Rank, Otto (1912-525//1913-763): 5. & 6. Sitzung am 6. & 13 November 1912: Dr. J. Sadger: Über den sado-masochistischen Komplex I. & II
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Korrespondenzblatt der Intern. Psychoanalyt. Vereinigung.
Auf Antrag Prof. Freuds bildet sich ein Referierkomitee, das die Auf-gabe haben soll, alle Erscheinungen der psychoanalytischen Literatur,
vor allem das Jahrbuch, regelmäßig zu besprechen und diese Kri-tiken im offiziellen Vereinsorgan zu veröffentlichen.
2. Sitzung am 16. Oktober 1912:
Dr. Hans Sachs: Zur Methodik der Trieblehre (die Arbeit
soll im Jahrbuch erscheinen).
3. Sitzung am 23. Oktober 1912:
Referate, Kritiken und Mitteilungen.
4. Sitzung am 30. Oktober 1912:
Prof. Freud: Eine kasuistische Mitteilung mit polemischen Bemer-kungen.
5. Sitzung am 6. November 1912:
Dr. J. Sadger: Über den sado-masochistischen Komplex I. (Die
Arbeit soll im Jahrbuch erscheinen.)
6. Sitzung am 13. November 1912:
Dr. J. Sadger: Über den sado-masochistischen Komplex II.
7. Sitzung am 20. November 1912:
Kasuistische Mitteilungen und Referate.
1. Prof. Freud: Zwei Frauenschicksale.
2. Dr. Hitschmann: Goethe als Vatersymbol in Träumen.
3. Dr. Hitschmann: Beitrag zur Sexualsymbolik des Auges.
4. Rosenstein: Über Periodizität in Träumen.
5. Dr. Federn: Verdrängung bei einem visuellen Menschen.
6. Dr. Tausk: Eine Traumdeutung (Wortverdichtung).
8. Sitzung am 27. November 1912:
Dr. Viktor Tausk: Zwei Beiträge zur Psychoanalyse künst-lerischer Produktionshemmung.
Der Vortragende führte an der Hand zweier Analysen von Hemmungen
in der künstlerischen Produktion bei Berufskünstlern aus, daß der Eintritt
der Hemmung mit jenem Moment zusammenfällt, in dem der Künstler eine
derartige Verdrängung einer Triebart oder Triebkomponente erlebt, daß
die Libido nicht mehr verschoben werden kann und der Trieb unzweckmäßig
seine ursprüngliche spezifische Befriedigungsart fordert. Diese außergewöhn-liche Triebverstärkung tritt bei Anlässen ein, die zugleich beweisen, daß
die betreffende Triebe infantil an gewisse Personen und Verhältnisse fixiert
sind. Dieser Anlaß lassen den Schluß zu, daß eben die Unfähigkeit, die in-fantile Fixierung abzulösen, wenn der fixierte Trieb eine abnorme Inten-sitätsverstärkung erfährt, das Wesen der Produktionshemmung ausmacht. Aus
dem spezifischen Charakter der fixierten Triebkomponente, deren Steige-rung aus den angeführten Träumen und bei den bestimmten Anlässen unmöglich
wurde, schloß der Vortragende auf gewisse Bedingungen der künstlerischen
Produktion und auf die Rückführbarkeit der Inhalte des Kunstwerkes auf in-fantile Vorbilder der Triebbefriedigungsobjekte.
(Autoreferat.)
Zeitschr. f. ärztl. Psychoanalys. 8