S.

Berlin, 30. V. 22

Lieber Herr Professor,

Die Vordatierung meiner Ihnen von Lampl überbrachten Zeilen1 ist trotz ihrer Überdeterminierung unschwer zu durchschauen; ich werde wohl am 17. geschrieben haben.

Bitte, behalten Sie den Flournoy, solange Sie ihn irgend brauchen; nach Obersalzberg2 habe ich bereits geschrieben – Sie haben doch in der ehemaligen „Pension Moritz“ Zimmer bestellt[?] –, man möchte Ihnen Zimmer reservieren, die möglichst den Bedingungen Ihrer Sommerzimmerwahl entsprechen sollen. Man stellte mir jedes Entgegenkommen Ihren Wünschen in Aussicht. Hoffentlich hält man es auch.

Eine sehr große Freude haben Sie mir gemacht, lieber Herr Professor, durch Ihren Entschluß, die Winterarbeitszeit zu reduzieren. Eine entsprechende Steigerung der Honorare wird sich bei Ihren Patienten gewiß durchführen lassen.

Ich hoffe, daß Sie über den Vortrag Annas morgen mit großer Genugtuung das Urteil werden fällen können; möge dieser Schritt Anna nur Gutes bringen.

In herzlichster Ergebenheit

Ihr Max Eitingon