• S.

    45 1

    V.

    Meine Damen und Herren! Mit der Aufdeckung der
    infantilen Sexualität und der Zurückführung der
    neurotischen Symptome auf erotische Triebkompon-
    enten sind wir zu einigen unerwarteten Formeln
    über das Wesen und die Tendenzen der neurotischen
    Erkrankungen gelangt. Wir sehen, daß die Menschen
    erkranken, wenn ihnen in Folge äußerer Hinder-
    nisse oder inneren Mangels an Anpassung die
    Befriedigung ihrer erotischen Bedürfnisse in
    der Realität versagt ist. Wir sehen, daß sie sich
    dann in die Krankheit flüchten, um mit ihrer
    Hilfe eine Ersatzbefriedigung für das Versagte
    zu finden. Wir erkennen, daß die krankhaften
    Symptome ein Stück der Sexualbetätigung
    der Person oder deren ganzes Sexualleben
    enthalten, und finden in der Fernhaltung von
    der Realität die Haupttendenz, aber auch
    den Hauptschaden des Krankseins. Wir ahnen,
    daß der Widerstand unserer Kranken gegen
    die Herstellung kein einfacher, sondern aus mehreren
    Motiven zusammengesetzt ist. Es sträubt sich nicht nur
    das Ich des Kranken dagegen, die Verdrängungen
    aufzugeben, durch welche es sich aus den ursprünglichen
    Anlagen herausgehoben hat, sondern auch die Sexual-
    triebe mögen nicht auf ihre Ersatzbefriedigung verzichten,
    solange es unsicher ist, ob ihnen die Realität etwas
    Besseres bieten wird.
          Die Flucht aus der unbefriedigenden Wirklichkeit
    in das, was wir wegen seiner biologischen Schädlichkeit
    Krankheit nennen, was aber niemals ohne einen
    unmittelbaren Lustgewinn für den Kranken ist,
    vollzieht sich auf dem Wege der Rückbildung (Re-
    gression), der Rückkehr zu früheren Phasen des
    Sexuallebens, denen seinerzeit die Befriedigung
    nicht abgegangen ist. Diese Regression ist anscheinend
    eine zweifache, eine zeitliche, insofern die Libido,
    das erotische Bedürfnis, auf zeitlich frühere Ent-
    wicklungsstufen zurückgreift, und eine formale,
    indem zur Äußerung dieses Bedürfnisses die ur-
    sprünglichen und primitiven psychischen Ausdrucks-
    mittel verwendet werden. Beide Arten der
    Regression zielen aber auf die Kindheit und
    treffen zusammen in der Herstellung eines

  • S.

    46 2

    infantilen Zustandes des Sexuallebens.
          Je tiefer Sie in die Pathogenese der nervösen Er-
    krankung eindringen, desto mehr wird sich Ihnen
    der Zusammenhang der Neurosen mit anderen
    Produktionen des menschlichen Seelenlebens,
    auch mit den wertvollsten desselben enthüllen.
    Sie werden daran gemahnt, daß wir Menschen, mit
    den hohen Ansprüchen unserer Kultur und unter dem
    Drucke unserer inneren Verdrängungen, die
    Wirklichkeit ganz allgemein unbefriedigend
    finden und darum ein Phantasieleben unterhalten,
    in welchem wir durch Produktionen von Wunsch-
    erfüllungen die Mängel der Realität auszu-
    gleichen lieben. Das energische und erfolgreiche
    Mensch ist der, dem es gelingt, durch Arbeit seine
    Wunschphantasien in Realität umzusetzen. In
    diesen Phantasien ist sehr vieles von dem eigent-
    lichen konstitutionellen Wesen der Persönlich-
    keit und auch von ihren für die Wirklichkeit
    verdrängten Regungen enthalten. + Der energische
    und erfolgreiche Mensch ist der, dem es ge-
    lingt durch Arbeit seine Wunschphantasien
    in Realität umzusetzen. Wo dies nicht
    gelingt, in Folge der Widerstände der Außen-
    welt und der Schwäche des Individuums, da
    tritt die Abwendung von der Realität ein,
    das Individuum zieht sich in seine befriedig-
    endere Phantasiewelt zurück, deren Inhalt er
    im Falle der Erkrankung in Symptome
    umsetzt. Unter gewissen
    günstigen Bedingungen bleibt es ihm noch möglich,
    von diesen Phantasien aus einen anderen
    Weg in die Realität zu finden, anstatt sich
    ihr durch Regression ins Infantile dauernd
    zu entfremden. Wenn die mit der Realität
    verfeindete Person im Besitze der uns psychologisch
    noch rätselhaften künstlerischen Begabung ist,
    kann sie ihre Phantasien in künstlerische Schöpf-
    ungen umsetzen, so dem Schicksal der Neurose
    entgehen und die Beziehung zur Realität auf
    diesem Umwege wiedergewinnen. Wo bei bestehender
    Auflehnung gegen die reale Welt diese
    kostbare Begabung fehlt oder unzulänglich
    ist, da wird es wol unvermeidlich, daß die Libido,
    der Herkunft der Phantasien folgend, auf dem
    Wege der Regression zur Wiederbelebung
    der infantilen Wünsche und somit zur
    Neurose gelangt. Die Neurose vertritt in unserer
    Zeit das Kloster, in welches sich alle die Personen

  • S.

    4 3

    zurückzuziehen pflegten, die das Leben enttäuscht
    hatte, oder die sich für das Leben zu schwach fühlten.
    + Meine Damen und Herren! Ich habe Ihnen die
    wichtigste Erfahrung noch nicht vorenthalten,
    welche unsere Annahme von den sexuellen
    Triebkräften der Neurose bestätigt. Jedesmal
          Lassen Sie mich an dieser Stelle das Hauptergebnis
    einfügen, zu welchem wir durch die psychoanalytische
    Untersuchung der Nervösen gelangt sind, daß
    die Neurosen keinen ihnen eigentümlichen psychischen
    Inhalt haben, der nicht auch beim Gesunden zu finden
    wäre, oder wie C. G. Jung es ausgedrückt hat,
    daß sie an denselben Komplexen erkranken,
    mit denen auch wir Gesunde kämpfen. Es hängt
    von quantitativen Verhältnissen, von den Relationen
    der mit einander ringenden Kräfte ab, ob
    der Kampf zur Gesundheit, zur Neurose oder zur
    kompensierenden Überleistung führt.
    wenn wir einen Nervösen psychoanalytisch behandeln
    tritt bei ihm das befremdende Phänomen der sog:
    Übertragung auf, d.h. er wendet dem Arzt ein
    Ausmaß von zärtlichen, oft genug mit Feindseligkeit
    vermengten, Regungen zu, welches in keiner realen
    Beziehung begründet ist und nach allen Einzelheiten
    seines Auftretens von den alten und unbewußt
    gewordenen Phantasiewünschen des Kranken
    abgeleitet werden muß. Jenes Stück seines Gefühls-
    lebens, das er sich nicht mehr in die Erinnerung
    zurückrufen kann, erlebt der Kranke also in
    seinem Verhältnisse zum Arzte wieder und erst
    durch solches Wiedererleben in der Übertragung
    wird er von der Existenz wie von der Macht
    dieser unbewußten sexuellen Regungen überzeugt.
    Die Symptome, welche um ein Gleichnis aus der
    Chemie zu gebrauchen, die Niederschläge von
    früheren Liebeserlebnissen (im weitesten Sinne)
    sind, können auch nur in der erhöhten Temperatur
    des Übertragungserlebnisses gelöst und in andere
    psychische Produkte übergeführt werden. Der Arzt
    spielt bei dieser Reaktion nach einem vortreff-
    lichen Wort von S. Ferenczi die Rolle eines kata-
    lytischen Ferments, das die bei dem Prozesse
    frei werdenden Affekte zeitweilig an sich reißt. 

  • S.

    4 48

    Das Studium der Übertragung kann Ihnen auch den
    Schlüssel zum Verständnis der hypnotischen Suggestion
    geben, deren wir uns anfänglich als technisches
    Mittel zur Erforschung des Unbewußten bei
    unseren Kranken bedient hatten. Die Hypnose
    erwies sich damals als eine therapeutische Hilfe
    aber als ein Hindernis der wissenschaftlichen Er-
    kenntnis des Sachverhaltes, indem sie die psychischen
    Widerstände aus einem gewissen Gebiet weg-
    räumte, um sie an den Grenzen desselben zu
    einem unübersteigbaren Wall aufzutürmen.
    Glauben Sie übrigens nicht, daß das Phänomen der
    Übertragung, über das ich Ihnen leider hier
    nur zu wenig sagen kann, durch die psychoanalytische
    Beeinflussung geschaffen wird. Die Übertragung
    stellt sich in allen menschlichen Beziehungen ebenso
    wie im Verhältnis des Kranken zum Arzte spon-
    tan her, sie ist überall der eigentliche Träger der therapeu-
    tischen Beeinflussung, und sie wirkt umso stärker
    je weniger man ihr Vorhandensein ahnt. Die
    Psychoanalyse schafft sie also nicht, sie deckt sie
    bloß dem Bewußtsein auf, und bemächtigt sich
    ihrer um die psychischen Vorgänge nach dem erwünschten
    Ziele zu lenken. Ich kann aber das Thema der
    Übertragung nicht verlassen, ohne hervorzuheben,
    daß dieses Phänomen nicht nur für die Über-
    zeugung des Kranken sondern auch für die
    des Kranken Arztes entscheidend in Betracht kommt.
    Ich weiß, daß alle meine Anhänger erst durch
    ihre Erfahrungen mit der Übertragung von der
    Richtigkeit meiner Behauptungen über die Patho-
    genese der Neurosen überzeugt worden sind,
    und kann sehr wol begreifen, daß man eine
    solche Sicherheit des Urteils nicht gewinnt solange
    man selbst keine Psychoanalysen gemacht, also
    nicht selbst die Wirkungen der Übertragung
    beobachtet hat.
          Meine Damen und Herren! Ich meine, es sind von
    der Seite des Intellekts besonders zwei Hinder-
    nisse gegen die Anerkennung der psychoanalytischen
    Gedankengänge zu würdigen: Erstens die Unge-
    wohntheit, mit der strengen und ausnahmslos geltenden
    Determinierung des seelischen Lebens zu rechnen, 

  • S.

    5 49

    und zweitens die Unkenntnis der Eigentümlichkeiten,
    durch welche sich unbewußte seelische Vorgänge von
    den uns vertrauten bewußten unterscheiden. Einer
    der verbreitetsten Widerstände gegen die
    psychoanalytische Arbeit – bei Kranken wie bei
    Gesunden – führt sich auf das letztere der beiden
    Momente zurück. Man fürchtet, durch die Psycho-
    analyse zu schaden, man hat Angst davor, die
    verdrängten sexuellen Triebe des Kranken
    ins Bewußtsein zu rufen, als ob damit die
    Gefahr verbunden wäre, daß sie dann die
    höheren ethischen Strebungen bei ihm „überwältigen
    und ihn seiner kulturellen Errungenschaften
    berauben könnten. Man merkt, daß der Kranke
    wunde Stellen in seinem Seelenleben hat,
    aber man scheut sich, dieselben zu berühren,
    damit sein Leiden nicht noch gesteigert werde.
    Wir können diese Analogie annehmen. Es ist freilich
    schonender, kranke Stellen nicht zu berühren,
    wenn man nichts anderes als Schmerz zu bereiten
    weiß. Aber der Chirurg läßt sich bekanntlich
    von der Untersuchung und Hantierung am Krank-
    heitsherd nicht abhalten, wenn er einen Eingriff
    beabsichtigt, welcher dauernde Heilung bringen
    soll. Niemand denkt mehr daran, ihm die un-
    vermeidlichen Beschwerden der Untersuchung
    oder die Reaktionserscheinungen der Operation
    zur Last zu legen, wenn diese nur ihren Erfolg
    erreicht und der Kranke durch die zeitweilige
    Verschlimmerung seines Zustandes eine end-
    giltige Hebung desselben erwirbt. Ähnlich
    liegen die Verhältnisse für die Psychoanalyse,
    sie darf dieselben Ansprüche erheben wie die
    Chirurgie; der Zuwachs an Beschwerden, den
    sie dem Kranken während der Behandlung
    zumutet, ist bei guter Technik ungleich geringer
    als was der Chirurg ihm auferlegt, und ist über-
    haupt gegen die Schwere des Grundleidens
    zu vernachlässigen. Der gefürchtete Endausgang
    aber einer Zerstörung des kulturellen Charakters
    durch die von der Verdrängung befreiten Triebe
    ist ganz unmöglich, denn diese Ängstlichkeit zieht
    nicht in Betracht, was uns unsere Erfahrungen

  • S.

    50 6

    mit Sicherheit gelehrt haben, daß die seelische und somatische
    Macht einer Wunschregung, wenn deren Verdrängung
    einmal mißlungen ist, ungleich stärker ausfällt, wenn
    sie unbewußt ist, als wenn sie bewußt ist, so daß
    sie durch das Bewußtmachen nur geschwächt werden
    kann. Der unbewußte Wunsch ist nicht zu beeinflussen,
    von allen Gegenstrebungen unabhängig, während
    der bewußte durch alles gleichfalls Bewußte und
    ihm Widerstrebende gehemmt werden kann und wird.
    Die psychoanalytische Arbeit stellt sich also als ein
    besserer Ersatz für die erfolglose Verdrängung
    geradezu in den Dienst der höchsten und wert-
    vollsten kulturellen Strebungen.
          Welche sind überhaupt die Schicksale der durch die
    Psychoanalyse freigelegten unbewußten Wünsche,
    auf welchen Wegen verstehen wir es, sie
    für das Leben des Individuums unschädlich zu
    machen? Dieser Wege sind mehrere. Am häufigsten
    ist der Erfolg, daß dieselben schon während
    der Arbeit durch die korrekte seelische Tätigkeit
    der ihnen entgegenstehenden besseren Regungen
    aufgezehrt werden. Die Verdrängung wird
    durch eine mit den besten Mitteln durchgeführte
    Verurteilung ersetzt. Dies ist möglich, weil
    wir zum großen Teil die Folge von Unfällen
    aus früheren Entwicklungsstadien des Ich's zu beseitigen haben.
    Das Individuum brachte seinerzeit nur eine
    Verdrängung des unbrauchbaren Triebes zu
    Stande, weil es damals selbst noch unvollkommen
    organisiert und schwächlich war; in seiner heutigen
    Reife und Stärke kann es vielleicht das ihm feindliche
    tadellos beherrschen. Ein zweiter Ausgang der
    psychoanalytischen Arbeit ist der, daß die aufgedeckten
    unbewußten Triebe nun jener zweckmäßigen
    Verwendung zugeführt werden können, die sie
    bei ungestörter Entwicklung schon früher hätten
    finden sollen. Die Ausrottung der infantilen
    Wunschregungen ist nämlich keineswegs das ideale
    Ziel der Entwicklung. Der Neurotiker hat durch
    seine Verdrängungen viele Quellen seelischer
    Energie eingebüßt, deren Zuflüsse für seine
    Charakterbildung und Betätigung im Leben
    sehr wertvoll gewesen wären. Wir kennen einen

  • S.

    7 51

    weit zweckmäßigeren Vorgang der Entwicklung, die
    sogen. Sublimierung, durch welchen die Energie infantiler
    Wunschregungen nicht abgesperrt, sondern verwertbar
    bleibt, indem den einzelnen Regungen statt
    des unbrauchbaren ein höheres, eventuell nicht mehr
    sexuelles Ziel gesetzt wird. Gerade die Komponenten
    des Sexualtriebes sind durch solche Fähigkeit zur
    Sublimierung, zur Vertauschung ihres Sexualzieles
    mit einem entlegeneren und sozial wertvolleren,
    besonders ausgezeichnet. Den auf solche Weise ge-
    wonnenen Energiebeiträgen zu unseren seelischen
    Leistungen verdanken wir wahrscheinlich die
    höchsten kulturellen Erfolge. Eine frühzeitig vor-
    gefallene Verdrängung schließt die Sublimierung
    des verdrängten Triebes aus; nach Aufhebung
    der Verdrängung ist der Weg zur Sublimierung
    wieder frei.
          Wir dürfen es nicht versäumen, auch den dritten
    der möglichen Ausgänge der psychoanalytischen
    Arbeit ins Auge zu fassen. Ein gewisser Anteil
    der verdrängten libidinösen Regungen hat
    ein Anrecht auf direkte Befriedigung und soll
    sie im Leben finden. Unsere Kulturansprüche
    machen für die meisten der menschlichen Organisat-
    ionen das Leben zu schwer, fördern dadurch die
    Abwendung von der Realität und die Entstehung
    der Neurosen, ohne einen Überschuß von Kultur-
    gewinn durch dies Übermaß von Sexual-
    verdrängung zu erzielen. Wir sollten uns nicht so weit
    überheben, daß wir das ursprünglich Animalische
    unserer Natur völlig vernachlässigen, dürfen auch
    nicht daran vergessen, daß die Glücksbefriedigung
    des Einzelnen nicht aus den Zielen unserer Kultur
    gestrichen werden kann. Die Plasticität der
    Sexualkomponenten, die sich in ihrer Fähigkeit
    zur Sublimierung kundgibt, mag ja eine große
    Versuchung herstellen, durch deren immer weiter
    gehende Sublimierung größere Kultureffekte
    zu erzielen. Aber so wenig wir darauf rechnen,
    bei unseren Maschinen mehr als einen gewissen
    Bruchteil der aufgewendeten Wärme in nutzbare
    mechanische Arbeit zu verwandeln, so wenig sollten wir
    es anstreben, den Sexualtrieb in seinem ganzen
    Energieausmaß seinen eigentlichen Zwecken

  • S.

    8 52

    zu entfremden. Es kann nicht gelingen, und soweit die
    Einschränkung der Sexualität zu weit getrieben
    werden soll, muß es alle Schädigungen eines Raub-
    baues mit sich bringen.
          Ich weiß nicht, ob Sie mit Verzeihung die Mahnung
    mit welcher ich schließe, als eine Überhebung
    auffassen werden. Ich getraue mich nur der indir-
    ekten Darstellung meiner Überzeugung, indem
    ich Ihnen einen alten Schwank erzähle, von
    dem Sie die Nutzanwendung machen sollen.
    Die deutsche Literatur kennt ein Städtchen
    Schilda, dessen Einwohnern alle möglichen klugen
    Streiche nachgesagt werden. Die Schildbürger, so
    wird erzählt, besaßen auch ein Pferd, mit dessen
    Kraftleistungen sie sehr zufrieden waren, an dem
    sie nur eines auszusetzen hatten, daß es soviel
    teueren Hafer verzehrte. Sie beschlossen, ihm diese
    Unart schonend abzugewöhnen, indem sie
    seine Ration täglich um mehrere Halme verring-
    erten, bis sie es an die völlige Enthaltsamkeit
    gewöhnt hätten. Es ging eine Weile vortrefflich,
    das Pferd war bis auf einen Halm im Tag ent-
    wöhnt, am nächsten Tage sollte es endlich haferfrei
    arbeiten. Am Morgen dieses Tages wurde das
    tückische Pferd doch tot aufgefunden; die Bürger von
    Schilda konnten sich nicht erklären, woran es ge-
    storben war. glauben
          Wir werden geneigt sein zu sagen, das Pferd
    sei verhungert, und ohne eine gewisse Ration
    Hafer sei von einem Tier überhaupt keine
    Arbeitsleistung zu erwarten. –
          Ich danke Ihnen für die Berufung und für
    die Aufmerksamkeit, die Sie mir geschenkt
    haben.