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S.
Falzeder:
4. 4. 1934
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19
Nachtrag zum Brief von gestern: Sofort nach Absendung kam mir in den Sinn, dass ich darin einen Fehler begangen, nämlich δαλασσα mit einem zweiten λ geschrieben hatte. Nach allen Anzeichen musste es eine Fehlleistung gegen besseres Wissen sein. Sehr bald verstand ich auch ihr Motiv. Ich hatte mich über die kleinen Unrichtigkeiten in Ihrem Aufsatz geärgert - immer sehr empfindlich in kleinen Dingen (Ferenczy, Edward Jones, Unterbewusst)! Anstatt Ihnen das direkt zu sagen, zitirte ich die Anekdote von Xenophon. Aber die Liebe mengte sich ein und sagte: Wahrscheinlich sind Sie an diesen kleinen Verstössen unschuldig, Sie haben es ja nicht so leicht wie andere mit Correcturen. Das Unterbewusste mag die Folge eines Verhörens der Sekretärin sein. Und überhaupt kritisire ich Sie nicht gern. Sie sollen also eine Genugthuung haben und die beste ist, selbst ein Stück kleiner Unwissenheit zu leisten, das Ihnen auffallen kann u das Sie mir vorhalten werden. So entstand das δαλλασσα, und dies ist seine Erklärung! Nebstbei, ich war immer stolz auf den reichlichen Niederschlag des Griechischen in meinem Gedächtnis. (Sophocles' Chorgesänge, Stellen aus Homer u dgl)
Herzlich Ihr
Freud
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S.