S.

PROF. DR. FREUD         
WIEN IX., BERGGASSE 19

Semmering, Villa Schüler.

31.VIII.25.

Lieber Herr Doktor!

Ich freue mich immer, von Ihnen zu hören. 
Diesmal vernehme ich mit Bedauern, dass Sie 
nicht zum Kongress kommen können, den ich 
allerdings auch nicht besuchen werde. Meine 
Gesundheit ist jetzt recht befriedigend, er-
laubt mir, die Arbeit fortzusetzen, gestattet 
mir aber nicht, weite Reisen und solche An-
strengungen, wie sie der Kongress mit sich 
bringen würde. Das schmerzliche Ereignis, von 
dem Sie gehört haben, liegt bereits zwei 
Jahre zurück.

Ich weiss, welch hervorragenden Anteil 
Sie an der Einführung der Psychanalyse in 
Paris genommen haben und hoffe, dass Ihr Ein-
fluss auf die dortigen Arbeiter, speziell auf 
den hoffnungsvollen Laforgue sich fortsetzen 
wird.

Mit herzlichem Gruss für Sie und Ihre liebe 
Frau 
Ihr 
Freud