21. Sitzung am 13. Juni 1922: Geschäftliches 1922-514/1922

Reik, Theodor (1922-514/1922): 21. Sitzung am 13. Juni 1922: Geschäftliches

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S.

248 Korrespondenzblatt der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung

Einundzwanzigste Sitzung am 13. Juni.

G e s c h ä f t s s i t z u n g.

Anna Freud wird zum Mitglied gewählt.

Verlesung des Rundschreibens der Zentralleitung, betreffend Mitglieder-
aufnahme und Diplomfrage.

Anträge von R a n k zur Neuregelung des Gästewesens und der Mitglieder-
aufnahme:

Antrag I. (Betreffend Neuregelung des Gästewesens.) Es wolle zum
Beschluß erhoben werden, daß zu den Sitzungen der Wiener Psychoanalytischen
Vereinigung nur M i t g l i e d e r (der Internationalen Psychoanalytischen
Vereinigung, das heißt Mitglieder der Wiener Ortsgruppe und hier weilende
Mitglieder auswärtiger Gruppen) Zutritt haben.

Ausnahmsweise können im beiderseitigen Einverständnis des Vortragenden
und des Vorsitzenden (Stellvertreters) vom letzteren nach rechtzeitiger
Anmeldung als Gäste zu einer bestimmten Sitzung Personen zugelassen
werden, bei denen ein zureichendes sachliches (wissenschaftliches) Interesse
für das Spezialthema des Vortrages vorausgesetzt werden darf. Solche Aus-
nahmen können nur für e i n e Sitzung erteilt werden, und zwar nur für eine
Vortragssitzung (nicht für Geschäftssitzungen, Diskussionsabende und klinische
Mitteilungen).

Antrag II. (Betrifft Mitgliederaufnahme.) Die Bestimmungen der
Statuten über Aufnahme neuer Mitglieder sind dahin zu ergänzen, daß die
Vereinigung jeweils im Plenum durch Majoritätsbeschluß festzustellen hat, ob
die wissenschaftliche, beziehungsweise wissenschaftliche und praktische Aus-
bildung des Bewerbers derart ausreichend ist, daß die Bewerbung vom
Standpunkt der Psychoanalytischen Vereinigung als aktuell betrachtet werden
kann. Bei positivem Ergebnis der Abstimmung erhält der Bewerber auf drei
Monate als „Mitgliedskandidat“ Zutritt zu den wissenschaftlichen Sitzungen
der Vereinigung. Innerhalb dieser Zeit hat er auch den Probevortrag zu
halten, auf Grund dessen sowie seiner Beteiligung an den Diskussionen der
von ihm besuchten Sitzungen das Plenum wie bisher über die endgültige
Aufnahme entscheidet. Bei Nichtaufnahme in die Vereinigung erlischt die
Mitgliedskandidatschaft und damit das Recht des Zutritts zu den Sitzungen.

In der D i s k u s s i o n der Anträge sprachen Bernfeld, Reich, F r e u d,
Reik, Frau Deutsch, Schmiedeberg, Federn, Sadger, Silberer.

Die beiden Anträge werden nach längerer Diskussion angenommen.