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Analyse der Phobie eines 5jährigen Knaben.
Mitgeteilt von Sigm. Freud (Wien).
I. Einleitung.
Die auf den folgenden Blättern darzustellende Kranken-
und Heilungsgeschichte eines sehr jugendlichen Patienten entstammt,
streng genommen, nicht meiner Beobachtung. Ich habe zwar den
Plan der Behandlung im ganzen geleitet und auch ein einziges Mal in
einem Gespräche mit dem Knaben persönlich eingegriffen; die Behand-
lung selbst hat aber der Vater des Kleinen durchgeführt, dem ich für
die Überlassung seiner Notizen zum Zwecke der Veröffentlichung zu
ernstem Danke verpflichtet bin. Das Verdienst des Vaters reicht aber
weiter; ich meine, es wäre einer andern Person überhaupt nicht gelungen,
das Kind zu solchen Bekenntnissen zu bewegen; die Sachkenntnis,
vermöge welcher der Vater die Äußerungen seines 5jährigen Sohnes
zu deuten verstand, hätte sich nicht ersetzen lassen, die technischen
Schwierigkeiten einer Psychoanalyse in so zartem Alter wären unüber-
windbar geblieben. Nur die Vereinigung der väterlichen und der ärzt-
lichen Autorität in einer Person, das Zusammentreffen des zärtlichen
Interesses mit dem wissenschaftlichen bei derselben, haben es in diesem
einen Falle ermöglicht, von der Methode eine Anwendung zu machen,
zu welcher sie sonst ungeeignet gewesen wäre.Der besondere Wert dieser Beobachtung ruht aber in Folgendem:
Der Arzt, der einen erwachsenen Nervösen psychoanalytisch behandelt,
gelangt durch seine Arbeit des schichtweisen Aufdeckens psychischer
Bildungen schließlich zu gewissen Annahmen über die infantile Sexua-
lität, in deren Komponenten er die Triebkräfte aller neurotischen
Symptome des späteren Lebens gefunden zu haben glaubt. Ich habe
diese Annahmen in meinen 1905 veröffentlichten „Drei AbhandlungenJahrbuch für psychoanalyt. u. psychopathol. Forschungen. I.
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zur Sexualtheorie“ dargelegt; ich weiß, daß sie dem Fernerstehenden
ebenso befremdend erscheinen wie dem Psychoanalytiker unabweisbar.
Aber auch der Psychoanalytiker darf sich den Wunsch nach einem
direkteren, auf kürzerem Wege gewonnenen Beweise jener fundamentalen
Sätze eingestehen. Sollte es denn unmöglich sein, unmittelbar am Kinde
in aller Lebensfrische jene sexuellen Regungen und Wunschbildungen
zu erfahren, die wir beim Gealterten mit soviel Mühe aus ihren Ver-
schüttungen ausgraben, von denen wir noch überdies behaupten, daß
sie konstitutionelles Gemeingut aller Menschen sind und sich beim
Neurotiker nur verstärkt oder verzerrt zeigen?In solcher Absicht pflege ich meine Schüler und Freunde seit
Jahren anzueifern, daß sie Beobachtungen über das zumeist geschickt
übersehene oder absichtlich verleugnete Sexualleben der Kinder sammeln
mögen. Unter dem Material, welches infolge dieser Aufforderung in
meine Hände gelangte, nahmen die fortlaufenden Nachrichten über den
kleinen Hans bald eine hervorragende Stelle ein. Seine Eltern, die
beide zu meinen nächsten Anhängern gehörten, waren übereingekommen,
ihr erstes Kind mit nicht mehr Zwang zu erziehen, als zur Erhaltung
guter Sitte unbedingt erforderlich werden sollte, und da das Kind sich
zu einem heiteren, gutartigen und aufgeweckten Buben entwickelte, nahm
der Versuch, ihn ohne Einschüchterung aufwachsen und sich äußern
zu lassen, seinen guten Fortgang. Ich gebe nun die Aufzeichnungen des
Vaters über den kleinen Hans wieder, wie sie mir zugetragen wurden,
und werde mich selbstverständlich jedes Versuches enthalten, die
Naivität und Aufrichtigkeit der Kinderstube durch konventionelle
Entstellungen zu stören.Die ersten Mitteilungen über Hans datieren aus der Zeit, da er
noch nicht ganz drei Jahre alt war. Er äußerte damals durch verschiedene
Reden und Fragen ein ganz besonders lebhaftes Interesse für den Teil
seines Körpers, den er als „Wiwimacher“ zu bezeichnen gewohnt war.
So richtete er einmal an seine Mutter die Frage:Hans: „Mama hast du auch einen Wiwimacher?“
Mama: „Selbstverständlich. Weshalb?“
Hans: „Ich hab’ nur gedacht.“
Im gleichen Alter kommt er einmal in einen Stall und sieht, wie
eine Kuh gemolken wird. „Schau, aus dem Wiwimacher kommt Milch.“Schon diese ersten Beobachtungen machen die Erwartung rege,
daß vieles, wenn nicht das meiste, was uns der kleine Hans zeigt, sich
als typisch für die Sexualentwicklung des Kindes herausstellen wird.S.
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Ich habe einmal ausgeführt1), daß man nicht zu sehr entsetzt zu sein
braucht, wenn man bei einem weiblichen Wesen die Vorstellung vom
Saugen am männlichen Gliede findet. Diese anstößige Regung habe eine
sehr harmlose Abkunft, da sie sich vom Saugen an der Mutterbrust
ableitet, wobei das Euter der Kuh, – seiner Natur nach eine Mamma,
seiner Gestalt und Lage nach ein Penis – eine passende Vermittlung
übernimmt. Die Entdeckung des kleinen Hans bestätigt den letzten
Teil meiner Aufstellung.Sein Interesse für den Wiwimacher ist indes kein bloß theoretisches;
wie zu vermuten stand, reizt es ihn auch zu Berührungen des Gliedes.
Im Alter von 3½ Jahren wird er von der Mutter, die Hand am Penis,
betroffen. Diese droht: „Wenn du das machst, laß‘ ich den Dr. A.
kommen, der schneidet dir den Wiwimacher ab. Womit wirst du dann
Wiwi machen?“Hans: „Mit dem Popo.“
Er antwortet noch ohne Schuldbewußtsein, aber er erwirbt bei
diesem Anlasse den „Kastrationskomplex“, den man in den Analysen
der Neurotiker so oft erschließen muß, während sie sich sämtlich gegen
die Anerkennung desselben heftig sträuben. Über die Bedeutung dieses
Elementes der Kindergeschichte wäre viel Wichtiges zu sagen. Der
„Kastrationskomplex“ hat im Mythus (und zwar nicht nur im griechi-
schen) auffällige Spuren hinterlassen; ich habe seine Rolle in einer
Stelle der „Traumdeutung“ (p. 385 der zweiten Auflage) und noch ander-
wärts gestreift.Etwa im gleichen Alter (3½ Jahre) ruft er in Schönbrunn vor
dem Löwenkäfige freudig erregt aus: „Ich hab‘ den Wiwimacher vom
Löwen gesehen.“Die Tiere verdanken ein gutes Stück der Bedeutung, die sie im
Mythus und im Märchen haben, der Offenheit, mit der sie dem kleinen,
wißbegierigen Menschenkinde ihre Genitalien und ihre sexuellen Funk-
tionen zeigen. Die sexuelle Neugierde unseres Hans leidet wohl keinen
Zweifel, aber sie macht ihn auch zum Forscher, gestattet ihm richtige
begriffliche Erkenntnisse.Er sieht auf dem Bahnhofe, 3¾ Jahre alt, wie aus einer Loko-
motive Wasser ausgelassen wird. „Schau, die Lokomotive macht
Wiwi. Wo hat sie denn den Wiwimacher?“Nach einer Weile setzt er nachdenklich hinzu: „Ein Hund und
1)Bruchstück einer Hysterieanalyse, 1905. (Wieder abgedruckt in der
Zweiten Sammlung kleiner Schriften zur Neurosenlehre, 1909.)S.
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ein Pferd hat einen Wiwimacher; ein Tisch und ein Sessel nicht.“
So hat er ein wesentliches Kennzeichen für die Unterscheidung des
Lebenden vom Leblosen gewonnen.Wißbegierde und sexuelle Neugierde scheinen untrennbar von
einander zu sein. Hans’ Neugierde erstreckt sich ganz besonders auf
die Eltern.Hans, 3¾ Jahre: „Papa, hast du auch einen Wiwimacher?“
Vater: „Ja, natürlich.“
Hans: „Aber ich hab’ ihn nie gesehen, wenn du dich ausgezogen
hast.“Ein andermal sieht er gespannt zu, wie sich die Mama vor dem
Schlafengehen entkleidet. Diese fragt: „Was schaust du denn so?“
Hans: „Ich schau’ nur, ob du auch einen Wiwimacher hast?“
Mama: „Natürlich. Hast du denn das nicht gewußt?“
Hans: „Nein, ich hab’ gedacht, weil du so groß bist, hast du
einen Wiwimacher wie ein Pferd.“Wir wollen uns diese Erwartung des kleinen Hans merken;
sie wird später zu Bedeutung kommen.Das große Ereignis in Hansens Leben ist aber die Geburt seiner
kleinen Schwester Hanna, als er genau 3½ Jahre alt war [April 1903
bis Oktober 1906]. Sein Benehmen bei diesem Anlasse wurde vom
Vater unmittelbar notiert: „Früh um 5 Uhr, mit dem Beginne der Wehen,
wird Hans’ Bett ins Nebenzimmer gebracht; hier erwacht er um 7 Uhr
und hört das Stöhnen der Gebärenden, worauf er fragt: „Was hustet
denn die Mama?“ – Nach einer Pause: „Heut’ kommt gewiß der
Storch.“„Man hat ihm natürlich in den letzten Tagen oft gesagt, der Storch
wird ein Mäderl oder Buberl bringen, und er verbindet das ungewohnte
Stöhnen ganz richtig mit der Ankunft des Storches.“„Später wird er in die Küche gebracht; im Vorzimmer sieht er
die Tasche des Arztes und fragt: „Was ist das?“ worauf man ihm
sagt: „Eine Tasche.“ Er dann überzeugt: „Heut’ kommt der Storch.“
Nach der Entbindung kommt die Hebamme in die Küche und Hans
hört, wie sie anordnet, man möge einen Tee kochen, worauf er sagt:
„Aha, weil die Mammi hustet, bekommt sie einen Tee.“ Er wird dann
ins Zimmer gerufen, schaut aber nicht auf die Mama, sondern auf
die Gefäße mit blutigem Wasser, die noch im Zimmer stehen, und
bemerkt, auf die blutige Leibschüssel deutend, befremdet: „Aber
aus meinem Wiwimacher kommt kein Blut.“S.
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„Alle seine Aus-
sprüche zeigen, daß er das Ungewöhnliche der
Situation mit der Ankunft des Storches in Zusammen-
hang bringt. Er macht zu allem, was er sieht, eine sehr miß-
trauische, gespannte Miene, und zweifellos hat sich das erste Miß-
trauen gegen den Storch bei ihm festgesetzt.“„Hans ist auf den neuen Ankömmling sehr eifersüchtig und sagt,
wenn irgend wer sie lobt, schön findet usw., sofort höhnisch: „Aber
sie hat noch keine Zähne.“1) Als er sie nämlich zum erstenmal sah,
war er sehr überrascht, daß sie nicht sprechen kann, und meinte, sie
könne nicht sprechen, weil sie keine Zähne habe. Er wird in den ersten
Tagen selbstverständlich sehr zurückgesetzt und erkrankt plötzlich
an Angina. Im Fieber hört man ihn sagen: „Aber ich will kein Schwe-
sterl haben!“„Nach etwa einem halben Jahre ist die Eifersucht überwunden,
und er wird ein ebenso zärtlicher wie seiner Überlegenheit bewußter
Bruder.“2)„Ein wenig später sieht Hans zu, wie man seine einwöchentliche
Schwester badet. Er bemerkt: „Aber ihr Wiwimacher ist noch klein,“
und setzt wie tröstend hinzu: „Wenn sie wächst, wird er schon größer
werden.“3)1) Wiederum ein typisches Verhalten. Ein anderer, nur um zwei Jahre
älterer Bruder pflegte unter den gleichen Verhältnissen ärgerlich mit dem Ausrufe:
„zu k(l)ein, zu k(l)ein“ abzuwehren.2) „Der Storch soll ihn wieder mitnehmen,“ äußerte ein anderes, älteres
Kind zum Willkomm des Brüderchens. Vergleiche hierzu, was ich in der „Traum-
deutung“ über die Träume vom Tode teuerer Verwandter bemerkt habe.
(p. 175 ff. 2. Aufl.)3) Das nämliche Urteil, in den identischen Worten ausgedrückt und von der
gleichen Erwartung gefolgt, wurde mir von zwei anderen Knaben berichtet, als
sie den Leib eines kleinen Schwesterchens zuerst neugierig beschauen konnten.
Man könnte über diese frühzeitige Verderbnis des kindlichen Intellekts erschrecken.
Warum konstatieren diese jugendlichen Forscher nicht, was sie wirklich sehen,
nämlich, daß kein Wiwimacher vorhanden ist? Für unseren kleinen Hans können
wir allerdings die volle Aufklärung seiner fehlerhaften Wahrnehmung geben. Wir
haben, er hat sich durch sorgfältige Induktion den allgemeinen Satz erworben,
daß jedes belebte Wesen im Gegensatze zum Unbelebten einen Wiwimacher
besitzt; die Mutter hat ihn in dieser Überzeugung bestärkt, indem sie ihm bejahende
Auskünfte über solche Personen gab, die sich seiner eigenen Beobachtung entzogen.
Er ist nun ganz und gar unfähig, seine Errungenschaft wegen der einen Beobachtung
an der kleinen Schwester wieder aufzugeben. Er urteilt also, der WiwimacherS.
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„Im gleichen Alter, zu 33/4 Jahren, liefert Hans die erste Erzählung
eines Traumes. „Heute, wie ich geschlafen habe, habe ich geglaubt,
ich bin in Gmunden mit der Mariedl.“
„Mariedl ist die 13jährige Tochter des Hausherrn, die oft mit
ihm gespielt hat.“
Wie nun der Vater den Traum der Mutter in seiner Gegenwart
erzählt, bemerkt Hans richtigstellend: „Nicht mit der Mariedl, ganz
allein mit der Mariedl.“
Hierzu ist zu bemerken: „Hans war im Sommer 1906 in Gmunden,
wo er sich den Tag über mit den Hausherrnkindern herumtrieb. Als
wir von Gmunden abreisten, glaubten wir, daß ihm der Abschied und
die Übersiedlung in die Stadt schwer fallen würden. Dies war über
raschenderweise nicht der Fall. Er freute sich offenbar über die Ab-
wechslung und erzählte durch mehrere Wochen sehr wenig von
Gmunden. Erst nach Ablauf von Wochen stiegen öfter lebhaft ge-
färbte Erinnerungen an die in Gmunden verbrachte Zeit in ihm auf.
Seit etwa 4 Wochen verarbeitet er diese Erinnerungen zu Phantasien.
Er phantasiert, daß er mit den Kindern, Berta, Olga und Fritzl,
spielt, spricht mit ihnen, als ob sie gegenwärtig wären, und ist imstande,
sich stundenlang so zu unterhalten. Jetzt, wo er eine Schwester be-
kommen hat und ihn offenbar das Problem des Kinderkriegens be-
schäftigt, nennt er Berta und Olga nur mehr „seine Kinder“ und fügt
einmal hinzu: „Auch meine Kinder, Berta und Olga, hat der Storch
gebracht.“ Der Traum, jetzt nach 6monatlicher Abwesenheit von
ist auch hier vorhanden, er ist nur noch sehr klein, aber er wird wachsen, bis er
so groß geworden ist wie der eines Pferdes.
Wir wollen zur Ehrenrettung unseres kleinen Hans ein Weiteres tun. Er
benimmt sich eigentlich nicht schlechter als ein Philosoph der Wundtschen Schule.
Für einen solchen ist das Bewußtsein der nie fehlende Charakter des Seelischen,
wie für Hans der Wiwimacher das unentbehrliche Kennzeichen alles Lebenden.
Stößt der Philosoph nun auf seelische Vorgänge, die man erschließen muß, an denen
aber wirklich nichts von Bewußtsein wahrzunehmen ist – man weiß nämlich nichts
von ihnen und kann doch nicht umhin, sie zu erschließen – so sagt er nicht etwa,
dies seien unbewußte seelische Vorgänge, sondern er heißt sie dunkelbewußte.
Der Wiwimacher ist noch sehr klein! Und bei diesem Vergleiche ist der Vorteil
noch auf Seiten unseres kleinen Hans. Denn, wie so häufig bei den Sexual-
forschungen der Kinder, ist auch hier hinter dem Irrtume ein Stück richtiger
Erkenntnis verborgen. Das kleine Mädchen besitzt allerdings auch einen kleinen
Wiwimacher, den wir Klitoris heißen, wenn er auch nicht wächst, sondern ver-
kümmert bleibt. (Vgl. meine kleine Arbeit „Über infantile Sexualtheorien,“
Sexualprobleme, 1908.)S.
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Gmunden, ist offenbar als Ausdruck seiner Sehnsucht, nach Gmunden
zu fahren, zu verstehen.“So weit der Vater; ich bemerke vorgreifend, daß Hans mit der
letzten Äußerung über seine Kinder, die der Storch gebracht haben
soll, einem in ihm steckenden Zweifel laut widerspricht.Der Vater hat zum Glück mancherlei notiert, was später zu
ungeahntem Werte kommen sollte. „Ich zeichne Hans, der in letzter
Zeit öfter in Schönbrunn war, eine Giraffe. Er sagt mir: „Zeichne
doch auch den Wiwimacher.“ Ich darauf: „Zeichne du ihn selbst dazu.“
Hierauf fügt er an das Bild der Giraffe folgenden Strich [die ZeichnungWiwimacher
Fig. 1.
liegt bei], den er zuerst kurz zieht und dem er dann ein Stück hinzufügt,
indem er bemerkt: „Der Wiwimacher ist länger.“„Ich gehe mit Hans an einem Pferde vorbei, das uriniert. Er
sagt: „Das Pferd hat den Wiwimacher unten so wie ich.“„Er sieht zu, wie man seine 3monatliche Schwester badet, und
sagt bedauernd: „Sie hat einen ganz, ganz kleinen Wiwimacher.“„Er erhält eine Puppe zum Spielen, die er auskleidet. Er schaut
sie sorgfältig an und sagt: „Die hat aber einen ganz kleinen Wiwi-
macher.“Wir wissen bereits, daß es ihm mit dieser Formel möglich gemacht
ist, seine Entdeckung [vgl. p. 4] aufrechtzuhalten.Jeder Forscher ist in Gefahr, gelegentlich dem Irrtume zu ver-
fallen. Ein Trost bleibt es, wenn er, wie unser Hans im nächsten
Beispiele, nicht allein irrt, sondern sich zur Entschuldigung auf den
Sprachgebrauch berufen kann. Er sieht nämlich in seinem Bilder-
buche einen Affen und zeigt auf dessen aufwärts geringelten Schwanz:
„Schau, Vatti, der Wiwimacher.“S.
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In seinem Interesse für den Wiwimacher hat er sich ein ganz
besonderes Spiel ausgedacht. „Im Vorzimmer ist der Abort und eine
dunkle Holzkammer. Seit einiger Zeit geht Hans in die Holzkammer
und sagt: „Ich geh’ in mein Kloset.“ Einmal schaue ich hinein, um
zu sehen, was er in der dunklen Kammer macht. Er exhibiert und
sagt: „Ich mache Wiwi.“ Das heißt also: er „spielt“ Kloset. Der
Spielcharakter erhellt nicht nur daraus, daß er das Wiwimachen bloß
fingiert und nicht etwa wirklich ausführt, sondern auch daraus, daß
er nicht ins Kloset geht, was eigentlich viel einfacher wäre, vielmehr
die Holzkammer vorzieht, die er „sein Kloset“ heißt.“Wir würden Hans unrecht tun, wenn wir nur die autoerotischen
Züge seines Sexuallebens verfolgten. Sein Vater hat uns ausführliche
Beobachtungen über seine Liebesbeziehungen zu anderen Kindern
mitzuteilen, aus denen sich eine „Objektwahl“ wie beim Erwachsenen
ergibt. Freilich auch eine ganz bemerkenswerte Beweglichkeit und
polygamische Veranlagung.„Im Winter (33/4 Jahre) nehme ich Hans auf den Eislaufplatz
und mache ihn mit den beiden, ungefähr 10 Jahre alten Töchterchen
meines Kollegen N. bekannt. Hans setzt sich neben sie, die im Gefühle
ihres reifen Alters ziemlich verächtlich auf den Knirps herabblicken,
und schaut sie verehrungsvoll an, was ihnen keinen großen Eindruck
macht. Hans spricht trotzdem von ihnen nur als „meine Mäderln.“
„Wo sind denn meine Mäderln? Wann kommen denn meine Mäderln?“
und quält mich zu Hause einige Wochen lang mit der Frage: „Wann
geh’ ich wieder auf den Eisplatz zu meinen Mäderln?“„Ein 5jähriger Cousin von Hans ist bei dem nun 4jährigen zu
Besuch. Hans umarmt ihn fortwährend und sagt einmal bei einer
solchen zärtlichen Umarmung: „Ich hab’ dich aber lieb.“Es ist dies der erste, aber nicht der letzte Zug von Homosexualität,
dem wir bei Hans begegnen werden. Unser kleiner Hans scheint wirklich
ein Ausbund aller Schlechtigkeiten zu sein!„Wir sind in eine neue Wohnung eingezogen. (Hans ist 4 Jahre
alt.) Von der Küche führt die Tür auf einen Klopfbalkon, von wo
aus man in eine vis-à-vis gelegene Hofwohnung sieht. Hier hat Hans
ein etwa 7–8jähriges Mäderl entdeckt. Er setzt sich nun, um sie zu
bewundern, auf die Stufe, die zum Klopfbalkon führt, und bleibt
dort stundenlang sitzen. Speziell um 4 Uhr p. m., wenn das Mäderl
aus der Schule kommt, ist er nicht im Zimmer zu halten und
läßt sich nicht abbringen, seinen Beobachtungsposten zu beziehen.S.
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Analyse der Phobie eines 5jährigen Knaben.
Einmal, als das Mäderl sich nicht zur gewohnten Stunde beim Fenster
zeigt, wird Hans ganz unruhig und belästigt die Hausleute mit Fragen:
„Wann kommt das Mäderl? Wo ist das Mäderl?“ usw. Wenn sie dann
erscheint, ist er ganz selig und wendet den Blick von der Wohnung
gegenüber nicht mehr ab. Die Heftigkeit, mit der diese „Liebe per
Distanz“1) auftrat, findet ihre Erklärung darin, daß Hans keinen
Kameraden und keine Gespielin hat. Zur normalen Entwicklung des
Kindes gehört offenbar reichlicher Verkehr mit anderen Kindern.“
„Dieser wird dann Hans zuteil, als wir kurz darauf (41/4 Jahre)
zum Sommeraufenthalte nach Gmunden übersiedeln. In unserem
Hause sind seine Spielgefährten die Kinder des Hausherrn: Franzl
(etwa 12 Jahre), Fritzl (8 Jahre), Olga (7 Jahre), Berta (5 Jahre) und
überdies die Nachbarkinder: Anna (10 Jahre) und noch zwei Mäderl
im Alter von 9 und 7 Jahren, deren Namen ich nicht mehr weiß. Sein
Liebling ist Fritzl, den er oft umarmt und seiner Liebe versichert.
Er wird einmal gefragt: „Welches von den Mäderln hast du denn am
liebsten?“ Er antwortet: „Den Fritzl.“ Gleichzeitig ist er gegen die
Mädchen sehr aggressiv, männlich, erobernd, umarmt sie und küßt
sie ab, was sich namentlich Berta ganz gerne gefallen läßt. Als Berta
eines Abends aus dem Zimmer kommt, umhalst er sie und sagt im
zärtlichsten Tone: „Berta, du bist aber lieb,“ was ihn übrigens nicht
hindert, auch die anderen zu küssen und seiner Liebe zu versichern.
Auch die etwa 14 Jahre alte Mariedl, ebenfalls eine Tochter des Haus-
herrn, die mit ihm spielt, hat er gerne und sagt eines Abends, als er
zu Bette gebracht wird: „Die Mariedl soll bei mir schlafen.“ Auf die
Antwort: „Das geht nicht,“ sagt er: „So soll sie bei der Mammi oder
dem Vatti schlafen.“ Man erwidert ihm: „Auch das geht nicht, die
Mariedl muß bei ihren Eltern schlafen,“ und nun entwickelt sich fol-
gender Dialog:Hans: „So geh’ ich halt hinunter zur Mariedl schlafen.“
Mama: „Du willst wirklich von der Mammi weggehen, um unten
zu schlafen?“Hans: „No, früh komm’ ich doch wieder herauf zum Kaffee-
trinken und Aufdiesetegehen.“Mama: „Wenn du wirklich von Vatti und Mammi gehen willst,
so nimm dir deinen Rock und deine Hose und – adieu!“
1)W. Busch: Und die Liebe per Distanz
Kurzgesagt, mißfällt mir ganz.S.
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„Hans nimmt wirklich seine Kleider und geht zur Treppe, um
zur Mariedl schlafen zu gehen, wird natürlich zurückgeholt.“„[Hinter dem Wunsche: „Die Mariedl soll bei uns schlafen,“ steckt
natürlich der andere: Die Mariedl, mit der er so gerne beisammen
ist, soll in unsere Hausgemeinschaft aufgenommen werden. Zweifellos
sind aber dadurch, daß Vater und Mutter Hans, wenn auch nicht
allzuhäufig, in ihr Bett nahmen, bei diesem Beieinanderliegen erotische
Gefühle in ihm erweckt worden, und der Wunsch, bei der Mariedl zu
schlafen, hat auch seinen erotischen Sinn. Bei Vater oder Mutter im
Bette liegen, ist für Hans wie für alle Kinder eine Quelle erotischer
Regungen.]“Unser kleiner Hans hat sich bei der Herausforderung der Mutter
benommen wie ein rechter Mann, trotz seiner homosexuellen An-
wandlungen.„Auch in dem folgenden Falle sagte Hans zur Mammi: „Du, ich
möcht einmal so gerne mit dem Mäderl schlafen.“ Dieser Fall gibt uns
reichlich Gelegenheit zur Unterhaltung, denn Hans benimmt sich hier
wirklich wie ein Großer, der verliebt ist. In das Gasthaus, wo wir zu Mittag
essen, kommt seit einigen Tagen ein etwa 8jähriges hübsches Mädchen,
in das sich Hans natürlich sofort verliebt. Er dreht sich auf seinem
Sessel fortwährend um, um nach ihr zu schielen, stellt sich, nachdem
er gegessen hat, in ihrer Nähe auf, um mit ihr zu kokettieren, wird
aber feuerrot, wenn man ihn dabei beobachtet. Wird sein Blick von
dem Mäderl erwidert, so schaut er sofort verschämt auf die entgegen-
gesetzte Seite. Sein Benehmen ist natürlich ein großes Gaudium für
alle Gasthausgäste. Jeden Tag, wenn er ins Gasthaus geführt wird,
fragt er: „Glaubst du, wird das Mäderl heute dort sein?“ Wenn sie
endlich kommt, wird er ganz rot wie ein Erwachsener in dem gleichen
Falle. Einmal kommt er glückselig zu mir und flüstert mir ins Ohr:
„Du, ich weiß schon, wo das Mäderl wohnt. Dort und dort habe ich
gesehen, wie sie die Stiege hinaufgegangen ist.“ Während er sich gegen
die Mäderl im Hause aggressiv benimmt, ist er hier ein platonisch
schmachtender Verehrer. Dies hängt vielleicht damit zusammen, daß
die Mäderl im Hause Dorfkinder sind, diese aber eine kultivierte Dame.
Daß er einmal sagt, er möchte mit ihr schlafen, ist schon erwähnt
worden.“„Da ich Hans nicht in der bisherigen seelischen Spannung lassen
will, in die ihn seine Liebe zu dem Mäderl versetzt hat, habe ich seine
Bekanntschaft mit ihr vermittelt, und das Mäderl eingeladen, nach-S.
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mittags zu ihm in den Garten zu kommen, wenn er seinen Nachmittags-
schlaf absolviert hat. Hans ist durch die Erwartung, daß das Mäderl
zu ihm kommen wird, so aufgeregt, daß er zum erstenmal am Nach-
mittage nicht schläft, sondern sich unruhig im Bette hin und her-
wälzt. Die Mama fragt ihn: „Warum schläfst du denn nicht? Denkt
du vielleicht an das Mäderl?“, worauf er beglückt „ja“ sagt. Er hat
auch, als er aus dem Gasthofe nach Hause kam, allen Leuten im Hause
erzählt: „Du, heute kommt mein Mäderl zu mir,“ und die 14jährige
Mariedl berichtet, daß er sie fortwährend gefragt hat: „Du, glaubst
du, daß sie mit mir lieb sein wird? Glaubst du, daß sie mir einen Kuß
geben wird, wenn ich sie küß?“ udgl.“„Nachmittags regnete es aber und so unterblieb der Besuch,
worauf sich Hans mit Berta und Olga tröstete.“Weitere Beobachtungen noch aus der Zeit des Sommeraufent-
haltes lassen vermuten, daß sich bei dem Kleinen allerlei Neues vor-
bereitet.„Hans, 41/4 Jahre. Heute früh wird Hans von seiner Mama wie
täglich gebadet und nach dem Bade abgetrocknet und eingepudert.
Wie die Mama bei seinem Penis, und zwar vorsichtig, um ihn nicht
zu berühren, pudert, sagt Hans: „Warum gibst du denn nicht den
Finger hin?“Mama: „Weil das eine Schweinerei ist.“
Hans: „Was ist das? Eine Schweinerei? Warum denn?“
Mama: „Weil es unanständig ist.“
Hans (lachend): „Aber lustig1)!“Ein etwa gleichzeitiger Traum unseres Hans kontrastiert recht
auffällig mit der Dreistigkeit, die er gegen die Mutter gezeigt hat.
Es ist der erste durch Entstellung unkenntliche Traum des Kindes.
Dem Scharfsinne des Vaters ist es aber gelungen, ihm die Lösung
abzugewinnen.„Hans, 41/4 Jahre. Traum. Heute früh kommt Hans auf und
erzählt: „Du, heute nachts habe ich gedacht: Einer sagt: Wer will1)Einen ähnlichen Verführungsversuch berichtete mir eine selbst neurotische
Mutter, die an die infantile Masturbation nicht glauben wollte, von ihrem 31/2 Jahre
alten Töchterchen. Sie hatte der Kleinen Unterhöschen anfertigen lassen und
probierte nun, ob sie nicht im Schritt zu eng seien, indem sie mit ihrer Hand an
der Innenfläche des Oberschenkels nach aufwärts strich. Die Kleine schloß plötzlich
die Beine über die Hand zusammen und bat: „Mama, laß die Hand doch da. Das
tut so gut.“S.
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zu mir kommen? Dann sagt jemand: Ich. Dann muß er
ihn Wiwi machen lassen.“„Weitere Fragen stellten klar, daß diesem Traume alles Visuelle
fehlt, daß er dem reinen Type auditif angehört. Hans spielt seit einigen
Tagen mit den Kindern des Hausherrn, darunter seine Freundin
Berta (7 Jahre) und Olga (5 Jahre), Gesellschaftsspiele, auch Pfänder-
auslösen. (A.: Wem gehört das Pfand in meiner Hand? B.: Mir. Dann
wird bestimmt, was B. zu tun hat.) Diesem Pfänderspiele ist der
Traum nachgebildet, nur wünscht Hans, daß derjenige, der das Pfand
gezogen hat, nicht zu den usuellen Küssen oder Ohrfeigen verurteilt
werde, sondern zum Wiwimachen, oder genauer: jemand muß ihn
Wiwimachen lassen.“„Ich lasse mir den Traum noch einmal erzählen; er erzählt ihn
mit denselben Worten, nur ersetzt er anstatt: „dann sagt jemand“ –
„dann sagt sie“. Diese „sie“ ist offenbar Berta oder Olga, mit denen
er gespielt hat. Der Traum lautet also übersetzt: Ich spiele mit den
Mäderln Pfänderauslösen. Ich frage: Wer will zu mir kommen? Sie
(Berta oder Olga) antwortet: Ich. Dann muß sie mich Wiwi machen
lassen. [Beim Urinieren behilflich sein, was Hans offenbar an-
genehm ist.“„Es ist klar, daß das Wiwimachenlassen, wobei dem Kinde die
Hose geöffnet und der Penis herausgenommen wird, für Hans lust-
betont ist. Auf Spaziergängen ist es ja zumeist der Vater, der dem
Kinde diese Hilfe leistet, was Anlaß zur Fixierung homosexueller Neigung
auf den Vater gibt.“„Zwei Tage vorher hat er, wie berichtet, die Mama beim Waschen
und Einpudern der Genitalgegend gefragt: „Warum gibst du nicht
den Finger hin?“ Gestern, als ich Hans auf die Seite gehen ließ, sagte
er mir zum erstenmal, ich solle ihn hinters Haus führen, damit nie-
mand zuschauen könne, und fügte hinzu: „Voriges Jahr, wie ich
Wiwi gemacht habe, haben mir die Berta und die Olga zugesehen.“
Ich meine, das heißt, voriges Jahr war ihm dieses Zuschauen der
Mädchen angenehm, jetzt aber nicht mehr. Die Exhibitionslust unter-
liegt jetzt der Verdrängung. Daß der Wunsch, Berta und Olga mögen
ihm beim Wiwimachen zuschauen [oder ihn Wiwi machen lassen]
jetzt im Leben verdrängt wird, ist die Erklärung für dessen Auf-
treten im Traume, in dem er sich die hübsche Einkleidung durch das
Pfänderspiel geschaffen hat. – Ich beobachtete seither wiederholt,
daß er beim Wiwimachen nicht gesehen werden will.“S.
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Ich bemerke hierzu nur, daß auch dieser Traum sich der Regel
fügt, die ich in der „Traumdeutung“ [p. 255, 2. Aufl.] gegeben habe:
Reden, die im Traume vorkommen, stammen von gehörten oder
selbst gehaltenen Reden der nächstvorigen Tage ab.Aus der Zeit bald nach der Rückkehr nach Wien hat der Vater
noch eine Beobachtung fixiert: „Hans (41/2 Jahre) sieht wieder zu,
wie seine kleine Schwester gebadet wird, und fängt an zu lachen. Man
fragt ihn: „Warum lachst du?“Hans: „Ich lache über den Wiwimacher der Hanna.“
„Warum?“ – „Weil der Wiwimacher so schön ist.“
„Die Antwort ist natürlich eine falsche. Der Wiwimacher kam
ihm eben komisch vor. Es ist übrigens das erstemal, daß er den Unter-
schied zwischen männlichem und weiblichem Genitale in solcher Weise
anerkennt, anstatt ihn zu verleugnen.“II. Krankengeschichte und Analyse.
„Geehrter Herr Professor! Ich sende Ihnen wieder ein Stückchen
Hans, diesmal leider Beiträge zu einer Krankengeschichte. Wie Sie
daraus lesen, hat sich bei ihm in den letzten Tagen eine nervöse Störung
entwickelt, die mich und meine Frau sehr beunruhigt, weil wir kein
Mittel zu ihrer Beseitigung finden konnten. Ich erbitte mir die Er-
laubnis, Sie morgen . . . . . . zu besuchen, habe Ihnen aber . . . . . . das
verfügbare Material schriftlich aufgezeichnet.“„Sexuelle Überegung durch Zärtlichkeit der Mutter hat wohl
den Grund gelegt, aber den Erreger der Störung weiß ich nicht an-
zugeben. Die Furcht, daß ihn auf der Gasse ein Pferd beißen
werde, scheint irgendwie damit zusammenzuhängen, daß er durch
einen großen Penis geschreckt ist – den großen Penis des Pferdes
hat er, wie Sie aus einer früheren Aufzeichnung wissen, schon zeitig
bemerkt, und er hat damals den Schluß gezogen, daß die Mama, weil
sie so groß ist, einen Wiwimacher haben müsse wie ein Pferd.“„Brauchbares weiß ich damit nicht anzufangen. Hat er irgendwo
einen Exhibitionisten gesehen? Oder knüpft das Ganze nur an die
Mutter an? Es ist uns nicht angenehm, daß er schon jetzt anfängt
Rätsel aufzugeben. Abgesehen von der Furcht, auf die Gasse zu gehen,
und der abendlichen Verstimmung ist er übrigens ganz der alte, lustig,
heiter.“
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Analyse der Phobie eines 5jährigen Knaben1909-002/1909
1909-002/1909/1