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S.
PROF. DR. FREUD
WIEN, IX., BERGGASSE 19.Berchtesgaden
5. 9. 1929
Lieber Herr Doktor
Ich nehme Ihre Einladung wiederum
dankend für mich und Anna an. Der Auf-
enthalt in Tegel wandelt die sonst beschwer-
liche Zeit in Berlin in eine Fortsetzung
unserer Som̄erholung um, sodaß wir
uns leichtfertig über das Bedauern hin-
aussetzen, Sie aus Ihrer Behaglichkeit zu
drängen. Wir haben vorläufig die Ab-
sicht, Sonntag 16t dM mit dem Zug aus
München anzukommen, werden jedenfalls
noch telegraphiren. Wenn Sie kein
Auto haben, wollen Sie eines für uns über
die Zeit mieten; es ist uns doch
unentbehrlich. Auch Prinzessin Marie
will im Sanator Wohnung nehmen, sie
wird Ihnen selbst schreiben. Das ist
nicht gleichgiltig, denn sie hat ein
lebhaftes Interesse für das Institut
gefaßt und wie ich glaube, bei sich
beschloßen, dass es nicht zu Grunde
gehen darf.Unterdeß hat das Angebot von Liebman,
von dem Ihr Brief noch nichts weiß,
Ihnen gewiß weitere Zuversicht ge-
geben. Wir dürfen uns jetzt nicht
mit der Therapie des Fortfrettens
begnügen, sondern wollen eine
gründliche Sanierung auf Grund
des Plans von Laforgue anstreben.
L. scheint ein tüchtiger Geschäftsman̄
und Organisator. An einer A. G.
können wir uns alle beteiligen, -
S.
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Berchtesgaden 83471
Deutschland
Schloss Tegel
Adelheidallee 19
Berlin 13507
Deutschland
C42F3