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Berlin Tegel
PROF. DR. FREUD WIEN, IX., BERGGASSE 19.
20. 9. 1928
Lieber Alex
Ich bin jetzt drei Wochen hier, grade in meiner hilflosesten Zeit - die alte Prothese leistet nichts mehr u die neue soll morgen zuerst angelegt werden - und darum froh, dass Du bisher nicht nach Berlin gekommen bist. Ich weiss aber nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass Du in den noch übrigen 2-3 Wochen kommst.
Darum schreibe ich Dir. Mitzi hat heute am Telephon erzält, dass Dolfi nicht wol ist, Atemnot hat u dass der Doktor ein Nachlassen der Herzkraft bei ihr diagnostiziert. Es ist klar, dass sie Kur und Ruhe braucht, ebenso klar, dass die Mutter keine Rücksicht auf sie nehmen wird. Wir können es nicht riskiren, dass sie leistungsunfähig wird. Ich schlage Dir vor, Dich gleich nach ihrer Rückkehr der Sache anzunehmen, Prof Braun zum Konsilium mit Steineberg [?] zu bitten
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und dann darauf zu bestehen, dass die gegebenen Anordnungen ausgeführt werden. Sollte sie einige Wochen Behandlung im Sanator bedürfen, so haben wir ja das Geld für solche Ausgaben bereit liegen. Für die Mutter muss unterdess ein Ersatz gefunden werden. Ich möchte die Sache sehr ernst nehmen.
Ich mache hier natürlich schwere Zeiten durch, aber man bemüht sich, uns die Existenz möglichst angenehm zu machen. Schröder erweckt grosses Vertrauen.
Mit herzl Grüssen für Dich, Sophie, Harry
Dein Sigm
Berggasse 19
Wien 1090
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Untere Viaduktstraße 55
Wien 1030
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C1F23