S.
33
Fortsetzung
eher zuzuschreiben als dem Eros der alles in
der Welt zusammenhält? Zweitens,
daß man den Eindruck empfängt, wenn
der Einzelne in der Masse seine Eigen-
art aufgibt und sich von den Anderen
suggerieren läßt, er tue es, weil ein
Bedürfnis bei ihm besteht, eher im Ein-
vernehmen mit ihnen als im Gegensatz
zu ihnen zu sein, also vielleicht doch ihnen
zu Liebe.V
Zwei künstliche Massen: Kirche und Heer.
Aus der Morphologie der Massen dürfen
wir uns ins Gedächtnis, daß eine sehr
verschiedene Arten von Massen und
gegensätzliche Richtungen in ihrer Aus-
bildung unterscheiden kann. Es giebt
sehr flüchtige Massen und höchst dauer-
hafte. Homogene, die aus gleichartigen
Individuen bestehen und nicht homogene,
natürliche Massen und künstliche, die
zu ihrem Zusammenhalt auch einen äußeren
Zwang erfordern; primitive Massen
und gegliederte, hoch organisierte. Aus
Gründen aber, auf welche die Einsicht
noch erfüllt ist, möchten wir auf eine
Unterscheidung besonderen Wert legen
die bei den Autoren eher zu wenig
beachtet wird; ich meine die von führer-
losen Massen und von solchen mit
Führern. Und recht im Gegensatz zur
gewohnten Übung soll unsere Unter-
suchung nicht eine relativ einfache
Massenbildung zum Ausgangspunkt
wählen, sondern wir an so hoch organisier-
ten, dauerhaften künstliche Massen
beginnen. Die interessantesten Bei-
spiele solcher Gebilde sind die Kirche,
die Gemeinschaft der Gläubigen,
und die Armee, das Heer.
S.
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Kirche und Heer sind künstliche Massen
d. h. es wird ein gewisser äußerer
Zwang aufgewendet um sie vor
der Auflösung zu bewahren und Ver-
änderungen in ihrer Struktur hint-
anzuhalten. Man wird in der Regel
nicht befragt oder es wird einem
nicht freigestellt ob man in eine
solche Masse eintreten will. Der
Versuch des Austritts wird gewöhnlich
verfolgt oder streng bestraft oder
ist an ganz bestimmte Bedingungen
geknüpft. Warum diese Vorstalt-
schaffungen so besonderes Interesse
darbieten liegt unserm uns jetzt und
gegenwärtig ganz ferne und zieht uns
der eine Umstand an, daß man an
diesen hoch organisierten in solcher
Weise vor dem Zerfall geschützten
Massen auf großes Deutlichkeit
gewisse Verhältnisse erkennt die
anderwärts weit mehr verdeckt sind.
In der Kirche — wir können mit Vor-
teil die katholische Kirche zum
Muster nehmen — daß gilt wie
im Heer so verschieden beide
sonst sein mögen die nämliche Vor-
spiegelung (Illusion), daß ein Ober-
hauptda ist,in der katholischen
Kirche Christus in der Armee der
Feldherr — der alle einzelnen der
Masse mit der gleichen Liebe liebt.
An dieser Illusion hängt alles; ließe
man sie fallen, so zerfielen sofort,
soweit der äußere Zwang es ge-
stattet Kirche wie Heer. Von Christus
wird diese gleiche Liebe ausdrücklich
ausgesagt: Was ihr dem geringsten
meiner Brüder getan das habt ihr
mir getan. Er steht zu den einzelnen
der gläubigen Masse im Verhältnis
eines gütigen älteren Bruders ist
ihnen ein Vaterersatz. Alle An-
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forderungen an die Einzelnen leiten sich
von dieser Liebe Christi ab. Ein demo-
kratischer Zug geht durch die Kirche
eben weil vor Christus alle gleich sind
alle den gleichen Anteil an seiner
Liebe haben. Nicht ohne tiefen Grund
wird die Gleichartigkeit der christlichen
Gemeinde mit einer Familie heraufbe-
schworen und nennen sich die Gläubigen
Brüder in Christo d. h. Brüder durch
die Liebe, die Christus für sie hat.
Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Bindung
jedes Einzelnen an Christus auch
die Ursache ihrer Bindung unter-
einander ist. Ähnliches gilt für das Heer;
der Feldherr ist der Vater der alle
seine Soldaten gleich liebt und darum
sind sie Kameraden unter einander.
Das Heer unterscheidet sich strukturell
von der Kirche darin, daß es aus einem
Stufenbau von solchen Massen besteht.
Jeder Hauptmann ist gleichsam der FührerundVater seiner Abteilung, jeder
Unteroffizier der seines Zuges. Eine
ähnliche Hierarchie ist zwar auch in
der Kirche ausgebildet spielt aber
in ihr nicht dieselbe ökonomische Rolle
da man Christus mehr Wissen und
Bekümmern um die Einzelnen zu-
schreiben darf als dem menschlichen
Feldherrn.*)
ganz am Rand
*) Gegen diese Auffassung der libidinösen
Struktur einer Armee wird man mit
Recht einwenden, daß die Ideen des
Vaterlandes, des nationalen Ruhmes
u. a. die für den Zusammenhalt der Armee
eben so bedeutsam sind, hier keine
Stelle gefunden haben. Die Antwort
darauf lautet: dies sei ein anderer
nicht mehr so einfacher Fall von Massen-
bindung und wie die Beispiele großer
Heerführer: Caesar, Napoleon, Wallen-
stein zeigen sind solche Ideen für
den Bestand eines Heeres nicht un-
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entbehrlich. Von dem möglichen Ersatz des
Führers durch eine führende Idee und
den Beziehungen zwischen beiden wird
später noch die Rede sein.
Die Vernachlässigung dieses libidinösen
Factors auch dann wenn er nicht
der einzige Wirksame ist, scheint nunin der Armeenicht ein theoretischer Mangel
sondern auch eine praktische Gefahr.
Der preußische Militarismus der ebenso
unpsychologisch war wie die deutsche
Wissenschaft, hat dies vielleicht in großen
Weltkrieg erfahren müssen. Die
Kriegsneurosen, welche die deutsche Armee
zersetzen, sind ja bekanntlich als Protest
des Einzelnen gegen die ihm in der
Armee zugemutete Rolle erkannt
worden und nach den Mitteilungen
von E. Simmel darf man behaupten,
daß die lieblose Behandlung der
gemeinen Männer durch ihre Vorge-
setzten oben an unter den Motiven
der Erkrankung stand. Bei besserer
Würdigung dieses Libidoanspruchs
hätten wahrscheinlich die phantastischen
Versprechungen der 14 Punkte des
amerikanischen Präsidenten nicht so
leicht Glauben gefunden und das
prächtige Instrument wäre den
deutschen Kriegskünstlern nicht
in der Hand zerbrochen.
Merken wir an, daß in diesen beiden
künstlichen Massen jeder Einzelne einer-
seits an den Führer (Christus, Feldherr)
anderseits an die anderen Massenindivi-
duen libidinös gebunden ist. Wie sich
diese beiden Bindungen zu einander
verhalten ob sie gleichartig und gleich-
wertig sind und wie sie psychologisch
zu formulieren wären das müssen wir
einer späteren Untersuchung vor-
behalten. Wir getrauen uns dabei
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jetzt schon eines leisen Vorwurfs gegen die
Autoren, daß sie die Bedeutung des
Führers für die Psychologie der Masse
zu wenig gewürdigt haben, während uns die Wahl
des Untersuchungsobjekts in eine günstigere
Lage gebracht hat. Es will uns scheinen als
befänden wir uns auf dem richtigen
Weg um die Hauptrscheinung des Massen-
psychologie die Unfreiheit des Einzelnen
in der Masse aufzuklären. Wenn
für jeden Einzelnen eine so ausgiebige
Gefühlsbindung nach zwei Richtungen besteht
so wird es uns nicht schwer werden,
aus diesem Verhältnis die beobachtete
Veränderung und Einschränkung seiner
Persönlichkeit abzuleiten.
Einen Wink worin das Wesen einer
Masse bestehe, zu den in ihr vorhandenen
libidinösen Bindungen, erhalten wir auch
vom Phänomen der Panik, welches am
besten an militärischen Massen zu studieren
ist. Eine Panik entsteht, wenn eine
solche Masse sich zersetzt. Ihr Charakter
ist, daß kein Befehl des Vorgesetzten
mehr angehört wird und daß jeder
für sich selbst sorgt ohne Rücksicht
auf die Anderen. Die gegenseitigen
Bindungen haben aufgehört und eine
riesengroße sinnlose Angst wird
frei. Natürlich wird auch hier wieder
der Einwand nahe liegen, es sei vielmehr
umgekehrt, indem die Angst so groß
geworden sei daß sie sich über alle
Rücksichten und Bindungen hinwegsetzen
konnte. Mac Dougall hat sogar (S 24)
den Fall der Panik (allerdings der nicht
militärischen) als Musterbeispiel für die
von ihm betonte Affektsteigerung
durch Ansteckung (primary induction).
Alleine diese rationelle
Erklärungsweise geht hier doch ganz fehl.
S.
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Es steht eben zur Erklärung, warum die
Angst so riesengroß geworden ist, die
Größe der Gefahr kann nicht beschuldigt
werden, denn dieselbe Armee die
jetzt der Panik verfällt, kann
ähnlich große und größere Gefahren
tadellos bestanden haben, und es
gehört geradezu zum Wesen der Panik,
daß sie nicht im Verhältnis zur drohenden
Gefahr steht, oft bei den nichtigsten
Anlässen ausbricht. Wenn der Einzelne
in panischer Angst für sich selbst zu sorgen
unternimmt, so bezeugt er damit die
Einsicht, daß die affektiven Bindungen
aufgehört haben die bis dahin die Gefahr
für ihn herabsetzten. Eine da er der
Gefahr allein gegenübersteht, darf er
sie allerdings höher einschätzen. Es ver-
hält sich also so, daß die Panik die
die Lockerung panischer angst in der libidinösen
Struktur der Masse voraussetzt
und in berechtigter Weise auf sie
reagiert, nicht umgekehrt, daß die
Libidobindungen der Masse an der
Angst vor der Gefahr zu Grunde
gegangen wären.*)
am Rand
*) Von diesen Bemerkungen wird erst behauptet,
daß die Angst in der Masse durch Induk-
tion (Ansteckung) ins Ungeheure wachse.
Demnach widerspräche die Mac Dougall-
sche Auffassung durchaus nicht den Tatsachen
für den Fall, daß die Gefahr eine
real große ist und daß in der Masse
keine starken Gefühlsbindungen bestehen,
Bedingungen, die verwirklicht werden,
wenn z. B. in einem Theater oder Unter-
haltungslokal Feuer ausbricht. Der
wertere Fall ist der oben erwähnte,
daß ein Heerkörper in Panik gerät,
wenn die Gefahr nicht über das gewohnte
und oftmals gut vertragene Maß
hinaus gesteigert ist. Man wird nicht erwarten
S.
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dürfen, daß der Gebrauch des Wortes „Panik“
scharf und eindeutig bestimmt sei. Manchmal
bezeichnet man so jede Massenangst, anderwärts
auch die Angst eines Einzelnen, wenn sie
über jedes Maß hinausgeht, häufig scheint
der Name für den Fall reserviert,
daß der Angstausbruch durch den Anlaß
nicht gerechtfertigt wird. Kehren wir der
Symptomatik „Panik“ eine Keime der Massenangst,
so können wir eine weitgehende Analogie
zwischen der ihr und der Individualangst
behaupten. Die Angst des Individuums wird
hervorgerufen entweder durch die
Größe der Gefahr oder durch das Auf-
lassen von Gefühlsbindungen (Libido-
besetzungen). Der letztere Fall ist der
der neurotischen Angst (Vgl. Einführung
in die Psychoanalyse Vorlesungen XXV,
3 Aufl. 1920). Ebenso entsteht die Panik durch
die Steigerung der alle betreffenden
Gefahr oder durch das Aufhören der die
Masse zusammenhaltenden Gefühlsbind-
ungen und dieser letzte Fall ist der
neurotischen Angst analog. (Vgl. hierzu den
gedankenvollen etwas phantastischen
Aufsatz von Bela v. Felszeghy: Panik und
Panikregler, Imago VI, 1920.)
Wenn man die Panik wie Mac Dougall
(l.c.) als eine der wirksamsten Äusse-
rungen des „Group mind“ beschreibt, gelangt
man zum Paradoxon, daß sich diese Massen-
seele in einer ihrer auffälligsten Äußer-
ungen selbst aufhebt. Die Panik hat
so daß kein Zweifel möglich, daß die
Panik die Zersetzung der Masse be-
deutet, sie hat das Aufhören aller
Rücksichten zur Folge welche sonst die
Einzelnen der Masse für einander
zeigen.
Der typische Anlaß für den Ausbruch
einer Panik ist so ähnlich wie er in der
Nestroy’schen Parodie der Hebbel’schen
Judith und Holofernes
dargestellt wurde. Da schreit ein Krieger:
der Feldherr hat den Kopf verloren,
S.
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und darauf ergreifen alle Offiziere die Flucht.
Der Verlust des Führers in irgend einem
Sinne das Irrewerden an ihm bringt die
Panik als gleichbleibendes Gefäß zum
Ausbruch; mit der Bindung an den Führer
schwinden in der Regel auch die gegen-
seitigen Bindungen der Massenindi-
viduen. Die Masse zerstiebt wie eine Bo-
logneser Glasflasche dem man die Spitze
abgebrochen hat.
Die Zersetzung einer religiösen Masse
ist nicht so leicht zu beobachten. Vor Kurzem
wurde mir ein von katholischer Seite
kommender vom Bischof von London
empfohlener englischer Roman in die
Hand mit dem Titel: „When it was dark“,
der eine solche Möglichkeit und ihre
Folgen in geschickter und wie ich meine,
zutreffender Weise behandelte, aus-
malte. Der Roman erzählt wie aus der
Gegenwart, daß es einer Verschwörung
toten Feinden der christlichen Glaubens gelingt
eine Grabkammer in Jerusalem auffinden
zu lassen in deren Inschrift Josef von
Arimathia bekennt daß er aus Gründen
der Pietät den Leichnam Christi am
dritten Tag nach seiner Beisetzung heimlich
aus seinem Grab entfernt und hier
bestattet habe. Damit ist die Auferstehung
Christi und seine göttliche Natur ab-
getan, und die Folge dieser archäolog-
ischen Entdeckung ist eine Erschütterung
der europäischen Kultur und eine
unbeschreibliche Zunahme aller Gewalt-
taten und Verbrechen, die erst schwindet
nachdem das Komplott der Fälscher
enthüllt werden kann.
Was bei der hier angenommenen Zersetz-
ung der religiösen Masse zum Vorschein
kommt ist nicht Angst, für welche der
Anlaß fehlt, sondern feindseligeRücksichtslosigkeitund Impuls gegen Andere
S.
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Personen die sich bis dahin dank der gleichen
Liebe Christi dich äußern konnten. Außer-
halb seien die Erklärung ähnlicher Phänomene
nach dem Wegfall der landesväterlichen
Autorität bei P. Federn, die vaterlose
Gesellschaft. Wien, Anzengruber-Verlag 1919.
Halb dieser Bindung stehen aber auch während
des Reiches Christi jene Individuen die
nicht zur Glaubensgemeinschaft gehören die
ihn nicht lieben und die er nicht liebt. Darum
muß eine Religion auch wenn sie sich die
Religion der Liebe heißt, hart und lieb-
los gegen diejenigen sein, die ihr nicht an-
gehören. Im Grunde ist ja jede Religion
eine solche Religion der Liebe für alle
die sich umfaßt, und jeder liegt Grausam-
keit und Intoleranz gegen die nicht dazu
gehörigen nahe. Man darf so schwer es
einem auch persönlich fällt, den Gläubigen
daraus keinen Vorwurf machen;
Ungläubige oder Indifferente
haben es in dieser Sphäre psycholog-
isch ungleich leichter. Wenn diese Intol-
eranz sich heute nicht mehr so gewalttätig
und grausam kundgibt wie in früheren
Jahrhunderten so wird man daraus kaum
auf eine Milderung in den Sitten
der Menschen schließen dürfen.
Viel eher ist die Ursache davon in
der unleugbaren Abschwächung der
religiösen Gefühle u. der von ihnen ab-
hängigen libidinösen Bindungen zu
suchen. Wenn eine andere Massenbind-
ung an die Stelle der religiösen tritt
wie es jetzt der sozialistischen zu gelingen
scheint, so wird sich dieselbe Intoleranz
gegen die Außenstehenden ergeben
wie im Zeitalter der Religionskämpfe,
und wenn die Differenzen wissenschaftlicher
Auffassungen je eine ähnliche Bedeutung
S.
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für die Massen gewinnen könnten würde
sich dasselbe Resultat auch für diese
Motivierung wiederholen.
VI.
Weitere Aufgaben und Arbeitsrichtungen
Wir haben bisher zwei artifizielle
Massen untersucht und gefunden, daß sie
von zweierlei Gefühlsbindungen beherrcht
werden, von denen die eine an den
Führer — wenigstens für sie — bestimmender
zu sein scheint als die andere, die
jeder Massenindividuum an einander.Nun gäbe es in der Morphologie der
Massen noch viel zu beobachten und
zu untersuchen. Man hätte von der
Feststellung auszugehen, daß eine bloße
Menschenmenge noch keine Masse ist, so
lange sich jene Bindungen in ihr nicht
hergestellt haben, hätte aber das Zu-
geständnis zu machen, daß in einer be-
liebigen Menschenmenge sehr leicht
die Tendenz zur Bildung einer psycho-
logischen Masse hervortritt. Man
müßte den verschiedenartigen mehr oder
minder beständigen Massen, die spontan
zu Stande kommen, Aufmerksamkeit
schenken, die Bedingungen ihres Entstehens
und ihres Zerfalls studieren. Von
allem anderen uns der Unterschied zwischen
Massen, die einen Führer haben und
führerlose Massen beschäftigen. Ob
auch die Führer Masse mit Führer
die ursprünglicherer und vollständigere
sind oder den anderen der Führer
nicht durch eine Idee, ein Abstraktum
ersetzt sein kann, wozu ja schon die
religiösen Massen mit ihrem unauf-
zeigbaren Oberhaupt die Über-
leitung bilden, ob auch eine ge-
meinsame Tendenz, ein Wunsch, an dem
eine Vielheit Anteil nehmen kann,
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Massenpsychologie und Ich-Analyse1921-001/1921.01
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