Protokoll der (WS 21/ 6.) Sitzung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 14. Dezember 1921. Kleine Mitteilungen 1921-519/1921

Reik, Theodor (1921-519/1921): Protokoll der (WS 21/ 6.) Sitzung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 14. Dezember 1921. Kleine Mitteilungen

Zurück zum Werk
  • S.

    6. Sitzung am 14. Dezember 1921.      Dr. Nunberg Dr. Leonidas Swaig Dr. Kauders
                                                                           Dr. Steinberger

    Anwesend: Prof. Freud, Rank, Reik, Sadger, Federn, Jekels,
    Schilder, Winterstein, Reich, Fenichel, Nunberg, Sarasin,
    Frau Dr. Deutsch, Frau Rank, Kempner, Bohl, Hiller,
    Storfer, Fokschaner, Schmideberg, Dr. Hitschmann, Aichhorn,
    Pappenheim, Strachey, Bychowski, Lou Salomé, Sperber.

    Dr. Federn berichtet über technische Referierabende.

    Dr. Bychowski: „Eine buddhistische Mutterleibsphantasie“
    Parallele. des Stud.

    Dr. Rank liefert ein zweites Beispiel buddhistischer Mutterleibs-
    phantasie mit totemistischer Einkleidung.

    Dr. Reich: Beitrag zum Konversionshysterischen Sympto-
    menkomplex: Eine Zwangsneurotikerin hat Angstzu-
    stände, manche Angstzustände ließen Deutung der Mutter-
    leibsphantasie und Erlebnissen in Schlafzimmer zu.
    Die Amanorrhoe kommt einer Zurückweisung der weiblichen
    Rolle gleich. Hatte Furunkulose bekommen, bei der psy-
    chogenetische Rolle wahrscheinlich ist.

    Doz. Schilder erscheint der Zusammenhang zwischen
    Furunkulose und psychischen Vorgängen sehr fraglich.

    Dr. Federn: ist in diesem Falle der Meinung Dr. Schilders.
    Verweist aber auf hysterische Stigmata.

    Dr Nunberg Prof. Freud: Man sollte die Zusammenhänge
    nicht von vornherein abweisen, der Summe von Eindrü-
    cken sollte man nicht unaufmerksam gegenüberste-
                                                                                      hen.

  • S.

    Einflüsse auf den Darm, Infektionskrankheiten (Gonorrhoen)
    Fluor albus) zeigt, daß hier vielleicht Neuland liegt.

    Dr. Nunberg: Ein Fall von Projektion. Nach einer Operation
    an Nasenhöhle erschien Patientin ihr Gesicht außerordentlich
    gross, nächsten Tag Angsttraum, worin ein Bräutigam fast ohne
    Nase erscheint.

    Dr. Schilder: „Zur Pathologie des Ichideals“ erzählt klinische
    Fälle worin das wahre Ichideal bei Geisteskranken hervor-
    tritt. Ein Patient sah eine Sittenkommission, in einem zweiten
    Schub wurden von ihm Tugendübungen verlangt. Es wird
    darin klar, in welcher Weise das Ichideal von Umgebung ab-
    hängig ist.

    Dr. Kauders: Beitrag zur Psychologie der Hypnose. Ein Stu-
    dent, der Zwangsneurotiker, der an Obstipation litt. Unter
    dieses Symptom gruppierten sich Zwangshandlungen. Auf Klinik
    wurde Hypnose angewendet, in der Pa von körperlichen Be-
    schwerden befreit. Pat. hatte Lachlust, Schlangenangst.
    Weist die homosexuellen Wurzeln hin.

    Prof. Freud: Was ein Pat. oft als komisch bezeichnet, hat
    oft einen sexuellen Sinn.

    Dr. Bernfeld: eine Bestätigung aus der Analyse eines Kin-
    des.

                        weist auf
    Dr. Federn: das Lachen in der Hypnose

    Doz. Schilder weist auf den Trotz in der Analerotik hin.

    Prof. Freud: Darmtöne haben Charaktere von Sprachmit-
                                                                       mitteilungen.

  • S.

    an anderer Stelle des Mundes. Zell behauptet dass die Darm-
    geräusche für Tiere Sprachbedeutung haben.

    Dr. Rank erzählt von Musiker Patienten, der Darmtöne
    regulieren konnte.

    Dr. Hitschmann: Ein Beitrag: Hirschlaffs Statistik zur
    Hypnose. Ein Zitat aus Wassermann.

    Dr. Rank über das Technische der Diskussion.