Das Ich und das Es1923-003/1925
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    Nachstehende Erörterungen setzen Gedankengänge fort, die in
    meiner Schrift „Jenseits des Lustprinzips“ 19201 begonnen wurden,
    denen ich persönlich, wie dort erwähnt ist, mit einer gewissen
    wohlwollenden Neugierde gegenüber stand. Sie nehmen diese
    Gedanken auf, verknüpfen sie mit verschiedenen Tatsachen der
    analytischen Beobachtung, suchen aus dieser Vereinigung neue
    Schlüsse abzuleiten, machen aber keine neuen Anleihen bei der
    Biologie und stehen darum der Psychoanalyse näher als das
    „Jenseits“. Sie tragen eher den Charakter einer Synthese als
    einer Spekulation und scheinen sich ein hohes Ziel gesetzt zu
    haben. Ich weiß aber, daß sie beim Gröbsten Halt machen, und
    bin mit dieser Beschränkung recht einverstanden.

    Dabei rühren sie an Dinge, die bisher noch nicht Gegenstand
    der psychoanalytischen Bearbeitung gewesen sind, und können
    es nicht vermeiden, manche Theorien zu streifen, die von
    Nicht-Analytikern oder ehemaligen Analytikern auf ihrem Rück-
    zug von der Analyse aufgestellt wurden. Ich bin sonst immer
    bereit gewesen, meine Verbindlichkeiten gegen andere Arbeiter
    anzuerkennen, fühle mich aber in diesem Falle durch keine
    solche Dankesschuld belastet. Wenn die Psychoanalyse gewisse
    Dinge bisher nicht gewürdigt hat, so geschah es nie darum, weil
    sie deren Leistung übersehen hatte oder deren Bedeutung ver-
    leugnen wollte, sondern weil sie einen bestimmten Weg verfolgt,

    1)Ges. Schriften, Bd. VI.

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    der noch nicht so weit geführt hatte. Und endlich, wenn sie
    dahin gekommen ist, erscheinen ihr auch die Dinge anders als
    den anderen.