S.

PROF. SIGM. FREUD
20 MARESFIELD GARDENS, 
LONDON, N. W. 3.
TEL: HAMPSTEAD 2002.

20.1.1939

Meine liebe Marie

Dank für die zwei analytischen 
Briefe, zu denen ich nichts hinzu-
zufügen habe. Sie haben gewiß Recht, 
es ist die sozusagen asymptotische 
Bearbeitung Ihres Vater‑¿¿¿¿‑
Komplexes

Sie schreiben mir nicht, was Ihr nächsten 
Reiseabsichten sind, ob Sie nach Ae-
gypten zurückfahren oder die 
durch das Schicksal veranstaltete 
Unterbrechung der Reise annehmen. 
Es thut mir leid um sie. Sie wissen, 
in Gedanken habe ich Sie auf dem 
Nil begleitet.

Das Schreiben wird mir heute schwer. 
Der angebliche Knochen will nicht 
zum Vorschein kom̄en, ich habe 
unausgesetzt Schmerzen die nur 
durch viel Aspirin beherrscht wer-
den können, und ich fühle mich 
bereits recht hergenom̄en. Der 
politische Horizont verdüstert sich 
von Tag zu Tag, man getraut 
sich nicht etwas Gutes zu erwarten. 
Umsomehr werde ich mich freuen, 
Sie wiederzusehen. Freilich, wenn 
Ihr Mann mit ihnen ist, kön̄en 
wir Sie nicht bei uns wohnen 
haben. 

Herzich Ihr 
Freud