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4. 7. 12
PROF. DR. FREUD WIEN IX., BERGGASSE 19Lieber Herr Doktor
Ich danke für Ihre freundl Mittheilungen, mir umso erwünschter, als Jung mich jetzt stark vernachlässigt. Ich finde wirklich, Sie waren in jenem Satz zu peremptorisch, verstehe aber sehr gut, wie er sich Ihnen gerade aus Ihrem Material heraus aufdrängte. Zur Rechtfertigg meiner "Ratschläge" bemerke ich, dass ich dort die ideale, gleichsam abstrakte ψα Technik suche, die sich in der praktischen Verwertg natürlich Abänderungen gefallen lassen muss, auf welche ich auch hinzuweisen versucht habe. Die Erziehungsbestrebungen anerkenne ich natürlich im vollen Ausmass, aber es besteht immer die Gefahr, dass man sich mit dem Verbessern allzu sehr beeilt, ehe man genug vom Verdrängten aufgedeckt hat. Wir haben alle das instinktive Bestreben, möglichst schnell aus der Unterwelt des Ubw ans Licht zu gelangen, als hielten wir es unten nicht
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S.
aus. Adler's Ikarusflug kann da ein warnendes Beispiel geben. Man kommt so bald dazu, sich das Ubw u die Analyse überhaupt abzugewöhnen. Das wäre ja ein Auslaufen der ΨA in Dubois. Anderseits weiss ich wol, dass gerade jugendliche Pat. die Vertiefung in die Analyse dazu benützen, um unterdess recht unartig zu sein.
Es ist gewiss eine schwere Sache mit der Analyse, aber wenn jetzt eine Periode der wissensch Diskussion unter uns selbst herausbrechen soll, müssen wir uns alle vornehmen, recht tolerant u wenig ausschliesslich zu sein. Ich werde mich bemühen, kein schlechtes Beispiel zu geben.
Mit herzlichem Gruss
Ihr getreuer
Freud
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S.