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Über die psychoanalytischen Forschungen informieren unsere
beiden von Prof. Freud herausgegebenen Zeitschriften:IMAGO
Zeitschrift für Anwendung der Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften
undINTERNATIONALE ZEITSCHRIFT
FÜR PSYCHOANALYSEIm Jahre 1923 erscheinen in den beiden Zeitschriften u. a. folgende Beiträge:
Prof. Freud: Bemerkungen zur Theorie und
Praxis der Traumdeutung.
— Eine Teufelsneurose im 17. Jahrhundert.
Dr. Karl Abraham (Berlin): Ergänzungen zur
Lehre vom Analcharakter.
— Neue Untersuchungen zur Psychologie der
manisch-depressiven Zustände.
August Aichhorn (Wien): Über die Erziehung
in Besserungsanstalten.
Dr. F. Alexander (Berlin): Über den biolo-
gischen Sinn psychologischer Vorgänge (Über
Buddhas Versenkungslehre).
Dr. Siegfried Bernfeld (Wien): Über eine
typische Form männlicher Pubertät.
Dr. Felix Boehm (Berlin): Bemerkungen über
Transvestitismus.
Dr. A. van der Chijs (Amsterdam): Versuch
zur Anwendung der objektiven Psychoanalyse
auf die musikalische Komposition.
Doz. Dr. Felix Deutsch (Wien): Über die
Bildung des Konversionssymptoms.
Dr. S. Feldmann (Budapest) Die Graviditäts-
neurosen.
Dr. I. Hermann (Budapest): Zur Psychologie
der Schimpansen.
— Über das psychologische Gesetz der Rand-
bevorzugung.Dr. Eduard Hitschmann (Wien): Telepathie
und Psychoanalyse.
Dr. St. Hollós (Budapest): Psychoanalytische
Spuren in der vorfreudschen Psychiatrie.
Dr. Karen Horney (Berlin): Zur Genese des
des weiblichen Kastrationskomplexes.
Dr. Ernest Jones (London): Einige Probleme
des jugendlichen Alters.
— Angstaffekt und Geburtsakt.
— Psychoanalyt. Studien über den Heiligen Geist.
Dr. Katherine Jones (London): Zur Symbolik
der Bäume.
Dr. A. Kielholz (Königsfelden): Zur Genese
und Dynamik des Erfinderwahnes.
Melanie Klein (Berlin): Zur Frühanalyse (Über
Entwicklung und Hemmung von Begabungen).
Rudolf Löwenstein (Berlin): Zur Psychoanalyse
der schwarzen Messen.
Dr. F. Lowtzky (Berlin): Eine okkultistische
Bestätigung der Psychoanalyse.
Dr. Otto Rank (Wien): Zum Verständnis der
Libidoentwicklung im Heilungsvorgang.
Dr. Géza Róheim (Budapest): Nach dem Tode
des Urvaters.
Dr. Emil Simonson (Berlin): Schleichs Psycho-
physik und Freuds Metapsychologie.
IMAGO-BÜCHER
I
DER KÜNSTLER
ANSÄTZE ZU EINER SEXUALPSYCHOLOGIE
VON DR. OTTO RANKII
TOLSTOIS KINDHEITSERINNERUNGEN
EIN BEITRAG ZU FREUDS LIBIDOTHEORIE
VON DR. N. OSSIPOWIII
DER EIGENE UND DER FREMDE GOTT
ZUR PSYCHOANALYSE DER RELIGIÖSEN ENTWICKLUNG
VON DR. THEODOR REIKS.
INTERNATIONALE PSYCHOANALYTISCHE BIBLIOTHEK
I. Zur Psychoanalyse der Kriegs-
neurosen. (Diskussion, gehalten auf dem
V. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß
in Budapest, 28. und 29. September 1918). 1919.
Inhalt: I. Einleitung von Prof. Dr. SIGM. FREUD. –
II. Diskussionsbeiträge von Dr. S. FERENCZI (Budapest),
Dr. KARL ABRAHAM (Berlin) und Dr. ERNST SIMMEL
(Berlin). – III. Dr. ERNST JONES (London): Die
Kriegsneurosen und die Freudsche Theorie.II. Dr. S. FERENCZI: Hysterie und Patho-
neurosen. 1919.
Inhalt: I. Über Pathoneurosen. – II. Hysterische Ma-
terialisationsphänomene. – III. Erklärungsversuch einiger
hysterischer Stigmata. – IV. Technische Schwierigkeiten
einer Hysterieanalyse. – V. Die Psychoanalyse eines
Falles von hysterischer Hypochondrie. – VI. Über zwei
Typen der Kriegshysterie.IV. Dr. OTTO RANK: Psychoanalytische
Beiträge zur Mythenforschung. (Aus
den Jahren 1912 bis 1914). 2., veränderte
Auflage. 1922.
Inhalt: Vorwort. – Mythologie und Psychoanalyse. –
Die Symbolik. – Völkerpsychologische Parallelen zu den
infantilen Sexualtheorien. – Zur Deutung der Sintflut-
sage. – Männeken-Piß und Dukaten-Scheißer. – Das
Brüdermärchen. – Mythus und Märchen.V. Dr. THEODOR REIK: Probleme der
Religionspsychologie. I. Teil: Das Ri-
tual. Mit einer Vorrede von Prof. Dr. SIGM.
FREUD. 1919.
Inhalt: I. Einleitung. – II. Die Couvade und die Psycho-
genese der Vergeltungsfurcht. – III. Die Pubertätsriten
der Wilden. – IV. Kolnidre (Stimme des Gelübdes). –
V. Das Schofar (Das Widderhorn).VI. Dr. GÉZA RÖHEIM: Spiegelzauber.
1919.VII. Dr. EDUARD HITSCHMANN: Gott-
fried Keller. Psychoanalyse des Dichters,
seiner Gestalten und Motive. 1919.VIII. Dr. OSKAR PFISTER: Zum Kampf
um die Psychoanalyse. (Mit einer Kunst-
beilage und 15 Textabbildungen.) 1920.
Inhalt: I. Die Psychoanalyse als psychologische Me-
thode. Apologetisches. Der erfahrungswissenschaftliche
Charakter der Psychoanalyse. Proben psychoanalytischer
Arbeit (Nachtwandeln, Unbezwingliche Abneigung gegen
eine Speise, Hypnopomper Einfall. Ein Fall von
kommunizierendem Irresein und ehelicher Liebe und
ehelicher Eifersucht. Die Entstehung
der künstlerischen Inspiration. – II. Zur Psychologie
des Krieges und des Friedens. Die Tiefenmächte des
Krieges. Die psychologischen Voraussetzungen des Völker-
friedens. – IV. Zur Psychologie des hysterischen Ma-
donnenkultus. – V. Hysterie und Lebensgang bei Mar-
gareta Ebner. – VI. Psychoanalyse und Weltanschauung.
(Positivismus, Metaphysik, Ethik.) – VII. Gefährdete
Kinder und ihre psychoanalytische Behandlung. – VIII.
Wahnvorstellung und Schülerselbstmord. – IX. Das
Kinderspiel als Frühsymptom krankhafter Entwicklung,
zugleich ein Beitrag zur Wissenschaftspsychologie.IX. AUREL KOLNAI: Psychoanalyse und
Soziologie. Zur Psychologie von Masse
und Gesellschaft. 1920.X. Dr. KARL ABRAHAM: Klinische Bei-
träge zur Psychoanalyse aus den
Jahren 1907–1920. 1921.
Inhalt: Über die Bedeutung sexueller Jugendträume
für die Symptomatologie der Dementia praecox. – Die
psychosexuellen Differenzen der Hysterie und der De-
mentia praecox. – Die psychologischen Beziehungen
zwischen Sexualität und Alkoholismus. – Die Stellung
der Verwandtenliebe in der Psychologie der Neurosen. –
Über hysterische Traumzustände. – Bemerkungen zur
Psychoanalyse eines Falles von Fuß- und Korsettfetisch-
mus. – Ansätze zur psychoanalytischen Erforschung und
Behandlung des manisch-depressiven Irreseins und ver-
wandter Zustände. – Über die determinierende Kraft
des Namens. – Über ein kompliziertes Zeremoniell neu-
rotischer Frauen. – Ohrmuschel und Gehörgang als
erogene Zone. – Zur Psychogenese der Straßenangst im
Kindesalter. – Sollen wir die Patienten ihre Träume
aufschreiben lassen? – Einige Bemerkungen über die
Rolle der Großeltern in der Psychologie der Neurosen.
– Eine Deckerinnerung, betreffend ein Kindheitserlebnis
von scheinbar ätiologischer Bedeutung. – Psychische
Nachwirkungen der Beobachtung des elterlichen Ge-
schlechtsverkehrs bei einem neunjährigen Kinde. – Kritik
zu C. G. JUNG: Versuch einer Darstellung der psycho-
analytischen Theorie. – Über eine konstitutionelle Grund-
lage der lokomotorischen Angst. – Über Einschränkungen
und Umwandlungen der Schaulust bei den Psychoneu-
rotikern. – Über neurotische Exogamie. – Untersuchungen
über die früheste prägenitale Entwicklungsstufe der Libido.
– Über ejaculatio praecox. – Einige Belege zur Gefühls-
stellung weiblicher Kinder gegenüber den Eltern. – Das
Geldaugeben im Angstzustand. – Über eine besondere
Form des neurotischen Widerstandes gegen die psycho-
analytische Methodik. – Bemerkungen zu FERENCZIS
Mitteilungen über Sonntagsneurosen. – Zur Prognose
psychoanalytischer Behandlungen im vorgeschrittenen
Lebensalter.XI. Dr. ERNST JONES: Therapie der
Neurosen. 1921.XII. J. VARENDONCK: Über das vor-
bewußte phantasierende Denken. Mit
Geleitwort von Prof. Dr. SIGM. FREUD. 1922.XIII. Dr. S. FERENCZI: Populäre Vor-
träge über Psychoanalyse. 1922.
Inhalt: Zur analytischen Auffassung der Psychoneurosen.
– Träume der Ahnungslosen. – Suggestion und Psycho-
analyse. – Die Psychoanalyse des Witzes und des Ko-
mischen. – Ein Vortrag für Richter und Staatsanwälte.
– Psychoanalyse und Kriminologie. – Philosophie und
Psychoanalyse. – Zur Psychogenese der Mechanik. –
Cornelia, die Mutter der Gracchen. – Anatol France
als Analytiker. – Glaube, Unglaube, Überzeugung.Zu beziehen durch den
INTERNATIONALEN PSYCHOANALYTISCHEN VERLAG
LEIPZIG, HOSPITALSTRASSE 10 WIEN, VII. ANDREASGASSE 3S.
INTERNATIONALER PSYCHOANALYTISCHER VERLAG
Wien, VII. Andreasgasse 3Soeben erschien von GEORG GRODDECK
DAS BUCH VOM ES / Briefe an eine FreundinFrüher erschien von GEORG GRODDECK
DER SEELENSUCHER / Psychoanalytischer RomanFRANKFURTER ZEITUNG: Ein ungewöhn-
lich geistreicher Kerl, der sehr amüsant zu reden
weiß. Der Stil erinnert etwas an die Pickwickier,
wenn auch der Inhalt durchaus nicht so harmlos ist.
Dr. DrillIMAGO: Es kann kein schlechtes Buch sein, dem
es wie diesem gelingt, den Leser vom Anfang bis
zum Ende zu fesseln, schwerere biologische und psy-
chologische Probleme in witziger, ja belustigender
Form darzustellen, und das es zustande bringt, derb-
zynische, groteske und tieftragische Szenen,
die in ihrer Nacktheit abstoßend wirken mußten,
mit seinem guten Humor wie mit einem Kleide
zu behängen. – Der erziehliche Wert des Buches
liegt darin, daß Groddeck, wie einst Swift, Rabe-
lais und Balzac, dem pietistisch-hypokritischen
Zeitgeist die Maske vom Gesicht reißt und die
dahinter versteckte Grausamkeit und Lüsternheit,
wenn auch mit dem Verständnis für deren Selbst-
verständlichkeit, offen zur Schau stellt. Die Sym-
bolik, die die Psychoanalyse zaghaft als einen der
gedankenbildenden Faktoren einstellt, ist für Welt-
lein tief im Organischen, vielleicht im Kosmischen
begründet und die Sexualität ist das Zentrum,
um das sich die ganze Symbolwelt bewegt.
Dr. S. FerencziNEUE RUNDSCHAU: Ein tüchtiger Mann, der
Spaß machen kann und sein Publikum in 36 Ka-
piteln trotz aller Wissenschaft harmlos und kurz-
weilig unterhält.
Alfred DöblinNEUE FREIE PRESSE: Weder die Vertiefung,
noch der soziale Ernst wird der Psychoanalyse hier
entnommen, sondern der Kehricht, den sie, das see-
lische Innere des Menschen feigend, vor der Tür an-
häuft. Diese unappetitliche Masse wird hier zum
Hauptthema, als ob das Absehen darauf gerichtet
wäre, die Psychoanalyse durch Ordinärität zu dis-
kreditieren, was indessen kaum in den Intentionen
des Verfassers, selbst Psychoanalytikers, liegen kann.
Herbert SilbererDIE SCHÖNE LITERATUR: Wer für Humor
keinen Sinn hat, gehe dem Buch weit aus dem
Wege.... Groddeck probiert mit einer tollen Don-
quichotterie die psychoanalytische Methode an seinem
Helden aus und mengt Witz und Unsinn, Weisheit
und Tollheit wild durcheinander.
Jörn OvenDIE WAGE: Ein witziges Buch! Ein kluges Buch!
Eine geschickte Fopperei, nichts mehr! Ein köst-
liches Buch, ein abscheuliches Buch! Ein fideler
Roman, ein wissenschaftliches Werk!... Das Buch
ist vor allem von einer imponierenden Rücksichts-
losigkeit.
Fritz SachsenburgBERLINER TAGEBLATT: Ein Buch, das
kaum seinesgleichen hat unter deutschen Büchern,
ein Buch von eigentümlicher spiritueller Schärfe, die
ihre Zeichen ins Hirn des Lesers ätzt. Was sonst
als erzählende, deutsch-rosa Humor übt,
scheint Wasser gegen Feuer Quintessenz
... So was, reines, Ungeniertes, raffiniert Ge-
scheit-Verrücktes ist von Erzählern unserer Sprache
noch nicht gewagt worden. Man muß zu den Großen
satirischer Dichtung, will man die Patrone dieser
Schrift nennen. Von Jonathan Swifts unsterblicher
Galle kreist ein Tropfen in des Seelensuchers Bitter-
keit; an Cervantes erinnert der Ritus, nach dem
hier einer zugleich den Priester und das Lamm seiner
Narrheit abgibt, erinnert die Durchsetzung dieser
Narrheit mit Idee und Idealität; in der Rabies ihrer
Witzigkeit aber gespenstert das Überdimensionierte
der Gargantua-Komik. ... Dieser Thomas ist
ein urgemütliches Gespenst, das seine Hirnschale
in Händen hält und aus dem muntren Qualm, der
ihr entsteigt, die Welt deutet ... Eine Figur, so
voll der kostbarsten Narrheit – die keine Narrheit,
sondern Ernst-Clownerie – ist noch durch keinen
deutschen Roman gewandelt ... Sie hat ein For-
mat und eine Funktion; der Rest ist Ulk. Aber Ulk
von der hellsten Sorte. Hier lehrt einer, zum Gau-
dium des Lesers, die Welt über den psycho-
analytischen Stock springen ... Wie sich
hier Sinn zu Hanswurstiaden übersteigert, Geist
in närrische Aktion umsetzt, Dogma possenreiße-
risch sich behauptet, Erkenntnis, ins dichteste Ge-
lächter stürzt – solche lustige Abenteuerfahrt des
Gedankens hat noch kein deutscher Mann gewagt.
Alfred PolgarWIENER FREIMAURER-ZEITUNG: Ein
Schalk, der lustig, ausgelassen und frivol ist und
doch zum Denken reizt ... Prüde Flachköpfe, Phi-
lister, laßt die Hände davon, aber Ihr, die Ihr lachen
könnt, bis die Augen tränen, macht Euch in Eurer
stillen Ecke über dieses Buch.BÜCHEREI UND BILDUNGSPFLEGE: Ge-
spräche und Reden des Seelensuchers Thomas Welt-
lein, den der Verfasser auf die schmale Grenze zwi-
schen dem weisen Grübler und dem Narren gestellt
hat, um ihn recht ungestört alles zwischen Himmel
und Erde durcheinanderquirlen lassen zu können ...
Für öffentliche Büchereien ist das Buch wegen seines
Übermaßes an Zynismus in erotischen und religiösen
Dingen unbrauchbar.OSTSEEZEITUNG: Groddeck hat der Literatur
einen modernen Don Quichotte geschenkt ... Wer
Freude daran hat, die Dinge auch einmal durch
eine andere Brille als seine eigene zu sehen, lese
das Buch. Er wird Stunden reinster Freude haben!
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Das Ich und das Es1923-003/1923