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HERMANN STRUCK
BERLIN, BRUECKEN‑ALLEE 33.24.Xi. 14
Verehrter Herr Professor,
vielen Dank für Ihre mir sehr
erwünschten kritischen Bemerkun-
gen. Besonders erfreut bin ich,
dass Sie sich auf der Radierung
idealisiert sind. Gewöhnlich beklagen
die Opfer meiner Muse das Gegenteil.Dass die Teilung der Haare auf
die falsche Seite kam, liegt daran,
dass ich die Radierung direkt nach
der Teichnung (also nicht spiegel-
verkehrt) auf die Platte brachte.So
kommt es natürlich auf dem
Druck umgekehrt heraus. Ich finden
nichts dabei, nur berufe mich
auf den seligen Whistler, der -
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der für ein solches Verfahren, sogar bei
bekannten Ansichten von Venedig,
eintrat. Wenn das stört, bleibt
nichts übrig, als das Blatt vor den
Spiegel zu halten. Sehr dankbar bin
ich Ihnen für den Hinweis auf den
Verlauf der Haarkurve, dem ich mit
Nutzen folgte.Bei der Lithographie habe ich Mund
und Bartvorsprung geändert und
glaube, nun alles Raubtierorchi-
deeenhafte getilgt zu haben. Diesen
fertigen Zustand stellt der links
unten mit x bezeichnete Druck
dar. Alle anderen 6 an der Zahl
habe ich nur eingelegt, damit Sie -
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mir links unten angeben, welche
Druckerst Ihnen am besten gefällt.
Auch wüsste ich dies gern bei den
4 Radierungen.Ich will von beiden Portraits je eine
begrenzte Anzahl herausgeben. Würden
Sie mir die grosse Freundlichkeit
erweitern (worum ich gewöhnlcih
zu bitten pflege), mir dann später
diese Abzüge eigenhändig zu unterzeichnen.Der Wert würde für die Käufer
dadurch erhöht werden. Sollte ihnen
aber das auch irgend einem Grunde
nicht liegen, so bittre ich meine
Bitte zu ignorieren.Ich schreibe gleichzeitig an Heller, dass
er die 11 Abzüge von Ihnen abholen
lassen möge. Ich denke, er wäre -
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der Geeignetste, nur den Vertrieb zu
übernehmen.Ich empfinde, ein wie schlechter
Briefschreiber ich bin, da ich Ihnen
danken möchte möchte für den grossen Genuss,
den mir die Lektüre der „Kästchenwahl“,
sie war mir so anregend wie mein
liebstes Gehirntraining: das Talmud-
studium! Wie sehr würde ich mich
freuen, wenn ich auch den Leonardo
bekäme. – Ihre nichten Lily und
Tom, die bei mir kürzlich freilich
nur die Platte sahen, finden die
Radierung „fabelhaft“ ähnlich. Sonntag
verlebte ich bei Ihre Frau Schwester
eine sehr angenehme Stunden; besonders der Junge belustigte
mich sehr. Sie und ihre Gattin
begrüsst in herzlicher Verehrung
Ihr Hermann StruckWhistler]
"James Abbott McNeill Whistler [dʒeɪmz ˈæbət məkˈniːl ˈwɪslɚ] (* 11. Juli 1834 in Lowell, Massachusetts; † 17. Juli 1903 in Chelsea, London) war ein US-amerikanischer Maler."
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/James_McNeill_Whistler [2026-02-03]