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S.
IMAGO-BÜCHER
I.
DER KÜNSTLER
ANSÄTZE ZU EINER SEXUAL-PSYCHOLOGIE
Von Dr. OTTO RANK
Das Werk Ranks behandelt in lichtvoller Darstellung
entscheidende Fragen. Der Weg ist kühn – aber kein
Marsch auf der Straße. Die Zeit.Viele sehr verdienstvolle, wenn auch harte und bei-
nahe rücksichtslose Meinungen. Es gehört eine große
Freiheit des Geistes und eine sehr schätzbare Unbe-
fangenheit dazu. Rank hat auf dem Wege zur Seelen-
schau des Künstlers eine ganze Menge psychologischer
Probleme auf ihren sexuellen Gehalt hin geprüft und
mit schöner Prägnanz demonstriert.
Münchner Allgemeine Zeitung.II.
TOLSTOIS KINDHEITS-
ERINNERUNGENEIN BEITRAG ZU FREUDS LIBIDOTHEORIE
Von Dr. N. OSSIPOW
Auf der gigantischen Persönlichkeit dieses großen
Russen, erschütternd entgegenschimmernd aus seinem
künstlerischen Schaffen, fast nacktgeschürft in dem
Autobiographischen, ruht hier zum erstenmal der
geschärfte und geläuterte Blick psychoanalytischer
Erkenntnis. Der Mensch und Künstler, selbst ein
Zergliederer, selbst ein Träger genialischer Tiefen-
psychologie, tritt hier in den Leuchtkegel modernster
wissenschaftlicher Seeleneinsicht. In merkwürdiger
Weise kreuzen sich dabei die Wege Tolstoischer
Sexualgrübelei mit denen der psychoanalytischen Eros-
lehre. Die Studie beansprucht, sowohl von den Ge-
nießern Tolstoischer Kunst willkommen geheißen zu
werden, als auch bei dem wissenschaftlich orientierten
Leser brennendes Interesse vorzufinden.III.
DER EIGENE UND DER
FREMDE GOTTZUR PSYCHOANALYSE DER
RELIGIÖSEN ENTWICKLUNGVon Dr. THEODOR REIK
Inhalt: Über kollektives Vergessen. – Jesus und
Maria im Talmud. – Der hl. Epiphanius verschreibt
sich. – Die wiederauferstandenen Götter. – Das Evan-
gelium des Judas Ischkarioth. – Die psychoanalytische
Deutung des Judasproblems. – Gott und Teufel. –
Die Unheimlichkeit fremder Götter und Kulte. – Das
Unheimliche aus infantilen Komplexen. – Die Äqui-
valenz d. Triebgegensatzpaare. – Über Differenzierung.
Diese Arbeiten sollen, schreibt der Verfasser in der
Vorbemerkung, „einen Versuch darstellen, von ana-
lytischen Gesichtspunkten aus die Erscheinungen der
religiösen Feindseligkeit und Intoleranz psychologisch
zu erklären und zugleich den tieferen Ursachen der
religiösen Verschiedenheiten nachzuforschen. Woferne
die Konvergenz der Ergebnisse in diesen von ver-
schiedenen Seiten hergeführten Untersuchungen einen
Schluß auf die Richtigkeit des Ganzen zuläßt, würde
ich hoffen, daß die vorliegende Aufsatzreihe ein
wichtiges Stück der religiösen Entwicklung in einem
neuen Lichte erscheinen läßt.“IV.
DOSTOJEWSKI
Von JOLAN NEUFELD
Wie ist es möglich, daß ein Mensch so loyal gesinnt
ist und dabei an einer Verschwörung gegen den
Zaren teilnimmt? Wie kann jemand tief religiös und
zugleich absolut ungläubig sein? Woher kommt es,
daß ein Mensch, der mit jeder Nervenfaser an seiner
Heimatscholle klebt, Monate, ja Jahre im Auslande
verbringt? Woher kommt es, daß er dem Gelde un-
unterbrochen nachjagt, um es dann wie etwas voll-
kommen Wertloses zum Fenster hinauszuwerfen?
Wie das Leben, so ist auch die Dichtung Dostojewskis
enigmatisch. Rätselhafte Charaktere, entgleiste Perverse
sind die Helden seiner Romane und geben uns Rätsel
über Rätsel auf, die mit der Bewußtseinspsychologie
überhaupt nicht lösbar sind. Der Zauberschlüssel der
Psychoanalyse aber sprengt die Schlösser.V.
GEMEINSAME
TAGTRÄUMEVon HANNS SACHS
Als die Psychoanalyse auf die entscheidende Bedeutung
der Tagträume für den Lebensweg und die Liebeswahl
des Einzelnen hinwies, traf sie wenigstens an dieser
einen Stelle mit einer längst gangbaren Überzeugung
zusammen, daß nämlich die Tagträume die allgemein
menschliche Vorstufe seien, von der aus sich in be-
gnadetem Sonderfalle der Aufstieg zum Kunstwerk,
zur Dichtung vollziehe. Sachs weist nun die unbe-
wußten Quellen der Tagträume nach, und untersucht
eingehend die Frage, wie sich der Tagtraum zum
Kunstwerk verwandelt, wodurch sich der Dichter vom
Neurotiker, vom Verbrecher, vom Pfuscher der Masse
und schließlich in der Literatur vom Pfuscher und Nach-
ahmer unterscheidet. Er weist auf den Zusammenhang
zwischen dem nach Entlastung lechzenden Schuldbe-
wußtsein und dem zur Aufgabe des Ichs und zur
Verschiebung auf das Werk bereiten Narzißmus hin.
Im besonderen analysiert er dann in zwei breit an-
gelegten Studien zwei Kunstwerke, die beide Anzeichen
und Vorboten einer Produktionshemmung im Leben
ihrer Schöpfer darstellen: Schillers „Geisterseher“
und Shakespeares „Sturm“. Die Psychoanalyse
entwickelt sich „nach dem Gesetz nach dem sie ange-
treten“; da sie aus der Erforschung der Störungen er-
wachsen ist, die der unvollkommenen Bewältigung un-
bewußter Wünsche ihr Dasein verdanken, so vermag sie
sich den Problemen der künstlerischen Schöpfung auch
am besten von der Seite der Hemmungen her zu nähern.VI.
DIE AMBIVALENZ
DES KINDESVon Dr. HANS GUSTAV GRABER
Aus dem Inhalt: Ambivalenz bei Bleuler; bei Freud.
Der Urhaß. Die Elternbindung. Der Geschlechtsunter-
schied. Das Lustverbot. Tierphobien. Das Über-Ich.VII.
PSYCHOANALYSE
UND LOGIKVon Dr. I. HERMANN
Aus dem Inhalt: Dualschritte aus der Entwicklungs-
psychologie; in der Biologie; in der schönen Literatur.
Der Umkehrschritt. Der Abwendungsschritt. Der
Schritt des Sinkens. Über Sophismen.INTERNATIONALER PSYCHOANALYTISCHER VERLAG
Wien VII. Andreasgasse 3
S.
INTERNATIONALER PSYCHOANALYTISCHER VERLAG
WIEN VII. ANDREASGASSE 3
IMAGO
ZEITSCHRIFT FÜR ANWENDUNG DER PSYCHOANALYSE
AUF DIE GEISTESWISSENSCHAFTENHerausgegeben von Prof. Dr. SIGM. FREUD
In den Bänden I–IX (1912–1923) sind unter anderen folgende Beiträge aus dem Gebiete der
Soziologie, der Völkerpsychologie u. der Religionswissenschaft erschienen:Abraham: Der Versöhnungstag
Andreas-Salomé: Von frühem Gottesdienst
Berny: Zur Hypothese des sex. Ursprungs der Sprache
Eisler: Der Fisch als Sexualsymbol
Felszeghy: Panik und Pankomplex
Freud: Einige Übereinstimmungen im Seelenleben
der Wilden und der Neurotiker
Jones: Die Bedeutung des Salzes in Sitte und Brauch
Kelsen: Der Begriff d. Staates u. die Sozialpsychologie
Kinkel: Zur Frage der psychologischen Grundlagen
und des Ursprungs der Religion
Kolnai: Über das Mystische
– Zur psychoanalytischen Soziologie
Levi: Die Kastration in der Bibel
– Sexualsymbolik in der biblischen Paradiesgeschichte
– Ist das Kainszeichen die Beschneidung
Lorenz: Der Mythus der Erde
– Das Titanenmotiv in der allgemeinen MythologieMüller-Braunschweig: Psychoanalytische Gesichtspunkte zur Psychogenese der Moral.
Pfister: Die Entwicklung des Apostels Paulus
– Anwendungen d. P.-A. in d. Pädagogik u. Seelsorge
Rank: Die Nacktheit in Sage und Dichtung
– Die Don Juan Gestalt (Zur sozialen Funktion der Dichtkunst)
Reik: Das Kainszeichen
– Die Couvade und die Psychogenese der Vergeltungsfurcht
– Ödipus und die Sphinx
Róheim: Zur Psychologie der Bundesriten
Schröder: Der sexuelle Anteil an der Theologie der Mormonen
Silberer: Über Märchensymbolik
Sperber: Über den Einfluß sexueller Momente auf Entstehung und Entwicklung der Sprache
Wolk: Das Tri-theon der alten Inder* * *
DER POLITISCHE MYTHUS
BEITRÄGE ZUR MYTHOLOGIE DER KULTUR
Von Dr. EMIL LORENZ
In seiner edlen Wissenschaftlichkeit die Wage des Für und Wider liebevoll austarierend, ein Apotheker magischer
Destillate und wiederum – wäre das Wort nicht so zerbeult: ein Barockmensch – dosiert er seine Gedanken. In keiner
Bibliothek eines politischen Menschen sollte das Buch fehlen (Klagenfurter Zeitung)Diese Darlegungen verdienen nicht nur das Interesse des Forschers, sie sind ebenso beachtenswert für den Künstler
wie den gebildeten Laien. (Trierer Zeitung)In einer Durchleuchtung der Seele von Revolutionen spürt er mit unendlich feinfühligem Geiste den inneren Antrieben
von Massenbewegungen nach und findet in den Trägern dieser Umstürze gewisse unbewußte Motive wirksam, die er in
geistreichen Darlegungen bis zu den Keimzellen und Urformen zurückverfolgt. (Freie Stimmen)* * *
PSYCHOANALYTISCHE PSYCHOTECHNIK
Von Dr. FRITZ GIESE
I. Psychoanalyse und Wirtschaftspsychologie (Über erotisierte Reklame). –
II. Psychologische EignungsprüfungS.
INTERNATIONALER PSYCHOANALYTISCHER VERLAG
Wien VII. Andreasgasse 3
SIGM. FREUD
GESAMMELTE SCHRIFTEN
I
Studien über Hysterie / Frühe Arbeiten
zur Neurosenlehre (1893–98) (Charcot –
Quelques considérations pour une étude comparative
des paralysies motrices organ. et hystériques – Die
Abwehr-Neuropsychosen – Über die Berechtigung, von
d. Neurasthenie einen bestimmten Symptomenkomplex
als „Angstneurose“ abzutrennen – Obsessions et phobies
– Zur Kritik d. Angstneurose – Weitere Bemerkungen
über die Abwehr-Neuropsychosen – L'hérédité et
l'étiologie des névroses – Zur Ätiologie der Hysterie
– Die Sexualität in der Ätiologie der Neurosen)II
Die Traumdeutung (I.–VI. Kapitel)
III
Die Traumdeutung (VII. u. VIII. Kapitel) / Über
den Traum / Beiträge zur Traumlehre
(Märchenstoffe in Träumen – Ein Traum als Beweismittel
– Traum und Telepathie – Bemerkungen zur
Theorie und Praxis der Traumdeutung)IV
Zur Psychopathologie des Alltagslebens
/ Das Interesse an der Psychoanalyse /
Über Psychoanalyse / Zur Geschichte
der psychoanalytischen BewegungV
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie /
Arbeiten zum Sexualleben und zur Neurosenlehre
(Meine Ansichten über die Rolle der
Sexualität in der Ätiologie der Neurosen – Zur sexuellen
Aufklärung der Kinder – Die „kulturelle“
Sexualmoral und die Nervosität – Über infantile
Sexualtheorien – Beiträge z. Psychologie des Liebeslebens:
Über einen besonderen Typus der Objektwahl
beim Manne. Über die allgemeinste Erniedrigung des
Liebeslebens. Das Tabu der Virginität – Die infantile
Genitalorganisation – Zwei Kinderlügen – Gedankenassoziation
eines 4jähr. Kindes – Hysterische Phantasien
und ihre Beziehung zur Bisexualität – Über
den hysterischen Anfall – Charakter und Analerotik
– Über Triebumsetzungen, insbesondere der Analerotik
– Die Disposition zur Zwangsneurose – Mitteilung
eines der psychoanalytischen Theorie widersprechenden
Falles von Paranoia – Die psychogene
Sehstörung in psychoanalytischer Auffassung – Eine
Beziehung zwischen einem Symbol und einem Symptom
– Über die Psychogenese eines Falles von weiblicher
Homosexualität – „Ein Kind wird geschlagen“ –
Das ökonomische Problem des Masochismus – Über
einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia
u. Homosexualität – Über neurot. Erkrankungstypen
– Formulierungen über die zwei Prinzipien des
psychischen Geschehens – Der Untergang des Ödipuskomplexes)
/ Metapsychologie (Einige Bemerkungen
über d. Begriff des Unbewußten in der PsA. –
Triebe u. Triebschicksale – Die Verdrängung – Das Unbewußte
– Metapsycholog. Ergänzung z. Traumlehre
– Trauer und Melancholie – Neurose und Psychose)VI
Zur Technik (Die Freudsche psychoanalytische
Methode – Über Psychotherapie – Die zukünftigen
Chancen der psychoanalytischen Therapie – Über
„wilde“ Psychoanalyse – Die Handhabung der Traumdeutung
in der Psychoanalyse – Zur Dynamik der
Übertragung – Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen
Behandlung – Über fausse reconnaissance
[„déjà raconté“] während der psychoanalytischen
Arbeit – Zur Einleitung der Behandlung
– Erinnern, Wiederholen u. Durcharbeiten – Bemerkungen
über die Uebertragungsliebe – Wege der psychoanalyt.
Therapie – Zur Vorgeschichte der analyt. Technik)
/ Zur Einführung des Narzißmus /
Jenseits d. Lustprinzips / Massenpsychologie
u. Ich-Analyse / Das Ich u. das EsVII
Vorlesungen zur Einführung in die
PsychoanalyseVIII
Krankengeschichten (Bruchstück einer Hysterieanalyse
– Analyse der Phobie eines 5jähr. Knaben
– Ueber einen Fall v. Zwangsneurose – Ps. Bemerkungen
über einen autobiograph. beschriebenen Fall v. Paranoia
– Aus der Geschichte einer infantilen Neurose)IX
Der Witz und seine Beziehung zum
Unbewußten / Der Wahn und die Träume
in W. Jensens „Gradiva“ / Eine Kindheitserinnerung
des Leonardo da VinciX
Totem und Tabu / Arbeiten zur Anwendung
der Psychoanalyse (Tatbestandsdiagnostik
und Psychoanalyse – Zwangshandlungen und
Religionsübung – Ueber den Gegensinn der Urworte
– Der Dichter und das Phantasieren – Mythologische
Parallele zu einer plastischen Zwangsvorstellung
– Das Motiv der Kästchenwahl – Der Moses des
Michelangelo – Einige Charaktertypen aus der psychoanalytischen
Arbeit – Zeitgemäßes über Krieg und
Tod – Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse – Eine
Kindheitserinnerung aus „Dichtung und Wahrheit“ –
Das Unheimliche – Eine Teufelsneurose im 17. Jahrh.)XI
Nachträge / Bibliographie / Register
Die Bände IV, V, VI u. VII erscheinen im Mai 1924, die anderen bis Ende 1925
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Massenpsychologie und Ich-Analyse1921-001/1923
1921-001/1923/U