[Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Referate und kleinere kasuistische sowie sonstige Mitteilungen III. 1911-420/1911.01

Rank, Otto (1911-420/1911.01): [Diskussionsbemerkungen Freuds zu:] Referate und kleinere kasuistische sowie sonstige Mitteilungen III.

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    P R O T O K O L L

    der

    26. S I T Z U N G

    am 5. April 1911.







     

    Referate und kleinere kasuistische sowie sonstige Mitteilungen.

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    T A G E S O R D N U N G

    der

    26. S I T Z U N G

    am 5. April 1911.


     

    1. Mitteilungen des Vorsitzenden.

    2. Mitteilungen der Funktionäre. (Rank Urlaubsgesuch).

    3. Festsetzung der Osterferien u.

    4. Programm der nächsten Abende:

                   Angemeldete Vorträge:

                                  I. Diskussion über Stekels Buch: Die Sprache des
                                                                        Traumes,

                                  II. Herr Wagner über Lanval,

                                  III. Dr. Sadger über Haut-Schleimhaut-und Muskel-
                                                                       Erotik.

                                  IV. Rank über das Motiv der Nacktheit in Dich-
                                                              tung und Sage.

    5. Beschluss über die Zulassung von Gästevorträgen.

    6. Wissenschaftliche Sitzung.

               Zur Fortsetzung der Referate und Mitteilungen haben sich
               noch zum Worte gemeldet:

    Prof. Freud

    Dr. Sachs

    o. Rank

    Dr. Tausk

    Dr. Friedjung

    Dattner

    Furtmüller

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    Vorschlag über die Zulassung von Gästevorträgen.



     

    Nichtmitgliedern steht im allgemeinen nicht das Recht zu, Vorträge
    in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung anzukündigen oder zu
    halten. Doch kann in besonderen Fällen, etwa bei einem als ständig
    zugelassenem Gaste, oder im Falle eines Probevortrags durch einen
    Aufnahmewerber, eventuell auch bei einem bloss einmaligen oder zeit-
    weiligen Gaste hievon abgegangen und der Vortrag eines Nichtmitglie-
    des vom Plenum mit Stimmenmehrheit zugelassen werden.

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    Geschäftliches:

    Der Vorsitzende macht die erfreuliche Mitteilung, dass in München
    eine neue Ortsgruppe konstituiert worden sei mit Dr. Seif als Ob-
    mann, die acht Mitglieder zähle und am 27. d. M. zum erstenmale zu -
    sammentrete.

          Ferner haben sich nach einem Bericht des Zentralpräsidenten
    gegen München als Kongressort die vorauszusehenden Unterkunft -
    schwierigkeiten erhoben, so dass nun das von der Berliner Ortsgrup-
    pe vorgeschlagene Weimar in Betracht komme. Von den 15 Anwesenden
    geben 10 ihre Stimme für Weimar ab, die andern enthalten sich der
    Abstimmung, welches Ergebnis dem Zentralpräsidenten bekanntgege -
    ben wird.

          Sekretär Rank bittet um Gewährung eines Urlaubes bis zum 26.
    April für seine Griechenlandreise mit der Wiener Universität; der
    Urlaub wird einstimmig bewilligt.

          Infolge der Osterferien fällt die Sitzung am 12. April aus
    so dass die nächste Sitzung am 26. stattfindet.

          Der von Hitschmann vorgelegte Vorschlag über die Vorträge
    von Gästen wird angenommen.

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    Prof. Freud bringt zunächst einen kleinen, für die Erzieher in-
    teressanten Beitrag zur Charakterdiagnostik. Die Eigenheit vieler Kin-
    der, sich gute Dinge, die sie bekommen, aufzuheben auf eine bessere
    Zeit, lässt sich in typischer Weise darauf zurückführen, dass das Kind
    auf die Zeit wartet, in welcher es selbst besser sein wird. Es gönnt
    sich den Genuss nicht und will warten, bis es brav geworden ist. Die-
    ses Aufheben der guten Dinge erweist sich so als ein untrügliches
    Zeichen der nichtentdeckten Onaniegewohnheit und der Pädagoge kann
    aus diesem einen Charakterzug diesen Schluss mit Sicherheit ziehen.

          2. Einen Beitrag zur Deutung der sehr häufigen Träume vom Abrei-
    senwollen, wobei man dem Zug nachläuft und ihn nicht erreicht. Dieser
    Traum stellt sich in seiner Struktur dem Prüfungstraum an die Seite,
    der ja ein Trosttraum wegen einer befürchteten Sorge ist. Ebenso sind
    diese Träume zu verstehen als Trosttraum gegen Todesangst (Abreisen
    ein Todessymbol nach Stekel). Der Traum sagt ihm: Du wirst nicht ster-
    ben, du fährst nicht mit. Interessant ist aber, dass dasjenige, was den
    Trost enthält im Traume zum Träger der Angst wird.

          3. Einen Beitrag zum Problems des Träumens von einem geliebten
    Elternteil. Die Todesträume vom gleichgeschlechtlichen Elternteil
    sind uns ja durchsichtig geworden. Was nun aber die Träume vom Tode
    eines geliebten Elternteils betrifft, so ist es dabei nicht gleich,
    ob die betreffende Person noch am Leben ist oder nicht. Im letzteren
    Falle hat Stekel das Nochmalige Sterben symbolisch aufgefasst: Man

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    wird den Einfluss der Person innerlich los. Das mag wohl zutreffen,
    ist aber nicht für alle Fälle ausreichend. Ein Mädchen träumt vom
    Tode ihres bereits toten Vaters. Sie und die Mutter führen ihn im
    Zimmer herum (wie es während seiner Krankheit wirklich geschehen
    war); dann fällt der Vater tot zurück und sie fängt ihn steif in
    ihren Armen auf. Dieses letzte Detail stammt aus der am Vorabend
    stattgehabten Lektüre von Gottfried Kellers Novelle vom schönen
    Dienstmädchen im Sinngedicht. Dort findet der Mann das von ihm ge-
    heiratete Dienstmädchen erhängt auf und hält sie dann so steif in
    seinen Armen. Hinter diesem Traume vom Tode des Vaters steckt also
    eigentlich der Traum vom Tode der Mutter (das Mädchen heisst Regine,
    was ja Königin heisst). Und das stimmt zur ganzen Realität bei der
    Träumerin, die in beständiger ängstlicher Erwartung ist, dass die Mut-
    ter sterben wird. Die Krankheit einer Tante, die wirklich bald da -
    rauf gestorben war, hat diese Sorge um die Mutter aktuell gemacht.
    Die Verwandlung im Traume ist aber zustande gebracht durch folgen-
    des. Als der Vater starb hatte sie die Idee, wäre doch an seiner Stelle
    die Mutter gestorben. Jetzt äussert sich die Reaktion darin, dass nun
    im Traume der Vater stirbt, wo eigentlich die Mutter sterben sollte.

          4. Redner hat gegen Stekel bestritten, dass sämtliche Symbole des
    Traumes bisexuell seien und möchte heute in gewissem Sinne Abbitte
    leisten. Es finde sich nämlich in Stekels Buch ein Satz, der diese all-
    gemeine Behauptung, sämtliche Symbole seien bisexuell, mit dem Hin-
    weis einschränke: "wenn es die Phantasie nur irgend gestatte." Redner
    erklärt sich mit dieser Fassung des Satzes vollkommen einverstanden;
    die Phantasie gestatte es eben nicht, dass ausgesprochen männliche
    Sexualsymbole weiblich verwendet werden (Flasche, Tasche, Schlangen etc)
    und umgekehrt.

                   Stekel erwidert, er habe z.B. die Schlange häufig als weibli-
                   ches Sexualsymbol in Träumen gefunden, wenn auch nicht mit-
                   geteilt; Belege fänden sich bei Riklin und Maeder. Der Traum
                   habe die Tendenz, die Symbolik bisexuell auszugestalten (der
                   Dolch habe eine Scheide, in den Kasten werde etwas hinein -
                   gesteckt etc.) Dadurch findet die Tendenz ihren Ausdruck, die
                   Vereinigung herzustellen und so mit beiden Komponenten der
                   Libido zugleich zu arbeiten.

                          Sich das beste zuletzt lassen, sei eine allgemeine Ten-
                   denz des Neurotikers, die bei vielen Menschen auch in der
                   Art zu essen zum Ausdruck kommt. Es handelt sich um Menschen,
                   die etwas grosses wichtiges nicht erreicht haben und diese
                   Einstellung nun in lauter Parallelen wiederholen (ursprüng -
                   lich z.B. einen unbefriedigten Inzestwunsch u.ä.)

                          Der Abreisetraum gehöre zu jenen Träumen, welche am meis

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    die Konsequenz des im Traume erreichten zu ziehen habe (Bei
    spiele in der Gradiva). Bei anhaltendem sehr intensivem
    Träumen kann der grösste Teil des Lebensinteresses vom
    Wachleben auf den Traum abgelenkt werden (Beispiel Novalis
    Dattner weist darauf hin, dass in Raskolnikow gerade der
    Traum die Aufgabe hat, den Konflikt zur Lösung zu bringen.
    Steiner teilt einige kurze Träume eines an Impotenz lei-
    denden Pat. mit, die einen Beitrag zur Frage der Beeinflus-
    sung des Wachlebens und schöne Beispiel von Symbolik lie-
    fern.

    Freud hebt als besonders interessant den Zusammenhang der
    Träume mit den Symptomhandlungen hervor, zu dem Beispiele
    zu sammeln wären.

    Grüner G. teilt einen obszönen Witz mit, wo zwei ineinander ge-
    schriebene R, ein grosses und ein kleines, gelesen werden: meiner (mein
    r) ist kleiner als deiner, aber meiner steht immer (im R), und zeigt hin
    ter dem offenkundigen Sinn eine verborgene Mutterleibsphantasie auf.

                   Steiner meint, dass beim zotigen Witz, der sozusagen gar
                   nichts verdränge, die sexuelle Symbolik am allerwenigsten
                   gelte, was Klemperer mit Hinweis auf die Pollutionsträume,
                   die ja auch eine Deutung zuliessen, bestreitet.

                   Sachs findet die von Freud aufgedeckte Tendenz des obszö-
                   nen Witzes, die sexuelle Aggression in Gegenwart eines
                   Dritten, in diesem Beispiel besonders deutlich, was aber
                   die Ueberdetermination nicht ausschliesse.

                   Federn findet die Mutterleibsphantasie hier ziemlich ge-
                   zwungen desgleichen

                   Furtmüller, der im Witze eher eine Anspielung auf den län-
                   geren Besitz der Potenz sieht. Er erinnert an den Vater,
                   in Hauptmanns Criselda, der den Sohn um den Aufenthalt im
                   Mutterleib beneidet.

                   Grüner knüpft daran Ausführungen, wie die Mutterleibsphan-
                   tasie auch für den Aufenthalt im Leibe des Vaters gelte u

                   Prof. Freud meint es sei ihm damit gelungen, die Mutterleib
                   phantasie mit der jetzt so beliebten Bisexualität zu ver-
                   söhnen auf dem Wege der Vaterleibsphantasie. / .

          Reitler legt eine zeichnerische Darstellung des Geschlechts-
    aktes von Leonardo da Vinci vor, die dessen homosexuelle E Einstellung
    in einer Reihe teils sachlicher teils formaler Irrtümer verrät.

          Ferner berichtet er über die in tendenziösem Vergessen zum
    Ausdruck kommende Verdrängungsarbeit eines Pat., der sich nicht
    erinnern wollte, eine im Traume dargestellte Redensart (Butter auf dem
    Kopf haben) je gekannt zu haben, weil er damit seine Schwester ent-
    lasten wollte.

                   Sachs verweist auf die merkwürdige Fusstellung auf der
                   Zeichnung und

                   Prof. Freud meint, diese Mängel erklären sich zum Teil da-
                   raus, dass die Zeichnung bloss für den Privatgebrauch be-
                   stimmt und unausgeführt geblieben sei. Uebrigens gäbe es
                   doch mehr erotische Zeichnungen von Leonardo als man bis
                   her geglaubt habe.

                   Hilferding möchte vermuten, dass Leonardo diese Zeichnung
                   vielleicht zu einer Zeit angefertigt haben mochte, wo er
                   sich über die sexuellen Vorgänge und Beziehungen nicht
                   ganz klar gewesen sei.

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                   wertvolle Erweiterungen akzeptieren, speziell gegen Stekel
                   aber geltend machen, dass er sich in seiner Mitteilung auf
                   die Bedeutung dieses Charakterzuges bei Kindern beschränkt
                   habe, der natürlich bei Erwachsenen viel mehr Bedeutungen
                   haben könne. Die neuerliche Unterscheidung zwischen Wunsch-
                   und Warnungsträumen sei ein fundamentales Missverständnis
                   und wieder ein Beispiel für den Verlust der Psychologie.
                   Die Warnungsträume seien keine Neuigkeit und fänden sich
                   beispielsweise in der Dora, wo aber trotzdem der Traum ei-
                   ne Wunscherfüllung darstelle. Das könne man nur verwechseln,
                   wenn man den Unterschied zwischen Bewusstem und Unbewuss-
                   tem aufgebe. Die Form des Traumes ist eine Wunschdarstel-
                   lung, der Inhalt des Traumes, der von Tagesresten (Wunsch,
                   Vorsatz, Warnung, Ueberlegung) bestimmt wird, kann alles mög-
                   liche enthalten. Das alles muss aber in die Sprache des er-
                   füllten Wunsches übersetzt werden. /

          Sachs teilt einige Stellen aus Grillparzers Tagebüchern mit, die
    Phantasien des Dichters von dunkeln, düsteren gothischen Räumen ent-
    halten, die sich unschwer als Mutterleibsphantasien enthüllen. Biogra-
    phisch stimmt dazu, dass ein Jahr vor der ersten dieser Aufzeichnun-
    gen (18.X.1810) Grillparzers Vater starb und damit die Epoche begann,
    die Grillparzer selbst als die Ehe mit seiner Mutter bezeichnet hat.
    Ferner schildert Grillparzer sein eigens Geburtshaus als besonders
    düster und dunkel, was wieder auf eine Beziehung zur Ahnfrau hinweist
    zu der der Dichter bekanntlich beim Besuch eines Schlosses in Mäh-
    ren inspiriert worden war, das er auch besonders düster, dunkel und
    gothisch fand. Es zeigt sich hier, dass auch der Ort der Handlung im
    Drama solchen Phantasien dienstbar sein kann.

          Eine Stelle aus Grillparzers Libussa, wo das weibliche Genitale
    als Kleinod oder Schmuck bezeichnet wird. Ottakar raubt ihr den Mit-
    telschmuck aus ihrem Gürtel (Deflorationsphantasie), worauf sie später
    in einem Rätsel beziehungsvoll anspielt.

          Rank teilt aus einem kürzlich erschienen Buch: Kluges und Dummes
    aus Kindermund einige auch für den Psychoanalytiker interessante
    Aussprüche aus Kindermund mit.

          Ferner eine Zeitungsnotiz über einen kürzlich in Italien vorge-
    fallenen Mord eines neugeborenen Mädchens durch ihren 6jährigen eifer
    süchtigen Bruder.

          Ferner eine Bestätigung für die Auffassung der Trostträume aus
    dem Märchen: Das tapfere Schneiderlein (Grimm No. 20).

          Endlich einige Beispiele von Traumdarstellungen, die Redensarten
    bildlich zum Ausdruck bringen.

                   Stekel bemerkt zu dem Mord des kleinen Knaben, wie hier der
                   Durchbruch der kriminellen Instinkte diese so häufig bloss
                   intendierte Handlung zur Tat werden lasse. Er berichtet ei-

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                   nen ähnlichen Fall aus seiner jüngsten Erfahrung und weist
                   darauf hin, wie häufig und ausgeprägt diese kriminellen In-
                   stinkte seien. Wenn der Bruder diese Tat nicht ausgeführt
                   hätte, so wäre wahrscheinlich späterhin als Reaktion eine
                   pathologische Inzestneigung aufgetreten.

          Tausk führt eine Reihe von Symbolhandlungen eines 16jährigen
    Zwangsneurotikers an, der das seltene Phänomen zeige, dass er den Kon-
    takt zwischen seinen Symbolbildungen, den dazu treibenden Motiven und
    dem darzustellenden Inhalt genau kennt. Er gibt das Symbol und zu -
    gleich auch dessen Bedeutung und bringt so die ganze mühselig heraus
    analysierte Symbolik des Traumes und des Unbewussten oft ins Grotes-
    ke gesteigert bewussterweise dar. Natürlich liegt seine Krankheit
    viel tiefer.

                   Freud findet es nicht selten, dass Zwangsneurotiker viele
                   der von ihnen gebrauchten Symbole kennen. Ein schönes lite-
                   rarisches Beispiel dafür biete Zola, der in seinem Roman
                   Joie de vivre die Uebersetzung der Zwangshandlungen seines
                   Helden, die er offenbar von seiner eigenen Person her kennt
                   mit erstaunlicher Sicherheit gibt. Der Held muss jedesmal
                   beim Weggehen die Sessel symmetrisch stellen und sich dann
                   durch Zurückkommen öfter überzeugen, ob das auch tatsäch-
                   lich geschehen sei. Der Held ist in beständiger Todesangst
                   und der Dichter erklärt diese Zwangshandlung als ein Ab-
                   schiednehmen. Hinzufügen könne man, dass sie auch die Gerecht-
                   tigkeit symbolisiere, die der Held den zwei Frauen, zwischen
                   denen er schwankt, zuteil werden lassen will. Es tritt die-
                   ses Abschiednehmen nämlich auf nach der schweren Erkrank
                   kung der Heldin Pauline, mit der er verlobt ist und deren
                   Tod er unbewusst zur Lösung des Konfliktes herbeisehnt.

                   Unter den von Tausk erwähnten Beispielen seien einige
                   besonders interessant, weil sie uns die allgemeine Giltig-
                   keit der Symbolik beweisen, die sich auch über die Sprache
                   hinweg durchsetzt (z.B. Schmetterling als Frau; im Russischen
                   heisst er Babuschka = alte Frau, Mütterchen.

          Friedjung berichtet über einen Vortrag von Goldstein über den
    Philosophen Henry Bergsohn, der die Determination des psychischen Ge-
    schehens leugnet und bei dem dessen Auditorium sich zeigte, dass diese Freudsche Lehre
    von der Determination des Seelischen schon in weitere Kreise gedrun-
    gen sei, als die Gegner ahnen.

          Dattner bringt einen kleinen Beitrag zur Kinderpsychologie und
    einen Traum, dem eine homosexuelle Phantasie zugrunde liegt. Dann ei-
    nen eigenen Traum, dessen Material sich durch einen Zeitintervall von
    von 6X23 Tagen (138) determiniert erweist im Sinne Swobodas.

          Furtmüller führt zum weiblichen Gebrauch des Schlangensymbols
    eine Stelle aus Has Raus Beitrags zur Geschichte der menschlichen
    Verirrungen an, wo der heilige Pachomius, der sich durch ein Weib in
    Teufeldgestalt verführt glaubt, sein Genitale einer Schlange zum Ab-
    beissen darbietet.

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    Freud hält diesen Fall nicht für beweisend, da er ebenso -
    gut die Identität der Schlange mit dem Penis ausdrücken
    könne. Aehnlich äussern sich Tausk und Sachs, die auch die
    Bedeutung im Sinne Furtmüllers bestreiten.


     

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