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2) In dem mit „untere Schleife“ (FOREL) bezeichneten Faserzuge ziehen
Bündel, deren eines mit dem ventral vom unteren Zweihügel liegenden grauen
Geflechten, ein zweites, sich medial-caudal wendendes, mit dem frontalen Theil
und dem ventralen Abschnitt des S der oberen Olive, in Beziehung tritt, während
ein drittes (das „aberrirrende Seitenstrangbündel“1)) in dem Hinterhorn an-
liegenden Randpartien des Seitenstranges derselben Seite zieht und in der grauen
Substanz des Rückenmarks (wo?) endigt. Der grösste Theil dieser 3 Faserzüge
entstammt zweifellos dem unteren Zweihügel.3) Die Fasern der lateralen Schleife (Hauptbestandtheil derselben: die dem
Parietalhirn entstammende „Rindenschleife“ von mir) ziehen, ihre Lage (dorsal-
lateral von dem Pyramidenquerschnitt bis zu ihrer Kreuzung, obere Pyramiden-
kreuzung von Meynert) beibehaltend, in der unteren Partie der Medulla obl.
als Fibrae arcuatae in den gekreuzten Kern der Goll’schen Stränge1 und die
mediale Abtheilung des gekreuzten Kerns der Burdach’schen,2 mit deren Gang-
lienzellen sie in Verbindung treten.
2. Zur Kenntniss der Olivenzwischenschicht.
Von Dr. Sigm. Freud in Wien.
Aus einer Untersuchung über den Faserverlauf in der Oblongata des mensch-
lichen Foetus, welche ich in Professor Meynert’s Laboratorium mit Hülfe der
Weigert’schen Hämatoxylintinction durchgeführt habe, sei hier Einiges über
die Olivenzwischenschicht (beim Foetus von 5–6 Lunarmonaten) mitgetheilt.
Vorauszuschicken ist eine gedrängte Darstellung des Acusticusursprungs, weil
dieser Nerv derzeit das Bild beherrscht, und auch die in Rede stehende Faser-
masse an ihn anknüpft.Die Acusticuswurzeln bilden eine continuirliche, von aussen und unten
(spinalwärts) nach innen und oben (brückenwärts) verlaufende Reihe und endigen
sämmtlich in grauen Massen derselben Seite: die äussersten im vorderen Acus-
ticuskern (Acusticusganglion), die mittleren und ein Theil der inneren im inneren
(gross- und kleinzelligen) Acusticuskern, ein Theil der inneren Wurzeln übergeht1)Vgl. meine Arbeit im Correspondenzbl. f. Schweizer Aerzte. 1884. Nr. 6 u. 7 und
Neurolog. Centralbl. 1885. Nr. 3. Vgl. auch die Angaben von Spitzka, A. Schrader und
Edinger.2Eine nochmals vorgenommene sorgfältige Prüfung der Präparate von der des Parietal-
hirns beraubten Katze (vgl. Correspondenzbl. f. Schweizer Aerzte. 1884. Nr. 6 u. 7) über-
zeugte mich nachträglich, namentlich auch bei Vergleichung mit der Schnittreihe des vor-
liegenden Katzengehirns, dass auch dort die mediale Abtheilung des Kerns der Burdach’-
schen Stränge zweifellos und nicht unerheblich atrophisch war. A. a. O. hatte ich es
dies noch nicht mit Bestimmtheit zu entscheiden gewagt. Die Rindenschleife endigt somit
sowohl im Goll’schen, als in der medialen Abtheilung des Burdach’schen Kerns. Mit Rück-
sicht auf die Atrophie dieser beiden Kerne nach Wegnahme des Parietalhirns möchte ich vor-
schlagen, dieselben mit „medialer und lateraler Schleifenkern“ zu bezeichnen und den Namen
Burdach’scher Kern nur für die laterale Abtheilung des Kerns der Keilstränge, die nach
Läsion des Fun. cuneat. atrophirt und somit mit letzterem zweifellos in Verbindung steht,
zu reserviren.S.
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durch directe Umbeugung in die Querschnitte des äußeren Acusticuskernes
(innere Abtheilung des Kleinhirnstieles, ROLLER’s aufsteigende Acusticuswurzel).
Von indirecten Fortsetzungen der Acusticuswurzeln sind ersichtlich:1) Bündel vom Acusticusganglion zum inneren Kern.
2) Bogenbündel vom inneren Kern zur Dachkernkreuzung im Kleinhirn;
von diesen lassen sich mehrere Abtheilungen unterscheiden, ein Theil derselben
ist noch kaum markhaltig.3) Fibrae arcuatae aus dem inneren Kern über die Raphe, mit Durch-
flechtung des Facialis-Acusticuskernes und hinteren Längsbündels.4) Fibrae arcuatae aus dem äußeren Kern über die Raphe in tieferen
Ebenen und mit Durchflechtung der marklosen Mittelschicht des Innenfeldes
der Oblongata.5) Die Bündel des Corpus trapezoides, welche in ihrer ganzen Masse aus
dem Acusticusganglion hervorgehen (wie schon FLECHSIG bekannt). Die oberen
derselben fassen die obere Olive in sich, welche durch ihren Stiel andererseits
mit dem Facialisabducenskern verbunden ist.Die Olivenzwischenschicht ist um die gekreuzte Fortsetzung des Corpus
trapezoides spinalwärts, denn:1) oberhalb des Corpus trapezoides sind an der der Olivenzwischenschichte
entsprechenden Stelle keine markhaltigen Faserquerschnitte enthalten; die late-
ralen Schleifen erweisen sich als kurze Bahnen, die in den grauen Massen der
Hauben endigen, die mediale Schleife ist derzeit nicht entwickelt.2) während der Kreuzung des Corpus trapezoides tauchen die Querschnitte
der Olivenzwischenschichte auf und bilden nach demselben eine mächtige und
compacte Schichte.3) eine andere Fortsetzung der mächtigen und intensi tingirten Bündel
des Corpus trapezoides ist nicht aufzufinden.Da nun die Olivenzwischenschichte durch die „obere Pyramidenkreuzung“
mit den Hinterstrangskernen zusammenhängt, wäre in ihr eine Bahn gegeben,
welche den Acusticus mit sensiblen Bahnen im Rückenmarke verknüpft. Indess
könnte dies wahrscheinlich zutreffende Verhältniss leicht complicirter sein.Die Olivenzwischenschichte dürfte eine weitere Zerlegung zulassen, worauf
die sonst zu statuirende Rückkreuzung dieser Fasermasse deutet. Die Menge
der aus der oberen Pyramidenkreuzung entstehenden Fasern deckt nicht ganz
die Fasermenge beim Ursprung aus dem Corpus trapezoides. Auch kenne ich
einen ungekreuzten Zuzug zur Olivenzwischenschicht, welcher aus der ventralen
und medialen Ecke des inneren Acusticuskernes hervorgeht, in locker angeord-
neten, schön geschwungenen Zügen von sehr schrägem Verlauf die Facialis-
wurzelfäden und den Stiel der oberen Olive kreuzt und unmittelbar oberhalb der
Spitze der unteren Olive in die Olivenzwischenschicht eintritt, wobei ein Theil
der Fasern auch aussen um die untere Olive herumläuft. Andere ungekreuzte
Zuzüge zur selben Schichte zeigen sich an Oblongaten von höherer Reife.Ueber das Verhältniss der medialen Schleife zur Olivenzwischenschichte
gestatten Präparate der untersuchten Entwicklungsstufe keine Aussage. Keines-
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falls ist die obere Pyramidenkreuzung durch die Bezeichnung als „Schleifen-
kreuzung“ erschöpfend charakterisirt. Dass die Ergebnisse anderer Untersuchungs-
methoden zu der hier mitgetheilten Beobachtung stimmen, zeigt unter anderem
die Angabe von Vejas (Arch. f. Psych. 1885. H. 1), welcher nach Exstirpation
der Hinterstrangkerne einer Seite beim Kaninchen die Atrophie der Oliven-
zwischenschicht an der Gegenseite nicht über die Ebenen des Corpus trapezoides
zu verfolgen vermocht.Wien, Mitte Mai 1885.
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Zur Kenntnis der Olivenzwischenschicht
1885-004/1885