S.
131
XXXIV Aufklärungen Anwendungen Orientierungen
Meine Damen und Herren! darf ich einmal, sozusagen
des trockenen Tones satt über Dinge vor Ihnen
reden die sehr wenig theoretische Bedeutung
haben, die Sie aber doch nahe angehen insoferne
Siesichder Psychoanalyseinteressieren?freundlich
gesinnt sind? Setzen wir zB. den Fall, daß Sie in
Ihren Mußestunden einen deutschen englischen
oder amerikanischen Roman zur Hand
nehmen in dem Sie eine Schilderung der
Menschen und der Zustände von heute
zu finden erwarten. Nach wenigen Seiten
stoßen Sie auf eine erste Äußerung über
Psychoanalyse und dann bald auf weitere
auch wenn der Zusammenhang es nicht zu
erfordern scheint. Sie müßen nicht meinen
daß es sich dabei um Anwendungen der Tiefen-
psychologie zum besseren Verständniß der Personen
im Text oder ihrer Taten handelt; es giebt
allerdings auch ernsthaftere Dichtungen in denen
das wirklich versucht wird. Nein es sind meist
spöttische Bemerkungen mit denen der Ver-
fasser des Romans seine Belesenheit oder
seine intellektuelle Überlegenheit darthun
will. Nicht immer bekommen Sie auch den Eindruck
daß er das wirklich kennt worüber er sich aus-
spricht. Oder Sie gehen zu Ihrer Erholung in eine
gesellige Vereinigung; es muß nicht grade in
Wien sein. Nach kurzer Zeit geht das Gespräch
auf die Psychoanalyse. Sie hören die verschieden-
sten Leute ihr Urtheil abgeben, meist im
Tone unbeirrter Sicherheit. Dies Urteil ist
ganz gewöhnlich ein geringschätziges, oft eine
Schmähung, zum Mindesten wieder eine
Spötterei. Wenn Sie so unvorsichtig sind zu
verraten daß Sie etwas von dem Gegenstand
verstehen, fallen Alle über Sie her, verlangen
Auskünfte und Erklärungen und geben Ihnen
nach kurzer Zeit die Überzeugung, daß alle
diese strengen Urteile vor jeder Information
gefällt worden waren, daß kaum einer
von diesen Gegnern je ein analytisches
Buch zur Hand genommen hat, oder wenn doch, daß
er nicht über den ersten Widerstand beim
Zusammentreffen mit einem neuen Stoff
hinweggekommen ist.S.
132
Von einer Einführung in die Psychoanalyse erwarten
Sie vielleicht auch eine Anweisung, welche Argumente
man zur Richtigstellung der offenkundigen Irrthümer
über die Analyse verwenden, welche Bücher
man zur besseren Information empfehlen, oder
selbst, welche Beispiele aus Ihrer Lektüre oder
Erfahrung Sie in der Diskussion anrufen
sollen, um die Einstellung der Gesellschaft zu
ändern. Ich bitte Sie thun Sie nichts von alledem
Es wäre unnütz; am besten Sie verbergen
überhaupt Ihr besseres Wissen. Wenn das nicht
mehr möglich ist, so beschränken Sie sich darauf
zu sagen, Sie meinen, soweit Sie orientiert
sind, daß die Psychoanalyse ein besonderer
Wissenszweig sei, recht schwer zu verstehen
und zu beurtheilen, daß sie sich mit sehr
ernsthaften Dingen beschäftige, sodaß man
ihr mit ein paar Scherzen nicht nahe komme,
und daß man sich für gesellschaftliche Unter-
haltungen lieber ein anderes Spielzeug
aussuchen solle. Natürlich betheiligen Sie
sich auch nicht an Deutungsversuchen, wenn
unvorsichtige Leute ihre Träume erzählen,
und widerstehen auch der Versuchung durch
Berichte von Heilungen um Gunst für die
Analyse zu werben.
Sie können aber die Frage aufwerfen, warum sich
diese Leute, sowol die Bücher schreiben als die
Konversation machen, sich so inkorrekt benehmen,
und Sie werden zur Annahme neigen, daß
dies nicht nur an den Leuten sondern auch an
der Psychoanalyse liegt. Das meine ich auch; was
Ihnen in Literatur und Gesellschaft als Vorur-
teil entgegentritt, ist die Nachwirkung
eines früheren Urteils, – nämlich des Urteils
das die Vertreter der offiziellen Wissen-
schaft über die junge Psychoanalyse gefällt
hatten. Ich habe mich schon einmal in einer
historischen Darstellung darüber beklagt
und werde es nicht wieder thun – viel-
leicht war schon dies eine Mal zuviel, –
aber wirklich, es gab keine Verletzung der
Logik, aber auch keine des Anstands und
guten Geschmacks, die sich die wissenschaft-
lichen Gegner der Psychoanalyse damals
nicht gestattet hätten. Es war eine SituationS.
133
wie sie im Mittelalter verwirklicht war, wenn
ein Missethäter oder auch nur ein politischer Gegner
an den Pranger gestellt und der Mißhandlung
durch den Pöbelauspreisgegeben wurde. Und
Sie machen es sich vielleicht nicht klar, wie weit
hinauf in unserer Gesellschaft die Pöbelhaftig-
keit reicht und welchen Unfug sich die Menschen
erlauben, wenn sie sich als Massenbestandtheil
und der persönlichen Verantwortung überhoben
fühlen. Ich war zu Beginn jener Zeiten ziemlich
allein, sah bald ein, daß Polemisieren keine
Aussicht habe, daß aber auch das Sich-beklagen und
die Anrufung besserer Geister sinnlos sei, da
es ja keine Instanzen gäbe, bei denen die Klage
anzubringen wäre. Somit ging ich einen anderen
Weg; ich machte die erste Anwendung der Psycho-
analyse, indem ich mir das Benehmen der Masse
als Phänomen desselben Widerstands aufklärte
den ich bei den einzelnen Patienten zu bekämpf-
en hatte, enthielt mich selbst der Polemik und
beeinflußte meine Anhänger, als sie allmählich
hinzukamen, nach derselben Richtung. Das
Verfahren war gut, der Bann in den damals
die Analyse gethan wurde, ist seither aufgehoben
worden, aber wie ein verlassener Glaube
als Aberglaube fortlebt, eine von der Wissen-
schaft aufgegebene Theorie als Volksmeinung
erhalten bleibt, so setzt sich heute jene ur-
sprüngliche Ächtung der Psychoanalyse durch
wissenschaftliche Kreise in der spöttischen
Geringschätzung der Bücher schreibenden oder
Konversation machenden Laien fort. Darüber
werden Sie sich also nicht mehr verwundern.
Nun erwarten Sie aber nicht die frohe
Botschaft zu hören, der Kampf um die Analyse
sei zu Ende und habe mit ihrer Anerkennung als Wissenschaft
ihrer Zulassung als Lehrstoff zur Universität
geendet. Es ist keine Rede
davon, er setzt sich fort, nur in mehr ge-
sitteten Formen. Neu ist auch daß sich in
der wissenschaftlichen Gesellschaft eine Art von
Pufferschicht zwischen der Analyse und ihren
Gegnern gebildet hat, Leute die etwas
an der Analyse gelten lassen, es auch unter
ergötzlichen Verclausulierungen bekennen,
dafür Anderes ablehnen, wie sie nicht laut
genug verkünden können. Was sie bei
dieser Auswahl bestimmt, ist nicht leicht zuS.
134
errathen. Es scheinen persönliche Sympathien zu sein.
Der eine nimmt Anstoß an der Sexualität, der andere
am Unbewußten; besonders unbeliebt scheint
die Tatsache der Symbolik zu sein. Daß das Ge-
bäude der Psychoanalyse obwohl unfertig doch schon
heute eine Einheit, aus der nicht nach seiner
Willkür Elemente herausbrechen kann, scheint
für diese Eklektiker nicht in Betracht zu
kommen. Von keinem dieser Halb- oder Viertel-
anfänger konnte ich den Eindruck bekommen, daß ihre
Ablehnung auf Nachprüfung begründet ist. Auch
manche hervorragende Männer gehören zu dieser
Kategorie. Sie sind freilich entschuldigt durch
die Thatsache, daß ihre Zeit wie ihr Interesse
anderen Dingen gehören, nämlich jenen, in denen
sie die Bewältigung so Bedeutendes geleistet haben.
Aber sollten sie dann nicht lieber mit ihrem
Urtheil zurückhalten anstatt so entschieden
Partei zu nehmen? Bei einem dieser Großen
gelang mir einmal eine rasche Bekehrung.
Es war ein weltberühmter Kritiker, der den
geistigen Strömungen der Zeit mit wohlwollendem
Verständniß und prophetischem Scharfblick gefolgt
war. Ich lernte ihn erst kennen, als er das
achtzigste Jahr überschritten hatte, aber er war
noch immer bezaubernd im Gespräch. Sie
werden leicht errathen wen ich meine. Ich
war es auch nicht, der auf die Psychoanalyse
zu reden kam. Er that es, indem er sich auf
die bescheidenste Weise an mir maß. „Ich
bin nur ein Literat, sagte er, aber Sie
sind ein Naturforscher und Entdecker. Aber
das eine muß ich Ihnen sagen: ich habe nie
sexuelle Gefühle für meine Mutter gehabt.“
„Aber das brauchen Sie ja gar nicht gewußt zu
haben, war meine Erwiderung, das sind ja
für den Erwachsenen unbewußte Vorgänge.“
„Ach, so meinen Sie das,“ sagte er erleichtert
und drückte meine Hand. Wir plauderten
noch einige Stunden im besten Einvernehmen.
Ich hörte später, daß er in dem kurzen
Lebensrest, der ihm noch vergönnt war, sich
wiederholt freundlich über die Analyse
äußerte und gern das ihm neue Wort
„Verdrängung“ gebrauchte.S.
135
Ein bekannter Spruch mahnt, man soll von seinen
Feinden lernen. Ich gestehe daß mir dies nie ge-
lungen ist, aber ich dachte doch es könnte für Sie
lehrreich werden, wenn ichIhnenmit einer Muster-
ung aller der Vorwürfe und Einwendungen
vornähme die die Gegner der Psychoanalyse gegen
sie erhoben haben und dann auf die so leicht
aufzudeckenden Ungerechtigkeiten und Verstöße
gegen die Logik hinwiese. Aber on second
thoughts habe ich mir gesagt, das würde gar nicht
interessant, sondern ermüdend und peinlich
werden und grade das sein was ich in all
diesen Jahren sorgfältig vermieden habe.
Entschuldigen Sie mich also wenn ich diesen Weg nicht
weiter verfolge und Sie mit den Urteilen unserer
sogenannt wissenschaftlichen Gegner verschone.
Handelt es sich doch fast immer um Personen,
deren einziger Befähigungsnachweis die
Unbefangenheit ist, die sie sich durch Fern-
haltung von den Erfahrungen der Psychoanalyse
bewahrt haben. Aber ich weiß, so leichten Kaufs
werden Sie mich nicht in anderen Fällen
entlassen. Sie werden mir vorhalten: es giebt
doch soviel Personen für die Ihre letzte Be-
merkung nicht zutrifft. Diese sind der analyti-
schen Erfahrung nicht ausgewichen haben
Patienten analysiert sind vielleicht selbst analysi-
ert worden, waren sogar eine Zeit lang Ihre
Mitarbeiter und sind doch zu anderen Auffass-
ungen und Theorien gekommen auf Grund derer
sie von Ihnen abgefallen sind und selbständige
Schulen der Psychoanalyse begründet haben.
Über die Möglichkeit und Bedeutung dieser
in der Geschichte der Analyse so häufigen
Abfallsbewegungen sollten Sie uns Aufklärung
geben.
Ja, ich will es versuchen; in Kürze zwar, denn
es kommt dabei weniger für das Verständnis
der Analyse heraus als Sie erwarten mögen.
Ich weiß, Sie denken in erster Linie an die
Adlersche Individualpsychologie, die zB. in Amerika
als eine gleichberechtigte Nebenlinie unserer
Psychoanalyse betrachtet und regelmäßig mit
ihr zusammen genannt wird. In Wirklichkeit
hat sie sehr wenig mit ihr zu thun, führt
aber in Folge gewisser historischer Umstände
eine Art von parasitärer Existenz auf ihre
Kosten. Auf ihren Gründen treffen die Beding-
ungen, die wir für die Gegner dieser GruppeS.
136
angenommen haben, nur in geringem Ausmaß zu.
Der Name selbst ist unpassend, scheint ein Produkt
der Verlegenheit; wir können uns seine berecht-
igte Verwendung als Gegensatz zu Massenpsycho-
logie nicht stören lassen; auch was wir treiben
ist zumeist und vor allem Psychologie des mensch-
lichen Individuums. In eine objektive Kritik
der Adlerschen Individualpsychologie werde
ich heute nicht eingehen, sie liegt nicht im Plan
dieser Einführung, auch habe ich sie schon einmal
versucht und habe wenig Anlaß etwas an ihr
zu ändern. Den Eindruck den sie hervorruft,
will ich aber durch eine kleine Begebenheit
in den Jahren vor der Analyse illustrieren.
In der Nähe der mährischen Kleinstadt in
der ich geboren bin und die ich als Kind von
drei Jahren verlassen habe, befindet sich ein
bescheidener Kurort, schön im Grünen gelegen.
In den Gymnasialjahren war ich mehrmals auf
Ferien dort. Etwa zwei Jahrzehnte später wurde
die Erkrankung einer nahen Verwandten
der Anlaß, diesen Ort wieder zu sehen. In einer
Unterhaltung mit dem Kurarzt, der meiner
Verwandten Beistand geleistet hatte, erkundigte
ich mich auch nach seinen Beziehungen zu den
– ich glaube – slowakischen Bauern, die im Winter
seine einzige Klientel bildeten. Er erzählte,
die ärztliche Thätigkeit spiele sich in folgender
Weise ab: Zur Stunde seiner Ordination
kommen die Patienten in sein Zimmer und
stellen sich in einer Reihe auf. Einer nach
dem anderen tritt dann hervor und klagt
über seine Beschwerden. Er hat Kreuzschmerzen
oder Magenkrämpfe oder Müdigkeit in
den Beinen usw. Dann untersucht er ihn und
nachdem er sich orientiert hat ruft er ihm
die Diagnose zu, in jedem Fall die nämliche.
Er übersetzte mir das Wort, es heiße soviel
wie „verhext“. Ich fragte erstaunt ob die
Bauern denn keinen Anstoß daran nehmen,
daß er bei allen Kranken denselben
Befund habe. O nein, erwiderte er, sie sind sehr
zufrieden damit, es ist das, was sie erwartet
haben. Jeder, der in die Reihe zurücktritt,
deutet den anderen durch Mienen und
Gebärden: Ja das ist einer der's versteht.
Wenig ahnte ich damals, unter welchen Ver-
hältnißen ich einer analogen Situation
wiedererleben würde.
begegnenS.
137
Ob nämlich einer ein Homosexueller ist oder ein
Nekrophile, ein verängstigter Hysteriker, ein abge-
sperrter Zwangsneurotiker oder ein tobender
Wahnsinniger, in jedem Fall wird der Individual-
psycholog Adlerscher Richtung als das treibende
Motiv seines Zustandes angeben, daß er sich zur
Geltung bringen, seine Minderwertigkeit über-
kompensieren, oben bleiben, von der weiblichen
auf die männliche Linie ge-
langen will. Etwas ganz ähnliches hatten wir
als junge Studenten auf der Klinik gehört
wenn einmal ein Fall von Hysterie vorgestellt
wurde: Die Hysterischen erzeugen ihre Symptome
um sich interessant zu machen, die Aufmerksam-
keit auf sich zu ziehen. Wie doch alte
Weisheiten immer wiederkehren! Aber dieses
Stückchen Psychologie schien uns schon damals
die Räthsel der Hysterie nicht zu decken,
es ließ zB. unerklärt warum die Kranken
sich keiner anderen Mittel zur Erreichung
ihrer Absicht bedienen. Etwas an dieser Lehre
der Individualpsychologen muß natürlich richtig
sein, ein Partikelchen für das Ganze. Der
Selbsterhaltungstrieb wird versuchen, sich jede
Situation zu Nutze zu machen, das Ich wird
auch das Kranksein zum Vortheil wenden
wollen. Man nennt das in der Psychoanalyse
den „sekundären Krankheitsgewinn“. Freilich,
wenn man an die Thatsachen des Masochismus
denkt, des unbewußten Strafbedürfnisses und
der neurotischen Selbstschädigung, die die An-
nahme von Triebregungen nahe legen welche
der Selbsterhaltung zuwiderlaufen, wird
man auch an der Allgemeingiltigkeit jener
banalen Wahrheit irre, auf der das Lehrgebäude
der Individualpsychologie erbaut ist. Aber der
großen Menge muß eine solche Lehre hoch
willkommen sein, die keine Komplikationen
anerkennt, keine neuen, schwer faßbaren
Begriffe einführt, vom Unbewußten nichts
weiß, das auf Allen lastende Problem der
Sexualität mit einem Hieb beseitigt, sich
auf die Aufdeckung der Schliche beschränkt,
mit denen man sich das Leben bequem
machen will; denn die Menge ist selbst
bequem, verlangt zur Erklärung nicht mehrS.
138
als einen Grund, dankt der Wissenschaft nicht für
ihre Weitläufigkeiten, will einfache Lösungen
haben und Probleme erledigt wissen. Erwägt man
wie sehr die Individualpsychologie diesen Anfor-
derungen entgegen kommt, so kann man die Er-
innerung an einen Satz im Wallenstein nicht
zurückdrängen:
„Wär' dieser Gedanke nicht verwünscht gescheidt
Man wär' versucht ihn herzlich dumm zu
nennen.“
Die Kritik der Fachkreise hat die Individual-
psychologie im Allgemeinen mit Samthand-
so unerbittlich gegen die Psychoanalyse schuhen angefaßt
Es hat sich zwar in Amerika ereignet daß einer
der angesehensten Psychiater einen Aufsatz
gegen Adler veröffentlichte den er „Enough“
überschrieb, in dem er seinem Überdruß
an dem Wiederholungszwang der Individual-
psychologen energischen Ausdruck gab. Wenn
Andere sich weit liebenswürdiger benommen
haben, so hat wol die Gegnerschaft gegen die
Analyse viel dazu gethan.
Über andere Schulen, die von unserer Psychoanalyse
abgezweigt haben, brauche ich nicht viel zu sagen.
Daß es geschehen ist, läßt sich weder für noch gegen
den Wahrheitsgehalt der Psychoanalyse ver-
werten. Denken Sie an die starken affektiven
Momente die es Vielen schwer machen, sich
einzuordnen oder unterzuordnen, und an
die noch größere Schwierigkeit, die der Spruch
quot capita tot sensus mit Recht behauptet.
Wenn die Meinungsverschiedenheiten ein gewisses
Maß überschritten hatten, wurde es das Zweck-
mäßigste sich zu trennen und von da an
verschiedene Wege zu gehen, besonders wenn
die theoretische Differenz eine Änderung des
praktischen Handelns zur Folge hat. Nehmen
Sie zB. an daß ein Analytiker den Einfluß
der persönlichen Vergangenheit geringschätzt
und die Verursachung der Neurosen
ausschließlich in gegenwärtigen Motiven
und auf die Zukunft gerichteten Erwartungen
sucht. Dann wird er auch die Analyse der
Kindheit vernachläßigen, überhaupt eine
andere Technik einschlagen und den Ausfall
der Ergebnisse aus der Kindheitsanalyse
durch Steigerung seines lehrhaften Einflußes
und direkte Hinweise auf bestimmte
Lebensziele wettmachen müßen. WirS.
139
anderen werden dann sagen: das mag eine Schule
der Weisheit sein ist aber keine Analyse mehr.
Oder ein Anderer mag zur Einsicht gekommen sein,
daß das Angsterlebnis der Geburt den Keim
zu allen späteren neurotischen Störungen legt;
dann mag es ihm rechtmäßig erscheinen, die
Analyse auf die Wirkungen dieses einen Ein-
drucks einzuschränken und therapeutischen Erfolg
von einer drei- bis viermonatlichen Behandlung
zu versprechen. Sie merken ich habe zwei Bei-
spiele gewählt, die von diametral entgegenge-
setzten Voraussetzungen ausgehen. Es ist ein
fast allgemeiner Charakter dieser „Abfalls-
bewegungen“, daß eine jede sich eines Stücks
aus dem Motivenreichtum der Psychoanalyse
bemächtigt und sich auf Grund dieser Besitzergreifung selb-
ständig macht, etwa des Machttriebs, des ethischen
Konflikts, der Mutter, der Genitalität usw. Wenn
es Ihnen scheint, daß solche Sezessionen in der
Geschichte der Psychoanalyse heute schon häufiger
sind als bei anderen geistigen Bewegungen,
so weiß ich nicht, ob ich Ihnen Recht geben soll.
Wenn es so ist, so muß man die innigen Be-
ziehungen zwischen theoretischen Ansichten und
therapeutischem Handeln dafür verantwortlich
machen, die in der Psychoanalyse bestehen.
Meinungsverschiedenheiten allein würden weit
länger ertragen werden. Man liebt es, uns
Psychoanalytikern Intoleranz vorzuwerfen. Die
einzige Äußerung dieser häßlichen Eigenschaft
war eben die Trennung von den anders
Denkenden. Sonst wurde ihnen nichts angethan;
im Gegentheile, sie sind auf die Butterseite
gefallen, haben es seither besser als vorhin,
denn bei ihrem Ausscheiden haben sie sich
gewöhnlich von einer der Belastungen frei-
gemacht, unter denen wir keuchen – vom
Odium der Sexualität etwa oder von der
Lächerlichkeit der Symbolik – und gelten jetzt
der Umwelt als halbwegs ehrlich was wir
die Zurückgebliebenen noch immer nicht sind.
Auch haben sie sich – bis auf eine bemerkens-
werte Ausnahme – selbst ausgeschlossen.
Was für Ansprüche erheben Sie noch
im Namen der Toleranz? Daß, wenn Jemand
eine Meinung geäußert hat, die wir für
grundfalsch halten, wir ihm sagen: „Danke
Ihnen schön, daß Sie diesen Widerspruch
geäußert haben. Sie schützen uns gegen
die Gefahr der Selbstgefälligkeit undS.
140
geben uns Gelegenheit den Amerikanern zu
beweisen daß wir wirklich so broadminded
sind wie sie es immer wünschen. Wir glauben
zwar kein Wort von dem was Sie sagen aber
das macht nichts. Wahrscheinlich haben Sie ebenso
Recht wie wir. Wer kann denn überhaupt
wissen wer Recht hat? Erlauben Sie uns, daß
wir trotz der Gegnerschaft Ihre Ansicht in der
Literatur vertreten. Wir hoffen, Sie werden
die Liebenswürdigkeit haben sich dafür für
unsere einzusetzen die Sie verwerfen.“ Dies
wird offenbar in der Zukunft die Gepflogen-
heit im wissenschaftlichen Betrieb werden
wenn sich der Mißbrauch der Einstein'schen
Relativität vollends durchgesetzt hat. Es ist
wahr, vorläufig haben wir es noch nicht soweit
gebracht. Wir beschränken uns nach alter
Manier darauf nur unsere eigenen Über-
zeugungen zu vertreten, setzen uns der
Gefahr des Irrthums aus, weil man sich dagegen
nicht schützen kann, und lehnen ab, was
uns widerspricht. Von dem Recht, unsere
Meinungen abzuändern, wenn wir glauben
etwas Besseres gefunden zu haben, haben wir
in der Psychoanalyse reichlich Gebrauch gemacht.
Es war eine der ersten Anwendungen
der Psychoanalyse, daß sie uns die Gegnerschaft
verstehen lehrte, die uns die Mitwelt bewies,
weil wir Psychoanalyse trieben. Andere
Anwendungen, von objektiverer Natur, können
ein allgemeineres Interesse beanspruchen.
Unsere erste Absicht war ja, die Störungen
des menschlichen Seelenlebens zu verstehen
weil eine merkwürdige Erfahrung gezeigt
hatte, daß hier Verständniß und Heilung bei-
nahe zusammenfallen, daß ein gangbarer
Weg von dem einen zum anderen führt.
Es war auch lange Zeit die einzige Absicht.
Aber dann erkannten wir die nahen Beziehungen
ja, die innere Identität zwischen den patholog-
ischen und den sogenannt normalen Vorgängen
die Psychoanalyse wurde zur Tiefenpsychologie
und da nichts, was Menschen schaffen oder
treiben ohne Mithilfe der Psychologie
verständlich ist, ergaben sich die Anwend-
ungen der Psychoanalyse auf zahlreiche
Wissensgebiete, besonders geisteswissenschaft-
liche, von selbst, drängten sich aufS.
141
und forderten Bearbeitung. Leider stießen diese
Aufgaben auf Hindernisse, die, in der Sachlage
begründet auch heute noch nicht überwunden
sind. Eine solche Anwendung setzt fachliche Kennt-
nisse voraus, die der Analytiker nicht besitzt,
während diejenigen die sie besitzen, die Fach-
leute, von Analyse nichts wissen und viel-
leicht nichts wissen wollen. Es hat sich also
ergeben daß die Analytiker als Dilettanten
mit mehr oder weniger unzureichender
Ausrüstung, oft in Eile zusammengerafft, Einfälle
in jene Wissensgebiete unternommen haben
wie Mythologie, Kulturgeschichte Ethnologie
Religionswissenschaft usw. Sie wurden von
den dort ansässigen Forschern
nicht besser behandelt, als Eindringlinge
überhaupt, ihre Methoden wie ihre Resultate,
soweit sie Aufmerksamkeit fanden, zunächst
abgelehnt. Aber diese Verhältnisse sind in
stetiger Besserung, auf allen Gebieten wächst
die Anzahl der Personen, die Psychoanalyse
studieren um sie in ihrem Spezialfach zu
verwerten, als Kolonisten die Pioniere abzu-
lösen. Wir dürfen hier eine reiche Ernte
an neuen Einsichten erwarten. Anwend-
ungen der Analyse sind auch immer Be-
stätigungen derselben. Dort wo die wissen-
schaftliche Arbeit von einer praktischen Be-
thätigung weiter entfernt ist, werden wol
auch die unvermeidlichen Meinungskämpfe
weniger erbittert ausfallen.
Ich empfinde es als eine starke Versuchung, Sie
durch all die Anwendungen der Psychoanalyse
auf die Geisteswissenschaften zu führen. Es sind
Dinge, wissenswert für jeden Menschen mit
geistigen Interessen und eine Zeit lang
nichts von Abnormität und Krankheit zu hören
wäre eine verdiente Erholung. Aber ich
mußwiederdarauf verzichten, es führte uns
wiederum über den Rahmen dieser Vorträge
hinaus und, ehrlich gestanden, ich wäre der
Aufgabe auch nicht gewachsen. Auf einigen
dieser Gebiete habe ich zwar selbst den ersten
Schritt gethan, aber heute übersehe ich die
Fülle nicht mehr und hätte viel zu
studieren um zu bewältigen, was seit
meinen Anfängen hinzugekommen ist.S.
142
Die unter Ihnen die durch meine Absage enttäuscht
sind mögen sich an unserer Zeitschrift „Imago“ schad-
los halten, die für die nicht medizinischen Anwend-
ungen der Analyse bestimmt ist.
Nur an einem Thema kann ich nicht so leicht vorbei
gehen, nicht weil ich besonders viel davon ver-
stehe oder selbst soviel dazu gethan habe. Ganz im
Gegentheil, ich habe mich kaum je damit beschäftigt.
Aber es ist so überaus wichtig, so reich an Hoffnungen
für die Zukunft, vielleicht das Wichtigste von
allem was die Analyse betreibt. Ich meine die
Anwendung der Psychoanalyse auf die Pädagogik,
die Erziehung der nächsten Generation. Ich freue
mich wenigstens sagen zu können daß meine
Tochter Anna Freud sich diese Arbeit zur
Lebensaufgabe gesetzt hat, mein Versäumnis
auf solche Art wieder gutmacht. Der Weg der
zu dieser Anwendung geführt hat ist leicht zu
übersehen. Wenn wir in der Behandlung
eines erwachsenen Neurotikers der Deter-
minierung seiner Symptome nachspürten, wurden
wir regelmäßig bis in seine frühe Kindheit
zurückgeleitet. Diespäteren ÄtiologienKenntnisderKenntnis der späteren Ätiologien
reichte weder für das Verständnis noch für
die therapeutische Wirkung aus. So wurden wir
genöthigt, uns mit den psychischen Besonderheiten
des Kindesalters bekannt zu machen
und erfuhren eine Menge von Dingen die
anders als durch Analyse nicht zu erfahren
waren, konnten auch viele allgemein geglaubte
Meinungen über die Kindheit richtig stellen. Wir
erkannten daß den ersten Kinderjahren (etwa
bis fünf) aus mehreren Gründen eine beson-
dere Bedeutung zukommt. Erstens weil sie
die Frühblüthe der Sexualität enthalten, die
für das Sexualleben der Reifezeit ent-
scheidende Anregungen hinterläßt. Zweitens
weil die Eindrücke dieser Zeit auf ein unfer-
tiges und schwaches Ich treffen auf das sie
wie Traumen wirken. Das Ich kann sich
der Affektstürme die sie hervorrufen,
nicht anders als durch Verdrängung
erwehren und erwirbt solcher Art im
Kindesalter alle Dispositionen zu späteren
Erkrankungen und Funktionsstörungen.S.
143
Wir haben verstanden die Schwierigkeit der Kindheit liegt
darin, daß das Kind in einer kurzen Spanne Zeit
sich die Resultate einer Kulturentwicklung an-
eignen soll die sich über Jahrzehntausende erstreckt,
Triebbeherrschung und soziale Anpassung, wenigstens
die ersten Stücke von beiden. Nur einen Theil
dieser Veränderung kann es durch seine eigene
Entwicklung erreichen, vieles muß ihm von
der Erziehung aufgedrängt werden. Wir ver-
wundern uns nicht wenn das Kind diese
Aufgabe oft nur unvollkommen bewältigt.
Viele Kinder machen in diesen frühen Zeiten
Zustände durch, die man den Neurosen gleich-
stellen darf, gewiß alle die späterhin manifest
erkranken. Bei manchen Kindern wartet
die neurotische Erkrankung nicht die Zeit der
Reife ab, sie bricht schon in der Kinderzeit
aus und macht Eltern und Ärzten zu schaffen.
Wir haben kein Bedenken getragen die
analytische Therapie bei solchen Kindern anzu-
wenden, die entweder unzweideutige neurotische
Symptome zeigten oder auf dem Weg zu einer
ungünstigen Charakterentwicklung waren.
Die Besorgniß dem Kind durch die Analyse zu
schaden der Gegner der Analyse Ausdruck
gegeben haben, erwies sich als unbegründet.
Unser Gewinn bei diesen Unternehmungen war,
daß wir am lebenden Objekt bestätigen konnten,
was wir beim Erwachsenen aus historischen
Dokumenten sozusagen erschlossen hatten. Aber
auch der Gewinn für die Kinder war sehr
erfreulich. Es ergab sich, daß das Kind ein sehr
günstiges Objekt für die analytische Therapie
ist; die Erfolge sind gründliche und halten an.
Natürlich muß man die für Erwachsene ausge-
arbeitete Technik der Behandlung für das Kind
weitgehend abändern. Das Kind ist psychologisch
ein anderes Objekt als der Erwachsene, es
besitzt noch kein Überich, die Methode der
freien Association trägt nicht weit, die Über-
tragung spielt da die realen Eltern noch vor-
handen sind, eine andere Rolle. Die inneren
Widerstände die wir beim Erwachsenen bekämpfen
sind beim Kind zumeist durch äußere Schwie-
rigkeiten ersetzt. Wenn sich die Eltern zu
Trägern des Widerstandes machen, wird oft
das Ziel der Analyse oder diese selbst
gefährdet. Daher ist es oft nothwendig, mitS.
144
der Analyse des Kindes ein Stück analytischer Beein-
flussung der Eltern zu verbinden. Andererseits
werden die unvermeidlichen Abweichungen der
Kinderanalyse von der Erwachsenener durch den
Umstand verringert daß manche unserer Pat-
ienten soviel infantile Charakterzüge bewahrt
haben, daß der Analytiker wiederum in Anpassung an
das Objekt, nicht umhin kann, sich bei ihnen gewisser
Techniken der Kinderanalyse zu bedienen. Es hat
sich von selbst ergeben, daß die Kinderanalyse
die Domäne weiblicher Analytiker geworden
ist, und dabei wird es wol bleiben.
Die Einsicht, daß die meisten unserer Kinder
in ihrer Entwicklung eine neurotische Phase
durchmachen trägt den Keim einer hygienischen
Forderung in sich. Man kann die Frage aufwerfen
ob es nicht zweckmäßig wäre, dem Kind mit
mit einer Analyse zu Hilfe zu kommen auch
wenn es keine Anzeichen von Störung zeigt,
als eine Maßregel der Fürsorge für seine
Gesundheit, sowie man heute gesunde Kinder
gegen Diphtherie impft ohne abzuwarten, ob sie
an Diphtherie erkranken. Die Diskussion dieser
Frage hat heute nur ein akademisches Interesse;
ich kann mir gestatten, sie vor Ihnen zu erörtern;
der großen Menge unserer Zeitgenossen würde
schon das Projekt als ein ungeheurer Frevel
erscheinen und bei der Stellung der meisten
Elternpersonen zur Analyse muß man derzeit
jede Hoffnung auf dessen Durchführung aufgeben.
Eine solche Prophylaxe der Nervosität, die wahr-
scheinlich sehr wirksam sein würde, setzt auch
eine ganz andere Verfassung der Gesellschaft
voraus. Das Stichwort für die Anwendung
der Psychoanalyse auf die Erziehung fällt heute
an anderer Stelle. Machen wir uns klar
was die nächste Aufgabe der Erziehung ist. Das Kind
soll Triebbeherrschung lernen. Ihm die Freiheit
geben, daß es uneingeschränkt allen seinen
Impulsen folgt, ist unmöglich. Es wäre ein sehr
lehrreiches Experiment für Kinderpsychologen,
aber die Eltern könnten dabei nicht leben
und die Kinder selbst würden zu großem
Schaden kommen, wie es sich zum Theil sofort
zum anderen Theil in späteren Jahren zeigen
würde. Die Erziehung muß also hemmen,
verbieten, unterdrücken und hat dies auch
zu allen Zeiten reichlich besorgt. Aber aus
der Analyse haben wir erfahren, daßS.
145
grade diese Triebunterdrückung die Gefahr der neurot-
ischen Erkrankung mit sich bringt. Sie erinnern
sich wir haben eingehend untersucht, auf welchen
Wegen das geschieht. Die Erziehung hat also ihren
Weg zu suchen zwischen der Scylla des Gewähren-
lassens und der Charybdis des Versagens. Wenn
die Aufgabe nicht überhaupt unlösbar ist, muß
ein Optimum für die Erziehung aufzufinden
sein, wie sie am meisten leisten und am wenig-
stens schaden kann. Es wird sich darum handeln
zu entscheiden wieviel man verbieten darf, zu
welchen Zeiten und mit welchen Mitteln. Und
dann hat man noch in Rechnung zu setzen, daß
die Objekte der erziehlichen Beeinflußung sehr
verschiedene constitutionelle Veranlagungen
mitbringen, so daß das nämliche Vorgehen des
Erziehers unmöglich für alle Kinder gleich gutdas Erziehers
sein kann. Die nächste Erwägung lehrt, daß die
Erziehung bisher ihre Aufgabe sehr schlecht er-
füllt und den Kindern großen Schaden zuge-
fügt hat. Wenn sie das Optimum findet und
ihre Aufgabe in idealer Weise löst, dann kann
sie hoffen, den einen Faktor in der Ätiologie
der Erkrankung, den Einfluß der akzidentellen
Kindheitstraumen, auszulöschen. Den anderen,
die Macht einer unbotmäßigen Triebkonstitution
kann sie auf keinen Fall beseitigen. Überlegt
man nun die schwierigen Aufgaben die dem
Erzieher gestellt sind, die constitutionelle Eigen-
art des Kindes zu erkennen, aus kleinen
Anzeichen zu errathen, was sich in seinem un-
fertigen Seelenleben abspielt ihm das richtige
Maß von Liebe zuzutheilen und doch ein
wirksames Stück Autorität aufrecht zu halten,
so sagt man sich die einzig zweckmäßige Vor-
bereitung für den Beruf des Erziehers ist eine
gründliche psychoanalytische Schulung. Am besten ist
es, wenn er selbst analysiert worden ist denn
ohne Erfahrung an der eigenen Person kann
man sich die Analyse doch nicht zu eigen machen.
Die Analyse der Lehrer und Erzieher scheint
eine wirksamere prophylaktische Maßregel
als die der Kinder selbst, auch setzen sich
ihrer Durchführung geringere Schwierigkeiten
entgegen.
Nur nebenbei sei einer indirekten Förderung
der Kindererziehung durch die Analyse
gedacht, die mit der Zeit zu größerem
Einfluß kommen kann. Eltern die selbst
eine Analyse erfahren haben, ihr vielS.
146
verdanken, darunter die Einsicht in die Mängel
ihrer eigenen Erziehung, werden ihre Kinder
mit besserem Verständnis behandeln und
ihnen vieles ersparen, was ihnen selbst nicht
erspart geblieben war. Parallel mit den
Bemühungen der Analytiker um die Beeinflußung
der Erziehung, laufen andere Untersuchungen
über die Entstehung und Verhütung der Ver-
wahrlosung und der Kriminalität. Auch hier öffne
ich Ihnen nur die Thüre und zeige Ihnen
die Gemächer dahinter, führe Sie aber nicht hinein.
Ich weiß, wenn Ihr Interesse der Psychoanalyse
treu bleibt, werden Sie über diese Dinge
viel Neues und Wertvolles hören können. Ich
mag aber das Thema der Erziehung nicht ver-
lassen, ohne eines bestimmten Gesichtspunktes
zu gedenken. Es ist – und gewiß mit Recht – gesagt
worden jede Erziehung sei eine parteiisch ge-
richtete, strebe an, daß sich das Kind der beste-
henden Gesellschaftsordnung einordne ohne
Rücksicht darauf, wie wertvoll oder wie halt-
bar diese an sich sei. Wenn man von den
Mängeln unserer gegenwärtigen sozialen Ein-
richtungen überzeugt ist, kann man es nicht rechtfertigen
die psychoanalytisch gerichtete Erziehung noch in
ihren Dienst zu stellen. Man muß ihr ein
anderes, höheres Ziel setzen, das sich von
den herrschenden sozialen Anforderungen frei
gemacht hat. Ich meine aber, dies Argument
ist hier nicht am Platz. Die Forderung geht
über die Funktionsberechtigung der Analyse
hinaus. Auch der Arzt, der zur Behandlung
einer Pneumonie gerufen wird, hat sich nicht
darum zu kümmern, ob der Erkrankte ein
braver Mann ein Selbstmörder oder ein
Verbrecher ist, ob er verdient am Leben zu
bleiben und ob man es ihm wünschen soll.
Auch dies andere Ziel das man der Erziehung
setzen will, wird ein parteiisches sein und
es ist nicht Sache des Analytikers, zwischen
den Parteien zu entscheiden. Ich sehe ganz
ab davon daß man der Psychoanalyse jeden
Einfluß auf die Erziehung verweigern wird
wenn sie sich zu Absichten bekennt, die
mit der bestehenden sozialen Ordnung un-
vereinbar sind. Die psychoanalytische Er-
ziehung nimmt eine ungebetene Verant-
wortung auf sich, wenn sie sich vorsetzt,
ihren Zögling zum Aufrührer zu modeln.S.
147
Sie hat das Ihrige
genuggethan, wenn sie ihn möglichst
gesund und leistungsfähig entläßt. In ihr selbst
sind genug revolutionäre Momente enthalten,
um zu versichern, daß der von ihr Erzogene im
späteren Leben sich nicht auf die Seite des
Rückschritts und der Unterdrückung stellen wird.
Ich meine sogar, revolutionäre Kinder sind in
keiner Hinsicht wünschenswert.
Meine Damen und Herren! Ich habe noch vor Ihnen
einige Worte über die Psychoanalyse als Therapie
zu sagen. Das Theoretische darüber habe ich schon vor
15 Jahren besprochen und kann es heute
auch nicht anders formulieren; die Erfahrung
dieser Zwischenzeit soll nun auch zu Worte
kommen. Sie wissen, die Psychoanalyse ist als
Therapie entstanden, sie ist weit darüber hinaus
gewachsen, hat aber ihren Mutterboden nicht
aufgegeben und ist für ihre Vertiefung und
Weiterentwicklung immer noch an den Umgang
mit Kranken gebunden. Die gehäuften Ein-
drücke, aus denen wir unsere Theorien ent-
wickeln, können auf andere Weise nicht ge-
wonnen werden. Die Mißerfolge, die wir als
Therapeuten erfahren, stellen uns immer
wieder neue Aufgaben, die Anforderungen
des realen Lebens sind ein wirksamer
Schutz gegen das Überwuchern der Spekulation,
die wir in unserer Arbeit doch auch nicht ent-
behren können. Mit welchen Mitteln die
Psychoanalyse den Kranken hilft, wenn sie
hilft, und auf welchen Wegen, das haben wir
schon vor Zeiten erörtert, heute wollen
wir fragen wieviel sie leistet.
Sie wissen vielleicht, ich war nie ein therapeuti-
scher Enthusiast; es ist keine Gefahr daß ich diesen
Vortrag zu Anpreisungen mißbrauche. Ich
sage lieber zu wenig als zuviel. Zur Zeit,
als ich noch der einzige Analytiker war, pflegte
ich von Personen, die meiner Sache angeblich
freundlich gesinnt waren zu hören: Das ist
alles recht schön und geistreich, aber zeigen
Sie mir einen Fall, den Sie durch Analyse
geheilt haben. Das war eine der vielen
Formeln die einander im Lauf der Zeiten
in der Funktion abgelöst haben, die unbequeme
Neuheit bei Seite zu schieben. Sie ist heute
ebenso veraltet, wie viele andere, der
Stoß von Dankbriefen geheilter Patienten
findet sich auch in der Mappe des Analy-
tikers.S.
148
Dabei macht die Analogie nicht halt. Die Psychoanalyse
ist wirklich eine Therapie wie andere auch. Sie
hat ihre Triumphe wie ihre Niederlagen ihre Schwier-
igkeiten, Einschränkungen Indikationen. Zu einer
gewissen Zeit lautete eine Anklage gegen die
Analyse, sie sei als Therapie nicht ernst zu nehmen
denn sie getraue sich nicht eine Statistik ihrer
Erfolge bekannt zu geben. Seither hat das
von Dr Max Eitingon gegründete psychoanalytische
Institut in Berlin einen Rechenschaftsbericht
über sein erstes Jahrzehnt veröffentlicht. Die Heil-
erfolge geben weder einen Grund sich damit zu
prahlen noch sich ihrer zu schämen. Aber solche Sta-
tistiken sind überhaupt nicht lehrreich, das verarbeitete
Material ist so heterogen, daß nur sehr große
Zahlen etwas besagen würden. Man thut besser
seine Einzelerfahrungen zu befragen. Da möchte
ich sagen, ich glaube nicht, daß unsere Heiler-
folge es mit denen von Lourdes aufnehmen
können. Es giebt soviel mehr Menschen die an
die Wunder der heiligen Jungfrau als an
die Existenz des Unbewußten glauben. Wenden
wir uns zur irdischen Conkurrenz, so haben wir
die psychoanalytische Therapie mit den anderen
Methoden der Psychotherapie zusammen zu stellen.
Organische physikalische Behandlungen neurotischer
Zustände braucht man heute kaum zu erwähnen.
Als psychotherapeutisches Verfahren steht die Analyse
nicht im Gegensatz zu den anderen Methoden
dieses ärztlichen Spezialfachs; sie entwertet sie
nicht, schließt sie nicht aus. Es ginge in der
Theorie sehr gut zusammen daß ein Arzt, der
sich Psychotherapeut nennen will, die Analyse
neben allen anderen Heilmethoden bei seinen
Kranken verwendet, je nach der Eigenart des
Falles und der Gunst oder Ungunst äußerer
Verhältniße. In der Wirklichkeit ist es die
Technik, die die Spezialisierung der ärztlichen
Thätigkeit erzwingt. So mußten sich auch Chirurgie
und Orthopaedie von einander sondern. Die
psychoanalytische Thätigkeit ist schwierig und an-
spruchsvoll, sie läßt sich nicht gut handhaben
wie die Brille, die man beim Lesen aufsetzt
und fürs Spazierengehen ablegt. In der Regel
hat die Psychoanalyse den Arzt entweder
ganz oder gar nicht. Die Psychotherapeuten
die sich gelegentlich auch der Analyse bedienen
stehen nach meiner Kenntnis nicht auf sicherem
analytischen Boden; sie haben nicht die ganzeS.
149
Analyse angenommen sondern sie verwässert, vielleicht
entgiftet; man kann sie nicht zu den Analytikern
zählen. Ich meine das ist bedauerlich, aber ein Zusammen-
wirken in der ärztlichen Thätigkeit
mit einem Psychotherapeuten, der sich auf die
anderen Methoden des Fachs beschränkt wäre
durchaus zweckmäßig.
Mit den anderen Verfahren der Psychotherapie
verglichen ist die Psychoanalyse das über jeden Zweifel
mächtigste. Es ist auch recht und billig so, sie ist auch
das mühevollste und zeitraubendste, man wird sie in
leichten Fällen nicht anwenden; man kann mit ihr in geeigneten Fällen
Störungen beseitigen Änderungen hervorrufen
auf die man in voranalytischen
Zeiten nicht zu hoffen wagte. Es ist auch recht und
billig, so sie ist auch das mühevollste und zeitraub-
endste, man wird sie in leichten Fällen nicht anwenden.
Aber sie hat auch ihre sehr fühlbaren Schranken.
Der therapeutische Ehrgeiz mancher meiner Anhänger
hat sich die größte Mühe gegeben über diese
Hindernisse hinwegzukommen, so daß alle neurot-
ischen Störungen durch die Psychoanalyse heilbar
würden. Sie haben versucht, die analytische
Arbeit in eine verkürzte Dauer zu zwängen
die Übertragung so zu steigern, daß sie allen
Widerständen überlegen wird, andere Arten
der Beeinflußung mit ihr zu vereinigen
um die Heilung zu erzwingen. Diese Bemüh-
ungen sind gewiß lobenswert aber ich meine
sie sind vergeblich. Sie bringen auch die Gefahr
mit sich, daß man selbst aus der Analyse
herausgedrängt wird und in ein uferloses
Experimentiren geräth. Die Erwartung, alles
Neurotische heilen zu können, ist mir der Ab-
kunft verdächtig von jenem Laienglauben
daß die Neurosen etwas ganz Überflüßiges
sind, was überhaupt kein Recht hat zu exi-
stieren. In Wahrheit sind sie schwere, konsti-
tutionell fixirte Affektionen die sich selten
auf einige Ausbrüche beschränken, meist
über lange Lebensperioden oder das ganze
Leben anhalten. Die analytische Erfahrung, daß
man sie weitgehend beeinflussen kann, wenn man
sich der historischen Krankheitsanlässe und
der akzidentellen Hilfsmomente bemächtigt,
hat uns veranlaßt den constitutionellen
Faktor in der therapeutischen Praxis zu
vernachläßigen; wir können ihm ja auch
nichts anhaben; in der Theorie sollten
wir seiner immer gedenken. Schon dieS.
150
durchgängige Unzugänglichkeit der Psychosen für die
analytische Therapie sollte bei deren naher Verwandt-
schaft mit den Neurosen unsere Ansprüche bei
diesen letzteren einschränken. Die therapeutische
Wirksamkeit der Psychoanalyse bleibt durch eine
Reihe von bedeutsamen und kaum angreifbaren
Momenten beengt. Beim Kind sind es die äußer-
lichen Schwierigkeiten der wo man auf die größten
Erfolge rechnen könnte, der Elternsituation, die aber doch
zum Kindsein gehören. Beim Erwachsenen sind es in
erster Linie zwei Momente, das Maß von
psychischer Erstarrung und die Krankheitsform mit
allem was sie an tieferen Bestimmungen deckt.
Das erste Moment wird mit Unrecht oft übersehen.
So groß die Plastizität des seelischen Lebens und
die Möglichkeit der Auffrischung alter Zustände
auch ist, es läßt sich nicht alles wieder beleben.
Manche Veränderungen scheinen endgiltig, ent-
sprechen Narbenbildungen nach abgelaufenem
Prozesse. Andere Male empfängt man den
Eindruck einer allgemeinen Erstarrung des Seelen-
lebens; die psychischen Vorgänge, die man sehr wol
auf andere Wege weisen könnte, scheinen
unfähig die alten Wege zu verlassen. Aber
vielleicht ist das dasselbe, nur vorhin, nur
anders gesehen. Gar zu häufig glaubt man
zu verspüren, daß es der Therapie nur
an der erforderlichen Triebkraft fehlt, um
die Änderung durchzusetzen. Eine bestimmte
Abhängigkeit eine gewisse Triebkomponente
ist zu stark im Vergleich mit den Gegen-
kräften die wir mobil machen können.
Ganz allgemein ist es so bei den Psychosen. Wir
verstehen sie soweit, daß wir wol wüßten
wo die Hebel anzusetzen wären, aber
sie könnten die Last nicht bewegen. Hier
knüpft sogar die Zukunftshoffnung an, daß
die Kenntniß der Hormonwirkungen –
Sie wißen was das ist – uns die Mittel leiht
mit den quantitativen Faktoren der
Erkrankungen erfolgreich zu ringen, aber
heute sind wir davon weit entfernt.
Ich verstehe, daß die Unsicherheit in all diesen
Verhältnißen, einen ständigen Antrieb giebt,
die Technik der Analyse und besonders die
Übertragung zu vervollkommnen. Besonders
der Anfänger in der Analyse wird bei
einem Mißerfolg im Zweifel bleiben, ob
er die Eigenheiten des Falles oder seine
ungeschickte Handhabung des therapeutischenS.
151
beschuldigen soll. Aber ich sagte schon ich glaube nicht, daß
man durch die Bemühungen nach dieser Richtung viel
erreichen kann.
Die andere Einschränkung der analytischen Erfolge wird
durch die Krankheitsform gegeben. Sie wißen schon,
das Anwendungsgebiet der analytischen Therapie
sind die Übertragungsneurosen, Phobien, Hysterien,
Zwangsneurosen, außerdem noch Abnormitäten
des Charakters die an Stelle solcher Erkrank-
ungen entwickelt worden sind. Alles was anders
ist, narzißtische psychotische Zustände ist
mehr oder weniger ungeeignet. Nun
wäre es ja durchaus legitim sich durch sorgfältige
Ausschließung solcher Fälle vor Mißerfolgen zu
schützen. Die Statistiken der Analyse würden durch
diese Vorsicht eine große Aufbesserung erfahren.
Ja, aber das hat einen Haken. Unsere Diagnosen
erfolgen sehr häufig erst nachträglich, sie sind von
der Art wie die Hexenprobe des Schottenkönigs
von der ich bei Victor Hugo gelesen habe. Dieser
König behauptete, im Besitz einer unfehlbaren
Methode zu sein, um eine Hexe zu erkennen. Er
ließ sie in einem Kessel kochenden Wassers
abbrühen und kostete dann die Suppe. Danach
konnte er sagen: das war eine Hexe oder:
nein, das war keine. Ähnlich ist es bei uns, nur
daß wir die Geschädigten sind. Wir können
den Patienten der zur Behandlung, oder ebenso
den Candidaten, der zur Ausbildung kommt, nicht
beurteilen, ehe wir ihn durch einige Wochen oder
Monate analytisch studiert haben. Wir kaufen that-
sächlich die Katze im Sack. Nach dieser Probezeit
mag sich herausstellen daß es ein ungeeigneter
Fall ist. Wir schicken dann den Candidaten
weg, versuchen dann beim Patienten noch
eine Weile ob wir ihn nicht in günstigerem
Lichte sehen können. Der Patient rächt sich
dadurch daß er die Liste unserer Mißerfolge
vergrößert, der abgewiesene Kandidat, wenn
er ein Paranoider ist, etwa indem er selbst
psychoanalytische Bücher verfaßt. Sie sehen unsere
Vorsicht hat uns nichts genützt.
Der Patient brachte unbestimmte allgemeine
Beschwerden mit die eine sichere Diagnose
nicht gestatteten.S.
152
Ich besorge diese detaillirten Ausführungen gehen
über Ihr Interesse hinaus. Aber noch mehr müßte
es mir leid thun, wenn Sie meinen sollten,
es sei meine Absicht Ihre Achtung vor der Psycho-
analyse als Therapie herabzusetzen. Vielleicht habe
ich es wirklich ungeschickt angefangen; ich wollte
nämlich das Gegentheil, die therapeutischen Be-
schränkungen der Analyse durch den Hinweis
auf ihre Unvermeidlichkeit entschuldigen. In
derselben Absicht wende ich mich zu einem
anderen Punkt, zum Vorwurf, daß die analyt-
ische Behandlung unverhältnismäßig lange Zeiten
in Anspruch nimmt. Darauf ist zu sagen, psychische
Veränderungen vollziehen sich eben nur
langsam; wenn sie rasch plötzlich eintreten
ist es ein übles Zeichen. Es ist wahr die
Behandlung einer schwereren Neurose zieht
sich leicht über mehrere Jahre, aber legen
Sie sich im Fall des Erfolgs die Frage vor,
wie lange das Leiden gedauert hätte. Wahr-
scheinlich ein Dezennium für jedes Jahr Be-
handlung, das heißt das Kranksein wäre, wie wir es so oft an
unbehandelten Kranken sehen überhaupt
nie erloschen. In manchen Fällen haben wir
GrundAnlaßeine Analyse nach vielen Jahren
wieder aufzunehmen, das Leben hatte auf
neue Anlässe neue krankhafte Reaktionen
entwickelt, in der Zwischenzeit war unser
Patient gesund gewesen. Die erste Analyse
hatte eben nicht alle seine pathologischen
Dispositionen zum Vorschein gebracht und es
war natürlich, daß die Analyse eingestellt
wurde nachdem der Erfolg erreicht war. Es
giebt auch schwer benachtheiligte Menschen
die man ihr ganzes Leben über in analyti-
scher Obhut hält und von Zeit zu Zeit wieder
in Analyse nimmt, aber diese Personen
wären sonst überhaupt nicht existenzfähig
und man muß froh sein, daß man sie
mit dieser fraktionierten und rekurrier-
enden Behandlung aufrecht halten kann.
Auch die Analyse von Charakterstörungen
nimmt lange Behandlungszeiten in Anspruch
aber sie ist oft erfolgreich, und kennen
Sie eine andere Therapie, mit der man
diese Aufgabe auch nur in Angriff nehmen
könnte? Therapeutischer Ehrgeiz mag sich
durch diese Angaben unbefriedigt fühlen,S.
153
allein wir haben am Beispiel der Tuberkulose und
des Lupus gelernt daß man Erfolg erst haben kann
wenn man die Therapie den Charakteren des
Leidens angepaßt hat.
Ich sagte Ihnen, die Psychoanalyse begann als eine
Therapie, aber nicht als Therapie wollte ich sie
Ihrem Interesse empfehlen, sondern wegen ihres
Wahrheitsgehalts, wegen der Aufschlüße die sie uns
giebt über das, was den Menschen am nächsten
geht, sein eigenes Wesen und wegen der Zu-
sammenhänge die sie zwischen den verschiede-
nesten seiner Bethätigungen aufdeckt. Als
Therapie ist sie eine unter vielen, freilich
eine prima inter pares. Wenn sie nicht ihren
therapeutischen Wert hätte wäre sie nicht an
Kranken gefunden und durch mehr als dreißig
Jahre entwickelt worden.
You are here
Neue Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse1933-001/1932.01
1933-001/1932.01/34