• S.

    PROF. DR. FREUD
    WIEN, IX. BERGGASSE 19.

    25.X.11.

    Lieber Freund

    Die Sache wird sehr interessant. 
    Zu Ihrem Misverständnis 
    gehört noch der Akt von 
    falschem Gehorsam, daß Sie 
    mitten im Brief einen Strich 
    gemacht u ihn so benannt 
    haben. Ich bat Sie ja, die 
    beiden Punkte zu „streichen”.

    Ich habe gewiß nichts anderes 
    verstanden, als daß die beiden 
    Einwendungen aus Ihrer 
    privaten Auffassung stam̄ten. 
    In dem beigelegten Brief 
    war ja nichts von ihnen er-
    wähnt. Wir wollen sehen, was 
    sie nun thut oder veranlaßt.

    Ich lege Ihnen heute einen 
    Ausschnitt bei, in dem der 
    „Schottländer” Ihrer 

  • S.

    liebevoll gedenkt. Behalten 
    Sie ihn!

    Ein Prof. Jul Polgár von 
    der höheren Handelsschule 
    hat mir schriftlich das Be-
    dürfnis ausgedrückt, die 
    Worcester Vorlesungen zu 
    übersetzen. Ich habe natürlich 
    auf Sie hingewiesen u ihm 
    vorgeschlagen, sich doch über-
    haupt in Verbindung mit 
    Ihnen zu setzen.

    Ich grüße Sie herzlich aus 
    häuslichen Sorgen und 
    eigenem Katarrhelend. 
    Ihr
    Freud

    Schottländer] Adolf Friedländer, hatte sich bei seinem Besuch bie Freud als Professor Schottländer angekündigt. 

    Prof. Jul Polgár]