lieblosigkeit
1928-002F:8
Voraussetzung für deren Äußerungen
Voraussetzung für deren Äußerungen
1928-002F:8
Liebesbedürftigkeit
Liebesbedürftigkeit
1928-002F:8
Liebesfähigkeit
Liebesfähigkeit
1928-002F:8
an den Gegensatz hiezu bei Dostojewski
an den Gegensatz hiezu bei Dostojewski
1928-002F:8
seine Spielsucht
seine Spielsucht
1928-002F:8
Destruktionstrieb
Destruktionstrieb
1928-002F:8
gegen die eigene Person (nach innen anstatt nach außen) gerichtet
gegen die eigene Person (nach innen anstatt nach außen) gerichtet
1928-002F:8
als Masochismus
als Masochismus
1928-002F:8
Schuldgefühl zum Ausdruck
Schuldgefühl zum Ausdruck
1928-002F:8
sadistische Züge
sadistische Züge
1928-002F:8
Sadist nach innen, also Masochist
Sadist nach innen, also Masochist
1928-002F:9
seiner Affektivität
seiner Affektivität
1928-002F:9
die perverse Triebanlage
die perverse Triebanlage
1928-002F:9
künstlerische Begabung
künstlerische Begabung
1928-002F:9
Sublimierungswege
Sublimierungswege
1928-002F:9
triebhafter Charakter
triebhafter Charakter
1928-002F:9
nicht-neurotische Vollmasochisten
nicht-neurotische Vollmasochisten
1928-002F:9
eine solche Synthese
eine solche Synthese
1928-002F:9
seine Einheitlichkeit eingebüßt hat
seine Einheitlichkeit eingebüßt hat
1928-002F:10
als Epileptiker
als Epileptiker
1928-002F:10
nur ein Symptom seiner Neurose
nur ein Symptom seiner Neurose
1928-002F:10
Hysteroepilepsie
Hysteroepilepsie
1928-002F:10
als schwere Hysterie
als schwere Hysterie
1928-002F:11
kurzen Absenzen
kurzen Absenzen
1928-002F:11
(Schreck)
(Schreck)
1928-002F:11
einem rein seelischen Einfluß
einem rein seelischen Einfluß
1928-002F:11
Helmholtz
Helmholtz
1928-002F:11
abnormen Triebabfuhr
abnormen Triebabfuhr
1928-002F:11
Identität des zu Grunde liegenden Mechanismus der Triebabfuhr
Identität des zu Grunde liegenden Mechanismus der Triebabfuhr
1928-002F:11
seelischen Ökonomie
seelischen Ökonomie
1928-002F:11
den Koitus
den Koitus
1928-002F:11
eine kleine Epilepsie
eine kleine Epilepsie
1928-002F:12
epileptische Reaktion
epileptische Reaktion
1928-002F:12
stellt sich ohne Zweifel auch der Neurose zur Verfügung
stellt sich ohne Zweifel auch der Neurose zur Verfügung
1928-002F:12
Der epileptische Anfall wird so ein Symptom der Hysterie
Der epileptische Anfall wird so ein Symptom der Hysterie
1928-002F:12
eine organische
eine organische
1928-002F:12
affektiven
affektiven
1928-002F:12
zu unterscheiden
zu unterscheiden
1928-002F:13
nach der Ermordung des Vaters
nach der Ermordung des Vaters
1928-002F:13
das schwerste Trauma
das schwerste Trauma
1928-002F:15
von Todesangst eingeleitet
von Todesangst eingeleitet
1928-002F:15
Schlafzuständen
Schlafzuständen
1928-002F:15
Solowjoff
Solowjoff
1928-002F:15
Andree
Andree
1928-002F:15
Dostojewski am Roulette
Dostojewski am Roulette
1928-002F:16
solcher Todesanfälle
solcher Todesanfälle
1928-002F:16
eine Identifizierung mit einem Toten
eine Identifizierung mit einem Toten
1928-002F:16
den Wert einer Bestrafung
den Wert einer Bestrafung
1928-002F:16
Selbstbestrafung
Selbstbestrafung
1928-002F:16
für den Todeswunsch gegen den gehaßten Vater
für den Todeswunsch gegen den gehaßten Vater
1928-002F:17
Der Vatermord
Der Vatermord
1928-002F:17
Urverbrechen
Urverbrechen
1928-002F:17
Haupt- und Urverbrechen der Menschheit
Haupt- und Urverbrechen der Menschheit
1928-002F:17
die Hauptquelle des Schuldgefühls
die Hauptquelle des Schuldgefühls
1928-002F:17
Sühnebedürfnis
Sühnebedürfnis
1928-002F:17
ambivalentes
ambivalentes
1928-002F:17
Außer dem Haß
Außer dem Haß
1928-002F:17
ein Maß von Zärtlichkeit
ein Maß von Zärtlichkeit
1928-002F:17
Beide Einstellungen treten zur
Beide Einstellungen treten zur
1928-002F:17
Vateridentifizierung
Vateridentifizierung
1928-002F:17
durch die Kastration gestraft
durch die Kastration gestraft
1928-002F:17
Aus Kastrationsangst
Aus Kastrationsangst
1928-002F:17
gibt es also den Wunsch nach dem Besitz der Mutter
gibt es also den Wunsch nach dem Besitz der Mutter
1928-002F:17
Bewahrung seiner Männlichkeit
Bewahrung seiner Männlichkeit
1928-002F:17
bildet er die Grundlage des Schuldgefühls
bildet er die Grundlage des Schuldgefühls
1928-002F:17
Ödipuskomplexes
Ödipuskomplexes
1928-002F:18
die Bisexualität
die Bisexualität
1928-002F:18
nach der Richtung der Weiblichkeit auszuweichen
nach der Richtung der Weiblichkeit auszuweichen
1928-002F:18
Vaterhaß wie
Vaterhaß wie
1928-002F:18
Vaterverliebtheit
Vaterverliebtheit
1928-002F:18
der Verdrängung
der Verdrängung
1928-002F:18
der Vaterhaß aufgegeben wird infolge der Angst vor einer äußeren Gefahr
der Vaterhaß aufgegeben wird infolge der Angst vor einer äußeren Gefahr
1928-002F:18
wird als innere Triebgefahr behandelt
wird als innere Triebgefahr behandelt
1928-002F:19
femininen Einstellung
femininen Einstellung
1928-002F:19
die pathogene Verstärkung
die pathogene Verstärkung
1928-002F:19
zu einer der Bedingungen oder Bekräftigungen der Neurose
zu einer der Bedingungen oder Bekräftigungen der Neurose
1928-002F:19
latente Homosexualität
latente Homosexualität
1928-002F:19
in existenzmöglicher Form
in existenzmöglicher Form
1928-002F:20
Kastrationsdrohung
Kastrationsdrohung
1928-002F:20
der Kastrationskomplex
der Kastrationskomplex
1928-002F:20
den Schlüssel zu jeder Neurose
den Schlüssel zu jeder Neurose
1928-002F:20
Sie wird ins Ich aufgenommen
Sie wird ins Ich aufgenommen
1928-002F:20
besondere Instanz
besondere Instanz
1928-002F:20
das Über-Ich
das Über-Ich
1928-002F:21
so nimmt das Über-Ich diese Eigenschaften von ihm an
so nimmt das Über-Ich diese Eigenschaften von ihm an
1928-002F:21
die Passivität
die Passivität
1928-002F:21
Das Über-Ich ist sadistisch geworden
Das Über-Ich ist sadistisch geworden
1928-002F:21
das Ich wird masochistisch
das Ich wird masochistisch
1928-002F:21
großes Strafbedürfnis
großes Strafbedürfnis
1928-002F:21
(Schuldbewußtsein) Befriedigung findet
(Schuldbewußtsein) Befriedigung findet
1928-002F:21
Jede Strafe ist ja im Grunde die Kastration
Jede Strafe ist ja im Grunde die Kastration
1928-002F:21
dem Schicksal bereit
dem Schicksal bereit
1928-002F:21
ist endlich nur eine spätere
ist endlich nur eine spätere
1928-002F:21
Vaterprojektion
Vaterprojektion
1928-002F:22
Gewissensbildung
Gewissensbildung
1928-002F:22
strafweise zugelassene Vateridentifizierung
strafweise zugelassene Vateridentifizierung
1928-002F:22
Phantasiebefriedigung
Phantasiebefriedigung
1928-002F:22
das Todessymptom
das Todessymptom
1928-002F:22
für das Über-Ich Strafbefriedigung
für das Über-Ich Strafbefriedigung
1928-002F:22
so bleibt auch der Vaterhaß Dostojewskis erhalten
so bleibt auch der Vaterhaß Dostojewskis erhalten
1928-002F:23
in der Aura
in der Aura
1928-002F:23
den Triumph und die Befreiung bei der Todesnachricht fixiert
den Triumph und die Befreiung bei der Todesnachricht fixiert
1928-002F:23
Urhorde
Urhorde
1928-002F:23
die den Vater erschlugen, erraten
die den Vater erschlugen, erraten
Verknüpfte Quelle:
Totem und Tabu
1928-002F:23
Totemmahlzeit
Totemmahlzeit
1928-002F:23
Festfreude und Trauer
Festfreude und Trauer
1928-002F:23
An Stelle der Selbstbestrafung
An Stelle der Selbstbestrafung
1928-002F:23
Ihr Über-Ich fordert sie
Ihr Über-Ich fordert sie
1928-002F:24
zur staatlichen Autorität
zur staatlichen Autorität
1928-002F:24
zum Gottesglauben
zum Gottesglauben
1928-002F:24
auf denen die Vaterrelation maßgebend ist
auf denen die Vaterrelation maßgebend ist
1928-002F:24
Atheismus
Atheismus
1928-002F:24
Christusideal
Christusideal
1928-002F:24
eine Schuldbefreiung
eine Schuldbefreiung
1928-002F:24
Sohnesschuld
Sohnesschuld
1928-002F:24
auf der sich das religiöse Gefühl aufbaut
auf der sich das religiöse Gefühl aufbaut
1928-002F:24
Denkhemmung
Denkhemmung
1928-002F:24
infolge seiner Neurose
infolge seiner Neurose
1928-002F:25
Sophokles
Sophokles
1928-002F:25
der Hamlet
der Hamlet
Verknüpfte Quelle:
Hamlet
1928-002F:25
Shakespeares
Shakespeares
1928-002F:25
Brüder Karamasoff
Brüder Karamasoff
1928-002F:25
die sexuale Rivalität
die sexuale Rivalität
1928-002F:25
Schicksalszwang
Schicksalszwang
1928-002F:25
ins Reale projiziert
ins Reale projiziert
1928-002F:25
auf die Wahrnehmung seiner Unzulänglichkeit
auf die Wahrnehmung seiner Unzulänglichkeit
1928-002F:25
Mitleid hinaus
Mitleid hinaus
1928-002F:25
Identifizierung auf Grund der gleichen mörderischen Impulse
Identifizierung auf Grund der gleichen mörderischen Impulse
1928-002F:25
Identifizierungssympathie
Identifizierungssympathie
1928-002F:25
ein um ein Geringes verschobener Narzißmus
ein um ein Geringes verschobener Narzißmus
1928-002F:25
die Stoffwahl Dostojewskis entscheidend bestimmt
die Stoffwahl Dostojewskis entscheidend bestimmt
1928-002F:26
der Tagebücher seiner Frau
der Tagebücher seiner Frau
1928-002F:26
Dostojewski am Roulette
Dostojewski am Roulette
1928-002F:26
von der Spielsucht
von der Spielsucht
1928-002F:26
Rationalisierungen
Rationalisierungen
1928-002F:26
das Spiel an und für sich
das Spiel an und für sich
1928-002F:26
Das Spiel war ihm auch ein Weg zur Selbstbestrafung
Das Spiel war ihm auch ein Weg zur Selbstbestrafung
1928-002F:26
dann ließ seine Arbeitshemmung nach
dann ließ seine Arbeitshemmung nach
1928-002F:27
Stefan Zweig
Stefan Zweig
1928-002F:27
Drei Meister
Drei Meister
1928-002F:27
Die Verwirrung der Gefühle
Die Verwirrung der Gefühle
1928-002F:28
Wunschphantasie
Wunschphantasie
1928-002F:28
auf dem Urgrund einer Wunschphantasie
auf dem Urgrund einer Wunschphantasie
1928-002F:28
Schädlichkeiten der Onanie
Schädlichkeiten der Onanie
1928-002F:28
Erlösungsdichtungen
Erlösungsdichtungen
1928-002F:28
durch das der Spielsucht ersetzt
durch das der Spielsucht ersetzt
1928-002F:28
Onaniezwanges
Onaniezwanges
1928-002F:28
ein Äquivalent des alten
ein Äquivalent des alten
1928-002F:28
Kinderstube
Kinderstube
1928-002F:28
Die Gleichstellung der Mutter mit der Dirne
Die Gleichstellung der Mutter mit der Dirne
1928-002F:28
Liebesübertragung
Liebesübertragung
1928-002F:28
eine Wiederholung des Onaniezwanges
eine Wiederholung des Onaniezwanges
1928-002F:28
autoerotische Befriedigung
autoerotische Befriedigung
1928-002F:28
von schwerer Neurose
von schwerer Neurose
1928-002F:30
Der unbekannte Dostojewski
Der unbekannte Dostojewski
1928-002F:30
Stefan Zweig
Stefan Zweig
1928-002F:30
Drei Meister
Drei Meister
1928-002F:30
Fülöp-Millers
Fülöp-Millers
1928-002F:30
Dostojewski am Roulette
Dostojewski am Roulette
1928-002F:30
Nikolai Strachoff
Nikolai Strachoff
1928-002F:31
Dostojewskis Heilige Krankheit
Dostojewskis Heilige Krankheit
1928-002F:31
Fülöp-Miller
Fülöp-Miller
1928-002F:31
Suworin
Suworin
1928-002F:31
Orest Miller
Orest Miller
1928-002F:31
Dostojewskis autobiographische Schriften
Dostojewskis autobiographische Schriften
1928-002F:32
Dostojewskis Heilige Krankheit
Dostojewskis Heilige Krankheit
1928-002F:33
Totem und Tabu
Totem und Tabu
Verknüpfte Quelle:
Totem und Tabu
1928-002F:34
Totem und Tabu
Totem und Tabu
Verknüpfte Quelle:
Totem und Tabu
1928-002F:34
Strachoff
Strachoff
1928-002F:34
Dostojewskis Heilige Krankheit
Dostojewskis Heilige Krankheit
1928-002F:34
psychischen Realität
psychischen Realität
1928-002F:36
René Fülöp-Miller
René Fülöp-Miller
1928-002F:36
Dostojewski am Roulette
Dostojewski am Roulette
1928-002F:37
Jolan Neufeld
Jolan Neufeld
1928-002F:37
Dostojewski, Skizze zu seiner Psychoanalyse
Dostojewski, Skizze zu seiner Psychoanalyse
1928-002F:7
zu solchem Scheitern verdammt wurde
zu solchem Scheitern verdammt wurde
1928-002F:8
auf die Existenz solcher Neigungen in seinem Inneren hindeutet
auf die Existenz solcher Neigungen in seinem Inneren hindeutet
1928-002F:8
in seiner Reizbarkeit
in seiner Reizbarkeit
1928-002F:9
zum Verbrecher veranlagen mußte
zum Verbrecher veranlagen mußte
1928-002F:9
die unanalysierbare
die unanalysierbare
1928-002F:9
den ihnen entgegenstehenden Hemmungen
den ihnen entgegenstehenden Hemmungen
1928-002F:11
der schwere Selbstbeschädigung herbeiführt
der schwere Selbstbeschädigung herbeiführt
1928-002F:11
können sich doch ermäßigen zu
können sich doch ermäßigen zu
1928-002F:11
krisenhaftem Betrieb der in der Seele wirkenden Energie
krisenhaftem Betrieb der in der Seele wirkenden Energie
1928-002F:11
den Sexualvorgängen, die im Grunde toxisch verursacht sind
den Sexualvorgängen, die im Grunde toxisch verursacht sind
1928-002F:12
auf somatischem Wege zu erledigen
auf somatischem Wege zu erledigen
1928-002F:12
ein Neurotiker
ein Neurotiker
1928-002F:12
ein Ausdruck des Seelenlebens selbst
ein Ausdruck des Seelenlebens selbst
1928-002F:13
den Angelpunkt seiner Neurose
den Angelpunkt seiner Neurose
1928-002F:15
und bestanden in lethargischen
und bestanden in lethargischen
1928-002F:16
nun ist man dieser andere und ist selbst tot
nun ist man dieser andere und ist selbst tot
1928-002F:16
in der Regel der Vater ist
in der Regel der Vater ist
1928-002F:17
der den Vater als Rivalen beseitigen möchte
der den Vater als Rivalen beseitigen möchte
1928-002F:17
weil man ihn bewundert
weil man ihn bewundert
1928-002F:17
In einem gewissen Moment lernt das Kind verstehen
In einem gewissen Moment lernt das Kind verstehen
1928-002F:17
Soweit er im Unbewußten erhalten bleibt
Soweit er im Unbewußten erhalten bleibt
1928-002F:18
sich vielmehr an die Stelle der Mutter zu setzen
sich vielmehr an die Stelle der Mutter zu setzen
1928-002F:18
macht auch diese Lösung unmöglich
macht auch diese Lösung unmöglich
1928-002F:18
auf die nämliche äußere Gefahr zurückgeht
auf die nämliche äußere Gefahr zurückgeht
1928-002F:19
sonderbar zärtlichen Verhalten gegen Liebesrivalen
sonderbar zärtlichen Verhalten gegen Liebesrivalen
1928-002F:19
wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen
wie viele Beispiele aus seinen Novellen zeigen
1928-002F:20
der Erbin des Elterneinflusses
der Erbin des Elterneinflusses
1928-002F:20
dem anderen Inhalt des Ichs entgegen
dem anderen Inhalt des Ichs entgegen
1928-002F:21
die gerade verdrängt werden sollte
die gerade verdrängt werden sollte
1928-002F:21
im Grunde weiblich passiv
im Grunde weiblich passiv
1928-002F:21
das teils als solches
das teils als solches
1928-002F:21
Erfüllung der alten passiven Einstellung zum Vater
Erfüllung der alten passiven Einstellung zum Vater
1928-002F:22
auch in der Realität besonders gewalttätig ist
auch in der Realität besonders gewalttätig ist
1928-002F:22
eine besonders starke feminine Komponente
eine besonders starke feminine Komponente
1928-002F:22
um selbst der Vater zu sein
um selbst der Vater zu sein
1928-002F:22
spielen die Vaterrolle weiter
spielen die Vaterrolle weiter
1928-002F:22
solche verdrängte Wünsche erfüllt
solche verdrängte Wünsche erfüllt
1928-002F:22
alle Abwehrmaßregeln werden nun verstärkt
alle Abwehrmaßregeln werden nun verstärkt
1928-002F:23
daß seine Anfälle seine Strafe waren
daß seine Anfälle seine Strafe waren
1928-002F:23
der von der Gesellschaft verhängten Strafen
der von der Gesellschaft verhängten Strafen
1928-002F:23
große Gruppen von Verbrechern
große Gruppen von Verbrechern
1928-002F:24
Gewissensbelastung durch die Absicht des Vatermordes
Gewissensbelastung durch die Absicht des Vatermordes
1928-002F:24
Die Buße gewann hier die Oberhand
Die Buße gewann hier die Oberhand
1928-002F:25
das Motiv der Tat
das Motiv der Tat
1928-002F:25
ohne Milderung und Verhüllung
ohne Milderung und Verhüllung
1928-002F:25
in mir ist ein Vatermörder
in mir ist ein Vatermörder
1928-002F:25
der die Schuld auf sich genommen hat
der die Schuld auf sich genommen hat
1928-002F:26
eine zweite pathologische Befriedigung
eine zweite pathologische Befriedigung
1928-002F:26
die literarische Produktion
die literarische Produktion
1928-002F:26
durch die Bestrafungen befriedigt war
durch die Bestrafungen befriedigt war
1928-002F:27
längst verschütteten Kinderlebens
längst verschütteten Kinderlebens
1928-002F:27
seinem Wissen und seiner Absicht völlig fremd
seinem Wissen und seiner Absicht völlig fremd
1928-002F:28
die Mutter möge selbst den Jüngling ins sexuelle Leben einführen
die Mutter möge selbst den Jüngling ins sexuelle Leben einführen
1928-002F:28
die Betätigung der Hände am Genitale
die Betätigung der Hände am Genitale
1928-002F:28
setzt den schlechten Ausgang der Dichtung durch
setzt den schlechten Ausgang der Dichtung durch
1928-002F:28
deren analytischen Sinn zu verhüllen sucht
deren analytischen Sinn zu verhüllen sucht
1928-002F:28
auf den Sohn war sie als
auf den Sohn war sie als
1928-002F:28
der Angst vor dem Vater
der Angst vor dem Vater
1928-002F:32
Verfälschungen unternimmt
Verfälschungen unternimmt
1928-002F:34
eine ihm unbekannte Schuld auf sich geladen
eine ihm unbekannte Schuld auf sich geladen
1928-002F:34
In solchen Anklagen
In solchen Anklagen
1928-002F:3
Zusatz nur in 1928-002/1929
| konstituierter Text 1928-002F:3 | ∅ |
| 1928-002/1927 | ∅ |
| 1928-002/1928 | ∅ |
| 1928-002/1929:9 | Im Anschluß an seine bekannte (unter Mitarbeit von Dimitri Mereschkowski von Moeller van den Bruck herausgegebenen) 23-bändigen deutschen Dostojewski-Ausgabe veröffentlicht der Verlag R. Piper & Co. in München in einer Reihe von Bänden wertvolles Dostojewski-Material. Der neueste Band dieser Serie führt den Titel „Die Urgestalt der Brüder Karamasoff“ und wird von René Fülöp-Miller und Friedrich Eckstein herausgegeben. Er enthält die handschriftlichen Entwürfe Dostojewskis zu den Karamasoff, Briefe des Dichters über dieses Werk und sonstige Quellen, Fragmente usw. Wie wertvoll und aufschlußreich derartiges Material gerade für den Psychoanalytiker ist, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Außer der ausführlichen Studie von Prof. Komarowitsch in Moskau über das Meisterwerk Dostojewskis und die neu aufgefundenen Materialien zu diesem ist dem Band eine Abhandlung von Freud vorangestellt, die wir mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber und des Verlags R. Piper & Co. hier zum Abdruck bringen. |
| 1928-002/1934 | ∅ |
1928-002F:1
Zusatz nur in 1928-002/1927
| konstituierter Text 1928-002F:1 | ∅ |
| 1928-002/1927:2 | Professor Dr. Siegmund Freud |
| 1928-002/1928 | ∅ |
| 1928-002/1929 | ∅ |
| 1928-002/1934 | ∅ |